Locale, an- Provinzielles.
Gieße«. 21. Juli 1898.
• • (trnennung. ©eine Königliche Hoheit der Trotz- Herzog haben Allergnädigst geruhr, am 16. Juli den Dr. med. Adolf Würth ans Ober-Flörsheim zvm dritte« Arzte an dem Landelholpital mit dem Amtßtitel „Oberarzt" zu ernennen.
• * Bon der Uuiverfität. Die diesjährigen Ferien- curfe für practische Serzte an der Universität Gietzen werden in der Zett vom 26. Teptember bis incl. 8. October abgehalten.
• • ParlamentarifcheS. Zn dem Antrag der Abgeordnete« Dr. Schröder, Dr. Schmitt und Genoffen auf Erhöhung des jährlichen SraotSzuschufseS an die evangelische und an die römisch-katholische Kirche deS GrotzherzogtbumS, wird beantragt: Die Kammer wolle Grotzh. Regierung ersuchen, noch diese« Landtage eine Vorlage zu
189S
Freitag den 22. Juli
Erstes Blatt
Nr. l6»
Gießener Anzeiger
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General-Unzeiger
Amts- und Anzcigcblutt für den 'Kreit Gieren
Gratisbeiluae: Gießener Familienblätter
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Sanihme von Anzrigrn zu der Nachmittag- für den ätzenden Lag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr.
Alle Anzcigen-Bermittlung-ftellen de- In- und ÄaMeeW nehmen Anzeigen für den Vießener Anzeiger entDoGM.
trat während der letzten zu Tage. Sie hat aber denn die Antworten der noch völlig im Dunkeln.
Grschciui tLgNch out Ausnahme del MontagS.
Gegenwehr veranlaffen werden.
Die Stimmung in England Parlamentsverhandlungen deutlich schwerlich Besriedigung gefunden,
i-Bäder.
!er-Abtheilungm 3.50 Mk, [enbäber 5 Mk.
Die Vießener AamikieuölLtter Werden dem Anzeiger Wöchentlich viermal beigelegt.
IteHctien, Expedition und Druckerei: Sch.kßr.ge »r. 7.
Im Norden von Peking und ebenso im Süden werden beträchtliche Theile des chinesischen Reiches dem dauernden und bestimmenden Einflutz des Zarenreiches unterstellt. Die Ein- zelheiten dieses Abkommens hat der Telegraph gemeldet. Rutzland wird in die Lage gesetzt, die Eisenbahnlinie Peking- Schanhaikwan völlig in Aussicht und Controle zu nehmen, ebenso die Linie Peking-Hankau. Die letztere Bahn werden bekanntlich die Belgier bauen, doch sollen alle Streitfragen der Entscheidung der französischen Gesandtschaft unterliegen. Da die Franzosen und Ruffen gemeinschaftlich in Asien gegen England handeln und Engländer als bittere Feinde betrachten, o ist es klar, datz diese letzten Errungenschaften den Staatsmännern an der Themse zu denken geben und dirselben zur
nach G'etzen und zurück in die Hetmath;
bei dem Transport bei Viehes auf dem Lande: a für Bullen:
Berlin, 20. Juli. Unterstützung del Deutsch- thumS ln Nordschleswig. Die Staatsregierung scheint daS Deutschthum in NordschleSwig durch Ankauf größerer Besitzungen unterstützen zu wollen. Die Regierung wird die angekauften Besitzungen zu Staatsdomänen machen. DaS Gut BarSbüll bet JelS ist bereits vom Staate erworben, und der Ankauf des Gutes Röddtnggaard steht unmittelbar bevor. Die Commiffare des landwirthschaftlichen Ministeriums haben weitere größere Besitzungen im Kreise HaderSleben besichtigt. ES verlautet, daß dem Landtag eine Vorlage über die Ausdehnung der Wirkungen des AnsiedlungSgesetzeS auf Schleswig Holstein unterbreitet werden soll.
