Ausgabe 
2.9.1899 Zweites Blatt
 
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Kskates und UrsvmMes.

gesegnetes

selten be- Stadt ist aber eine

Hauptmann Dreyfus sei schuldig, er wäre ein Schurke und Spion. Diese Erzählung beruhe mit allen ihren weiteren Zusätzen auf freier Erfindung, die um so plumper sei, als er, Bronsart v. Schellendorf, englisch überhaupt nicht spreche.

Politische Beamte als Parlamentarier.

Wie derReichsanzeiger" mitteilt, hat die königlich preußische Staatsregierung heute nachstehenden Erlaß an die sämt­lichen Ober-Präsidenten gerichtet: Die königliche Staats­regierung hat zu ihrem lebhaften Bedauern die Wahrneh­mung machen müssen, daß ein Teil der Beamten, welchen die Vertretung der Politik Seiner Majestät des Königs und die Durchführung und Förderung der Maßnahmen der Regierung Seiner Majestät obliegt, sich dieser Pflicht nicht in vollem Maße bewußt ist. Nicht nur die höheren poli­tischen Beamten, sondern auch die königlichen Landräte dürfen sich in ihrer amtlichen Thätigkeit nicht durch die Stimmungen ihrer Kreise und die Meinungen der Bevölke­rung über die Maßnahmen der Regierung Seiner Majestät - . -. - . , o ,M.

beirren lassen; sie sind berufen und verpflichtet, die ihnen | vielfach zu wünschen übrig. Die Ernte von manchen Korn­bekannten Anschauungen derselben zu vertreten und die

© Vom Lande, 31. August. Die Erntearbeiten sind jetzt fast allerorts beendigt. Das überaus günstige Erntewetter ermöglichte es, daß der reiche Segen auch gut eingebracht werden konnte, was bekanntlich für die Qualität des Getreides von großem Vorteil ist. Der Körnerertrag ist durchschnittlich gut; nur derjenige des Roggens läßt

Hamburg, 31. August. Die 200 Teilnehmer am all­deutschen Verbandstage haben sich mittelst Extra­zuges nach Friedrichsruh begeben, um in der dortigen Gruft-Kapelle eine Trauerfeier abzuhalten und Kränze niederzulegen.

| Gemünd, kauft 50 Waggon Mostobst. G. Heilemann, Dreherei und Handlung, Wendlingen Station Unterboihingen, Württemberg, kauft 30 Waggon Mostäpfel. Peter Ers­feld, Halfterfähre bei Eitorf, kauft 800 Ctr. Birnen zum Dörrn. Aaron Kahn, Rheinbischofsheim, Baden, kauft einige Waggon Zwetschen zum Brennen. St. Joggerst, Straßburg, Elsaß, Knoblochgasse 9, kauft 1000 Gentner Zwetschen, 100 Waggon Tafel- und Mostobst, 20 Waggon Einmachbirnen. Joh. Wilh. Kolk, Kripp a. Rh., kauft [ große Posten Süßäpfel' und Birnen. Nie. Sahl, Darm­städter Hof, Rüdesheim a. Nh., kauft Koch- und Tafeläpfel, Birnen, Zwetschen. v. Derschau, Auerbach, Hessen, kauft gedörrte Zwetschen. - Bloch Freres, 1 Place d'Armes, in Ostende, kaufen Zwetschen. F. A. Kantner, in Wilster, kauft Aepfel, Birnen, Zwetschen. L. Seegers Delikatessen­handlung, Osterode a. Harz, kauft Aprikosen, Pfirsiche, Trauben, Aepfel, Birnen. I. I. Rettinger, Wachenheim, Rheinpfalz, kauft einige Waggon Mostobst. M. Böckler, Zollhaus, Nassau, kauft Preisselbeeren. Aug. Busch, Obsthändler, Mannheim, kauft Preisselbeeren und Zwetschen. Karl Rudi, Frankfurt a. M., Hotel Jacobi, kauft 100 bis 150 Waggon Mostäpfel und Mostbirnen gegen Kassa. Wilh. Mundinger, Unteröwisheim, Baden, kauft Mostäpfel und Mostbirnen. F. Schmutz, Hotel römischer Kaiser, Freiburg i. B., kauft Aepfel, Birnen, Zwetschen. Ehr. Rall, Neckarsulm, Württemberg, kauft einige Waggon sauere Mostäpfel. H. Menninger, Obsthändler, Andernach a. Rh., kauft Aepfel, Birnen, Zwetschen. Karl Noll, Sattler in Hugsweiler, bei Lahr, Baden, kauft Tafelobst. A. Faller, Wertheim a. M., kauft 10 Waggon Mostäpfel. Konrad Beck, Obsthändler, Frankfurt a. M., Markthalle, kauft Zwetschen, Aepfel, Birnen. Obstdurch- schnlttspreise den 28. August 1899. (Die Preise ver­stehen sich bei sofortiger Lieferung). Himbeeren der Gentner Mk. 24, Mirabellen 40, Pfirsiche 45, Trauben 40, Reine- klauden 27, Frühbirnen je nach Sorte 12 bis 18, Früh­äpfel je nach Sorte 10 bis 16, Frühzwetschen 20, Brom­beeren 16.

