Ausgabe 
29.1.1898 Erstes Blatt
 
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Locale» und Provinzielle».

Stehen, den 28. Januar 1898.

Rnnflöerein. Die Gemälde-Ausstellung im LhurmhauS am Braud hat wieder diese Woche eine Anzahl neuer Bilder erhalten.

* *d* Der ConcerlLerein bezw. der Akademische Ge­sangverein hat sich mit der Aufführung von Paradies vud Peri eine eben so schöne als große Aufgabe gestellt. Daß diese Aufgabe seitens des Chores vollendet und tadellos gelöst wird, dafür bürgt uns das Können und Wollen unseres UniversitätS-MufikdirectorS Trautmaun, der uuS bereits daran gewöhnt hat, nnr ganz Fertiges von lhm zu hören. Aber das Werk verlangt auch von den Solisten, daß fie zu denen ersten Ranges zählen, und das Programm belehrt uns, mit welcher Sorgfalt der Vorstand des ConcertvereinS dies« mal feine Wahl nach dieser Richtung hin gerroffeu hat. Wenn ich mich so auSdrücken darf, so möchte ich die Kammersängerin Fräulein Hiller als den Star dieser Künstlerschaft be­zeichnen; entzückte die Künstlerin doch bereits im vorigen Jahre, gelegentlich der Aufführung des Requiems von BrahmS, alle Hörer durch ihre köstlichen Stimmmittel und ihre echt künstlerische GesangLweise. Aber nicht nur wir Gießener allein, auch noch verwöhntere Mufikstädte haben unser Ent­zücken getheilt. So hat die Künstlerin vor wenigen Tagen in Berlin wahre Triumphe gefeiert, und wie dort in vielen anderen Städten. Würdig schließen fich die anderen Künstler der Vertreterin der Titelparthie an: Fräulein Kloppen- bürg ist eine sehr geschätzte Altistin, Fräulein Müller, die Interpretin des zweiten Soprans, eine stimwbegabte junge Sängerin, Herr Dorrt er aus Mainz ein vielbeschäftigter, gesuchter Tenor und Herr Wegener au- Frankfurt ein markiger, tiefer Baß. So ist denn Alles so günstig wie nur möglich vorbereitet, um die Aufführung am 1. Februar in Steins Garten zum schönsten Wohlgelingen zu führen.

Concert. Wie aus dem heutigen Jnseratentheil er­sichtlich, veranstaltet am kommenden Montag den 31. Januar der Marburger Akademische Concertverein im MuseumSsaale sein drittes Concert, und zwar einen Lieder­abend des Herrn Anton SistermauS aus Frankfurt a. M. CS erfreuen fich solche Liederabende in allen Städten, welche sich durch ein kunstsinniges Publiknm auSzeichnen, besonderer Vorliebe, namentlich wenn ihr Programm ein so al wechSlungS- reicheS ist, wie wir es zu diesem dritten Concert finden. Der geschätzte Sänger wird, thetlS unter Clavterbegleitung, die H rr UawerfilätS-Mufikdirector Jenner übernommen, so­wohl Volkslieder als Lieder heiteren wie ernsteren Genres zum Vortrag bringen. Wir erwähnen hier zunächst von vier Franz Schubert'fchen Liedernden Lindenbaum" undden FrühlingStraum", dann von fünf Robert Schumaun'fche« LiedernIm wunderschönen Monat Mai" undIch grolle nicht". ES folgen Borträge Löwe'scher Compofitionen, daun einige Volkslieder mit Clavterbegleitung von BrahmS und endlich von diesem Compouisten einige ernste Gesäuge. Schon diese kurze Andeutung des Programms bietet die volle Ge­währ eines ebenso genuß- als abwechslungsreichen Concert- abends. Auch dem htefigeu kunstsinnigen Publikum sei dieses Concert auf das Wärmste empfohlen, zumal die Züge zur Hin- und Rückfahrt nach und von Marburg sehr günstig ge­legen sind.

