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err^di enstauszeichnung eingeführt worben, welche für je i 10 Jahre aktive Dienstzeit erteilt werben soll. Die- sefttl«besteht aus einer weiß-rot-weißen schmalen Silberlitze, w«!H auf bem rechten Unterärmel bes Uniformrockes ge- tTciyn wirb.
•* Ptiegerfe*. Wie uns mitgeteilt wirb, finbet heute, FWrrig Abenb bie Probebeleuchtung bes Festplatzes stoüt. Da es bas erstemal hier in Gießen ist, baß ein gtt8|trtr, freier Platz mittelst Acetylen beleuchtet wirb, so seH in dieser Stelle besonbers barauf aufmerksam gemacht.
" Der Gießener Männer-Gesangverein giebt seinen MLzliebern bekannt, baß bie Gesangsproben von jetzt ab Mittwochs stattfinben werben, ba besten Dirigent, Herr Musikbirektor Krauße, wegen ber jetzt beginnenben ASbM<ments-Sonzerte Donnerstags verhinbert ist. (Siehe
" PlonerKon-ert. Wir machen auch an bieser Stelle aiasdir am Samstag unb Sonntag stattfinbenben Kon« jf^rtr der so beliebten unb vom vergangenen Jahre noch ini tefte.r Erinnerung stehenben Tyroler-Gesellschast Ploner «imsmerksam. Die Konzerte finben auch in biesem Jahre im , Eliser gart en" (A. Koch) statt.
" Erledigte Stelle« im Bezirk des 18. Armeekorps. Ems, Magistrat, Nachtwächter, 730 Mk. — Hochheim a. M., SlOtgrmeinbe, Feldhüter, 700 Mk. jährlich. — Ober« P8«s!dirLktion in Darmstadt, zwei Landbriefträger, je 700 Mk. Glkhalt und der gesetzmäßige Wohnungsgeldzuschuß. — Ä&ifli, Amtsverwaltung, Polizeisergeant, 780 Mk., steigend bteri forAgesetzter guter Dienstführung von 3 zu 3 Jahren ua 30 Mk. bis zum Höchstbetrage von 930 Mk.; außerdem 643 M Kleidergelb unb zirka 60 Mk. Nebeneinnahmen. — WM eben, Magistrat, Hilfsarbeiter im Bureau ber Armen- trcntmfcung, 2 Mk. 50 Pfg. täglich.
Tairmstadt, 31. Mai. Von unterrichteter Seite werben btt„91. H- V." darauf aufmerksam gemacht, baß bie Mit* hrilung, wonach ein Abschiedsgesuch des Oberschulrats Mjttveiler aus seinem Offiziersverhältnis von seinem sJ oninienbanten nicht genehmigt worben sei, unb letzterer fi'fl hierüber weitere Entschließungen Vorbehalten habe, nach 1 fjonn mnb Inhalt jeber Begrünbung entbehrt, unb nehmen t .ttm Gelegenheit, bies zu berichtigen.
Worms, 31. Mai. Der Verein für innere ^Mission im Großherzogtum Hessen, ber unter LlÄ»ng bes Missiousagenten Greiner hier steht, wirb sein fcätijälriged Jahresfest am 11. Juni, nachmittags 2 Uhr, i m ber hiesigen Dreifaltigkeitskirche abhalten. Festprebiger filb bie Herren Oberkonsistorialrat v. Walz von Darrn« f l obt anb Pastor Herbst von Barmen.
Aus der Zett für die Zett.
Lror 12 Jahren, am 3. Juni 1887, fanb bie feierliche steinlegung zum Norbostseekanal statt, welcher bekannt- l t.ch quer burch Holstein läuft unb das zeitraubende, kost- sivirlige und gefährliche Umschiffen der Norbspitze von Däne« r mik entbehr ich macht unb somit wichtigen wirtschaftlichen tiinb militäri chen Interessen bient. Bei seiner Eröffnung tin 19.. Juni 1895 erhielt er den Namen Kaiser Wilhelm- 2 Sana. I.
Vermischtes.
