Ausgabe 
22.4.1898 Erstes Blatt
 
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Vorgänge In Amerika, aber sie berichten fast nicht» über die Rüstungen Spanien». Seit einigen Tagen bewegen sich zahlreiche Militärzüge nach Ladix. Augenzeugen erkennen die bei den Truppentransporten herrschende Ordnung au.

Kiel, 20. April. Zwei russische Kriegsschiffe und zwar der PanzerImperator NtcolauS" und der Kreuzer Westnik" werden dieser Tage, von der Nordsee kommend, i« hiesigen Hafen eiatreffen und etwa 14 Tage Aufenthalt nehmen.

Arr-Urad.

Budapest, 20.April. Abgeordnetenhaus. RohauSkh iltterpe klirre den Ackerbauminister wegeu der amtlichen Saaten« stavd-berichte und fragt au, ob der Minister bereit fei, die Verantwortung für diese Berichte zu tragen. Der Minister erwidert, die Saatenstandsberichte entsprächen der Wahrheit. Er überuehme die Verantwortung für die Berichte und werde auch feruerhin für orirntireude SaatenstandSberichte Vorsorge treffen.

Pari», 20. April. Der Präsident Faure gab heute i« Ely Le ein Frühstück zu Ehren der Königin und der KSui gin-Reg eotiu der Niederlande.

Loudon, 20 April. Die Hoffnung, die 36 noch in der Whitwickmive von Leicestershire unter Tag befind- ltcheo Bergleute zu rettev, ist aufgegebeu worden.

Christiania, 20. April. Die Militär-Commission deS Storrhiug beantragte einstimmig, die UebuvgSzeit der Rekruten von 42 auf 48 Tage und der Landwehr von 12 auf 18 Tage zu verlängern. Die Lommtsfion beantragte ferner die Annahme deS Vorschlages, die Befestigung de» ToenSberg Fjorde», de» TopdalS-FjordeS und der Stadt Bergen in VrrtheidigungSzustaud zu setzen.

Madrid, 20. April. Die Corte» werden fich sofort -oustituiren und wenn möglich noch in der Nacht berathev. Die Senatoren und Deputirteu aller Parteien find ent- schloffev, die Prätenfionen der Unioostaaten energisch zurück­zuweisen und die für den Krieg nothwendigev Credite zu bewilligen. Telegramme au» Habana berichten, daß überall großer EuthusiaSmu» der Bevölkerung gegen die Yankees vorherrsche und eine Invasion nicht so leicht sei, wie die Amerikaner glaubten. Abgesehen von der regulären Armee fiod 83,000 Freiwillige entschlossen, da» Land zu verthrtdigen. Ueber die Bewegungen der spanischen Kriegsschiffe wird absolutes Stillschweigen gewahrt. Man glaubt, der erste Zusammenstoß zur See werde au etuer Stelle erfolgen, von der man e» am wenigsten erwarte.

Madrid, 20. April. Eine Note derAgeuzia Fabra" «endet fich gegen das Gerücht, Spanien würde dem Papst das Anerbieten machen, Cuba ihm zu überlasten, und erklärt dieses für völlig unbegründet. Spanten würde niemals auf Cuba verzichten, sei vielmehr zu heldeumüthiger Ber- theidigung eotschloffen.

Madrid, 20. April. ES wird versichert, daß die Fa­milie Woodfords vergangene Nacht in dem Süd-Expreßzug auf dem Wege von Frankreich rach Gibraltar Madrid pasfirte. Man glaubt, daß fich auch Woodford tu Gibraltar an Bord eines deutschen Dampfers nach Newyork einschtfft. Bis zum Samstag wird er tu Madrid bleiben. In ganz Spanien herrscht große Begeisterung.

Madrid, 20. April. Die Thronrede, womit die Eröffnung der Cortes erfolgte, schließt: So trübe uod dunkel die Zukunft fich auch darstellt, die un» umgebenden Schwierigkeiten, werden nicht größer sein, als die Kraft und Energie des Landes, um fie mit seiner Landes« uod See- streitmacht zu besiegen, deren ruhmreiche Traditionen seinen Muth stählen. Mit der gegenüber dem Angriff von Außen einigen uud geschloffenen Nation und mit der Hilfe Gotte», der unseren Vorfahren tu großen Krisen unserer Geschichte jederzeit den Weg zeigte, werden wir auch ebenso ehrenvoll diejenigen Krisen bestehen, die man ohne Grund und ohne Gerechtigkeit gegen un» heraufzubeschwören versucht.