* * btadttheater. Welch überaus wirksamer Schwank Hans Hucke dein" ist, der nächsten Montag zur Auf­führung kommt, ist auch aus einer Besprechung derKreuz- zrttuog" darüber ersichtlich. Diese schreibt: Am Lesfing- Theater fand heute vor einem sehr günstig gestimmten Pub­likum die erste Aufführung des neuesten Blumeuthal-Kadel- bnrg'schen SchwankesHan» Huckebeiu" statt. Von der ersten Scene bis zur letzten wurden alle lustigen Einfälle stürmisch belacht. Das Stück schien das Publikum in die freundlichste, lachlustigste Stimmung zu versetzen, so daß die Verfaffer wohl noch nie einen so lauten PremtSrenerfolg ge­habt haben.Hans Huckebein" hat den Zweck, witzig zu unterhalten, überall aufführbar zu sein und also ein Kaffen­stück zu werden. Nach dem Erfolge der ersten Aufführung zu urtheileu, entspricht es diesem Zweck.

* Bon der Spar- und Leihkaffe. Der Gesammtauflage desGießener Anzeigers" liegt der Bericht über die Ver­waltung der Spar- und Leihkasse für das Jahr 1896 bei. Indem wir unsere verehr!. Leser an dieser Stelle aus die in mancher Hinsicht allgemein iuteresfirenden Einzel­heiten des Berichts anfmerkfam machen, bemerken wir be­sonders, daß das Berzeichuiß der im Berichtsjahre prämi- irten Dienstboten dem Bericht angehängt ist und im Gießener Anzeiger" nicht weiter veröffentlicht wird.

* * Die Gießener Ruder Sefellfchaft feiert am 5. Februar in Steins Saalbau ihr Winterfest verbunden mit dem 21jährigen Stiftungsfest in Form eines Balles mit vorhergehender Abendunterhaltuug. Die umfangreichen Vor­bereitungen lassen einen recht genußreichen Abend erwarten und wird sich auch die diesjährige Feier den glänzenden Stiftungsfesten der früheren Jahre würdig zu Seite stellen können. Als ein hocherfreuliches Zeichen der Harmonie und Einigkeit in der Gesellschaft muß es bezeichnet werden, daß bei der imKaiserhof" stattgefundenen General­versammlung der gesammte Vorstand in geheimer Ab­stimmung einstimmig wieder gewählt wurde und besteht der­selbe für 1898 außer den ständigen Mitgliedern des Vor­standes, den Herren Ehrenvorsitzender Jean Kirch, Chr. Reiber und Ernst Balser, aus den Herren: I. Sauer und Albert Scheel 1. und 2. Vorsitzender, Commerzienrath Gail und G. W. Kock Vertreter der passiven Mitglieder, H. Fillmann und E. Challter 1. und 2. Schriftführer, A. Wittich Kassirer, C. Krailing und A. Oßmann 1. und 2. Instrukteur, L. Petri III. und G. Schmincke Ruderälteste, Anton Weigand Hausverwalter, C. Rübsamen Materialverwalter. Die finan- zielen Verhältnisse der Gesellschaft sind durchaus gute und hat sich das Dereinsvermögen durch die hochherzigen Stift­ungen einer Achter- und eines Birrerbootes von Mitgliedern

der Gesellschaft um ca. 2000 Mk. im abgelaufeneu Jahre vermehrt.

* * HauS- und Grundbesitzer Verein. Im Anschluß an unsere kürzliche Notiz können mir heute mittheilen, daß der vom Verein arrangirte CyclnS von Vorträgen, in welchen die verschiedensten, den Stand der HanSeigeuthümer berührenden Rechtsfragen behandelt werden sollen, nächste Woche mit einem Dortrage der Herrn Dr. jur. Oppenheimer eröffnet werden wird. Derselbe wird Freitag den 4. Februar im Saale deSHotels zum Einhorn" sprechen, und zwar über das Thema:Das geltende und zukünftige MiethSrecht". Auch Ntchtmitgliedern soll mit Rücksicht auf da- für alle Hausbesitzer und Vermiether äußerst wichtige Thema des Abends freier Eintritt gestattet sein. Wir können daS Vorgehen des gemeinnützigen Vereins nnr begrüßen.

