Nr. 248 Zweites Blatt
amstag dm 22 October
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Kießmer Anzeiger
General-Weiger
rlints- und Zlnzeigeblatt für den Nreis Giefzen
Eratisbeilage: Gießener Familienblätter. I
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eQf «n-ngkn.vrrmiNlungsftrNni btt I«. und «ulürabe» ncbrnrn Änjtigrn für den Sietzener «nznger mtgtgre.
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MeöseNon, Expedition und Druckern: >4ef flrakc Ar. 7.
während der Inventur- Liquidation.
Hoster
auf Verlangen franco.
Modebilder gratis.
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Neubildung der Wahlbezirke füx die «rri»tag»wahl durch die Bevollmächtigten der Gemeindevorstände und Vertheiluvg -er zu wählenden «rei»tag»abgeordnetev. Wahl zweter Mitglieder unb Stellvertreter für die verstürbe Ersatzcommtsfion.
Wahl vor» Sachverständigen für die nach dem Gesetz über die «rteg»letstnugen vom 13. Juni 1873 vor. zunehmenden Abschätzungen.
Wahl der Musterung», und Aushebuugseommisfion für Mobilmachungspferde.
Ldresst für Depeschen: Anzeiger Ließen. Fernsprecher Nr. 51.
>»»>-»« von Anzeigen zu der Nachmntags für den Mfmhrn Lag erlchnvrnden Nummer dl» Bonn. 10 Uhr.
Dieben, den 17. October 1898.
Bftr.: Die Eontrole der Bterdruckapparatr.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
Vroffh. Bürgermeiftereieu bet Land- gemeinben bei Kreises.
Diejenige» von Ihnen, welche mit unserer Auflage vom
S0. September 1898 (G. A. Nr. 231 3. Blatt) noch nicht »achgekommen stod, werden an deren Erledigung erinnert.
v. Bechtold.
Diebe», den 19. Oktober 1898. Der Vorsitzende de» «rei»tage». v. Bechtold.
enzung ihrer GeschLftskeeise.
Berlin. 20. October. Der frühere Oberfactor l inenthal wurde heute Nachmittag in aller Stille beerdigt
monatlich 75 w MU Brmgerlohn.
Bei Poftdrzug 2 Mart 50 Psg. v,rNcljLhrlich.
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Bekanntmachung.
«amStag btn »». Oktober d. I., vormittags HI Uhr, stabet in dem Rrgtrruugsgrdaude dahier eine Sffcott.che Sitzung oe» »lelitogl de» «reise» Sieben mit folgender Tagesordnung statt:
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Bekanntmachung,
b«'reffend: Die Au»sührung de» Reichsgesetzt» über da»
Au»wanderuag»wesea vom 9. Juni 1897.
Ql» wird hiermit zur öffentlichen Senatnib gebracht, doh d im Julin» Earl von Srünberg für seine Person die krlauboib, bei der Besörberung von Auswanderern nach ° verdeutschen Ländern al» Agent de» Norddeutschen Lloyd irr Bremen durch Vorbereitung, Vermittelung oder «dschluh v.iu Besörderuvg»verträgen nach Maßgabe de» Reich»gesetze» ilter da» Saswauberuvg»wesen vom 9. Juni 1897 und der »ftimmungeu de» Buude-rath» vom 14. März 1898 inner- b<lb de» «reise» Siehrn gewerbSmähig «itzuwirken, ertheilt ■Bitten ist.
Sieben, den 17. October 1898
Srobherzogltche» «reiSamt Stehen, v. Bechtold.
