Ausgabe 
30.11.1898 Zweites Blatt
 
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Deutsches Reich.

Berlin, 28. November. Zu der gestrigen Abendtafel? beim Kaiserpaar war der Oberst und Flügrl-Adjutant v. Schwartzkoppen geladen. Dou heute Morgen 9 Uhr au hörte der Kaiser den Bortrag deS Chef- de» Livil- eabinetS v. Lucauu» und spater den Bortrag des Ches» deS MarinecabtuetS.

Berlin, 28. November. DiePost" sagt zu der Nach­richt des LondonerStandard", wonach der Sultan dem Sraat-secretär v. Bülow kostbare Geschenke gemacht habe, diese Meldung habe lediglich der Erfindungsgabe deS be- treffenden Korrespondenten ihre Entstehung zu danken. Ja t Deutschland wisse man nichts von einer derartigen Muutficenz des Sultans.

Berlin, 28. November. DerReichsanzeiger" bezeichnet die Behauptung derTäglichen Rundschau", daß die Staat-« t baha-Verwaltung die Frage venttltre, ob nicht eia fiska« s lischeS Coucurrenz'Unteruehmen gegen die neu; erbaute Privat.Eisenbahn Düsseldorf.Creseld Z außzusühren sei und bereits mir den Eigenthümern mehrerer für eine solche neue Linie zwischen Düsieldorf und Srefeld ia Betracht kommender Grundstücke ErwerbS-Berhaudlungeu { augeknüpft habe, als unrichtig. I

Berlin, 28. November. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: ; Die tu manchen Zeitungen enthaltenen Nachrichten über den t Johalt des dem Reichstage vorzulegenden Baukgesetz- [ Entwurfes find verfrüht, da dieser noch keineswegs festfieht.

Wehr st en er. DerAllgem. Aoz. f. d. Offiziere d. Armee u. Mar." tritt für die Einführung einer Wehrsteuer ein. Ja demZcitnoth und Wehrbeitrag" überschriebenen Artikel heißt eS:Wohl sagt man, die Wehr- S pflicht sei eine E^reuiache, eine Persovalletftung- aber Beides > bleibt ja unangetastet, wenn der Untaugliche dem Staate nur das Grldopfer bringt, welches der dienende Soldat neben dem weitaus werthvolleren persönlichen Opfer auch leisten muß. Wer Compagnie'Chef war, weiß ganz genau, daß die meisten Eltern ihre Söhne während der Dienstzeit nach Können mit alltm Möglichen, namentlich durch Gelb unterstützen, daß Rekruten einen Sparpfennig mitbriugeu, welchen sie beim Truppentheil zusetzrv. Fünfzig Mark sind als sehr geringe Durchschnitiszubuße während der Soldatenzeit zu rechnen. Bei einem großen Theil der Dienenden sprechen aber ganz andere Zahlen mir; fte steigen für die Einjährigen, sogar für Dreijährige der Cavallerte, auf Tausende von Mark. In Millionen besteht das Gesammtopfer- dazu kommen Nicht- Verdienst, Berufsentfremdung, Verzögerung der Laufbahn, Gefährdung der Gesundheit und Urbuuzspflicht während vieler Jahre. Dieses Alles kennen die Besretteu nicht. Von Dem« jrnigeo, welcher sich mit Mühen um» tägliche Brot quält, soll wahrlich keine Abgabe verlangt werden, so wenig wie von denen, die wirklich stech und verdienstunfähig find. Aber wir haben zum Glück Dtenereinschätzuug und sind tu der äuge« nehmen Lage, den Geldaufwand auSrechuen zu können, welchen z. B. der Sohu eines mit 80000 Mark Jahreseinkommen ^geschätzten" Bankiers während feines FretwilligenjahreS das er nicht abdieut verursachen würde. Sind wir Bürger eines Landes und haben dieses so lieb, daß wir Gut und Blut dafür einsetzeu, so sollte mau eS eigentlich Denjenigen, welche nicht selbst die Muskete tragen können, nicht verwehren, ihr Scherflein zur Wehrhaftmachung des Reiches vetzmragen- dazu gehört aber unbedingt die au-rricheudr Sorge für die verdienten Gedienten unv ihre Angehörigen. Nicht als eine böse Steuer darf dieses angesehen werden, sondern als be- rechtigtrr Wehrbritrag."

