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3.5.1899 Erstes Blatt
 
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Amts- und Anzeigeblntt für den Ureis Gieren.

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Sin***e »en »«zeigen zu der nachmittag« stir de» fritzOchm Lag erscheinenden Nummer di« Herrn. 10 Shr.

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Wetohton, Expedition und Drudtrti:

Sch»kßrnße Nr. 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger chtet«.

Fernsprecher Nr. 51.

«De «nzei^n-Beruttttiu»,-stellen deS In. und «uilenN» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger eutgeGM.

Grattsbeilagen: Gießener FamiliendMer, Der heWche Landwirt, ________________Kälter für hessische Volkskunde.

Gießener »e*rtCU*IC6fter »erden dem Anzeiger »tchoMch viermal keigeiegt.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger

Amtlicher Ml.

Gießen, den 1. Mai 1899.

Bett.: Den Entwurf eines Gesetzes, die Ergänzung der Bestimmungen über die Pensionierung der Volks­schullehrer betreffend.

Die

Großh. Kreis-Schulcommissiou Gießen

an die Schulvorstände des Kreises.

Diejenigen, welche unserer Auflage vom 26. v. Mts., Gießener Anzeiger Nr. 99, noch nicht entsprochen haben, werden an deren sofortige Erledigung erinnert.

________________v. Bechtold.___________________

Gießen, den 1. Mai 1899.

Seit.: Statistische Nachweisungen über das Volksschul­wesen.

Die

Großh. Kreis-Schulcommisfion Gießen

an die Schnlvorstände des Kreises.

Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 6. v. Mts. Gießener Anzeiger Nr. 83 noch nicht rittsprochen haben, werden an deren Erledigung erinnert. __v. Bechtold._________________

Bekanntmachung,

betreffend: Die Vertrauensmänner der land- und forstwirt­schaftlichen Berufsgenosfenschaft für das GroßherzogtumHessen.

In dem ersten der hierunter folgenden Verzeichnisse sind die von dem Vorstande der land- und forstwirtschaft­lichen Berufsgenosienschaft gebildeten Bezirke ihrer Vertrauens- aränner mit den Nummern der Bezirke, und sodann dahinter erster Stelle die Namen der Vertrauensmänner, und Johann diejenigen der Stellvertreter angegeben.

In der zweiten Uebersicht ist bei dem Namen jeder Gewohnten Gemarkung des Kreises die Nummer des im ersten Verzeichnis erwähnten Bezirks genannt, bei welcher dann im ersten Verzeichnisse die Namen der Vertrauens- nailner und Stellvertreter gefunden werden können.

Zu der von den Ortspolizeibehörden vorzunehmenden vilfalluntersuchung ist der zuständige Vertrauensmann von krr Ortspolizeibehörde einzuladen (siehe Reichsgesetz vom 5. Mai 1886 im Reichsgesetzblatt Seite 132, Paragraph Zs und 58; Großherzogliches Gesetz vom 4. April 1888 rri Regierungsblatt Seite 41, Artikel 12; Genossenschafts- Slatut Paragraph 30).

Gießen, den 29. Avril 1899.

Großherzogliches Kreis amt Gießen.

v. Bechtold.

l-Die Bezirke der Bertranensmäuner nnb der Letzteren Namen:

» Bezirk 60: Leun, Bürgermeister, Großen-Liudeu; Brückel, Bürgermeister, Lang-Göns.

t. 61: Demper, Johs., Großen-Buseck; Otto, Bürgermeister, Beuern.

c ,, 62: Geißler, Bürgermeister, Lollar; Lang,

Gemeinderechner, Wies eck.

d. 74: Kretzmüller, Gilbert, Gambach;

Bopp, Bürgermeister, Bellersheim.

T. 79: Schmidt, Bürgermeister, Queckborn;

Faulstich, Bürgermeister, Weitershain.

