Schwurgericht.
W. Gieße», 27. September 1898.
Heute Vormittag wurde iu die Verhandlung gegen die Ehefrau de- Laudwirth- Wilh. Holde von der Saud, wühle bet Homberg au der Ohm wegen betrügerischen Bankerott- und gegen den Viehhändler Gustav Schaum- berg von Schweinfurt wegen Beihilfe dazu eiugetreten. Beide Angeklagte find unbestraft. Die Anklage vertritt Staat-auwalt Zimmermann. Al- Vertheidiger der Ehefrau Holde ist Rechtsanwalt Römheld erschienen, während für den gegen Caution auf freien Fuß 6t* lasfenen Schaumberg die Rechtsanwälte Dr. Gutfletsch und Justizrath Schmidt. Marburg die Vertheidi. guvg führen. E- find 46 Zeugen zu hören. Al- Sachverständiger von der Vertheidigung benannt, ist der Oeconom Puth-Gießen, im Saale anwesend. Die Angeklagte Holde giebt an, fie fei 39 Jahre alt- fie hat vor 17 Jahren ihren Ehemann geheirathet, der in Westfalen ein etwa 50 Morgen großes Gut besrffeu- daffelbe sei ihm zu klein gewesen und man habe e» verkauft, um dagegen eine größere Oeconomte zu kaufen. Bet der größeren Wirthschaft sei nicht- heran-- gekommen, ihr Mann, der ordentlich und fleißig gewesen, habe die Sache nicht übersehen können und schließlich da» Gut wieder mit Verlust verkauft. Der Ehemann habe dann ein Pachtgut am Rhein übernommen, sei aber während dieser Zeit kränklich gewesen und noch mehr in seinen Berhältniffeu zurück gekommen. Dann habe der Mann die Saodmühle für 850 Mk. Jahrespacht übernommen. Da- Mühlengeschäft habe ihr Mann nicht verstanden und fich dafür einen Mahlburschen gehalten, während er die zur Wirthschaft gehörenden 42 Morgen Aecker und Wiesen selbst bewirthschaftet hat. Mau hielt 11 Stück Rindvieh und zwei Pferde. Al- HolveS dir Wirthschaft 1896 übernahm, hatte er noch etwa 10 000 Mk. Aber e- sei ihnen viel Vieh gefallen, fie hätten die Gegend und den Boden, den fie bebauen sollten, nicht gekannt und so seien fie auch hier, trotzdem die Angeklagte mit ihrem Manu sich redlich gemüht habe vorwärts zu kommen, vom Glück nicht begünstigt worden. Die Angeklagte gesteht zu, ihr Mann habe aus seinen Gut-Verkäufen tu Westfalen Pro» zeffe gehabt, die er verloren habe. Ebenso hatte der Vorgänger des Holve mit diesem einen Ctvilprozeß wegen des ihm überlaffenen Inventar-. Dieser Prozeß — eS drehte fich dabei um 2000 Mk. — ging zu Ungunsten des verklagten Holve aus. Ihr Ehemann hatte mit dem Besitzer der Sandmühle vereinbart, daß da- Pachtverhältniß am 1. October d. I. gelöst werden sollte. Die Angeklagte behauptet, ihr Mann habe vorgehabt, nach Lösung des PachtverhältuiffeS mit der Familie nach Amerika auSzuwandern. Als der Ehemann die Nachricht von dem für ihn verlorenen Prozeß bekam, beschleunigte da- den Zusammenbruch der Katastrophe, er sagte zur Angeklagten, daß nun Aller verloren sei und beauftragte fie, zu Schaumberg nach Homberg zu gehen, damit dieser komme und da- Vieh kaufe. Am Dien-tag sei die Nachricht von dem verlorenen Prozeß auf der Sandmühle augekommen, am Mittwoch will die Angeklagte nach Homberg zu Isaak Schaumberg, dem Vater des Mitangeklagten, gegangen sein, um diesen zu dem Btehhaudel nach der Sandmühle zu bestellen. Isaak Schaumberg war damals krank, doch habe fie den Sohu desselben, Gustav Schaumberg, mit aogetroffm, al- sie den Auftrag ihres Ehemannes au-gerichtet habe. Dieser sei iu ihrer Abwesenheit am nächsten Tage nach der Saudmühle gekommen, um den Handel abzuschließen. Die Angeklagte will von ihrem Ehemann erfahren haben, daß der Mitangeklagte für fünf Stück Großvieh, vier Kälber und zwei Pferde 1250 Mk. geboten habe und 1000 Mk. baar auch gezahlt hat. Die Restschuld von 250 Mk. ist einige Tage später mit Arrest belegt worden. Am nächsten Tage gegen Abend, so erzählt die Ehefrau Holve weiter, seien die Leute der Schaumberg gekommen, um das Vieh abzuholen. Ihr Ehemann war aber nicht zu Hause vud so habe fie die Knechte warten lasten, bis dieser spät in der Nacht nach Hause gekommen und daun wurde der Viehbestand nach Homberg fortgetrieben- dabei waren auch zwei Kühe, die Schaumberg schon, al- fie trächtig gewesen, erworben, aber erst al- frischmelkende Thiere abzuuehwen fich verpflichtet hatte. Die Angeklagte erklärt, daß fie die Aoficht habe, daß der Mitangeklagte gewußt habe, daß die Ver- mögeu-vrrhältniffe ihres Ehemannes sehr mißliche seien, al» er da» Vieh kaufte. Auf Veranlassung des Ehemannes hat die Ehefrau Holve auch die Schweine zu Geld gemacht und
