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29.10.1898 Erstes Blatt
 
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Rr. 254 Erstes Blatt. Samstag den 28. OUobcr

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einen Druck auszuüben.

Der Konstantinopeler Torre«

Ministerrothe wird über die fcompenfationen Beschluß gefaßt

die von ab»

irich eine Zollerhöhung geschaffen werden könnte, durch Jen Uaakees ein für allemal da» Handwerk gelegt und Uer deutschen Fahrradlndustrie unberechenbarer Schaden gewendet werden könnte.

iderarbeiten

M Uchen und Nahm.

Bnut- und eichvvng, M

ruheit!

i Herrenstiesel

Marchand». Im henttgen Frage der zu gewährenden werden.

London, 27. Oktober.

Rebaction, Bpebirion und DnHkrci;

-chnkßr.ge Ar. 1.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Pietz«». Fernsprecher Rr. 51.

Port». 27. Oktober. Die Verleihung deS Kreuzt» der Ehrenlegion au da» Mitglied de» Mnnicipalrathe», Nav arre, wird hier lebhaft besprochen, weil Navarre auch Mitglied der socialiftisch'revolutionären Gruppe ist.

Pari». 27. Oktober. I« weiteren Verlauf der ver« handlangen vor de« Tas satt on»hof in der Revtftous« Angelegenheit bemerkt der Referent B-rd, Henry» Au»- sage fei die bedeutendste gegen Dnyfu» gewesen. Die Aussage «üffe aber al» verdächtig gelten, «eil Henry ein Fälscher gewesen fei. Hierin liegt eine Lharfache, welche die vermuthang der Unschuld de» Dreyfu» begründe. Die» genüge auch, uw dem Revifion»gesuch zu entsprechen. Der Saffation»hof werde festzustellen haben, ob er ohne ergänzende

spondent de» .Standard" hält seine Meldung auftecht, daß Deutschland vom Sultan einen Hafen in Syrien oder bei einer der türkischen Inseln erhalten werde.

London. 27. Oktober. Die liberale Partei hat gestern eine Tagesordnung angenommen, in welcher ihre Mitglieder ausgefordert werden, alle Anstrengungen zu machen.

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1 Material N n*

's MntechMeitMg

Wien. 27. Oktober. In der heutigen Sitzung de» Abgeordnetenhause» gab der Unterrichtswinister an­läßlich der Pest-Debatte, tn welcher der Abgeordnete Gregoric die in der antisemitischen Preffe erhobenen Vorwürfe wieder­holte, die stricte Erklärung ab, daß der Vorwurf ungerecht­fertigt, daß alle vorftcht»«aßregeln gegen die Wetterver­brettung der Psstkrankheit getroffen und daß die Regierung nicht gewillt ist, die bakteriologischen Forschungen etnzu« schränken.

Wien. 27. Oktober. Einem Konstantinopeler Bericht der »Polit. Lorr." zufolge hat der Richtempfang der Patriarchen Seiten» de» deutfchen Satserpaare» tn dortigen christlichen Kreisen verstimmt und e» ist die» der Grund, we»wegen zur Abfahrt de» dentschen Kaiferpaare» die Patriarchen keine Delegation entsandten.

Wien, 27. Oktober. Im Au»gleich» au»fchusfe de» Abgeordnetenhauses wurde am Mittwoch die Generaldebatte geschloffen. Au» Wien schreibt man darüber: Besondere ,Zurückhaltung" bekundeten die Jungtschechen, von ihrer Seite war der Au»gletch auf da» Heftigste be­kämpft worden, al» er noch Gegenstand parlamentarischer Berathungen war, seitdem er aber dem Abgeordnetenhause zur Begutachtung vorltegt, find die Herren Jungtschechen merkwürdig bescheiden geworden. Ihr Redner sagte in Kürze zwar, daß die Tschechen die AvSgletchßvorlage nur mit ge- wtffen verbefferungen für annehmbar halten, schwieg stch aber grade über die Hauptsache, worin diese gtwiffen verbefferungen bestehen sollen, gründlich au». Zum Schluffe verwahrte er stch auch dagegen, al» ob die Tschechen für jede Härte de» Ausgleich» Forderungen auf nationalem Gebiete verlangt hätten. Die Forderungen hätten nur den Zweck, den Bestand de» tschechischen Volke» zu festigen undalte» Unrecht" zu beseitigen. ES ist also nur ein Zufall, wenn die tschechischen Forderungen mit der Frage der Annahme de» Ausgleich» zusammenfallen. Und da» soll Jemand glauben! Die Au»« gletchSvorlagen gehen nun an die UnterauSschüffe, um dort tn den einzelnen Bestimmungen geprüft zu werden. Die Be» richte der UnterauSschüffe werden dann nochmal» vom Ge- sawmtau»schuß berarhrn und dann erst dem ganzen Hause zur zweiten Lesung vorgelegt werden. ES wird stch nun bald zeigen, wie weit die Regierung mit sich handeln läßt, oder richtiger gesagt, handeln lasten darf, ohne auf Widerspruch der eigentlichen Herren jenseits der Leitha zu stoßen.