An- Deutsch. Süowestafrika. Unter den Hottentotten im Gebiet von Bethanien tu Deutsch-Südwest« afrika ist eine Bewegung entstanden, dir zum off-mn Aus­bruch von Unruhen zwar noch nicht gesührt, aber doch die Aufmerksamkeit der Behörden auf fich gelenkt hat. Der Gouverneur, der einen Besuch deS Südens ohnehin, wenn auch wohl für spätere Zeit, beabfichtigt hatte, hat daher am 21. Septimber Windhoek verlassen. Er ist von einer Com« pagvte der Schutztruppe unter Hauptmann Kaiser und mehreren Geschützen unter Hauptmann o. Hey^ebreck begleitet. Am 29. September berührte die Truppe Kub am F.schfluß. Sollten die E ngeboreueu etwa zum Angriff schreiten wollen, so würde von deutscher Seite eine ansehnliche Macht zur

von Liberia diesen gefährlichen Raubfisch nur al» Handels« object betrachten, der ihnen guten Leberrhran liefert, verehren die Neger em Bonnhflufse diese- Thier al« heilig und bringen ihm heute noch jährlich ein jung«» Mädchen zum Opfer dar. Zu Calabar soll ans dir Tödtnng eine» Haifische- sozar Tode-« strafe stehen. So berühren fich in jenen Ländern Hohr Cnltur und krassester Barbarismus.

Ja den feuchten Wäldern haust heeroenweise der Büffrl, der fich hier um so wehr Verbreiter, als die Bewohner der Pfefferküste ihn mehr fürchten als ein Raubthier, dcvu er ist hier voa einer wütheodev, tückischen Art, der furchtlos den Menschen augreift. Auch Leoparden birgt der Urwald in großer Zahl, dagegen trifft man den Löwen selten an. In den üppigen Wäldern treiben zahllose Affen ihr Spiel- der Chimpanse ist hier zu Hause. Dieser Affe ist viel gefälliger wie der Gorilla und thut den Menschen nicht- zu Leide. Nur gereizt kann er gefährlich werden- fie versammeln fich dann zu Schaareu, greifen nach Stöcken und Steinen und gehen ihren Frindrn mnthig entgegen. Auch der Chimpanse bilder einen Handelsartikel, zumal er sich in der Gefangen­schaft nicht lange hält und au eine Fortpflanzung in derselben nicht zu denken ist.

Die Republik Liberia zeichnet fich durch vethältnißmäßig hohen Siand de» Ackerbaues und Handels au«, während dieselben bei den Nachbarvölkern weit tiefer stehen- durch die beständigen Fehden der kleineren Staaten werden fie in der Eutwtcke'uug gehemmt.

Verfügung sein. Der in vnd bei Bethanien wohnende Stamm der Hotteutotteu, der bisher zu Klagen weniger Beravlaffuug gegeben hat, zählt etwa 2000 Seelen.

Die Tschadsee« Expedition. Von bestuuter- richteter Seite wird der ,Nat.-Z." versichert, daß die AuS- führuug und Uebernahme der Leitung der geplanten Tschadsee- Expedition durch die Reichsregierung keineswegs noch zweifel- haft sein kann. Wenn über die Vorbereitungen und Vor­arbeiten bisher nichts iu die Oeffeutlichkeit gelangt ist, so werde doch Jedermau überzeugt sein, daß die Wahrung de» GeheimniffeS über dieses weitsichtige Unternehmen der Sache nur zu Gute kommen muß. Eine Expedition von solchem Umfange könne, daS werde wohl gleichfalls Niemandem zweifelhaft fein, nicht iu vier Wochen iu Scene gesetzt werden, fie bedürfe vielmehr der sorgfältigsten Vorbereitung. WaS sodann die Notiz betrifft, daß der Plan der Uferbahn von Sleinpopo au» an den Mono in Togo hinauSgeschoben sei, so wird mitgetheilt, daß die Bahn nicht in Sleinpopo, fou- dern iu Lome begonnen wird und ihr Bau von der Fertig­stellung der Landungsbrücke iu Lome abhängt, die wegen der großen Seebranduug außerordentliche Schwierigkeiten bietet- letztere werden aber sicher überwunden werden. In den Etat für 1899 find dementsprechend die Kosten für die Landungs­brücke bereit» eingestellt.