Berit», 20. October. Die »Post* bezeichnet die Blätter- ntdung, dah zwischen Deutschland und England 'tu Abkommen getroffen worden sei betreff» gewiffer ii^efischer Fragen, al» durchau» falsch. Ein solche» Ab- dremeu würde den Leitsätzen der deutschen Polittk wider- Rechen. Wahrscheinlich sei diese falsche Meldung auf die ti-tsache zurückzuführen, daß zwischen deutschen und englischen ‘en rin Uebereinkommrn obgeschloffen worden ist betreff»
z, Abends S1/, Uhr-
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Der Vorstands
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' — geübte Ehrom.Gumwi.Druckversahreo hat stch unter der Elite deutscher und österreichischer Amateure fast alle erobert. Frankreich haftet noch am Sohledruck, Belgien und England noch recht zähe am Bromstlberdrvck Verfahren, England bevorzugt wie bisher auch stark die Platiu-Eopie. Da» t« vorjährigen Bericht zuerst erwädute «uftaucheu .farbiger Photographien dirrct nach der Natur" (meist dreifarbig, je nach der Farbenzabl ebenso viele Aufnahmen de» Object» und schliehlich die Concurrenz der verschiedenen Abdrücke t» Einzelfarben herzustellen, hat nur wenige Amateure eroben. Henneberg-Wiru, «ühn Jun»bruck, Schöller-Wien, besonder» aber, und selbst «ühn übertreffend: Profeffor Watzek-Wien find die erfolgreichsten Pioniere geblieben. Die Umständlich- kett wegen de» Zurdeckungbrtugen» der Einzeladdrücke mag der Srund sein, «üustlerisch wirksa« find sowohl Stillleben wie auch Laudschafteu nach diesem kostspieligen Verfahren. Unter den überwiegend zahlreichen Gummidrücken stehen die von den Sebrüderu Hoffmeister.Hamburg und die von Ein- deck Hamburg io allererster Reihe. Hoffmeister» vilduiffe und verschiedenartigste durch malerische BirkenstSmme gehobene Heide« und Moorlandschaft» Stimmungen erregen auch die»wal» lebhafte Bewunderung. Arning-Hamburg mit einem .Scirocco io der Lagune", Einbeck'» „Schweigen", Henne- berg'» .Italienische Villa", .Obstgarten" (dreifarbig), .Abend- stimmung" (in blau, roth und gelb), «ühu'S .Südl che Laub- schuft", .Deutsche» Städtchen", Miethe an» Braunschweig mit OSunutmonung für «lpeulaudschaften, Sasfi (au» Wien) mit .Hunde Port»2t»", Schüller'» (au» Wien) .I-panefiu", Wotzrk'S .Stillleben", .Weiden am Buch", .Segelboote" __
dne kleine Anzahl vom allerbesten derer mit dentscheu Namen. „Le pScheur“, „Dernidree Lueurs“ von Alexaudre-Brüffel (der wie viele Belgier Nebelsttmmuogen bevorzugt), Etudee de nn von Bs^ue Pari», „Femmes aux üeurs" von mard-Pari», „Cräpuscule“ von Vuqnet-Pari», „Le Lirre d’imageti“ und „Le Gu6u von Haunoo-Vrüffel, „Matinee d Anl en campine“ von Icksc Lourtrai, „En pAture“ von Misonne Stüh und „Le matin au bois“ und „La lecture du Journal“ von Merzibourg Part» find da» Ausgezeichnetste vom Auslände.
e 3°« Kampf gegen da» «orfet. Der jüngst tu Ruß- land zum w terrrch,»Minister ernannte HoSgobiuBogol- jedow hat seine Thätigkeit mit einer >n gesundheitlicher Hinficht sehr bedeutsamen «undmachuog begonnen: danach ist ollen Mädchen, die ihre Erziehung an einer öffentlichen staatlichen Schule geniehen, da» Tragen eines EorsetS verboten, und sie find verpflichtet, die russische weite blusige Volkstracht zu tragen, die den «örper nicht im Geringsten eineugt. Der Minister begründet seine Verfügung bomb, bah er bei einer Dienstreise za ber Ucberzeugung gekommen sei, da» Eorset sei unzweifelhaft schädlich, da e» die körperliche Entwicklung der Mädchen hemme. — Wenn der Minister mit diesem Erlaß ficher auch ein wenig panslavistische Netgnngen bekundet, so bleibt seine Maßregel doch zu loben, und sei in Deutschland den maßgebenden Persönlichkeiten als Anregung zn ähnlichen Vorschriften empfohlen.