Berlin, 20. Juli. Im „Vorwärts" wird berechnet, wie viel von 100 abgegebenen Stimmen in den 32 Wahlkreisen, die die Social dem okratie im ersten Wahlgange erobert hat, für ihre Candidaten abgegeben find. Der Procentsatz steigt von 50,82 in Frankfurt a. M. bis auf 73,09 in Berlin IV. Der Procentsatz ist gegen 1893 gestiegen in 25, gesunken in 7 Wahlkreisen, nämlich in Glauchau, Stoll- berg, Reuß ä. L., Auerbach, München II, Sonneberg und Gotha.
ausgestellte Th'ere weder p amiirt noch verkaufe worden find, aufgefordert, ihre etwaigen Ansprüche auf die oben bezeichneten Wegvergütungen bis längstens 1. Anguf ds. Js. bei dem Unterzeichneten schriftlich anzumelden. El wird ausdrücklich bemerkt, daß nach dem 1. August dl. IS. angrmeldete Ansprüche nicht wehr berücksichtigt werden können.
Gießen, den 20. Juli 1898.
Der Director des LandwUthschastlichkn BezirkSvereinS Gießen. E. Jost, Rech'Sanwrlt.
I. für Rübe und Riader die Hälfte dieser Sätze, werden deßhalb hiermit diejenigen Aussteller, deren
aus Gemeinden unter 1 Stunde von Gießen entfernt 3 Mk. pro Stück,
aus Gemeinden vor 1—3 Stunden von Gießen entfernt 4 Mk. pro Stück,
aus Gemeinden über 3 Stunden von Gießen entfernt 5 Mk. pro Stück;
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. bl.
Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen
an die evaugel. Kircheuvorstäude des KreiseS.
Der späteste Termin für die Ablieferung der Kirchen- »echnung an Sie ist auf Ende August festgesetzt.
Da dieser Termin vielfach Seiten! der Rechner nicht «ingehalten worden ist, beauftragen wir Sie, dieselben entsprechend zu bedeuten und uns die ersolgte Abgabe bis zum 1. September l. I anzuzeigen, etient. zu berichten, daß ter Ablieferungstermin vom Kirchenrechner nicht eingehalten wurde. Die Rechnungen müffen Ihrerseits bis spätestens «Ende September an Großh. OberrechnungSkammer, Justificatur II. Abtheilung, eingereicht werden.
Mit der Anzeige an uns ist gleichzeitig der Nachweis über den an den evangel. SentralkirchenfondS adzuliefrrnden Aeberschuß deS Einkommens der Pfarrstelle einzusenden.
Der aufzustellende Nachweis des UeberschuffeS muß genau der Vorschrift des Amtsblattes Großh. Ober-ConfistoriumS Rr. 14 vom 17. Juni 1884 entsprechen.
Wir machen endlich noch besonders daraus aufmerksam, daß d e Filialzemeinden. welche ihre GehaltStheile an den Kirchenfonds der Pfarrgemeinde abzuiefern haben, von Aufstellung und Vorlage del obenerwähnten Nachweises ent» bunben find.
v. (Sagern.
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Deutsches Reich.
Berlin, 20. Juli. Tarifkrieg mitRußland. Ob- gleich die amtliche Verfügung beS rusfischeu Finanzministers bezüglich gewisser Zollerhöhungen gegen Deutschlanb ergangen ist, find nach einer Mittheilung auS Petersburg bie Grenz- zollämter noch nicht angewiesen worden, die in Betracht kommenden deutschen Waaren nach dem erhöhten Tarif zu verzollen, so daß diese Waaren bisher noch nach dem alten Tarif eingehen. Man schließt in Petersburg daraus, daß ruffischerseits noch nicht alle Hoffnung aufgegeben fei, mit Deutschland zu einem Einvernehmen zu gelangen.
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Ausland.
