Londorf, am 29
Der Rei Schi
©teilten aufgefällt, sodaß eine gewiffe Schutzdeckung geschaffen ist. Schießlöcher waren im Walle eingestochen und besondere Deckungen für Bogenschützen hergestellt. Die Stadt zählt über 1400 große runde Hütten. Hauptmann v. Kamptz schickte sich beim Abgänge der Boten nach -er Küste an, am 22. Februar gegen Tibati aufzubrechen. (Die von uns -er Afrikapost entnommene Nachricht Über die Unterwerfung -er Wüte bezog sich also nur ans diesen Stamm.) Der Herrscher oder Lermido von Tibati soll über eine Menge Hinterlader (Snyder) und über 4- bis 500 Reiter und wenigstens 12000 Mann Fußvolk verfügen. Es ist mithin ein gefährliches Unternehmen für die kleine Truppe, die notwendigerweise eine Abteilung in der Ngillastadt zurück- laffen mußte. Da indes keine telegraphischen Nachrichen eingegangen sind, dürfen wir hoffen, daß der Feldzug einen guten Verlauf genommen hat. Mit den 16 von der Ngilla- Padt eroberten Pferden konnten nicht bloß alle Offiziere, sondern auch die weißen Unteroffiziere beritten gemacht werden. Bei den Wüte fanden sich ein Mauserkarabiner M. 88 und mehrere M. 71 vor. Die Gewehre rühren wohl von den aufständischen Dahomeleuten her. Sergeant Joniczek, der einen Schuß aus dem Mausergewehr erhalten hatte, war beim Abgänge der Nachrichten wieder hergestellt.
Mates und VrovinMes.
*t Brände und Blitzschäden in Hessen 1898. Nach der Zusammenstellung der Landes-Brandversicherungs-Anstalt im Großherzogtum Hessen fanden im Jahre 1898 im ganzen 500 Brände und Blitzschäden statt, hiervon entfallen 138 auf die Provinz Oberheffen mit 216 191 Mk., 199 auf Starkenburg mit 282 363,40 Mk., 163 auf Rhein
hessen mit 187 284,12 Mk. Entschädigungen; hieran nahmen die fünf größeren Städte Mainz, Darmstadt, Offenbach, Worms und Gießen zusammen mit 58 563,62 Mk., letzteres mit 815 Mk. teil, die übrigen Gemeinden des Landes mit 627 274,90 Mk. Die Umlage-Kapitalien, welche aus den Versicherungs-Kapitalien einschließlich der Zuschlag-Kapitalien für Gebäude mit feuergefährlichen Anlagen bestehen, berechneten sich Ende 1898 in Oberheffen zu 377 230 670 Mk., in Starkenburg zu 617 025 430 Mk. und in Rheinhessen zu 536 549 870 Mk., in den erwähnten fünf größeren Städten zusammen 523 522 790 Mk. Von den drei Provinzen nimmt diesmal Rheinhessen mit 0,35 Mk. Entschädigung auf je 1000 Mk. Umlage-Kapital die günstigste Stelle ein, ihr folgt die Provinz Starkenburg mit 0,49 Mk. und weiter, wie bereits zum viertenmale in den letzten fünf Jahren, an dritter Stelle die Provinz Oberhessen mit 0,58 Mk. Zur Deckung der im Jahre 1898 festgestellten Vergütungen für Brandschäden, einschließlich der Verwaltungskosten und sonstigen Ausgaben wurde auch diesmal ein Beitrag von 6 Pfennig auf je 100 Mark Umlage- ■ Kapital ausgeschlagen.
§§ Vom höheren Vogelsberg, 29. April. Die Feldarbeiten in diesem Frühjahr werden durch öfteres Regenwetter sehr erschwert. Seit einigen Tagen ist erst mit dem Aussäen des Hafers begonnen worden, der Stand der Wiesen ist befriedigend, ebenso derjenige der Obstbäume. I Besonders schön steht die Wintersaat.
