und feuere zu weiter?« Streben an, — Im (Setreibe* geschäft ist ei lebhaft geworden, die meisten Landwirthe haben jetzt ihre Halmfrüchte ganz, ober theilweise auSge« droschen, sie wissen was fie absrtzen können nnb brauchen auch Geld, weil MartinStag vor der Thüre ist, an welchem Termine, Pacht, Gras unb Holz bezahlt werben müssen. Die meisten Kirchweihen finb vorüber, darum lassen die 8er* gnügungkn vorderhand ein wenig nach.
Laubach, 26. October. In den drei letzten TagmUaudeu im hlefigen städtischen und daran grenzenden Freienseener Walde die Herbsttreibjagden statt. Die Ergebnisse waren 13 Rehe, 29 Hasen, 1 Dachs und 4 Füchse. Bemerkt sei, daß im hiefigen Stadtwald nur Rehböcke geschossen werden durften. Die Hasen blieben infolge regnerischen Wetters vielfach „fitzen", infolge dessen die Strecke von diesen klein blieb. Daß der Dachs seinen Winterschlaf noch nicht angetreten, soll auf einen milden Vorwinter schließen lassen. — Auch an heiteren Episoden fehlte es auf der Jagd nicht,- so wurde ein -m An- schlag fitzender Jäger von einem Reh über den Haufen gerannt, und trotz der von dem zu Fall gebrachten Jäger ihm schleunigst nachgesandten zwei Ladungen entkam das Reh glück- lich der unternommenen Attacke. — Wie üblich, vollendete der als Amateurphotograph bekannte hiefige Waidmann tt. eine Aufnahme der gejammten Jagdgesellschaft, zu der fich außer Jägern ans hier und Umgegend ein halbes Dutzend rheinländischer Nimrode eingefunden hatten.
X. Darmstadt, 28. October. Der Naturwissenschaftliche Verein hielt dieser Tage seine erste Sitzung im Wintersemester unter dem Vorsitz deS Herrn Professors Dr Ehelius unter einer Betheiligung von ca. 60 Mitgliedern ab; überhaupt ist das Interesse an den Bestrebungen oes Vereins in den letzten Jahren stetig im Wachsen begriffen. Ans einer geologischen Reise nach Thüringen berietet Herr Professor Dr. Klemm von verschiedenen in* tereffanteu geologischen Vorkommen daselbst, so dem Quarz- porphyr von Thale bei Eisenach, der eine ursprüngliche Parüllelstructur besitzt und grwiffen Gesteinen des Oben* waldeS (Ganggranite bei Großsachsen rc.) verwanbt erscheint- ferner von mit Schiefer an-gefüllten Graniten am Süb- rande des Gebirge» (bie Behschlag'sche Karte verzeichnet Gueihe), von Porphyraden in Earnbrischen Thonschiefern, in der Gegend von Lauscha u. s. w., die ächte Graphitgesteine darstellen, welche in daS Schiefergeftein injicirt find, u. dgl. mehr. — Herr Profeffor Dr. Schenck berichtet von Feigenbäumen be» tropischen Urwalbes mit sogen. Brettwurzeln, die bann unter Urnstänben große Nischen bilden unb sogen. Stützwurzeln, bie wieber zu völligen Holztheilm werben, so daß ganze Wälder manchmal ans einem Baume bestehen (bis zu 500 Meter Krone-Umsang und 20—30 Meter Höhe sind constatirt). Dann wurde der fich epiphyiisch auf anderen Wa'.dbänrnen entwickelnden Feigenbäume u. s. w. gedacht, der sogen. Banmwürger mit ihrem ganzen Netz von Wurzeln, die schließlich den Srützbaum zu Grunde richten. Bei unserem Epheu geschieht Aehnliches und zwar durch das Umschließen de» Stamme- mit stark entwickelten Stengeln. — Herr Professor Dr. Koch theilte Interessantes über parasitäre See- schnecken mit und wie- nach, daß durch fortgesetzten Para- fitismnS nach und nach die Organe der Schnecke bis auf die Fortpflanzung-Organe (die tm Gegentheil eine weitere Ent- Wickelung erfahren) verkümmern. — Der Verein beschloß die Anschaffung eines Projectwns-Apparates für lichtbildliche größere Darstellungen.
