eines AbiturientenzeugntsseS als Extraueä zugelaffen. Was die Zulassung zur Staatsprüfung anlange, so sei der Reichskanzler nicht abgeneigt, sich mit den Eiuzelregierungen dar- über ins Einvernehmen zu setzen, sowohl in Bezug auf die medicinische wie auch auf die pharmaceutische Prüfung. WaS die Jwmatriculation der Frauen betreffe, so sei dies Sache der Landesregierungen, welche noch zögerten. Eine weltberühmte medictnische Persönlichkeit bezweifele, ob eine Frau als Operateurin wirken könne, weil sich bei einer Operation zuweilen etwas Anderes herausstelle, als man erwartet, und weil eventuell ein schneller Entschluß uöthig sei, um die Operation anders vorzunehmen. Redner schließt mit dem Rathe, die Damen sollten sich vorläufig mir dem status quo begnügen.
Abg. Friedberg (nl.) wünscht ein entschiedenes Eintreten des Reichskanzlers dafür, daß die zum Studium Zu- gelaffenen auch unbedingt zum Examen zugelaffeu werden.
Abg. Graf Stolberg (couf.) wünscht vorsichtiges Borgehen in der Frauenfrage.
Abg. Hitze (Centr.) befürwortet eine Resolution, betr. eingehendere amtliche Berichterstattung über die Beschäftigung verheilatheter Frauen in Fabriken.
StaatSsecretär Gras PosadowSkh erklärt sich bereit, über die vom Vorredner gewünschte weitere Ausgestaltung der Gewerbeauffichtsberichte mit den Regierungen in Verbindung zu treten.
Abg. Pachnicke (frs. Vp.) wünscht, daß einstweilen eine Abstimmung über seine Resolution bis zur dritten Lesung verschoben werde.
Abg. Wurm (Soc.) ist für den Antrag Pachnicke. Redner Verbreiter sich dann nochmals ausführlich über die soeialpolittsche Umkehr der Regierung und über Nichtausführung der kaiserlichen Erlasse von 1890, ferner über daS moderne Poltzeisystem, daS in immer weiteren Kreisen mißliebig werde. Er verlangt die Anstellung von Arbeitern als Gehülfen der Gewerbeinspectoreu und Hinzuziehung von Frauen zum Gewerbe-Jaspectorat.
Abg. Hitze (Centr.) begründet nochmals die vom Lentrum stet» vertretene Forderung, die Ehefrau im Prinzip von der Fabrikarbeit auSzufchlteßen.
DaS HauS vertagt sich jetzt auf morgen 2 Uhr. Tagesordnung: Fortsetzung der Etatsberathung.
Sch'uß 6% Uhr.
Deutscher Leich
Berlin, 21. Januar. DaS „Mtlttärwochenblatt" meldet: Der Generalinspecteur deS MtltlärerztehungS- und Bildung-- wesens, General der Infanterie, Keßler, ist in Genehmigung feine» Abschiedsgesuchs zur Disposition und gleichzeitig L la suite des CadettencorpS gestellt worden.
Berlin, 21. Januar. Die Militärstrafproceß- Commission lehnte gegen die Stimmen der Socialisten den soctalisttschen Antrag zu § 10 ab, wonach dem Gerichtsherrn auch bet Standgerichten die erforderliche Anzahl richterlicher Militär-Justizbeamten zugeordoet werden soll. Im Laufe der Debatte verlangte Oertel (Soc.) unter Hinweis auf das oayertsche Verfahren einen RechtSoerständtgen für jeder ordentliche Gerichtsverfahren. Generallieutenant Vtebahn bekämpfte den Antrag wegen militärischer Bedenken und namentlich wegen der Apparats-Vermehrung durch Mitnahme von 600 neuen Mtlitärrtchteru in» Feld und wegen der Mehrausgabe von jährlich 3i/s Millionen für wenig beschäftigte Beamte. § 11, wonach dte niedere Gerichtsbarkeit nur auf Personen ohne OfftzierSrang sich erstreckt, wird gestrichen. Zu § 12 wird eia Antrag Gröber angenommen, wonach in dec Bestimmung, daß Fälle, wo Ehrenstrafen zu erwarten seien, bet Unteroffizieren der höheren Gerichtsbarkeit vorbe- tiQ’.ten bleiben, die Worte: „Gegen Unteroffiziere" gestrichen werden. Zu den §§ 29 und 33 werden Anträge Gröber» an, nommen, wonach nicht einem ReichSmilitärgerichte, sondern einem gemeinsamen oberen Gerichte dte Entscheidung über dte Vrratnduag mehrerer Gtrafthaten bezw. über Zuständigkeits- zwe-fel zustehen. Zu § 38 wird nach einem Antrag Gröber mit Zustimmung des KriegSwiniftrrS beschlossen, daß nicht nut der zweite, sondern beide Beisitzer deS Standgerichts ständige Richter sein sollen. Die MtUtärstrafproceß-Commisston nahm ferner zu § 39 (Eidesformel) den von den Regierungsvertretern bekämpften Antrag Gröber an, welcher den Schwörenden das Hinzusetz-n der confrssionellen Eidesformel gestattet. Die Commiss on änderte gemäß dem Antrag Gröber § 46 dahin ab, daß das Kriegsgericht nicht aus einem Krieg»- gerichtSrathe und wer Offizieren, sondern au» zwei Kriegs- gerichtSräthen und drei Offizieren bestehen soll. Demgemäß wird auch im § 47 Z ffer 1 bis 8 die Besetzung de» Kriegsgerichts in Etnzelfällen durch Verminderung der militärischen Richterposten um je einen modificirt.
