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Zum Rhein-Maiu-Gautag in Mainz.
Der Vorstand des Rhein-Main Gauverbandes hat uns durch Vermittelung der Ortsgruppe Gießen deS Alldeutsche» Verbandes den Wortlaut sämtlicher am Sonntag abgegangener Drahtungen mitgeteilt, den wir hiermit wieder- geben.
Drahtung des geschäftsführenden Ausschusses an den Kaiser.
Ew. Majestät bringt der heute in Mainz tagende geschäftsführende Ausschuß des Alldeutschen Verbandes aus Anlaß der von Ew. Majestät genehmigten weiteren Vermehrung der deutschen Seekriegsmacht seine ehrftirchtsvolle Zustimmung und dankbare Huldigung dar.
Der Alldeutsche Verband hat seit 4 Jahren die Forderung einer starken Vermehrung der deutschen Seemacht in der Oeffentlichkeit vertreten und die Flottenvorlage'd. I. 1898 lediglich ali eine Abschlagszahlung betrachtet.
Nachdem die Ereignisse der zwei letzten Jahre die Unzulänglichkeit des gegenwärtigen Flottenbauplans weiter dargethan, hat unser Verband unbekümmert um Anfeindungen und Verspottungen von neuem den Kampf für weitere Flottenverstärkungen ausgenommen.
In diesem Bestreben hat am 30. August der Alldeutsche Verbands. tag zu Hamburg eine „beschleunigte Durchführung des bestehende« Flottenplanes und ieine neue aus die Schaffung einer den steigende« Seeinterefsen des Reiches entsprechenden Flotte gerichtete Vorlage" gefordert.
'i- So begrüßen wir Alldeutschen die weitausschauenden Worte, die Ew. Majestät zu Hamburg am 18. Oktober gesprochen, und in deren Erfüllung di« neue Flottenvorlage.
Wir geloben Ew. Majestät, unsere ganze Kraft für das große von Ew. Majestät begonnene Werk einzusetzen.
Wir vertrauen, daß das deutsche Volk an dem Ziele Ew. Majestät Mitarbeiten wird: der Schöpfung des I. Deutschen Kaisers, unser« ruhmreichen Landheere eine große deutsche Flotte an die Sette zu stellen.
Die Hauptleitung und der geschäftsführende Ausschuß des Alldeutschen Verbandes
Hasse.
Drahtung der Versammlung an den Kaiser.
Ew. Majestät danken viertausend zu einer öffentlichen Versammlun- vom Rhein-Main-Gau des Alldeutschen Verbands berufene deutsche Frauen und Männer dafür, daß von höchster Stelle aus unserem Volke der einzig gangbare Weg zur Erhaltung seiner Machtstellung und zur Wahrung seiner Lebensintereffen in klaren Umriffen vorgezeichnet wurde.
lehrenden, lebendigen, anschaulichen und oft höchst ergötz' liehen Schilderungen seiner Reisen und des Kameruner Lebens wohlbekannt. Die großen und schwierigen Aufgaben, die unserem deutschen Reiche für die Kultivierung und Zivilisierung jener Kolonie erwachsen, und an deren Lösung auch die Mission mit an erster Stelle beteiligt ist, erfordert die Teilnahme weitester Kreise unseres Volkes. Sie wachzurufen, soll auch dieser Vortrag dienen.
•* Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. In der Hauptversammlung am 30. Oktober, die im großen Saale des Gasthofs zum „Großherzog von Hessen" abgehalten wurde, gab der Vorsitzende zunächst eine Reihe von geschäftlichen Mitteilungen. Darauf wurde der bisherige Vorstand durch Zuruf wiedergewählt und das Vortrags-Programm für den Winter erörtert. Sodann hielt Herr Prof. Dr. Sievers einen kurzen Vortrag über die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Burenstaaten. Redner faßte den gegenwärtigen Vorgang, den Versuch Englands, sich der Burenstaaten zu bemächtigen, als das Endglied einer langen Reihe von Bemühungen auf, das niederländische Element in Südafrika durch das britische zu erdrücken und zu ersetzen. Er besprach die langsame Verdrängung der holländischen Kolonisten aus dem Kapland und Natal in den dreißiger Jahren, die Annektierung des 1842 entstandenen Oranje-Freistaats durch England 1847 bis 1854 »nd die Einverleibung des Transvaal-Staates in das englische Kolonialgebiet 1877 bis 1881 (1884), der erst ein für die Buren glücklicher Defensiv-Krieg 1880/81 ein Ziel fetzte. Bis zu dieser Zeit waren die Burenstaaten wirtschaftlich schwach, Viehzuchtstaaten mit geringer Bevölkerung und mäßigem Handel. Immerhin versandte der Oranjestaat anfang der 80 er Jahre alljährlich 22 bis 27 Mill. Pfund Wolle, der Transvaalstaat dagegen weit weniger. Um das Jahr 1870 begannen die Diamantensunde im Gebiete des Oranjestaates, die bereits 1871 zur Annexion des Kimberley-Distrikts durch England führten, dem Oranjestaate aber immer noch jährlich etwa 9 Mill. Mark einbringen. Eine noch größere Umwälzung fand in dem Transvaal seit 1882 durch die Goldfunde statt, zunächst an der Ostgrenze I auf den De Kaap Feldern bei Barbirten, wo sie Veran- lasiung zur Erbauung der Delagoa-Eisenbahn 1887 gaben, dann auf dem Witwatersrand, wo seit 1886 Johannesburg zu einer Stadt von über 100000 Einwohnern herangewachsen ist- Während alle südafrikanischen Häfen von 1871 bis 1888 nur Gold im Werte von 3% Mill. Mark ausführten, produzierte die südafrikanische Republik 1893 bereits für 116 Mill., und würde es ohne den Krieg 1899 auf über 400 Mill. Mark gebracht haben, wovon etwa 90 Prozent auf Witwatersrand kommen. Man schätzt den Wert des I hier noch vorhandenen Goldes auf 7154 Mill. Mark. I Französisches, englisches und deutsches Kapital ist in den Goldminen am meisten festgelegt; die Franzosen sollen angeblich 11/*, England l»/8, Deutschland % Milliarden Franken in Transvaalwerten angelegt haben, sodaß Frankreich und Deutschland zusammen das doppelte Kapital im Lande haben als England. Die Folgen des reichen Gold- I bergbaues waren zweierlei Art. Das Land nahm einen großen Aufschwung, es entstand ein Eisenbahnnetz, große I industrielle Unternehmungen, und die Einnahmen des Staates I Transvaal hoben sich von i y, Millionen Mk. in 1881 auf I 71 Millionen in 1895. Anderseits reizte der Goldreichtum I die Begehrlichkeit der Engländer und führte eine Menge I Fremde ins Land, die in dem etwas primitiven Staats- I wesen nach und nach größere Rechte verlangten. Diese I gewiß berechtigte Bewegung benutzte England zum Druck I auf die Südafrikanische Republik, der jetzt zum Kriege ge- I führt hat. ES wäre aber falsch, diesen als einen reinen I Raubkrieg zu betrachten, sondern es handelt sich um den I endgiltigen Austrag der Frage, welches nationale Element hie Vorherrschaft in Südafrika haben soll, das nieder- I ländische oder britische. Auch wir Deutschen werden von I diesem Kampfe nahe berührt, teils als Nachbarn der kämpfenden Parteien in Südwestafrika, dann weil voraus- I sichtlich viele Buren im Falle der Niederlage nach Deutsch- I Südwestafrika treffen werden, und endlich, weil wir mit I dieser Kolonie das einzige störende Element in der Aus- I breitung der englischen Herrschaft über Südafrifa sind. Darin liegt der Keim zu einem Konflift mit England. Hoffentlich läßt dieser aber noch recht lange auf sich warten; denn zurzeit fehlt uns noch das allernotwendigste, um einen solchen mit Aussicht auf Erfolg bestehen zu können, nämlich eine Flotte.
