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Sonntag den 23. October
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Nr. 249 Viertes Blatt.
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Fernsprecher Nr. 5L
Amtlicher Theil.
(Stehen, den 20. Oclober 1898.
Betr.: Die Bestreitung der Kosten für die Bedürfnisse der 1 Kirchengemeinden in der Provinz Rheinhessen.
Tas Grotzherzogliche Kreisamt Metzen
au die Kircheuvorftände des KreiseS.
Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 6. d. Mts. noch nicht nachgckommen sind, werden an deren Erledigung mit Frist von 8 Tagen erinnert.
_________________v. Bertold. _______________
Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Rosenkranz, 1 Paar und 1 einzelner Handschuh, 2 verschiedene Manschetten mit Knopf, 5 Regenschirme, 1 Henkelkorb, ein Taschenmesser, 1 Rasirmesser, 1 Metermaah, 1 Buch, Theile eines Pferdegeschirrs, 1 Ofenkratze und eine Wagenlaterne.
Gießen, den 22. October 1898.
Grobherzogliches Polizeiamt Gießen.
_______I. V.: Roth.__________________
politische Wochenschau.
Je näher wir der Eröffnung der politischen Saison kommen, desto vielseitiger gestaltet sich die Lage, und mit großer Spannung sieht man den Ereignissen entgegen. Vor- lüufig sind freilich noch die Blicke hauptsächlich nach dem Orient gerichtet, wo das deutsche Kaiserpaar die Sympathien der Moslems mehr und mehr gewinnt. Aber an die Rückkehr des Kaisers werden in politischer Hinsicht bereits Er- Dartungen über wichtige Entscheidungen geknüpft. So soll, Die ein Gerücht wissen will, die desinitive Regelung der braunschweigischen Thronfolgefrage unmittelbar bevorstehen. Tie Wiedergabe der in dieser Beziehung umlaufenden Meldungen wollen wir unseren Lesern an dieser Stelle er- sParen und nur darauf Hinweisen, daß die Entscheidung durch, aus nicht unwahrscheinlich ist, da der nächst dem Herzog von Lamberland in Frage kommende Agnat, der Prinz Georg Oilhelm, Ende dieses Monats großjährig wird.
In Konstantinopel sind die FestlichkeUen in glänzendster Weise verlaufen. Daß der Leiter unseres auswärtigen Amts, Herr v. Bülow Unterredungen mit den politischen Persönlichkeiten der Türkei hatte, ist selbstverständlich. Mehr Aufmerksamkeit hat der Besuch erregt, welchen unser Staats- fccrectär dem russischen Botschafter bei der Pforte machte. L, erscheint durchaus nicht unmöglich, daß die Besprechung ia Zusammenhang stand mit der Anwesenheit des Grafen Murawjew in Paris und mit der Reise desselben nach Wien. Daß es sich dabei um wichtige politische El örtcrungen handelt, geht schon daraus hervor, daß Kaiser Franz Josef vor der ursprünglich festgesetzten Zeit nach Wien zurückkehrt, und daß auch Graf Goluchowsky feinen Urlaub abgekürzt hat. Während Die Einen die Reife Murawjews nur der beabsichtigten Zriedenßconferenz gewidmet fehin wollen, glauben Andere, es iinble sich um die Regelung der Cretafrage im russischen Zinne, d. h. um die Ernennung des Prinzen Georg von Griechenland zum Gouverneur des Insel. Daß genügend Stoff vorliegt, welcher zu einer Besprechung der Diplomaten Anlaß geben könnte, brauchen wir kaum zu betonen, man darf nur auf die Lage in China blicken, um das zu erkennen.