Berlin. 21. Januar. Dem Abgeordneten Hause ist die Vorlage betreffend dte DtSctPlinarverhältnisse der Prtvatdocenteu an den LandeSuniverfitäten, der Akademie zu Münster und dem Lyceum Hofianum zu BraunS- berg heute zugegangeu. Die Vorlage sieht dte Verhängung von Ordnungsstrafen (Warnung und Verweis) vor, wozu außer dem UnterrichtSmiuister dte Facultät befugt sein soll,- gegen dte Verhängung der Ordnungsstrafe durch dte Facultät findet binnen zwei Wochen Beschwerde an den Unterricht»- Minister statt. Ferner ist al» DtSc'plinarstrase dte Entziehung der Eigenschaft als Privatdocent vorgesehen, der eine förmliche durch den UnterrichtSm'nister oder dte Facultät ein- geleiteteS DtScipltnarverfahreu vorherzugehru hat. Dte ent- ichetdende DtSc pltnarbehörde erster Ji stanz ist die Facultät atS Privcipalbehörde im Sinne de» Gesetze» vom 21. Juli 1852. Königlicher Verordnung bleibt geeignete Ausdehnung dieses Gesetzes auf die Prtvatdocenten an technischen und sonstigen Hochschulen Vorbehalten.
Dresden, 21. Januar. Dte „DreSd. Nachr." schreiben, fie könnten authentisch mtttheilen, daß der Kaiser au den Festlichkeiten anläßlich de» RegieruugSjubiläums und
de» siebzigjährigen Geburtstages des König» in de» Tagen vom 20. bis 24. Apr l thetlnehmeu werde.
Ausland.
Prag, 21. Januar. Landtag. Reiniger bekämpft dte Spracheaverorduuugen auf daS heftigste und verlangt die Entfernung des Statthalters Coudenhove. Prinz Friedrich Schwarzenberg vertheidigt den Standpunkt de» Antrags Bouqaoy. Der Großgrundbesitz rechne es als eine Ehre an, daß Angehörige der deutschen Nationalität der Gruppe an- gehörten. Das Huudameut de» conservativeu Großgrundbesitzes bildeten die Grundsätze der dynastischen Treue, dte Wahrung der Interessen der Dynastie und dte Gletchwerthtg- kett beider Nationalitäten. Leitner erklärte, der Sturm, der im Falle der Realtfirung des czechtschen StaatSrechtS sich erheben würde, werde ungleich heftiger sein al» anläßlich der Spracheuverordnungru. Schlesinger, Schückrr, Opitz und Wolf interpellirten den Statthalter wegen de» Verbote» des Tragen» demonstrativer Vereins- und Berbandszeichen, da» eine Verletzung des VereinSgefetzes sei. Sie fordern die sofortige Zurücknahme, widrigenfalls fie gezwungen seien, die äußersten Cousrquenzeu zu ziehen. Der Statthalter erklärt, er werde in einer der nächsten Sitzungen antworten. (Andauernder Lärm.) Die Sitzung wird hierauf geschlossen.
vudwei», 21. Januar. Bei den heute abgeschlossenen Gemein d ew ah len des dritten Wahlkörpers siegten die Deutschen mit einer Majorität von 120 Stimmen.