Wien. 27. Oktober. Der Besuch de» Grafen Mura- roiero in Wien hat zu mannigfachen unzutreffenden 33er# muthungen Anlaß gegeben, ;u welcher auch die gehört, Oesterreich wünsche für seine Balkanpolitik sich Rußland da­durch gefällig zu erweisen, daß es wieder in da»Concert der Mächte" zur Lösung der Kretofrage eintrete, sehe stch aber in der Abficht durch die Rücksichtnahme aus Deutschland einigermaßen gehindert. Angenommen, Oesterreich hege wirklich das Verlangen, sich wieder dem Mächte - Quartett anzuschließen, so würde Deutschland die» weder zu verhindern versuchen, noch auch Mißstimmung darüber empfinden. Aber ein solcher Schritt Oesterreichs ist völlig ausgeschloffen, da e« seinerzeit nicht minder lebhaft als Deutschland den Augenblick herbeisehnte, seine Schiffe von Kreta zurückziehen zu können. Und im jetzigen Augenblick würden von Oesterreich bei einer etwaigen aktiven Kretapolitik nur weit schwerere Opfer an Geld und vielleicht auch an Menschen gefordert werden als zur Zeit de» vollstimmigen Mächte - Concertes. Fall», was immerhin möglich, vom Grafen Murawiew in Wien auch die Gouverneurfrage von Kreta und die Candidatur des Prinzen Georg von Griechenland zur Sprache gebracht fein sollte, so wird ihm die österreichische D plomatie bestätigt haben, daß Deutschland in dieser Angelegenheit fich von Anbeginn völlig neutral verhielt, b. h. Deutschland hat niemals einer Candi- datur des Prinzen Georg entgegengearbeitet, aber fich auch nicht dafür begeistert, vor Allem abgelehnt, auf den Sultan

Versuches Reich.

Berlin. 27. Oktober. Auch dieNordd. Allg. Ztg." hält e» für wahrscheinlich, daß die Eröffnung de» äteitb»tage» ungefähr zu dem gleichen Zeitpunkte, an welchem die letzte Sesfion ihren Anfang nah«, 80. November, Erfolgen wird.

Berlin. 27. Oktober. De« ,®erL Tagedl." wird an» Madrid gemeldet: In Valencia ereignete fich gestern mit ler Veröffentlichung de» Abgeordneten Blaseo» wegen Heran»- gäbe eine» von der Erusur verbotenen Blatte» ein analoger Kall wie mit de« Ehef-Redacteur der ZeitungNozional".

Zur Altonaer Verhaftung. Bezüglich de» verhafteten angeblichen Anarchisten Oldenburg verwog die Kriminalpolizei tu Altona keinerlei Mittheilungeu zu «scheu. Man gewinnt immer «ehr den Eindruck, daß e» sich um eine sensationell aufgebauschte Aenherung eine» verkommenen, wahrscheinlich sogar geisteskranken Menschen handelt.

