Ausgabe 
3.12.1899 Zweites Blatt
 
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? Leoncavallo schloß mit der Frankfurter Opernhausdirektion einen Vertrag wegen der Aufführung seinerBajazzi" und eines von ihm aözuhaltenden Konzerts. Die vom Kaiser bei ihm bestellte Oper Roland" ist fast beendet; der Künstler wird demnächst eine Audienz beim Kaiser nachsuchen, um ihm das Werk vorzutragen.

§ Max Halbes »Jugend*. DenMünch. N N." wird ge­schrieben: Die von Ihnen unter Vorbehalt gebrachte Mitteilung, daß die österreichische Zensur Max HalbesJugend" nur unbr einigen einigermaßen seltsamen Bedingungen freigegeben habe, trifft voll­ständig zu. Die Zensurbehörde verlangt thatsächlich, daß aus dem katholischen Priester Hoppe und seinem Vikar zwei evan­gelische Pfarrer gemacht werden. Halbe hat sich mit diesem Re­ligionswechsel einverstanden erklärt.

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Münster, b Gi

jetzt unter der milden Witterung die spät gesäete Winter­frucht sproßt und wächst, deß freut den Landmann.

8 Darmstadt, 1. Dezember. Im Hotel Köhler dahier tagten heute eine Anzahl Vertreter der Handwerker- Innungen der hessischen Städte und waren dabet außer Darmstadt, noch Mainz, Gießen, Offen­bach, Worms rc. vertreten, um einen von der Regierung resp. der Zentralstelle für die Gewerbe ausgearbeiteten Entwurf betr. Bildung der Handwerkerkammern, welche int nächsten Jahre in Kraft treten sollen, zu beraten. In einigen Prinzipienfragen stehen sich Handwerk und Re­gierung immer noch diametral gegenüber. Von Seiten der Regierung will man den Ortsgewerbevereinen die führende Rolle überlassen, wogegen sich die Innungen bis jetzt aufs Aeußerste wehren. Auch kann sich die Regierung, trotz der dringend wiederholt geäußersten Wünsche statt der beab­sichtigten einen Handwerkerkammer, deren drei, d. h. für jede Provinz eine zu bilden, immer nnch nicht zusagend erklären. Wir hören noch, daß eine Anzahl Innungs- Vertreter demnächst mit einigen Regierungsvertretern ge­meinsam die Angelegenheit besprechen und beraten sollen.

nn. Darmstadt, 1. Dezember. Nachdem die Sterbe- kasse der Mitglieder des Landesgewerbevereins für das Großherzogtum Hessen nahezu ein Jahr besteht, ist heute der erste Todesfall eingetreten, indem das Kassenmitglied Georg Wollrab, Schuhmachermeister zu Darmstadt verstorben ist. Die mit Kindern reich ge­segnete Witwe desselben hat das fällige Sterbegeld im Betrag von 500 Mk. sofort ausgezahlt erhalten. Es wäre überflüssig, wollte man den Wert und die Wohlthat dieser Kasse für den hessischen Handwerkerstand nochmals besonders hervorheben. Eins aber ist sicher, daß der gesamte Hand­werkerstand diese segensreiche Einrichtung durch zahlreichen Beitritt zu dieser Sterbekasse unterstützen soll. Die Ver­waltung derselben liegt in den Händen des Gewerbvereins Darmstadt.

Mainz, 1. Dezember. Nach einem Darmstädter Privattelegramm desMainzer Tageblatt" (amtliches Organ des Mainzer Kreisamts) habe das Domkapitel dem Ministerium des Innern für die Wiederbesetzung des bischöf­lichen Stuhles in Mainz nur sechs Kandidaten nomi­niert. Darunter befinden sich der Prinz Max von Sachsen, der Weihbischof Fischer von Köln, der Pfarrer Forschner von St. Quintin in Mainz und der Bistumsverweser Domkapitular Dr. Brück. Daß letzterer Name bei der Kandidatenliste figuriert, spricht wenig für die Richtigkeit der Angaben, indem Dr. Brück von Bingen gebürtig sich bereits in sehr hohem Alter befindet und daher schwer­lich mehr im stände ist, die Bürde der Bischofswürde zu tragen. Mit Rücksicht auf die das kommende Jahr hier stattfindende GulenbergSseier hat das Komitee der Narrhalla" beschlossen, die nächstjährigen Karnevals veranftaltungen möglichst zu beschränken und ins­

besondere von allen zu kostspieligen Veranstaltungen, wie Rosenmontagzug, Theateraufführungen u. s. w. Umgang zu nehmen. Außer einigen Sitzungen sollen nur die großen Maskenbälle und eine kostümierteKappenfahrt" stattfinden.

