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Arnold II.
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Erstes Blatt.
Sonntag den 25. December
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Montag«.
Die •irftenrr Aamitleastätter »erben t>rm «njeizer »Lchentlich eitrmel beigelegt.
Gießener Anzeiger
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Bekanntmachung.
Das Befahr«, der Hollerg ffe wird bll auf weiteres üut dea Eigeothümern der an sie grenzenden Grundstücke, Soweit ste der Hollergaffe als Zuluhrweg benöthig«, gestattet, für alles übrige Fahrwerk ist tal Befahren der Hollergaffe verboten.
Gießen, den 22. Deeember 1898.
Großherzogliches Polizeiamt Gieße«.
_________________Mubl.__
Bekanntmachung.
Da Rt erfahruug« gemäß in der Neujahrckuacht und am Neujahr-tage häufig Ruhestöiungen und Unglücks- fälle erciguen, dr na*n wir zur Berhülung von solchen in Gklnnerung. daß das Schießen, sowie das Ab' trenne» von AeuerwerkSkörperu innerhalb der Straßen nnd Hofraithen der Stadt verboten ist.
Zuwiderhandlung« find in § 367 und § 868 des Rttchstrafges tzbuch» mit Geld« oder Haftstrafe bedroht. Auch tritt W-gnahme der Schußwaffe ein.
Gleichzeitig mach'« ®«r die Händler mit explosiven Stoffen, FenerwerkSkSrpern re. darauf aufmerksam, daß da« Abgtben ivlwer Stoffe au Personen, von denen ein Mißbrauch zu befürchten ist, insbesondere an alle Personen unter 16 Jahren, verboten ist (Verordnung für bas Großher,ogthu« Hess«, betr. den Verkehr mit Gprengstrff n, vom 21. Dkcemder 1893, § 26). und daß Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschrift nach § 867 des Retchsstrafgesetzduchs mit Geldstrafe bi- |n 150 Mark oder mh Haft bestraft werden.
Gießen, den 24. Deeember 1898.
Grobherzogliches Polizeiamt Gieße«.
Muhl.______________
Gefunden: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Geldstück, 1 Lerzrrol, 1 Lafchenmeffer, 3 Zigarrenspitze«, IPaar Handschuhe, 1 Filzhut, 1 schwarzes Tuch, 4 raschemücher, 1 «tndermütze, 2 Schürzen, 1 Handschuh, 1 Bügeleisen und 1 Pferdeteppich.
Gießen, den 24. Deeember 1898.
Großherzogltches Polizeiamt Gieße«.
Muhl.___________________
Iroye Weihnachten.
,DaS Wort w*tb Fleisch.'
Job«. 1, 1*.
»un ist es uns geboren — Das thruerwerthe Wort, Seit Ewigkeit erkoren Zu uasrrm Heil und Hort.
Das Wort, wodurch geworden Das ganze weltenall, Das Wort, dos allerorten Ertönt mit frohem Schall.
Das thenre Wort, das büßet Der Menschheit Sünd und Schuld, Das alles Leid versüßet, Das Wort voll Gnad und Huld.
Run ist es uns geboren Dort in dem hetl'gen Land, Und Jeder unverloren, Der dieses Ktndlein fand.
Es ist der Völker Sonne In dunkler Erdennacht, Bringt Friede, Freud' und Bonne Durch seiner Klarheit Macht. —
O, nimm mit Htilsverlang« Dies Sindlein in Dein Herz, — Dann ist die Rächt vergangen, Geheilt der tiefste Schmerz!--
H ellwt g «Wieseck.
“ Weihnachten
Liebes, trautes Fest! Heilige Zeit, wo die Gottes- Liebe engelfrrundlich ihren Einzug auf die arme Erde!hä' «ud mit holdseligen L pp:n vom Vchooß einer geringen Magd
uns grüßt — selig', frohe Zeit, wo auch untereinander die Menschen der uralten Schuld gedenken, eluander zu lieben und Brüder zu heißen. Sein anderes Fest gibt es, das gleicherweise göttliche Herkunft und menschlich schöne Gestalt an fich trägt, als das Shristfest. von der ersten kommt die zweite her. Denn was legt uns in dieser Weihnachtszeit die wohlthnende, beglückende Sprache der Liebe auf die Lippen? Was öffnet mit goldenem Schlüffe! die Thür zu den verborgenen Schätzen tu den Herzen, daß fie fich in Liebesdiensten aller Art nicht genug thun können? Es ist der gnädige Gott und Vater, der uns heute aufgesucht, es ist die frohe Botschaft von der Leutseligkeit des Herrn, dem heute Gockenklang nub Orgeltou ihr Gloria fingen, von der göttlichen Liebe stammt das menschliche Lieben in dieser Festzeit her, womit wir uns erfreue«. — In der Dresdener Gemäldegalerie hängt die Rächt" von Correggio.
