Ausgabe 
1.2.1899 Erstes Blatt
 
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zasammensühre. Ein Prolog, der in schwungvollen Versen die Herrscherlugenden Kaiser Wilhelms und des Reiches Glanz «nd Macht verherrlichte und der von Frl. E. Ltstmann mit Wärme und Hingebung vorgetragen wurde, entflammte die Herzen zu hoher Begeisterung. Der Festredner, Herr Lehrer Rudolf, zeichnete in leuchtenden Farben die wechselvolle, »on kummererzeugenden, aber auch stolzerweckenden Daten durchzogene Entwrckelungsgeschichte unseres deutschen Vater­landes. Die ohnmächtige Zerrissenheit der deutschen Stämme habe Napoleon I. die Geißel in die Hand gegeben. Auch die FreiheilSkliege, die diese schmachvollen Fesseln der Knechtschaft sprengten, hätten das nationale Werk der Einigung nicht zu fördern vermocht. Erst der Geisterkampf von 1848 und die daraus erwachsene freiere Entwickelung des politischen Lebens hätten die Ei kenntnis der Notwendigkeit einer strafferen Einheit des Reiches gebracht. Aus dieser Zeit sei der Mann hervor gegangen, der, von den Hohenzollernfürsten an leitende Stelle berufen, in seiner Politik von Blut und Ersen mit weitschauen dem Blick da» richtige Mittel zur Erringung deutscher Emheit nb deutscher Macht und Größe erkannt habe. Welche Opfer da» gekostet, sei bekannt. Schwer Errungenes zu erhalten, das sei die Ausgabe des gegenwärtigen und kommenden Geschl.chts. Kaiser Wilhelm II. sei, getreu dem Erlaß bei seinem Regierungsantritt, die Bahnen seines Vaters und Großvaters gewandelt, während seiner nunmehr bald elf­jährigen Regierungszeit habe das Reich in durch weise Politik bewahrten Frieden im Innern und nach Außen sich kraftvoll entwickelt, stolz wehe heute die deutsche Flagge auf den Masten der Schiffe, überall, wo sie sich zeigt, achtunggebietend und dem deutschen Namen Ehre machend. Er (Redner) forderte alle auf, den Kaiser in seinen Bestrebungen zu unterstützen und an ihrem Teil mitzuwirken, die Errungenschaften des Reiches zu pflegen und weiter auszubauen. Dem Kaiser zum Ruhme, dem Volk zum Wohle! Unserem thatkräftigen jugend­lichen Kaiser gelte sein Hoch! Begeistert stimmte die Versamm­lung in dasselbe ein, worauf die Nationalhymne den Saal durchtönte. Die übrigen Nummern des Programms setzten sich au» allgemeinen Gesängen und Solo-Vorträgen zusammen.

Bingen, 29. Januar. Der Abstich des 1898er ist in den weinbautreibenden Orten der Provinz Rheinhessen überall im Gange. Die Qualität im Fasse stellt sich besser, als man anfangs im Herbste vermutet hatte, derselbe dürfte einen brauchbaren Mittelwein geben. Die eingelagerte Menge ist sehr wenig, da die meisten kleineren Landwirte im Herbste ihre Creseenz verkauften.

Aus der Zeit für die Zeit.

Vor 440 Jahren, am 1. Februar 1459, wurde zu Wipfeld bei Schweinfurt der erste 1487 von Kaiser Friedrich III. mit dem Lorbeer gekrönte Dichter Konrad Gelte» geboren, dec für da» Wiederausblühen wissenschaftlicher Bildung mit Srfolg in Erfurt, Leipzig, Nürnberg, Ingolstadt, Regensburg und MUnz wirkte. Sein Hauptverdienst ist die Pflege des lateinischen Versbaues. Ein großes Finderglück ließ ihn manchen alten Schatz zu Tage fördern, vor allem die Werke der Gandersheimer Nonne Roswitha und die Reisekarte de» römischen Reiches. Er starb am 4. Februar 1508 in Wien.

Vermischtes.

