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Nr. 22S Zweites Blatt
Freitag den 30. September
189S
Siebener Anzeiger
Heneral-Anzeiger
2lints- und Anzeigeblutt für den Ureis Gietzeir.
HoftVqug 2 Mark 50 Pfg. •irrtdjiNrli*
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«elgraboi tag «rschnnrndri Nummer fcii Bann. 10 Uhr.
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Die Gießmer paetrteelfitter »erden dem Auznger »schmkl.ch viermal bngtkgL
Gratisbeilage: Gießener Familienblätter.
1U*ea*en, Expedittan und Drucker«: Achit-r.t- »r. 7.
Amtlicher Theil.
Gießen, den 27. September 1898.
Die
Grotzh. Kreis-Schulcommisfion Gießen
an die Schulvorstände des KreiseS.
Nachdem Ihnen dir Listen der zum Besuche der Fort- bildungSschule verpflichteten Mieder zugegaugeu find, beauftragen wir Sie, dieselben den Lehrern behufs Aufstellung der Schülerlisteu für die Fortbildungsschule de« Jahre« 1898/99 zuzustellen und deu Unterricht wie früher beginnen zu lassen. Zugleich machen wir Sie darauf aufmerksam, daß tu Ge- metudeu mit mehr al« 40 Schülern die Fortbildungsschule in zwei Klaffen getrennt werden muß. ____________________v. Bechtold.__________________
Bekanntmachung, betreffend: Zulassung der Peufioo«- und Lebeu«verficherung«' Aetieogrsellschaft „Deutscher Auker" in Berlin zum Geschäftsbetrieb im Großherzogthum Heffeu. Da« Großh. Ministerium des Innern hat der Peufion«- vud LebeuSverficheruugS.Actieogesellschaft „Deutscher iflnftr* in Berlin die Erlaubntß zn« Geschäftsbetrieb im Großherzog' thum eriheilt.
Gießen, den 28. September 1898.
GroßherzogltcheS Kreisamt Gießen.
____________________v. Bechtold.____________________
Bekanntmachung, den Beginn der landwirthschaftlichen Winterschnle zu Büdingen betreffend.
An der landwirthschaftlichen Wivterschnle zu Büdingen beginnt der Lehrgang 1898/99 am 7. November vormittags tOVi Uhr.
Die Anmeldungen haben rechtzeitig schriftlich oder münd- ltch bei dem Vorsteher der Schule, Großh. Laodwirthschaft«- lehrer Andrae tu Büdingen zu erfolgen, von welchem der UuterrtchtSplau und Jahresbericht unentgeltlich bezogen und jede gewünschte Auskunft eingehoit werden kann.
Büdingen, den 20. September 1898.
Der AuffichlSrath der landw. Wturerschule Büdtugeu. Klietsch.
Deutsches Reich.
Berlin, 28. September. Der „Deutschen Tageszeitung" zufolge wird der Reichstag voranSfichrltch erst tu der zweiten Hälfte des November zusammeotreteu, jedenfalls aber nicht vor der Rückkehr de« Kaiser« au« Palästina, da dieser persönlich deu Reichstag eröffnen will.
Berlin, 28. September. Da« Befinden de« Bureau- Director« bet« Reichstage, Gehet»,ath Knack, hat fich derart verschlimmert, daß er fich plötzlich in die Klinik de« Professors Souueuburg begeben mußte, wo ihm zwei Zehen abgeuommeu wurden.
Berlin, 28. September. Zur Haoptverhaudluug de« Oberfactor« Grünenthal ist Termin auf den 1. Oktober vor dem Schwurgericht de« Landgerichts I auberaumt worden.
Berlin, 28. September. Da« „Berliner Tageblatt" meldet au« Part«: In der Drthfu«-feeuudltcheu Presse macht fich wentgsten« etur momentane Beruhigung bemerkbar. Mau kämpft noch um die Freilassung Ptcqnart«, aber mau rüstet keineswegs ab. Die Tonart ist ruhiger geworden. Dasselbe läßt fich vou der gegnerischen Presse nicht sagen.
