Ausgabe 
2.12.1899 Zweites Blatt
 
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als die vollständige Niederlage der Oranjeburen im Westen, dieses berichtet lediglich von einem heißen Kampfe, bei dem auf beiden Seiten heldenmütig gestritteu wurde, der aber unentschieden blieb. Noch anders gestaltet sich das Bild nach dem nun folgenden Telegramm:

Honeynest-Gtation, 29, November. Wir fanden -ir Buren nur roch morgens in ausgedehnter Stellung von «lokfontein, ihr Centrum bei Klipdrift bis Kolkleegte, deren Hauptkommando unter Cronje jenseits des Rttftusses und Modderflusses, mit schwerem Geschütz auf den zwischen beiden liegenden Kopjes oberhalb der Klipdrift und Roet- Padsdrift, mit dem linken Flügel an Kopjes bei Sevenfon- tein gestützt. Die Artillerie eröffnete gegen sechs Uhr mor­gens das Gefecht, während die Kavallerie die Burenposten vergeblich abzuschneiden versuchte. Gegen fieben Uhr at­tackierten die Garden in aufgelösten Zügen die Stellung deS Feindes vor Sevenfontein, die Infanterie dessen rechten Flügel, die Artillerie der Marinetruppen sein Centrum. Die Burenartillerie dezimierte die Angreifer furchtbar. Bis mittag stürmten die Garden vergeblich unter den schwersten Derlusten, besonders an Offizieren. Im Centrum demon- tierteu die Bnren zwei unserer Geschütze. Am nachmittag brachte Methuen sämtliche Reserven ins Feuer und brach Ätn sechs Uhr abends den unentschiedenen Kampf ab, ohne den Buren zu folgen, welche ihre Vorposten zurückzogen »nd Methuen in ihren Hauptpofitionen erwarteten. Die Duren kämpften den ganzen Tag in vollständig gedeckter Stellung, während die Engländer in brennender Sonne ohne Deckung angriffen und wahrscheinlich über zwanzig Prozent Tote und Verwundete hatten. Alle Offiziere der Marinebrigade find getötet, außer zweien; einzelne Garde­regimenter verloren über die Hälfte ihrer Offiziere. Ob Methuen morgen fähig ist, den Kampf fortzusetzeu, bleibt unentschieden. Cronje erwartet den Feind auf den Höhen von Spytfontein.

Hiernach muß der Tag den Engländern ungeheure Verluste gekostet haben. Lord Methuen schweigt über dieselben und weiß auch von denen der Buren nichts zu berichten, was man erfahrungsgemäß so deuten darf, daß die Engländer schwer mitgenommen wurden, während die Buren, wenn sie auch genötigt waren, weiter zurückzugehen, sich gut zu decken wußten und nur verhältnismäßig schwache Einbuße an Toten und Verwundeten hatten.

An welchen Punkten, und auf welche Weise im einzelnen der Kampf sich abgespielt hat, geht leider aus den vor­liegenden Telegrammen nicht mit Sicherheit hervor.

Auf keinen Fall kann das Londoner Kriegsamt von einer durchgreifenden Entscheidung, von einer Niederlage der Buren reden. Da es dies doch thut, kann es nur be­absichtigen, die öffentliche Meinung, weniger in England, wo die Wahrheit sich nicht lange verhüllen läßt, als in der Kapkolonie irrezuführen und dadurch zu verhindern, daß die Afrikander sich den Buren anschließen, und an ihrer Er­hebung teilnehmen, was das rasche Ende der englischen Hegemonie in Südafrika bedeuten würde.

Wenn übrigens amtlich gemeldet wurde, die gesamte Streitmacht der Buren sei geschlagen worden, so ist auch dies falsch. DieKöln. Ztg." erinnert daran, daß die burische Oberleitung nach diesem Teile des westlichen Kriegsschauplatzes eine verhältnismäßig kleine ZahlOranjer sie mag alles in allem höchstens 10,000 Mann betragen unter dem Befehl des TranSvaaler P. A. Cronje, des­selben Generals, der Jameson bei Krügersdorp gefangen nahm, abgezweigt hatte, um sich der Diamantenstadt Kim­berley und Mafekings zu bemächtigen. Eine Abteilung dieser Oranjer, in der Stärke von 3500 Schützen, war es, die dem von der Oranjeflußstation heranrückenden Entsatz­heere unter Lord Methuen, das mindestens 8000 Kämpfer zählte, entgegentrat.

Stimmung iu London; offizieller Kriegszustand.

