fich nur um fünf, aber nicht um zehn handeln und kämen diejenigen von Trier, Stettin, Caffel, Brornberg und Erfurt in Frage.
Berlin, 19. Drcembrr. Dr. von Simsou. Die „Nat.-Ztg." erinnert daran, daß am 18. December 1848 Dr. Eduard v. Simsoo, der nachmalige Präsident de» norddeutschen und deutschen Rrich-tagS und Reich-zerichtSpräfident, au Gagern» Stelle zum Präsidenten der Nationalversammlung in Frankfurt a. M. gewählt wurde. E- ist vielleicht bisher noch keinem Präfideuten einer parlamentarischen Versammlung brschieden gewesen, die fünfzigste Wiederkehr de- Tages seiner Wahl zum Präfidenten zu erleben. Eduard von Simson Hal in stiller Zurückgezogenheit, aber in voller Frische des Geistes eben sein 88. Lebensjahr vollendet.
— 3. bayerisches ArmeeeorpS. Während am Samstag in verschiedenen bayerischen Blättern berichtet war, daß die Ausstellung des GeneralcommandoS für da» 8. bayerische Armeecorps, vorbehaltlich der Genehmigung des Reichstag-, für den 1. April 1899 beabsichtigt sei, erklärt die Münchener „Allg. Ztg." diese Meldung für unrichtig. AuS den Mittheiluugen über die zeitliche Durchführung der Organisationserweiterung in Bayern und auf die dem Reichstag vorliegenden Anhaltspunkte über die Qnotenveränderuug in Bayern und die für 1899 beabsichtigten OrgantsationS- Snderungen innerhalb des bayerischen Contigents gehe hervor, daß jene Meldung irrthümlich sein muß. Wetter wird bemerkt: „Die wettere Angabe über die künftigen General- eommandofitze war nicht allzu schwer zu eonstruireu. Da in Würzburg und München bereit- GeneralcommandoS bestehen, die auS Gründen der Stabilität und wegen der verfügbaren Mittel nicht verlegt werden können, bleibt wohl nur Nürnberg als neuer Generalcommandofitz. Wie sich aber die Nummern der Armrecorps auf diese Geueralcommaudofitze vertheilen, das wird erst die Zukunft — aber nicht das Jahr 1899 lehren."
FriedrichSruh, 18. December. Das Mausoleum ist jetzt in seiner äußeren Gestalt vollendet. Die etwa 90 Fuß hoch aufrageude Kuppel des Hauptbaues, unter dem fich die »ruft des FürsteopaareS befindet, endigt in einer stumpfen Kegelspitze. Die Capelle wird jetzt von italienischen Arbeitern mit einem Terrazzo Fußboden versehen. Die Herstellung deS feinen Wandputzes ist in Angriff genommen. Dir Vollendung des inneren Schmuckes wird aber, wie die „Nat.-Ztg." schreibt, «och mehrere Monate in Anspruch nehmen, zumal wenn Frost eintrrten sollte.
Köln, 19. December. Die „Köln. Ztg." schreibt: zu den Meldungen über da» Vorgehen der Franzosen in China: Die gereizte Sprache der englischen Preffe sei ein üble» Vorzeichen für eine friedfertige Regelung. Wenn die Chinesen auch nicht, wie sie gedroht, daran dächten, da- Vordringen auf den Dangtsee Fluß mit Gewalt abzuwenden, so beweise e» doch, daß sie den Halt der Engländer im Rücken fühlten. So viele Gründe auch dafür sprechen, daß diese Alarmnachrichten mit Mißtrauen aufzunehmen find, so wird e» fich doch andererseits empfehlen, diese Vorgänge aufmerksam zu verfolgen, denn sie könnten doch leicht dahin auswachsen, daß der französisch-englische Streit um die Jntereffen- Sphäre im Sudan nach dem Yangtsee Kiang übertragen würde.