Darmstadt, 27. October. Die für bie Neugestaltung der Technischen Mustersammlung deS Landesgewerb- verein- thätige Commisflou ist dieser Tage auf Veranlassung der Großh. Centralstelle für die Gewerbe zusammengetreten, um aus der Kunst- unb Gewerde-Ausstellung der „Freien Bereinigung Darmstäbter Künstler" im Hause beS Kunstvereins am Rheinthor endgültig über die in Aussicht genommenen Erwerbungen in kunstgewerblich neutfttr Achtung Beschluß zu fassen. Man kam überein, für die Abteilungen „Glas und Keramik"^ „Möbel nnb Schnitzerei", „Mrtalltechnik" unb „Textilstoffe" eine Reihe von Gegenständen zu erwerben, durch welche die Technische Mustersammlung in gedachter Richtung eine bemerkenSwerthe Bereicherung erfahren wird. W:r benutzen diese Gelegenheit, auf bie für den 1. November beabsichtigte Eröffnung dcr genannten Sammlung hinzuweisen unb bemerken noch, baß der in einigen hiesigen Blättern kürzlich gebrachte Aufruf an Private zur Beisteuerung von Geschenken unb Stiftungen nicht von der Großh. Centralstelle für die Gewerbe auSgrgangen ist. Urder die Etöffaung der Technischen Mustersammlung wird Nähere- noch dekannr gegeben werden.
Mainz, 27. Ddober. Eine unter dem Vorfitz deS Oberbürgermeisters Dr. Baßaer berufene Versammlung bestimmte als Tag der Hauptfeier des Gutenbergjubi- läumS den 24. Juni 1900 und fttzte ein provisorisches Programm fest.
Mainz. 27. October. Tausend Mark Belohnung. Die Staatsanwaltschaft in Berlin hat fich an daS hiefige Polizeiamt gewandt, damit letzteres daS AuSschreiben wegen deS Mörders Wegener möglichst viel hier verbreite. Auf die Ergreifung des Mörders, der fich in der hiefigen Gegend aufhalten soll (ein Feldschütze will ihn vor einigen Tagen zwischen Kempten nnb Bingen auf freiem Felde gestellt haben, Wegener sei ihm aber durchgegangen) find 1000 Mark Belohnung ausgesetzt. DaS Ausschreiben ist am Stadthause und an den Poltzeibezirken angeschlag n. — Vom Schöffengericht WorrnS wurde die Arbeiterfrau Cluiu auf bas Zeug' niß eines Schuljungen wegen FunddiebstahlS zu 25 Mk. Geldstrafe verunheilt. Sie sollte auf der Straße zwei Hutfedern gefunden unb für fich behalten haben. Der Junge hatte aber bie Unwahrheit gesagt unb zwar aus Angst. Bei seiner polizeilichen Vernehmung war so in ihn eingedrungen worben, baß er schließlich die Frau als Finderin bezeichnete. In der Berufungsinstanz an der hiefigen Strafkammer stellte fich die volle Unschuld der Frau heraus, worauf ihre Freisprechung erfolgte. Eine andere Frau aus Worms hatte die
Federn gefunden und wohnte der SchöffengerichiSfitzung bei, ! tu welcher die Unschuldige verurtheilt wurde, ohne sich zu ' melden. 1 j
Verwischtes.
• Biedenkopf, 27. October. Man plant in forstlichen Kreisen die Einrichtung einer neuer Oberförsterei in unserem Kreise. Dieselbe soll dem Vernehmen nach au» den drei Gemarkungen Dautphe, Wolfgrunden und Stlberg der Oberförsterei Katzenbach und verschiedenen Gemeinde- Gemarkungen der Oberförsterei Gladenbach gebildet werden. Als Sitz dieser neuen Oberförsterei ist Friedensdorf in Aussicht genommen.
• Petersburg, 25. October. Auf dem Dniepr stieß kürzlich, den Blättern zufolge, der Dampfer „T u r g e n i e w ," mit über 500 Passagieren von Krementfchug nach Jekateri- noSlaw" unterwegs, nm 10 Uhr Abends auf einen Felsen nnb toivbe leck. Das Wasser brang in die Cajüten und den Maschinenraum. Es gelang dem Capitän, der unter den Reisenden auSgebrochenen Panik Herr zu werden, die durch einen anderen Dampfer gerettet wurden.
