Name hat jetzt Ansehen tu der Welt und auch die Vertreter der gelben Raffe sehen ein, daß wir tu politischer und wirth- schaftlicher Beziehung mit anderen Nationen zu wetteifern ein Recht haben.
Wir Deutsche wollen keine Eroberungen machen, und auch die Erwerbung der Ktautschoubucht ist keine Eroberung im landläufigen Sinne. Aber darum ist doch die Bedeutung de- Erwerbs nicht zu unterschätzen. Und durch den Besuch des Prinzen Heinrich beim Herrscher Chinas, durch die überaus zuvorkommende Weise des Empfangs ist der zwischen Deutschland und China abgeschloffene Vertrag gleichsam legalifirt worden.
DaS Ausland steht nun, daß Alles in rechtmäßigster Form zugegaugeu ist, und kein Borwurf darf mehr laut werden, daß Deutschland sich auf dem Wege der Gewalt, auf unrechtmäßige Weise jenes Gebiet in China ungeeignet hat. DaS ist der directe Erfolg des Besuchs in Peking. Aber auch in wirthschaftlicher Beziehung dürfte dieser Früchte tragen. Die Chinesen haben gesehen, mit welcher ungewöhnlichen Aufmerksamkeit ihr Kaiser den Vertreter des deutschen Herrschers ausgenommen hat. Tollten sie da nicht Verlangen tragen, mit einem Volke, daS solcher Auszeichnung würdig erachtet worden ist, in Geschäftsverbindung zu treten. Die Erfahrung wird lehren, welche Vortheile uns noch erwachsen werden, und wir find der Meinung, daß dieselben nicht zu gering veranschlagt werden dürfen. Der chinefische Absatz- markt ist groß, nicht minder aber daS Bedürfntß unserer Industrie nach der Erschließung dieses Marktes. Hoffen wir, daß unsere Erwartungen zutreffeu. (xx)
Deutsche» Reich
Berlin, 27. Mai. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Schwarzen AdlerordenS au den Prinzen OScar von Preußen.
Berlin, 27. Mai. Da- Kaiserpaar sowie der Kronprinz und die Kronprinzessin von Griechenland begaben sich heute Vormittag zur Lheiluahme au der Parade über die Potsdamer Garnison nach Potsdam. Auf dem Schloßhofe war die Leib-Lompagnte des ersten Garde- RegimentS zu Fuß mit Fahne und Mufik aufgestellt. Der Kaiser hielt eine kurze Ansprache uud stellte den Prinzen OScar in daS Regiment ein. Die Anwesenden brachten ein dreifaches Hoch auf den Kaiser aus.
Berlin, 27. Mai. Nach der heutigen Parade fand im Gtadtschloffe ein Parade-Frühstück statt. Um 1 Uhr kehrte daS Katserpaar nach Berlin zurück.
Berlin, 27. Mai. Der gestern angeküudtgte, im Reichs- Justtzamt ausgestellte Entwurf eines Gesetzes betreffend die gemeinsamen Rechte der Besitzer von Schuld-ver- schreibungen nebst Erläuterungen wird heute im „Reichs- Anzeiger" veröffentlicht.
Berlin, 27. Mai. Gegen 122 Einwohner von Adlershof hatte der Amtsvorsteher daselbst Strafmandate in Höhe von je 15 Mark erlassen, weil die Be- treffenden dadurch groben Unfug verübt haben sollten, daß sie am 18. März d. I. illumtuirten. Auf den Antrag der Beschuldigten gelangte die Angelegenheit heute vor dem Amtsgericht Köpenick zur schöffengerichtlichen Verhandlung. Der Gerichtshof verurtheilre sämmtliche Angeklagte wegen groben Unfugs zu der tm Strafmandat festgesetzten Strafe von je 15 Mark eventuell drei Tage Haft. Nach der Anficht des Gericht- habe die Revolution durch die Illumination verherrlicht werden sollen.