* Japanische Tottore». So der Uoiverfität zn Tokio wurden am 10. Juli wie alljährlich die Doctordiplome au», gethrilt, und zwar diesmal an 353 Studenten. Davon ge- höireu 110 der technischen, 107 ber juristischen, 66 ber literarischen, 30 ber »ebicinischeo, 26 der physikalischen und 14 der laudwirthschastlichen Fakultät an. Eia Drittel der neuen Docioren trug värte, die Hälfte — Brillen, wie der .Osaka-Asahi-Shimbuo" ausgerechnet hat.
• „Fahrt Nab, deshalb entlaffen". Diesen vermerk setzte eine Herrschaft ihrem Dienstmädweu in» Dienstbuch. Auf die Beschwerde de» Mädchen» mußte diese» Zeugniß au» dem Luche wieder entfernt werden, ta e» uuzuläsfig sei.
• Xie gepfändete Nordpolar-Expedttion. Au» Geeste- müo de, 16 Oktober, wlro dertchret: Heute vormittag,kehrte der Fischdawpfer .Helgoland" von der Nordpolarexpeditiov zurück und legte in dem Haupicaval an. Da» Sch.ff wurde schon früher erwartet- die verzögeruog ist auf einen heftigen Stur« zurückzuführeu, den man gestern zu bestehen hatte. An Bord ist Alle» wohl. Da» Sch ff erlitt durch Ei» Be- schädiguogen an Backbordfttte, die aber nur leichterer Natur zu sein scheinen. Wie verlautet, handelt e» fich nur uw zwei Beulen. An Deck waren in Kisten vier lebende Eisbären uatergebracht, die heute Nachmittag vom Publikum sehr viel beficht-gt wurden. Da» Deck de» Schiffe» und die «oje waren fortwährend dicht belagert von Neugierigen. Da» größte Aufsehen erregte e» hier, al» Nachmittag» um 5 Uhr der Gerichtsvollzieher erschien und die sämmtlichen dem Leiter der Expedition Dr. Lerner gehörenden Gegenstände, die mit heimgebrachteo Sammlungen, selbst die Ei»bäreu und die Boote, pfändete.
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irem Bedarf): Loge Mk. ü ’arquet Mk. 2.— tterung Omnlbuaverblidui * igen. ____
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Bekanntmachung.
bitt.: Beginn der landw. Winterschule zu Friedberg.
Ao der laudw. Winterschule zu Friedberg beginnt der 8'chrgavg 1898/99 am 7. November, vormittag» 9 Uhr.
Die Anmeldungen haben rechtzeitig schriftlich oder mündig bei dem Direktor der Anstalt zu erfolgen, von welchem im Unterrichtöplan unentgeltlich bezogen und jede gewünschte Lillunft eingeholt werden kann.
Friedberg, den 30. September 1898.
•fofcö. Directiou der Obstbauschule und laudw. Wioterschule.
__________Dr. v. Peter.____________________
Deutsches Reich.
Berlin, 20. October. Dem „Reich»aozeiger" zufolge »mde dem zum Director dr» literarischen BnreauS de» mmßifchen Staat»min fterium» berufenen bisherigen Ehest iMacteur Vr. v. Falcke zu Breslau der Eharaeter al» luhrimer Regierung»rath mtt dem Range der Räthe dritter i^ffe verliehen.