Pari», 21. Januar. Gegenüber den Meldungen, DrehfuS habe seiner Zeit ein Geständuiß gemacht, gibt sein Verlhetdiger zwei Briefe bekannt, dte vor der Degradtrung und einen Tag nach derselben geschrieben sind. AuS diesen Briefen geht hervor, daß DrehfuS mit aller Entschiedenheit jede Schuld ableugnet.
Pari», 21. Januar. 200 Ausgehobene in 5 Arrondissements veranfia teteu unter den üblichen Schmähruseu eine Kundgebung. Die Polizei zerstreute fie und verhaftete etwa 40 Burschen.
Ancona, 21. Januar. Hier und in Senigallia hält die Ruhe an. Von den Truppen wurden au» den Feldern versprengte Unruhestifter verhaftet. In Chiavalle kam es gestern zu einem Auflauf. Es wurden aufrührerische Rufe laut und Revolverschllsse abgegeben. Die Truppen trieben die Versammelten au-etnander, wobei ein Carabiniere durch einen Dolchstoß am Handgelenk verletzt wurde. Mehrere Personen wurden verhaftet, darunter diejenige, welche den Dolchstoß gegen dte Carabtntere geführt hatte. In Ofiwo wurde gestern Abend eine Kundgebung bereits tn ihrem Anfänge unterdrückt. Dte Truppen halten dir Hauptstellen, an denen Unruhen stattgefuuden haben, besetzt.
Loudon, 21. Januar. Dte Secretäre des Bundes der Arbeitgeber im Maschtnenbaugewerbe benachrichtigten den Bund, daß in Rücksicht auf eine Mittheiluvg von dem vereinigten Comitö der verbündeten Trade-UutonS dte Wiederaufnahme der Arbeit am Montag unmöglich sei und gaben der Ansicht Ausdruck, daß es nothwendig sei, weitere Mitthetlungen vom Comite zu erwarten.
Locale» rrnd provinzielle».
Gießen, den 22. Januar 1898.
* * Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog empfingen am 20. Januar, Vormittag» i/il2 Uhr, den KreiSrath Braun von Lauterbach und den RechtSauwalt Dr. Gutfleisch von Gießen.
Parlamentarische». Ja der Ersten Kammer haben Freiherr Heyl zu Herrn »heim und Geheimer Com- merzienrath Michel-Mainz die Anträge eiogebracht: 1. die Reg erung zu ersuchen, dte Realschulen tn Mainz und Worw» in Oberrealschuleu auszubauen- 2. dte StoatSzuschüffe für sämmtltche Handelskammern des Landes zu verdoppeln.
* ♦ Der Laudvirthfchaftltche BezirkSverein Gießen hielt gestern Nachmittag auf Sony» Bterkeller eine sehr zahlreich besuchte Versammlung ab. DaS Hauptinteresse der Än- wrsendeu nahmen die Verhandlungen über die Errichtung einer GeuossenschaftSmolkeret in Gieß eu tnAnspruch. Urber die Verhandlungen werden wir noch da» Wesentlichste zur Kenntniß unserer Leser bringen.
