Prinzen anläßlich dessen Confirmatiou da» Großkreuz des Stefanorden» vorleihen.
Berlin, 20. Mai. Der „Local-Anzeiger" meldet au» Peking: Prinz Heinrich trat gestern zu Pferde die Reife nach der großen Mauer an. Er wird ferner die Mtvggräber besuchen und am Sonntag hierher zurückkehren.
Berlin, 20. Mat. Wie aus Madrid gemeldet wird, verlautet tu Manila, daß Prinz Heinrichs, der dringenden Einladung der deutschen Colonie folgend, sich nach Manila begeben werde, wo bereits große Empfangs feierlichkeiten vorbereitet werden.
Berlin, 19. Mai. AuS FrtedrichSruh wurde Folgendes berichtet: „Die Nachricht eines Berliner Blattes, nach welcher Fürst Bismarck neuerdings erkrankt und Geheimrath Schweuinger telegraphisch nach FrtedrichSruh gerufen worden sei, ist rein erfunden. Geheimrath Tchweninger befindet sich seit zwei Tagen hier. Der Fürst ist in den letzten Tagen nicht spazieren gefahren, jedoch nur des schlechten Wetters wegen zu Hause geblieben. Professor BegaS ist gestern Abend von hier wieder abgeretst." Wetter bestätigt eine Hamburger Meldung, daß der Zustand des Fürsten Bismarck unverändert und eine neue Erkrankung nicht eingetreteu ist. Die Anwesenheit des Professors Tchweninger ist durch den allwöcheut- ltcheu Besuch beim Fürsten herbeigeführt.
AnsUnrd.
Wien, 20. Mat. DaS Befinden des Erzherzogs Leopold hat fich fett gestern wieder verschlechtert.
London, 20. Mai. Aus Havanna wird telegraphirt, zwei amerikanische Kriegsschiffe bombardtrten daS Fort Guautanamo, mußten fich aber zurückziehen.
Loudon, 20. Mat. Wie verlautet, wird die amerikanische Flotte jetzt in drei Geschwader eiugetheilt, ein schweres Geschwader, ein rasch verfolgendes und ein Blokade- Geschwader.
London, 20. Mai. „Daily Mail" berichtet aus New- Aork, daß die tu Tampa versammelten 100,000 Mann Freiwilligen in den ersten Monaten keine streitbare Armee bilden würden, da ihnen sowohl jede DiSeiPltu, wie die uöthige Munition und Geschütze fehlen.
Paris, 19. Mai. Zu dem neuen Zola-Berfahren wird berichtet: In einer Berathuug bet Labori beschlossen Zola und Perreux und ihre Vertheidiger, beim neuen Verfahren in Versailles am 23. Mat nicht in die eigentliche Verhandlung etuzutreteu. Nach Eröffnung der Sitzung werden fie die neue Klageerhebuug für ungesetzlich uud uugiltig erklären, und da der Gerichtshof unter Psrivters Vorfitz unzweifelhaft diesen Einspruch als unbegründet abweisen wird, werden fie sofort die Nichtigkeitsbeschwerde anmelden und den GerichtSsaal verlaffen. Die ganze Sache wird also voraussichtlich in einer Stunde erledigt sein.
Konstantinopel, 20. Mat. Eine große Feuersbrunst äscherte ein ganzes Stadtviertel ein. Mehrere hundert Häuser, viele Magazine, eine Schule und eine Moschee wurden binnen wenigen Stunden in Asche gelegt.
Washington, 20. Mat. 30,000 Manu werden morgen nach den Philippinen unter dem Eommando des General- Otto abgehen.
Vermischtes.