Die heute eingetroffeneTimes" schlagen wieder einen zuversichtlicheren Ton an, als die vorangegangene Nummer; die Meldung des Generals Buller über die Lage in Natal hat sie mit neuer Hoffnung erfüllt. Diese Meldung zu entwirren, versucht sie freilich utcht ernsthaft; sie begnügt sich mit deren optimistischer Gesamthaltung.

Zu der offiziellen Mitteilung des zwischen Großbri­tannien und den südafrikanischen Republiken herrschenden Kriegszustandes durch die englische Regierung an die anderen Mächte führt sie aus, ganz dieselbe Haltung habe die Regierung zu Washington während des amerikanischen Sezessionskrieges beobachtet. Der Kriegszustand verlieh das Recht zur Durchsuchung und unter Umständen Weg­nahme von neutralen Schiffen, sobald die Kriegführenden genau angegeben seien. Auch gebe der offiziell erklärte Kriegszustand das Recht, die Wahrnehmung der Interessen der britischen Kriegsgefangenen dem Vertreter einer neutralen Macht anzuvertrauen. Die Transvaal­regierung habe dem amerikanischen Konsul Macrum das Recht hestritten, sich der englischen Kriegsgefangenen in Prätoria anzunehmen. Während des Krimkrieges haben aber die Vertreter Dänemarks in Rußland dieses Recht bezüglich der englischen Kriegsgefangenen ausgeübt, und 1870/71 die Vertreter Englands in Deutschland bezüglich der französischen.

Eine Rede Chamberlains.

Leicester, 30. November. Lord Chamberlain sagte in seiner gestern bereits telegraphisch kurz gemeldeten Rede, England habe direkt von dem Kriege nichts zu gewinnen. Wenn der Union Jack morgen über Trans­vaal und dem Oranje-Freistaat wehe, dann werde das einzige Ergebnis sein, daß dort gute Verwaltung, Gerechtig­keit und Gedeihen (?) herrschten. England kämpfe für Gerechtigkeit und Freiheit (?) und für die Achtung feierlich abgeschlossener Konventionen, (?) und endlich, um einem Angriff gegen die Oberherrschaft der Königin (!?) Wider­stand zu leisten, und um seine Stammesangehörigen gegen Ungerechtigkeit zu schützen. Man spreche von Transvaal als von einem schwachen Staate. In dem Augenblick, als der Krieg ausbrach, sei Transvaal aber der mächtigste Staat Südafrikas gewesen. Man müsse den Kriegsereig- «iffen mit Gleichmut folgen und bereit sein, eine Niederlage hinzunehmen, Siege dürfe man nicht Übertreiben, und mit

festem Vertrauen müffe man das Ende des Krieges erwarte«. Chamberlain erwähnte im Laufe seiner Rede, die Armee für Südafrika werde binnen kurzem auf 80000, vielleicht auf 90000, erhöht werden, und schloß, nachdem er die Haltung der Politik der Regierung im einzelnen verteidigt hatte: Was die Zukunft betrifft, werden gewiß nicht kleinliche Grundsätze die Haltung der Regierung bestimmen. Die Buren haben durch ihr eigenes Vorgehen eine ganz neue Lage geschaffen, die Konventionen zerrissen und uns eine unbeschriebene Tafel in die Hand gegeben, auf die wir niederschreiben können, was wir wollen. Jede Regierung, die es nochmals in die Macht der Republiken legen würde, ihre Jntriguen gegen die Vormacht zu erneuerns!) würde die Reichsinteressen verraten. Auf beiden Stellen, im Sudan und in Südafrika, hoffe ich, wird die Zukunft die Opfer rechtfertigen, die wir bringen muffen." * *

Telegramme desGießener Anzeiger".