Gens,20.Juli. Der Strike der Bauhandwer'ker nimmt einen beunruhigenden Character an. Die Strikende« besetzten einige Baustellen, von denen fie durch Gendarmerie vertrieben wurden, und warfen einige Wagen mit Material um, denen fie begegneten. Deshalb hat die Regierung energische Maßregeln ergriffen und Infanterie nnd Caoallerie unter die Waffen gerufen. Gestern Nachmittag gab eia spanischer Anarchist einen Revolverschuß auf die Gendarmerie ab; der Thäter wurde verhaftet.
Paris, 20 Juli. Die diesjährigen großeuManöver, an denen das 8. und 13. Armeecorps und die 6. und 7. selbstständige Cavalleriedivlfion theilnehmen, finden an de« Grenzen der Departements Allier, Saone-et Loire nnb N sore statt. Sie beginnen am 7. September und schließen am 17. mit einer großen Truppenschau vor dem Pnäfidenten bei MoulienS. An den Hebungen werden rund 50000 Man« unter der Leitung des Armee-JnspecteurS, General de Nügrter, theilnehmen und zwar 16 Regimenter Infanterie, 14 Regimenter Cavallerie, 4 Regimenter Artillerie, 1 Genie-Regiment und die üblichen Hilfsdienste.
Madrid, 20. Juli. General Chinchilla von der liberalen königStreuen Partei soll mit der Bildung eines neuen Eabinetl betraut werden.
Kopenhagen, 20.Jali. Die Kaiserin-Wittwe von Rußland hat über den Zustand deS Großfürsten Georg wieder so beunruhigende Nachrichten erhalten, daß die geplante Reise hierher aufgeschoben ist.
Petersburg, 20. Juli. Der englische Marinereformer, Contre-Admiral. Lord Charles Beresford, hat sich, englischen Blättern zufolge, von angeblich verläßlicher Seite Angabe« über den russischen Flottenplan verschafft, wonach während der Jahre 1898—1903, abgesehen vom gewöhnliche« Haushalt, 320000000 Mk. aus Schiffsbauten verwandt werden sollen. El sollen gebaut werden: 8 Schlachtschiffe erster Klaffe, 6 Kreuzer erster Klaffe, 10 Kreuzer zweiter Klaffe, 1 unterseeisches Minen-Transportsch'ff, 1 Torpedo- Transportschiff, 20 Zerstörer und 30 Torpedoboote.
Belgrad, 20. Juli. Der Finanzminister Popovice hat, wie aus Nisch gemeldet wird, seine Entlassung gegeben wegen del Mißerfolge! bei dem Versuch, die restirende« Rententitres zu begeben.
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Bekanntmachung.
Nach Beschluß bei «ulschuffel del Landwirthschaftlichen Vczirklvereiu! Gießen soll denjenigen Viehzüchtern auS dem Kreise Gießen, welche bei der am 16. und 17. ds!. MtS. babter stattgehabten ViehanSstellnng Vieh ausgestellt hatten und weder eine Prämie erhalten, noch daS betreffende Vieh verkaust haben, an! der Kaffe des Landwirthschaftlichen Bezirk!« -Vereins Gießen die nachverzeichneten Wegvergütuugeu
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2 Mark 20 Pf,.
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2 Mark 50 vikrleliätzettch.
Minister laffen die Angelegenheit
Unb wenn auch Vereinbarungen mit der Generaldirection der chinefischen Eisenbahnen getroffen fein sollen, wonach Englands Theilnahrne an der chinefiichen Nordostbahn gefichert wäre, welche von Peking nach Niutschang, der Hauptstadt der Pro« vinz Liaotong zu führen bestimmt ist und wenn selbst mit der rusfisch'chinefischen Bank ein ähnliche! Abkommen wirklich de- steht bezüglich der Bahn, welche die Stadt Tschingting mit Taiyen einst verbinden wird, so ist damit noch herzlich wenig gewonnen. Denn wie weit diese Mitwirkung stattfinden wird, ist nicht gesagt; die Ruffen und Franzosen aber werden jedenfalls dafür Torge tragen, daß die englischen Ansprüche nicht unmäßig werden und ihren eigenen Jntereffen zuwiderlaufen.
