Ausgabe 
22.6.1898 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

c

Nationalliberalen gewinnen 3 und verlieren 7, die freisinnige Vereinigung verliert 3, die freisinnige DolkSpartei verliert 4, die deutsche Bolk-partei verliert 4, die Soctaldemokraten gewinnen 3 und verlieren 3, die Polen gewinnen 1 und verlieren 6 Sitze.

Stichwahl-Parole. Bei allen nationalen Par­teien dringt der Gedanke immer klarer und schärfer durch, daß bei den Stichwahlen vor Allem die entschiedenste G eg- nerschaft gegen die Socialdemokratie zum Aus­druck gebracht werden und die Wahl socialdemokcatischer Be­werber mit allen Kräften verhindert werden muß. Sowohl von konservativer, als auch von vationalliberaler, deutsch- socialer und christlich-socialer Seite liegen bereit- viele Kund­gebungen tu Zettuugssttmmen, Wahlaufrufen und Erklärungen vor, die diesem Gedanken Ausdruck geben und z. B. sogar da, wo Fretfinu und Socialdemokratie in der Stichwahl gegenüberstehen, da- Eintreten für den freisinnigen Candidaten empfehlen. Klar und würdig spricht sich in diesem Sinne z. B. auch eine Aufforderung de- Bunde- der Laudwirthe au-. Zwar seien auch die Freisinnigen erbitterte Feinde der Bundessache.Wenn wir trotzdem für den Stichwahlkampf in diesen Wahlkreisen die Parole au-geben:Für die Frei- finnigen, gegen die Socialdemokratie!" und unsere Bundes­mitglieder bitten, dieser Parole am 24. Juni zu folgen, so geschieht dies in Rücksicht auf da- Ansehen und die Ehre unsere- Vaterlandes nach außen hin. Jeder Socialdemokrat, der neu In unser» Reichstag einzieht, erscheint den uns feind« ltchen ausländischen Völkern als Nagel zum Sarge der deutschen Retchsherrltchkeit, als Verbündeter gewtffermaßen für die Zerstörung des Reiche- ... Wir wiffen, daß wir ein schwere- Opfer von unseren Bundesangehörigen verlangen, wenn wir ihnen rathen, einem Freisinnigen zum Siege zu verhelfen. Mögen die Freisinnigen im Lande einer Parole folgen, wie fie wollen. Die Agrarier und alle Angehörigen de- deutschen Mittelstandes find stets bereit gewesen, die schwersten Opfer an Gut und Blut zu bringen, wenn die Wahrung der Ehre und Würde de- theuren, deutschen Vater­landes es erfordert, wir werden in demselben Sinne auch hier bet der Wahl unseren berechtigten Widerwillen gegen den Freisinn opfern können, um einen Socialdemokraten ntederzuwerfen, selbst wenn wir nicht auf freisinnige Gegen­dienste rechnen." Leicht wird allerdings Vielen die Be­folgung dieses Rathes nicht werden, besonders denen, die der nicht unberechtigten Ansicht sind, daß es in der Wirkung ganz auf dasselbe hinau-läuft, ob die Opposition gegen jeden nationalen Fortschritt von Freisinnigen oder Socialdemokraten gemacht wird, und daß es vielleicht nur gut sein kann, wenn die Scheidung der Geister fich in schärferen und deutlicheren Formen vollzieht. Trotzdem fordert die gegebene Lage un­bedingt daS Zusammenstehen aller bürgerlichen Parteien gegen die Socialdemokratie. Die freifinnige Volk-partei wird ihrer­seits allerdings den entsprechenden Gegendienst allem Anschein nach nicht leisten. DieFreis. Ztg." schreibt wenigstens: Die reckte Seite hat bei den Hauptwahlen Gewinne zu ver­zeichnen, und andere Gewinne stehen bet den Stichwahlen in Frage. Nichts wäre daher verkehrter, als statt des Kampfes auf zwei Fronten einzig und allein die Bekämpfung der Socialdemokratie in Betracht zu ziehen. Die Socialdemokratie kann auf die Dauer wirksam nur bekämpft werden durch eine liberale Politik. Jnteressenpolitik aber, wie fie gegenwärtig von den rechtsstehenden Parteien betrieben wird, fördert zugleich die Socialdemokratie.

verliu, 20. Juni. Da- Anwachsen der social- demokratischen Stimmen gibt denHamb. Nachrichten* Anlaß zu folgenden Betrachtungen: Alle-, was in den letzten Jahren über den inneren Zersall der Socialdemokratie ge­fabelt worden ist, vergeht vor dieser Thatsache wie der Schnee vor der Sonne. Die wunderliche Prophezeiung, daß man der Socialdemokratie nur eine absolut sreie DtScusfion in der Oeffentlichkeit zu gestatten brauche, um fie au der Verödung ihrer Versammlungen, an dem Abfall ihrer Gefolgschaft dahin-

lebeuS des kraftvollen Kärthner GebirgSvolkeS, dem Thomas Koschat entstammt. Diese Lieder und Chöre brachten ihm unzählige Erfolge und Ehren aber trotzdem sollte die Wunde in seinem Herzen nicht vernarben.

