* M
Do.
►M*
'M»
chtgattungen. irten.
! AungG ld Fahrrädeni eseneg, llzen
'sich jli M
*
schl^ekrafi 'arbband *
BerlinÄÜM* r.-Gei, Bein
ikeL-0., B*U=
353IS LS t Co.
Dienstag den 2. Mai
Erstes Blatt.
M. 102
189»
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Akreis Gieren.
Ln««ch»e Hi Nnzetgeu zu der »achmittag» für bte r gcnfcea $ej erfcheiaendeu Vdumver bii Mrm. 10 Uhr.
8tt|agspreU vierteljährlich
2 Mark 20 Pfz moaatlich 76 Pfß. mit Brmgerlohn.
80t Anzkigen-BermittlungSstell« de« In. «nd Äuilenkf "khmen Anzeigen für den Gießener Anzeher artyfm.
Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf,, vierteljährlich.
rrfcheNtt tt-Nch
Mit Ausnahme drS
Montag».
DU Gießener -«»tkte«»tätter t- ibai dem Anzeiger vichrntlich viermal btigdtgL
Grattsdeitasrn: Gießener Familienblätter, Der hegifthe Landwirt, Klätter für hestische DolKsKunde.
«dreffe für Depeschen: Anzeiger chletz«. Fernsprecher Nr. 51,
Expedition und Druckerei:
Zchulstraße Ar. 7.
KmtDer^Tell.
Nr. 17 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegebeu den 27. d. Ms. enthält:
Rr. 2570: Bekanntmachung, betreffend die Einrichtung md den Betrieb gewerblicher Anlagen, in denen Thomas- Wacke gemahlen oder Thomasschlackenmehl gelagert wird. $om 25. April 1899.
Gießen, am 29. April 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
Gießen, den 29. April 1899. vetreffeud: Die Voranschläge der Landgemeinden des Kreises Gießen für 1899/1900.
Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen
eit die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.
Die rubrizierten von uns abgeschlossenen Voranschläge werben Ihnen in den nächsten Tagen zugehen.
Wir empfehlen Ihnen, das in Ihren Händen befindliche Konzept derselben alsbald mit den Ansätzen des Original- Voranschlags in Uebereinstimmung zu bringen, auch die Nevisionsverhandlungen zu Ihrem Konzeptexemplar abzu- schreiben und den Originalvoranschlag möglichst bald dem Äemeinde-Einnehmer auszuhändigen.
_______________v. Bechtold.____________________
Bekanntmachung.
Die Maul- uud Klauenseuche zu Burg-Gräfenrode mb Ossenheim, Kreis Friedberg, ist erlösche».
Gießen, den 28. Avril 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
Bekanntmachung.
ES wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, >aß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 Ütr die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im gricben ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich Ms Aufschlags von Fünf vom Hundert pro Monat Närz 1899 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 Kg. 'i (tragen:
Hafer Mk. 16,20, Heu Mk. 5,70, Stroh Mk. 3,70.
Gießen, den 20. April 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gieße«.
v. Bechtold.
Bekanntmachung,
►«reffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen, Kreis Gießen.
Nachdem vom Gemeinderat von Daubringen der Antrag eaf Feldbereinigung der Gemarkung Daubringen gestellt werben ist, und nachdem dieser Antrag von der Großh. Erren landwirtschaftlichen Behörde für zulässig erachtet Mii der Unterzeichnete zum Kommissär zur Leitung der Abstimmung ernannt worden ist, so wird hiermit Tagfahrt Mi Abstimmung der beteiligten Grundeigentümer über den »MH nten Antrag auf
Montag den 15. Mai 1899, vormittags ll*/4 bis 12 Uhr i« btn Schulsaal zu Daubringen bestimmt.
Diejenigen beteiligten Grundbesitzer, welche iw der (xiiiL-ciuniten Abstimmungstagfahrt weder persönlich, noch gehörige Bevollmächtigte abftimmen, werde« als für Ärt Verfahren stimmend angesehen.