* Wehlar, 30. Januar. Heute nachmittag um i/a2 Uhr ereignete sich auf der Sophienhütte ein beklagenswerter Unfall, dem leider ein junges Menschenleben zum Opfer fel. Von dem niedergehenden Förderkorb im Gichtaufzug löste sich in bisher unaufgeklärter Weise ein leerer Wagen, vclcher im Niederfallen den unten beschäftigten Auffahrer Fakob Lang aus Nauborn so schwer am Kopfe verletzte, daß dadurch sein Tod sofort eintrat. Lang, ein nüchterner, hiiber Arbeiter, war nicht verheiratet.

* Aus dem Taunus, 28. Januar. Ein schrecklicher üir glucks fall ereignete sich gestern früh in dem Orte Minrnelsham bei Cronberg beim Salutschießen zu Kaisers Geburtstag. Der Böller erplodierte, als der Feuerwerker Fuchs noch mit dem Ladstock an der Mündung des ümfes hantierte. Der Ladstock ging dem Unglücklichen in iie Brust und er stürzte als Leiche zusammen.

* Shakespeare nach Maß. Ein Korrespondent derNotes < Kueries", der besonders viel Zeit zu haben scheint, hat ßt- der Mühe unterzogen, Shakespeares Dramen zu messen. De vier kürzesten sindDie Komödie der Irrungen" mit JH7 Zeilen, 14 438 Worten und 57 514 Buchstaben,Der ^'^2063 Z., 16178 W., 65144 B.),Macbeth" 546 ®'' 68144 B.) undSommernachts- T! Z > 16 177 W., 65125 B.). Shakespeares

Stuck ist von diesem Standpunkt ausHamlet" |$93O 3. 29492 W., 120434 B.) und dann kommtAn- Smus und Kleopatra".

* Altertümer. In dem an den Limes sich anschließenden Milchen Straßennetz bei Stockstadt am Main sind nichtige Funde gemacht worden. Bei Grabungen für neue Mrtkanlagen streß man auf eine Anzahl von Votivsteinen. M Weihende erscheinen beneficiarii, römische Grenzoffiziere, tonen die Verwaltung der Heerstraßen oblag. Viele Steine laßen sich zeitlich festsetzen, der älteste ist vom Jahre 167, Ängste vom Jahre 186. Die Funde sind nun in das Mseum von Aschaffenburg gewandert, weitere Untersuchungen Men noch aus. ' 1 b

_* Verkaufspreise Rembrandtscher Gemälde. Ueber die W, die Rembrandts Meisterwerke seinerzeit erzielten, »ringt derMoniteur de Arts" folgende interessante An- Mn:Verkauf vom 9. April 1687 zu Amsterdam: Por- l ^"uraMs, zurzeit im Louvre, 12 Franken. Verkauf

4* Miirz 1692 im Haag:Weihnachten", zurzeit im Erngham Palast, der Londoner Residenz der Königin, von mr- a ?05 $rQnfen- Verkauf vom 2. September 1694 blirfr* ani: Studie nackten männlichen Körpers, augcn-

irch m der Sammlung Carstanjen zu Berlin 1 Franken

50 Cts. Verkauf vom 16. Mai 1696 zu Amsterdam: Por­trät 14 Franken 50 Cts. Verkauf vom 20. April 1700 zu Amsterdam: Die Heilige Anna legt ihrem Enkel Samuel die heilige Schrift aus, augenblicklich im Ermitage-Museum von Petersburg, 400 Franken. Verkauf vom 16. August 1702: Porträt 2 Franken. Verkauf vom 2. September 1704 zu Amsterdam: Venus und Amor, zurzeit im Louvre- Museum, 130 Franken. Verkauf vom 12. Mai 1706: Porträt Rembrandts 60 Franken. Verkauf vom 20. April 1707 zu Amsterdam: Ein moskowitischer Botschafter, zurzeit im Eremitage-Museum von Petersburg, 94 Franken. Die Grablegung, zurzeit in der Münchener Pinakothek, 580 Fran­ken; Auktion im Haag 1747: David die Harfe vor Saul spielend letzthin seitens der holländischen Regierung von Herrn Durand-Ruel für 200 000 Franken angekauft 108 Franken. Welche Verdienste hätte nicht ein Kunsthändler des 16. Jahrhunderts einheimsen können, wenn er nur etwas Geduld und eine gute Gesundheit gehabt hätte!