* Treffliche Worte eine» Stadtverordneten an die städtischen Beamten. Aus Quedlinburg berichtet die „Colonialw.- Zeirung", daß die Stadtverordneten dortselbst kürzlich in
— Heller Jubel erwacht und fliegt über das Gebirge Juda hinauf nach Jerusalem. Dauu kommt Lebeu in die ernste Feierlichkeit der Zionsstadt. Man bedauert es dort allgemein, bedauert es an der ganzen kletnafiattschen Küste, daß unsere große Bremer Schiffslinie keine regelmäßige Fahrt nach Palästina uud Syrien unterhält, wäre es auch nur mit einem kleineren, in Port Said an die ostafiatische oder australische Linie anschließenden Dampfer. Im Nu würden die schönen deutschen Schiffe mit ihrer Solidität und behaglichen Einrichtung den Paffagierverkehr auf den zumeist überfüllten, mehr als mittelmäßigen österreichischen und egyptischen Dampfern gründlich reductren uud da» ganze Terrain beherrschen. —
Auf vnserm Schiffsverdeck wird als große Neuigkeit herumgeraunt, nufere Schiffspost bringe ein wichtiges Document nach Deutschland: den deutsch-chinefischeu Pachtvertrag über Ktautschou. Manche Passagiere find stolz darauf, daß sie mit diesem bedeutsamen Stück Kanzleipapier das gleiche Schiss und den gleichen Eapitaiu theilen. ... In der Traulichkeit meiner Eabine eine schöne Situation. Oben die Leute aus Ostasten, unten der deutsch-chinesische Vertrag, auf den Gängen herumschleicheude Seekranke uud hoch oben im Takelwerk heulender FrühltngSwind. Abwechselnd springt dieses Geheul von einem hohlklingenden tiefen Grundtou in die höhere kleine Terz über. —
Auf der ganzen Heimfahrt wetterleuchtet der spanisch- amerikanische Krieg nach unserem Schiff. Beim Verlassen von Port Said — der Hafen erfüllt von schwüler Erwartung. Aber die Kriegserklärung ist noch nicht erfolgt uud wir ziehen insofern für einige Tage hinaus ins Ungewisse. Au Bord befindet sich eine junge, hochgewachsene Amerikanerin mit reichem, tu einen dicken Knoten geschlungenen Goldhaar, und eine zierliche, dunkeläugige Spanierin. Beide find von Ost- afien her innige Freundinnen. Sofort bei unserer Ankunft in Neapel fliegt uns mit den Liedern der italienischen Volks- länger die Nachricht von der Kriegserklärung über das Schiffs- geländer. In tiefer Erregung fallen fich die beiden Damen, die Vertreterinnen der kriegführenden Mächte an Bord, in die Arme, schluchzen und stöhnen:
„Wir bleiben trotzdem immer gute Freundinnru, nicht
„O gewiß, mein Herz!"
I zwei aufeinanderfolgenden Sitzungen eine neue Gehaltsordnung für die städtischen Lehrer uud für die meisten übrigen städtischen Beamten in sehr wohlwollender Weise genehmigt und damit manchen Wunsch erfüllt haben. — In der letzten Sitzung trat nun der Stadtverordnete Herr Wilh. Träger auf, um in treffenden Worten an daS Billigkeitsgefühl und den Local- patriotiSmus der mit Gehaltsaufbesserungen bedachten Beamten zu apellireu. Unter dem Beifall der übrigen Stadtväter ließ fich Herr Träger folgendermaßen auS: „Meine Herren! Im Anschluß an unseren soeben gefaßten Beschluß bitte ich Sie, mir zu gestatten, einige Ausführungen machen zu dürfen. Wir haben in voriger Sitzung die Gehaltsordnung der Lehrer festgestellt, und damit gleichzeitig deren Gehälter erhöht. In der heutigen Sitzung haben wir die Gehaltsordnung unserer Gemeindebeamten festgestellt und auch deren Gehälter erhöht. Durch diese Beschlüsse haben wir eine zeitgemäße und ausreichende Aufbesserung der Gehälter der Lehrer und der Gemeiudebeamten vollzogen. Also sind die genannten Beamtenklaffeu in ihren EinkommenSverhält- niffen derart gestellt, daß