§§ Vom oberen Vogelsberg, 30. April. In sämtlichen I Orten zirkuliert gegenwärtig eine Petition an den I Reichstag, betreffend den Gesetz-Entwurf über Schlacht- I vieh und Fleischbeschau. In derselben wird gebeten, das I Vieh, das für den eigenen Haushalt geschlachtet wird, von I der Untersuchung freizulassen, die Bestimmung, daß die I Untersuchung thunlichst durch approbierte Tierärzte zu ge- I schehen hat, abzulehnen, das vom Ausland eingeführte I Fleisch und Fleischwaren mindestens denselben Bestimmungen I zu unterwerfen, die für die gewerbliche Schlachtung im I Deutschen Reich maßgebend sind. I
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* Bestechlichkeit im englischen Geschäftsleben. AusLo» don wird der „Köln. Volksztg." geschrieben: Lord Muffel will mit einem neuen Gesetze die unlauteren ^uroenbuugex, die Trinkgelder an Handlungsgehilfen und Bevollmächtigte, I bekämpfen, die ihnen von Kundschaftshungrigen gegeben werden. War doch in England seit Jahren Keiner mehr 1 vor dieser Pest der Bestechlichkeit sicher. In einem große» Prozeß wurde vor einigen Jahren festgestellt, daß ein großer Färber, der für die besten Farbstoffe die höchsten Preise bezahlt hatte, tatsächlich nur mit ganz geringwertigen bedient worden war, während sein Werkmeister, der den Einkauf zu vermitteln hatte, den Preisunterschied vom Lieferanten vergütet erhielt, der in der beständigen Kundschaft seine Rechnung fand. Farbfabrikant und Werkmeister wurde» immer wohlhabender, aber die Kunden des Färbers beschwerten sich fortgesetzt über die schlechte Arbeit, und der schier verzweifelnde Mann sah sein schönes Geschäft schrittweise zurückgehen, bis ein Streit unter den beiden Gaunern den Schwindel ans Tageslicht brachte. WaS hatte der Farbenfabrikant zu sagen? Ohne derartige Bestechungen sei es überhaupt nicht möglich, in England ein Geschäft z» machen, und er sei immer noch bester als seine Kollege« Ein anderes Bild: Ein Großgrundbesitzer und gewaltiger Nimrod kam dahinter, daß sein Förster von jeder Patrone» lieferung eine Steuer vom Patronenmacher bekomme. Er ging der Sache auf die Spur und fand, daß Förster, Jagdgehilfen und Kammerdiener von jeder Flinte und jeder Patrone eine Abgabe erhielten. Er stellte den Fabrikanten zur Rede, und der jammerte ihm vor, es sei im ganze» Reiche nicht möglich, eine Bestellung zu erhalten, wenn nicht die Angestellten des Käufers, die auf die Erteilung dn Bestellung immer einen starken Einfluß ausüben könne», mitverdienten. Der Lord verzieh dem Fabrikanten und versprach, ihm die Kundschaft zu belassen, wenn er ihm versprechen wolle, den Unfug der heimlichen Geschenke einzw ftellen. Und was that der Fabrikant? Er weigerte sich schlankweg, unter diesen Bedingungen zu liefern, „be»n", sagte er, „wenn die Leute nicht verdienen, so machev meine Ware schlecht." Die Londoner Handelskammer hat festgestellt, daß unter den Aerzten die Uebung weit verbreitet ist, von jeder Apotheker-Rechnung ein Viertel bis zur Hälfte des Betrages vom Apotheker zu beanspruchen, dem sie das Rezept zuwenden, ja. daß es nicht wenige Aerzte giebt, die vielleicht 20 v. H. der Bestattungskosten ihrer ehemaligen Patienten vom Begräbnisunternehmer er-
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Vermischtes.
* Frankfurt, 29. April. Der Brauerstrike. Die gestrige Sitzung des Brauereiverbandes hat zu folgender Erklärung geführt: Die dem Verbände angehörigen Frankfurter Brauereien sind bereit, für Brauer, Mälzer, Maschine en, Küfer, Fahrburschen und geprüfte Heizereinen Mindest- lohn von Mk. 26.50 zu bewilligen; für die Fahrburschen ist jedoch Voraussetzung, daß dieselben im gleichen Betriebe bereits ein Jahr mit einem Paar Pferde gefahren haben. Taglöhner erhalten einen Anfangslohn von Mk. 20.50 wöchentlich, der sich nach dem ersten Dienstjahre um Mk. 1, ferner je nach Leistung und Führung erhöht. Die Beiträge zur Ortskrankenkasse und Alters- und Jnvaliditätsversiche- rung werden den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend behandelt. Die Brauereien erklären sich ferner bereit, diese
Ausland.