Es lohnt fich, den Blick hiuetazutauchen in diele wunderbare Mt'chung herrlicher Farben, denen btr gottbegnadete Sünstler redende Sprache verliehen, vom Engelretgen in der Höhe strömt Lichtfülle über das göttliche Gehetmaih, das da vor einigen Hirten enthüllt wird. Das heilige Kind liegt ganz uwfloffen von diese» wunderbaren Licht, und über die Gruppe der anbeteuden Menschen, die dahinein sehen, liegt ein unbeschreiblicher Ausdruck seliger Freude autg breitet: Uns ist heute der Heiland geboren! Wahrlich, wer das Bild an- steht und nur eine Ahnung empfängt von der göttlichen Liebe, die unser Elend in Freude gewandelt, der glaubt auch, daß auf Erden die Liebe kein Wahn ist, und verspürt ein heiliges Sehnen, tot L eben und im Dienen wahre Menschrngröhe zu erreichen.
Wenn drum die lieblichen Weihnachtsbräuche, zu lieben, zu erfreuen und zu schenk«, ein Widerschet» von dem Lichte in Bethlehem find, fo müflen Re unser ahnendes Herz immer wieder in den Schein dieses Lichtes zurückziehrn, und aller Festjnbel, Dank, Freude, Anbetung muß fich an der heiligen Krippe sammeln. Wer schenkt, otx nehme von dem Reich, thum, der in dieser Krippe liegt, .hier find alle guten Gaben, und das Gold, da ihr sollt euer Herz m.t laben*. Wer empfängt, der danke der ewigen ß ebe, die uns Leben und Seligkeit gibt, »er tos geöffaete Vaterhaus eilt, der hebe feine Angen zu de» Vater auf, der uns seine lieben Kinder sein heißt, und wer Barmherzigkeit erfährt, der wiffe, daß heute t» Reich des Himmels auch für den elendesten Sünder eine Thür anfgethan ist.
Weihnachten, o du selige, fröhliche Zeit! «der der tiefste Quell der Freude, der stärkste Reiz der L'ebe, der schönste Glanz des Festes liegt darin beschloss«: .Christus ist geboren!* ____________________________________________
Deutsche» AeieH.
Berlin, 23. Deee«ber. Au der gestrigen Frühstücks- täfel beim Katserpaar nah« auch der Operprästdent Graf v. Zedlitz Theil.
Berlin, 23. December. Ueber diegeheimenDretzsns- Acten äußert fich heute anscheinend osstc'ös die .Post*, obwohl bereits an die hundertmal von deutscher Seite ver- fichert worden ist, daß weder die deutsche Reichsregterung noch Preußen irgendwie mit Dretzfus in Verbindung gestanden, werden doch immer wieder die lächerlichst« Andeutungen gemacht, als ob das geheime Dosfier höchst dedenkllche Papiere enthalte, die auf Deutschland und den Kaiser Bezug hätten, die jedenfalls geeignet wären, einen Keteg zwischen beiden Ländern hervorzurnf«. öit erklären deshalb noch einmal auf Grund bester Jnformattoneu, daß solche Papiere nicht ksistiren und niemals exstirt Haven, und wenn fich ans jene Dinge bezügliche Aktenstücke trotzdem vorfiad«, diese gefälscht sein »Affen. Deutschland fieht deshalb den von Frankreichs Patrioten befürchteten »Enthüllungen* mit der größten Seelen- ruhe entgegen.
Berli«, 23 December. vom 1. Januar 1899 ab sollen laut einer Verfügung des Staatssekretärs des Reichs»Post- amtet vom 19. December Postanweisungen mit eingedrucktem Werthzeicheu zu 10 Pfg. eingeführt und zu« Renuwerthe verkauft werden. Diese Postanweisungen find zu« Gebrauch bei Sendungen von Beträgen bis zu 6 Mark bestimmt Wettere Anordnungen in Postweseu, die ebenfalls vom 1. Januar in Kraft treten, find: Das Metstgewicht einer Waareuprobe ist von 250 auf 850 Gramm erhöht. Durch Druckiachentoxe befördert »eiben auch hectographitte oder durch ein ähnl'ches Verfahren hergestellte Schriftstücke. Ausgenommen find nur noch die mittelst des Durchdruckes, der Copirpreffe und der Schreibmaschine hergestellt« Schriftstücke.
Berlin, 23. December. Der bisherige Geueral-Cousul für Schweden, Legatiousrath v. Saldern, ist der »Kreuz, zeitung* zufolge zum kaiserlichen Minister-Refidenten in Bangkok (Siam) ernannt worden.