*• Feierabend für Lehrlinge. Am nächsten Sonntag, dem 5. November, abends 6 Uhr, beginnen wieder im alten I Rathaussaale die regelmäßigen Zusammenkünfte des „Feier- I zxbenbs für Lehrlinge". Derselbe bezweckt, jungen Leuten I in den Sonntagabendstunden von 6 bis 10 Uhr eine Stätte I fröhlichen Zusammenseins und edler Erholung zu bieten. I As Mittel hierzu dienen Gesellschaftsspiele aller Art, gute I Unterhaltungslektüre, von Zeit zu Zeit Vorträge, Auf- I sührungen 2c. Endlich ist eine Bibliothek zur kostenlosen I Benutzung vorhanden, aus der Bücher für die Woche aus- gegeben werden. Der Feierabend — derzeit unter der I Leitung des Pfarrer Dr. Grein — besteht nun schon eine I längere Anzahl von Jahren und erfreut sich in jedem Winter I »on neuem eines sehr zahlreichen Besuchs; die Zahl der Besucher an einem Sonntag schwankt zwischen 50 und 120. I tm ganzen verkehrten daselbst im letzten Winter 141 junge £cute. Die Lehr- und Dienstherren unserer Stadt feien hierdurch noch besonders gebeten, ihre Lehrlinge aus diese gute Einrichtung aufmerksam zu machen und sie zum Besuch I derselben zu veranlassen.
** Heber das vom Saalbauverein zum Konzert für I den 2. November gewonnene Quartett Übel schreiben die I »Hamburger Nachrichten": Es gibt eine sehr komische L Zeichnung von William Hogarth : „The laughing audience“ I — Das lachende Parterre, ein Blatt, auf welchem alle : Grade der Heiterkeit, vom stillen Schmunzeln bis zum | ।
I prasselnden, dröhnenden Gelächter dargestellt find. An ‘ I dieses Hogarth'sche Bild erinnerte ich mich, als ich das , lachende Parterre schaute, das den Vorträgen des Udel- > I Quartetts aus Wien lauschte. Ein Rausch von Heiterkeit I I und Lachen schien sich auf die tausendköpfige Versammlung : I herniedergesenkt zu haben; der harmlose Witz, der behag-
I liche Humor, der köstliche parodistische Zug, die feine I musikalische Art ihres Gesanges, die hinreißende Originalität ihres Vortrages, kurz alles das, was dem Udel-Quartett
I die besondere Physiognomie gibt, überkam mit seiner befreienden und lösenden Gewalt die Herzen der Zuhörer,
I und sie lachten und waren beglückt, daß sie noch so herzhaft lachen konnten. Die musikalischen Allotria, welche die
I Herren deS Mel-Quartetts treiben, zeichnen sich durch einen gewiffen genialen Schwung aus; in ihrer Art find die Leistungen des Udel-Quartetts klassisch: Es ist nicht nur das Relief von Komik, das an ihrer Kunst so sehr in die
I Augen fällt. Komische Leistungen sieht und hört man ja I auch in den Chantants und den Operettentheatern und wie I die Tempel alle heißen mögen, in denen die Musen möglichst unbekleidet sich offenbaren. Die Leistungen des Udel-
I Quartetts aber tragen einen musikalisch-künstlerischen Cha- I rafter: musterhafte Deklamation, eine tadellose Reinheit der Intonation, ein ausgezeichnet schönes und klangvolles Piano
I und weicher Wohllaut der Tongebung gereichen ihnen zur I Zierde. Was uns gestern die Wiener Gäste bescherten, I war erquickend wie Mairegen oder, besser gesagt, war er- I frischend wie Champagner, ein Gleichnis, das allen denen I gewidmet sei, die Champagner höher stellen als den schönsten Mairegen. Einzelne Nummern entfesselten einen wahren
I Qrkan von Gelächter, und die bloße Erinnerung an die ungeheure Komik, die das Udel-Quartett hier entfaltet hat,
I bringt das Zwerchfell von neuem in Aufruhr. Als köstliche I Leistung trat neben dem reizenden, gemütvollen Solovortrag des Herrn Udel — „Spatz und Spätzin" — das parodistische Quartett „Der Tod des Verräters" von Peter Cornelius hervor, ein Stück, in dem mit überlegenem Humor Opernensembles von jenem Zuschnitt verspottet werden, wie sie in der italienischen und französischen seriösen Oper gäng
I und gäbe waren. Man verließ das Konzert, von Humor und Geist durchtränkt und herzlich dankbar gegen die Wiener Gäste, die mit der Gottesgabe ihres Humors die Menschen
I und die Welt zu erfreuen nicht müde werden. F. Pfohl.