• ♦H. Stadttheater. Der gestrigen Benefizvorstellung für Herrn H. Liebscher durfte man wohl in mehrfacher Beziehung mit Interesse entge-eusehen. Schon dte Wahl des Stückes, tn welchem der Bemfiziam die Titelrolle zu verkörpern hatte, durfte genügen, um das Hau» bis fast auf den letzten Platz zu füllen. Aufgeführt wurde da« Trauerspiel „Narciß" vou A. E. Brachvogel, ein Stück, da» tm Zeitalter der Pompadour und ihrer Herrschaft am französischen Hofe spielt. Der Stoff, den der Verfasser tn überau» genialer Weise auszuarbeiten wußte, ist die durch betrogene Liebe sich ergebende geistige Zerüttung und moralische Verkommenheit seine» Helden. An Gedankenfülle und philosophisch-satirischen Reflexionen erhebt sich da» Weck über daS Niveau der nur mit äußerem Pathos arbeitenden gekünstelten Theaterstücke, ! und wird auch in kommender Zeit seines mächtigen Eindrucks nicht verlustig gehen. — Narctß Rameau ist Mufiklehrer vou Beruf, bis ihn das Schicksal zum Philosophen und Menschenverächter gemacht hat. Verhetrathrt mit einer schönen Frau, dte ihn aufrichtig zu lieben schien und mit der er so glücklich lebte, bis fie ihn eine» Tages, einer Laune nachgebevd, ver- ließ, um in der vornehmen Welt von Paris ihr zu suchen. Don diesem Zeitpunkt ab ist in dem Dasein de» Narctß ein klaffender Riß entstanden. Sie wurde dte ge- sürchtrte und gehaßte Pompadour, er, jeder Schaffens- und Lebensfreude beraubt, ein Cyitker, dessen bi terr, beißende Sathren selbst die Cirkel der vornehmen franzöfischen Gesellschaftskreise, zu welchen er au» Neugierde über ihn ge- beten wurde, belustigte und noch mehr erschreckte. Nach Jahren führte ihn da» Schicksal wieder mit seiner Frau zusammen. In der ersten heftigen Freude des Wiedersehens ist er glücklich, selig, möchte all da» durch fie über ihn ge-
brachte große Leid vergessen und begraben- jedoch als er au» ihrem eigenen Munde erfährt, daß er die Geißel de» Laude», dte Pompadour, vor sich hat, verflacht er fie. Da» gibt der gealteruden, schwer kranken Frau den Rest- mit den Worten: „Nach uuS dte Stmfluth!" stirbt sie- kurz darauf, vom Wahnsinn erfaßt, stirbt auch Narciß Rameau. — Dte Wiedergabe der Tragödie ergriff tief und gehört der Hauptsache nach mit zum Besten, was unsere Bühne bi» jrtzt geboten. Die Darstellung deS Narciß ist eine der interessantesten, aber auch schwierigsten Aufgaben für einen Charakterspieler und war vo» Herrn Liebscher übernommen. Der geschätzte Künstler und Benefiziant de» Abend» wurde derselben vollauf gerecht und entledigte sich ihrer mit Ehren. Nnr eine bedeutende Individualität vermag dtefen Helden des Stückes lebenswahr dar- zuftellen, und wir gestehen, daß der Künstler e» verstanden, seine Rolle auSzuarbetten, sich darin zu vertiefen und in ihr dte feinsten seelischen Vorgänge in Sprache, Miene und Ge- berdeu (vou letzteren gefiel uns nur nicht da» allzuhäafige Achselhochziehen und da» einem Aufblähen gleichende Sich tu dte- Brust-werfen) ganz virtuos zur Darstellung zu bringen, ja fcenen- wetfe durch unmittelbar wirkende LebenSwahrhett und Inner« lichkeit besonder» excellirte. Da» Auditorium stand unter dem Bann dieser bedeutenden Leistung und zeichnete de» Bemfisianten durch Lorbeerspenden und wahrbast enthusiastischen Beifall aus. Möge da» bedeutende Talent des geschätzten Künstler», dem wir schon oft unsere Bewunderung und Anerkennung zu zollen Veranlassung hatten, der hiesigen Bühne noch lange erhalten bleiben. Die Marquise de Pompadour wurde von Fräulein Würdig gespielt, und zwar mit bestem Gelingen sowie zur vollsten Zufriedenheit. Die weder dankbare noch besonder» erquickliche, aber schwierige Rolle erfuhr vou ihr eine fo glaubhafte Darstellung, daß ihr unumwunden Lob dafür gebührt. Wie sehr verstand fie eS, diefe Löwin, vor der ganz Frankreich zittert, schwer leidend zu mark^ren- die zerrüttete Gesundheit der alternden Pompadour, die Scene mit ihrem Günstling Chotseul, sowie da» trügerische Aufleben im letzten Acte: all diese Momente waren richtig ersaßt und ebenso wiedergegeben. An dem gespendeten reichen Beifall gebührt ihr mit Berechtigung gleicher Antheil. Zu erwähnen ist ferner Fräulein Viotti al» Dori» Q rtnault, Vorleserin der Königin. Sie offenbarte in dieser Rolle die feinfühlende, denkende Künstlerin- wie ergreifend wurde die Scene mit dem Bettler Narciß, in welchem fie den unglücklichen, aber bedeutenden, selbst edlen Menschen er-ennt, den fie bemitleidet und liebt, wiedergegeben. Herr Fritz sch ler al» Herzog von Chotseul bot ebenfalls eine glänzende Leistung, die besonder» im letzten Act einwandfrei war. Herr Forsch t» der Episodenrolle de» Kammerherrn de Barry gefiel durch treffliche MaSke und gutes Spiel. Fräulein Marlosf re- prasentirte eine anmuthige, hoheit-volle Königin, desgleichen Herr Janson den Prinzen von Conti in vornehmer Weise. Dte übrigen Mttwirkenden führten ihre kleinen Rollen zufriedenstellend durch. DaS Zusammenspiel hielt sich nicht immer auf gewünschter Höhe, und besonders tadelnSwerth erscheint die TheilnahmSlosigkeit, welche alle Umgebenden, mit Ausnahme de» Narctß, der sterbenden Pompadour bei deren letzten Worten kuadgaben- dte Worte „Nach unfl die Sintfluth" gingen dadurch ihrer Wirkung verlustig. ES genügt nicht daS bloße Mttspielen, eS wird auch ein Autheil- nehmen an den fich kundgebenden Affecten zur Bekundung de» Verständnisses und geistiger Uebereinst mmung für nöthig erachtet.