Die amerikanische Fahrrad ei nfuhr. Die ^Rew Volker Handels-Zeitung" meldet, daß alle bedeutenden -Fahrradfabrikeu der vereinigten Staaten nmsoffende Vor- Bereitungen zu einer gewalttgen Ausfuhr für die kommende Saison treffen. Nach Hamburg allein sollen in den nächsten Tagen 4000 Fahrräder von drei Fabriken verschifft werden. Bon verschiedenen Seiten war die Ueberschwemmuug, die fich »ou Amerika au» «it Erzengniffen der Fahrradtudnstrie über Europa, insbesondere Deutschland, ergoßt al» eine vorüber­gehende Erscheinung angesehen worden, verursacht durch die Leist», in der fich dieser Theil der amerikanischen Industrie Befand. Jene Optimisten find nun gründlich getäuscht und Bnrch die Thatfachen eine» Besseren belehrt. Die lieber# Ichwemmung droht, »le die Jutereffeettenkreife längst nUantea, eine dauernde Kalamität zu werden. Die ,97. K H.-Ztg." berichtet ferner, daß die nach Deutschland exportirten Quali- läten geringwertiger feien, al» die nach Englacd au»- geführten. Für den deutschen Michel ist also der größte Schund noch gut genug. Wir wissen nicht, sollen wir mehr He Naivität der amerikanischen Zeitung, die die» meldet, iber die Unverfrorenheit der amerikanischen Fabrikanten und Importeure anstaunen. Und einen solchen Gebühren sieht «an mit verschränkten Armen zu, während mit eine« Feder-

Au-Urwd.

Wien. 27. Oktober. Der Baurath v. Kapp erklärt h der .Neuen Freien Preffe", e» sei unrichtig, daß Kaiser Dtlhel« ihm gegenüber fich in irgend einer Weise über toe DreysuS-Astaire ausgesprochen habe.

Enquete eine Entscheidung fällen könne. De» Wetteren verliest der Referent ein Eoncept zu eine« Briefe, in welchem Esterhazy einem General al» feine« Netter dankt. Esterhazy hatte fich geweigert, den Adreffoteu diese» Briefe» namhaft zu machen. Die ganzen Ausführungen de» Referenten erregten große Sensation. Wie verlautet, gehen die Anträge de» General-Procurator» dahin, die Znloffung de» Revifion»# gesucht» unbedingt zu bewilligen, weil Drehfu» da» vordereau nicht geschrieben, daffelbe vielmehr von Esterhazy herrühren dürste.

Pari», 27. Oktober. Der Saal de» Easfation»- hofe» ist Übervoll. Präfident Löw gibt dem Referenten Bard da» Wort. Dieser beklagt, daß polttische Leidenschaft in der rein juristischen Angelegenheit mltspreche. Er verliest nach einem kurzen Rückblick auf die Ereigniffe fett 1894 unb nach Erwähnung de» Selbst«ord» Henry» den Brief de» Justizminister». Bard erklärt den Ursprung de» Bordereavx für verdächtig und constatirt, e» fei ein neue» Factum vor­handen, welche» die Revifion bedinge.

Pari», 27. Oktober. Seit Mittwoch hat Pari» fein ge­wöhnliche» Au»sehen wieder angenommen. Wegen Bildung eine» neuen Ministerium» verhandelte Präsident Faure mit verschiedenen politischen Persönlichkeiten. Mau meint, da» neue Cabiuet werde durchweg au» bewährten, arbeit»« lustigen Elementen bestehen. Segen Ribot wird leideuschast« lich gehetzt. Seine Ernennung, verficheru die Rattonallstev, würde einen Sturm entfachen, e» sei denn, er widerrufe feierlich seine Aeußerung:Hätte ich eine Tochter, würde ich Pikquart um die Ehre bitten, mein Schwiegersohn zu werden". DerGauloiS" meldet, General Ehanolne habt vou Generalen und Offizieren unzählige Glückwunschtelegramme und Schreiben erhalten. Au» Mailand traf heute eine an den General (Sbanotne im Krieg»ministerlum adresfirte Schachtel ein. Man glaubte, daß dieselbe eine Bombe enthielte und holte deßhalb den Polizeicomm ffär herbei. Bei der Orffnung der Schachtel erblickte man indeß ein kostbare» Schmuckkästchen mit der Inschrift:Andenken an Italien und Solferino, den 24. Juni 1859." Da» Schmuckkästchen enthielt eine prächtige goldene Medaille mit einer Karte. Der revifionsfreund­liche dcle" weiß über den so plötzlich vom Schauplatz ab­getretenen Krieg»minister zu erzählen: Briffon habe s. Z. Ehanoine da» Kriegs Portefeuille übertragen, weil derselbe nach der Demisfion Boi»deffre» einen Minister brieflich dazu beglückwünschte, daß der Generalftab nunmehr BoiSdeffre» entledigt sei. Der Bries werde, so fügt da» Blatt hinzu, wahrscheinlich veröffentlicht werden.