Berlin, 26. Mai. Politische Erinnerungen au» Kaiser Friedrichs kurzer Regierungszeit. Vor gerade zehn Jahren, am 26. Mat 1888, unterzeichnete der Kaiser den Gesetzentwurf, betreffend die Verfassungsänderung durch Verlängerung der Legislaturperiode, nachdem er längere Zeit hindurch die lebhaftesten Bedenken gegen diese Verfaffungsänderung zu erkennen gegeben und darüber wiederholt mit den Ministern verhandelt hatte. Von demselben Tage
welche dicht an der Burg vorüberführt, sodaß letztere in Zukunft auch von Westen her leicht zu erreichen ist. Wetter führt der Weg über Euerdorf durch schönen Wald nach Ktsfingen. Im Waide begegnet unS Fürst Bismarck, auf einer Ausfahrt begriffen. Der Wagen ist an den Dienern tu blauer Livree schon von Weitem erkenntlich.
Kiss in gen, mit seinen weltberühmten, hrilkräftigen Sprudeln bedarf keines Lobes. Kämpften doch schon tm ersten Jahrhundert nach Christus die germautfcheu Stämme der Chatten und Hermunduren in blutiger Schlacht um den Besitz der Quellen. Slavtsche Händler zogen von Osten hierher, und ihnen soll das Bad seinen heutigen Namen verdanken. Die Quellen dienten vormals uud lange Zeit zur Salzbereitung (Saline). Unter den Wirren des Bauernkrieges und des 30jährtgen Krieges hatte auch Ktsfingen zu leiden,- 1643 wurde es erfolglos von den Schweden belagert. Große Verdienste um die Faffuug der Quellen und Hebung des Bades erwarben sich die Fürstbischöfe von Würzburg, welche seit 1875 über Ktsfingen herrschten, so namentlich der zu MeSpelbruuu geborene Julius Echter, dann Friedrich Graf von Rhönborn, welcher daS Flußbett der Saale verlegen lieh, wobei die Rakoczhquelle entdeckt wurde, die jetzt für den Kurgebrauch wichtigste. Auch den Königen Ludwig I., welcher den großen Kursaal nebst Arkaden erbauen ließ uud Maximilian DL, der die Badeanstalt bei der Saline errichtete, verdankt Ktsfingen viel. Au die Schlacht vom 10. Juli 1866 erinnert die durchschossene uud erhaltene Erkerschelbe eines Ladens im Kurgarteu und die weiße Marmorstatue der Germania, auf der Südseite des Friedhofes, letztere ein be- deutendes Werk des Kissinger Bildhauers Arnold. Germania mit trauerndem Antlitz, hält mit der Linken, auf den Schild gestützt, das in der Scheide steckende Schwert, während die Rechte die FrtedenSpalme senkt. An der Stelle des Denkmals fielen in der Schlacht 52 Preußen und Bayern.
(Fortsetzung folgt.)
: dalirt auch da» Handschreiben des Kaisers an den Minister des Innern v. Puttkamer, in welchem der Kaiser, unter Bezugnahme auf die damals stattgehabten Verhandlungen im Abgeordnetenhaus, die Erwartung aussprach, daß in Zukunft die Wahlfreiheit nicht durch amtliche Beeinflussungen beschränkt werden möge. Als kurze Zeit darauf der Minister in einer Denkschrift an den Kaiser sein Verhalten den Wahlen gegenüber zu rechtfertigen suchte, erwiderte der Kaiser in einem zweiten Handschreiben, daß er über die Vorgänge bei den Wahlen im höchsten Grade ungehalten sei. Dieses Schreiben veranlaßte den Minister v. Puttkamer, dem Kaiser das Gesuch um seine Entlastung einzureichen. Gleich am anderen Tage gewährte Kaiser Friedrich dem Minister die nachgesuchte Entlastung.
Erfurt, 27. Mai. Gestern in später Nachtstunde mußte das Militär die Tumultuanten angreifen. Die Gendarmerie gab Schnellfeuer, viele Beamte wurden durch Steinwürfe verletzt. Im Ganzen sollen 80Personen beiden letzttägigen Unruhen verwundet worden sein.