fie ein ausreichendes Einkommen haben, sie find auch für ihr spätere» Lebensalter vor Er- werbSunfähigkeÜ, vor Roth und Elend bet Dienstuufähigkeit durch Pension geschützt. Einem anderem Stande, dem Arbeiterstande, ist durch staatliche Fürsorge vermittelst der In- validitätS- und Altersrente Hilfe zu Thetl geworden. Ein weiterer Stand indessen, der Handels- und Gewerbeftand, ist auf fich selber angewiesen, für ihn hat noch Niemand etwas gethan, er muß den oft schweren Kampf um'S Dasein ohne Hilfe führen. Glauben Sie mir, mancher der Geschäftstreibeuden in unserem Ort sieht mit banger Sorge in die Zukunft,- schwer wird e» ihm oft, die theure Mtethe und die hohen Steuern zu erschwingen, geschweige denn so viel zu erübrigen, daß er dereinst, wenn er arbeitsunfähig ist, von einer kleinen Rente leben kann. Er weiß nicht, wa» die Zukunft für Noth noch bringt. Und gerade dieser Stand ist es, der am meisten herangezogen wird zu den Steuern, auf der Steuerkraft dieses Stande» beruht auch besonder» die Erhöhung der Beamtengehälter. Die Beamten zahlen nur von der Hälfte ihre» Diensteinkommens Gemeindesteuern, die Volksschullehrer dagegen haben bezüglich ihres Dienstein- kommen» gar keine Steuern zu zahlen. Durch volle Heran- ziehung der Steuerkraft der Handel»- und Gewerbetreibenden ist es den Communen und auch unserer Stadt erst möglich geworden, die Beamten- uud Lehrergehälter derartig aufzu- bessern, wie es geschehen ist. Der Handels- und Gewerbestand murrt nicht hiergegen, er beansprucht weder vom Staate, noch von den Communen materielle Hilfe. Aber es herrscht eine gewisse, begreiflich erscheinende Bitterkeit in den Kreisen der GeschäftStreibenden darüber, daß gerade der Stand, der Beamten- und Lehrerstand, dessen Gehälter durch Heranziehung der Steuerkraft de» Handels- uud Gewerbestandes wesentlich und auskömmlich von un» aufgebeffert worden sind, fich in Vereinen zusawmenschließt, und vielfach gemeinschaftlich seine Bedürfnisse zum Lebensunterhalt von auswärt», von Consumvereinen und großen Waareuhäusern anderer Städte bezieht, und dadurch die hiesigen GeschäftStreibenden schwer schädigt. Ich spreche da» nicht nur au» mir allein heraus, es find mir von verschiedenen Seiten daraus bezügliche Klagen unterbreitet, und ich bin aufgefordert worden, dem hier Ausdruck zu geben. Ich will nun zum Schluß bloß noch den Wunsch und die Bitte aussprechen, die Lehrer und die Gemeindebeamten, deren materielle Lage wir jetzt erheblich besser gestaltet haben, möchten doch ihren, so viele Steuern i aufbringenden Mitbürgern gegenüber nach Recht und Billig- I
„Auch, wenn Ihr von uns geschlagen werdet, Nelly!" „Oder Ihr von uns, Mercedes!" —
In Gibraltar kommen die heimkehrenden Mannschaften der ehemaligen Hamburger Schnelldampfer „Columbia" und „Normanvia" an Bord, welche die beiden an Spanten verkauften Schiffe nach Cadix brachten. Noch zittern in den Herzen dieser braven Seeleute die frischen Eindrücke an ihre letzten Erlebnisse nach. . . .
Fort giug'S von Hamburg mit versiegelter Segelordre, die erst auf Seehöhe bet Borkum geöffnet werden durfte. „Die Schiffe," hieß es darin, „find nach Cadix zu führen und an die spanische Regierung abzultefern."
Beim Eintreffen im Lande der Stiergefechte nicht» zu merken von irgend welcher Kriegserregung,' Alles noch in altem, gediegenem Schlendrian. Bald finkt unter dem Klang der deutschen Nationalhymne die deutsche Flagge auf beiden Schiffen, unter den Klängen der Mnfik steigt die spanische empor, und die deutsche Besatzung geht von Bord.