Washington, 20 April. Der spanische Gesandte Bernabe und die Mitglieder der Gesaodtschaft verlosten Washington um 7 Uhr Abendk. Gemäß dem diplomatischen Brauche wird da» Ultimatum nicht veröffentlicht, ehe eS nicht in den Händen der spanischen Regierung ist. ES ist aber Thatsache, daß Mac Ktaleh eine Copte der Resolutionen de» Congrrffe» Spanieu mit etuer Note übersandte, worin er sagt, er habe dte Resolutionen unterzeichnet und verlange, daß Spanien seine Landtruppen und Marine von Cuba und au» den enbauischen Gewässern gemäß dem Wortlaute der Resolutionen zurückztehe. Da» Datum der Zurückziehung wird nicht pröcifirt. Dte Note schließt: Wenn bi» Samstag nicht eine befriedigende Antwort vorltege, werde der Prä« fident die Resolution sofort zur Au»sühruog briugen. Woodford ist noch nicht angewiesen, Madrid zu verlassen. Er wird dort wahrscheinlich bis SamStag bletbea, um Spanieu Gelegenheit zur Antwort zu geben.

Havanna, 20. April. Der General Bert Hal traf hier mit zwei Bataillonen etu. Man bedauert dte Einstellung der Feindseligkeiten in den östlichen Bezirken, dte ausgezeichnete Erfolge erreicht haben. Ein Chef der Aufständischen, Bethau« cour, nahm den Mass en still stand an. In St. Jago haben fich alle Einwohner, selbst die Schwarzen und Mulatten, eotschloffen, an der Seite der Spanier zu fechten. Einige hervorragende Führer der Aufstäodischeu werden fich den Spaniern im Kampfe gegen die vereinigten Staaten an- schlteßen.

Shanghai, 20. April. Da» zu Ehren des Prinzeo Heinrich von Preußen veranstaltete Frühstück verlief In angeregtester Stimmung. Später wohnte derselbe etue« Radfahren mit Mufik bet, an dem 20 Knaben uud Mädchen ehetlnahmen, die ihm durch die Gemahlin des englischen Generalkonsul», Lady Hannen, vorgestrllt wurden. Heute Abend beabsichtigt die deutsche Colouie dem Prinzeo eivru Fackelzug darzubriogen.

totale» **6 pTttrittjUOM.

Dietzen, den 21. April.

V «oucert der Akademischen Desaogvereia» am Dienstag den 8. Mai. Der heutige Jaserateutheil bringt das voll- stäadige Programm und ersehen wir daraus, dah wir eine Sängerin keouev leruen werden, dte zu den ersten ihres Faches gezählt wird. Frau Wtlhelmj schon der Name Hot für uvö einen sympathischen Klang, hat doch August Wtlhelmj, der Geigerköotg, uni oftmals entzückt ist eS, die uoS sowohl als Ltedersäogertn, als auch al» Interpretin der Soloparthte tu den Chorwerken erfreuen wird. Frau Wtlhelmj ist übrigen» nicht, wie oft irrthümlich angenommen, die Gattin jenes genialen Geigers, sondern deffen Schwägerin. Ursprünglich zur Piaoistiuneulausbahn bestimmt, von Raff uod Taufiz ausgebildet, trat die bereit» fertige Ptaoistin zur Gesangskunst über. Ihre erste Lehreriu war die eigene Mutter, die Sängerin Gastel-Cauozzi, die wettere Ausbildung übernahm Hedwig Roland uud schließlich Kardot-Garcia. Ihr erstes Debüt als Covcensäogerio machte fie 1886 in Bruchs Glocke, uod dieses erste Debüt war zugleich der erste große Ersolg, zu dem fich jedes wettere Auftreten gestaltete. Freund- schaftltcheu Beziehungen verdanken wir e», eine solche Kraft sür Gießen gewoooen zu haben uod sehen wir mit Freude uod Spannuog dem Coocert entgegen.