? Vom Lande, 31. August. Durchaus nicht gegnet man der Redensart: Das Leben in der

Neisse, 31. August. In der heutigen dritten und letzten geschlossenen Generalversammlung des Katholikentages wurde als Ort für den nächsten Katholikentag Bonn gewählt.

x Grünberg, 31. August. Hier und in den umliegenden Ortschaften rüstet man sich zum Empfang der morgen mit Sonderzügen hier eintreffenden zahlreichen militärischen Gäste, die während 3 Wochen, bis zum 20 September, unsere Gegend beleben werden. Den Landwirten ist Ge­legenheit geboten, ihre Produkte wie Heu, Stroh und Kar­toffeln an das hier vom 6. September an zu errichtende Manöver-Proviantamt abzusetzen.

§ Aus dem Ohmthale, 31. August. Die Grummet­ernte ist in vollem Gange. Das Grummetgras steht im astgemeinen recht gut. Nur die Wiesen auf trockenen Lagen haben geringeren Graswuchs, weil der Regen zu spärlich fiel. Regen zurzeit der Ernte will man aber auch nicht. Der Preis des Grummetgrases bei den jetzigen Versteigerungen ist ein recht billiger. Dessenungeachtet betrug der Erlös für Grummetgras auf den Domanialwiesen der Gemarkung R. mehr als im vorigen Jahre. Das Wetter zur Grummet­ernte ist zwar nicht beständig genug, aber es mangelt auch nicht an Sonnenschein und Wärme. An Dörrfutter fehlt es für den kommenden Winter ebensowenig wie im vorigen Jahre. Die Scheunen werden nicht blos von Futter und Stroh voll, nein, sie vermögen den Segen des Feldes und der Wiesen nicht alle zu fassen. Die Strohhaufen bei den Dörfern künden das.

Schotten, 31. August. Unser Postgebäude scheint jetzt endlich bald in Angriff genommen zu werden. Das Grundstück des Herrn Hch. Ad. Pröscher an der Gederner Ghaussee ist von Herrn Bauunternehmer^Winn-Gießen er­worben worden, der den Bau unseres neuen Postgebäudes übernommen hat.

Offenbach, 29. August. Herr Baurat Raupp, der 35 Jahre an der Spitze des hiesigen Stadtbauamts ge­standen und vor einiger Zeit zum Beigeordneten gewählt wurde, ist durch den Herrn Oberbürgermeister in sein neues Amt eingeführt worden. Die kürzliche Mitteilung, daß Herr Beigeordneter Justizrat Dr. Weber sein Amt aus Gesundheitsrücksichten niederzulegen beabsichtige, ist dahin zu berichtigen, daß nicht Herr Justizrat Dr. Weber, sondern Herr Privatier Weber gemeint ist.