Wie», 19. December. Zn einer von den Christlich- Socialen einberufenen Versammlung erklärte der Bürgermeister Dr. Lueger, er habe die Absicht zu demisfioniren, und zwar wegen fortdauernden Differenzen mit dem Statthalter und wegen der Uneinigkeit innerhalb der Partei. Die letztere ist bemüht, Lueger von seinem Vorhaben abzubringen.
Rom, 18. December. D'-e Ausschreitungen gLgen Italiener in Triest im September v. I. kamen dieser Tage in der Deputirteukammer zur Sprache. Der Anfragende, Abg. Barzilai, der unseres Wissens selbst ein geborener Triesttner ist, hatte einen sehr scharfen österreichfeindltcheu Ton angeschlagen, etwa so, wie ihn die polnischen und czechischen Abgeordneten in Wien gegen Deutschland lieben. Ihm ist daS Bündniß mit Oesterreich-Ungarn verhaßt, wie den österreichischen Slaven daS Bündniß mit Deutschland. Für den Minister deS Aeußeren, Canrvaro, lag die Versuchung nahe, einige hochtrabende, der nationalen Eitelkeit schmeichelnde Phrasen zu gebrauchen, die in Wien ohne Zweifel verletzt hätten. Der italienische Minister war aber zu klug, um dem schlechten Beispiele des Grafen Thun zu folgen. Er verwies vielmehr auf die einfache Wahrheit, daß keine Regierung sich in die Angelegenheiten der anderen mischen dürfe, ja er benützte als gewandter D'plomat die Interpellation Barzilais, um die Loyalität der österreichischen Regierung und die Festigkeit des BündniffeS mit Oesterreich zu betonen, so daß fich die Wirkung, welche der radikale Abgeordnete erwarten mochte, in ihr Grgrntheil verkehrte.
Paris, 19. Dkccmber. Die Subskription der „Libre Parole" für Madame Henry hat bereits die Höhe von 57 312 Franken erreicht. In der letzten Liste befinden fich auch Namen von Hauptvertretern des katholischen Adels, sowie verschiedener Generale. Madame Henry ist vom Advocatenorden benachrichtigt worden, daß die Advocateu Cheun und Sautaugan ihre Vertretung in dem Proceß gegen Reinach übernommen haben.
Pari», 19. December. Einer der Hauptbeschuldigten in der Spionageaffaire machte der Polizei Mittheilung von einem angeblichen anarchistischen Complott. Die sofort angestellten Nachforschungen ergaben jedoch, daß die Angaben auf Erfindung beruhen.
Pari», 19. December. Die „Liberi S" berichtet, daß Picquart bestimmte Erkläruogm abgegeben habe, wonach er eine etwa auf ihn fallende Wahl zum Senator nicht an- nehmen werde.
Vermischtes.
* Bon», 17. December. Die Lotterie für daS Siebengebirge (zur Beseitigung der die Landschaft verunzierenden Rrklameschilder re.) ist heute vom StaatSmini- sterium genehmigt worden, sodaß der Ausführung des schönen Planes keine Htnderniffe mehr erwachsen werden. — Heute wurde hier die neue Rheinbrücke feierlich dem Verkehr übergeben.
* Trier, 16. December. Ueber einen großenMünz- fnud, den der Ackerer Schmidt in Fiyen bei Trier vor einiger Zeit gemacht hat, wird geschrieben: ES fanden sich etwa 100 Kilogramm Silbermünzen der spatrömischrn Zeit, von Salonina, Saloniuu», PostumuS (diese in der Mehrzahl), MariuS und andere. Da spätere Kaiser fich nicht voifinden, so ist anzunehmen, daß die Münzen um 268 n. Ehr. in die
Erde gelangt sind." Diese so brdeutende Menge an Geld ungefähr 20,000 Denare, hat offenbar eine KriegSkaffe gebildet. Der Ort F Yen kann dadurch vielleicht zu geschichtlicher Bedeutung gelangen. ES ist schade, daß dieser wichtige Fund an einen Händler verkauft wurde, ohne vorher für die Münzkunde verwerthet zu werden. Bei den Münzen finde« fich seltene Stücke und viele find von feinster Erhaltung.