StetS zog es ihn zum Grabe der Unvergeßlichen hin, er versorgte eS mit Blumen, Pflanzte noch während des Todes­jahres eine Trauerweide, die heute mächtig den Hügel über­schattet.

Zu jener Zeit war es, wo Koschat in seiner Verzweif­lung den BolkSspruch:Verlassen bin i" nicht auS dem Sinn brachte. Damals dichtete Koschat daS GedichtVerlaffen", von welchem nur die zwei ersten Sätze nicht von ihm find, und er versah dasselbe mit einer Mustk, die unter Thränen erstanden. --

Jahre rauschten dahin, und die Zett verschlang so manches Kunstwerk, jenes weltbekannte Lied aber, das wie ein warmer Sonnenstrahl in die Menschenherzeu dringt, wird un­vergänglichen Werth haben!

Koschat blieb unvermählt, aber nicht deßhalb, weil er vielleicht ein Weiberfeind geworden wäre, im Gegeutheil, sein Auge und Herz erfreute fich wahrscheinlich noch gar oft so mancher Rose und Linie, die an seinem Lebenswege stand, aber für keine fühlte er mehr das, waS er für seine Maiblume gesühlt hatte!

Noch immer besucht er daS Grab der Geliebten, von dem er so schwermuthSoll in der zweiten Strophe setneS LiedeS") fingt:

Im Wald steht a Hügerl, Viel Bleemerln blüh'n d'rauf; Durt schläft met' arm'S Diandle, Ka Ltab weckt's mehr auf. Durthtn ts met' Wallfahrt, Durthtn tS met' Sinn, Durt mtrk t recht deutlich, Wta verlassen t bin!

*) DaS LiedVerlaffen" ist in 16 Sprachen übersetzt.

fiechen zu sehen, hat fich in ihr vollständige- Gegenthetl ver­kehrt. Man hat fich unsagbare Mühe gegeben, in allen Ton­arten denZukunftsstaat" lächerlich zu machen- aber statt den Soctaldemokraten die Wahlstimmeu dadurch abzujagen, hatte eS eher den Anschein, als ob fie ihnen neue Anhänger in Hellen Haufen zugetrieben hätten. Nunmehr freilich, da man die so lange tu der Ebbe begriffen geglaubte Futh bis zu solch bedrohlichem Maße augeschwolleu fieht, ertönt von allen Seiten im Hinblick aus die Stichwahlen der Ruf nach unverbrüchlich festem Zusammeustehen gegen die Social- demokratie. Da- ist allerding- die nächste Sorge. Aber auch für den Fall, daß fie eine über alle Erwartung günstige Wirkung hätte, würde au der Bedeutung de- hier tu Rede stehenden Ergebnisse- der Hauptwahl Nichts geändert werden. Die Frage ist, ob die verantwortlichen Letter unsere- nationalen Staatswesen- dem gewaltigen Erstarken der Socialdemokratie, wie e- fich hier bekundet, ruhig und gleichgtltig zusehrn dürfen. Wird diese Frage, wie wir es für selbstverständlich halten, verneint, so wird nur Übrig bleiben, in der Behandlung der Socialdemokratie einen vollständig anderen Weg etuzuschlagen, als man ihn seit acht Jahren befolgt hat.

Breslau, 20. Juni. Gestern Nachmittag ermordete, wie demBre-lauer General-Anzeiger" au- Hermsdorf gemeldet wird, der Schuhmachergeselle Karger daselbst die Ehefrau de- Schuhmacher- Herrman sawmt ihrem achtjährigen Sohne in Abwesenheit de- Meister-, der fich auf einer Der- gnügung-tour befand.