den folgenden Tag zurückgelegt werden muß oder überhaupt al» verspätet nicht berücksichtigt werden kann. 10. Lies stet- daS Geschriebene, ehe Du e» abschickst, noch einmal durch: Du wirst noch etwa» zu besteru finden. 11. Bet Allem, wa- Du schreibst, gieb der Redactiou Deinen Namen au. Nur dann kann dieselbe den Werth der Mittheilung be- urthetlen. 12. Bezeichne Deine Adresse und sei dabet beruhigt, daß der Name de- Mitarbeiter- auf Wunsch unter allen Umständen geheim gehalten wird. 13. Spare bei wichtigen Eretgnisteu einen Drahtbericht nicht. Die Kosten werden gern ersetzt. Bet hervorragend wichtigen oder tntereffauten Ereignissen spare auch den Zusatz „dringend" beim Drahtbericht nicht, obschon die Kosten daun die dreifachen find. Aber klar, wenn auch knapp, abfasseu. — Wir empfehlen diesen Artikel auszuschueiden, um ihn vorkommeudeu Fall- sofort bet der Hand zu haben.
• * Wetterbericht. Von den britischen Inseln und der Nordsee zieht sich eine Furche niederen Drucke- in südlicher Richtung über Frankreich nach dem westlichen Mittelmeerbeckeu herein. Die flache Depresfiou au der Ostsee hat ihre Lage wenig verändert. Vom Südosten de- Erdtheil- zieht ein barometrische- Maximum keilförmig über Mähren und Schlefien gegen Norddrutschlaud vor. Der im Westen befindliche niedere Druck dürfte zunächst die Witterung»verhält- Nisse unsere- Gebiete- beeiufluffen. — Voraussichtliche Witterung: Nur vorübergehend Zunahme der Bewölkung und stellenweise Niederschläge.
Höllerbach für diese Stelle bestätigt- — au demselben Tage wurde dem Schulverwalter Eduard Pfeiffer zu Lützel- Wiebelsbach, Kreis Erbach, die Lehrerstelle an der kathol. Schule daselbst, — am 3. September wurde dem Schulamts- asptrauteu Carl Back au» BeuSheim eine Lehrerstelle an der Gemeiudeschule zu Kletu-Hausen, Kreis BeuSheim, übertragen- — am 7. September wurde der von dem Herrn Grafen zu SolmS-Laubach auf die 1. Lehrerstelle an der Gemeiudeschule zu Laubach, Kreis Schotten, präfeutirte Schullehrer Ludwig Gerhard zu Geilshausen für diese Stelle bestätigt. „ i ,x
** Erledigte Lehrerstellen. Erledigt find: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an Jm Gemeiudeschule zu Wald«UelverSheim, Kreis Oppenheim. Mir der Stelle ist Organistendtenst verbunden. Sine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Ge- «etudeschule zu Geilshausen, Krei» Gießen. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde- schule zu Stockhausea, KretS Gießen. Mit der Stelle ist Organisten- und Lectorendienst verbunden. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde- fchule zu Weickartshain, Kreis Gießen. Mit der Stelle ist Orgauisteu« und Lectorendienst verbunden. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Ge- meiudeschule zu Rirfeld, Kreis Lauterbach. Mit der Stelle ist Organistendtenst verbunden. Die mit einem evaugeltscheu Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bettenhausen, Kreis Gießen. Mit der Stelle ist Organisten- und Lrctoreudieuft verbunden. Dem Herrn Fürsten zu SolwS- BraunfelS steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende 1. Lehrer- stelle an der Gemeiudeschule zu Groß Kacbeo, Kreis Fried- berg. Mit der Stelle ist Organistendtenst verbunden. Dem Freiherrn v. Leonhardi in Groß-Karben steht das Präsen- tationSrecht zu derselben zu. Sämmtltch mit dem gesetzlichen, nach dem Dieustalter fich bemeffeudeu Gehalte.
