Ausgabe 
1.10.1899 Erstes Blatt
 
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Wahlaufruf!

Dem unterm 19. Juli d. Js. verabschiedeten Landtag waren ungewöhnlich zahlreiche und wichtige Aufgaben gestellt, an deren Lösung die national­liberale Partei in hingebender und gewissenhafter Arbeit mitgewirkt hat.

Noch in letzter Stunde wurde unter hervorragender Mitwirkung unserer Fraktion die Steuerreform zu Stande gebracht und damit ein Ziel erreicht, das die nationalliberale Partei seit Jahrzehnten verfolgt: die steuerliche Entlastung von Grundbesitz und Gewerbe. Die Reform der Kom- munal-Steuer ist eine Aufgabe des nächsten Landtags, der die nationalliberale Partei mit allem Eifer sich unterziehen wird.

Reichliche Mittel sind zur Hebung der Landwirtschaft, insbesondere der Viehzucht, sowie zur Förderung von Handel und Gewerbe von dem verflossenen Landtag bewilligt. Auch in Zukunft wird die nationalliberale Partei es als eine ihrer Hauptaufgaben ansehen, die produktive Arbeit in Landwirtschaft, Handwerk und Gewerbe zu fördern, namentlich auch zur besseren Ausgestaltung der Verkehrswege und zur Hebung des Unterrichts­wesens beizutragen und damit einen gesunden Mittelstand zu erhalten und zu kräftigen.

Infolge der Eisenbahngemeinschaft mit Preußen wird es auch in Zukunft an den Mitteln zur Befriedigung so mancher unabweisbaren Bedürfnisse hoffentlich nicht fehlen. Ohne die hierdurch gewonnenen Mittel würde die Durchführung der Steuerreform zur Zeit jedenfalls nicht möglich gewesen sein und würden zahlreiche für das Land segensreiche Bewilligungen nicht haben erfolgen können.

Aufgabe des künftigen Landtags wird es sein, Unbilligkeiten und Härten, die sich bei der Berechnung der Dienstzeit der Beamten ergeben haben, zu beseitigen.

Die Absicht der Regierung, sobald es die Mittel des Landes erlauben, die berechtigten Wünsche der Volksschul-Lehrer zu erfüllen, billigen wir und werden ihre Ausführung verwirklichen helfen.

In dem Bestreben, die Gemeinden in Bezug auf die Kosten der Volksschulen zu entlasten, stimmen wir besonders auch für die Uebernahme der persönlichen Kosten der Fortbildungsschule aus den Staat.

Getreu unseren Grundsätzen werden wir die nationalen und liberalen Errungenschaften unseres Vaterlandes auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens zu wahren bestrebt sein. Wir halten fest an den unveräußerlichen Rechten des Staates in Kirchen- und Schulangelegenheiten.

Die berechtigten Interessen des Arbeiterstandes zu fördern, erkennen wir als eine der wichtigsten Aufgaben der Gesetzgebung an. Dagegen werden wir alle auf Aufhebung der bestehenden Staats- und Gesellschafts Ordnung gerichteten Bestrebungen der Sozialdemokratie auf das Entschiedenste bekämpfen.

Ueber den Einzelinteressen muß die Förderung des Gesamtwohls stehen. Unsere Stadt und Land umfassende Partei hat die Pflicht, zur Ausgleichung von Verstimmungen zwischen Stadt und Land mit Rat und That beizutragen.

Der feste Zusammenschluß und die rührige Agitation anderer Parteien mahnt zur größten Anstrengung und zum einmütigen Vorgehen.

Keiner öteiöe von der Wahlurne fort!

Wählt Männer zum Landtag, die in unserem Sinne zu arbeiten entschlossen und befähigt sind! Einigt Euch und tretet geschlossen für die Männer ein, die Ihr nach vorheriger Verständigung zu Eurer Vertretung im Landtag für würdig erachtet!

Treu zu Kaiser und Reich und treu in der Liebe zu Fürst und Vaterland hoffen wir, daß Alle, welche in diesem Sinne mit uns verbunden find, ihre volle Pflicht bei den bevorstehenden Landtagswahlen erfüllen.

Der Iandesausschuß der mtionallibcralen Partei im Großherzogtum Dessen.

7019 I. A.: Schmeel I., Vorsitzender.

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