Leipzig, 26. Mai. Der FrtedrichSruher Gewährsmann der „Letpz. N. Nachr." schreibt, tm Befinden des Fürsten I Bismarck sei tu der letzten Woche eine wesentliche Aeuderung nicht eiugetreten. Die Aeczte erhofften von dem Eintritt der wärmeren Jahreszeit einen günstigen Einfluß auf die völlige Heilung des Fürsten. Letzterer ist bei gutem Humor. Seine Kritik an dem Gange der deutschen Politik hat aber in letzter Zeit erheblich nachgelaffeu, was darauf zurückzuführen ist, daß er der Anficht ist, der Regierungswagen habe jetzt Wege etugeschlagen, auf denen keine Gefahr drohe. Die besondere Zustimmung des Fürsten hat die Behandlung gefunden, welche die braunschweigische Frage neuerdings von maßgebender Seite erfahren hat. Auch über die neuerlichen Enthüllungen der „Franks. Ztg." ist in FrtedrichSruh gesprochen worden. Nach dortiger Auffaffung würde eS in keiner Weise gegen die Drei- buudpfltcht verstoßen, wenn Oestrreich Ungarn mit Rußland auf irgend einer Basis sich verständigt hat. Solche Neben« und Rückversicherung-Verträge find nach Ansicht des Fürsten BtSmarck in keiner Weise unzuläffig und colltdiren nicht mit der Dreibund-Verpflichtung.
Karlsruhe, 27. Mai. Gegenüber den „Hamb. Nachrichten", welche sich in ihrer gestrigen Ausgabe entschieden gegen ein Zusammengehen Deutschland» mit England ausgesprochen haben, weil dadurch Deutschland Rußland entfremdet werden könnte, bringt heute die osficiöse „Südd. RetchScorrespondenz" eine allem Anschein von leitender Stelle in Berlin tnspirirte Besprechung der Rede Chamberlain-, au- der hervorgeht, daß die Berliner Regierung nicht abgeneigt ist, die mit England seit der TranSvaalaffatre fallen gelassenen BerbindungS- fäden wieder aufzunehmen. Den freundlichen Beziehungen zu Rußland würde dadurch kein Abbruch gethan, im Gegen« theil würde unsere politische Freundschaft desto gesicherter sein und bleiben, je beffer unser Berhältniß nach allen Seiten sei.
AnrUrvd.
Brüssel, 27. Mai. König Leopold reist nach London, um der Leichenfeier Gladstones betzuwohnen.
Loudon, 27. Mat. „Datlh Mail" versichert, ein englisches Consorttum habe der spanischen Regierung eine Million Pfund Sterling für die Concesston der spanischen Nordbahn angeboten.
Paris, 27. Mat. In hiesigen militärischen Kreisen hält man es nicht sür unmöglich, daß Admiral Cervera seine Einschließung in die Bah von Santiago gewollt habe. Er halte dadurch daS amerikanische Geschwader von der Blokade zurück und gewinne Zett, da» Eintreffen des spanischen Reserve-GeschwaderS von Cadiz abzuwarten. Außerdem würde durch daS lauge Hinschleppen der Operationen die öffentliche Meinung in dru Bereinigten Staaten gegen die amerikanische Regierung aufgereizt.
Die Rang- und Qrrartierliste für 1898.
Die neue Rangliste schließt mit dem Stande vom 1. Mai ab und weist Veränderungen in solcher Zahl auf, daß der ältere Jahrgang dieses für so viele Geschäftsleute noth- wendigen Nachschlagebuche- vollständig unbrauchbar ist. Dies ist allein schon aus dem Abgang im Heere ersichtlich, der sich entweder durch Verabschiedung oder Tod vollzieht. Bei der Generalität schieden tm Ganzen 60 aus, und zwar 8 Generäle, 10 Generallieutenants und 42 Generalmajors. Die Zahl des Abganges bei den Stabsoffizieren betrug 203; davon entfallen auf Obersten 40, auf OberstlteutenantS 27, auf Majors 136. Der Abgang bet der Infanterie betrug 117, Cavallerte 31, Feldartillerie 21, Fußartillerie 13. Recht ansehnlich ist auch der Abgang tu den übrigen Chargen vom Hauptmann, bezw. Rittmeister bis zum Secondelieutenant; er betrug bet den außerhalb des RegimentSverbandeS, wte Krieg-Ministerium, Generalstab, Platzmajors usw. stehenden Offizieren 35, bet der Infanterie 257, Cavallerte 87, Feld- arttllerie 46, Fußartillerie 12, Ingenieure usw. 22, Train 11, zusammen 487 Offiziere. Die Zahl der tm Abgang befind- ltchen Hauptleute betrug 157, der PremierlteuteuantS 109. Bei den Secondelieutenant» war der Abgang besonders hoch, er betrug bet allen Waffen zusammen 221.