Kaufmännische Fachschule. Am 3. October beginnt wieder der Unterricht in der Kaufmännischen Fachschule und zwar,' iu Buchführung, Correspoudeuz, Rechnen, Wechsrllehre, Frauzöfisch und Englisch. Um nun einem viel- fettigen Wunsche zu entsprechen, wurde seitens der Schul- commtsfiou beschlossen, auch im Winter Unterricht im Schön- schreiben ertheilen zu lassen und zwar au zwei Wocheutageu, Nachmittags von 1 bi» 2 Uhr. Gewiß wird kein Principal Anstoß nehmen, seinem jungen Manne diese Stunde sret zu geben, zumal eS fich darum dreht, eine schöne Handschrift zu erlangen, wa» iu allen Brauchen Erforderuiß ist. Im Ueb- rtgen verweisen wir auf die Aunouceu in Nr. 225 und 227 diese- Blattes.
♦ * * Gruß au- Kiautfchau. Mehrere Mitglieder des hie- figen MännerturnveretuS sandten im Laufe dieser Sommer- per AufichtSkarte einen poetisches Gruß au den deutschen Postbeamten in Ktautschau. Gestern (27.) traf eine Karte mit folgendem Inhalte hier ein:
An den
Männerturnverein Gießen.
Tsintau, 10./8.
Besten Dank für die hübschen Verse. Ein kräf- tige- „Heil".
gez. Messer, Ober-Postasfisteut.
Die Karte ist abgestempelt: Tfiotau (China), 12. 8. 98, war also 45 Tage unterwegs.
* • Entgleist ist gestern Nachmittag die Maschine de» von Bieber kommenden Zage- vor der Wirthschaft „Zur Reichs- halle" au der Rodhetmer Straße. E» dauerte geraume Zeit, ehe die quer über die Straße gefahrene Maschine wieder tu- Geleise gebracht werden konnte.
• » NadsporllicheS. Zu dem am kommenden Sonntag hier statlfindendea Rennen haben im Ganzen nahezu 40 Fahrer über 100 Nennungen gesendet. Da- Rennen verspricht, besonder- soweit dabei Berufsfahrer in Frage kommen, hochinteressant zu werden, indem u. A. auch Alex Berheyeu, G. Rucku - München, Joern-- Kaiserslautern, Conrad Lauter mann-Darmstadt, Albert Becker-Worm» u. f. w. gemeldet haben.