Poti», 27. Oktober. Die Verhandlung de» Lafsation»- Hose» wegen Wiederausnahme de» Dreyfu»-Verfahreu» hat am Donnerstag vor überfüttern Saal ihren Anfang ge­nommen. Unter den Anwesenden besanden sich Fran Drehfu», sowie die Advokaten Demange und Labor!. Gleich nach Er­öffnung der Sitzung ergriff der Berichicestatter Bard das Wort. Er erinnerte an die Erregung, welche die Frage her­vorgerufen habe und an die Skandale, welche stattfanden, ehe die Justiz mit dem Revifion»antrag befaßt wurde und ging dann dazu über, einen geschichtlichen Uederblick über die 8er« urthellung Drehfu»' zu geben. Inzwischen bringt der Matin" den ersten Artikel seine» nach der Teusel»insel oder vielmehr nach Eayenne gesandten und soeben zurückgekehrten Mitarbeiter» Jean Heß. Dieser beutet an, daß er trotz der Schwierigkeiten, die ihm der Gouverneur in den Weg gelegt, alle» Wiffen»werthe über den Aufenthalt Drehfu»' auf der ZenfeHtniel erfahren habe. Au» bem Aufsatz geht hervor, daß da» Han», welche» Drehfu» bewohnt, von einem hohen Zaun umgeben ist, der den Blick auf da» Meer nicht ge­stattet, daß Drehfu» an einer Kette gelegen hat, daß er aber trotzdem gesund tst, und daß er weiß, daß die Revifion»« bewegung im Gang ist. Da» Krieg»schiffDuborbku* er­warte im Hafen von Fort de France den Befehl, Drehfu» abzuholen. Wohin Drehfu» gebracht wird, konnte Heß nicht ermttteln. T. R.

London, 27. Oktober. Die Faschoda-Frage gilt al» überwunden. Frankreich bewilligte die Rückberufung

Die ersten 16 deutschen Mädchen, die frei- inlllig nach Deutsch-Südwest.Afrika gehen, u« dort zunächst bei Anfiedleru unb Misfiou».Familien Anschluß zu laben und später unseren Land»leuten drüben gute Haus« tränen unb bem deutschen Schutzgebiete eine werthvolle Stütze tffir deutsche» wesen in deutscher Familie zu werden, reisen um 25. November mit dem Dampfer .Marie Wörmann" Don Hamburg nach Swakopmund ab.

Seit bem Anschlüsse Hamburg» an da» deutsche Zoll­gebiet und der Erbauung eine» eigenen, mit allen technischen üinrichtungen der Neuzeit versehenen Freihafens ist der Schiffsverkehr Hamburg» stetig gewachsen. Gegenwärtig plant ter Senat wiederum eine neue Erweiterung der Hafenanlagen nnb hat bei der Bürgerschaft ben Ban eine» neuen Hafen» beantragt, ber für 20 Millionen an die Amerika- Linie verpachtet werden soll.

München, 27. October. In den Kreisen der deutschen Serlagsbuchhändler ist der Plan aufgetaucht, eine deutsche Serlegerkammer ins Leben zu rufen. Ihr soll die Ausgabe zufallen, die Jntereffen de» Verlagsbuckchandels zu vertreten; gleichzeitig soll die Kammer den Ehrengericht-Hof pr die Mitglieder bilden. Die Vorstände der in Berlin, Leipzig und Stuttgart bestehenden Verlegervereine werden im November zur Ausarbeitung des Project» zusammentreten «nb insbesondere darüber Beschluß faffen, in welcher der drei Genannten Städte die Kammer ihren Sitz erhalten soll. Der Stuttgarter Verlegervercin hatte in dieser Angelegenheit vor innigen Tagen eine Vorbesprechung, in der beschlossen wurde, in Allgemeinen einer Verlegerkammer zuzustimmen, mit der ausdrücklichen Bedingung, daß jeder der drei Verlegervereine «ur eine Stimme hat. (Berlin unb Leipzig wollen Stimmen 8n Verhältniß zur Mitgliederzahl chrer Vereine stellen.)

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