schon lange gewußt, daß das Schriftstück: „Cette Canaille Zs v." von Henry gefälscht worden sei, «nd wenn der Kriegsminister Cavaignac ihn empfangen hätte, so würde er es nicht als echt in der Kammer verlesen haben. Die Mitglieder des Generalstabes, erklärte Esterhazy weiter, verschwiegen dem Kriegsminister die volle Wahrheit. Esterhazy beklagte sich, daß ihn Boisdeffre preisgegeben habe und suchte zu beweisen, daß alle militärischen Zeugen gegen ihn aus persönlichem Haß ausgesagt hätten, und, um sich selbst zu retten.
1 | grüße» wir diese Entschließung; bietet sie doch eine neue I Bestätigung dafür, daß unser Landesherr wie an dem ganzen deutschen Schützenwesen so an unserem Verbandsschießen ein I reges Interesse nimmt, und ist doch darin zugleich ein besonderes Zeichen seiner Huld gegenüber unserer Stadt und I den hier sich einfindenden Festgästen aus Hessen und den Nachbarstaaten zu erblicken. Dem Vorsitzenden des Festausschusses wurde ferner die Erlaubnis erteilt, das Bildnis des Protektors auf den zu Preisen bestimmten Medaillen Verwendung finden zu lassen. Für alle Beteiligte wird die I Uebernahme des Protektorats durch unseren Großherzog ein I neuer Ansporn sein, in fleißiger Arbeit fortzufahren, damit I ein Fest geschaffen wird würdig des Schirmherrn.
I ** Die Acetylen-Apparate Fabrik Gießen schreibt uns: I Infolge des heftigen Regenwetters am vergangenen Samstag I konnte die vorgesehene Beleuchtung des Transparentes leider nicht ftattfinden. Den vielen Interessenten diene jedoch zur Nachricht, daß das Transparent gelegentlich des vom 3. bis 5. Juni er. auf Oswalds Garten stattfindenden I Kriegerfestes in Betrieb sein wird.
** Jubiläum. Am 1. Mai sind 25 Jahre verflossen, I seit der Königliche Lokomotivführer Ehr. Seth dahier in I dem Dienst der Main-Weser-Bahn beschäftigt ist.
** Ueber die Leistungen des Circus Drexler, der morgen I (Dienstag) hier seine Vorstellungen eröffnet, schreibt die I „Geraer Ztg." u. a.: Das Programm versprach eine reiche I Fülle von Musterleistungen in der circenischen und gymnast- I ischen Kunst. Mit einem Empfangswalzer, getanzt vom I Korps de Ballet, sowie mit einer „Begrüßung an Gera" I durch die Direktion und das ganze Personal wurde die | Vorstellung eröffnet. In dem Circus Drexler scheint viel I Gewicht auf die Ausstattung und Ausübung der choreo- I graphischen Kunst gelegt zu werden, und die Besucher des I Circus waren, wie der lebhafte Beifall sowohl nach der I I Eröffnungs- als nach der Schlußnummer bewies, mit dieser I Abwechslung in dem althergebrachten Programm der I wandernden Circusse sichtlich sehr zufrieden. In dem I Schlußstück „Huldigungsgruß an Gera", das auf dem I Programm als großes Ausstattungsstück zu Pferde und zu I Fuß, von sämtlichen Damen und Herren ausgeführt, be- I zeichnet war und eine Art mittelalterlichen Ritterspiels bot, erschien das gesamte Personal des Circus in der Arena, wobei sich zeigte, über welchen Personenreichtum und welchen reichen Besitz an Pferden und prächtigen Requisiten der Circus verfügt. Der Gesamteindruck der Vorführungen war I entschieden gut; alles klappte — namentlich für eine erste I Vorstellung — in bester Weise, und eine Nummer löste die I andere ohne jede Zwischenpause bis zum Schluß ab, sodaß I die Vorstellung bereits kurz nach zehn Uhr zu Ende war. I Von eigentlich circenischen Künsten ist die Voltige auf un- I gesatteltem Pferde von Frl. Blennow zu nennen, der sich I