*t Frankfurt a. M., 28. August. Eentralstelle für Obstverwertung und Obst-Markt-Komitee Frankfurt a. M. Nachfragen. R. I. Mayer, Schwäb.

teurer als auf dem Lande. Diese Meinung ist grundfalsche und sie kann nur jemand eigen fein, der die einschlägigen Verhältnisse nicht kennt. So wird sie oft auch zur Begründung des besseren Gehaltes der Lehrer in den Städten gegenüber ihren Kollegen auf dem Lande angewandt. Unter denselben Voraussetzungen ist Ihatsächlich das Leben auf dem Lande teurer, als in der Stadt. Wenn es trotz­dem auf dem Lande weniger kostet, so liegt die Ursache oes weniger lediglich in dem schlechteren, genügsameren Leben hier. Würde man auf dem Lande so leben wollen, wie in der Stadt, so müßte man hier entschieden größere Ausgaben machen, als in der Stadt; würde man aber in der Stadt so frugal leben, wie auf dem Lande, so würde das Ersparnis ein so großes sein, wie man es auf dem Lande des schlechteren Einkommens wegen einfach nicht erzielen könnte. Für ein Pfund Wurst gewöhnlicher Sorte zahlt man auf dem Lande 80 Pfg., in der Stadt 60 bis 64 Pfg. Das Pfund Rind­fleisch kostet auf dem Lande 64 Pfg., in der Stadt (Frank­furt a. M.) 60 Pfg., Kalbfleisch ist auf dem Lande in gleichem Verhältnis teurer; nur das Schweinefleisch zeigt ein umgekehrtes Preisverhältnis. Brod bleibt sich im Preis­verhältnis zwischen Stadt und Land gleich. Milch und Butter sind nicht nur auf dem Lande seit der Gründung der Molkereien teurer, sie sind auch seltener zu bekommen. Eier halten sich im Preise gleich denjenigen in den Städten, weil man sie eben vom Lande nach der Stadt trägt. Weit würde die Aufzählung der vielen anderen Preise für Lebens­mittel, die alle als Beweis unserer Behauptung dienen könnten, den Rahmen dieser Notiz überspringen, die an- gezogenen genügen auch, die Haltlosigkeit der Meinung vom billigeren Leben (unter gleichen Voraussetzungen) auf dem Lande darzuthun.

äckern, die besonders vom Hagelwetter mitgenommen wurden, ist sogar so gering, daß die für das Schneiden und Aus- dreschen aufgewandte Mühe sich kaum lohnte. Der Stroh­ertrag ist dafür umso reichlicher. Allenthalben türmen sich auf den Feldern die Strohhaufen auf, da alle Scheunen und Böden nicht ausreichen, die Vorräte zu bergen. Jetzt ist man eifrig mit dem Grummetmachen beschäftigt. Hält .die gute Witterung noch einige Zeit an, so dürfte sowohl Menge, als auch Güte des Grummets voll befriedigen. Auch die Kartoffeln haben sich recht gut entwickelt und lassen eme gute Ernte erhoffen, Das Jahr 1899 dürfte somit unseren Landwirten als ein in jeder Hinsicht noch lange in Erinnerung bleiben.

Vermischtes.

I * Wiesbaden, 31. August. In verschiedenen hiesigen Tapetenhandlungen sind neue originelle Tapeten von Fr. Fischbach ausgestellt, welche auf lithographischem Wege von der Mainzer Verlags-Anstalt und Druckerei ausgeführt sind. Sie sind abwaschbar, schimmern wie Goldbrokat und werden besonders von Architekten bevorzugt.

* Berlin, 31. August. Schutzleute sollen, wie die Nationalzeitung" meldet, in größerer Zahl zum Herbst bei der Berliner Polizei eingestellt werden. Ein Teil der Unteroffiziere, die ihre Kapitulation nicht wieder erneuert haben, wird nun im Sicherheitsdienst der Reichshauptstadt Verwendung finden. Seit Jahren macht sich ein fühlbarer I Mangel an Personal für die Schutzmannschaft bemerkbar. Aus diesem Grunde wurde vor einigen Jahren von dem Grundsätze, daß zur Einstellung in der Schutzmannschaft der Besitz des Eivilversorgungsscheines Bedingung sei und nur eine neunjährige Militärdienstzeit die Qualifikation zum Polizei-Unterbeamten gewähre, abgegangen. Der Grund des Fehlens von Anwärtern liegt darin, daß die Beamten bei ziemlich hohen Anforderungen bezüglich der Gehalts­verhältnisse ungünstiger gestellt sind als das Personal anderer Behörden.