Budapest, 28. November. Ja der Umgebung des Ab- geordnetenhauseS sieht es wieder demonstrationslufiig an», doch verhindert ein starke» Polizeiaufgebot jede An« sammlung. Im Abgeordnetenhause setzt die Oppofition die Obstructiv« durch Beantragung von namentlichen Abstimm­ungen fort. ______________________________________

CocaUs und Provinzielles.

Gießen, den 29. November 1898.

* Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich h« Todtge- borenen, betrug in der Woche vom 6. bis 12. November in Mainz 25, in Darmstadt 25, in Offenbach 11, in Worms 11 nnd in Gießen 12, zusammen 84, davon 16 im ersten Lebensjahre. Todesfälle pro Jahr nnd 1000 Einwohner kamen auf Mainz 16 3, Darmstadt 19,1, Offenbach 13,8, WormS 17, und auf Gießen 26,1. Die Todesursache anbelavgead, verstürben an Scharlach 1 (Darmstadt), an Keuchhusten 2 (je 1 in Offenbach und Gießen), an Unterleibs­typhus 1 (Offenbach), an Brechdurchfall 1 (Darmstadt), an Lungenschwindsucht 2 (p. 1 tu Mainz und Gießen), an akuten entzündlichen Krankheiten der ArhmungSorgane 17 (je 5 in Mainz und WormS, je 2 In Darmstadt und Gießen, 3 in Offenbach), an Gehirnapoplexie 8 (3 in Mainz, 4 in Darm­stadt, 1 in Gießen), an sonstigen Krankheiten 48 (14 in Mainz, 17 in Darmstadt, je 6 in Offenbach und Gießen, 5 in WormS- gewaltsamm Tod erlitten 3 Personen (2 in Mainz, 1 in Worm-).

Beschwerdebriefka-en in den v Zügen. In den D Zügen BerlinFrankfurt a. M.Bafel bestehl fett Kurzem eine praktische Einrichtung, indem den Reisenden gestattet ist, etwaige Beschwerden über da» Effrn, die Getränke, schlechte und unhöfliche B d.ennng Srtten» der Kellner dtrect in einen im Speisewagen de- betr. Zage» angebrachtenBeschwerde- briefkaften" niederzulegen. Auch hat der Kellner die Rech­nungen Über die iw Speisewagen eingenommenen Erfrischungen n. f. w. mit Datum, Zugnummer und seiner Namen-unter- schrtft zu versrdea.

Etaatsbahu-Gepäcktarif. In einer an die Gcpäck- abfertigungsstellen ihre» Bezirke» gerichteten Verfügung wacht die Mainzer Elsevbahndireetion darauf aufmerksam, daß auf Gegenstände, die mchr zu den RetsededÜrfniffen der Passagiere gezählt werden können, wie Kisten und Fäffer mit Obst, Wein, Waaren, Geräthschafttu und dergleichen, bei Annahme al» Gepäck Freigewicht nicht gewährt werden darf.

* Die Bemefsllug der Beiträge zur Zuvalideu-Ber- ficheruug. Die Beiträge zur Invaliden Versicherung werden bekanntlich nach Lohnklaffen drmeffen, in welche die Ver­sicherten nach der Höhe ihres Jahresarbeit»'Verdienste» ein- gereiht werden. Dabei kommt c» aber nicht auf den wirk- lichen JahresarbeitS'Verdienst an- vielmehr sind behördlich f.stgefetzte DurchschnittSlöhne der einzelnen Categorien der Versicherten für die Einreihung in die Lohnklaffen maß­gebend. Nach der Höhe der durchschnittlichen Klaffenlöhne find 4 Lohnklaffen gebildet, Klaffe 1 bi« zu 350 Mark ein- schließlich, Klaffe 2 von wehr al» 350 bi» 550 Mark, Klaffe 3 von mehr al» 550 di» 850 Mk, nnd Klasse 4 von wehr al« 850 Mark. Der Entwurf eine» Javaliden-Ber- ficherungSgesrtze» fügt eine Klaffe 5 für diejenigen Ver­sicherten hinzu, deren JahreSarbeitS-Verdienst den Betrag von 1150 Mark übersteigt. E« wird hierdurch hochgelohnten Arbeitern und Betrteb»beamten ermöglicht, gegen Entrichtung höherer Brtträge eine ihren Berhältnisim entsprechende höhere Rente zu erwerben. Die au» den gesetzlichen Bestimmungen sich ergebende Lohnk.affe soll nun aber schon gegenwärtig nur den Mindestbetrag ergeben, der für den einzelnen Arbeiter bet der Berficherung zu Grunde gelegt werden muß. Im Falle eines Einverständniffe» zwischen dem Arbeitgeber und dem Verficherten können Markrn auch für jede höhere Lohnkloffr verwendet werder-- der höhere Beitrag muß bann aber, ebenso wie der Beitrag in der an fich maßgebenden niedrigem Lohnklaffe von dem Arbeitgeber und drm Ber. sicherten je zulc Hälfte getragen werden. Die hieran» fich ergebende Mehrbelastung de» Arbeitgeber» hat in manchen Fällen da« Zustandekommen der Vereinbarung und dadurch die für den Verficherten wünschen-werthe höhere Berficherung gehinvert. Die neue Novelle zum Jnvaliden-Berfichernng«- gesetz steht deshalb, indem fie gleichzeitig die Befugmß zur Höherverficherung tu einer ihrer Bedeutung entlpttchensen Weise mehr hervorhebt, eine Aendernug insofern vor, al» fie die Höherverficherung von der Zustimmung und Mit- witknug deS Arbeitgeber» unabhängig macht. Der Ber-