In den Zahlen für Abgang durch Verabschiedung find auch diejenigen Offiziere enthalten, deren Uebertritt zur Marine-Infanterie und zur Schutztruppe in den afrikanischen dentschen Colonien erfolgte. Die Marine Infanterie wurde infolge der Erwerbung von Kiaotschou stärker als sonst und auch mit anderen Waffen als Infanterie bedacht und erhielt zusammen 30 Offiziere. Zu den Schutztruppen wurden 12 Offiziere abgegeben. Der Gesammtabgang in der Armee betrug danach 750 Offiziere, davon 675 durch Verabschiedung und 75 durch Tod. Hierzu treten noch 29 Offiziere verschiedener Waffen und Chargen in der Rubrik „Außerdem I Abgang", die durch krtegS- oder ehrengerichtlichen Spruch |
' auSgeschteden find. Was den Wechsel tu den Stellungen betrifft, so trat zunächst ein solcher bet der 3. Armeetnspection ein, wo der Generaltuspecreur, Generalfeldmarschall Graf v. Blumenthal zurücktrat und durch den Generalobersten der Cavallerte Grafen v. Waldersee ersetzt wurde. Außerdem wurden fünf Armeecorps, Garde (Berlin), 2. (Pommern), 4. (Provinz Sachsen), 7. (Westfalen) und 9. (Schleswig- Holstein) neu besetzt. Ferner erfolgt ein Stellenwechsel bei 15 Divisionen, sodann bet 29 Jufautertebrigaden, 17 Cavallerte- brigaden, dem Militärreitinstttut, 7 Feld- und 2 Fußartillerie- brigadeu, 1 Pionier- und 2 Jugenteurinspecttonen, bet de« Jngeuieurcomits und dem Commando des CadettencorpS. An Regimentern wurden neu besetzt bet der Infanterie 47, Cavallerte 28, Feldartillerie 11, Fußartillerie 8, ferner 2 Artilleriedepot-Directioneu (bisher Jufpectioneu genannt), 4 FestungStnfpecttonen, das Commando der Pioniere des 1. ArmeecorpS, die Inspektion der Militärtelegraphie, daS Eisenbahuregtment Nr. 2, die Direktion der Mtlttäreisenbahn sowie der vereinigten Artillerie- und Ingenieurschule, die Commaudantureu Königsberg i. Pr., Neubreisach u. s. w.
Von besonderem Jntereffe ist der Besitz deS Dtenst- kreuzeS für eine 25 jährige Gefammtdienstzeit bei den Hauptleuten, weil sich hierin die Altersverhältnisse in dieser Charge am besten widerspiegeln; wir führen als maßgebend nur die Infanterie an und setzen zum vergleich die Zahlen des Vorjahres in Klammern hinzu. In dieser Charge war kein Dienstkreuz vorhanden bet 66 (87) Regimentern, eins bei 61 (55), zwei bei 35 (19), drei bet 8 (4), vier bei 0 (1), fünf bet 1 (0). Danach find also die AlterSverhaltuiffe wieder etwas ungünstiger geworden. DaS EtferneKreuz ist dagegen ganz aus der HauptmanuScharge verschwunden, nur 2 Rittmeister vom Train, 11 Zeughauptleute uud zehn Feuerwerkshauptleute besitzen dasselbe noch. Im Ganzen werden in der Rangliste noch 1291 Eiserne Kreuze aufge- führt, davon 63 erster, 1139 zweiter Klaffe und 63 desgleichen am weißen Bande.
Aus der DieustalterSlifte der Generalität uud der Stabsoffiziere ist zu entnehmen, daß fich die Zahl der Generalfeldmarschälle (8) nicht verändert hat, weil Graf v. Blumenthal in dieser Liste weitergeführt wird. Unter Hinzurechnung der Characterifirten zählt die Armee ferner 72 Generäle, 77 Generallieutenant-, 162 Generalmajors; sodann an Obersten, OberftlieutenantS und Majors bet der Jnfauterte bezw. 223, 190, 892; Cavallerte 67, 44, 242, darunter bereits 24 Obersten als Brigade- und 17 Oberste als Regimentskommandeure; Feldartillerie 50, 40, 154; Fußartillerie 9, 6, 86. In die diesbezüglichen Chargen wurden einschließlich der Characterifirten befördert 7 Generäle, 23 GeuerallieuteuantS, 41 Generalmajor»: ferner bezw. an Obersten, Oberstlieutenants und Major» bei der Infanterie 89, 45, 151; Cavallerte 24, 9, 56; Feldartillerie 3, 12, 37; Fußartillerie 3, 0, 26; Train 2, 3, 13. Der Umfang der Rangliste ist wieder um 33 Seiten gestiegen.