*0. Frankfurt a. M., 1. Juni. Im Zoologischen iBüttien giebt bie Kapelle am Samstag einen italienischen ZHem-Abenb. Am Sonntag ist vormittags von 6 bis ' l ! Hr ber Eintrittspreis auf 20 Pfg. ermäßigt, ebenso 4 jfii d as Aquarium. Nachmittag kostet es bann wieber l.Mairk (Kinder 50 Pfg.) Im Doppel-Konzert, bas wie .Wöhnlich nachmittags und abends ist, wirkt diesmal die 6u|iO des Feld-Artillerie-Regiments Nr. 27 (Dirigent .Adrul) mit. Das besondere Eintrittsgeld für die Bi- s^ari-Schaustellung beträgt während des ganzen
' SegeS 20 Pfg.
• Von Rudolf Falbs „Wetter Prognosen und Kalender kritischen Tage" — Berlin SW. 12 Kommissions-Verlag m Hugo Steinitz — ist das zweite Halbjahr 1899 rrschirnen. Eine allgemeine Einleitung über den Charakter
der kritischen Tage in 1899 und ihren Einfluß auf Witterung, Erdbeben und schlagende Wetter geht voraus; der eigentlichen Prognose folgen verschiedene kleinere Abhandlungen.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Sonntag den 4. Juni. 1. nach Trinitatis.
Gottesdienst.
I« der Stadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Grein.
Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmiertrn aus der Markus- gemeinde.
Vormittags 9</» Uhr: Pfarrer Schlosser.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die MatthäuSgemeinde. Pfarrer Schlosser.
Abends 8 Uhr: Versammlung der Konfirmandenvereinigung der MatthäuSgemeinde in der Herberge.
In der Johannesttrche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler.
Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde.
Vormittags 9Vi Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Vormittags 11 Uhr: KindergotteSdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann.
Katholische Gemeinde.
Samstag den 3. Juni.
Nachmittags um 4Vi Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag den 4. Juni. 2. Sonntag nach Pfingsten.
Vormittags von ßt/e Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.
, um 7 Uhr: Die erste Herl. Meste;
vor und in derselben Austeilung der heil. Eommunion;
, um 8 Uhr: die zweite heil. Meste;
„ um 9Vs Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 21/» Uhr: Andacht mit Segen.
Gottrrdirust in der Synagoge.
Samstag den 3. Juni 1899.
Vorabend 7" Uhr, morgens 8® Uhr Predigt, nachmittags 4 Uhr, Sabbathausgang 9U Uhr.
Gotterdirnst -er israelitischen KrligionsgesrÜschast.
Sabbathfeier am 3. Juni 1899.
Freitag abend 7® Uhr, Samstag vormittag 8 Uhr Predigt, nachmittag 4 Uhr, Sabbathausgang 9« Uhr.
Wochengottesdienst morgens 6® Uhr, abends 7U Uhr.
Verkehr, Kand und Uslkswittschast.
LtMtzn-g, 31. Mat. Fruchtmnrkt. Roter Wett» v*L 18,85, weißer Wetzen X 13.55, Korn X 11.19, «erste X 0.00, Hiser X 7.33.
Neueste Meldungen.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 2. Juni. Nach einer römischen Depesche bes „Kleinen Journal" besteht ber preußische Gesanbte beim Vatikan, Freiherr v. Rothenhahn, auf ber Ernennung eines preußischen Bischofs zum Karbinal int Konsistorium am 22. Juni. Die Verhanblungen darüber schreiten günstig fort.
Berlin, 2. Juni. Aus dem Haag melbet ber „Lokal- Anzeiger", baß in ber dritten Kommission ber Friebens- konserenz gestern ein russischer Vorschlag einstimmig angenommen würbe, wonach sich bie Signatarmächte verpflichten, in allen Streitfragen zunächst bie Vermittlung einer brüten Macht anzurufen, allerbings ohne sich baburch im voraus irgenbtoie zu binden.