• • Für nufere geschätzten Leser und Mitarbeiter. Wir machen täglich die Erfahrung, daß mau sich im Kreise unserer Abonnenten häufig darüber im Unklaren befindet, in welcher Form mau mit einer Zeitung in Verbindung tritt bezw. am practischsteu verkehrt. AuS diesem Grunde haben wir unS bemüht, nachstehend alle die-bezügltcheu Punkte zusammen- zustelleu, um unseren geschätzten Lesern und Mitarbeitern einige Regeln au die Hand zu geben, bei deren Berücksichtig, uvg fich der gegenseitige Verkehr ebenso leicht al- angenehm gestaltet. Also: 1. Was Du auch unserer Zeitung mittheileu willst, thue eS rasch und schicke eS sofort ein; denn waS neu ist, wenn Du es denkst oder erfährst, wird eS vielleicht nach wenigen Stunden nicht mehr fein. 2. Sei kurz: Du sparst damit die Zeit der Redacteure, der Setzer, Correctoren und Deine eigene. Dein leitender Grundsatz sei: Thatsachen, keine Redensarten, keine laugen Betrachtungen. 3. Set klar: schreibe leserlich, besonders Namen und Ziffern. 4. Eigen- uameu, besonder» Ort-nameu, die im Texte Vorkommen, schreibe auf dem Rande nochmals, und zwar mir lateinischen Schriftzügen. 5. Schreibe nicht „gestern" oder „heute", sondern Monat und Tag. 6. Setze mehr Punkte als Rom« moto, aber vergiß keine von beiden. Mage keine laugen Sätze! 7. Verbessere niemals iu einem Namen oder einer Zahl- stretche das fehlerhafte.Wort durch und schreibe da» richtige darüber oder daneben. 8. Lasse stets einen mtuvesteuS zwei Finger breiten Rand de» Papiere- frei, damit Platz zu Aeuderungen und Zusätzen bleibt. 9. Die Hauptsache: Beschreibe nie, nie, nie beide Setten de» Blatte». Hundert Zetten, nur auf die vordere Sette de- Papier» geschrieben, lassen fich rasch zerschneiden und au verschiedene Setzer ver. theilen- auf beide Setten geschrieben, beanspruchen fie die Arbell eine- Setzers für lauge Zeit. Dadurch kommt e» »ft, daß ein Beitrag nicht gleich Aufnahme finden tonn, für
hat den Betrag ihrem Manne, der in SchweiuSberg war, hingetragen. Am SamStag traf die Angeklagte mit ihrem Manne iu Gießen zusammen, der seine 16 Jahre alte Tochter auS Darmstadt hatte kommen lassen und eine 13 Jahre alte Tochter bei sich hatte. Die Familienglteder blieben bis Sonntag zusammen, dann fuhr der Mann mit den beiden Töchtern von Gießen nach Köln, um fich über Antwerpen nach Amerika zu begeben- er hat der Angeklagten versprochen, fie und die andern Kinder hinterher kommen zu lassen. Der Ehemann hatte auch von jenseits des OceanS die Ueberfahrt«- karten gesendet, doch wurde die Angeklagte verhaftet. Frau Holve berichtet weiter, daß fie am Sonntag Abend über Schwein-berg wieder auf der Saudmühle anlangte. Am Montag feien nun auf da- Gerücht hin, ihr Ehemann fei nach Amerika durchgebrannt, dessen Gläubiger und auch andere Leute auf die Sandmühle gekommen- es fei ein Trubel dort gewesen, fie hätte gar nicht gewußt, wo ihr der Kopf gestanden, und da hätte fie auf Andrängen der Gläu. btger Jedem gegeben, was er haben wollte, um die Leute wegen ihrer Forderung zu befriedigen. Die Angeklagte erklärt, daß fie damal- nicht gewußt habe, daß fie fich durch ihre Handlungsweise strafbar mache, fie sehe ja ein, daß daS was fie gethan, unrecht gewesen ist.
Der angeklagte Schaumberg bestreitet ganz entschieden, gewußt zu haben, daß der Ehemann Holve fich in Zahlungsschwierigkeiten befinde und ihm das Vieh verhandeln wollte, um dann in- Ausland zu gehen. Holve habt ihn beauftragt, sich für ihn nach einer andern günstigen Pacht- gelegenheit umzusehen. Verhandlungen nach dieser Richtung hin waren auch im Gange, zerschlugen fich aber. Holve habe ihm gesagt, al» er wegen de» BiehhandelS zu ihm kam, er übernehme ein Pachtgut in Westfalen und müsse schleunigst dahin, er habe sich auch erst erkundigt, ob etwa von anderer Sette Jemand ein Anrecht an dem Vieh erworben. Schaumberg erklärt fich für nicht schuldig, der von ihm ausbedungene und theilweise auch bezahlte Kaufpreis für das Vieh fei zwar nicht theuer, aber doch angemessen.