Viele Jahre laug haben die populären Hamburger Capitäne, Vogelgesang und Barends die beiden bekannten Schnelldampfer commavdtrt. Schiffe und Capitäne kennen einander in Tagen schweren Sturms wie in Zeiten glücklichster Fahrt, in kalten Meeren wie unter sengenden Strahlen der Tropensonne und hielten in guten wie in bösen Stunden wacker zusammen. Da ist da» Scheiden doppelt schwer, noch dazu, wenn die alten, geliebten Schaffe in den Krieg ziehen sollen.
Einige Zeit nach der Urbergabe verweilen die Hamburger Mannschaften noch in Cadix und sehen, wie die beiden Dampfer fich in Kriegsschiffe umwandeln. Heruntergekracht die vergoldete Stukkatur de» Mufiksalon», von dannen gefegt das trauliche Rauchzimmer, herausgehauen den pompösen Speisesaal/ Kanonen halten jetzt ihren Einzug, wenn auch in spanischer Langsamkeit.
Die deutschen Besatzungen werden auf dem spanischen Dampfer „Jgnatio Loyola" nach unserer in Gibraltar ein- treffenden „Bayern" überführt. Während die beiden Schiffe längsseit liegen, während sie sich gewissermaßen beschnuppern gleich zwei fremden Pferden, deren Wagen auf der Straße zufällig in trauliche Nachbarschaft rollten, gehe ich zur Besichtigung an Bord des spanischen Dampfer», welchen man für den Kriegsbedarf bereit» al» Hospitalschiff herrichtete.
keit dem alten, guten Grundsatz: „Leben und leben lassen!" in Zukunft huldigen. Es find ihrer eine ganze Masse, die von auswärts Maaren beziehen, und ich muß sagen, der Handel»- und Gewerbestand ist wohl berechtigt, bittere Empfindungen darüber zu hegen." —
* Aufhebung der «mtseautioueu. Im Königreich Sachsen sollen demnächst, wie im Reich und in Preußen, die Staatsbeamten von der CantionSpflicht entbunden werden. Ein diesbezüglicher Gesetzentwurf ist den sächfischeu Ständen bereits zugegangen.
Nachrichten über den Saatenstand im Grostherzogthum Hessen
um die Mitte des Monats Mai 1898.
Zusammengestellt bei der Großherzoglichen Oberen landwirthschast- lichen Behörde.
I Ord.-Nr.
Provinzen und Erhebungsbezirke
Saatenstand/
Note 1 = sehr guter, 2 --- guter, 3 — mittlerer, 4—geringer, 5 = sehr geringer Stand
K
B
s
Z
Sommerweiz.
Winterspelz
Winterroggen
1 Sommergerste^
h
a
Klee (auch Luzerne)
8
1
Weinberge
1
2
3
4
5
6
7
Prov. Starkenburg Kreis Bensheim. . . .
„ Darmstadt . . . „ Dieburg ....
„ Erbach.....
„ Groß-Gerau. . .
„ Heppenheim . . . „ Offenbach....
1,5 1
2,5
2
1
3
2
2
25
1
1
2
2
2,5
1
1
2,5
2
1
2
2,5
1,5 1
2,5
3
1
3
2
1,5 1
2,5
3
1
3
2
1
1
2
2
1
1,5
2
l„ 1
2
2
1 -1,5 12
3
2
Durchschn. f. Starkenburg
1,9
2,2
1,5
1,7
1.9
2
1.5
11,6||2,5
8
9
10
11
12
13
Prov. Oberhessen.
Kreis Alsfeld.....
„ Büdingen....
,, Friedberg....
„ Gießen.....
„ Lauterbach . . .
„ Schotten ....
2,5
2
2
1
2
2
2
2
2
1 1 1 1 1 1
2,5
2
2,5
1,5
2,5 2
b3 | bDCObBCO
3
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2
2
2
2
2
2
1,5
1
iO iO
CM 03 03* CM (M r-<
1 11111 1 |
Durchschn. f. Oberhessen
1.9
2
-1
1,2
12,41
2.4|
1.7112 |
—
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
26
Prov. Rheinhessen. Landw.Ver.-Bez. Alzey
„ „Bingen . . .
