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1.9.1899 Erstes Blatt
 
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richtet sich diese Erbitterung auch gegen einen Erlaß des Zaren, der bestimmt hat, daß alle bet den letzten Unruhen verhafteten und exmatrikulierten Rädelsführer, als Rekruten auf 13 Jahre in die Armee zu stecken sind und als Ge­meine zu dienen haben; nach diesemStrafdienst" sollen sie wieder in Gnaden angenommen werden, ihr Studium beenden dürfen und sogar in den Staatsdienst ausgenommen werden können. Diese wunderliche Mischung von Strenge und Milde hat also ihren Zweck vollkommen verfehlt. Jeder Menschenkenner hätte das Voraussagen können. K. Z.

Amerika. Die Gegner Mae Kinleys bei seiner Präsidentschafts-Kandidatur scheinen im Begriff, eine ansehn­liche Verstärkung zu erhalten. Von der Empfänglichkeit des amerikanischen Volkes für kriegerischen Ruhm legt die Sehn­sucht, mit der Admiral Dewey in der Heimat erwartet wird und der Umfang der Vorbereitungen zu seinem Empfang Zeugnis ab. Unter diesen Umständen ist die Nachricht nicht ohne Bedeutung, daß die Freunde des gefeierten Helden jetzt zum Angriff auf die Regierung offen übergehen. Ihre Organe beschuldigen die Regierung, die zahlreichen Berichte und die dringenden Warnungen Deweys einfach unterschlagen zu haben, in denen dieser immer wieder darauf hingewiesen hätte, wie durch eine entgegenkommende und gerechte Politik jede Kollision mit den Filipinos leicht zu vermeiden wäre, so­wie daß man den wohlgemeinten und praktischen Ratschlägen -es Admirals nur deshalb nicht Rechnung getragen habe, weil sie nicht in die politischen Kombinationen der Regierung gepaßt und den Parteiinteressen der Republikaner, wie jene sie verständen, nicht entsprochen hätten. M. N. N.

Mates und Ursvinzirttes.

Gießen, 31. August 1899.

Aus dem Großh. Ministerium. Seine Königl. Hoheit der Groß.herzog haben Allergnädigst geruht,, am 30. ds. Mts. den ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule, Geheime Hofrat Dr. Richard Lepsins, mit der kommissarischen Versehung der Amtsgeschäfte eines Mit­gliedes für geologische Angelegenheiten in der Abteilung des Ministeriums der Finanzen für Forst- und Kameral- verwaltung zu betrauen und demselben den Charakter als Geheime Oberbergrat" zu verleihen.

* Postalisches. Nach dem schon erwähnten Post- packet-Uebereinkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika wird vom 1. Oktober ds. Js. ab zwischen beiden Staaten der Fünf-Kilo-Packetverkehr eingeführt werden. Der Tarif be­trägt von den Vereinigten Staaten nach Deutschland 12 Cents für jedes Pfund, von Deutschland nach den Ver­einigten Staaten wird für jedes Packet bis zum Gewicht von 5 Kilo 2 Mk. 40 Pfg. berechnet.

** Polizeibericht. Ein hier seit etwa 14 Tagen sich unter verdächtigen Umständen aufhaltender Fremder aus Stuttgart wurde nach Anfrage bei seiner Heimatbehörde dahier wegen Betrug verhaftet. Ein fremder Tag­löhner, welcher auf dem gestrigen Jahrmärkte das Publi­kum belästigte und der Verwarnung eines Schutzmanns nicht Folge leistete, mußte verhaftet werden. Bei dieser Gelegenheit mischte sich ein Taglöhner aus Beuern hinein und versuchte den Arrestanten zu befreien. Derselbe wurde ebenfalls verhaftet und sieht empfindlicher Strafe entgegen. Ein 5jähriges Kind, welches vorgestern aufgefunden und im Schwesternhaus untergebracht wurde, ist erst gestern nachmittag von seinen Eltern abgeholt worden.