Frl. Marie Drexler mit ihrem kühnen und dabei doch I I graziösen Tücherspringen, die sie mit der gleichen Eleganz I | und Sicherheit vorwärts und rückwärts ausführte, würdig I | anschloß. Herr Romanus erwies sich in der That als „un- I übertrefflicher" Jockey auf ungesatteltem Pferde, und nicht I minder Kunstvolles bot Frl. Marie Drexler. Frau Direktor I Drexler führte den ungarischen Schimmelwallach „Sametz" I vor und machte dann eine Wagenpromenade, bei der ein I Pony im Fond des von einem Pferde gezogenen Wagens I saß, während zwei andere Pferde mit den Vorderfüßen auf I dem Wagen standen und diesem nachliefen. Direktor Drexler I brillierte mit sieben Freiheitspferden verschiedener Rasse und I Farbe. Das Pferd „Gazella", ein prächtiges Tier, sprang I mit vollendeter Anmut über ein zwei Meter hohes Haus, I ein hier wohl kaum gesehenes Schaustück. Auf gymnastischem I Gebiete zeichneten sich die Gebrüder Stafford als Hand- I und Kopfequilibristen, die Original-Bros-Arthros als Gigerl- I Akrobaten und die Ueberle-Truppe (fünf Personen) als I Parterre-Akrobaten in hervorragender Weise aus. Eine I angenehme Abwechslung bot das Programm durch die Vor- I führung von lebenden Photographien.
P. Humor in Bibel und Talmud. Unter dieser Spitz- I marke hielt gestern abend im Verein jüdischer Studenten, I Zionah, Herr vr. Hirschfeld, Rabbiner der israelitischen I Religionsgesellschaft hier, Lokal Kaiserhof, einen nach Form I und Inhalt gleich interessanten und belehrenden Vortrag. I Herr Dr. Hirschfeld, der sich sowohl hier wie auch aus- I wärts mit Recht den Ruhm eines tüchtigen Kanzelredners I erworben hat, verbreitete sich in einstündiger Rede über I einen großen Teil dessen, was die Bibel an erheiternden I Episoden darbietet. Hieran reihten sich, teils in gebundener, I teils in freier Rede, Parallele aus Talmud und Midrasch, I alle einer tiefen Moral nicht entbehrend, namentlich wenn es sich I um Belehrung und Zurechtweisung heidnisch-römischer Kaiser I über Gott als Weltenschöpfer, -Lenker und -Richter handelt. I Bei dieser Gelegenheit erscheint es angebracht, auf die I Gründung eines jüdischen Litteratur-Vereins am hiesigen I Orte nach dem Muster größerer Städte Deutschlands hin- I zuweisen. Bei der stets znnehmenden israelitischen Bevöl- I kerung ist auch endlich das Bedürfnis nach Unterhaltung I und Belehrung über Dinge, die sich von jeher im jüdischen I Kulturleben an allen Orten abgespielt haben und über die I in vielen Familien zur Zeit noch die tiefste Unkenntnis I herrscht, erwacht. Wir entnehmen dies dem fleißigen Be- I suche dieses und eines früher von Herrn Dr. Sander an I anderer Stelle gehaltenen Vortrags und erachten es als I eine vollständig unwürdige Sache, erst von anderen über I unsere eigene Geschichte und Litteratur Aufklärung em- | pfangen zu müssen. An geeigneten Kräften zur Abhaltung I von guten Vorträgen dürfte es nicht fehlen. Einstweilen I aber gebührt der Zionah der Dank und die Anerkennung, I durch ihr Eingreifen diesen fühlbaren Mangel einigermaßen I gedeckt zu haben.
** Der diesjährige Verbandstag der Erwerbs- und I Wirtschaftsgenossenschaften der Provinzen Starken- I bürg und Oberhesse» findet am 27. und 28. Mai in Se- I ligenstadt im Gasthaus „Zum Frankfnrter Hof" statt. Am |
Aus der Zeit für die Zett.
Vor 35 Jahren, am 2. Mai 1864, starb z» Paris der Komponist Giacomo Meyerbeer. I» seinen künstlerische»
Males uud Provinzielles.
Gießen, 1. Mai 1899.