London, 1. Dezember. Das Kriegsamt meldet, daß die Engländer in der Schlacht bei Modder River 2 Stabs­offiziere, 1 Hauptmann und 1 Leutnant an Toten und 2 Majore, 2 Hauptleute und 7 Leutnants an verwundeten Offizieren hatten. Unter den Schwerverwundeten befindet sich ein Graf Gleiche ein Sohn des verstorbenen Prinzen Viktor Hohenlohe-Langenburg. Auch der Oberbefehlshaber Lord Methuen wurde durch einen Schuß in den Oberschenkel leicht verwundet. Im ganzen betragen die Verluste der Engländer 500 bis 600 Mann.Daily Mail" erfährt aus Blokfontein, daß die Buren sich um Kimberley sammeln, um vereint Lord Methuens Truppen in der Nähe von Spytfontein gegenüberzutreten. Vor ihrem Abzüge zerstörten sie zwei Eisenbahnbrücken im Süden von Kimberley. Aus Queenstown wird vom 27. November gemeldet: Etwa tausend Buren marschieren in südlicher Richtung auf Steynsburg, um diese Stadt zu besetzen. Es wird eine Schlacht er­wartet. Die Exchange Telegraphen-Kompany meldet aus dem Lager Frere vom selben Tage: Heute morgen wurden mit den Vorposten der Buren Schüsse gewechselt. Dasselbe wird aus Pietermaritzburg berichtet. Bei Frere haben die Buren die Brücken zerstört. Das Kriegsamt drückt die Erwartung" aus, daß Ladysmith bald entsetzt sein wird. Seit dem 9. November habe es eine ruhige Zeit gehabt.

Aus Kimberley wird berichtet, daß die Gefechte zwischen der Garnison und den Belagerungstruppen täglich fortdauern. Dieselben haben bisher zu keinem Ergebnis geführt. Es wird festgestellt, daß die Buren seit Beginn des Krieges bei Kimberley 6000 Geschosse verbraucht haben, die Engländer dagegen noch keine 600.

Das Kriegsamt erhält ein Telegramm, welches aus Mafeking mitteilt, daß die Buren einen großen Teil ihrer Truppen von Mafeking zurückgezogen und nach dem Sudan gesandt haben. General Cronje habe nur einen kleinen Teil der Buren zurückgelassen und den Befehl gegeben, Mafeking unaufhörlich zu bombardieren.

Das Kriegsamt meldet, daß die Eisenbahn- und Telegraphen-Verbindung zwischen Kimber­ley und Modder River zerstör! worden ist.

DieTimes" veröffentlicht eine Zuschrift des Ka­pitäns des Transportschiffes Roslin-Castle, welche die Panik an Bord des Dampfers beschreibt, als die Nachricht einlief, daß ein von Transvaal abgesandter Kreuzer den Transportdampfer abzufangen be­absichtige. Der Dampfer machte einen Umweg von 160 Kilometer, löschte während dreier Tage alle Lichter an Bord und ließ 150 Mann auf Deck unter Waffen, um bei einem eventuellen Angriff schlagfertig zu sein.

Lokales und Dromiyieües.

Gießen, den 1. Dezember 1899.

* Landtagswahl. Gießen wird voraussichtlich binnen kurzem eine Neuwahl zum Landtag vornehmen müssen. Wir lesen heute in derFft. Ztg.": Der zum Notar ernannte Vizepräsident Metz, der Ver­treter Gießens im hessischen Landtag, hat sein Mandat niedergelegt." Bei der Art der Notariatsgeschäfte ist an der Bestätigung dieser Nachricht kaum zu zweifeln.

* Die Vorarbeiten der Hessischen Landes-Lotterie sind wieder um einen bedeutenden Schritt vorwärts gelangt. Es sind bereits drei Spielpläne in Vorschlag gebracht und zwar: Plan 1: 42000 Loose ä 176 Mk. mit 21000 Treffern im Werte von 5 962 750 Mk.; Plan 2: 33 000 Loose ä 176 Mark mit 11000 Treffern im Werte von 4758000 Mark; Plan 3: 30000 Loose ä 165 Mark mit 10000 Treffern im Werte von 4061250 Mark, eingeteilt in je 5 Klassen.

* *-k. Zur Hessischen Landes Lotterie. Wie wir aus Darmstadthören, sind, entgegen anderen kursieren­den Gerüchten, Hauptkollekteure für die Hessische Landeslotterie noch nicht ernannt und über­haupt in hiesiger Gegend mit noch niemand diesbezüglich endgiltige Abmachungen getroffen worden; auch wird das jetzige Feilbieten von hessischen Losen durch angeblich schon bestalle Kollekteure und deren Sammler von Großh. Lotterie- Direktion aufs entschiedenste mißbilligt.

Der Historische Verein für das Großherzogtum Hessen hält seine diesmalige zweite Monatsversammlung am Montag, dem 4. Dezember, abends G1/^ Uhr, im Hause der Vereinigten Gesellschaft in Darmstadt mit folgender Tages­ordnung ab: Vortrag des Herrn vr. M. Rieger über die Namen der Wochentage.