** r Stadttheater. Der beispiellose Erfolg, den das „Weiße Rössel" auf fast allen Bühnen erzielte, hat es den Herren Blumenthal und Kadelburg schwer gemacht sich von den dem ganzen hiesigen Theater- I Publikum lieb und vertraut gewordenen Herrschaften, die i
I "Weißen Rössel" so lustig agieren, zu trennen. Die Kinder ihrer Muse und Muße sind den Verfassern ans Herz gewachsen und so kamen sie auf den nicht unglücklichen Gedanken, die lustigsten von ihnen in einem zweiten Stück zu verwerten — verwenden wäre wohl richtiger gesagt. „Als ich wiederkam" betitelt sich das dreiaktige Lustspiel und ist eigentlich eine Fortsetzung des „Weißen Rössels". Rechtsanwalt Siedler und seine Frau, geborene Giesecke, rüsten sich zur Sommerreise, von der sie mehr Gelegenheit zum „Alleinsein" erhoffen, als von ihrem Daueraufenthalt in Berlin, wo ihnen der allzu liebreiche Schwiegervater I ledes tete ä tete mißgönnt. Sie wollen an's Nordkap, der I alte Giesecke ebenfalls, durch eine List suchen sie ihm zu entgehen und reisen heimlich in's Salzkammergut zum
| „Weißen Rössel". Aber der Schwiegerpapa, der diesmal I auf die Gesellschaft der Tochter und den Skat mit dem I Schwiegersohn verzichten will, reist ebenso heimlich gleicherweise in's „Weiße Rössel", so daß sich dort wieder die Gäste I des vorigen Sommers treffen: dieselben und doch verändert. Giesecke geht auf Freiersfüßen, eine junge Malerin hat's ihm angelhan, aber auch ein junger, fescher und gemütlicher I österreichischer Husarenlieutenant findet Geschmack an der jungen Dame und trägt natürlich den Sieg davon. Das ist I in kurzen Zügen die ziemlich dünne Handlung des Lust- I spiels. Die Figuren sind sämtlich zu bekannt — und I nicht nur aus dem „Weißen Rössel" — um großes Interesse zu erregen, aber man lacht, und wahrschein- I Uch die Verfasser auch. Die letzteren sind viel zu gewiegte Kenner der Bühne und des herrschenden Geschmacks, viel zu gewandte Praktiker, als daß sie etwas lieferten, das I in der Wirkung völlig versagte. Mit einem guten Theater- I erfolg ist aber ihr Zweck wohl erreicht. Von einem littera- rischen, künstlerischem Werte ihrer Produkte kann ernsthaft nicht die Rede fein. Auch in der Fortsetzung des „Weißen Rössels" werden so und so viele im voraus fertige Possenscherze in notdürftigen äußerlichen Zusammenhang gebracht und der Lustspielabend ist fertig. Gelacht wurde denn auch tüchtig, und die Heiterkeit des Publikums wirkte mehrere Male gefahrdrohend auf die Darsteller, die über den blühenden Unftnn oft selbst lachen mußten. Es wurde flott und sicher gespielt; auch die Rollenverteilung war eine dem Spezialfach der Darsteller angemessene. Auf die Einzelleistungen der letzteren kommen wir noch zurück. Leider war die Vorstellung, die der Direktion nicht unerhebliche Tantiöme- unkosten verursacht, nicht so gut besucht, als man hätte erwarten sollen. Die „erhöhten Preise" werden wohl der Hauptgrund für die klaffenden Lücken des Parketts und der Galerie gewesen fein. Die Darstellung ist, wie gesagt, für eine kleinere Provinzbühne eine ganz brauchbare, und so hoffen wir, daß der vortreffliche Vertreter der Haupt- I roöe des Stückes, Herr Direktor Helm, nach der ersten I Wiederholung beim Kassenrapport in Wirklichkeit sagen kann: „Del Geschäft ist richtig."
•• Unsere Sammlung für die Ueberschwemmten in Sud. dentschland hat im ganzen 542.66 Mk. ergeben. Die Restsumme von 7 Mk. ist am 25. Oktober nach München abgegangen. Die letzten Eingänge finden unsere Leser an gewohnter Stelle. Wir schließen hiermit die Sammlung, I indem wir gleichzeitig allen Gebern im Namen des Münchener Centralkomitees unseren besten Dank aussprechen.