Zwickau, 19. Juni. Der Bergarbeiterau-stand dauert fort. Die Zahl der Streikenden beträgt gegen 1800 Mann. Heute traten auch die Arbeiter eine- dritten Werke- in die Bewegung ein. Man fordert 10 Procent Lohnerhöhung, zehnstündige Schichtzeit, 50 Procent Zuschlag für Ueberschichten. Da- Köuigl. Bergamt hat ein Einigung-- verfahren zugesagt.__

Ausland.

Brüssel, 20. Juni. Die Brüsseler Preffe bespricht dir bisherigen Ergebniffe der deutschen Reichstag-wahl. Die gemäßigt liberaleJudrpendance" bemerkt, wenn der SoctaliSwuö fich in der auffälligen Weise nicht nur auf die arbeitenden Klaffen, sondern auch auf die Bourgeofie au-- dehne, müffe der SoctaliSmuS den wirklichen Bedürfniffeu entsprechen. ES sei zu hoffen, daß Graf PosadowSky und seine Freunde einsehen, daß es nicht ausreiche, allein gegen den SoctaliSmuS zu kämpfen. Der katholischeCourrier" bemerkt, daß der Liberalismus in allen protestantischen Provinzen den SoctaliSmuS glatt mache. Nur die katholischen Provinzen versperren ihm den Weg. Auch daS liberale Blatt Etoile beige" constatirt den Rückgang des Liberalismus zu Gunsten des SoctaliSmuS und fieht voraus, daß der Reichstag bald nur noch aus Centrum und Soctaldemokraten zusammen­gesetzt sein wtrd. Der soctalistischePeuble" jubelt über daS Anwachsen der socialisttschen Stimmen. In Belgien find e- 80000, in Frankreich 300000, in Deutschland 400000.

Madrid, 20. Juni. Der Mtntsterrath beschäftigte fich gestern mit den TageS-Angelegenheiteu, mit dem Kriege und der öcouomischen Lage. Die Minister erklärten, keine neuen Nachrichten über den Krieg erhalten zu haben. Der Marinemintster telegraphirte auS Cartagenas, daß er heute die Stadt verlaffen und morgen in Madrid etntreffeu werde.

Gibraltar, 20. Juni. Der Capitän eines englischen Dampfers, welcher hier etngelaufen ist, meldet, daß man die spanische Flotte bei Capa de Java gesehen habe.

Hongkong, 20. Juni. Admiral D e w e y hat den Insur­genten verboten, Manila zu erstürmen, damit die Stadt fich den Amerikanern übergeben könne. Hierdurch hält Amerika alle seine Ansprüche auf die Besitzergreifung der Philippinen aufrecht.

Wahlbewegung.

A Mainz, 20. Juni. Bei der den kommenden Freitag in dem Wahlkreise Mainz-Oppenheim stattfindeudeu Stich­wahl wird wahrscheinlich sowohl Seiten- der National- liberalen wie auch Seiten- der Deutschfreifiunigen die Parole au-gegeben werden, für den Candidaten der CeutrumSpartei zu stimmen. E- schweben hierüber gegenwärtig Verhandlungen mit Führern der verschiedenen Parteien auS dem hiefigen und anderen Wahlkreisen. Die demokratische Partei, be­ziehungsweise der Ausschuß des hiesigen demokratischen Verein- Hat beschloffen, wie bet der ersten Wahl so auch bei dem zweiten Wahlgang für den Candidaten der sozialdemokratischen Partei einzutreten. Die Agitation wtrd im ganzen Wahl­kreis von den beiden in Concurrenz stehenden Parteien mit Hochdruck betrieben. Allabendlich findet eine stattliche Reihe von Wahlversammlungen statt. An dem Tage vor der Stichwahl wtrd Wilhelm Liebknecht hier noch einmal sprechen.

Solingen, 19. Juni. Der Wahlkreis Solingen scheint für die Soctaldemokraten verloren zu sein. Bekannt- ltch standen fich hier zwei Socialdemokraten, Scheidemauu und Schumacher, gegenüber. Schumacher wurde von Scheide­mann geschlagen. Nunmehr haben die Anhänger Schumachers beschloffen, bei der Stichwahl, die zwischen dem liberalen Candidaten Sabtn und Scheidemann stattfinden muß, für Sabin etnzutreten oder auch fretgestellt, sich der Wahl zu enthalten. Bet diesen Verhältuiffen ist wahrscheinlich, daß Scheidemauu unterliegen wtrd, da sämwtliche anderen Parteien energisch arbeiten, um den Wahlkreis den Soctaldemokraten zu entreißen.

Hagen, 20. Juni. Die uationalliberaleu Vertrauens­männer beschloffen, tu der Stichwahl für Richter etnzutreten. Das Ceuttum hat denselben Beschluß gefaßt.