• Der älteste Obstbau« hö TauuuS. Der nachweislich älteste Obstbaum in unserer Umgegend dürfte der in Kelkheimer Gemarkung dem Gastwirth Steter gehörige Speier- baum (Speierling Sorbus domestica, auch Vogels-Eiche) fein. Derselbe steht an dem Weg nach LorSbach nahe beim Kelkheimer Turnplatz, und ist wegen seiner Höhe unb seinem Umfang schon von Weitem sichtbar. Der Umfang bes Stammes ist 2,60 Mtr., derjenige der Krone 50 Mtr. Im vergangenen Jahre trug der Baum 14 Malter Speierling. Bekanntlich gibt es zwei Spielarten von Speierling, Birnen und Aepfel, und gehört der hier erwähnte Baum zu der Birneaart. DaS Alter deS BaumeS, der früher tm Gimbacher Bezirk stand, wird auf über 400 Jahre geschätzt. In dem Gimbacher WeiSthum- oder GerichtSbezirk von 1522 wird der eben er- wähnte Baum folgendermaßen genannt: Uad gehet der Bezirk deS Gimbacher Gerichts wie folgt: Von der Käsebuche bis auf die krumme Eiche, von der Summen E che bis auf bie Braubach, von bet Braubach bis auf bie hohle Buche, von ber hohlen Buche bis auf den Sprierbaum, vom SPeierbaum ober Bogelseiche bis auf die Straße, btn Gimbacher Weg ! bis auf den Johannesboru (heute „Heilsbrünnchen"), vom j Johannesborn bis auf bie SperSbach, bann bie SperSbach linein bis auf bie Eppstetnerbach, dir Bach hinauf bis an den Hangenden Stein bei dem neuen See zu Eppstein." Interessant ist noch, so schreibt bie „TaunuS-Ztg.", daß der Baum heute, wie vor 400 Jahren, „Sprierdaum" genannt j würbe. M. A. I
* Die Benutzung der Drache» zu meteorologische» Studie» in de» obere» Snfttegione» nimmt mehr und mehr zu. R o t ch, der Gründer und Letter deS Blue Hill Observatoriums in Nordamerika, wandte zuerst Drachen von besonderer Cou- struetion an und erzielte damit interessante Ergebn ssr, zumal in Bezug auf die Tewperaturverhältrnsse der höheren Luftschichten. Auch in Frankreich finb seit zwei Jahren ähnliche Versuche angeftellt worden auf dem meteorologischen Observatorium zu TrappeS. Bei einem solchen Drachenaussttess, der 18 Stunden dauerte, fand fich da- merkwürdige Ergebniß, daß in einer Hob- bi« zu 1300 Meter dir Lufttemperatur um 11 Grad stieg! Neuerdings hat Tacchini den Gedanken angeregt, solche Drachenaufstiege von den Hochwarten, die sich auf dem Monte Simone unb Aetna befinben, zu veranlassen, unb bie österreichische Meteorologische Gesellschaft in Wien hat bereits Vorbereitungen getroffen, um vom Sonnblick au» (3100 Meter Höhe) Drachenaufstiege anstellen zu lassen. Währenb ber Pariser Ausstellung tm Jahre 1900 wirb in Vincennes ein eigener Raum für Drachenversuche Vorbehalten bleiben. Solche Experimente werben sicherlich eine sehr werthvolle Ergänzung der internationalen aeronautischen Fahrten bilden, aber man barf sich, wie Dr. Erk f (München) richtig hervorhebr, bezüglich ber Mühen nnb Kosten dieser Experimente keiner Illusion hiugeben.
• Die Beseitigung des Locomotivrauches soll nach einem im Berem für Eisenbahnkunde vom Eisenbahndirector Garbe gehaltenen Bortrage wirklich in Aussicht stehen. Was dieser Fortschritt zum Wohle der E senbahnreifenden bedeuten würde, braucht man Nternatn zu sagen, und wenn außerdem fich auch die neue Verbindung der Eisenbahnschienen, durch die daS Stoßen der Wagen gänzlich aufgehoben werden soll, bewährt, so wirb baS Eisenbahnfähren künftig in ber That der beiden Unannehmlichkeiten entkleidet sein, die fich am Lästigsten fühlbar wachen. Die Entwicklung von Rauch zeugte immer von unvollkommener Verbrennung, nnb eine unvollkommene Verbrennung hängt stet« zusammen mit einer unvollkommenen Luftzufuhr zu ber Feuerung. Bei bet Heizung der Locomotiven wirb bie Lust den brennenden Sohlen nur durch die Spalten deS Rostes von unten her zugeführt. Diese Luftzufuhr aber wirb burch bie Schlackenbilbnng stark beeinflußt, indem fich bie Spalten bes Rostes verstopfe», sodaß der Zmritt der Luft vielfach gestört unb vetminbert wirb. Bei den Locomotiven kommt außerbem noch die Saugwirkung des ausgestoßenen Dampfes hinzu Vor einiger Zeit bereits, wie wir auch damals rnitgetheilr haben, erfand der österreichische Ingenieur Langer eine Vorrichtung, die dem Loco- motivseuer zu dem Luftstrome von unten her noch eine er- ganzmde Oberluft derart zuführte, baß baS Feuer stets eine gleiche Menge von Luft erhält. Bei einer georbneten Bedienung bes Feuers kann auf biefe Weise jeder sichtbare Rauch vollständig vermieden werden. Ein Berliner Inge- neur, Namens Marcoth hat die ursprüngliche Erfindung Langer- noch wesentlich vereinfacht und durchgearbeitet. ES wurden daraufhin auf den deutschen Eisenbahnen bereits Ber* suche in ziemlich großem Umfange mit dieser neuen Art der Feuerung an Locomotiven gemacht und die Ergebnisse find so zufriedenstellend, daß wenigstens eine wesentliche Berminde- rung der Rauchplage Seitens der ßocomoltbc als ficher- gestellt betrachtet unb schon für bie nächste Zukunft erwartet werben kann.