5 82: Brauer, Heinrich, Ober-Ofleiden;

Nicklas II., Bürgermeister, Gonters­hausen.

g. 84: Falk, Friedrich, Hungen; Seibert,

Jakob Karl, Hungen.

b 85: Wolf, Johannes, Villingen;

Koch VI., Konrad, Gemeinderechner, Villingen.

- 86: Schäfer, Bürgermeister, Rodheim v. d. H.;

Klingelhöfer, Gutspächter, Hof Graß.

t. 87: Fülberth, vr. A. jr., Utphe; Henkel,

Otto Karl Martin, Inheiden.

L 88: Nafziger, Christian, Henrietten Hof (Ruppertsburg); Bayer, Eduard, Freienseen.

n 91: Jhring, Hermann Philipp, Lich;

Köhler, Konrad, Langsdorf.

L 92: Braun II., Wilhelm, Nidda;

Schneider, Amand, Unter-Schmitten.

II. Die Gemarkungen mit den Bezirksnnmmern:

Albach

62

Holzheim

74

Rabertshausen mit

Allendorfa.d.Lahn

60

Hungen

84

Ringelshausen

92

Allendorfa.d.Lda.

62

Inheiden

87

ReinhardShain

79

Allertshausen

62

Kisselbach

79

Reiskirchen

61

Alten-Busrck

61

Klein-Linden

60

Rodheim mit Hof

Annerod

61

Langd

86

Graß

86

BellerSbeiw

74

Lang-GönS

60

Rödgen

61

Beltershain

79

LangSdorf

91

RöthgeS

88

BerSrod

61

Lauter

79

RüddingShausen

82

Bettenhausen

91

Leihgestern

60

Ruttershausen mit

Beuern

61

Lich mit Hof Albach,

Kirchberg

62

Birklar

91

Colnhaufen und

Saasen mit Bolln-

Burkhardsfelden

61

Mühlsachsen

91

bach, Veitsberg

Climbach

61

Lindenstruth

79

und Wirberg

79

Daubrtngen

62

Lollar

62

Stangenrod

79

Dorf-Gill

91

Londorf

79

Staufenberg mit

Eberstadt mit

Lumda

79

Frtedelhausen

62

ArnSburg

91

Mainzlar

62

Steinbach

62

Ettingshausen

88

Münster

88

Stetnheim

86

Garbenteich

62

Muschenheim mit

Stockhausen

79

Geilshausen

79

Hof-Güll

91

Trais-Horloff

87

Gießen

62

Nieder-Besstngen

91

Treis a. d. Lda.

62

Göbelnrod

79

Nonnenroth

85

Trohe

61

Großen-Buseck

61

Obbornhofen

74

Utphe

87

Großeu-Linden

60

Ober-Besstngen

91

Villingen

85

Grünberg

79

Ober-Hörgern

74

Watzenborn mit

Grüntngen

91

Odenhausen mit

Steinberg

60

Harbach

79

Appenborn

79

Weickartshain

79

Hattenrod

91

Oppmrod

61

Weitershain

79

Hausen

62

Queckborn

79

Wieseck

62

Heuchelheim

60

Winnerod

61

Gießen, den 29. April 1899.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an das Großh. Polizeiamt Gießen und die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises

Auf vorstehende Bekanntmachung und insbesondere den letzten Absatz derselben weisen wir Sie noch besonders hin. v. Bechtold.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 1. Mai. Seine Königliche Hoheit der Großherzog werden am Mittwoch, 3. Mai, weder Audienzen erteilen, noch Meldungen entgegennehmen. Die Entgegennahme von Vorträgen findet am genannten Tage im Neuen Palais statt.