* * Die Ausgabe der neuen Briefmarken in den Werten bis zu 80 Pfennig wird zu Neujahr erfolgen, falls keine unvorhergesehenen Zwischenfälle eintreten. Die Reichs­druckerei hofft sogar, noch bis dahin die erforderlichen Vor­räte der Marke zu 1 Mark fertigftellen zu können, so daß auch diese gleichzeitig erscheinen wird. Die höheren Werte

zu 2, 3 und 5 Mark werden auSgegeben, sobald die nötige« Vorräte hergestellt sind. Doch dürfte sich die Ausgabe der Fünfmarkmarkc bis zum Juli hinausziehen. Die Ausgabe einer neuen Marke erfolgt nicht eher, als bis der Vorrat für drei Monate fertiggestellt worden ist. Ma« nimmt an, daß mindestens 100,000 Sammler sich auf die neuen Wert­zeichen stürzen werden. Nach Maßgabe der Statistik und dem mutmaßlichen Zuschlag für die Vermehrung des Be­darfs seit 1898 sind demnach etwa 750 Millionen Wert­zeichen auf einmal herzustellen, an Zehnpfennigmarken allein etwa 100 Millionen. Bis jetzt liegen in der Reichsdruckerei schon über 3«/2 Millionen Bogen oder 350 Millionen Stück fertig vor.

Ulfa, 30. November. Der Zimmermann Heinrich Fleischer wurde gestern beim Baumfällen von einem umstürzenden Stamm so unglücklich getroffen, daß er augenblicklich tot zusammen stürzte. Der Ver­unglückte, der ein sehr braver und fleißiger Mann war^ hinterläßt eine Witwe und zwei unmündige Kinder. Die Teilnahme an dem Unglücksfall ist allgemein.

Seligenstadt,30. November. Die hiesigeSpar­und Hilfst ässe", welcher etwa 800 Mitglieder angehören, wurde auf Beschluß der Generalversammlung mit Wirkung vom 1. Januar 1900 an im Sinne des neuen bürgerlichen Gesetzbuches in eine GenossenschaftSpar- und Hilfskasse, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht" umgewandelt. Das Wohnhaus der Herrn Dr. med. Kappen (früher dem Herrn Dr. med. Kleeblatt gehörig) ging durch Kauf um die Summe von 11575 Mk. in den Besitz der Andreas Bayer Witwe über.

Worms, 30. November. Der Großherzog wohnte, wie bereits gestern mitgeteilt, der großen Treibjagd bei Herrn Major Frhrn. v. Heyl in der Pfeddersheimer Ge­markung bei, und wurde den Enzinger'schen Fabriken, inmitten des Jagdreviers gelegen, wiederum die hohe Aus­zeichnung zuteil, von Sr. König!. Hoheit nebst Gefolge mit einem Besuche beehrt zu werden. Der Großherzog zeichnete den zur Begrüßung am Eingang zur Fabrik anwesenden Direktor Herrn Rübsam durch eine längere Unterhaltung, besonders aus und erkundigte sich während dieser aufs leb­hafteste nach den gemachten Fortschritten und Verbesserungen der Fabrik, besah sich die errichteten Neubauten und gab seiner Freude über die Entwickelung des Werkes beredten Ausdruck. Das lebhafte Interesse Sr. König!. Hoheit für alle Einzelheiten ist uns ein wiederholter Beweis dafür, welch großen Wert Se. Königl. Hoheit auf das Emporblühen der heimischen Industrie legt.

VIII. Hessischer Städtetag.

Bingen, 30. November.