* Lübeck, 17. December. Die Strafkammer ver- urtheilte zwei Schüler deS KatharineumS wegen Zersiörung eine» Hünengrabes in Waldhusen zu sechs Wochen Gesäagniß- zwei Schüler trafen Geldstrafen.
* Schwerin i. M., 17. December. Heute Nachmittag fand in Gegenwart des Regenten Herzogs Johann Albrecht und des Staatsfecretär des Reichspostamts v. Podbielski di» Enthüllung des Denkmals für den verstorbenen Staats- fecretär des Reichspostamt» Dr v. Stephan statt. Nach einer Ansprache des Oberpostdirectors Hoffmann übernahm Bürgermeister Tackert das Denkmal in den Schutz der Stadt. Das Denkmal trägt ein Reliefbildniß Stephans von dem Bildhauer Wandschneider. Berlin.
Hntoerfiiöte - Nachrichten.
— Berlin. Die höchsten Besuchsziffern seit Bestehen hat die hiesige Universität in diesem Winterhalbjahr aufzuwetsen: Die Zahl der immatriculirten Studenten bat das sechste Tausend überschritten und beträgt 6151 gegen 5606 im vorigen Winter und 4648 im vergangenen Sommer. Neu eingeschrieben wurden in diesem Semester 2766. V-n den einzelnen Facultäten besitzt die theologische 412 (302 Preußen), die juristische 2107 (1656 Preußen), die medictn- ische 1311 (914), die philosophische 2321 (1688). Darunter sind die fremden Erdtheile durch 184 Studirende oertielen: 147 aus Amerika» 31 aus Asien, 6 aus Afrika. Außer den immatriculirten Studenten sind noch 4841 zum Hören der Vorlesungen berechtigt, darunter 234 Frauen. Es beträgt also die Gesammtzahl aller Horberech- tißten 10,992.
— BreSlau. Die hiesige Universität ist in dem laufenden Wintersemester von 1522 immatriculirten Studtrenden besucht, von denen 211 katholische Theologie, 76 evangelische Teologte, 466 Jura, 321 Medictn und 458 Philosophie studiren. Hierzu kommen noch 111 Personen (einschließlich 31 Damen), denen die Erlaubnitz zum Hören von Vorlesungen ertheilt ist, sodaß sich die Gesammtzahl der Hörer auf 1633 beläuft.
— Zürich. Die hiesige Universität weist im Wintersemester die größte Frequenz seit ihrem Bestände auf. Sie wird von 713 immatriculirten Studenten und 172 Auditoren besucht. Dieselben vek-- theilen sich auf 408 Schweizer und 305 Ausländer.
— Bern. Unsere Universität zählt im Wintersemester 776 im- matriculirte Studenten und 90 Hörer; dazu kommen noch 40 Schüler der Thierarzneischule. Es befinden sich darunter 570 Schweizer und 245 Ausländer. Die Hochschule zählt 117 weibliche Studirende tmb 55 weibliche Hörer.