ficherte soll nämlich die Berficherung in einer höhern, al» der gesetzlich für ihn maßgebenden Lohnklaffe stet» beanspruchen können, wenn er die Mehrkosten der Höherversicherung allein tragen will- der Arbeitgeber hat bann also auch im Falle dieser Höher-Berficherung nur den für den Verficherten ge­setzlich maßgebenden niedrigem Beitrag zur Hälfte zu tragen. Einer besondem Vereinbarung zwischen dem Arbeitgeber und dem Verficherten soll e» nur noch bann bebürfen, wenn ber Arbeitgeber auch den höhernBeitrag anrhetlig tragen soll. Bet der f' e will'gen Derfichernng soll durch dir Novelle die bisherige Beschränkung auf die 2. Lohnklaffe, ebenso aber auch die Zusotzma'ke be­seitigt werden, weil beide Erschwernngen sich al« nicht zwrck- mäßig herauSgestellt haben. Die freiwillige Berficherung soll fortan in jeder Lohnklaffe zu deren, gewöhnlichen Sätzru ge­stattet sein.

Darmstadt, 28. November. Mit dem Jahre 1900 gelten für die B olkSs chullehr er andere Bestimmungen bezüglich deS Militärdienstes, und legen diese den Zöglingen der Lehrer- BtlbungSanstalten und deren Eltern die Pflicht auf, fick rechtzeitig mit der Abänderung de» bi» jetzt bestehenden Dienftverhältniffes bekannt zu machen. Aus der Lehrerschaft heran» find mehrfach Stimmen laut geworben, die eingehende Darlegung ber neuen Bersügungen und Beleuchtung derselben nach verschiedenen Seiten, insbesondere nach ber finanziellen hin, sorderteu. Der Deutsche Lehrerverein kam tiefen Wünschen entgegen unb genehmigte auf der Breslauer Lehrer-Ver­sammlung, Pfingsten 1898, die Herausgabe einer Berein«'- schrift über die Militärbienftverhältniffe ber Bolkrschullehrer. Durch Beschluß be» geschäft-führenden AußschuffeS wurde Lehrer ReiShauer in Leipzig mit ber Redaktion der Broschüre betraut. Dieselbe ist im Verlag von Julin» Klinkhard, Berlin und Leipzig, erschienen, und find durch Vermittelung der Vorsteher der Landes- und Provinzialverbände soeben an sämwtliche Zweikvereine (auch die deS Hesfischen Lande«- Lehrer-VereinS) Bestelllisten abgeschickt worden. Es dürfte fich gewiß empfehlen, daß da» Buch in unseren hesfischen BezttkSvereinen, in den ©emtnarten und Pläparandevschnlen Eingang fände, um aufklärend zu wirken, bamt bet an- gehenbe Lehrer, bezw. deflen Eltern rechtzeitig klar entscheiden können, ob der künftige BolkSschullrhrer den einjährig-frei- willigen ober des einjährigen aktiven Militärdienst wählen soll. Da« Büchlein giebr vollständige Aufklärung über: 1) die gesetzlichen Bestimmungen und Erlaffe bez. ber Volk»- fchullehrer vnb Candidaten be» Doik-schulamt» - 2) Muster und Anlagen - 3) Formulare zu Gesuchen unb Eingaben an die Militärbehörden- 4) Borthetle de« eivjährig-freiwilligen Dienste»- 5) Kostenanschläge für einjährig freiwillige, sowie einjährig acttve Dienstzeit; 6) Kapitalverficherungen zur Möglichmachung deS einjährlg-freiwilligen Dienste» rc. Mit letzterer Frage wird fich jedenfalls auch oie nächstjährige Hauptversammlung de« LandeS-LebrervereinS beschäftigen.