* Si» Mittel gegen bie MoSkitoS. Heber eine originelle Verwendung bei Calcium-Carbibs wird der „Franks. Zeitung" geschrieben: Die Moskitos, die man an der Riviera unb im ganzen Süden anhifft, find bekanntlich arge Peiniger ber Menschen. Legt man ein Stückchen Carbib in ein Haid mit Wasser gefülltes Glas unb hält man ein btcnnenbt» Streichholz einen Augenblick darauf, fo gibt eS einen kleinen Knall und einen starken Dunst. Letzterer wirkt sofort betäubend auf bie Moskitos,- man kann bann noch lange Zit daS Fenster offen lassen, ohne daß fich neue Thiere tne Zimmer wagen. Das Experiment, bas täglich einmal vor- genommen werden muß, ist an fich ganz harmlos, da ttne gefahrbringende Explosion ausgeschlossen ist. Der Geruch Ist für Menschen unschädlich, wenn sich auch nicht gerade behaupten läßt, baß er angenehm sei. Verbrannte Knoblauch- wurst riecht ähnlich. DaS ist wohl kein Parfüm für Jedermann) wer aber je schon den Moskitos eine höllische Nacht zu verdanken hatte, wird nicht tm Zweifel fein, welche- von beiden Hebeln daS kleinere ist.
Univerfitäts - Nachrichten.
— Berlin. Der Germanist an der hiefigen Universität, Geh. RegierungSrath Prof. Karl Weinhold, feierte diese Woche seinen 75. Geburtstag
Jena, 25. October. Gestern Mittag wurde die neuerbante Universitäts-Augenklinik durch einen feierlichen Act ihrer Bestimmung übergeben. Zu der Feier waren als Regterungsoertreter aus Weimar erschienen die Herren Geh. Med.-Rath v. Conta. Regierungsrath Schmidt und o. Boyneburgk, ferner nahmen daran Theil die Herren Geh. Staatsratb Dr. Eggeling, Curator der Universität, Prorector Geh. Hofrath Piof. Eucken, die Herren Decane, die medicinische Facultät, Herr Stabsarzt Dr. Schultes, die hiesige» practischen Aerzte, Assistenten der Institute und Studirende. Der Director der Klinik He-r Prof. Dr. Wagenmann gab rach Begrüßung der Festgäste in der Eröffnungsrede kurz einen Ueberbl ck der Entwickelung der Augenheilkunde aus einem Nebenfach der Chirurgie zur selbstständigen Disziptin der allgemeinen Medictn, ferner einen geschichtlichen Ueberbl^ck über Einrichtung und Entwickelung eine? besonderen Lehrstuhles der Augenheilkunde hier in Jcno. Die Frequenz in den letzten Jahren bat, sowohl waL Patienten, als auch was die Studenten anlangt, bedeutend zugenommen. Daraus hat sich die Nothwendigkeit eines Neubaues der Augenklinik ergeben. Derselbe wurde von der weimarischen Regierung und dem Landlage in der liberalsten Weise bewilligt und entspricht, wie kurz daigetha» wurde, allen Anforderungen der Neuzeit. Der Redner sprach dem hohen Protector der Universität, S. K. H. dem Großherzog, der Regierung und allen Mitarbeitern am Neubau warmen Dank aus. Darauf entschuldigte Geh. Med.-Rath v. Conta das durch Krankheit herbetgeführte Fernbleiben des Herrn Staatsministers v Groß und wünschte dem Dtrector der Klinik viel Glück und Gelingen seiner Thät gkeit in derselben. Der Herr Prorector hob in seiner Ansprache hervor, daß durch den Neubau der Klinik die Gesammtuntversttät gewonnen und rief dem Humanitären Zwecken dienendm Institut ein Vivat, creacat, floreat zu. Es erfolgte alsdann eine Besichtigung aller Räume, die in ihrer gediegenen Ausführung und dem Zweck entsprechender Anlage allgemeinen Beifall fanden.