Nidda, 28. August. Wie derN. A." aus sicherer Quelle erfährt, ist heute ein Vertrag zu stände gekommen, wonach Salzhausen von der Gemarkung Kohden getrennt wird. Bad Salzhausen wird danach künftig­hin eine selbständige Gemeinde bilden. Es werden dabei verschiedene Ländereien ausgetauscht. Der sogen. Raben­stein (Söderköppel) wird z. B. Salzhausen einverleibt, Kohden wird durch nähergelegene fiskalische Gelände ent­schädigt. Beide Teile gewinnen dabei. Kohden macht finanziell ein gutes Geschäft und wird vielleicht zu den wenigen glücklichen Gemeinden gehören, die keine Schulden haben. Salzhausen aber kann sich frei entwickeln. Alles vorbehältlich der Genehmigung des Staates. D. T. A.

Butzbach, 29. August. Wie dem ,.W. B." von zu­verlässiger Seite mitgeteilt wird, ist dem hiesigen Krieger­verein, der kürzlich sein 25jähriges Stiftungsfest unter Teilnahme vieler auswärtiger Vereine festlich beging, von Seiner Majestät dem deutschen Kaiser eine Jubiläums­sahnenschleife verliehen worden, die demnächst in feier­licher Weise seitens Großh. Kreisamts Friedberg überreicht werden dürfte. Durch die Verleihung dieser Fahnenschleife wird unserem Kriegerverein eine besondere Auszeichnung zuteil. Ist doch der hiesige Kriegerverein der erste im Großherzogtum Hessen, dem eine solche Schleife vom Kaiser verliehen wurde, denn seither wurden nur preußische Krieger­vereine, welche ihre 25jährige Stiftungsfeier begehen konnten, hiermit ausgezeichnet.

Friedberg, 29. August. Einem hiesigen Fruchthändler wurden auf dem letzten Frachtmarkt in Frankfurt 3000 Mk. aus der Tasche gestohlen. Die Ernte ist beendigt. Nur im nördlichen Oberhessen ist man noch zum Teil mit der Gersten- und Haferernte beschäftigt. Zur guten Ernte hat das Ende nicht gefehlt: gutes Erntewetter. In der Wetterau hat man sogar nachts durchgearbeitet, um den reichen Fruchtsegen einzuernten.

Darmstadt, 30. August. Zu den Städten, in welchen der 150. Jahrestag der Geburt Goethes in festlicher Weise begangen wird, gehört auch Darmstadt. Verbanden doch den jugendlichen Goethe mancherlei Beziehungen mit dieser Stadt. Seine Freundschaft mit Johann Heinrich Merk, und der Einfluß, den letzterer auf den jungen Dichter susübte, ist allbekannt; durch Merk war Goethe hier in das Haus des Geheimrats v. Hesse eingeführt worden, woselbst