* Eine beherzigenswerte Bitte an die Radfahrer veröffestt- licht dieAllg. Tierschutz-Ztg.":Das Zweirad hat sich bei uns eingebürgert, und wir haben nichts dagegen zu erinnern; nur bemerken wir manchmal auf feiten der Radfahrer eine Gedankenlosigkeit, die wegen der damit verbundenen Grau­samkeit eine so unschuldige und heilsame Körperübung nicht entstellen sollte. Der Radfahrer kann weiter und schneller rennen als das Pferd; zuweilen aber vergißt er, daß das, was für Pferde unmöglich und für ihn leicht ist, für einen Hund beinahe tötlich sein kann. Radfahrer sollten ihre Hunde zu Hause lassen. Die gewöhnliche Schnelligkeit in der Stunde (15 bis 18 Kilometer), mit der sie sich unter vollkommenster Behaglichkeit fortbewegen und die sie ohne Mühe stundenlang beibehalten können, übersteigt die Kräfte eines Hundes, und selbst wenn sie langsamer fahren, strengt die gewöhnliche Fahrt den Hund aufs äußerste an. Es hat uns geschmerzt, sehen zu müssen, wie nicht wenige Hunde ihren Herren oder (was oft genug vorkommt) ihren Herrinnen mühsam mit Zeichen offenbarer Erschöpfung folgen, und das alles geschah, davon sind wir überzeugt, nicht mit Absicht oder aus Grausamkeit, sondern aus reiner Gedankenlosigkeit. Sollten wir da nicht die Radfahrer bitten, zu bedenken, daß der Hund kein paffender Gefährte für einen Radfahrer ist?"

Meratur, Wissenschaft und Kunst.

Im Verlage der Bacb'schen Buchdruckerel, Münster i. W. erschien soeben: Bender, Neue Gedichte, fernen Bender, ES ist Nicht wahr! Blttzltchtbtlber am Gabe unseres Jahrhunderts und Streiflichter in die neue 3eit. (Greis 1 Mk). Erstere dürfen als anmutige Kinder einer heiteren Mufe allseitiger freundlicher Auf­nahme oerstchert sein; in den Blttzltchtbtldern erweist sich Verfasser als einer, der Kopf und Herz auf dem reckten Fleck hat. Er besitzt ein offenes Auge für die Schäden der Zett, die er beweglich zu schildern weiß.

Der Kunstwort. Herausgeber Ferd. Avenarius, Ver­lag Georg D. W. Callw.y, München (vierteljährlich Mk. 2,50, das einzelne Heft 50 Pfg.) Heft 8 enthält: Das Thema vom Glück in der Dichtung. Von Karl Spttteler. Für die gute Familie. Von Adolf Bartels. Das Konzertwesen der Gegenwart. Volkskunst. Etwas über Technik in bildender Kunst. Von Schultze Naum­burg. Spieltrteb, Schönheitsdurst und Wirtschaft. Von Arthur Dix. Lose Blätter: Gedichte von Th. Westphal, Helene Voigt, Wilhelm Lobfien. Mondspuk. Von Leopold Weber. Epigram­matisches. Von Fcrd. Avenarius. Rundschau, enthält u. a.: Schrtflstellerleiden von Arthur Zapp. Max BurckhardsBürger- meisterwahl" in der Münchener lttterar. Gelellschast. Lieder und Sänger. Dresdner Mustkbertcht. Zur Ehrung Adolf M-nzelS. Bilderbellagen: Max Klinger, Akkorde, Evokation. Noten­beilage: AusDon Quixote". Von Wilhelm Kienzl. Wir nehmen wiederholt gern Veranlassung auf die in jeder Beziehung reichhaltige Zeitschrift empfehlend hlnzuweisen.

Eingesandt.

ForsthauS bei Echzell, 31. Januar 1899.

Im 2. Blatte der Nr. 23 JyreS geschätzten Anzeigers wird in einem Artikel aus ELzell beiläufig erwähnt, daß in einem größeren Etablissement der Nachbarschaft eine Acetylenbeleuchtung eingeführt worden sei, die sich aber wenig bewährt habe, sodaß die Bewohner wieder ihre Petroleumlampen hätten in Thätigkeit setzen müssen.

