zu seine» Tode blieb er der Mittelpunkt der zahlreichen Verbindungen, die in den Ländern und Provinzen sich befanden und war alltäglich in Angelegenheiten der Genoffen- Hafte# bei ihm in Form von Anfragen, Anträgen und Mittheilungen einging, da» reichte aus, die rüstigste Kraft ausschließlich in Anspruch zu nehmen und aufzureiben. Den« noch bezog Schulze für alle seine ungeheuere Mübe und Arbeit nur eine bescheidene Vergütung von durchschnittlich 2600 Thaler jährlich, die wieder zum größten Theil im Interesse seiner Sache darauf gingen.
Der Erfolg entsprach mehr als geahnt, seinen Bemühungen. In dem letzten Jahresbericht vor seinem Tode, datirt vom Jahre 1882, um die späteren ganz zu übergehen, sind schon 905 Vereine aufgeführt; vielleicht mehr als noch einmal so viele waren thatsächlich vorhanden. Das Genossen- schaftsvermögen soll über 700 000 Mark gezählt haben und hatte jährlich ungefähr an 2 Milliarden Mark in kleinen kurzfristigen Vorschüssen gewährt. Die im Jahre 1865 ge» gründete „Genoffenschaftsbank" mußte zu Anfang der achtziger Jahre ihr Capital nahezu verzehnfachen.
Daß bei einem so gigantischen Unternehmen auch Vieles „menschelte", soll nicht geleugnet werden, trotzdem bleibt es eine Thatfache, die unumstöstlich feststeht, daß Schulze Delitzsch durch seine Genossenschaften den Credit democcatifirt, Tausende »on kleinen Meistern und Geschäftsleitern kreditfähig gemacht und in der Hauptsache auf die Erhaltung und Hebung der in ihrem Bestände schwer bedrohten Mittelklassen auf das
vorteilhafteste eingewirkt hat. Man wird diese» große Der« dienst noch bereitwilliger anerkennen, wenn man berücksichtigt, daß zu der Zeit als Schulze starb, neben den oben erwähnten Credltgenoffenschaften, noch 954 Rohstoff-, Magazin-, Werk« und Productivgenoffenschaften, 621 Consumvereine und 35 Baugenossenschaften vorhanden waren, die alle den Anregungen Schulzes ihre Entstehung verdankten.
Mögen seinen Eifer nun auch namentlich in der letzten Zeit vielfach politische Motive, und nicht immer die gesundesten, geschürt haben, so bleibt seine gewaltige Leistung doch nichtsdestoweniger dauernder und überzeugter Anerkennung sicher.
Seine allgemeine wirthschastliche und politische Anschauung stand nicht auf der Höhe feiner practischen Thätigkeit. Die übermäßige Ausbildung des Polizeistaates in Preußen, der sich umsonst bemühte, Zustände und Einrichtungen festzu- halten, die in das moderne Wirthschaftsleben nicht mehr hineinpaßten, forderten ihn zur Bekämpfung desselben heraus. Doch was er hierin gesündigt, hat er aus Treue gegen sein Prtncip gethan und wir wollen das dem großen Todten gerne Nachsehen und vergeben.
Werfen wir schließlich noch einen Blick auf die Person Schulzes, so können wir uns die große Beliebtheit und Achtung, in welcher er selbst bei seinen Gegnern oftmals stand, daraus erklären, daß er alle feine Lehren auch selbst geübt hat. Sein ganzes Leben lebte er getreu den Principien, die er verkündigte. Al- am 4. October 1863 ihm in Pots
dam ein Ehrengeschenk von 50000 Thalern angeboten wurde, benutzte er davon nur ss viel Zinsen, um sich ein beschei- deues Wohnhaus zu erbauen und feine Bureaukosten zu decken. Persönlichen VortheU zog er keinen weiter daraus, sondern bestimmte das Capital zu einer Stiftung, deren Erträge nach seinem Rücktritte zur Besoldung solcher Männer verwendet werden sollten, deren Wirken und Thatkraft man in der öffentlichen Sache „zum Besten des gesammten Vater- lande»" in Anspruch nimmt.