Stettin, 20. Junt. Die Aussichten tn der Stichwahl stehen für Brömel (fr. Bgg.) güosttg. Die Vorstände der conservativen und antisemitischen Partei haben die Unter­stützung zugesagt und gestern hat auch die Parteileitung der freistautgen Bolk-partei beschloffen, einen Aufruf zu Gunsten BrömelS zu erlassen.

Jena, 20. Juli. Der freisinnige Wahlausschuß Hier­selbst fordert öffentlich 'auf, bet der Stichwahl für den Socialdemokraten Leutert gegen den Nationalliberalen Baffermann zu stimmen.

Locale- und provinzieller.

Gießen, 21. Juni 1898.

* Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog Haden Allergnädigst geruht, zum 20. Jaut de» Gemetnderechuer Konrad Hoffmann zu Angenrod da» Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür 50jährige treue Dienste" zu verleihen.

* Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Groß« Herzog haben Allergnädigst geruht, den Finauzaspiraateo Adam Mahr auS Rieder-Ingelheim zum SecretariatS- gehtlfea bei der Sentralstelle für die Gewerbe zu ernennen. Ernannt wurde am 15. Juni der Mechaniker Karl Rückert aus Darmstadt zum Gehilfen für mechanische Arbeiten und Diener der Geologischen LandeSavstalt mit Wirkung vom 1. Juni l. I. au.

* Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten« Lerfammlnug Donnerstag den 23. Juni 1898, Nach­mittags 3Va Uhr pünktlich. 1. Gesuch des Dietrich Syben um Erlaubniß zur Errichtung eines GarteuhäuSchevS. 2. Den Bau von neuen Gewächshäusern im botanischen Garten. 3. Erbauung eines Doppelhauses für Dienerwohn- ungen und eineß ThterhäuSchen» für daS zoologische Institut. 4. Baugesuch des Wilhelm Valentin für den Gleiberger«eg. 5 Anlage eines Brunnens auf dem städtischen Gelände del Wiener Hofes Seiten« des M. Abermann. 6. Gesuch bei Heinrich Winther nm Erlaubniß zur Herstellung eine« Fuß­weges von feinem Neubau nach der Moltkestraße. 7. Gesuch des Ferdinand Schott um Erlaubniß zur ASphaltiruug bei Trottoirs vor seinem Hause, Bahnhofstraße. 8. Gesuch bei G. Forbach wegen ASphaltiruug vor seinem Hause. 9. Ver­stärkung der Gasleitung in der Wolkeugaffe infolge Straheo- bauet. 10. Auswechslung der schadhaften Gasleitung in bei Latharinengaffe gelegentlich des Straßenbaues. 11. Ltr° führung der Wafferleitung in die Kaihartnengaffe gelegentlich des Straßenbaues. 12. Fortsetzung der Wafferleitung aus der Rodheimerstraße zwecks Anschlusses der Hauser vouAvg Lang Wlttwe und Friedrich Cost. 13. Fortsetzung der Sa«- leitung auf der oberen Grünbergerftraße zwecks Anschluß bei Schützenhauses. 14. Fortsetzung der Gasleitung auf bto Schiffenbergerweg zwecks Anschlüsse» des Neubaues von Wil­helm Steinbach. 15. Gesuch de- C. v. Münchow um käuf­liche Ueberlaffung eine» Platzes tn der Bahnhofstraße. 16. Das Volksbad- hier: Rechnung über die Kosten der Ueberbrückung. des Schoorgrabeu«. 17. Regulirung der Löhne der städU- fchen Arbeiter - hier: der Friedhofsarbeiter. 18. Verbands« Ausstellung der Herdbuch-Gesellschaften für die Zucht dtt Vogelsberger Rindviehes- hier: Ueberlaffung de» OSwaldl- Garten als AulftellungSplatz und von Holz zu Ställen und Einfriedigung- sowie Verlegung de« Viehmarktes am 19. unö 20. Juli d. I. 19. Ausführung de» südöstlichen Stadt- erweiterungSplaues- hier: Benennung der Straße DC1 zwischen Liebigstraße und Riegelpfad. 20. Errichtung einer Eisenbahnhaltestelle für den Personenverkehr im Nordende der Stadt Gießen. 21. Gesuch des Pius Preis um Er- theiluug der Erlaubniß zum Betrieb einer Cantine ohne Branntweinausschank auf der Arbeitsstelle des Bahnhofum- baueS dahier. 22. Gesuch des Karl Reh um Erlaubniß zu» Branntweivverkauf über die Sttaße im Haufe Ttefenweg 6. 23. DeSgletcheu der Ludwig Kohlermann II. Wittwe zu» AuSfchank von Branntwein über die Straße im Hause Neu­stadt 53. 24. Gesuch des Philipp Reitzel um Ertheilung der | Concesfion zum WirthschaftSbetrieb im Hause Westaulage 23. (Hotel Schütz). 25. Dergleichen deS Kaspar Müller für daS HauS Ltndevplatz 12.