Berlin, 28. September. Wie der „Voss. Z»g." ge- schrieben wird, soll fich den mancherlei Neuerungen und versuchen unserer Heeresverwaltung die Zusammensassung der fünften Schwadronen unserer Reiter-Regimenter zu etwa 23 neuen Regimentern aurethen, so daß also alle Eavallerte-Regimenrer in Zukunft aus nur vier Schwadronen bestehen würden. Ob Erwägungen über die Neubildung von Eavallerie-Regimenteru an zuständiger Stelle gepflogen werden, dürfte für« Erste kaum zum Gegenstände öffentlicher Erörterungen gemacht werden können, von Fachleuten wird eine Vermehrung der Eavallerte. Regimenter längst als wüuschenSwerth bezeichnet. Niemals aber würde eine solche möglich sein unter der Voraussetzung, daß daun die Zahl der Schwadronen von fünf ans vier herabgesetzt werden müßte. Neue Regimenter können durch Abgabe je einer Schwadron der alten Regimenter gebildet werden,- in demselben Augenblick aber haben diese, wie auch die neuen Regimenter au« den vier anderen Schwadronen eine fünfte Schwadron zu bilden. Richtig ist eS, daß die üblen Erfahrungen mit vier Schwadronen in der Mobilmachung für den Feldzug 1866 gelegen haben, jedoch nicht, wie der GewährSmauu des oben genannten Blatte« meint, in den Schwierigkeiten der Bildung
Udrrffk für Drptschnr: Anzeiger Siegs«. Fernsprecher Rr. 61.
der Ersatz Schwadronen, sondern in den Schwierigkeiten zur Ergänzung der vier Feldschwadronrn, die bet jetziger Organi- sation zu fünf Schwadronen au« der Auftheiluug der fünften Schwadron erfolgt.
— Kiautschou al« Kohlenhafen, vou den drei mit deutschen Steinkohlen für da« Kohlendepot io Kiautschou entsandten Dampfrra hat nur einer da« Ziel erreicht. Der Anfang« Juni von Wilhelmshaven abgegangene Dampfer „Trinlda" ist bet schwerem Taifun in der Formosastraße untergegangru und der Dampfer „Juan", welcher am 21. Juni Rotterdam verließ, ist seit dem 26. August verschollen. Wahrscheinlich ist er demselben Stur« zum Opfer gefallen. Am 24. September ist nun der dritte mit Steinkohlen nach Kian- tschou gesandte Dampfer „Monrtno" nach elfwöchtger Reise an seinem Bestimmungsort augelangt. Die Zufuhr deutscher Steinkohlen nach Kiautschou soll fortgesetzt werden, bi« die Kohlenselder Shantung« erschlossen find und der große Bedarf durch diese gedeckt werden kann. Durch die eingetroffeneu und noch unterwegs befindlichen Kohlentransporte ist schon jetzt die Möglichkeit gegeben, daß die in ostofiatischen Gewässern kreuzenden deutschen Kriegsschiffe von Kiautschou au« mit Kohlen versorgt werden können. Den von Kiautschou abwesenden Schiffen werden die Kohlen mit eine« Dampfer zugeführt. Somit ist Deutschland jetzt io der Lage, für seine Kriegsschiffe auf die theureu englischen und die minder- werthigen japanischen Kohlen verzichten zu können. Ja absehbarer Zeit dürfte auch den vielen deutschen Handelsschiffen die Möglichkeit geboten werden, fich vom auswärtigen Kohlen- markt zu befreien.