Mainz. 1. Dezember. Keine englische Dienstzeit. Von zuständiger Seite wird demM. A." mitgeteilt, daß zur Zeit die Einführung einer durchgehenden Dienstzeit für die Bureaus der inneren Verwaltung des Eisenbahndirek­tionsbezirks Mainz nicht beabsichtigt wird.

Mainz, 1. Dezember. Die Wirkungen des Ge­setzes über die Erhöhung der Hundesteuer machen sich bei dem städtischen Wasenmeister in ganz besonderer Weise geltend. Das Einfangen von herrenlosen Hunden ist gegenwärtig ein so bedeutendes, wie es noch nie gewesen ist, der Kasten zum Unterbringen der eingefangenen Hunde ist häufig zu klein, so daß die eingefangenen Köter an eine Leine gebunden werden müsien. Dieser Tage hat der Wasen- meister an einem Tag 27 Hunde eingefangen, eine Zahl, die überhaupt bis jetzt noch nicht erreicht worden ist, wäh­rend jetzt durchschnittlich täglich etwa 20 Hunde eingefangen und, da sie in den meisten Fällen nicht reklamiert, einfach totgeschlagen werden. Die Hundebesitzer, die sich der Steuer wegen ihres Hundes entledigen wollen, ohne dem Wasen- meister die üblichen Gebühren von 2 Mark zu bezahlen.

Mjrchrn N Mofa R. « entweder Stelle anzeigen, me steuer auch im W vcrsäumt wird.

Gießen, den Gn

Theater.

TullivanS mue Operette.Die Rose von Persien", welche am Sadoy Theater in London mit größtem Erfolge in Szene ge­gangen, ist von Herrn Direktor Ferenczy bei seiner Anwesenheit in London sofort nach der Premiöre für Berlin erworben worden. Die Musik ist nach den Urteilen englischer Blätter das wertvollste, was Sullivan ge,chrieben hat; das Libretto ist hochintereffant. Fast alle Nummern wurden da capo verlangt.

* Jbse S neues Schauspiel heißt, Harald Winge". Es behandelt das Problem des unechten Kindes. Wir ge arbeitet als In­genieur bei dem reichen Grubenbesitzer Eliasen, dessen natürlicher Sohn er ist. Aus dem Kampf zwischen beiden entsteht der Konflikt des Schau­spiels, das von erschütternder Wirkung ist. Hierzu lesen wir heute im B. L.-A.":Die Nachrichten über das neue Werk von Ibsen beruhen, wie wir von autoritativer Seite hören, thatsächlich auf einer Mystifi- kation: Sowohl der Inhalt wie der Titel des Werkes sind erfunden. Ueber beide wird die Oeffentlichkeit nicht eher Zuverlässiges erfahren, als bis das Drama im Druck erschienen ist, da Ibsen, was immerhin verständlich ist, Wert darauf legt, daß man seine Schöpfung erst als abgeschloffenes Ganzes kenen lerne. Allerdings werden durch diese strenge Geheimhaltang nicht sowohl Indiskretionen unbedingt ausge­schlossen, als vielmehr Erfindungen und Mystifikationen hervorgerufen werden, die in der That ja auch vor jedem neuen Werke des Meisters in Hülle und Fülle auftauchen." Wir müssen nun also abwarten, wer Recht behält.

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Handel und Uerkrhr. Volkswirtschaft.

Frankfurter Börse vom 1. Dezember.

Wechsel auf New-York zu 4.20l/z-2t»/r.

Prämien auf Kredit per ult. Januar 8.30e/o, do. per ult. Dez. 1.70°/o, Diskonto Kommandit per ult. Nov. 0.00 '/ , do. per ult. Dez. 1 30v/o, per ult. Jan. 2 80, Lombarden per ult Jan. l.O5»/o do. per ult. Dez 0 65 /o, Staatsbahn per ult. Dez.0/q.

Notierungen: Kreditaktien 235.90-236.40, Diskonto Kom- mandit 194.50-60-30-40, Staatsbahn 141.30 Gotthard 143 90 0000, Lom­barden 31.90, Ungar. Goldrente 97.70, Italiener 94 20-00, öprozentisoh Mexikaner 00.00, 3proz. Mexikaner 25.70-00, Oesterr. Coupons 84»/, Amerik. Coupons 4.19, Privat-Diskont 58/< G.

li/t bis 28/4Uhr: Kredit 286 30-70-50-60, Diskonto Kommandit 194 30-194.50, Staatsbahn 14120-00, Lombarden 31.90-32, Türken C (Bank Ottoman 114.20-00. Darmstädter 146.90 casse.