Darmstadt, 1. Mai. Ihre Königliche Hoheit die Groß­herzogi n empfingen gestern mittag Seine Exzellenz den Staatsminister Grafen v. Zedlitz und Trützschler, Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau, in Audienz. Seine Königliche Hoheit der Großherzog waren durch Unwohl­sein verhindert, denselben zu empfangen. Die Vertretung Allerhöchstdesselben bei der hierauf zu Ehren des Herrn Oberpräsidenten im Großh. Residenzschloß stattfindenden Hoftafel übernahmen Seine Großherzogliche Hoheit Prinz Wilhelm. An der Tafel, die 17 Gedecke zählte, nahmen die Spitzen der Militär- und Civilbehördeu, sowie die Großh. Hofstaaten teil.

Berlin, 1. Mai. Das deutsch-englische Ab­kommen. DieKöln. Bolksztg." läßt fich aus Berlin Folgendes schreiben: Unsere Beziehungen zu England haben sich in der letzten Zeit so merkwürdiggeklärt", daß man gespannt darauf sein kann, was nun aus dem deutsch­englischen Abkommen werden soll. Dies Abkommen ist seinem Inhalt nach noch nicht bekannt, jedoch soll es nach all­gemeiner Annahme Deutschland Zugeständnisse in Afrika einräumen, für die von englischer Seite nur verlangt werde, daß wir unsere schützende Hand von Transvaal zurückziehen sollen. Das Letztere ist inzwischen bekanntlich schon ge­schehen, ohne daß das Abkommen in Kraft getreten wäre, ja es hat den Anschein, als ob aus diesem Abkommen über­haupt nie etwas werden wird. Inzwischen verlauten aller­hand erbauliche Dinge über die Vorgeschichte der portugiesisch­englischen Verhandlungen. Einer der Geldmänner der portugiesischen Regierung, Bernays mit Namen, habe einen entscheidenden Einfluß auf den König von Portugal und bestärke ihn in der Vorstellung, daß er seinen Thron vor den Republikanern nur retten könne, wenn er Anlehnung an England suche und zu diesem Behuf auf den afrikanischen Kolonialbesitz verzichte. So wird hier in ersten politischen Kreisen erzählt. Im Bunde mit diesem Geldmann operiere ein Engländer von nicht minder bedeutender künstlerischer Veranlagung, Namens Wite, und Cecil Rhodes, der Napoleon Südafrikas. Dies Konsortium habe es sogar verstanden, eines schönen Tages auch einen ebenso englandfreundlichen, wie transvaalfeindliche» Artikel in ein deutsches, von der Regierung viel benutztes Blatt zu lancieren. Zu gleicher

Zeit habe auch ein Berliner Bankier dem Kaiser bei einem gelegentlichen Zusammentreffen lebhaft geklagt über die Chikanen, die die Transvaalregierung dem deutschen Handel bereite, und von diesem Augenblicke an habe der Umschwung der Anschauungen über Transvaal begonnen. Auf diese Weise sei der Boden bereitet worden, um zu jener Ver­ständigung mit England zu gelangen. Die deutsche Politik hat mit diesen Machenschaften selbstverständlich nichts zu thun. An uns trat nur die Frage heran, ob wir uns, da wir mit England wegen der Delagoa-Bai keinen Krieg führen können, mit England verständigen können, ohne unsere eignen Interessen preiszugeben die ja mit denen Trans­vaals nicht durchweg zusammenfallen. Wenn aber an diese» Machenschaften etwas wahres ist, so wäre es gewiß an­gebracht, in eine Nachprüfung des deutsch-englischen Ab­kommens einzutreten, was wir ja nach den neuesten Er­fahrungen mit aller Unbefangenheit thun können.