Hausfrauen, Herrschaften, die
günstige Gelegenheit aufwerk- fam und betonen, daß fich auch die diesjährigen Eartons
mrseren Verkaufsstellen zu habm und kostet trotz der hübschen Car- tons keinen Pfennig mehr wie sonst
repräsen- tabel wie praktisch, nützlich u. Willkomm, ist. Jeder
Weih- nachtscar-
der Kirke in hocheleg. Cartons
zum Verkauf. — Wir
machen alle
2>ud) für Weihnachten 1898 ihrer prachtvollen Ausstattung <2^ kommt in den hiesigen Nieder- und Eleganz wegen als ein Gelagen die allbeliebte Aoerings- schenk erweisen, daS nicht minder Seife mit
<ywuD|iuuc>i, ytK|u#uiiwi, u«<? ton enthält 3 Stück ächte Doering- Damen- und Herrenwelt aus diese Seife mit der Eule, ist in allen
Die Idee de» Bandes reifte in ihnen an einem heiteren Herbstabende des Jahres 1772, als fie auf dem Felde in emsigem Gespräch einer schönen Siche genaht waren. „Sie versammelten fich von da an alle Sonnabende, sprachen über Wiffenschaft und Kunst, übten sich im Borlesen und beurtheilten ihre Arbeiten, wovon die gebilligten in ein Buch zusammengeschrieben wurden." Hölty verhielt sich meist schweigsam, nur wenn daS Gespräch ihn besonder» anzog, gerieth er in Feuer, und wenn er von einer schlechten That hörte, von Verführung und Unterdrückung der Unschuld, vom Triumph de» Laster» usw., „da sprach er heftiger, geschwinder, mit erhöhter Stimme. . . er war wie umgeschaffen, seine Worte wurden Kraft, edler Unwille blitzte au» dem sonst so ruhigen und stillen Auge." In seinem Aeußeren hielt er fich nachläsfig, auch seine Ge- statt verrieth nicht den in ihm wohnenden Geist. Voß schildert ihn al» „stark von Wach-, uiedergebückt, unbehilflich, von trägem Gange, blaß wie der Tod, stumm und unbekümmert um sein» Gesellschaft, mit einer Miene der Einfalt — nur in seinen hellblauen Augen schimmerte ein treuherzige», mit etwa» Schalkhaftigkeit vermischte» Lächeln, welche- fich, wenn er mit Wohlgefallen la», durch eine schöne Gegend ging oder rückling» unter einem blühenden Baume lag, über sein ganze» Gesicht verbreitete... Bei kleinen vertraulichen Schmausen, sonderlich wo Rheinwein blinkte, wurde er sehr fröhlich", so wenig er auch trank. Manchmal, wenn er lange wie mit abwesender Seele geseffeu hatte, unterbrach er da» Gespräch durch einen drolligen Einfall, wie überhaupt manche seiner Gedichte ein nicht unerhebliche» Talent für den Humor der- rathen. Vielleicht fehlte ihm nur die Gesundheit, um eS zur Blüthe zu entwickeln.
Unter den Bürgern und Studirende« genoß der stille, blaße und gesällige junge Mann große Beliebtheit. Ost wurde er von ihm gänzlich fremden Bürgern augehalteu und zum Kaffee riugeladeu, „daun fragte er nach der Wohnung, ging hin, machte dem Wirth einen Bückling, trank, waS man ihm vorsetzte, ohne ein Wort zu sprechen, und ging wieder weg". Jede» unreine Gefühl, jede gemeine Rede waren ihm fremd, dagegen erzählt Voß von seiner brennenden Neugier, „man konnte iHv, wie Sokrates von fich sagte, mit einer versprochenen Neuigkeit wie ein Kalb mit vorgehaltenem Grase locken wohin mau wollte." Al» sein Vater, der für zehn Kinder zu sorgen hatte, ihn nicht mehr hinreichend zu unterstützen vermochte, ertheilte er Unterricht und bemühte fich um »tae HauSlehrerstelle. Inzwischen brach die wahrscheinlich von
der Mutter ererbte Krankheit aus. Er hatte eine Reise nach Leipzig unternommen (die einzige größere seine» Leben») und auf der Rückreise eine reiche Dame in Nordhausen besucht, die mehrere seiner Lieber in Musik gesetzt hatte und später für ihn eine Summe Gelbe» nach Mariensee sandte, die aber leider erst nach seinem Tode eiutraf und sodann für die Er- ziehuug seine» Bruder» Levin bestimmt wurde. Bald nach dieser Reise begann ein hartnäckiger Husten ihn zu quälen. Um diese Zeit gestaltete fich seine äußere Lage durch den 1775 erfolgten Tod seine» Vater» immer bedrängter, so daß er nur mit Mühe die Mittel zu einer ernsthaften Kur zusammenbrachte, der er fich in Hannover unter Zimmermann» Leitung unterzog.