A Bom Main, 30. November. Der Stadtmagistrat zu Klingenberg ist neuerdings der Blättermeldung, als ob das dortige Thonwerk in eine Aktiengesellschaft übergegangen sei, in einer öffentlichen Erklärung entgegengetreten. Darnach ist die Stadtgemeinde Klingenberg jetzt und fernerhin die alleinige Besitzerin des Thonmerkes und steht mit der Aktiengesellschaft in keinerlei Beziehung.

Mecktenburg.Strelitzsche Hypothekenbank. Wie aus dem Inseratenteile unserer heutigen Zeitung ersichtlich, werden die am 2. Januar 1900 fälligen Pfandbrief-Koupons bereits vom 15. De­zember cr ab kostenlos eingelöst.

BerfichernngS-Anstalten der Bayerischen Hypotheken- und Lvechselbank in München. Die Feuerversicherungs- Anstalt hatte bis Ende Oktober a. c. einen Zugang von 414600224 M. an Versicherungskapital. Die Bruttoprämie stieg auf 8396027 Mark. Der angemeldete Bruttobetrag an Schäden bezifferte sich Ende Oktober auf 5277733 Mk. Bei der Lebensversicherungs-Anstalt wurden bis ultimo Oktober 12085 Versicherungen über 17 308141 Mk. Ver­sicherungskapital beantragt. Die Leibrentenanstalt erzielte in der gleichen Zeit einen Zugang von 280 Versicherungen mit 1753937 Mark Kapitals Einlage für 162 999 Mark jährliche Rente; die Gesamtsumme der versicherten Rente betrug ultimo Oktober 2241699 Mk. In der Unfallbranche wurden 4325 allgemeine und Reiseunfallversicherungen, ferner 1798 Haftpflichtversicherungen abgeschlossen.

Landauer Tabakwauufaktur in Landau. Der Brutto­gewinn des abgelaufenen Betriebsjahres stellt sich auf 152150 Mark, gegen 27271 Mk. im Vorjahre. Nach Abzug der Löhne und Hand­lungsunkosten mit 133126 Mk. (174(9 Mk), der Zinsen und Bank­provisionen mit 6165 Mark (263 Mark.) verbleibt ein Reingewinn von 11858 Mk. gegen 7308 Mark im Vorjahre. Die Vorräte stehen mit 200 752 Mk, Immobilien mit 137 560 Mk. zu Buch. Die Debitoren einschließlich Bankguthaben betrugen 144254 Mk. Außer 300000 Mk. Grundkapital und 150000 Mk. Obligationen schuldete die Gesellschaft 49 723 Mk. an Kreditoren.

Verlosungen.

Lotterieziehungen im Monat Dezember. Am 1. Köln- Mindener 3Vrproz. IvO-Thlr -Lose von 1871. Prämienziehung am 1. Februar. Meininger 4prozentige Prämien-Pfandbriefe von 1871. Prämienziehung am 2 Januar. Oesterreichische 100-fl -Lose von 1864. Höchster Preis 150000 fl., niedrigster 200 fL Auszahlung am 1. März. Türkische 3proz. 400-Frks. Eisenbahn-Lose von 1870. Höchster Preis 600 000 Frks., niedrigster 400 Frks. Auszahlung am 2. Januar. Am 15. Ansbach-Gunzenhausener Eisenbahn 7-fl-Lose von 1856 Höchster Preis 5000 fl., niedrigster 12 fl. Auszahlung am 15. Juni. Bel­gische Kommunal-Kredit 3 proz. 100 Frks-Lose von 1861. Höchster Preis 25000 Frks-, niedrigster 110 Frks Auszahlung am 10. Juli. Pariser 4proz. 500-Frks.-Lose von 1865. Höchster Preis 150000 Frks., niedrigster 500 Franks. Auszahlung am 1 Februar. Suez- Kanal 5proz 500 Frks.-Lose von 1868. Höchster Preis 150000 Frks., niedrigster 500 Frks. Auszahlung am 15. Januar. Am 31. Braun­schweiger 20-Thlr. Lose von 1869. Höchster Preis 15 000 Thlr, nied­rigster 25 Thlr. Auszahlung am 31. März. Venediger 30-Lire-Lose von 1869. Höchster Preis 30000 Lire, niedrigster 30 Lire. Auszahlung am 1. Mai.