Seine Ehrlichkeit war ohne Makel. Er war ein beliebter Redner. Seine breitschulterige Gestalt, kraftvolle Erscheinung und sympathische Stimme unterstützten die Macht seiner Werke. Er war ein echter Patriot. Al» er 1867 zu einem Frtedens- congreß nach Genf, den einige französische Politiker veran- staltet hatten, geladen wurde, nahm er nicht Theil daran, sondern antwortete brieflich: „Soweit ist der nationale Geist bei uns erstarkt, daß wir die Einmischung der Ausländer in unsere inneren Angelegenheiten unter keinen Umständen dulden werden!" Da» waren nicht Worte eines „Vatrrlandslosen", nein, wahrhaftig nicht!
Am 29. April 1883 trug man ihn zu Grabe; doch die Nachwelt wird die Schwächen der politischen Nationalöconomie Schulzes übersehend, die Stärke seiner Gesinnung achten und ihn mit Recht anerkennen als den Wohlthäter der kleineren Geschäftsleute und als den großen Schöpfer des deutschen Genoffenschaftswesens.
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(Erneuerung einer altenörtitfe veranschlagt zu:
A. Maurerarbeit 31,74 JL
B. Zimmerarbeit 71,50 „
C. Trägerlieserung 34,02 „
D. Schlofferarbeit 62,40 „
E. Weißbinderarbeit 10,— „
Voranschlag II
Chaussiruugsarbeiteu re. in den Linden veranschlagt zu: A. Maurerarbeit 153,— Jt
B. Fuhrlohn 101,25 „
C. Kleinschlaglieferung 110,— „
D. Sandlieferung 25,— „
E. Pflasterarbeiten 400,25 „
Voranschlag III
Chanssirnngsarbeiten des
Triebweges veranschlagt zu:
A. Maurerarbeit 512,— JC.
B. Fuhrlohn 435,— „
C. Steinsetzerlohn 58,— „
D. Kleinschlaglieferung 539,40 „
E. Sandlieferung 90,— „
Voranschlag IV
Erneuerung einer Gosse veranschlagt zu:
Pflasterarbeit 304,— JL
Voranschlag V
Jvsta-dsetzuog der Schul- aborte veranschlagt zu:
A. Maurerarbeit 177,02
B. Zimmerarbeit 30,— „
C. Schreinerarbeit 80,— „
D. Glaserarbeit 66,— „
E. Weißbinderarbeit 40,— „
F. Schlofferarbeit 39,50 „
G. Eisenwaarenlieferg. 83,— „
sollen Montag den 2. Ma, I. I., Vormittags nm 10 Uhr, bei Großh. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lumda öffentlich versteigert werden, woselbst die Pläne, Voranschläge und Bedingungen offen liegen.
Allendorf a.d.Lda.,27.April 1898. Gr. Bürgermeisterei Allendorf a.d.Lda.
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Die Unterzeichneten sind beauftragt, die Kinzenbacher Mühle freiwillig öffentlich zu versteigern. Dieselbe liegt zwischen Gießen und Wetzlar, an der Eisenbahn, ist auf das Beste neu eingerichtet, Wohn-, Müllerei- und Wirtschaftsgebäude sind in tadellosem Zustand, die Mühle ist mit 3 Mahlgängen, 1 Schrotwalzenstuhl, Sichtmaschinen, Griesputzer und guter Reinigungsanlage versehen. Die Wafferkraft ist gut und beständig, in der Ausnutzung noch erheblich steigerungsfähig, Kundschaft solid und groß.
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Die Versteigerung findet auf der Mühle selbst — Bahnstation Kinzenbach — am Mittwoch den 1. Juni 1898, Nachmittags 372 Uhr, statt.
Zu jeder Auskunft sind wir gerne bereit, auch nehmen wir freihändige Angebote entgegen.
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