Zur Stichwahl. In eiuer am 18. l. M. dahier 1° der Restauration Feidel stattgehabteu Sitzung hat der liberale | Wahlausschuß, welchem u. A. sämwtliche Mitglieder der Vor­stände deS nationalliberalen und des fretfinnigeu Vereins angehörev, einstimmig beschloffen, zur Stich­wahl zwischen dem Antisemiten Köhler und dem Soctaldemo« traten Schrtdewanu von Parteiwegen keine Stellung zu nehmen, eS vielmehr ganz dem Ermeffen des einzelnen liberalen Wählers zu überlassen, wie er fich in der Stichwahl verhaltev will.

«euer «mtltitcl. Wie bereit- mitgetheilt, hat ©eint Königliche Hoheit der Grobherzog genehmigt, daß der erste Canzleibeamte bei den Collegialgerichten de- Lande» nuumebr den AwtltitelCanzlei-Jnspector" zu führen hat nni zwar betrifft die- die seitherigen Canzltsteu: Fink am Ober- landeSgertcht in Darmstadt, Backhaus am Landgericht iu Gießen, Groß am Landgericht in Mainz und Bach am Land­gericht in Darmstadt.

» Koschat-Soueett. Der bekannte Componist Thoma» Koschat und die Wiener Hofcapelleusänger werden demnächsi > in unserer Stadt ein einmalige« Concert veranstalten.

* Borlrag über Scetylenga». Herr R. Welkoborlkh. Mitglied de« hiefigen Kaufmännischen Verein« und Inhaber einer Fabrik zur Erzeugung von Acetylenga«, wird übt' dessen Herstellung am Mittwoch Abend im Kaufmännischer VereinShau» einen durch Vorführung von Apparaten erläuterter Vortrag halten. Freunde essigsaurer ZukunftSbeleuchtunt ( machen wir auf diesen Vortrag aufmerksam. -

Bau der Findigkeit der Gießener Postbeamten. Ao- einigen Tagen langte beim Postamte Gießen eine Grußkatt' an« Bad EmS an, de« Inhalts: All Heil! Emmy m» Heini. Die «arte trug die Adresse : An den besten, schnellster und bekanntesten Radfahrer Gießen«. Der Briefträge- lieferte diesen Gruß aus der Badestadt an Ludwig Ope> welcher in der Grünbergerstrahe 86 sein Heim aufgeschlage- hat, ab und dieser war auch der vom Absender gewollt Empfänger, denn die Absender find Opel« Bruder b Schwägerin.

«irl

Ss*- s&* eiiti«»'111

«11 w1

Sointal, 11

e(t8

Dai«,b S h 814 w«l«w MM »W MiMt eit

X« 7

ie »ir in» t*1*' »in WR

> »I:»

W IW!11

-lgtvhcit aufmerksa» zWhrungen In tort so Gediegene! UnfreiI selten gebo

+ Abbe, 20 leisterwahl erht 189, Herr Secttti 45 Stimmen; der (

+ Ulfa bet l -Öermaniö" beging

n. Blofeld, IS irrige ©eigeorbnete, gestylt

N. vleichtubach Hof' hier fand ( Vorschuß« und über die GeWtl der Staab brr Aas

Mainz, 20 beendigten Schwm dem blutigen 8 30. Mai zwischen Weisenau stattfanb durch den Doldjßid Itättr ttuxbt btt

d

Bei der am . iei Großherzogthum erhalten:

I Herr Bürg

2- , Phil

3. Dr. i

4- Dr. 5

5- ander

Ta hiernach ei *n ist, ist bie Höchftbestimmte ^"gsdorf und

Fr Wefct worden.

Alle auf a ungültig.

o n, Abstimm 6 W Nachmittags ^Di-Wahl fr) ta. wie Me, bie W-i .?*} d" enge

Ubn bet eisten! derselben

bei

totou?b,t Henle

ZL £ ,668- 6 4 ? &100L >°«

am