* Nothausgange in Siseubahozügeu. Um dem reisenden Publikum im Falle der Noth den Uebergang von Wagen zu Wagen zu ermöglichen, fordert der preußische Eisenbahn­minister die Directionen, in deren Bezirk Personenwagen mit umgebauten Plattformen vorhanden find, auf, fich binnen drei Wochen darüber zu äußern, ob eS sich empfehlen würde, die nach den UebergangSbrücken der Wagen führenden Thüreu der Vorbaue neben den Dornverfchlüffen mit Thürdrückeru auSzurüsten, so daß die Thürrn von innen und außen durch die Reisenden geöffnet werden können. Die Neueinrichtung wäre natürlich so zu treffen, daß eine mißbräuchliche oder gefahrbringende Benutzung derartiger Durchgänge auSge- schloffen ist.

* Stärke der Schntzmannschaften. Nach den neuesten statistischen Notizen über die nummerische Stärke der Schutz- Mannschaften in zwölf verschiedenen Städten befindet fich lt.Offenb. Zig." in Offenbach die geringste Zahl Schutz- leute. Die vrrhältnißmäßig größte Zahl hat Frankfurt. ES kommt nämlich dort auf je 655 Einwohner ein Schutzmann. Auf je einen Schutzmann entfallen in Wiesbaden 682 Ein­wohner, in Mannheim 695 Einwohner, in Karlsruhe 700 Ein­wohner , in Stuttgart 709 Einwohner, in Heidelberg 817 Einwohner, in Kassel 835 Einwohner, in Mainz 884 Einwohner, in Gießen 1109 Einwohner, in WormS 1148 Einwohner und in Darmstadt 1159 Einwohner. Zu­letzt folgt Offenbach, woselbst 1290 Einwohner auf einen Schutzmann entfallen.

* Wetterbericht. Der hohe Druck über dem Osten Europas hat noch an Intensität gewonnen, während im Ostsee-Gebiet bei Durchzug der nördlichen Depression das Barometer ziemlich gesunken ist. In Süddeutschland hält bei schwachem nordwestlichen Winde das trübe oder nebelige Wetter an, während die höheren Lagen der Alpen fich bereits wieder über dem Nebelmeer befinden. In Central-Europa hat fich die Tewperatur-Bertheilung nicht geändert, während im Osten, soweit die unvollkommenen Nachrichten reichen, die Strenge des Frostes nachgelassen hat. Borausstcht- liche Witterung: Ruhiges, thetls heiteres, theils nebeliges Wetter mit wenig veränderter Temperatur.

Friedberg, 28. Januar. Die Feier des Geburts­tages Sr. Majestät deS Kaisers wurde gestern dahier in der alljährlich üblichen Weise gefeiert. Die Siadt hatte reich beflaggt. Vormittags fand FestgotteSdtenst statt. Der Krieger- und Militärverein veranstalteten Abends besondere Feierlichkeiten. Auch daS hier eine Reihe von Vorstellungen gebende Ensemble des Gießener Stadttheaters unter der Direction der Herren Kruse und Helm bekundete ihr patrio­tisches Interesse an der Bedeutung des Tages und eröffnete die gestrige Vorstellung mit einem entsprechenden, auf den Geburtstag des Allerhöchsten Kriegs- und Landesherrn be­züglichen Prolog, der von Frl. Würdig empfindungsvoll declamirt und seitens des zahlreich erschienenen Publikums begeisterte Aufnahme erfuhr. Hierauf folgte das bekannte und beliebte Moser'sche LustspielDer Beilchenfreffer", das flott wiedergegeben wurde und lebhaften Beifall fand. Dir bi» jetzt ftattgefundenen Vorstellungen erfreuten sich alle eine» guten Besuchs, der in Berücksichtigung der wirklich guten Leistungen und der gebotenen Stücke, auch für die noch folgenden ein gleicher sein dürfte. Da» hiefige Saal- ban-Etablissement, in welchem die Vorstellungen stattfinden, ist für einen Theatersaal durch seine praktischen und be­quemen Einrtchtn^en wie geschaffen.

Vermischte».

Marburg, 25. Januar. In einer benachbarten Ge­meinde sollte vorgestern dem Gemeindebullev der vor­schriftsmäßige Ring durch die Nase gezogen werden. Zu diesem Behufe wurde dem Thiere ein Strick um Hal» und Kopf gelegt und die Enden durch eine Wand gezogen. Als man den Ring glücklich in der Nase hatte, machte man die Entdeckung, daß der Bulle verendet war. Jedenfalls hatte mau dem Thier bei der Procedur den Hals zugezogen.