* Lübeck, 28. August. Der Bau des Elbe-Trave- Kanals, der im Frühjahr nächsten Jahres beendet fein soll, schreitet rüstig vorwärts. Die in Lübeck selbst not. wendig gewordenen großen Brückenbauten sind bis auf zwei bereits dem Verkehr übergeben; die Fertigstellung der an­deren ist in Bälde zu erwarten. Auch von hier bis nach Lauenburg ist der Kanal auf großen Strecken fertig und befahrbar. Die Erdbewegungen sind zum größten Teil be­endet, es fehlen nur noch die Anschlüsse bei den Schleusen. Die Eröffnung des Kanals dürfte zum 1. April 1900 sicher zu erwarten fein.

Begnadigt hat der Kaiser, wie aus Metz berichtet wird, den Leutnant Schlickmann, der den Mühlenpächters- sohn Fillement anfangs Januar im Duell erschoß. Der Begnadigte hat von seiner Festungsstrafe bisher sechs Monate verbüßt.

* Die Meldungen junger Mädchen, welche nach Südwest­afrika übersiedeln wollen, sind so zahlreich bei der Deutschen Kolonialgesellschaft eingelaufen, daß der vorläufige Bedarf gedeckt ist. Weitere Bewerbungen sind daher zur Zeit zwecklos.

* Eine wichtige Neuerung für Eisenbahnen ist neulich zum erstenmale an einem Zuge der Londoner Stadtbahn erprobt worden. Es handelt sich um einen Apparat, der dem Zug­führer die Möglichkeit giebt, durch Bewegung eines Hebels von seinem Abteil aus alle Thüren des Zuges zu schließe«. Der Apparat, der die Bezeichnung Fraser Eisenbahn- thür-Kontroller führt, wird durch komprimierte Luft betrieben, die nach unter dem Wagen befindlichen Eylinder« hingepreßt wird. Durch eine Kombination von Hebeln und Federn schließen sich dann die offenen Thüren von selbst, und zwar geht dies so allmählich vor sich, daß keine Ver­letzungen von Passagieren vorkommen können. Wenn z. B. jemand die Hand oder einen Finger zwischen die Thürsug halten würde, so würde er keine Quetschung davontragen, sondern die Thüre würde einfach nicht ganz schließen, bis das Hindernis beseitigt ist. Der Apparat kann in Ver bindung mit der Lustbremse gesetzt oder durch eine besondere Luftpumpe betrieben werden. Besonders für die Verhält­nisse der Berliner Stadt- und Vorortbahnen würde die Neuerung ohne Zweifel von größtem Werte sein, da jetzt immer so und so viele Beamte zur Verfügung stehen müssen, um das Schließen der Thüren zu überwachen.

* Ein außerordentliches Duell, bei dem mit zwei Loko­motiven gekämpft wurde, fand letzten Samstag in den

Durchführung ihrer Politik, insbesondere in wichtigen Fragen, zu erleichtern und das Verständnis für dieselben in der Be­völkerung zu erwecken und zu pflegen. In allen Bezieh­ungen, in welche sie durch ihre amtliche Stellung mit dem öffentlichen Leben gebracht werden, haben sie sich gegen­wärtig zu halten, daß sie die Träger der Politik der Regie­rung Seiner Majestät sind und den Standpunkt derselben wirksam zu vertreten haben, unter keinen Umständen aber auf Grund ihrer persönlichen Meinungen die Aktion der Regierung zu erschweren berechtigt sind. Sie würden im anderen Falle durch ihr Verhalten die Autorität der Staats­regierung schwächen, die Einheitlichkeit der Staatsverwaltung gefährden, ihre Kraft lähmen und Verwirrung in den Ge­mütern Hervorrufen. Ein solches Verhalten steht mit allen Traditionen der preußischen Verwaltung im Widerspruch, und kann nicht geduldet werden. Wir vertrauen, daß cs genügen wird, die politischen Beamten hierauf mit Ernst und Bestimmtheit hinzuweisen, und hoffen, daß nicht wieder ein Anlaß geboten werden wird, weitergehende Maßregeln zu treffen.