• Zoteruationale Ausstellung m Amateur-Photographie», aaf Hamburg, IS. October, wird geschrieben: Die hiesige »avsthalle zeigt zur Zeit die von der .Gesellschaft zur För- deruog der Amateur-Photographie" veranstaltete alljährliche Juteruattooalr Ausstellung von Amateur-Phorographien, die sechste ta der Reihe, diesmal aber hat man stolz ,«anst- Photographie" statt de» üblichen Begriffes gesagt. Unter den etwa 700 Objecten ist o cht», de« die Merkmale deS Suust- werk» abgehen, von den 151 Ausstellern find 88 Demsche und 38 Hamburger. SuS Oesterreich find 20, au» Frank- «<4 17, au» Belgien 13, au» England 11, au» Amerika nnb Rußland je ein Aussteller vertreten- au» Deutschland Oesterreich, Frankreich und Belgien wohl alle Namen von erstem «lange. Der berühmte Wiener .Camera-Elub" hat vorzügliche Letstunpeo ewgeiaokt. ebenso „l’Aaeodation beige de photographie“, „Photo Club de Paris“, „Societe Photographique de Lille“, auch einige demsche Seiellichafteu au» Leipzig uud Breslau. Da» seit zwei Jahren von den Amateuren — zuerst von einigen Pariser und Wiener Herren
und zwar auf de« St. Johonoes-Airchhofe bei Plötzeusee. Nar feine Wittwe uud zwei derselben befreundete Frauen wohnten der Beerdigung bei. Grünenthal hat Aufzeichnungen hioterlaffeu, in denen es heißt, er habe eigentlich die Reichs- bank nicht geschädigt, denn was dieselbe jeden Tag an io Verlust gerathenen Scheinen verdiene, sei unendlich «ehr al» bte von ihw genomweoeu 240000 Mark. Bezüglich seiner Geliebten heißt e» tu den Aufzeichnungen, diese habe keine Ahnung gehabt, woher er da» Gelb genowwen. Sle habe ihn für einen durch Speculatiou reich gewordenen Manu gehalten.
— Die «narchistenv erschwöruv^. Au» Berlin wird dem ^Hamb. Eor." noch geschrieben: Soweit Rach- richten vorltegen, haben bei dem geplanten Attentat auf «aiser Wilhelm nur Italiener ihre Hände im Spiele gehabt. Ob die eingehend geführten Untersuchungen ergeben werden, daß deutsche Anarchisten in irgend einer Weise bei dem Attentat verwickelt gewesen find, oder darum gewußt haben, steht noch dahin. Zweifello» richtig ist aber, daß zwischen deutschen und italienischen Anarchisten ziemlich enge Be- zirhnugen bestehen, die über Zürich geleitet werden. Bet dem großen anarchistischen Meeting in der Holborn Town- Hall, da» mit dem toteruationalen Tocialtsteoeongreß in London gleichzeitig stattfand, erfolgte die iotiwste Verbrüderung zwischen den auarchisttscheu Führern Landauer, Pawlowitsch und dem Leiter der ganzen italienischen anarchistischen Be- wegung Malateste, und e» hieß später, Lrtzterer habe seine Freunde in Berlin besucht. Auch die Mailänder Verhaftungen tm August 1897 ergaben ziemlich enge Brziehungk» zwischen ttaltentschen und dentscheu Anarchisten.
Wie», 20. October. Die Wärterin, welche den an der Pest verstorbenen «ltnik-Diener Bartsch gepflegt hat, wurde auf der Jsoltr-Abthet-ung de» Fravz-Jofef-Spital» nntergebracht, weil man au ihr eine verdächtige erhöhte «örper Temperatur wahrgeuommen hat.
Pari», 20. October. Al» Antwort auf die für nächsten Dieu»tag augekündigte Kundgednog der Nationalisten unb Antisemiten vor de« SammergebSude beschloffen die S oei a- l ist en aller Schatttrungeu für denselben Tag große Snnbgedungen zu orgavistreu. Man befürchtet de»halb Straßeu-Tumulie am kommenden Dieu»tag.
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