Internationale Hundeausstellung am 18. uud 19. Juni 1898 zu Meßen. Nach den mit den verschiedenen Special« Clubs getroffenen Vereinbarungen wird fich das Richter« Collegium aus folgenden Herren zusammensetzen: Für deutsche kurzhaarige Vorstehhunde: I. Ger gen», Frank« furt a. M. uud Seb. Tillmann, Cobleuz. Für Schweiß« Hunde, Bloodhound», DeerhouudS, OtterhoundS, Bracken, Pointers, Setters, Spaniel», Stichelhaar, Griffon», deutsche Langhaar, Bullterriers und nicht genannte Raffen: E. v. Otto-Kröckwitz, München. Frau Rittmeister v. Holy« P o n t e n c t tz, Hannover sür Pointers. Für Pudel-Potnters: Hauptmann Meter, Schildau. Für Dachshunde: Ernst Proßler, Frankfurt a. M. Für St. Bernhardtnerhuode: H. Boppel, Cannstatt. Für deutsche Doggen: Arthur Meyer, Stuttgart. Für Neufundländer, Leonberger und Pudel: Dr. Dtfftnv, Rüsselsheim a. M. Für Barsois: Jos. Ritter, Erpel a. Rh. Für Collies: Elias Benning- Hoven, RouSdorf. Für Bulldogen: Lady Ar adel clare, Baden-Baden. Für Airedaleterriers und Boxer: Elard König, München. Für deutsche Schäferhunde, Spitze, Pinscher, Windspiele: vr. B e r t r a m, Leipzig. Für Schooß« Hunde: Jean Bungartz, Lechenich und Thierarzt Dietz, Franksurt a. M. Wegen Ueberoatzme des RtchteramteS für Foxterriers uud Barsois wird seitens der AuSstellungSleituog mit dem deutschen Foxterrierclub sowie Barsoiclub noch ver« handelt. Im Anschluß an dte Gießener Ausstellung werden einige SprctalclubS Collrcttv-AuSstellungen ihrer Mitglieder veranstalten, sowie Generalversammlungen daselbst abhalten. Zahlreiche Ehren«, Special« und Geldpreise find bereits vor­handen und wettere Stistuogen stehen in AuSficht. Die Ausstellung selbst findet auf der prachtvoll gelegenen Schönen Aussicht" nahe am Bahnhofe statt. Die Fütterung der Hunde und Lieferung der BoxeS ist der Westdeutschen Huudekuchenfabrik in Langenfeld bei Köln übertragen, welche ihre neuen Patent-Boxe- inzwischen weiter so vervollkommnet hat, daß dte Unterbringung musterhaft und den höchsten An­sprüchen genügend sein wird. Nach bi» jetzt vorliegenden Ausragen und Zusagen au» den Kreisen der Hundezüchter und Liebhaber verspricht die Ausstellung eine der größten der diesjährigen Saison zu werden und behalten wir uns vor über den Fortschritt der Vorarbeiten demnächst weiter zu berichten. DaS offizielle AuSstelluugSprogramm gelaugt am 1. Mai zur Ausgabe uud Versendung.

Für den Düalberg. Als Beihilfe zur Errichtung eines massiven AuSstchtSthurmeS auf dem DüuSberg bewilligte der BerschöuerungS-Berein 500 Mk.

Lefitzwechsel. DaS Besitztum de» Polizrtwachtmrister» Ka»per. Grüabrrgerstrahe 12, ging durch Kauf für 39,000 Mk. in da» Eigenthum de» Metzgermeister» Ludwig Sack am Wallrhor über.

Für Radfahrer. Die Zahl der bis jetzt bei dem Polizriamt behuf» Ausstellung von Karten und Nummer- platten angemeldeten Fahrräder in der Stadt Gießen be­trägt 420. Da auzunehmen ist, daß bedeutend mehr Fahr­räder in hirfiger Stadt in Benutzung find, so werden die Fahrer in ihrem eigenen Jntereffe ersucht, die Anmeldung sofort vorzuuehmen, weil dir Anfertigung der Nummerplatteu einige Zeit io Anspruch nimmt, da» Fahren ohne giltige Nummerplatte aber nach dem 1. Mai verboten ist.