Berlin, den 31. August 1899.

Das Staats-Ministerium. Fürst zu Hohenlohe.

Die Schlußwendung deutet darauf, hin, daß diesmal von weiteren Maßregelungen Abstand genommen werden soll. Hiernach würde Professor Jrmer das einzige Opfer bleiben. Das ist sehr bezeichnend! Wenn die Regierung der in obigem Erlaß niedergelegten Auffassung Ausdruck geben wollte, so hätte sie auch wirklich durchgreisen und die ja allerdings unausbleiblichen üblen Folgen, die Ver­schlechterung der Aussichten für' die Vorlage, in den Kauf nehmen müssen. Diese Konsequenz hat sie wohlweislich nicht gezogen. Warum dann aber gerade ein Beamter des Kultusministeriums der einzige sein mußte, der wegen einer fein Ressort gar nicht berührenden Abstimmung daran glauben mußte, ist schwer einzusehen. T. R.

M.P.C. Berlin, 31. August. Bei Besprechung der Kanalfrage ist neuerdings ganz außer Betracht geblieben, | daß die Gegnerschaft des Mittellandkanals sich außer aus den ostelbischen Landwirten auch aus den schlesischen In­dustriellen und vor allem aus den Vertretern der Saar­industrie zusammensetzten. Es handelte sich thatsächlich vielmehr um einen Kampf Krupp contra Stumm als um einen solchen der Industrie gegen die Landwirtschaft.

M.P.C. Immer aufs neue lassen sich Stimmen Der* nehmen, die dazu raten, Deutschland thue besser, statt mit England Verträge abzuschließen, sich mit Rußland gut zu stellen. England würde uns um so leichter Kon­zessionen machen, je besser wir mit Rußland ständen. Auf diesem Wege müßten wir aber schließlich in eine große Ab­hängigkeit von Rußland kommen. Außerdem bleibt bei diesem Rat außer Betracht, daß Rußlands Politik in erster und in letzter Linie ebenso egoistisch ist wie die Englands. Wenn wir mit England speziell ein Abkommen wegen Afrika getroffen haben, so ist das geschehen, weil wir bei Rußland ein afrikanisches Interesse nicht wahrzunehmen vermochten. Noch weniger aber war in Rußland eine Neigung vor* Händen, unserer oder französisch-afrikanischer Sorgen wegen einen Konflikt mit England auf sich zu nehmen.

Republiken auf den Markt, und endlich wird das südliche I Sibirien in der Getreideversorgung eine ungeahnte Rolle spielen, wenn die transsibirische Eisenbahn sich zu einem leistungsfähigen Verkehrsweg entwickelt hat, und die Schiff- | fahrt auf den mächtigen sibirischen Strömen zur Bedeutung gelangt fein wird. I

Biel gefährlicher droht vielmehr die Lage zu werden, I wenn ein Staat, dessen Bevölkerung mehr Ackerbauprodukte braucht, als sie erbaut, mangels Absatz seiner industriellen Waren dauernd zu einer passiven Zahlungsbilanz kommt. I So lange die Krefelder Seidenweber, die westfälischen, I rheinischen und schlesischen Leinen- und Baumwollarbeiter I und Eisenarbeiter genügend Produkte fürs Ausland liefern, aus deren Erträgnis die Getreideeinfuhr bezahlt werden I kann, ist alles gut. Stockt aber dieser Absatz dauernd, I dann ist statt der akuten die chronische Hungersnot da, und das deutsche' Kulturvolk verarmt trotz aller seiner hohen Intelligenz. Die Engländer wissen darum auch sehr gut, warum sie auf jedes herrenlose Stück Land des Erdballes Beschlag legen und rücksichtslos über fremde Interessen Hinwegschreiten, wenn es gilt, ihren Handel und ihre In- dustne auszudehnen. Die staatliche Zukunft liegt nicht mehr in den engen Grenzen unseres alten Kontinents, son- I derii auf dem Wasser und jenseits desselben. Der Erdball I wird eines Tages zu klein werden, und aus dem Kampf I ums Dasein werden nur die wirtschaftlich starken Nationen I siegreich hervorgehen.