Mit dem Etablissement bat der Arlikelfchreiber offenbar meine Wohnung gemeint. Es ist allerdings richtig, daß ick im Oktober 0. I. eine Acetylenanlage bade machen lassen, daß ich auch seit Neu jahr wieder die guten alten Petroleumlampen hervorgeholt habe, und wir unS an diesem Lichte begnügen lassen mußten, aber nicht, weil sich die Beleuchtung nicht bewährt hat. Die genannte Firma hat, wie sie selbst zugefteht, erbärmliches Material für die Be­leuchtungskörper benutzt, und eine undichte Leitung hergestellt. Die daraus entstehende Gefahr für die 34 Insassen meines Hauses war zu groß. Aber auch die Kosten bewogen mich, die neue Beleuchtungs­art einzustellen. Ich hätte wenigstens ebenso billig Acetylen trennen können, so aber habe ich in noch nicht Vt Jahr fast soviel für Calcium Carbid ausgegeben, wie sonst im ganzen Jahr für Petroleum. Letzteres wäre unmöglich gewesen, wenn mein Apparat gut gewesen wäre und nicht eine Menge GafeS hätte entweichen lassen.

Es ist schade, wenn durch solche Anlagen, wie die meinige, die ganze Acetylenbeleuchtung in Verruf kommt. Bei tadellosen Anlagen ist dir Gefahr nicht größer, als beim Brennen von Petroleum, auch der Kostenpunkt kann kein größerer sein, als bei der alten Be­leuchtungsart. Das Licht selbst aber ist das schönste, hellste und ruhigste, was man ssch nur denken kann, und ich kann es nur leb­haft, besonders im Interesse meiner Schüler, bedauern, daß ich durch die traurigen Umstände genötigt war, die Acetylenbeleuchtung ein­zustellen. Präceptor Lucius.

Spikylm der nertiaigftn Frankfurter Stlüttheater.

Opernhaus.

Mittwoch den 1. Februar: Ztgeunerbaron. Donnerstag den 2. Februar: Martha. Freitag den 3. Februar geschloffen. SamStag den 4. Februar: Das Unmöglichste von Allem. Sonntag den 5. Februar, nachmittags 3Vi Uhr: Josef in Egypten. Abends 7 Uhr: Die Hugenotten.

Schauspielhaus.

Mittwoch den 1. Februar: Herostrat. Donnerstag den 2. Februar: Za za. Freitag den 3. Februar: Fuhrmann Henschel. SamStag den 4. Februar: Im weißen Rößl. Sonntag dm 5. Februar, nachmittags 3«/, Uhr: Fuhrmann Henschel. AbmdS 7 Uhr: DaS Erbe. Montag den 6. Februar: König Lear. Dienstag den 7. Februar: Herostrat.

Verkehr, Kand- und Vslkswirtfchast.

Gießen, 31. Januar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.800.90, Hühnereier per St. 68 2 St. 0000 H, Enteneier per St. 89 H, Gänse»

eiet per St. 1415 Käse 1 St. 58 Käsematte per St. 8 Erbsen per Liter 20 H, Linsen per Liter 30 Tauben per Paar

X 0.801.00, Hühner per St. X 1.101.30, Hahnen per Stück X 1.001.60, Enten per St. X 1.902.20, Gänse per Pfund X 0 500.60, Ochsenfleisch per Pfd. 6874 H, Kuh- und Rindfleisck per Pfd. 6264 H, Schweinefleisch per Pfd. 6876 Schweine­fleisch, gefallen, per Pfd. 80 Kalbfleisch per Pfd. 6466 H, Hammelfleisch per Pfd. 5070 Kartoffeln per 100 Kilo 6 00 bis 6.50 X, Weißkraut per St. 0000, Zwiebeln per Ctr. JL 7.008.00, Milch per Liter 16 H.

Dauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgens bis 2 Uhr Nach» mittags. Während der ersten 8 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.

G«ü«Aa»g, 28 Jan. Fruchtpreise. ®dienX165000,00, Korn X 15,00 0,00, Gerste X 15,28 - 00 00, Hafer X 13,50-14 OO, Erbsen X 00,00-00 00, Linsen X 00.0000.00, Biden X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 0,00-0,00, Samen X 00,00-00,00.