M.P.C. Die Anzahl der Gewerbe, in denen Strikt« vorkameu, belief fich im vorigen Jahre auf 207, die Anzahl der StrikeS auf 1811, die Zahl der betheiligten Personen auf 264,221, die Dauer der StrikeS auf 8176 Wochen, die gesummte Ausgabe auf 7,700,337 Mk. Im Vorjahre wareu die entsprechenden Zahlen höher, sie betrugen: 90 Gewerbe, 183 StrikeS, 28,808 Persoven, 1923 Wochen, 3,042,950 Mk. ES verdient hervorgehobeu zu werden, daß in Berlin in den letzten Tagen vom Landgericht I und II scharfe Strafen für ungesetzliche Beeinflussung Arbeitswilliger verhängt wurden. In einem Falle wurde wegen de« versuch« zur Nöthigung eine« arbeitswilligen Maurer«, von eine« Neubau wegzubleiben, auf neun Monate Gefäugviß erkannt, in einem anderen, weil noch HauSfrieden«bruch vorlag, auf ein Jahr Gefängutß.
Fe«ill«ton.
Das Heheimniß des Südpols,
von Dr. Curt Rudolf KreuSner.
(Schluß.)
Mit der berühmten Umichiffung der Südpolarregion durch Look in den Jahren 1773 bi« 1775, einem Wagestück, welches fich an Kühnheit dem Nansen'ichen Unternehmen getrost zur Seile stellen kann und al« geographische Groß- that in seinen Ergebnissen jene« weit übertrifft, zerfloß der Traum vou einem Lontiuent von Asten oder Afrika« Größe auf immer, und e« brach fich die Erkenntniß Bahn, daß weit und breit dort nur ein ungeheure« eiSstarreude« Meer fich ««breite.
Weiter polwärt« blieb freilich immer noch ein Gebiet von etwa 800.000 deutschen Quadratmeilen übrig, über welche« jedwede «enutniß mangelte. Erst 40 Jahre nach Cook« Reise versuchte man hier weiter oorzudringen, und der Muth, fich in da« gefährliche Packeis der dortigen Meere |U wagen, wurde überall durch Laodeutdrckungen belohnt, fiele man die Grenzen de« südlichen Polarkreise« überschritt.
Bellinghausen glückte e« auf seiner in den Jahren 1819 bi« 1821 unternommenen Reise, al« Erster innerhalb de« Polarkreise« Land zu finden, und Andere, welche in den darauffolgenden Jahren seinen Spuren folgten, wie Kemp, viScoe, Weddell, Balleoy, d'llrville, entdeckten ebenfall« an vielen anderen Stellen Küsten und Inselgruppen. Dazwischen dehnte fich freilich oft auf Hunderte von Meilen hin eine lwüberschreitbare Eismauer au«, bezüglich welcher e« an» entschieden blieb, ob dieselbe nnf festem Boden ruhe oder auf der Meeresoberfläche schwi«me. Erst Silke« und Roß honten auf ihren in den Jahren 1839 bi« 1843 unter- ninnntnen Expeditionen unzweifelhaft da« Vorhandensein Engerer Küstenstrecken feststellen, welche den Schluß auf die Existenz größerer, zusa««enhängender Festlaodstrecken ge
statteten. Während ersterer die Küsten de« fich über 50 Längengrade erstreckenden, nach ihm benannten Wilk:S- lande« entdeckte, drang letzterer kühn in bisher nie erreichte Breiten vor und befuhr die vom 70. bi« 78. Breitengrade fich hinziehenden Küsten de« victorialaude«, wo er bei einem zweiten Vorstoße i« Februar 1842 unter 78® 30' südlicher Breite dem Pole am nächsten kam und hohe Berge, den 4570 Meter hohen Melboure und die beiden nach seinen Schiffen benannten, thätigen Vulkane Erebu«, 3770 Meter hoch, und Terror, 8318 Meter hoch, entdeckte.