Zahlungseinstellungen.

Konkurseröffnungen: Rosa Krause, Charlottenburg; Maschinen­schlosser Gottfried Schumacher, Vettweiss (Düren); Schuhmacher Peter Deeken, Düsseldorf; Friedr. Weinmann (Jean Piohon Nachf.), Frankfurt a M.; Zimmermeister Otto Peters, Gützkow (Greifswald); Kaufmann Max Hüther, Hall; Manufakturwarenhändler Otto Aug. Friedr. Rich. Bengelsdorff-, Hamburg; Modewarenhändler Max Glogau, Hamburg; Webereiwarenfabrikant Osk. Schallen, Konradsreuth (Hof); Kaufmann Heinr. Borgmann, Iserlohn; Kaufmann Karl Zweig, Königs­hütte; Gastwirt Hub. Theis, Königswinter; Maurermeister Fr. Schwed- ! heim, Friedrichsdorf (Lesum); Zimmermeister C. F. Kugler Jr, Zuffenhausen (Ludwigsburg); Gastwirt Hermann Ackermann, Mühl­hausen i. Th.; Weinwirt Max Schrank, München; Uhrmacher Mark. Reissmann, Posen; Fuhrmann Job. Bickelmayer, Oestrich (Rüdes- h eim); Maurermeister Gottl. Osw. Todtmoos, Trestenberg (St. Blasien); Kaufmann Jos. Tucholski, Wollstein; Müller Adolf Huber, Ober- achern (Achern); Wittwe Wilh. Klingenheben, Barmen; Kolonial­warenhändler Rob. Schünemann, Crampas (Bergen a. R ); Kauf­mann Herrn. Rosenthal, Beuthen (0.-8.); Kaufmann Franz Theod. Findeisen, Brake; Glaser Herrn. Dix, Braunichweig; Kaufmann Alex Lublinski, Erie (Buer); Firma Jul. Werner Charlottenburg; Buchbinder Ferd Eilers jr., Göthen; Eggediener Herrn. Friedrich Münning, Dickel (Diepholz); Gutsbesitzer Dr. Emil Wack, Diedes- felg (Edenkoben); Kaufmann Leop. Königsberger, Frankfurt a. M. Kaufmann Alb. Simon, Frankfurt a. M.; Händler Job. Hünnekens, Nieukerk (Geldern); Backer Email. Gutmann, Kleinsteinacb (Hals- furt); Kaufmann Willib. Stef. Kustermann jr., Karlsruhe; Modistin I Lina Weinzierl, Landshut; Rittergutsbesitzer Gust. Adolf Lorenz, I Obersohland (Löbau); Schuhmacker Karl Germann, Zuffenhausen I (Ludwigsburg); Kaufmann Karl Alb. Joach. Friedr. Niesemann, I Lübeck; Tapezierer Max Herrn Pfeil, Meerane; Spengler Joh. Lös- I lein, München; Bauunternehmer Wilh. Schütt, Neunkirchen; Cigarren- I fabrikant Hugo Falkenstein, Hochneukirch (Odenkirchen); Kaufmann I Bruno Friedländer, Ohlau; Kaufmann Wilh. Stahmer, Quickboni I (Pinneberg); Stickereifabrikant Louis Reinh Pröse, ^uen; rtut- I machet Friedrich Osw. Schmidt, Rolsweln; Schneider Karl IC e I Treppendorf (Saalfeld); Händlerin Ferd Schüttel, Kray (Steele), Cigarrenhändlerin.Karol. Schäfer, Stuttgart; Schuhmacher Friedrich I Staudigel, Schönfeld (Tauberbischofsheim); Nachlass des Kaufmanns I Richard Barkowski, Tilsit; Wittwe Anne Lucia Lassen Roagger (Toftlund); Kaufmann Jos. Stark, Trostberg; Wirt Ma* * Hahn, I Weppach (Ueberlingen); Schuhmacher Karl Schmitt, Westhofen I Wasselnheim; Rittergutspächter Emil Ronneburger, Markers- I dorf (Weida). ________________________________

lassen ihren Hund ohne Steuermarke und Maulkorb laufen. Es thun dies aber, wie derM. A." konstatiert, nicht etwa nur unbemittelte Leute, die ihre Hundesteuer nicht bezahlen können, sondern sogar recht wohlhabende Leute, wie es sich herausgestellt hat, jagen die armen Tiere einfach zum Haus hinaus, um sie ihrem Schicksal zu überlassen.