sich ein Kreis literarisch gebildeter und schöngeistiger Männer und Frauen zu versammeln pflegte. Zu letztem gehörten insbesondere die Geheimrätin v. Hesse und deren Schwester Karoline Flachsland, die Braut Herders. Ferner gehörten diesem Kreise an Fräulein Ravanel, Erzieherin der Prin­zessinnen, Fräulein Luise v. Ziegler, Hofdame der Land­gräfin von Hessen-Homburg, und Fräulein v. Roussilon, Hofdame der Herzogin von Pfalz Zweibrücken. Für diesen Kreis, namentlich soweit derselbe sich auf die Damen er­streckte, war das Empfindsame, das Schwimmen in Gefühls­seligkeit, mit einem Worte dieWerther"-Stimmung, woran die damalige Zeit krankte, bezeichnend. Karoline Flachs­land führte in diesem empfindsamen Kreise den Namen Psyche", Fräulein v. Ziegler hießLila" und Fräulein v. RoussilonUrania". Namentlich übteLila" auf den jugendlichen Dichter große Anziehungskraft aus. Der An­regung, die er in diesem Kreise empfing, und der Bekannt­schaft mit den genannten Damen ist die Entstehung der Ge­dichteFelsweihegesang an Psyche",Pilgers Morgenlied" (an Lila) undElysium" (an Urania) zu verdanken. Das Gedicht Felsweihegesang an Psyche ist, wie aus den von Karoline Flachsland an Herder gerichteten Briefen, die uns erhalten sind, hervorgeht, im April 1772 an dem sogen. Herrgottsberg, einem romantisch gelegenen Orte in der Nähe Darmstadts, gedichtet. Zur Erinnerung hieran haben eine Anzahl hiesiger Litteraturfreunde schon vor Jahren an der dortigen Felsengruppe eine Gedenktafel mit einer auf die erwähnte Thatsache bezugnehmenden Inschrift anbringen lassen. An diesem durch die Erinnerung geweihten, im herr­lichen Buchenwalde romantisch gelegenen Platze fand nun am 28. ds., nachmittags 5 Uhr, in sinniger Weise eine Gedenkfeier statt, zu der sich trotz der wenig günstigen Witterung Tausende von Teilnehmern eingefunden hatten. Eingeleitet wurde die Feier durch den Vortrag mehrerer Goethe'scher Lieder, welche von unfern ersten Gesangvereinen unter Leitung des Privatdozenten Dr. Nagel gesungen wurden. Hierauf hielt Geh. Oberschulrat Nodnagel die geistvolle und packende Festrede. Chorgesang bildete den Schluß der erhebenden Feier. Dankbar muß es anerkannt werden, daß eine größere Anzahl hiesiger Firmen, um ihren Beamten und Arbeitern die Teilnahme hieran zu ermög­lichen, die Geschäfte vorzeitig schlossen. Da die Theater­ferien dahier erst mit dieser Woche zu Ende gehen, findet am nächsten Samstag im großherzoglichen Hoftheater als Gedenkfeier eine Aufführung von GoethesGötz von Berlichingen" statt, der ein von dem hier lebenden Dichter Karl Hepp verfaßter Prolog vorausgeht. War die Feier mehr eine volkstümliche, so soll eine am nächsten Sonntag in der Aula der Technischen Hochschule zu veranstaltende Feier mehr einen akademischen Charakter tragen. Die Fest­rede hält hierbei der als feinsinniger Goethe-Forscher be­kannte Professor Dr. Otto Harnack. Auch eine Ausstellung von Schriften Goethes und Goethe-Reliquien findet in der Technischen Hochschule statt. Ist dieselbe auch nicht gerade umfangreich, so enthält sie doch recht interessante Gegen­stände.

P.C. Wo gehen wir nächsten Sonntag hin? Wer sich in mehrfacher Beziehung einen wirklichen Genuß verschaffen, und dabei billig reisen will (auf einfache Fahrkarte freie Rückfahrt), dem sei der Besuch der Gewerbe-Aus­stellung Groß-Umstadt bestens empfohlen. Die Aus­stellung erfreut sich fortgesetzt eines großen Zuzuges aus allen Teilen unseres Landes.So großartig hätte ich mir die Ausstellung nicht vorgestellt", so lautet einstimmig das Urteil, das man Tag für Tag hören kann. Auch einen kleineren Waldspaziergang kann man ganz gut mit dem Besuch der Ausstellung verbinden. Die Umgebung von Umstadt bietet nach den Bergen hin auch Gelegenheit zu lohnenden Spaziergängen. Zu empfehlen ist besonders der Aufstieg auf den Stainrich (20 Minuten). Von oben hat man über die grünen Weinberge weg einen hübschen Blick auf das zu Füßen liegende Städtchen und bei klarem Wetter eine herrliche Aussicht über die weite Ebene zum Main hin. Nordwestlich begrenzen die Taunusberge das Bild. Süd­westlich schaut man über die Burg Otsberg in den wald­reichen Odenwald hinein. Man sieht deutlich Schloß Lichten­berg, Neunkircherhöhe, Felsberg, Melibocus und Franken­stein bet Darmstadt. Ein Gang durch den mit schönen Wegen und Ruheplätzen versehenen Mittelwald zum Rai- bacherthal (20 Minuten) abwärts, (Gastwirtschaft zum Raibacher Thal") und dann am Waldesrand entlang zur Stadt zurück (15 Minuten) wird jedemFreund der schönen Gotteswelt" ein Genuß und eine Erfrischung sein. Der Ausstellungskatalog bietet in seinem 1. TeilFührer durch Groß-Umstadt und Umgegend" neben anderem sehr lesens­wertem Stoff, besonders aus der Geschichte von Umstadt (int Jahre 741villa Antmundi genannt) auch eine Uebersicht über die prächtigen Spazierwege in der näheren Umgebung Umstadts. (Verfasser dieses Teiles des Kata- loges ist Herr Pfarrer Kleberger, jetzt in Darmstadt).