Die Differenzen zwischen England und Frankreich in der Fasch idafrage haben durch die Rede, welche der Lchatzkanzlcr Lick! Beach in Rorth Shields gehalten hat, eine wesentliche Verschärfung erfahren. Es klang wie eine Kriegsdrohung, als der Staatsmann sagte, England werde vor nichts zurück- schrecken, wenn es gelte, feine Interessen am oberen Rck zu Bahren. Aber man muß erwägen, daß die britischen Diplomaten ganz gerne den Mund recht voll nehmen, um nachher wieder abzuwiegeln; außerdem hat sich die französische Regierung im ganzen Verlaufe der ^aschodafrage so ruhig mb besonnen gezeigt, daß sie den ihr hingeworfenen ^ehde- hendschuh kaum beachten dürfte, umsomehr ols die inner- politische Lage in Frankreich sehr prekär ist.
Das Cabinett Brisson soll bedenklich ins Wanken gerochen fein, der Ministerpräsident feinen Entschluß zum Rücktritt zu erkennen gegeben haben. Anlaß für ihn, amtsmüde zu fein, liegt freilich genug vor, so daß wir ganz gerne glauben, unmittelbar nach Eröffnung der Kammer werde eine Cabinetskrisis ausbrechen. Die Kammerfefston dürfte sich überdies sehr lebhaft und erregt gestalten, da, abgesehen von der Dreyfusaffaire, auch die angeblichen Conspirationen gegen die jetzige Regierung zm Erörterung gelangen werden.
Durch die Ernennung des Freiherrn v. Roten Han zum preußischen Gesandten beim Vatikan wird der Conflict mit dem Heiligen Stuhl seine Erledigung finden, was gewiß von allen Seiten freudig begrüßt werden wird. (xx)
Deutsche» Reich.
Berlin, 21. October. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bringt heute einen ihr von amtlicher Seite zur Veröffentlichung übergebenen Auszug aul dem Berichte de! kaiserlichen CousulS in Alexandrien über den anarchistischen Mordauschlag gegen daS deutsche Kaiserpaar. Nach dem- selben hatten mehrere nach Alexandrien gekommene Anarch sten tu einer, in Kairo abgehaltenrn Zusammeokuost beschlossen, auf dem Mehemed Alt Platz oder vor dem Abbin Palast tu Kairo bet der Ankunft deS deutschen KaiserpaareS Bomben zu werfen. In einer am 13. October abgehalteneo zweiten Versammlung wurde der Beschluß gefaßt, anläßlich der Aen- derung der Retsepläae bei KaiserpaareS nach Alexandrien zu reisen, um das Attentat dort außzusühreu. Die Bomben sollten von einem italienischen Anarchisten angefertigt und verschifft werden und auch von demselben nach Palästina gebracht werden, und zwar sollte derselbe am 13. October Abends dort aukommeu. An demselben Tage begab fich der Leiter des italienischen CoosulatS mit zwei Kawasseu und dem Polizei-Commandanten von Alexandrien nach dem Weinschank deS Anarchisten Partut, wo alsbald die Bomben gefunden wurden. Parioi behauptete, von der Sache nichts zu wissen und griff tn verdächtiger Weise nach einem Hammer. Pa,tut wurde mit Gewalt frstgenommen. Unter wilden Drohungen erklärte er, Anarchist zu sein. Ja der Nacht wurden noch weitere 8 Anarchisteu verhaftet. Der mit dem Transport der Bomben beauftragte Italiener sollte in Jaffa, Hotel Bristol eine Stelle all Kellner antreteu und die Bomben den in Jaffa eintrrffenden Genossen bereit halten. Die Untersuchung der zwei Bomben hat ergeben, daß dieselben äußerst gesährlicher Art waren. Jede derselben würde im Falle dtr Explosion die Tödtnng oder Verwundung der in einem Umkreise von etwa 60 Metern befindlichen Personen herbetge- führt haben.
Berlin, 21. October. Die Berliner Anarchisten haben zum 26. b. M. eine große Protest Versammlung mit dem Thema etnberufen: Die internationale Anarchisteahetze und die Verschwörung gegen die Freiheit.