Postalische». Die innerhalb Deutschlands aufgelieferteu Postpackete nach den Freihaseogebietea bei Hamburg, Cux­haven, Bremerhaven uud Geestemünde, oach der Insel Helgo­land und den badischen Orten Altenburg, Post Jestetten, BalderSweil, Post Riedern, Bernangen, Post Riedern, vüfingen, Post Büfingeu, Dettighofen, Post Riedern, Jestetten, Post Jestetten, Lottstetten, Post Lottstetten, Büttevhard, Post Thangen, müssen vom 1. Mai d. I. ab gleich den Post- packeten nach dem AuSlaude mit Zolldeclaratiouen ver­sehen sein, weil die angeführten Orte und LandeStheile zu den deutschen ZollauSschlüflen gehören uud Postpackete au» dem freien Verkehr de» deutschen Zollgebiete» nach den Zoll« auSschlüssen auf Grund der Inhaltserklärungen für dte WaarenverkehrSstatistik anzumelden find. (Bet Packeten nach Helgoland ist auch auf der Packetadreffe noch der Inhalt der Sendung kurz zu vermerkeu.)

* * DeSinfeetivn» Anstalt für Reben. Unter Leitung de» Reblaussachverständigen für den Kreis Mainz, Herrn Prof. Dr. NieS hat doS Großh. Ministerium in dem Regierung», gebäude ein DeSinfectiouSanstalt für Rebeu für da» ganze Großherzogthum Hessen eingerichtet. Diese Au- stalt hat die Bestimmung, diejenigen Bliudrebeo, welche mir obrigkeitlicher Genehmigung: 1) au» einem uichthesfischeu

\ Deiobaubezirk in einen heffischeu Weinbaubezirk eiugefübrr werden sollen- 2) aus einem hessisches Weivbezirk in einen ebensolchen Bezirk eiogeführt werden solle und für welche die De»iufecitou durch die Regierung augeorduet worden ist, za deStnfiztrea und darüber, daß die» geschehen, eine amtliche Bescheinigung au»zustellev. Nach der DeSinfecrion werden dte Reben dem Empfänger durch dasjenige Transportmittel zugestellt, durch welche» fie der Anstalt zugegangeu find, falls nicht seitens des Empfänger» eine andere Versendung»- art gewünscht wird. Die Kosten deS Transporte», der Ver­packung 2t. hat der Empfänger za tragen, außerdem hat derselbe für dte DeStufectiou von je 2000 Reben etue Ver­gütung von drei Mark zu leisten, hierbei wird aber jede Stückzahl unter 2000 für voll gerechnet.

Turnerische». Am Sonntag, den 15. Mai, findet ti Wiesbaden unter Leitung de» KreiSiurnwartS Herrn Fritz Hetdecker eine Vorfechterübung der Fechtriegen de» 9. deutsche» Turnkreise» (Mittelrhetu) statt. Zu dieser Uebuug erscheinen die Fechtlehrer uud Vorfechter der Fechtriegen von Frankfurt, Hanau, Offenbach, WormS, Darmstadt, Gießen, Mainz, Sachsenhausen, Wiesbaden uud anderen Vereinen. Freunde der Fechtkuust haben in Wiesbaden Gelegeuhett, dte hervor­ragendsten Fechter deS 9. Kreise- in Thätigkeit zu sehen.

* Zu Amerika verstorbene Hessen. Detroit, Mich., Fritz Abel, 53 Jahre alt, au» Matoz. Quincy, Jll, Frau Katharina Schäfer, geb. Klau», 66 Jahre alt, au» Düdelsheim. Cincinnati, SD., Frau Katharina Höhn, 76 Jahre alt, au» Hessen-Darmstadt. Elisabeth, Colo., Jacob Huck, 74 Jahre alt, au» B ckenbach. Washington, D. C., Katharina I. Arth, Tochter de» B. Arth auS Albig.