Bingen, 29. August. Die Rumpf'sche Mühle zwischen Sarmsheim und Laubenheim a. d. Nahe ist heute mittag vollständig niedergebrannt.

Aus der Zett für die Zett.

Vor 57 Jahren, am 1. September 1842, wurde zu Schönau bei Teplitz der österreichische Nordpolfahrer und Maler Julius Ritter von Payer geboren, der sich um die Erforschung des Polarmeeres und des Franz Joseph- Landes wesentliche' Verdienste erworben hat. Mit großem Erfolge widmete er sich später der Malerei. Gleich sein erstes GemäldeDie Bai des Todes" erhielt die große qoldene Medaille der Münchener Akademie. _____________

Verkehr, Md Md Volkswirtschaft.

Limburg, 30. Ang. Fruchtmarkt. Roter Weizen, neuer, Mk. 13 32, weißer Wetzen Mk. 00,00, Korn Mk. 00,00, Gerste Mk. 0,00, Hafer, alter, Mk. 7.68, neuer Mk. 6,57.

Gotte,dunst der israelischen Neligiorngrseüschaft.

Sabbathfeier am 2. Sepiember 1899.

Freitag abend 6" Uhr, Samstag vormittag 8 Uhr, nach­mittag 4 Uhr, Sabbathauögang 766 Ubr.

Nachmittag Uhr Schrifterklärung in der neucrbauten Synagoge.

Wochengottesdienst morgens 5 Ubr, abends 6ao Uhr.

Neueste Meldungen.

Depeschen deö BureauHerold'.

Berlin, 31. August. Die Beschwerde desVor­wärts" gegen die wegen Majestäts-Beleidigung erfolgte Konfiskation des Blattes ist abgelehnt worden. Gegen die Beschwerde wurde eingewendet, daß nur diejenigen den Sinn, den Treffpunkt der Denunzianten Verse hätten einsehen können, die den Vers kannten. Die Leute aber, die den Vers nicht kannten, hätten ihn auf den Kaiser beziehen müssen, da keine andere Erläuterung in der Notiz aufzu­treiben war. Das sei die objektive Majestätsbeleidigung.

Hamburg, 31. August. Der alldeutsche Verband nahm nach dem Referat des Neichstagsabgeordneten Lehr aus Berlin eine Resolution an, wonach im Hinblick auf die letzten politischen Ereignisse die beschleunigte Durch­führung des Flottengesetzes von 18 98 von der Regierung verlangt wird und zwar durch Einbringung einer diesbezüglichen Vorlage an den Reichstag.

Wien, 31. August. In parlamentarischen Kreisen wird bestätigt, daß Graf Thun demnächst den Reichsrat für eine kurze Session behufs Vornahme der Delegations­wahlen auf konstitutionellem Wege einberufen wird.

Wien, 31. August. Kaiser Franz Josef wurde bei seiner Fahrt durch Böhmen von Ischl über BudweiS, Prag nach Reichstadt in allen tschechischen Orten, wo er passierte, von der Bevölkerung mit demonstrativer Begeisterung begrüßt. In Prag wurde der Kaiser von dem Bürger­meister, dem bekannten Deutschfeind Podlipny nur mit einer tschechischen Ansprache begrüßt, obwohl es bisher immer üblich war, daß der Prager Bürgermeister den Monarchen in beiden Landessprachen begrüßte. Der Kaiser selbst hielt daran fest, indem er dem Bürgermeister deutsch und tschechisch antwortete.

Budapest, 31. August. Der Pester Lloyd dementiert in einer offiziellen Jscheler Depesche, die aus Anlaß der Berufung von Chlumetzky zum Kaiser in Umlauf gesetzten Gerüchte über eine Kabinettskrise.