ES würde zu weit führen, die einzelnen geographischen Entdeckungen jener Reisen, auf welchen noch heute unsere ganze Kenntviß der SÜdpolargegenden beruht, anfzuzählen, denn fie würden für den Leser nur Nameu ohne Inhalt und Vorstellung sein; eS genügt un«, zu wissen, daß alle damals aufgefundenen Landpunkte drei große Gruppen bilden, welche ungefähr den drei südlichen Festländern Amerika, Afrika und Australien gegenüderltegen. Ob, wie schon oben erwähnt, zwischen diesen drei Komplexen die großen Bodensenkungen de« Atlantischen, Indischen und Stillen OzeanS noch weiter gegen Süden reichen oder ob hinter der EiSbarrisre auch dort fich Land befindet, ist noch bis heutigen Tage« Geheim- niß, da bi« vor drei Jahren keine« Menschen Fuß jene Küsten betreten hat und überhaupt die ganze Südpolar- forschung trotz der bedeutenden Ergebnisse der 40er Jahre zu« Stillstand kam.
Erst volle 50 Jahre später versuchten englische Walfisch- flotten au« Dundee und Hamburger Schiffe, ferner der kürz- lich verstorbene Larsen auf de« Sch ffe „Jason" auf« Reue energische Vorstöße von Südowerika au«, während der Norweger Borchgreving von der entgegengesetzten Seite, rämltch von Australien aus, gegen den Pol vordrang. Letzterer verdang fich zu diese» Zwecke in Melbourne im Jahre 1894 al« Matrose anf dem alten, fast ausgedienten Walfischfänger „ÄntaKtlc" und erreichte an 16. Januar 1895 bei Eap Sdare victorioland, anf welche« er al« Erster wirk
lich landete und dessen Küste er bis gegen den 74. Breitengrad befuhr.
So weit die bisherigen Entdeckungen.
Gegenwärtig wird eine lebhafte Agitation zur Ausrüstung einer deutschen Südpolar-Expedttioa betrieben und zahlreiche in ben größten bentschen Städten gehaltene Vorträge dienen dem Zwecke, bal allgemeine Interesse an diesem Unternehmen wachznrnfen und die erforderlichen bedeutenden Geldsummen anfzudringen. E« ist daher die Frage wohl verzeihlich, ob eS fich benn wirklich verlohnt, an die Ausforschung dieser Gegenden beträchtliche Opfer von Menschenleben und vermögenSwerthen zu setzen.
Auf den ersten Blick und namentlich dann, wean »an zunächst nur den greifbaren, peeuniären Nutzen in Betracht zieht, wird man die Frage kaum zu bejahen geneigt fein. Reichihümer find dem vegetationslosen, fast überall mit Schnee und SIS bedeckten Boden keinesfalls abzugewinnen, benn die Verhältnisse liegen in dieser Beziehung ganz anders als auf der nördlichen Halbkugel. Während beispielsweise der Getreidebau hoch in daS nördliche Schweden und Norwegen bis zu« 70. Breitengrad hinaufreicht und im Rhein- gau, welcher vom 50. Breitengrad durchschnitten wird, der edelste Wein der Erde gedeiht, hören auf der südlichen Halbkugel schon aus den FalklandSinseln unter de« 51. Breitengrade die Gefäßpflanzen auf- staudenartige Gewächse kommen noch 3 Grade wetter vor, von da bis zum 63. Grade aber vermögen nur kümmerliche Gräser zu gedeihen. Darüber hinaus find nur noch Moose, Flechten und Algen zu finden und auf victorioland entdeckte Borchgrevivg nur mit Mühe eine Spur von Vegetation.
Etwa« besser ist eS mit der Thierwelt bestellt. Die Walfische freilich, welche in den nördlichen Meeren immer seltener werden und neuerdings den Walfischfahrer nach den Meeren der südlichen Halbkugel locken, verirren fich nur zuweilen in so hohe Bretten. Dafür find eS große Robbenarten, der Seeleopard und der Seeelefant (Mähnenrobbe),