Mainz, 20. April. Bezüglich der bevorstehenden Reichstagswahl schweben eben zwischen der demokratischen, nationalliberalen und deutschfreifinnigen Partei hier Verhand­lungen wegen Aufstellung eine» gemeinsamen Candidaten. Setten» der vattoualliberalen Partei, die dte Juittattve zu dem gemetnfamen Handeln ergriffen hat, ist in der Person deS bi» jetzt politisch wenig hervorgetretenen Landwirth» Dettweiler von Laubenheim bereit» ein Candidat in Vor­schlag gebracht worden, der auch der deutschfreifinnigen Partei genehm erscheint, wogegen die demokratische Partei nur dann die Candidatur occeptiren will, wenn der Candidat für eine wirklich freiheitliche Vertretung im Rr,ch»tag, sowohl ta politischer alS in wirthschaftlicher Hinsicht bestimmte Garanrieen bietet. Nach Lage der hiefigen Verhältnisse wird fich schwer- ltch dte Idee einer gemeinsamen Candidatur der oben drei genannten Parteien verwirklichen lassen, zumal in dem demo­kratischen Lager nicht die geringste Neigung zu einem gemein­schaftlichen Handeln mit den rechtsstehenden Parteien vor­handen ist.--Wie derMainzer Anzeiger" erfahren

haben will, habe der seitherige ReichStagSabgeordoete sür Mainz, Rechtsanwalt Dr. Schmitt, eine erneute Candidatur sür deu Reichstag auf da» Bestimmteste abgelehnt und die CeutrumSpartei an dessen Stelle OberlaudeSgerichtSrath Hermann Roeren in Köln alS Reich Stag» candidat in AuSficht genommen. Wir geben letztere Nachricht nur unter aller Reserve wieder.

Meiberich, 14. April. An der hiefigen Ackersähre der Ueberfahrt zwischen Meidertch und Duisburg über die Ruhr wurden zwei ertrunkene Pferde uod ein Flaschen­bierwagen in der Ruhr gefunden. Pferde und Wagen stammten auS der Brauerei Fuglsaug in Mühlheim a. d. Ruhr. Die Thiere waren mit dem Wagen, woraus fich 2000 leere Flaschen befanden, ohne Kutscher davongelausen und hatten sich nach langer Wanderung in der Ruhr festgefahren. Da daS Unglück während der Nacht stattsand, so konnte keine Hülfe gebracht werden.

Au» Thüringen, 18. April. Der in Erfurt abge- haltene BerbandStag der Thierschutzvereine de» Groß- herzogrhumS Weimar hat beschlossen, bei den thüringisch»», Regierungen wegen Erlasses e<nrS Vogelschutzgesetzes für Thüringen vorstellig zu werden.

Pari», 19. April. Unter den Vorhaben für die Weltausstellung von 1900, Über die dem zuständigen Ausschuß heute Bericht erstattet wurde, befindet fich u. A. der Plan einer Kirche sür tausend Religionen, eines Kaffee­hauses auf dem Meeresgründe und einer an einem geseffelten Luftballon 1000 Meter Über Pari» schwebenden Stadt.

* Reto-Hark, Anfang April. Die unlängst in Zürich gelungene (und soeben auf dem Chirurgencongreß in Berlin ausführlich erörterte) Exstirpation des Magens bei einem an Magenkrebs leidenden Menschen wurde am 26. Februar in San Francisco von dem Arzte Charles Brigham bei einer 65 jährigen Frau Namens Lora M a g g i n l mit demfelbe» glücklichen Ergebniß wiederholt. Untersuchungen hatten er­geben, daß der Magen der Kranken zu zwei Dritttherlen von krebsartigen Geschwüren zerfressen sei, weshalb im St. fincae# Hospital eine Operation vorgenommen wurde. Sir nahm zwei Stunden in Anspruch und wurde in ähnlicher Weise wie die in Zürich vollzogene atlSgeführl. Seitdem find 30 Tage verstrichen, während deren die Kranke allmählich an den Genuß von Austern und fester Nahrung gewöhnt wurde. Ihr Körpergewicht hat um fünf Kilogramm zage« nommen.

Obstbaume für Lovfirmauben In Grünebrrg in Schlesien herrscht die Sitte, daß alljährlich die Confilmandeu ObstbLumchen edler Sorten erhalten. Die Knabm, welche im letzten Schulhalbjahr Unterricht im Obstbau bekommen, müffen daS Bäumchen selbst pflanzen und pflegen. E» wird rhnen so die Last zum Obstbau emgeimpst. Da in der Regel die Beschädigungen an Neuanpflanzungen von halbwüchfigen, au» der Schule entlassenen Buden auSgrübt werden, so ist anzunehmen, daß die jungen Obstbaumfrennbe fich an solchen Rohheiten nicht be,heiligen werden. JedensallS hatten die I Bestrebungen des SartenbavvereinS in G.Üneberg bis jetzt