Vom Kaiser Wilhelm-Kanal. Wie die Tägl. Rundsch." hört, hat der königliche Oberfischmeister Hinkelmann anläßlich seiner letzten, Mitte April unter­nommenen Kanalfahrt behufs Versuchsfischerei auf dem Kaiser Wilhelm-Kanal auf der Strecke zwischen Bosau und Rendsburg zahlreiche Häringseier an den Steinen und Pflanzen des Kanal-Ufers entdeckt, wodurch die von ihm längst gehegte Vermutung, der Kanal sei ein Laichplatz für Häringe geworden, seine Bestätigung gefunden hat. Welchen Nutzen diese Thatsache für unsere Küstenfischerei haben wird, liegt auf der Hand, um so mehr, als der Kanal nicht be­fischt werden darf, sodaß die Fische in ihrem Laichgeschäft, nicht gestört werden.

lieber den Betrieb von Getreidemühlen ist durch Beschluß des Bundesrats bestimmt worden: 1) In Getreidemühlen ist den Gehilfen und Lehrlingen innerhalb der auf den Beginn ihrer Arbeit folgenden 24 Stunden eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 8 Stunden zu gewähren. Werden die Getreidemühlen ausschließlich oder vorwiegend mit Dampfkraft betrieben, so hat die un­unterbrochene Ruhezeit mindestens 10 Stunden zu betragen. Bei Betrieben mit regelmäßiger Tag- und Nachtschicht kann die Ruhezeit an Sonntagen, an denen Ausnahmen von den getroffenen Bestimmungen zugelassen sind, insoweit beschränkt werden, als die Durchführung des wöchentlichen Schicht­wechsels es erforderlich macht. Auf Getreidemühlen, in deren Betrieb man ausschließlich mit durch unregelmäßige Wasserkraft bewegten Triebwerken arbeitet und die nicht mehr als einen Gehilfen beschäftigen, können durch die untere Verwaltungsbehörde Ausnahmen von der vor­geschriebenen Ruhezeit an höchstens 15 Tagen im Jahre zugelassen werden. 2) Lehrlinge unter 16 Jahren dürfe» in Getreidemühlen aller Art nicht in der Nachtzeit vo» 8V2 Uhr abends bis 5>/z Uhr morgens beschäftigt werden. Als Gehilfen und Lehrlinge im Sinne der vorstehenden Bestimmungen gelten solche Personen, welche bei der Be­dienung der Mahlgänge beschäftigt werden. Dabei gelten Personen unter 16 Jahren, welche die Ausbildung zum Ge­hilfen nicht erreicht haben, auch dann als Lehrlinge, wenn ein Lehrvertrag nicht abgeschlossen ist. Die vorstehenden Bestimmungen treten am 1. Juli 1899 in Kraft.

Anstand.

Wien, 1. Mai. Mit Sicherheit war es vorauszusehen, daß die Kundgebungen in Eger gegen die tschechische Herausforderung im böhmischen Landtag von den Jung­tschechen zu einer großen tschechischen Haupt- und Staats­sache würde aufgebauscht werden. Das ist denn in der Thal auch erfolgt und zwar mittels einer Interpellation. Was ist denn nun aber in Eger eigentlich geschehen?! Zwei tschechische Advokaten aus Prag, die Herren Tieftrunk und Miricka, haben auf gemeinsame Verabredung die praktische Anwendung der Sprachenverordnungen in dem rein deutschen Eger erzwingen wollen. Beide Herren sprechen vorzüglich Deutsch, und obwohl die Angeklagten, welche sie wegen Ehren­beleidigung belangten, Deutsche waren, obwohl die Gerichts­sprache in Eger zweifellos die deutsche ist, verlangte Herr Tieftrunk, daß er seine Aussagen tschechisch abgeben, Herr Dr. Miricka, daß er fein Plaidoyer tschechisch halten dürfe. Die ganze Verhandlung erwies, daß es den beiden weniger um Erlangung des Rechtes, als darum zu thun war, eine Probe der tschechischen Errungenschaften auf reindeutschem Boden abzulegen. Auch der Unbefangenste wird zugeben müssen, daß die beiden Tschechen ein ungewöhnliches Maß von Halsstarrigkeit und herausforderndem Trotze entfaltet haben, um in Eger eine Art tschechischen GeßlerhuteS auf-