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 31. Januar. Dem Reichstage ist nunmehr die angekündigte Denkschrift über die bedingte Be­gnadigung zugegangen. Die Denkschrift enthält die einschlägigen Bestimmungen, welche in den einzelnen größeren Städten des Reiches erlassen, ferner die zahlenmäßigen Ergebnisse, zu welchen die Anwendung dieser Vorschriften geführt hat und ein kurzes Resums, welches dieses Zahlen­material beleuchtet.

Wien, 31. Januar. Der Präsident des Abgeordneten­hauses wird heute den tschechischen Journalisten Penizek wegen des Zwischenrufes, durch den eine Schlägerei entstand, für einen Monat vom Besuch der Galerie ausschließen und gleichzeitig den Abgeordneten Wolff und Girstmayer eine Rüge erteilen.

Men, 31. Januar. Blättermeldungen zufolge hat sich Graf Thun in der gestern beim Kaiser gehabten Audienz die Genehmigung für die anläßlich der Vertagung des Reichsrates zu treffenden Maßnahmen eingeholt.

Budapest, 31. Januar. Der hier entdeckte Ordens- schwindel nimmt große Dimensionen an. Gestern wurde der Hilfsbeamte des Ministeriums des Innern, Beretz, ver­haftet. Weitere Verhaftungen stehen noch bevor.

Paris, 31. Januar. Die Kommission für die Er­gänzung des Revisionsgesetzes wird nach Entgegen­nahme des Mazeau'schen Berichtes die Richter Löw, Bard, Dumas und Manau vernehmen, um ein vollständiges Bild von den Vorgängen im Justizpalast zu gewinnen. Zu diesem Schritte werde die Bekanntgabe des von der Strafkammer in der Dreyfus-Angelegenheit gesammelten Materials an die parlamentarische Kommission unvermeid­lich erscheinen. Politik und Justiz werden dann kaum mehr zu trennen sein.

Paris, 31. Januar. Esterhazy begab sich gestern abend zur Kanzlei der Kriminalkammer, und unterbreitete dort ein Gesuch, in welchem er die Absetzung des Unter­suchungsrichters Bertulus fordert, weil derselbe sich in der Affaire mit seinem Vetter Christian Esterhazy als un­zuverlässig erwiesen habe.

Paris, 31. Januar. Im weiteren Verlauf der gestrigen Kammersitzung sprach nach der Erklärung des Justizministers der Abgeordnete Berry. Er betonte, daß es notwendig sei, daß die Regierung den Wortlaut der Untersuchung im Falle Beaurepaire-Bard verlese, da das Gesetz infolge der Untersuchung eingebracht worden sei. Es sei dies übrigens notwendig, um eventuell Maßregeln gegen gewisse Mit­glieder des Kassationshofes zu ergreifen, welche beschuldigt sind, ihr Richteramt nicht mit der notwendigen Unabhängig­keit versehen zu haben. Dieses wurde vom Ministerpräsi­denten Dupuy widerlegt, der weiter erklärte, der Ausschuß, der dann das Gesetz zu beraten habe, werde den Wort­laut der Untersuchung zur Kenntnis erhalten. Nachdem noch mehrere Redner die Verweisung an die Spezial-Kommission be­kämpft, wurdezur Abstimmung geschritten. DieUeberweisungdes Gesetzentwurfes an einen besonderen Ausschuß wurde mit 346 gegen 189 Stimmen abgelehnt. Somit ist der Gesetz­entwurf an diejenige Kommission verwiesen, welche sich bereits mit ähnlichen Gesetzentwürfen beschäftigt hat. Zur Er­klärung diene, daß durch diesen Entwurf jedes Revisions- Verfahren, nachdem es von der Kriminalkammer untersucht, an die vereinigten drei Kammern des Kassationshofes über­wiesen und dann erst einem besonderen Gerichtshöfe zur Aburteilung übergeben wird. Im Falle Dreyfus ist dies ein Kriegsgericht. In den Wandelgängen der Kammer herrschte über das Ergebnis der Sitzung große Erregung. Ein anwesender Advokat machte die Bemerkung: Wenn es so fortgeht, steuern wir mit Volldampf zur Revolution.

London, 31. Januar. Den letzten Telegrammen aus Bombay zufolge ist dort die Pest in der Zunahme be­griffen. Gestern sind 8 Personen daran gestorben.

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