ES werden u. A. eine Anzahl Gläubiger der holveschea Eheleute, die sämmtltch in Homberg wohnen, vernommen und festgestellt, daß die Angeklagte nicht nur geduldet, wenn die Gläubiger fich aus ihrer Habe befriedigt, sondern auch diese Habe ihnen zum Verkauf augeboten hat- fie habe die ver» handelten Kartoffeln selbst mit verlesen und verwogen und die Leute gefragt, ob fie die» oder jenes nicht gebrauche» können. Durch die weitere Zeugenvernehmung wird festgestellt, daß zwei Tage später, nach dem Montag, als der ConcurS eröffnet war, auf dem Hofe, in den Ställen und in der Wohnung der Sandmühle nicht- mehr zu finden gewesen. Dem Coucursverwalter hat der angeklagte Schaumberg die Erklärung abgegeben, er habe da- Dteh, die Ge. schirre und den Wagen für 1250 Mk. gekauft und 1000 Mk. darauf bezahlt - später hat der Angeklagte dem Verwalter der Masse mttgethetlt, daß der Wagen und die Geschirre ihm nur zum Verkauf übergeben seien.
Auf Befragen erklärt die angeklagte Holve, ihre Mitgift in der Höhe von 1200 Mk., habe fie al« Forderung zur Masse nicht angemeldet. Sie sei nach dem in Westfalen geltenden franzöfischen Recht in die Ehe getreten und glaube, fie habe mit ihrem Manne in Gütergemeinschaft gelebt.
Der Coucursverwalter thetlt mit, daß nach Lage der Sache so wenig Masse vorhanden ist, daß nur die bevor, zugteu Forderungen und die Kosten de- Verfahren- gedeckt werden können. Weiter bestätigt der Verwalter, daß alle- Bettzeug im Hause der Saudmühle gefehlt habe und die Frau Holve erklärt habe, fie wisse nicht, wo die Betten hingekommen- dieselbe Antwort habe er wegen de- verbletb- de- vtehe- erhalten.
Der Vorsitzende bemerkt der Angeklagten Holve gegenüber, eS scheine so, al- ob ihr Ehemann schon mit zerrütteten Vermögen-Verhältnissen die Pachtung der Saudmühle übernommen haben müsse, denn eS sei doch nicht gut denkbar, daß er in den zwei Jahren 10,000 Mk. dort verwirthschafter habe und noch 6000 Mk. Schulden gemacht haben könne.
Die angeklagte Ehefrau Holve bleibt mit aller Bestimmtheit dabei, sie hätten mit 10,000 Mk. Vermögen die Saudmühle übernommen, und Unglück tu der Viehhaltung re. hätten da- Vermögen aufgezehrt.
____________(Schluß folgt.)_________________________,
Xu« -er Kett ftir di« Lett.
Vor 140 Jahren, am 29. September 1758, wurde zu Burnham-Torpa der ruhmgekrönte englische Seeheld Nelson geboren. Er vernichtete am 2. August 1798 die französische Flotte vor Abukir, schlug am 2. April 1801 die dänische bei Kopenhagen, am 22. October 1805 die spanisch französische bei Trafalgar, wobei er den Tod fand. Seine letzten lakonischen Worte: „England erwartet, daß Jedermann seine Schuldigkeit thue" hatten die größte Wirkung.
• 3« Schweina in Thüringen befindet fich im Gasthaus zur Krone ein alter Tisch, an dem Martin Luther auf seiner Reist von Worw» nach Witttoberg sein Ve-perbrot eingtnommen hat. Im Kirchenbuch von Schweina findet fich folgender Eintrag: „Anno 1621 Sonnabend nach Kantate den 4. Mat, nachmittag» zwischen 4 und 5 Uhr ist Herr Dr. Martin Luther allhier durchgefahren, da er von WormS kommen und über AUenstetn usr. Landstraße nach Woltershausen gefangen und auf die Wartburg geliefert."
• Uebrr da- hier und da zum Unfug auSartende Sammeln und Austauschen von Ansichtspostkarten finden wir i« „Kunstwort" ein paar kräftige Worte, die beherzigenSwerth erscheinen. Do heißt e» u. A.: „Als ich mich vor einigen Jahrzehnten iu Pumphosen uwhertrieb und hinter allen rosen- uud nelkenumrankten Feufierlein an der stillen Straße za Hause war, hatten die Spiegel meist den gleichen Schmuck: zwischen Gla» und Rahmen steckten rund um die Scheibe Glückwuuschkarten, farbensprüheud und — auf der Rückseite