Berlin, 2. Juni. Nachstehende Blätter besprechen noch eingehend bie gestern dem Reichstage zugegangene Zuchthausvorlage. Das „Berliner Tageblatt" sieht voraus, baß im Reichstage ein harter Kampf entbrennen werbe. Die Sozialdemokraten würden die Einbringung des Entwurfes mit Freuden begrüßen, denn ihnen liefere er den besten Agitationsstoff. Die „Vossische Zeitung" schreibt: Die Strafvorschriften sind in der Vorlage, auch von dem § 8 abgesehen, von einer Härte, die Merkmale der Straf- thaten vielfach von einer Unbestimmtheit, das Bedürfnis
trotz der langatmigen Begründung so wenig bewiesen, daß die Annahme des Entwurfes in der vorliegenden Form ausgeschlossen unb auch bie Annahme in einer abgeschwächten Form unwahrscheinlich ist. Der Geist bes Herrn von Stumm ist es, der aus bem Entwürfe spricht. Er schränkt ben Gebrauch bes Koalitionsrechtes erheblich ein, wenn nicht dem Wortlaute, so doch der Wirkung nach. Der „Vorwärts" sagt in einer eingehenden Besprechung, die Vorlage bedeute eine völlige Vernichtung des Koalitionsrechtes der deutschen Arbeiterklasse und enthalte so außerordentliche Strafbestimmungen, daß die Vermutung auftauchen könnte, bie Regierung habe nur erfüllen wollen, was bie Unternehmerklasse so beharrlich begehrt, wünsche aber selbst, baß mit dem Schluß der Session das wundersame Gebilde wiederum im großen Makulaturschrank der Umsturz« und Ausnahmegesetze verschwinde. Die deutsche Arbeiterschaft nehme den ihr angebotenen Kampf unverzagt auf mit dem Bewußtsein, daß Recht und Kultur auf ihrer Seite steht.
Lemberg, 2. Juni. Die Stadt Dobromil steht in Flammen. Das Gerichtsgebäude, das Bezirkshauptmannschafts-Gebäude, die Apotheke und die Kirche sowie eine große Anzahl anderer Gebäude sind niedergebrannt.
Haag, 2. Juni. Das Subkomitee der Schiedsgerichts-Kommission hat seine Arbeiten beendet. Der Kompromiß-Entwurf eines Schiedsgerichts-Statuts wurde einstimmig angenommen. Die leitende Idee des beschloffenen Entwurfes ist die Einsetzung des Schiedsgerichts als permanentes Schiedsgericht. Dasselbe soll nach Vorschlag Englands fakultativ fein.
Paris, 2. Juni. In ber gestrigen Sitzung beS KassationS- hofes würbe Mornarbs Plaiboyer für Dreyfus fortgesetzt unb beenbet. Der Verteibiger kam zu dem Schluß, baß bie Unschulb Dreyfus erwiesen sei. Er beantrage bie Kassation bes Urteils von 1894 mit Verweisung an ein neues Kriegsgericht. Die Sitzung würbe barauf geschloffen.
Paris, 2. Juni. Der Präsibent bes Kassationshofes Maze au hat gestern amtlich angetünbigt, baß bas Urteil in der Dreyfus-Angelegenheit morgen Samstag mittag verkündet wird. Die Regierung beschloß, das Urteil in allen Gemeinden Frankreichs unb Algeriens offiziell anschlagen zu taffen.
Paris, 2. Juni. Auf Befehl bcs Kriegsministers würbe ber Oberst Paty be Clam gestern nachmittag 5 Uhr verhaftet. Die Verhaftung würbe seitens eines Kapitäns ber republikanischen Garbe Dorgenommen. Zweimal im Laufe bes Nachmittags hatte sich ber Kapitän in ber Wohnung Paty be Clams eingefunben, ohne biesen zu treffen. Erst beim brüten Besuch fanb er ihn zu Hause. Paty wollte ben Kapitän über bie Grünbe ausfragen, weßhalb er verhaftet werbe, berfelbe antwortete ihm jeboch, er habe Befehl erhalten, ihm nicht die geringste Aufklärung zu geben. Oberst Paty be Clam würbe in das Militär-Gefängnis Cherohe midi abgeführt. Gestern morgen hatte Paty be Clam burch bie Vermittelung bes Gouverneur Zurlinden einen Brief an ben Kriegsminister gerichtet, der folgendermaßen lautet: Herr Minister! Seit nahezu zwei Jahren bin ich seitens eines Teiles der Presse Gegenstand heftigster Angriffe. Sogar ein höherer Offizier, Kapitän Cuignet, hat gegen mich alle Angriffe unb Verleumbunge« zusammengetragen, um sie im Dunkeln zu einer gehässigen Anklage gegen mich zu machen. Diese Anklage stellte er alsbann bem Verteibiger bes Dreyfus, Advokaten Mornard, zur Verfügung. Ich habe des Oefteren gefordert, daß man mir erlaube, meine Verläurnder gerichtlich zu belangen; bis jetzt war dieses eine Bitte, heute ist es jedoch mein Recht, dies zu fordern. Also geben Sie mir Richter!
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