Gleichzeitig fordere ich hiermit die außerhalb des Be- rMgungsbezirks wohnenden Ausmärker auf, zur Wahrung ite Interessen einen im Bereinigungsbezirk wohnenden rrmll-nächtigten zu bestellen, da eine weitere besondere ZiHrift im Laufe des Verfahrens nicht mehr erfolgt.
Friedberg, den 27. April 1899.
Der Kommissär zur Leitung der Abstimmung: Süffert, Großh. Kreisamtmanw.
Deutsches Keich.
Sttlin, 30. April. Das „Berliner Tageblatt- mefbet E dem Haag, daß anläßlich der Friedens-Konferenz eine MegierRngSvorlage, welche einen Kredit von 75000
Gulden fordert, bevorsteht und aus diesem Anlaß eine stürmische Kammersitzung erwartet wird. Die klerikale Fraktion wird die Nichteinladung des Papstes, die konservative die Nichteinladung der beiden südafrikanischen Republiken zur Sprache bringen, und die Regierung heftig angreifen. Man befürchtet eine Niederlage der Regierung und eine Minister-Krisis.
Berlin, 30. April. Man schreibt der „T. R.": Der seit Jahren beklagte mangelhafte Besuch der Sitzungen der Reichstags hat neuerdings zu zahlreichen Auseinandersetzungen geführt, nachdem der Präsident des Reichstags eine Mahnung hat ergehen lassen. Schon nach früheren Erfahrungen läßt sich der bestimmte Schluß ziehen, daß alle Hinweise und Ermahnungen keine Besserung herbeizuführen vermögen. Auch macht man in anderen Parlamenten ganz ähnliche Erfahrungen. Dabei sollte man sich nach den Einrichtungen des ältesten Parlaments, des englischen, richten, wo man den längst empfundenen schlechten Besuch durch ein einfaches Mittel umgangen hat. In vielen Fällen konstituiert sich das aus 658 Mitgliedern bestehende Haus zu einem Komitee, wo 40 Abgeordnete beschlußfähig sind. Dadurch wird auch die Erledigung vieler Entwürfe vereinfacht und abgekürzt; so gewinnt die ganze Session.
— Der Arbeitsausschuß der vereinigten deutschen Privat post an stakt en hat an die Postkommisfion des Reichstags eine Eingabe gerichtet, worin mit Rücksicht auf die über die Regierungsvorlage hinausgehenden Beschlüsse der Kommission gebeten wird, den Inhaber« der Privatpostanstalten das Zehnfache des jährlichen Reingewinnes, den die Anstalt im Durchschnitt der letzten drei bis zum 1. April 1899 reichenden Betriebsjahre erzielt hat, als Entschädigung zu gewähren. Die Eingabe weift darauf hin, daß Staatssekretär v. Pobielski den achtfachen Betrag bei Entziehung der geschloffenen Briefe zugebilligt hat. Wenn nunmehr auch der Betrieb der Karten, Drucksachen und Warenprobe« dem freien Verkehr entzogen werden solle, dürfte die Bitte um Erhöhung der Entschädigung nicht unbillig erscheine«.
— In dem Geschäftsbericht der Stettiner Maschinenbau-Aktiengesellschaft „Vulkan" für 1898 ist mit Rücksicht auf kürzlich durch die Preffe gehende Nachrichten folgende Stelle von Jntereffe: „Von den Vorständen unserer Gesellschaft ist schon seit Jahren die Errichtung einer Zweigniederlassung des „Vulkan" in der Nähe der Nordsee geplant und sind wir gegenwärtig damit beschäftigt, die Ver- hältnisse an der Weser und an der Elbe eingehend zu studieren. Eine festere Gestalt haben aber diese Projekte noch nicht angenommen, und sind alle darüber in der Presse verbreiteten Mitteilungen als verfrüht zu bezeichnen."