Wien, 1. Mai. Das Fest der Arbeiter zur Feier des 1. Mai ist bisher sowohl hür, als auch in -er Provinz ohne Zwischenfall verlaufen. In den staatlichen Etablissements wird vollständig, in den privaten teilweise gearbeitet.
Budapest, 1. Mai. Aus dem Banket der Journalisten zu Gunsten eines Pensionsfonds brachte Ministerpräsident Szell einen Trinkspruch auf die Presse aus, in welcher er seiner Sympathie und Verehrung für die hohe Mission der Journalistik Ausdruck gab.
Troppall, 1. Mai. Der Landtag nahm eine Resolution an, in welcher gegen die Anwendung des § 14 Protest erhoben wird, weil dieser gegen die Verfassung verstößt.
Bozea, 1. Mai. Die Kaiserin Friedrich ist aus Trient hier eingetroffen.
Lüttich, 1. Mai. Das Polizeigericht verurteilte mehrere Arbeiter wegen Vergehens gegen die Arbeitfreih eit zu Gefängnisstrafen von 8 bis 14 Tagen. Die Grubenbesitzer haben vorläufig auf den Prozeß verzichtet, den sie gegen sämtliche Sozialistenführer, welche den Grubenarbeiter- streik hervorgerufen haben, anzustrengen drohten.
London, 1. Mai. Sämtliche Blätter drücken sich sehr befriedigt über die Vereinbarungen zwischen England und Rußland betreffend die chinesische Angelegenheit aus. „Standard", „Daily News" und die „Times" sehen in diesen Abmachungen ein günstiges Vorzeichen für die Abrüstungskonferenz. Nur „Daily Mail" zeigen sich mißtrauisch gegenüber Rußland und meinen, England habe leine hinreichende Gewähr erlangt und könne den guten Absichten Rußlands kein volles Vertrauen^ entgegenbringen.
Madrid, 1. Mai. Aus Manila'wird gemeldet, gestern hat eine neue Konferenz zwischen dem General Otis und den philippinischen Friedens-Parlamentären stattgefunden. In derselben erklärte General Lunas, der Führer der Aufständischen, er sehe sehr wohl ein, daß seine Armee geschlagen wurde, er könne sich aber mit derselben nicht unterwerfen, bis der philippinische Kongreß, der heute zu- fammentritt, seine Zustimmung dazu gegeben habe. Eine weitere Konferenz fand gestern abend statt, an welcher General Otis und Admiral Dewey teilnahmen.
Allgemeine Deutsche Sport-Ausstellung München 18$ Nach den eingelaufenen Anmeldungen zu urteilen, verspricht die Ausstellung der Abteilung 9: Radfahr- vrt Automobilsport eine derartig interessante zu Hierbei nne wohl noch wenige auf diesem Gebiete dieses Sporit« veranstaltet wurden. Die Ausstellung wird ein getreue? Bild von den Leistungen der deutschen Fahrrad-Indus^ geben, und den Beweis erbringen, daß dieselbe die ländische Konkurrenz nicht nur nicht zu fürchten brauch, sondern daß sie derselben sogar überlegen ist. Anmeldung zur Ausstellung sind ergangen von den Firmen E. ßärhen München, mit welcher zugleich ausstellen die „Wanderer" Fahrradwerke vormals Winkelhofer und Jänicke in Chem'., Schönau; Adam Opel-Rüffelsheim, „Staffelfahrradverkc- Köln; Markt u. Co., Hamburg „Columbia"-Räder. Ferner CH. N. Schad-München; die Fahrradwerke Mescnseld München; Fahrradwerke „Freya" München; GeorgMchür u. Co. Neudamm; Fahrradwerke „Zeus" von Carl Grvpv Beneckenstein im Harz; „Panther" Fahrradwerke von Ervc Kuhlmann u. Co., Magdeburg; die Münchener Norm! Fahrradwerke; Fahrradwerke „Noricum", Graz; Clemens Dörr-Germersheim; „Duplex"-Fahrradwerke, Adlerhof bei Berlin; „Badenia"-Fahrradwerke, Gaggenau; „Concordia- Fahrradwerke; „Phänomen"-Fahrradwerke-Zittau;Alexa»der Fahrradwerke, Brandenburg a. H.; Velofabrik, Liesthal. Schweiz; „Bismarck"-Fahrradwerke, Bergerhof; Fahrrad- Handlung Katzemeier u. Schmid-München; Fahrradhandlu»- Eduard Pirzer-München-Schladitz; Fahrradfabrik TH.Schlütrr, Berlin. Auf dem Gebiete des Automobilsports stellen aus' Mit der Firma CH. N. Schad-München: Cudell und C». Aachen; Duplex-Fahrradwerke, Adlerhof bei Berlin; Gesell-, schäft für Automobilwagenbau-Berlin; Just. Waldhause»- München; Benz u. Co., Rheinische Gasmotorenfabrik, Mannheim; Bleßing u. Co., Motorfahrzeugfabrik, Angs- bürg-Göppingen; Friedrich Dürr, Civilingenieur, Berlin: Präcisions-Gußstahl-Kugelwerke München-Aibling; Heinle ». , Wegelin, Motorfahrzeugfabrik Augsburg Oberhausen; Fra»j Clouth, Köln-Nippes und Gebrüder Beisbarth, Nürnberg.