* * Empfang. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfingen am 29. April u. a. den Oberbürgermeister G nau t h von Gießen.
• * Aus dem Großh. Ministerium. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 26. April dem Registratur-Assistenten bei den Ministerien des Innern und der Justiz, Georg R o t t 6 zu Darmstadt, zum Registrator bei diesen Ministerien, und den Finanzaspiranten Ludwig Keppel aus Darmstadt zum Registratur-Assistenten bei den Ministerien des Innern und der Justiz — beide mit Wirkung vom 1. Mai d. I. an — zu ernennen.
* * Ordens-Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 19. April dem Lehrer an der Realschule zu Mainz Johann Baptist Haeling das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen.
* * Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 12. April den seither widerruflich angestellten Stationsverwalter Philipp Kreß zu Laubach nunmehr zum Stationsverwalter in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn Gemeinschaft in unkündbarer Diensteigenschaft, den seither widerruflich angestellten Bahnmeister Karl Spieß zu Hungen nunmehr zum Bahnmeister in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft in un- > kündbarer Diensteigenschaft zu ernennen.
* * Ernennungen. Ernannt wurden am 17. April der seither widerruflich angestellte Zugführer Konrad Michel I. Zu Gießen nunmehr zum Zugführer in der Hessisch Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft in unkündbarer Diensteigenschaft, der seither widerruflich angestellte Lokomotivführer Friedrich Bindewald zu Fulda nunmehr zum Lokomotivführer in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft in unkündbarer Diensteigenschaft, der seither widerruflich angestellte Packmeister Heinrich Bender zu Gießen nunmehr zum Pack- I meister in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft I in unkündbarer Diensteigenschaft.
• * Ernannt wurde am 26. April der Hilfsgerichtsschreiber I bei dem Amtsgericht Wald-Michelbach Adam Seitz zum Hilssgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Offenbach auf I Widerruf. |
* * Ernannt wurde am 26. April der Gefangenwärter I an dem Haftlokale zu Worms, Johann Ludwig Schmitt, I zum Gefangenaufseher an dem genannten Haftlokale, mit I Wirkung vom 8. März 1899 an.
• • In den Ruhestand wurde versetzt am 19. April der I Lehrer an der Realschule zu Mainz Johann Baptist H a e li n g I auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner über fünfzig I Jahre treu geleisteten Dienste.
Militärdienstnachrichten. Duisberg, Geheimer I Baurat, Jntend.- und Baurat bei der Intendantur des I 11. Armeekorps, znrJntend. des 18. Armeekorps, Reimer, Baurat in Torgau, in die Lokal-Baubeamtenstelle nach Frankfurt a. M. versetzt. Wefels, Garn.-Baumeister zu Mülheim a. d. R., zum Garn.-Bauinspektor mit einem I Dienstalter vom 1. April 1899 ernannt und ihm eine tech- I «ische Hilfsarbeiterstelle bei der Jntend. des 18. Armeekorps I übertragen.
* * Gießener Vollsbad. Der Besuch des Bades im ab- I gelaufenen Monat April ist hinter demjenigen des Vor- I monats zurückgeblieben: es wurden insgesamt abgegeben I 5645 Bäder gegen 6414 im März oder — die ausfallenden I Feiertage und die halben Sonntage abgerechnet — pro I Badetag 221 Bäder gegen 229 im Monat vorher. Der I Ausfall trifft hauptsächlich das Schwimmbad; verglichen mit I den recht günstigen Kasserapporten ergibt sich daraus, daß I *och immer eine größere Anzahl von Winterabonnenten von I einer Erneuerung des Abonnements für den Sommer oder I gr das ganze Jahr abgesehen hat und sich mit selteneren I Bädern gegen Einzel-, 10er- oder 25er-Karten behilft; wie- I wohl dies an sich für die Kasse vorteilhafter ist, so sei doch an dieser Stelle die Erneuerung des vollen Abonnements I auch denjenigen empfohlen, welche während der Flußbadezeit die Lahnbäder vorziehen: eine Vergleichung am Jahresschluß wird ihnen bestätigen, daß sie daneben — alles zusammen I gerechnet — bei Lösung eines vollen Abonnements im Volks- I bao nicht nur häufiger, sondern auch billiger würden gebadet I gaben. (Da die Jahresabonnements von jedem beliebigen I Tag ab auf ein volles Jahr gelten, so kann vorstehende I ImpMung ohne Nachteil auch jetzt noch befolgt werden.) Der Besuch tm Monat April hat sich im Einzelnen verteilt I wie folgt: ° I
Schwimmbad . . 3041 Männer, darunter 922 zu 10 Pfq. I
578 Frauen, „ 179 10 I
Wannenbäder 1. Klasse 197 Männer, 2. Klasse 501 Männer,
56 Frauen, 286 trauen ' I Dampf- und Heißluftbäder I . 69 Männer
fonne Massagen | Wammen . . y Manner, Brausebäder, zujammen 895 (abermals mehr als die seither höchste Anzahl). Die Personenwage wurde von 120 Personen benützt, das Bad von 40 Personen besichtigt.