M.P.C. Wie wir hören wird sich auch die Neichs- postverwaltung an der Beschickung des deutschen Teils der Pariser Weltausstellung beteiligen. Die Vorbereitung der bezüglichen Maßnahmen ist den Händen des Geh. Postrats Hennicke anvertraut.
— UnsereostafrikanischeSchutztruppe. Unter dieser Ueberschrift schildert ein von Wilhelm Arning unterzeichneter Artikel im „Hann. Kour." gewisse Schwierigkeiten und Gefahren, die für unsere Schutztruppe in Ostaftika daraus entstehen, daß die Anwerbung von Sudanesen neuerdings erschwert und fast unmöglich geworden ist. Die militärische Tüchtigkeit der Sudanesen und nicht minder ihr starkes Selbstbewußtsein, vermöge dessen sie die eingeborenen ostafrikanischen Stämme als tief unter sich stehend betrachteten, hat es hauptsächlich bewirkt, daß ein wildes, unwegsames Gebiet, doppelt so groß wie das Deutsche Reich und von mindestens 4—6 Millionen Schwarze« bewohnt, von einer Truppe, die kaum 1000 Mann zählt, erobert worden ist und thatsächlich im Gehorsam erhalten wird. Sicher haben zu diesem Erfolge auch die aus Ostafrika selbst stammenden Soldaten, die in immer größerer Anzahl in die Truppe eingestellt wurden, das chrige beigetragen, ohne die Mitwirkung der Sudaner aber wäre dieses Ergebnis ganz unmöglich gewesen. Die Ersteren haben, wenn sie erst einmal längere Zeit der Truppe angehorten und etwas von dem stramm soldatischen Geist der Sudaner in sich ausgenommen hatten, voll ihre Pflicht und Schuldigkeit gethan selbst da, wo es sich um Kämpfe gegen ihre eigenen Stammes- genoffen handelte. Sehr fraglich aber ist es, ob dieses so bleibe« wird, wen« der Sudanerkern erst einmal ganz aus der Truppe verschwunden sein wird. Es wird nun im Hinblick darauf, daß unter den aus Ostaftika stammenden Soldaten unverhältnismäßig zahlreiche Desertionen Vorkommen, ans die Gefahr von Uubotmäßigkeiten hingewiesen: Neuerdings nun geht man mit der Abficht nm, wenn
möglich, hauptsächlich Wahehe zu Soldaten auszubilden und den schließlich übrig bleibenden Rest der Sudaner ganz besonders in den schwarzen Unteroffiziersstellen zu verwenden; man hofft, auf diese Weise den alten Geist und die alte Disziplin in der Truppe erhalten zu können. Leider ist aber damit keine Gewähr geboten, daß wir nicht mit der Zeit ein ähnliches Unglück erleben, wie es in den letzten Jahren dem Kongostaat widerfahren ist. Die Belgier könne« sich allerdings, was Ausbildung und Drill ihrer Truppen anbelangt, keineswegs auch nur im entferntesten mit den Leistungen und Erfolgen unserer deutschen Offiziere meffen: Zugeständnisse dieser Art von Seiten belgischer Offiziere sind in ganz charakteristischer Form mehr als einmal bekannt geworden. Es ist deshalb auch verständlich, daß ihre Soldaten so leicht und in so großer Anzahl sich gegen ihre weißen Führer wandten und nunmehr seit Jahren eine schwere Gefahr für den unabhängigen Kongostaat bilden, die derselbe vielleicht nie wird bewältigen können. Dabei sind die Truppenkörper, welche in die Meuterei eintraten und sich mit der jeweiligen Bevölkerung zusammenthaten, größtenteils von der letzteren stammesverschiedener, als etwa der Wahehe unserer südlichen Hochlandsgebiete von den küstenbewohnenden Suaheli. Der Verfasser desAufsatzes sieht