Belgrad, 31. August. Die Anklageakten in der Atten- täts-Affaire sind gestern vom Untersuchungsrichter dem Präsidenten des Standgerichts übergeben worden. Unter den Anklage-Akten ist besonders für eine Gruppe Radikaler der Umstand belastend, daß bei dem Advokaten Ljuba Zevakovie das Manuskript einer hochverräterischen Broschüre gefunden wurde, die angeblich in Zürich gedruckt sein sollte, wie aber nachgewiesen ist, in Belgrad hergestellt wurde. Dadurch ist auch der Leiter der radikalen Buchdruckerei Arza Stojanowic arg kompromittiert.

Paris, 31. August. Die Gegenüberstellung der wegen der jüngsten anarchistischen Vorgänge verhafteten wichtigen Zeugen findet am nächsten Sonntag statt.

Paris, 31. August. Gestern früh wurden mehrere auf das royalistische Komplott bezügliche Haussuchungen vorgenommen. Im Einklänge damit kündigen die Blätter neue Verhaftungen, darunter die des Chef-Redakteur des Petit Journal, Judet, als bevorstehend an.

Paris, 31. August. Das Schwurgericht hat den antisemitischen Gemeinderat von Algier, Lyome, zu 14 Tage Gefängnis und 1000 Franks Geldbuße wegen Rebellion gegen die Polizei verurteilt.

Paris, 31. August. Gusrin konnte gestern nach­mittag einiges Regenwasser auffangen. Um feine Festung herum herrscht nur geringe Bewegung. Gerüchtweise ver­lautet, Guärin wolle mit seiner Bande Feuer unlegen, um während der Verwirrung ausbrechen zu können.

Rennes, 31. August. Matthieu Dreyfus erzählte, sein Bruder breche nach jeder Sitzung erschöpft und hin­fällig zusammen. Die Familie glaubt, daß Dreyfus das Verdikt, wie immer es ausfalle, nicht lange überleben werde. Das Resultat von Dupaty de Clams Vernehmung wird in den nächsten Tagen hier bekannt gegeben werden.

Rennes, 31. August. Seitens der Verteidigung wird behauptet, der Anwalt Demange werde ein sich über zwei Sitzungen erstreckendes Plaidoyer halten. Labori wird da­gegen nur vier Stunden sprechen.

London, 31. August.Daily Telegraph" meldet aus New-Aork, der General Jimenez, der Chef der revolu­tionären Truppen von Sun Domingo sei in Santiago de Cuba verhaftet worden.

London, 31. August. In Marinekreisen wird offiziell erklärt, das Ultimatum an Transvaal werde abgesandt werden, sobald die englischen Truppen-Verstärkungen in Afrika eingetroffen seien.

Hutenöerg-Ieier in Mainz.

Am Johannistage (24. Juni) 1900 begeht die Stadt Main, die 500jährtge Geburtstagsfeier ihres großen Sohnes Johannes Gutenberg.

Gutenbergs Andenken zu ehren hat die Geourltzstätte der Buch­druckerkunst das erste Anrecht und die besondere Pflicht. Mit Mainz aber fühlt die ganze Wett an diesem Tage sich eins im P'ttse der edlen Kunst, die den mächtigsten Fortschritt bildet im Kulturleben der Menschheit.

Wie Gutenbergs Werk dm Erdkreis umspannt und die Volker verbindet, so muß an einer Gedächtnisfeier für ihn, den Wobtthater der Gesamtheit, die gesamte Menschheit dankbaren Anteil nehmen.

Gutenbergs Manen und seiner Kunst zu huldigen, rufen des­halb die Unterzeichneten, Angehörige der verschiedensten Nationen, die ganze gebtldtte Welt aus und leben zur -»8-,meinen Teilnabwe an dem Feste ein, zu dem die altehrwürdige Rheinfladt sich rüstet.

Der Plan der Feier im einzelnen wird noch bekennt gegeben werden; zur bleibend n Erinnerung ist als Ehrendmkmal für dm großen Meister vor allem die Gründung eines Gutenberg-MuseumL in Aussicht genommen.