• * Schützenfest. Zu unserer großen Freude können wir I vermelden, daß Seine Königliche Hoheit der Großherzoa I geruht haben, das Protektorat über bad im Juli dahier I stattfindende Schützenfest z» übernehmen. Lebhaft be- I
i 27. Mar, abends 6 Uhr, findet eine Vorversammlunq statt Für die Hauptversammlung am Sonntag, 28. Mar vormittags 9 Uhr, ist folgende Tagesordnung feftg'eftelb ■ 1. Bericht der Verbandsleitung über das VerbandsiabV I 1898/99. Eventuell Bericht der Rechnungs-Prüfungs Kommission und Beschlußfassung über Entlastungserteiluna 2. Mitteilungen der Abgeordneten der Verbandsvereine 3. Besprechung und eventuell Beschlußfassung über Anpassung des Verbandsstatuts an das Bürgerliche Gesetzbuch 4. Die Bürgschaft nach dem H.-G.-B und B. tz.-D
I 5. Form der Verpfändung und Recht des Pfandgläubiaer« I nach B. G.-B. 6. Gesetz, betr. die freiwillige Gerichts, I barfeit und die Genossenschaften. 7. Besprechung der Aube-' gehaltsklasse. 8. Wahl der Abgeordneten zum allgemeinen deutschen Genossenschaftstag in Berlin. 9. Wahl der Ab
I geordneten zum nächstjährigen Verbandstag. 10. Wahl des Verbandsdirektors und dessen Stellvertreters. 11. Wabl
I des Orts für den nächsten Verbandstag.
I ** Polizeibericht. Einem Schwärmer, welcher in der Samstagnacht eine ihm in der Bahnhofstraße begegnend Dame in unerlaubter Weise angriff, wurde vom Ehemann
I derselben in gebührender Weise heimgeleuchtet. Rebe» der I erhaltenen Züchtigung dürfte der Angreifer noch einen Sttas. I zettel zu erwarten haben. — In vergangener Nacht fanden I mehrere Schlägereien verbunden mit Körperverletzung I statt, Anzeige ist erhoben. — In einem Hause in der Wall. I thorstraße sind in den letzten Tagen größere Quanten I Wurst und Dörrfleisch entwendet worden. Thüter noch unbekannt. — An einem an der Ausladestelle stehenden I Möbelwagen wurde heute morgen zwischen 5 und 8 Uhr I die Hemmschraube abgemacht und bei Seite geschah in vorliegendem Falle scheint ein Racheakt vorzuliegev.
S Lollar, 30. April. Hier herrscht wieder große Aus regung. Nachdem vor einigen Jahren verschiedene Ein- I brüche in unserem Orte verübt worden waren, wurde in I der Nacht vom letzten Freitag auf Samstag in dem Gasthaus „Zur Traube" ein Einbruch versucht. Der Dieb wurde durch die Hilferufe einer in diesem Hause wohnenden Frau verjagt. Bis jetzt ist es nicht gelungen, dem Thäter auf die Spur zu kommen, und so wird es, sie schon in verschiedenen anderen Fällen, wieder dabei bleibe». Da wird es denn wohl an der Zeit sein, daß die Nach- forschungen hierin endlich einmal mit Nachdruck betrieben werden. Auch kann man sich nicht genug darüber wunder«, daß in dem hiesigen Orte keine Gendarmeriestation errichtet wird. Durch die Lage des Ortes an der Landes grenze, an der Hauptverkehrsader von Norden nach Süden, seine Industrie zc., ist es schon geboten, eine solche Station hier zu errichten. Hoffen wir, daß hierin recht bald Wandel zum Besseren geschaffen wird.