»«he einen Versuch gebrannte das Pfand Sorten in M trieeh gebrannt, en
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aus schlechten Quellen oder an falscher und nachlässiger Behandlung.
Billige Grassamen-Mischungen, wie sie zuweilen an- geboten werden, sind i i der Regel die teuersten, da sie gewöhnlich statt eines schönen Rasenplatzes, der einem das Auge erfreuenden grünen Teppich gleichen soll, einen Unkraut- platz geben, den man schließlich mit großem Aufwand von Mühe und Zeit zu jäten hat. — Wenn man einem verständnisvollen und soliden Samenhändler angiebt, ob der betreffende Boden schwer, leicht, naß, trocken oder schattig ch, so wird er als Fachmann immer die richtige Mischung zu finden wissen. Für Plätze mit wenig Sonne ist die sogenannte Schmidt-Mischung zu empfehlen.
Für unsere Kleinen richten wir im Garten ein Beet jur eigenen Bewirtschaftung ein. Es ist diese Gartenarbeit für sie ein gutes Erziehungsmittel.
w M ben Seeten be$ Kinbergartens beginnt jetzt die Aussaat ber Sommerblumen. Wir wählen 'hierzu schnell- wachsenbe Arten mit recht leuchtenden Blüten. Die Bäune rönnen mit Iropaeolum und Ipomoea berankt werben, an denen w.r dem Kinde die Selbsthilfe der Natur zeige - kannem Wahrend Ipomoea, wo sie nur einen Halt findet, ihre Ranke um d.esen schlingt, und di- Enden suchend, sich um sich selbst tomben, umklammert Tropaeolum bie Stäbe des Gitters, wenn biefe nicht zu bick sinb, mit ben Blatt stielen Die Hauptsache bei ber Pflege seitens der Kinder ,st, daß sie dabei das Leben der Pflanzen beobachten lernen Do soll das Keimen und allmähliche Heranwachsen keinen Tag unbeobachtet bleiben! Die Beetflächen besäen wir mit halbhohen Arten, laffen aber noch Platz, um auch von den m unseren Mistbeeten Heranwachsenden Pflanzen einige hinaufzusetzen. J. C. 8
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I Bedingungen anstatt auf fünf auf xur drei Jahre setzen. Die Brauereien versichern, daß es ihr stetes s streben sein wird, die Sonntagsarbeit nach Thunlichkeit
| zuschränken. Für dringend notwendige Arbeiten die iS bie gesetzlich zulässige Arbeitszeit hinausgehen, fon k Stunde mit 60 Pfg. vergütet werden. Ferner ist pj- Aussicht gestellte einheitliche Arbeitsordnung inzwischen gestellt und in den Verdandsbrauereieu bereits ausaebä»- Sie setzt die Arbeitsdauer, Löhne und liebetftunbeRoer einheitlich fest. In den meisten Verbandsbrauereiev diese bisher für Sonn- und Werktage mit 40 M. Der neue Satz ist für die Werktage mit 50 Pfg. bie Sonn- und Feiertage auf 60 Pfg. festgesetzt. £ Brauereien bebauern, bem Wunsche, alle heute noch ständigen Arbeiter bis zu einem bestimmten Termin einzustellen, nicht Folge geben zu können, ba sie unmöofy ihre jetzigen Arbeiter entlassen könnten, ohne einen zwinget Grund dazu zu haben, und ba ein berartiges Vorqeb' große und berechtigte Unzufriedenheit erzeugen würbe Brauereien sind aber bereit, Stellen, die noch frei sind PJ Bedarf und Wahl mit Ausständigen zu besetzen. ' machen diese Zugeständnisse in der Voraussetzung unb w ber Bebingung, daß der Boykott sofort aufgehoben vird und entsprechende Erklärungen in den Organen der Arbein abgegeben werden.