„ „ Flonheim . .
„ „Ingelheim . .
„ „ Mainz . . .
„ „ Nieder-Olm. .
„ „ Oppenheim. .
■ «Osthofen . . .
„ „ Pfeddersheim .
„ „ Wöllstein . .
„ „ Wörrstadt . .
„ „ Worms . . .
2
2
2
2
2
3
2
2,5
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2
2
2
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2 2
2 2
2 2
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2
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2 |
2
2
2
2
2 |
2
2
2,5 2
2
2
2
2,5 2,5
2
2
2,5
Durchschn. f. Rheinhessen
2,1
—
2 5) 18
1,91
1,9|| 1,7
1,9;|2.2
Durchschnitt f. d. Grotzh.
1,9
2,1
2 || 1,5
2,11| 2,1, 1,6
l,8j| 2,3
Bemerkungen: Die Wintergetreidesaaten stehen allgemein sehr üppig; leider haben aber die vielen starken Regen in allen besseren Sagen Lagerfruchtbildung veranlaßt. In den kimatisch ungünstiger gelegenen Erhebungsbezirken ist die Beendigung der Frühjahrsbestellung durch die nasse Witterung unmöglich gemacht. Man klagt über starke Verunkrautung und vereinzelt auch über Schneckenfraß. Wegen Auswinterung hat fast nichts umgepflügt werden müssen.
Da unten sämmtliche Sabinen beseitigt, dafür aber Alle» erfüllt mit vielen Hunderten von dichtgedrängten, in zwei Schichten übereinanderliegenden Betten. Nichts fehlte auch nicht die kleine, braune Tafel an jedem Lager, welche den Namen des Verwundeten tragen soll. . . .
Ich vergegenwärtige mir, wie eß wohl in diesem Hospital» schiff nach wenigen Wochen auSfehen wird. . . . Alles besetzt mit Kranken. Bleiche Gesichter, glanzlose Augen, eifrige Hände, die Amputationen ausführen. Schreien der Verwundeten, Röcheln der Sterbenden. Tobte, welche man die schmalen Gänge dahinträgt, nm fie ins Meer zu versenken» Und draußen schwarze Sturmnacht und weißaufschäumender Gischt, der die Tobten jäh verschlingt. Da» ganze Schiff eine schwimmende Welt von tiefstem Jammer. . . . Und dann vergegenwärtige ich wir jene bangenden Mutterherzen, deren Söhne in diesen Krieg zogen. Ach, wenn solche Mütter diese» Hospitalschiff mit seinen engen Betten sehen würden t O mein Gott! —
Umhaucht von stiller Wehmuth ziehen die Hamburger Mannschaften mit unserer „Bayern" heimwärts. Sie Alle, Über dreihundert Köpfe, sind nun ohne Stellung wohl die ersten deutschen Opfer de» spanisch-amerikanischen Kriegs.
Nun wieder schreiben im Sturm, unweit der verteufelten Ecke von Cap Finisterre, bei starkem Südwest und hohem Seegang, während das Schiff beständig kräftige Spritzwelle» Übernimmt. Ich gehöre wahrlich nicht zu jenen Leuten, die bereit» seekrank werden, sobald fie fich nur ein Schiffsbillet lösen — aber in solcher Situation geht die GemÜthlichkeit zuweilen doch flöten.
Reisemüde von fernen Meeren erreicht die „Bayern"' die heimischen Gewässer. Nordseewind durchpfeift die Masten, und HeimathSduft haucht über die Wellen. Sendet mir mein trauliches Berliner Heim mit dem stillen Arbeitszimmer einen warmherzigen Willkommengruß? O, wenn ich dahin zurückkehre — fei es auch in tiefster Nacht — von wieviel Fröhlichkeit wird es erhellt fein! . . .
Und jetzt — anlegend am Quai in Bremerhaven, schmiegt fich die „Bayern" an heimische» Gelände. . . . Hetjnchhei!