eineHaupt- bedingung für Erhaltung einer zulässigen Eingeborenentruppe in der Verwendung der Leute fern von ihren Stammesangehörigen, und er schlägt deshalb folgendes vor: Von den besonders kriegstüchtigen Stämmen der Kolonie muß dauernd eine gewisse Anzahl kräftiger, voraussichtlich diensttauglicher Knaben alljährlich ausgewählt werden mit der ausgesprochenen Absicht, sie zu Soldaten auszubilden. Sie müssen fern vo« ihrer Stammesheimat in eigens zu diesem Zweck gegründete« Gouvernementsschulen untergebracht werden, woselbst sie eine tüchtige Schulbildung — etwa diejenige unserer deutsche« Volksschule — erhalten, bis sie in das Alter kommen, i« welchem sie körperlich den Anforderungen des Kriegsdienste- gewachsen sind. Haben sie einmal unter völligem Abschluß von heimatlichen Einflüssen diesen Bildungsgrad erhalten, so werden sie sich bestimmt nicht danach sehnen, wieder auf das Niveau ihrer heimatlichen Kultur herabzusteigen; gute Pekuniäre Stellung, etwa so beschaffen wie diejenige unserer heutigen Sudaner, wird ein übriges thun, die so ausgebildeten Leute in der Treue zu ihren Brotherren zu erhalte« — richtige Behandlung von fetten der letzteren selbstverständlich vorausgesetzt —; denn das „ubi bene, ibi patria“ ist jedem Neger ganz besonders geläufig, auch ohne daß er Latein gelernt hat. Auf diese Weise werden wir nach Verlauf von einigen Jahren eine zuverlässige Truppe habe«, für deren Ersatz dauernd gesorgt ist, und wir erreichen zugleich das, was ja schließlich in den Begriff Kolonisatio« eingeschlossen ist: die allmähliche Verbreitung von Kultur. Dem Einwand, daß man bisher mit europäisch gebildete« Schwarzen schlechte Erfahrungen gemacht habe, begegnet der Verfasser mit dem Hinweis, daß dies nur bei solche« Schwarzen der Fall gewesen sei, die durch einen Aufenthalt in Deutschland moralisch verdorben wurden, nicht aber bei denen, die in Afrika in den Missionen erzogen worden sind.
Kiel, 30. April. Gestern abend um 9*/, Uhr brach auf der Germania-Werft Feuer aus und dauerte bis nachts gegen 3 Uhr. Es war große Gefahr vorhanden, daß da- Ersatzschiff „König Wilhelm", welches auf der Werft zurzeit gebaut wird, auch von dem Feuer ergriffen werden könne. Diese Gefahr konnte jedoch noch rechtzeitig abgewendet werden. Der Schaden ist sehr bedeutend. Zahlreiches Publikum läßt sich durch Dampfer übersetzen, um die Brandstätte zu besichtigen. Heute morgen besuchte Admiral Köster die Brandstätte.
Ausland.
Wie«, 30. April. Die gesamte hiesige Presse spricht an leitender Stelle über den Depeschenwechsel Kaiser Wilhelms mit Mac Kinley in sympathischer Weise. Das „Fremdenblatt" schreibt: Die große amerikanische Republik wird nunmehr erkennen, daß man ihr in Europa nicht mit Mißgunst und Voreingenommenheit begegnet, sondern daß man bereit ist, ein freundschaftliches Verhältnis obwalten zu laffen.
Paris, 30. April. Der „Figaro" veröffentlicht heute den Schluß des Verhörs Esterhazys. Dieser erklärt: Er habe in fernem Briefe vom 5. September 1898 de« Kriegsminister Lavaignac deutlich mitgeteilt, daß er im Besitz von geheimen Schriftstücken sei, welche er zu seiner Ber- teidigung nicht vorlegen könne, die aber bewiesen, daß ec auf Befehl ferner Vorgesetzten gehandelt habe. Er habe