* Aachen, 21. Januar. Eine radfahrende Dtenst- rnagd erregte auf dem Adalbertfteinweg wegen deö seltenen Anblicks einiges Aufsehen. Mit einem weißen Häubchen und weißer Schürze fuhr die Schöne als sichere Radlerin, mit einer Hand die Lenkstange regierend, während fie in der zweiten Hand einen großen Marktkorb trug. Die nicht­radelndenColleginneu" de» Mädchens waren wohl am meisten erstaunt.

Der Erbauer des Reichstagsgebaudes, Geh. Baurath Paul Wallot, veröffentlicht in derZukunft" eine Er­klärung über seinen Austritt aus dem Berliner BiSmarck-Denkmalscomittz und sagt darüber in einem Schreiben an den Herausgeber:Gern entspreche ich Ihrem Wunsche, Ihnen über die Frage des BiSmarck Denkmals und über meine Stellung zu dem jüngsten Beschluß des Comitö» zu berichten. Beide Wettbewerbe für da» BiSmarck-Denkmal hatten meiner Ansicht nach den Beweis erbracht, daß der Standort unmittelbar vor der Treppe auf der Westseite des RcichStagShauseS dem Gebäude zu nahe liegt und infolge

dessen zu große BeschrSnknngen auferlegt. Ein wirklich groß- artiges Denkmal, einNottonaldenkmal", da» zugleich den vorhandenen bedeutenden Mitteln entspricht, erscheint an dieser Stelle ausgeschloffen. Bei jeder fich bietenden Gelegenheit, und so auch in d:r letzten entscheidenden Sitzung des Comite», trat ich dafür ein, den Künstlern freiere Bewegung zu er­möglichen und daS Denkmal auf größeren Abstand, etwa 100 Meter abzurücken. Allem anderen müsse vorauSgeben ein genaues Studium des KönigSplatzeS, feine» Anschlusses an die vorhandenen Straßenzüge, womöglich die Aufstellung eines Entwurfs für die zukünftige Gestaltung dieses maßstab- losen, an seiner ungeheueren Ausdehnung krankenden Platz;». Erst dann könne man mit Sicherheit den Standort des Denkmals bestimmen. Und wenn durch diese Vorarbeiten auch Zeit verloren werde, so fei dies das kleinere Nebel.. DaS Denkmal, welches daS deuische Volk seinem großen Helden Bismarck errichte, solle die Jahrhunderte überdauern und dagegen komme eine kleine Verzögerung kaum in Be­tracht. Auf diese Anschauungen ging öaS Comits nicht ein. E» faßte den Beschluß, an dem Platz unmittelbar vor der Treppe festzuhalten, und fo sah ich mich zu meinem großen Bedauern genöthigt, auS dem Comitä zu scheiden."

* AcelylerrgaS unter gewöhnlichem Athmvsphärendruck wird durch einen durchschlagenden electrischen Funken nicht zur Explosion gebracht. Auch bet 2 Athm. Druck erfolgt noch keine Explosion. Steigert fich aber der Druck auf 3 Athm., so findet beim Durchschlagen des Funkens eine heftige Explofion statt. Je mehr fich der Druck steigert, um so heftiger werden die Explofionen, und um so leichter wird die Entzündbarkeit. Es folgt daraus, daß AcethlengaS, wenn vorsichtig behandelt, nicht gefährlicher und explosiver ist als Leuchtgas, daß aber die Explofion mit viel größerer Kraft erfolgt alS bei letzterem. (Mitgetheilt vom Internationalen Patentbureau Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6.)

* Das Heilserum im Lichte der Statistik. Aus dem nun^ mehr erschienenen 18. Jahrgang deS statistischen Jahrbuchs für das Deutsche Reich (bis einschließlich 1895, in welchem Jahre daS Heilserum zum ersten Male in allgemeine Anwendung gekommen war) ergibt fich, daß die Sterblichkeit an Diphtherie und Croup vom Jahre 1895 gegen da» Mittel der zehn vorauegegangenen Jahre um 49.48 pSt. gesunken ist und ebenso ein Sinken der MortalirätSzisfer der beiden Krankheiten Überhaupt um 44.15 Procern stattgefunden hat. Sine Zusammenstellung der Sterblichkeitsziffer in den Siädtra mit über 15 000 Einwohnern au» den Jahren 1892 bis 1894 und 1895 ergibt eine Abnahme um durchschnittlich 51.4 pet.