-e. Neu-Ulrichstein, 1. Mai. Monatsbericht der Arbeiter-Kolonie Neu-Ulrichstein für den Monat April 1899. Am 30. April 1899 befanden sich in der Kolonie 41 Mann. Dieselben verteilen sich: 1. Nach der Geburt: Großherzogtum Hessen 5, Regierungsbezirk Kassels, Regierungsbezirk Wiesbaden 8, Provinz Rheinlande 4, Provinz Westfalen 2, Provinz Hannover 4, Provinz Sachsen 1, Provinz Brandenburg 4, Provinz Pommern 1, Provinz Schlesien 1, Provinz Westpreußen 1, Provinz Ostpreußen 2, Provinz Schleswig-Holstein 1, Reichslande 1, Königreich Sachsen 2, Königreich Bayern 1, Großherzogtum Bade» 1. 2. Nach dem Gewerbe: Arbeiter 13, Bäcker 1, Bureau- gehilfe 1, Former 1, Gärtner 3, Kappenmacher 1, Kaufleute 7, Kellner 1, Krankenwärter 1, Maschinenzeichner 1, Photograph 1, Schlosser 1, Schreiber 1, Schuster 3, Schneider 2, Tischler 2, Tuchmacher 1. Gearbeitet mürbe 1149 Tage. Verpflegt wurde 1346 Tage. Die Kolonie zählte im April 178 Sonn- und Feiertage, 19 Sraufentagt. Im Monat April wurden entlassen 18 Mann, und zwar in Stellung 3, auf eigenen Wunsch 13, wegen Kontraktbruch 2. Seit Bestehen der Kolonie wurden aufgenommen 3577, entlassen 3536, bleibt Bestand 41.
nn Darmstadt, 30. April. Vor ungefähr Jahresftift wurde in dem Neubau der hiesigen Viktoriaschule ein btt dem Bau beschäftigt gewesener Maurerlehrling erhängt aufgefunden. Schon damals hatte sich dieser tragische Fall zu dem Gerücht verdichtet, daß der Junge nicht durch Selbstmord gestorben, sondern vorher mißhandelt und dann aus gehangen worden sei. Der Vater des Jungen soll nu« ganz bestimmte Anhaltspunkte der Staatsanwaltschaft gegeben haben, auf Grund deren eine umfassende Untersuchung stattgefunden hat, und die zu der Verhaftung von beteiligten Personen geführt haben soll. Sollte sich dieses bewahrheiten, so wäre das Verbrechen gerabeju scheußlich zu nennen.
△ Mainz, 30. April. Laut Mitteilung der „Mainzer Nachr." wird Kaiser Wilhelm am 15. Mai hierher kommen, um während mehrerer Tage eine Inspektion der Truppen vorzunehmen. — Zur Lohnbewegung der Zimmerer. Nachdem die Meister auf die Aufforderung hin, bis gestern nachmittag 3 Uhr sich zur gestellten Lohnforderung zu erklären, jede Antwort ablehnten, wurde a» Abend in einer Versammlung der Gesellen beschlossen, von morgen ab, im ganzen Kreis Mainz in den Ausstand zu treten. Während gegenwärtig die Gesellen bei zehnstündiger Arbeitszeit einen Stundenlohn von 40 Pfg. erhalte», verlangen sie jetzt einen solchen von 45 Pfg.
△ Aus Rheinhessen, 30. April. Ein Bewohner von Niederingelheim hat eine steuerbare Luftmaschine erfunden, mit welcher derselbe binnen Kurzem in mehrere« größeren Städte» Probefliegen veranstalten wird. Auf welche« Prinzip die Erfindung basiert ist, darüber bewahrt der Erfinder das tiefste Schweigen. __
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