Berlin, 21. October, vor dem Schwurgericht bei Landgericht! 7 begann heute vor mittag der Proceß gegen Elli Goltz, die Geliebte bei Oderfactorl Grünenthal und die Hebamme Eichler, welche angeklagt find, dem Odersactor Grünenthal bet der Verübung bei verbrechen! der Münz fälschung und vergehen! wissentlich Beistand geleistet zu haben. Die Reichßbaok hat einen Stenographen mit der Aufnahme der Verhandlungen betraut. Außerdem wohnte derselben der Geheime Oderfioanzrath von Kutzmger, Direktor der Rrichlbavk bei. Auf dem Zeugentische steht die Hand- druckpresse, mit welcher Grünenthal die rothen Zahlen auf die von ihm entwendeten BlankeitS gedruckt hat. Die von Grünenthal angeblich gefälichten Kassenscheine werden nach Eröffnung der Sitzung dem vo>sitzenden überreicht. Derselbe ordnet sofort die sorgfältige Zählung derselben an. Unter den Zeugen befindet fich auch die Großmutter der Angeklagten Elli Goltz, die Wittwe Eng.
Berlin, 21. October. Die ganze Vormittagl-Sitzung bei Processe» Grünenthal wurde mit der Vernehmung der beiden Angeklagten aulgefüllt, welche behaupteten, nicht schuldig zu sein. Hierauf ttat die Mittagspause ein. Der voa dem Münzverdreckku handelnde Thril der Anklage wurde unter Ausschluß der Otffeotlichketr verhandelt. Derselbe war bi! zu später Abendstunde nicht wieder aufgehoben.
Wien, 21. Oktober. Die »Neue Freie Presse* legt dem Besuch bei Grafen Morawien) in Wien große politische vedeutuog bei nab betrachtet denselben al! Zetchen der beiten veziehaugen zwischen Oesterreich und Rußland.
Konstantinopel, 21. Oktober. Da! Kaiserpaar be- sachte heute die Sophien-Moschee und dal Museum. Alldann wurde die von dem Dragowan der deutschen Botschaft arravgirte Ausstellung türkischer Erzengniffe in Augenschein genowmeu. Den Glanzpunkt de! Tage! bildete die Truppen- revoe. Nachmittags sollte eia Besuch de! deutschen HoSpital! und Abend! in Dilbiz-K olk ein Galadiner statt finden.
Locales und ^provinzielle».
•f Oetlgerichte oder Notariate Eine Vorstellung von Einwohnern der Gemeinde Trail-Münzenberg, Erhaltung der Ortlgerichte in der Provinz Starkenburg und Oberhessen, beziehunglwetse Einführung derselben tn der Provinz Rheinhessen betreffend, lautet:
An
die hohe zweite Kammer der Landstände.
Wir unterzeichnete Einwohner von Hessen wünschen, daß die Ortlgerichte noch dem Ed'ct vom 16. October 1852 bei Einführung bei bürgerlichen Gesetzbuches betbehalteu werden. Wir erklären uns mit der seitherigen Behandlung unserer bezüglichen Angelegenheiten vollkommen zufrieden und ganz besonder! deßhalb halten wir die Ortlgerichte in seitherigem Wirkungskreis für unentbehrlich, weil
1. die Ortlgerichtlmitglieder unter uni seßhaft und daher unsere Verhältnisse kennen, waS bet den Notaren mtt wenigen Ausnahmen nicht der Fall sein wird.
2. die au unserem Wohnsitz bestehenden Ortlgerichte uni Gelegenheit bieten, unsere Angelegenheiten ohne besondere Zeitversäumoisse und selbst Abends und an Sonntagen sür un! zu erledigen, während, da man nicht in jedem Ort ein Notariat errichten kann, wohl 8/i der Einwohner de! Lande! zur Erledigung ihrer Angelegenheiten bet Einführung der Notariate gezwungen find, einen Eentralplatz, also den Ort, an dem ein Notariat errichtet wird, anfzusuchen und damit Zett zu versäumen und Nebenkosten zu machen.
3. die Ortlgerichte ohne große Kosten für nn! arbeiten, während die bestehenden Notariate in den benachbarten Laodelthetlen hohe Gebühren seither erhoben haben und zukünftig auch bet nnS dann erheben werden, »al aber dte Erwerbs- oder Vermögenlverhältoisse bet den Meisten von unS nicht zu ertragen vermögen.