A Ober-Ohmen, 1. Mai. Der hiesige Beiderwoll.e- f auf mann und Landwirt R. hatte vorgestern Mist auf das Feld gefahren. Der Wagen war mit einer Kuh und einem Rind und vor diesen mit einem Pferde bespannt. Auf dem Heimwege begegnete dem Wagen ein Heugefährt aus Grünberg. Der Hund des Heufuhrmannes begann bei der Begegnung mit dem anderen Wagen zu bellen. Hierdurch scheute das Rind, setzte nach vorne zu und brachte das Pferd zu Fall. Dieses stürzte so unglücklich zu Boden, daß es auf ber Stelle tot liegen blieb. Auch fein Besitzer kam zu Fall, glücklicher Weise aber ohne sich erhebliche Verletzungen zuzufügen. Da bas Pferd versichert gewesen, so erhält sein Eigentümer Schadenersatz für das noch wertvolle Tier. Der Fall ist ein Beispiel von kleiner Ursache und großer Wirkung, aber auch eine Mahnung zur Vieh- versicherung.
§ Von der Ohm, 1. Mai. „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus". Mit hoher Temperatur und starken Gewittern hat sich der April verabschiedet i und dazu als passendes Finale zu seinem ganzen Wetter- I charakter noch einen gehörigen Landregen gegeben. Das Mailüfterl aber, das seit heute weht, hatte sechs Grad Wärme nach R. weniger aufzuweisen als der zweitletzte Apriltag. Wir sind es zwar gewohnt, daß ber Mai zu Anfang meist kalt auftritt und daß erst der Besuch der I „Eisheiligen" vorüber fein muß, ehe es wirklich anhaltend I warm wird. Sehr schwer hält es dem Landmann die so I weit hinausgerückte Hafersaat zu beendigen. Die ewigen I Niederschläge lassen eine Saat kaum zu. Aber daß es trotz I alldem doch Frühling wird, künden uns die blühenden Obst- I bäume, die zurückgekehrten Zugvögel und das frischgrüne I Wachstum allüberall. Unter den Obstbäumen beginnen die I Kirschen ihr weißes Blütenkleid anzulegen, die Zwetschen- I und Birnbäume folgen und auch die Apfelblütenknospen I treiben. Der Blütenansatz ist ein reicher. Von den Zug- I vögeln, bie mit ihrer Rückkehr bas Kommen einer besseren I Jahreszeit künben, haben wir in ber verflossenen Woche I bemerkt die Hausschwalbe und ben Kuckuck. Den letzteren I hörten wir gestern zum erstenmal rufen. Was man sich I beim ersten Vernehmen dieses Rufes denkt, das soll — einer I alten Sage zufolge — wahr werden. Nun wir haben just I in dem betreffenden Augenblick gedacht, es wäre Zeit, daß I das Regenwetter endlich einmal aufhöre. Jetzt gilt die I Probe der genannten Sage.
L. Mainz, 1. Mai. Auf dem hiesigen Sportplatz I herrscht allabendlich reges Leben. Außer den Mainzer I Amateurfahrern, von denen besonders Grünewald, Seischab I und Drescher zu nennen sind, trainieren dort der Welt- I meister Albert, Struth, Koch, Boquillon-Paris und Camp- | London. Das erste internationale Radwettfahren findet I kommenden Sonntag den 7. Mai statt, und verspricht das- I selbe, nach ben bereits eingelaufenen Meldungen, einen I hervorragenden Verlauf zu nehmen.
|C'Höhr
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