— Zur braunschweigischen Frage wird dem ,Hann. Corr.* aus Braunschweig geschrieben: Die auf eine Einigung der beiden welfilchen Parteigruppen Braunschweigs abzielenbeu Bestrebungen find definitiv als gescheitert zu de- trachten. Bei der letzten Reichstagswahl wurden bekanntlich gegen 11000 Stimmen für die »elfischen Candidaten im Herzogihum abgegeben, eine bis dahin nie gekannte Ziffer für die altbraunschweigische Bewegung, lleber die Partei« selbst ist zur Erläuterung Folgendes zu bemerken: Die die scharfe Tonart vertretende Landrechtspartei geht durchaus parallel mit der hannoverschen Bewegung, fie fieht ihre Aus- gäbe keineswegs als gelöst an, wenn ein Prinz aus dem Welsenhause den braunschweigischen Thron besteigen sollte, fie glaubt auch dann noch ihre letzten Zele nicht erreicht zu haben, wenn einstmals der Hrrzog Einst August selbst sei« braunschweigisches Erbe thatsächlich antreten sollte, sie würde vielmehr, selbst nach einer solchen Gestaltung der Dinge im Herzogthnm, als eiu G'ied der deutschen Rechtspartei fortbestehen bleiben. H'erin liegt der nicht genug hervorzuhebende fundamentale Unterschied zwischen der hiefigen Landesrechts. Partei und den .Brnuonen*. welche ihr Zel sür erreicht erklären, wenn die Selbständigkeit des Herzogthnms gewahrt bleibt unter der Herrschaft des angestammten Fürstenhauses, einerlei, ob Herzog Ernst August selbst oder Prinz Georg Wrlhelm den Herzogsstuhl besteigt. Aus diesen AussÜhrung« erhellt, daß sür Aufrechterhaltung der auf Grund des Bundes- rathsbeschlnffes von 1885 im Herzogthnm bestehenden probt« syrischen Zustände die LandesrechtSpartei, »eil fie ihre Ziele so »dt gesteckt hat, daß deren verwirklichnng zu den poli- tischen Unmöglichkeiten gerechnet »erden «nß, als die weniger gefährliche Partei eingeschätzt wird. Einer practischen Lösung der sog. öraunschtoeigischen Frage, wenn eine solche Überhaupt möglich ist, stellt gerade die Laudesrechtspartei die größt« H'uderwffe entgegen.
AmWUnsH.
Bien, 23. December. Baron B ansstz ist hier ein- getroffen. Er conferirte vormittags mit dem Grasen Thun, Nachmittags wurde er in Audienz vom Kaiser empfang«. Der Eisenbahnzug, welcher Banffy nach Wien brachte, wurde ans der Fahrt auf offener Strecke entzwei gerissen. ES wurde jedoch nicht der geringste Schaden ungerichtet.
Prag. 23. December. Für die Stelle deS ober ft tu Landmarschall-Stellvertreters in böhmischen Landtage wird die Regierung neuerdings einen deutsch« Abgeordneten in Vorschlag dringen.
No», 28. December. In Süd-Italien ist starker Schneefall eiagetreten. In den Appruinen find zahlreiche Eisenbahnzüge t» Schnee stecken geblieben.
Pattö, 23. December. Die »Agence Rationale* ver- fichert, der Caffationshof werde heute in den Besitz des geheimen Dossiers gelangen. Die Grneralstabsblätter drücken die Hoffnung ans, daß der Gineralstab die Änl* Lieferung des geheimen Dossiers an Madame Dretzfus nicht zulaffen werde.
Partö, 23. December. Die Deputirtenkammer genehmigte einstimmig und debattelos einen Credtt von 60 Million« Franken für die Vervollständigung des waffe«- «aterials u. s. w. in Jahre 1899. Die Kammer begann sodann die Berathnvg deS Handelsabkommens mit Jtali«. Firmin Fanre (Rationalist) bekämpfte das ftanzöstsch halten. Ische Abkommen, weil es Italien ermöglichen werde, Kanone« gegen Fronkreich anzukaufen. Der Minister des Auswärtigen, DelcaffL sagte: „Bit müssen unS darüber sreuen, daß j-tzt so herzliche Beziehungen zwischen Jtali« und Frankreich bestehen. Es ist für unS von Wichtigkeit, vor unseren Thor« ein befreundetes Volk zu haben, daS von guten Aoficht« beseelt ist. (y-ifall.) Die Vorlage wurde schließlich an» genommen.*
Tonlntse, 28. December. Gestern Abend sand hier eine Versammlung zu Gunsten Dretzfus statt, zu welcher u. A. Pieffevsä und Mirdeau erschienen waren. Gleich btt Beginn der versammluog wurde von den Gegnern ein derartiger Tumult in Scene gesetzt, daß der überwachmde Polizeibeamte sich genöthigt sah, die Versammlung auszulöse«. ■ Bet» verlass« des Saales trugen mehrere Person« in de» Gedränge Verletzungen davon. Die Ruhestörer verfolgt« ; Mirbeau, zertrümmerten die Schaufenster jüdischer Geschäft». I leute und brachten Hochrufe auf die Armee aus. Die Poliztt