Wir betrachten dte Ortlgertchte al! ein volklthümltche! Institut wie dte Schöffen- und Geschworengerichte und der Einwurf, daß dte OrtlgerichtSvorsteher und Betfitzer ihren Ausgaben nicht gewachsen seien, trifft bet der heutigen Bildung de! Volke! nicht zu. Mag eS auch hier Unfähige oder Leichtfertige geben, so ist deren Zahl doch verschwindend klein und «erden solche unter den Notaren auch Vorkommen.
Wir bitten in Anbetracht vorstehender Gründe und der Beliebtheit der Ortlgerichte im Volk, wie selbst die Großherzogliche Regierung anerkennt, diese! volklthümliche Institut in seitheriger Weise bestehen zu lassen unb vur da! Grundbuchwesen, soweit e! da! bürgerliche Gesetzbuch verlangt und nothwendig ist, neu zu organifiren.
Hochachtungsvoll!
(ES folgen 43 Unterschriften.)
Wissenschaft, Literatur und Annst.
— »Deutscher Loldatenhort", Illustrirte Zeitschrift für da! deutsche Heer und Volt. Herausgeber: General-Lieutenant i. D. H. v. Below. Preis pro Quartal Mk. 1.80. Verlag von Karl SiegiSmund, Berlin SW., Dessauerstraße 13. 10. Jahrgang, Str. 3, erschien soeben und enthält: Geburtstag Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Augvfte Victoria. (Mu Porträt.) — Eine Hoftntrigue. Historische Er,äblung von Max Htltl. — Bronze- Gedenktafel für Kaiser Friedrich an der D'lla Zirio in San Remo. Von Dr. Han! Brend'cke in Berlin. (Mit Abbildung.) - Der falsche Hauptmann. M'litärhumoretke von Rudolf Gärtner. — Da! türkische Heer der Gegenwart. Rach dem Bericht bei ffanzö- fischen KriegScorrespondenten Pierre Mille und dem Urtheil deS General Lieutenants Frhrn. v. d. Goltz, geschildert von Gebhard Zernin, Hauptmann. (Schluß ) Der 18. und 19. Oktober bei Leipzig. iBildertext.) — Bilder aus dem 30jährigen Krieg«. Rach lhürlng- Heben Krrchenacten von Pastor R. Reichhardt. — DaS Räthlel. Plauderei von Robert P. G. Wendlandt. — Vor Metz. Von Joses Grünstein. — Vaterländische Gedenktage. — Vermischte!. — Splitter und Funken. — Briefkasten. — Inserate.
— KalechiSmu! der Stilistik. Eine Anweisung zur Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze von Dr. Konrad Michelsen. Dritte, verbesserte und vermehrte Auflage, bereu!gegeben von Friedrich Redderich. In Ortginalleinmband 2 Mk. 50 Psg. Verlag von I. I. Weber tn Leipzig Der gleichzeitig in demselben Verlage in vierter Auflage erschienene Kaiechttmu! der deutschen Sprachlehre desselben Verfasser! ist als erster Tbeil vorliegender Stilistik anzusehen, denn Sprachrichtigkeit ist die Grundlage aller Stilistik. Da! vorliegende, für den Selbstunterricht bestimmte und namentlich jungen Angehörigen der Leh'er- und Geschäftswelt zu empfehlende Handbuch stellt fich eine dreilache Aufgabe- eS zeigt, wie man den zur Ausarbeitung eines Themas nöthigen Stcff sammelt (Invention); eS lehrt, wie man den gesammelten Stcff zurechtlest (Tißvofition); eS leitet an, mit dem gesammelten und zurechtgelegten Stoff an die Ausarbeitung zu gehen (Eompcsition). Ganz besondere Sorgfalt ist den Abschnitten über alle denkbaren Arten von Geschäftlaussätzen zu theil geworden. Eine gewandte Feder ist von großer Bedeutung für den geistigen Einfluß und die praktische Befähigung von Jedermann.