* ♦ Detaillisten Berein. Wie wir erfahren, findet nächste» Mittwoch den 26. Februar, Abends 8*/, Uhr, tm Hotel Einhorn der zweite Vortrag besagten Verein» durch Herrn r Landgerichtsrath Müller statt. Der Referent behandelt diesmal den allgemeinen Thcil des handelsrechtlichen Obli- gatiouSrechtS, also dte wesentlichen VerkchrSrechtSgrundsätze- die Neubildungen und Ausscheidungen auf diesem Gebiete (indossable Anweisung, RückdrhaltungSrecht, LiegenthumS- erwerb, Conto-Corrent,rc.), ferner die rechtlichen Grundsätze deS Kaufvertrags tm HandelsrechtSgrbiet. Auch der diesmalige Vortrag deS Herrn Landgerichtsrath Müller über diese Theilr der Handel-gesktzgebung dürfte ein ganz besonderes Interesse dem hiesigm Handelsstand bieten- der Besuch derselben ist durch daS Entgegenkommen des Detaiüistev- Vereinr, auch Ntchtmttgliedern den Eintritt zu gestatten, einem Jeden ermöglicht, und dürfte fich eine zahlreiche Zuhörerschaft etnfinden.
• * Der zweite Borlrag deS PhyflkerS Amberg am gestrigen Abend war noch stärker besucht al» der Mittwoch»- Vortrag. Dte einzelnen Darstellungen auf dem Gebiete von Licht und Farben, wie besonders der Spectral Analyse erregten den Beifall der Zuhörerschaft.
♦ ♦ Befitzwechsel. Kaufmann Blödner erwarb von Kaufmann Bieker da» Vorderhaus mit einem Theil de- Seitenflügel- der früher der Wittwe Wkißbäck-r gehörenden Hof- ratthe am SrlterSweg znm Preiie von 65,000 Mk.
Geflügel AuSsteguag. Für die bereit- ang;kündigte Geflügel- und Vogel - Ausstellung in Gießen ist nun auch dte Localfrage günstig gelöst. Der Turnverein hat fich in liebenswürdigster Weife bereit erklärt, dte Turnhalle an den Tagen vom 11. biß 14 März zur Verfügung zu stellen. DaS Comirö hofft, daß einer au den Kauf- mäunifchen Verein gerichteten Bitte wegen Ueberlaffung der Räume feine» GefellschaftShaufe» entsprochen werden wird. Der Plan, decorativ Hervorragende» in der Vogelabtheilung zu leisten, läßt fich nur durchführen, wenn dieselbe getrennt vom Großgeflügel unterzubrtogen ist. E'Ntge unserer Gärtner haben fick bereit erklärt, die Räume zu schmücken.
* * Der Fechtverband Gießen Lahe hält seinen diesjährigen Maskenball am Sonntag den 30. l. Mt». tm Gießener Festsaale, Casö Leib, ab. Srit einer langen Reihe von Jahren hat genannter Verrin durch Veranstaltung von Bällen und sonstigen Festlichkeiten stet- ein Sümmchen für arme Waifenkinder zusawmenzubriugen gewußt, auch wurden die Veranstaltungen de» Verein» stets gerne aus allen Schichten der Bevölkrrung besucht. Hoffentlich gelingt ihm die» durch