* Wettschwimmen im Winter. Aus Mailand wird vom 24. Januar berichtet: Gestern fand in Raoiglio da» übliche Winterwettschwimmen de» Mailänder SchwtmmclubSBari Nantes statt. ES handelte fich darum, 250 Meter m höchstens drei Minuten zurückzulegen. Alle 30 Theilnehrnrr an dem Wettschwimmen lösten diese Aufgabe. UebrigenS war diese» Jahr daS Wettschwimmen kein Heldenstück, denn dieser Januar ist ja so warm wie sonst der März. Die Tempe­ratur betrug in der Sonne 22° CelfiuS, die Wassertemperatur 7« CelfiuS.

Ein Machmort gegen die Geflügel Cholera hat ein ost- preußischer Landrath gesprochen. Im amtlichen Kreisblatt deS Königsberger Landkreises ist Folgendes zu lesen: Be­kanntmachung. Amr Postnicken, 12. Januar 1898. Die ® t# slügel-Cholera unter dem Federvieh de» Jnstmanns August Kähler in Postnicken ist auf spectelle Anordnung deS Kgl. LaudrathsamtS zu Königsberg i. Pr. erloschen, die Sperre aufgehoben.

* Wüste Scenen trugen fich vor Kurzem in Rio de Janeiro bet Gelegenheit des MeisterschaftSfahreu» von Südamerika zu- an welchem der Brasilianer Nelson, sowie mehrere italienische Rennfahrer Theil nahmen. Der Favorit des Publikums war natürlich der Landsmann, welcher auch vielleicht gefiegt, wenn er nicht infolge MaschinendeflcteS zu Fall gekommen wäre. Die Italiener benutzten selbstverständ­lich diesen Sturz, um dem Gegner davon zu lausen. Darauf­hin entstand ein unbeschreiblicher Scandal. Einige Zuschauer sprangen über das Geländer, um die Italiener am Weiter­fahren zu hindern. Und sogleich flogen von allen Seiten Stühle, Bänke, Stöcke, selbst Steine auf die Fremden, von denen zwei stürzten, ohne fich jedoch nur zu verletzen. Auch Nelson eilte nun herbei, um mit den Fäusten auf die Ge­stürzten lv-znhauen. Zuletzt brachte man es noch dazu, alle anderen Wettsahrer von der Bahn zu entfernen, so daß der Brasilianer Nelson allein da» Rennen zu Ende fahren konnte. Er hatte somit den Meisterschaftstitel errungen.

Petroleum von Sumatra fängt an, dem amerikanischen und russischen Oel auf dem japanischen Markt scharfe Concurrcnz zu machen. Eine Firma in Uokohama hat einen Vertrag für die Lieferung von 40000 Faß Oel von Sumatra abgeschlossen. (Mitgetheilt vom Internationalen Patentbureaa Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6.)

Universität» - Nachrichte«.

Heidelberg, 25. Januar. Um Professor Dr. Kuno Fischer die Fortsetzung seiner Lehrthätigkeit unter gleichzeitiger Schonung seiner Gesundheit zu ermöglichen, bat der Senat unserer Universität beschlossen, bei der Regierung die Errichtung einer außerordentlichen Professur für Philosophie zu beantragen.

Landrvirthschastliche».

Das Compoflire« der Wiese«. Hat man düngerhaltige» Wasser für die Wiesen zur Verfügung und hat man im Herbst nicht nach Bedürsniß wässern können, so kann man jetzt im Winter noch bei mildern Wetter damit fortsehren. Bei starkem Frost wässere man dagegen nur, wenn man ein Uebermaeß schädlicher Pflanze», Binsen, MooSarten oder anderer reichstenglicher Unkräuter vertilge» will, sie vergehen meist schon nach einmaliger Wässerung, während Heidekraut u. A. eine mehrmalige Wässerung nöthig haben. Auch für die Düngung von Wiesen, die keiner Ueberichwemmung ausge» setzt sind, mit Jauche und käuflichen Düngemitteln, Lhornasschlackt und Kainit, ist im Januar noch Zeit, wenn auch die Anwendung letzterer im zeitigen Herbst den Vorzug verdient. Auch daS Der