VeEischtes.

* Die neueste Art bei Schachspiels. An» dem schönen Ungarlande kommt eine Nachricht, die für manche Liebhaber de» finnreichstln aller Brettspiele Jntereffe haben dürfte, sofern fie nicht zu der sonderbaren Secte ber Teetotaler ge­hören. Zwei flotte Budapester Cavaliere, die dem Schach­spiel ebenso leidenschaftlich ergeben find, wie dem feurige« Saft der ungarischkn Rrben, habtn diese beiden noblen Pasfiouen zu einem harmonischen Ganzen vereint, indem fie fich höchst originelle Schachfiguren constmitten. Jede einzelne repräseutirt eine zierliche mit Mein gefüllte Flasche, und -war find ber König und die Königin mit ber edelsten Sorte de» edlen Raffe» angefüllt, während die anderen Figuren je nach ihrem Range minder gute Weine et'thalten. Jede Figur, die der Spieler nimmt, muß er sofort auf da» Wohl feiner Königin leeren, nad der ganze übrige Borrath fällt natürlich dem Sieger zu.

* Der Streit über die Hiuterlafieuschaft Alfred Robe» ist nach einer Mittheilung de»Scientific American nun­mehr geschlichtet und zwar ist ein Compromiß zwischen den streitenden Parteien erzielt worden. Die Berwandrcn de» berühmten Chemiker» erhalten eine Summe von 3800000 Kronen, etwa» über 4 Millionen Mark. Für bte voo Nobel letztwillig verordnete Gründung w.ffenschaftlicher Stiftungen verbleibt eme Summe von 25 Millionen Kronen (rund 28 Millionen Mark), au» bereu Zinsen Preise im Werthe von je 150000 Kronen für die wichtigsten Entdeckungen auf dem Gebiete der PHYÜk, brr Chemie, der Physiologie und der Mediciu, außerdem ein Prei» für den oeften Uterarischen Beitrag auf dem Gebiete ber Physiologie ober Medicin und ein Prei» für diejenige Person, die am meiste» für die Förderung de» Wrltfrieden» gethan hat, geblldet werde« können.

Auch eine Entfettungskur.Sie haben ja jetzt eine« Hüne, Herr Registrator?"Ja wissen D', ich bin in letzter Zeit so dick geworden und da hab' ich mir einen Dackel augeschayt. Da» stad so eigensinnige Luder, daß man gar nicht au» dem Aerger 'raulfommt, unb da werd' ich jeden Tag um ein paar Pfund magerer!"

Wissenschaft, Literatur und A«nft.

Katechismus der ProjectionSlehre mit einem Anhänge, enthaltend die Elemente der Prrspecttve von JuliuS Hoch. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 121 m den Text gedrucktm Abbildungen. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Die ProjectionS­lehre setzt den Künstler unb Gewrrbelreibenden in den Stand, einer­seits seine eigenen Ideen bildlich so zum Ausdruck zu dringen, daß jeder Sachverständige sofort eine Voiftellung von ihnen bekommt, anderseits den ihm von anderen mittels Bildern zum Ausdruck ge­brachten Wünschen Gestalt und Form zu geben. Der Verfasser vor­liegenden Leitfadens wollte in erster Linie mit dem Büchlein eine Grundlage schaffen für sachgemäßes technisches Zeichnen. Die Er­reichung dieses Ziele» wird durch die zahlreichen klaren Abbildung« weseniltch erleichlert. Da bei j d?m noch so »eich ausgestatieten kunst­gewerblichen oder gewerblichen Gegenstände sich bei Hinweglasiung der Ornamente stets gewisie Grundformen erkennen laffm, die immer wieder zum Vorschein kommen, so ist auf die Einübung dieser Grundformen zur Erlernung der ProjectionSlehre besonderer Nach­druck gelegt worden.