Frankfurt a.M., 1. Dezember. Ein gewissenhafter Schuldner. Herr Heinrich St. Goar, dessen Absicht, seine deutschen Gläubiger zu befriedigen, wir neulich mit. teilten, hat nunmehr einem hiesigen Bankhaus Mk. 180000 aus San Francisco zur Verteilung an seine Gläubiger übersendet. Den Rest feiner Schulden verspricht er Ende Juni 1900 zu bezahleu. Herr St. Goar erfüllt ja nur seine Pflicht, bemerkt die Fft. Ztg. bierzu, indem er, in bessere Verhältnisse gekommen, feine hiesigen Schulden be­zahlt. Da aber so viele Schuldner, die in ähnlicher Lage sind, diesen Verpflichtungen nicht nachkommen, so verdient der Vorgang immerhin als nachahmenswert erwähnt zu werden.

Limburg, 1. Dezember. Während der am Montag, dem 4. Dezember cr., beginnenden Schwurgerichtsperiode werden folgende Straffälle zur Verhandlung kommen: Am 4. Dezember gegen den Bergmann und Taglöhner Heinrich Freund von Wetzlar wegen Sittlichkeitsverbrechen. Am 5. Dezember: a. gegen den Berginvaliden und Landmann Philipp Berghäuser IV. zu Niedergirmes wegen Körper­verletzung mit rötlichem Erfolg; b. gegen den Metzgergesellen Heinrich Speier von Wißmar wegen Körperverletzung mit tätlichem Ausgang. Am 6. Dezember: a. gegen den Taglöhner Johann Friedrich Karl Rusert von Gemünden wegen vorsätzlicher Brandstiftung; b. gegen den Bergmann Peter Sehl von Weinähr wegen vorsätzlicher Brandstiftung und gegen den Taglöhuer Heinrich Kaufmann von Weinähr wegen Anstiftung dazu. Am 7. Dezember: a. gegen die Anna Gotthardt von Dorchheim wegen Kindesmord; b gegen die Anna Wilhelmine Sahmer von Diez wegen Kindesmord. Am 8. Dezember: a. gegen den Lehrer a. D. Johann Friedrich Tewaag, b. den Leimsiedergehilfen Eduard Tewaag, c. den Friedrich Karl Tewaag und d. den Bergmann Emil August Karl Paul, alle von Haigerseelbach, wegen Münz verbrechen.

Weilburg, 1. Dezember. Wohl selten kommt es bei Konkursen vor, daß die Gläubiger vollständig befriedigt oder gar noch der für konkurs Erklärte aus der Masse Geld herausbekommt. So werden jetzt in dem Kon­kurs Grün zu Drommershausen nicht nur die Gläubiger vollständig befriedigt, sondern es kommen auch noch übrig bleibende ca. 800 Mk. an Herrn Grün zur Auszahlung.

Kaffel, 1. Dezember. Gestern früh wurde der Rotten­arbeiter Guthof aus Rothenditmold beim Ueberschreiten des Maschinengleises auf Bahnhof Kassel Oberstadt überfahren und sofort getötet. Das ist der fünfte Fall in den letzten acht Tagen, daß Leute in und bei Kassel überfahren wurden.

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Parrzer-Automobiles.

(Unberechtigter Abdruck untersagt.) Während noch vor kurzer Zeit die englischen Panzerzüge als das Ideal für die Krieg- führung in Gegenden angesehen wurden, in welchen Terrain­schwierigkeiten eine Entfaltung der numerischen Kraft fast auS- schloß, hat im südafrikanischen Kriege die Zerstörung der Schienenstränge durch die Bu­ren der Verwendung von Panzerzügen ein Ende gemacht. Die Engländer sind deshalb auf den Gedanken gekommen, Panzer-Automobiles in größe­rem Umfange in diesem Feld­zuge zur Anwendung zu brin­gen. Jeder Automobilwagen soll mit zwei Maximgeschützen r ausgerüstet werden und eine

Fahrgeschwindigkeit von 30 km in der Stunde erhalten. Das

in bem sich Schießscharten befinben, geschützt, «e, der °<Maqen -verwennnng ner «utomobikn bürftTn sie auch sür ben angegebenen Zweck nutzbar gemacht werden, es sragt sich nur, ob sie sich« »er Praxis bewähren.