• Berlin, 26. Mai. Nach den heutigen Befchlüffeu des BundeSrath» sollen von dem Vorrath der ReichSbank an halben Kronen 22 Millionen Mark in Kronen umgeprägt werden; ferner sollen von dem Baaroorrath an filberuen Zwanzigpfennigstücken 8 Millionen Mark umgeprägt werden, und zwar * */8 der Summe in Fünf- und ®/8 in Zweimarkstücke.
* Postdiebstahl. Die am 23. Mai 9« Abend» au« Lübbecke abgegangene Personenpost, welche unterwegs nur bet der Postagentur in Gehlerbeck hält, ist bei der Ankunft in Minden (Wests.) am 24. früh 1210 mit offener Thüre de» Vorderladeraums emgetroffen. Aus dem Werthgelaß find 3 CourSfäcke, enthaltend 4 Briefbeutel uud 5 Geldbrtefbeutel von Levern, Lübbecke, Pr. Oldendorf, Rahden (W.) und Gehlerbeck nach Minden, sowie 2 Werthpackete (Nr. 481 au- Pr. Oldendorf nach Elberfeld über 950 Mk. und Nr. 452 au» Lübbecke nach Herford über 100 Mk.) abhanden gekommen. In den Beuteln befanden fich eine große Anzahl Briefe und Packete mir Werthangabe: ein Packet enthielt 5 gold. Herren- ketteu, 7 Granathalsketten, 13 Granatbroschen, 6 goldene Broschen, 1 gold. Trauring; ein Packet enthielt 18 kleine silb. Messer, 6 Theelöffel, 1 Zuckerzange, 2 Broschen mit Anhängseln, alle Gegenstände echt filbern und antik. Auf die Wiedererlangung der abhanden gekommenen Werthsachen oder eines TheileS desselben, sowie der gewöhnlichen Brief- sendungeu und auf die Ermittelung der Thäter ist eine Belohnung von 300 Mk. ausgesetzt.
* Stu Magdeburger Israelit, der in einem Immediatgesuch um die Erlaubniß gebeten hatte, seinem siebenten Knaben den Namen Wilhelm beilegen uud den Kaiser als Pathen beim Standesamt eintragen lassen zu dürfen, erhielt nach der „Allg. JSr. Wochenschr." durch dak Regierungpräfidtum in Magdeburg nachstehenden ablehnenden Bescheid: „Huf daun Se. Maj. den Kaiser uud König gerichtete, auf Aller- höchsten Befehl mir zur Prüfung und weiteren Veranlassung übersandte Immediatgesuch vom.....erhalten Sie hier
durch den Bescheid, daß die Eintragung deS Allerhöchsten Namens al» Taufzeuge in daS Kirchenbuch bet Kindern mofatfcher Religion ausgeschlossen ist." — DaS genannte jüdische Fachblatt veröffentlicht den Bescheid, damit andere Glaubensgenossen in ähnlichen Fällen fich nicht erst vergeblich bemühen. Im Uebrigen findet e» die Ablehnung ganz tu der Ordnung. ES fei begreiflich, „daß ein streng kirchlich Gesinnter an einem Acte Andersgläubiger nicht durch die Eintragung als Zeuge unmittelbaren Antheil nehmen will." Beiläufig fragt da» Blatt, ob denn Alles nachgeahwt werden müsse?
♦ Zur Festlegung de» Osterfeste». Profeffor Förster, Director der ®urliner Sternwarte, machte dem Battcan den Vorschlag, vom Jahre 1900 ab Ostern auf den dritten Sonntag nach dem Frühlingsanfang festzusetzen, womit die Oftergrenze beschränkt sein würde auf die Zett vom 4. bi» 11. April. Der „Voss. Ztg." zufolge scheint der Vorschlag ausfichislor zu fein.