Der interessante Gegenstand, der den heute in Bingen unter dem Vorfitz des Bürgermeisters Neff abgehaltene Städtetag be- schäfttgt, warDie Bekämpfung der Wohnungsnot in den Städten". Bürgermeister Köhler-Worms erstattete daS Referat. Das hessische Gesetz vom 1. Juli 1893 über die polizeiliche Beaus-- stchtigung von Mietwohnungen und Schlafstellen sei zwar ein wichtiger Schritt zur Lösung der Wohnungsfrage, aber dort unwirk­sam, wo es thatsochlich an geeigneten Wohnungen fehle. Die von den Städten selbst oder von gemeinnützigen Vereinen geschaffenen und unterhaltenen Wohnungsnachweise wirkten dankenswert und segensreich, würden aber nicht in dem gewünschten Umfange in An­spruch genommen. Die Privatbauthätigkelt sei nicht imstande, dem Mangel an billigen, den Grundsätzen d-r Hygiene entsprechende. Wohnungen genügend abzuhelfen. Deshalb müßten die «Städte an diesen Bestrebungen teilnehmen und sie finanziell unterstützen. Auf­gabe des Staates sei es, für die Arbeiter in staatlichen Betrüben Wohnungen zu bauen. Die Errichtung von Wohnungsämtern mürbe den Städten ein zielbewußtes, systematisches Vorgehen ohne die Ge­fahr der Uebereilung ermöglichen. Diesen Wohnungsämtern müßte das gesamte Angebot nach Wohnungen von einer gewissen Größe und einem gewissen Preise ab unter gleichzeitiger Angabe der Größe bür Wohnungen mitgeteilt werden. Die weiter zu statuierende Drr- pflichtung der Vermieter zur Anzeige über die Vermietung einer Wohnung und die Zahl der einziehenden Personen würde wichtiges M-»terial zur Frage der Ueberfüllung der Wohnungen schaffen. DaS Wohnungsamt könnte auch die WohnungSinspcktion übernehmen, die in den Händen der mit Arbeiten überhäuften und mit der Materie wenig mrtrauten unteren Polizeiorgane nicht gut aufgehoben sei. Die Städte könnten außerdem durch finanzielle Beteiligung bii Er­bauung von Arbeiterwohnungen, durch gemeinnützige Vereine und Aktiengesellschaften viel GuteS wirken. Korreferent Beigeordneter Jäger-Darmstadt meint, die Städte könnten bei dem Entwurf von Bebauungsplänen auf die Anlage von Kleinwohnungen möglichst frühzeitig Rücksicht nehmen und deren Ausführung durch geeignete Bestimmungen in Ortsstatuten begünstigen und erleichtern; ferner selbst geeignete Wohnungen bauen ober die Privatunternehmungen z. B. von Genossenschaften u. bergt, direkt unterstützen oder fich dabei in irgend einer Weise beteiligen. In Darmstadt habe die private Initiative dem Mangel an Kleinwohnungen nicht vollständig abhelfen können. Die Stadtverwaltung habe daher geglaubt, zunächst für einen Teil ihrer eigenen Bediensteten und Arbeiter auf diesem Gebiete etwas thun zu sollen und Projekte für die Errichtung von Kleinwohnungen an zwei verschiedenen Punkten der Stadt aus- arbeiten lassen. Nur für das eine Projekt könne die Stadt daS er- fordelliche Gelände alsbald bekommen, während bei der Ausführung des anderen Projekts das Bauterrain ohne Enteignungsoerfahren zu annehmbarem Preis vorausfichtlich nicht zu haben sein werde. Ueber das Bedülfnis fänden noch Erhebungen im einzelnen statt. Stadtverordneter Görtz-Mainz meint, das Wohuung^überwachungs- gesetz in Hessen habe die Not nicht gebessert, sondern gesteigert, bc es nur bte Benutzung von ungeeigneten Wohnungen verbiete, ohne für die Erbauung neuer zu sorgen. Es habe die Preise erhöht, die Konkurrenz verringert. Die Städte sollten die Bildung vo.: Bau­genossenschaften fördern, dagegen Polizttausficht und Wohnungsämter fortlassen. In Mainz habe man aus diesem Wege gute Erfahrungen gemacht. Stadtverordneter Ulrich-Offenbach will bestimmte all­gemeine Normen durch Reichsgesetz festgelegt wissen, die Ausführung im einzelnen sei dagegen Sache der Einzelstaaten und Kommunen. Wohnungsämter würden vorteilhaft wirken. Von der Plivatthätig- keit erwartet man nichts. Er empfiehlt die Ausarbeitung einer aus­führlichen Denkschrift, die dem nächsten Städtetag vorzulegen sei. Stadtv. Reinhart-Worms möchte, daß die Privatlhäliakeit mit der kommunalen und staatlichen Hand in Hand gehe. Redner ver­weist auf die Wirksamkeit der Stadt Frankfurt a. M. auf diesem Gebiet. Nach längerer Diskussion gelangt folgende, von Ober- bürgermeister {Safener empfohlene Resolution einstimmig zur An­nahme: .Der Städtetag nimmt die Anregungen, die durch die er­statteten Referate zur Hebung der Wohnungsnot gegeben sind, mit Dank entgegen und siebt es als eine der hervorragendsten Aufgaben der Städte an, den bestehenden Mißständen auf dem Gebiet des Wohnungswesens mit allen zulässigen Mittel abzuhelfen, insbesondere

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Meiningen, 30. General v. Heudu M Ä hrr nod) 2. Dezember btt Br nahm Heobuck, bam Brigade, und er w Beaugency, als die werden begann, dan Granatfeuer üb

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