Landwirthschaftttcher.
Beschaffung guten Saatguts. So zweckmäßigi eS sein kann, Saatgut von auswärts zu beziehen, wenn dad felbngeoarue nicht genügt, eben so wichtig ist es aber, Vorsicht hierbei zu beobachten, denn Getreidevariäten, welche für gewisse Boden und Gegenden sich vortrefflich eignen, sind nicht immer für jede Wirthschafl passend. Der Landwtrth darf sich auch nicht auf Reklamen und sonstige Anpreisungen verlassen, sondern muß selbst untersuchen, welche Sorte für den Anbau auf der betreffenden OertliLkett geeignet sind und die höchsten Erträge abwerfen. Zu diesem Zwecke lege man Versuchsparzellen an, auf denen man jede neu einzufuhrenbe Sorte ein bis zwei Jahre baut, um zu ermitteln, ob die detreffeu« Sorte die einheimische Getretdeart sowobl an Quantität, als auch Qualität übertrifft. Niemals soll eine Sorte ohne vorherige ezakte Prüfung die ganze Anbaufläche einnehmen. Die Düngung und Pflege folcher Versuchsparzellen führe man in gleicher Weise aus, wie bei dem einheimischen Getreide. Hat sich die neue Sorte tm ersten Jahre bewährt, fo kann man derselben im zweiten und dritten Jahre schon eine größere Anbaufläche zuweisen, doch versäume m« dabei nie, die einheimische Sorte noch vier bis fünf Jahre lang mit» zubauen, bis sich herauSgestellt hat, ob die neue Sorte auch au, längere Zeitdauer und bei verschiedenen Witterungsverhaltnisfen ihre guten Eigenschaften behält. Zu erwägen ist auch, ob nicht das eigene Geireide, durch Aehrenwahl u. f. w. zu vervollkommnen ist.
Wenn der erfolg der
Annoncen ausbleibt
so wird der Inserent die Gründe prüfen müssen, welche den fM" erfolg herbeigeführt haben.
War die Ausstattung ber Annoncen unpracttfch und unaup* fällig? War Inhalt und Fassung des Texte« nicht geeignet dl-- ßefer zu tnterefsiren? War die Wahl der Zeitungen die richtig-, in denen die Annoncen erschienen sind? Waren die Zeiträuva zwischen ben Erscheinungstagen der Anzeigen richtig vertheüt <
Diese und viele andere Beispiele zeigen die Fehler, welche le oft infolge mangelnder Fachkenntniß bei Aufgabe von Annonc« gemacht werden.
Die Annoneen - Expedition Rudolf Moffe, Franl- futt a. M. Kaiserfiratze 1 übernimmt auf Grund reidjer sahrung die vollständige unb gewissenhafte Ausarbeitung von Plan» und Kostenanschlägen für eine wuksame Reclame und ertheilt derer.' willigst jede gewünschte Auskunft.
In Gietzen vertreten durch Heinrich Wallach, Kaufmarm-
Zweckmähige Anlage der Tennen. Zur Herstellung von Tennen wird empfohlen, dem Lehm, ie nach betzen Fettgehalt, r-<r Theile gesiebte Kohlenfchlacken in ziemlich dünnflüssigem Zustands so daß die Masse sich recht innig mischen läßt, zuzusetzen. » läßt dann die fertig gemischte Masse so lange auvtrocknen, bi« s« sich bequem mit dem ©Daten stechen läßt, und bringt sie nun w Lagen von nicht über 5 Gentimeter Stärke auf bie dazu dotbereitete Tenne. Mit breiten Klopfern wird sie festgefchlagen, und nach gehöriger Festigkeit die zweite und dritte Lage von dieser Masse unter fortwährendem Schlagen derselben aufgebracht. Solange sich an vo Oberfläche noch Rflse bilden, müssen diese wenigstens alle zwei Tage mit dem Klopfbrett festgeschlagen werden. Nach dem Aufhöre» 0» Reißens wird die Tenne mit einem zweimaligen Anstrich von ASphalttheer (ohne Sandbeimischung) versehen und barauf nut D-m Klopfbrett wieder festgeschlagen. Auf diese Weise hergestellte Tennw sollen doppelt fo lange halten, als die in gewöhnlicher Weife au
geführten.