Polizeibericht. Gestern abend gegen 7 Uhr wurde I der Händler Wilhelm Brück im Tiefenweg von einem geschobenen Kinderwagen angefahren, sodaß er zur Erde fiel und einen doppelten Beinbruch erlitt. — Drei Fuhrleute, welche einem Zuge der Bieberthalbahn an der Rodheimerftraße dahier auf wiederholtes „Achtungs- fignal" nicht auswich en, wurden zur Anzeige gebracht. „ ** 3° der ev. Kirche zu Klein Linde» wird Sonntag den
5. November, 3 Uhr präcise, der blinde Organist und Sänger ans der Wiesche, Mülheim, einer der bedeutendsten Orgelvirtuosen der Zeit, mit der Oratoriensängerin Frl. Wente, Hannover, ein geistliches Konzert geben, wozu ei» äußerst gewähltes Programm vorliegt. Nm allen den Besuch zu ermöglichen, wird nur ein geringes Eintrittsgeld erhöbe». Da beide Künstler vorzügliches leiste», dürfte auf eine reiche Beteiligung zu hoffen fein. Herr a. d. W. ist blind geboren | und befaß sieben blinde Geschwister.
Klei» Gerau, 30. Oktober. Gestern abend um ®/410 U^r brach in der vor einigen Jahren neuerbauten Hof- raite des Landwirts Reinheimer dahier mitten in der Scheuer, wo der Dreschwagen stand, Feuer aus. Die Scheuer selbst war bis obenhin mit Frucht gefüllt, welche von heute an gedroschen werden sollte. Die Frucht bot dem Feuer reichliche Nahrung, so daß Scheuer und Stallung bis ans Haus eingeäschert wurden. An Vieh sind die Hühner, dem Vernehmen nach auch Schweine verbrannt. Dem schnellen, thatkräftigen Eingreifen der Groß-Gerauer, sowie auch der hiesigen Feuerwehr und Einwohnerschaft ist es zu verdanken, daß bei dem jetzt herrschenden Winde dem entfesselten Elemente Einhalt geboten wurde. Neber die Entstehungsursache ist bis jetzt noch nichts bekannt. Der Dreschwagen und die Fruchtvorräte sind versichert.
(„N. H. B.")
Mainz, 31. Oktober. Gestern wurde hier ein gewisser Steinebach ans Wiesbaden wegen eines in einer Wohl- thätigkeitsanstalt in Mannheim verübten Silber - diebstahls verhaftet.
Frankfurt, 30. Oktober. Der Tod auf der Reise. Heute nachmittag um 2 Uhr starb im Hauptbahnhof plötzlich am Herzschlag der Londoner Advokat Archibald RogerS. Er wollte sich von einer längeren Nauheimer Kur nach seiner Heimat zurückbegeben. Fran Rogers löste gerade die Fahrkarten, als ihr Gatte tot znsammenstürzte. Der Der storbene war 65 Jahre alt.
Wiesbaden, 31. Oktober. Ein räuberischer Ueber« fall ist in der verflossenen Nacht auf einen Mann aus Kiedrich verübt worden. Derselbe hatte hier Geschäfte z» besorgen und geriet danach in irgend einem Wirtshaus in böse Gesellschaft. Seine Zechkumpane hatten bemerkt, daß der Mann Geld hatte, und lockten ihn, als er ziemlich betrunken war, in die Gegend der Blücherschule, woselbst sie chn zu Boden schlugen und ihm seine ganze Barschaft vo» 63 Mk. raubten. Die Räuber waren bereits im Dunkel der Nacht verschwunden, als der Beraubte einen Schutzmann traf. Da er völlig mittellos war, wurde ihm für bie Nacht Obdach im Polizeigefängnis gewährt. Heute vormittag sind ihm verschiedene verdächtige Individuen vorgestellt worden; doch vermochte der Beraubte keinen als de» Thäter zu bezeichnen. Er ist wegen seiner Trunkenheit auch gar nicht in der Lage, sich darauf zu besinnen, wo er gestern überhaupt gewesen ist.
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