WaS daS Vordringen der Raffen im Süden Chinas erleichtern dürfte, da- ist der Umftaub, baß bie Fortführung der Linie Tschingting-Tai^nen btl S ngansu am Hoangho diese Eisenbahn in unmittelbare Verbindung mit der großen nach Centralafien führenden Straße setzt. Dadurch und durch die Linie Peking-Hankau wird eS dem Zarenreich möglich werden, Truppen nach China zu befördern und vöthigenfall! die Pläne der Engländer im Thale bei Yangtfeklang zu vereiteln. Die englischen Minister haben bet jeder Erörterung der ostafiatischen Frage im Parlamente immer wieder die Erklärung abgegeben, baß der Yangtsekiang unter allen Um- ständen die Grenze der britischen Einflußsphäre sei, welche niemals Überschritten werden würde. ES scheint aber doch, all würde die geschickte rusfische Diplomatie diese Wünsche der Engländer nicht sonderlich achten. Die Errungenschaften der Briten im Süden China» verlieren durch die Abmachungen der Ruffen mit China erheblich an Werth, ja machen dieselben zum Theil illusorisch.
Die Verschärfung deS Berhältniffeö beider Staaten ist unter diesen Umständen nur natürlich. So darf man wohl anuehmen, daß der politische Wettstreit, den England mit Rußland in Asien kämpft, auch jetzt nicht zu einem blutigen Zusammenstoß führen wird. England wird auf andere Weise Genugthuuug suchen und vielleicht auch finden. El wird den Russen Hinderniffe bereiten, wo sich nur irgend eine Möglichkeit bietet und die Verlegenheit des Feinde! für fich ver- werihen.
Vielfach wird der Aufstand in Turkestan mit englischen Machenschaften in Verbindung gebracht, die, wenn fie ihren Ursprung in London haben, jedenfalls recht umsichtig in'! Werk gesetzt wurden. Diese jüngste Erhebung im russischen Asien liefert den Beweis, daß das Zarenreich keineswegs so sicher dasteht, wie allgemein in Europa angenommen wird, und daß die Engländer es verstehen, den wunden Fleck ihres Feinde» zu treffen. Die Entwickelung der Dinge vollzieht fich in Asien auffallend schnell. Die Auftheilung China» macht rasche Fortschritte und daS Ende ist vorläufig nicht abzusehen. Aber die letzte und endgiltige Waffenentscheidung wird vermuthlich noch längere Zeit auf fich warten laffen.
M. N. N.
auSgezahlt werden:
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Rußland und England in China.
Raum oetgefet eine ffioebe, ohne bafe bie Beziehungen Rußlands und England« Im Ost-n »Ren« neue und über- »alchende Einzelheiten hervorbringen. Nicht lange ist e« her, da wurde da« »btommen zwischen @r.#lonb und Shina be- rannt gegeben, nach weichem die ersteren We, hai-wei al« bauernde- Pach.odjee. e:hielten. Bald daraus kam eine weitere Kunde. Die Beiten erwarben im Süden Ehlna« ein (gebiet von einigen hundert Ouadratmetlen. In der Um« geaend Hongkong« wollen die Engländer Besestignngen er. richten um R« vor Ueberraschnngen aller »rt zu sichern und womöglich einen festen Siützpunkt zu gewinne«, von wo au« sie weiter in« Innere dringen.
Trotz aller Versicherungen von der Newa her, daß Ruß- land diese Erwerbungen wenig berühren und daß eS die Eng- länder keineswegs hindere, konnte man mit Sicherheit einen G-aemua erwarten. Die Antwort des Zarenreiche! ist denn auch reckt bald erfolgt und zwar in völlig unzweideutiger Weife. Wie bekannt, hat Rußland die Chinesen vermocht, die Controle über einige Eisenbahubauten ihm zu überlaffen.
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Oiefeen, den 20. Juli 1898.
De« Termin für die Einsendung der Kirchen- rechnungen pro 1897/98.
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