Seine Freunde zeigten sich wahrhaft brüderlich besorgt um ihn, doch alle Bemühungen waren umsonst. Noch einen Lichtblick vergönnte ihm da» Beschick: eine Reise nach Hamburg, wo er mit Klopstock, Boß und Claudiu» eine glückliche Woche verlebte. Gern hätte er fich dauernd in WandSbeck angefiedelt, aber Krankheit und Existeuzsorgeu verhinderten die Ausführung de» Projektes. Auch zu einer Ausgabe seiner Gedichte fand er keine Zeit mehr; vom Arzt auf seinen Tod vorbereitet, übertrug er die Herausgabe seinem treuen Freunde Bote und ordnete seine irdischen Angelegenheiten. Am 31. August 1776 sühlte er fich so wohl, daß sein bei ihm wohnender Bruder eine kleine Laudreise unternehmen konnte; am nächsten Morgen, dem 1. Srptember, war dem Dichter so ängstlich zu Mathe, daß er daS Herannahen seines Todes verspürte. Der Bruder fand ihn bei seiner Rückkehr am Abend bereits tobt, in den Armen seine- treuen Bote war er verschieden, noch nicht 28 Jahre alt.
Eng war der Krei-, auf dem er sein flüchtige- Leben beschrieb, eng ist auch der, auf dem seine Lieder fich bewegen. Nicht einmal die Liebe hat er kennen gelernt, wenn er auch ein Vorgefühl ihre- süßen Zauber- in seiner Brust empfand. ES war auf der Rückreise von Leipzig, wo er vor der Thür einer Schänke einen Wagen mit zwei lieblichen Mädchen halten sah. „Die eine," schreibt er hierüber an Boß, „war vorzüglich schön und gefiel mir höchlich. Ich stellte mich dicht vor die TbÜre, al- fie abstieg und wieder einstieg und verschlang ihre Re'ze. Sie kam einmal so nahe bei wir vorbei, daß mich ihr schöner Arm ein wenig berührte. Betrübt sah ich fie wegfahren. Ich freute mich, daß mein Herz noch fühlen konnte! Welch ein Himmel ist die Liebe!" Au-geprägt in ihm war der schwärmerische Hang zum Land
leben, der sich auch in seinen Gesängen offenbart. Fast alle — mit Ausnahme der scherzhaften oder nach dem Geschmacke der Zeit grausigen erzählenden Gedichte — find Verherrlichungen der Natur, in ihrer Au-malung und der Beschreibung ländlicher Einfachheit und Unschuld ist er am glücklichsten- Ein Schimmer unendlicher Wrhmuth, der Ahnung eine- frühen TodeS entsprossen, erhöht ihren eigenthümlichen Reiz.
Wie wunderbar empfunden ist die „Elegie auf den Tod eines Landmädchen-."
„Schwermuthsvoll und dumpfig hallt Geläut« Vom bemoosten Kirchenthurm herab" u. s. w.
W e ergreifend berührt uns aus dem Munde deS ar? der Bahre stehenden Jünglings die Mahnung:
„Rosen auf den Weg gestreut Und deS HarmS vergessen, Eine kurze Spanne Zeit Ward uns zugemeffen!
Heute hüpft im Frühlingstanz Noch der frohe Knabe, Morgen weht der Todtenkranz Schon auf seinem Grabes
Er, der Kranke, Sterbende, Schwerwüthige ist <», der uns zuruft, unseres Leben», unserer Jugend uns zu freuen r
„Wer wollte fich mit Grillen plagen,
So lang un» Lenz und Jugend blüh'n* u. f. w.
Von feinen Liedern werden manche noch jetzt gern und viel gesungen. Wer kennte nicht „Heb’ immer Treu und Redlichkeit" oder „Ein Lehen wie im Paradies" oder „Die Saft ist blau, da» Thal ist grün"- „Beglückt, beglückt, wer die Geliebte findet" erfreute sich früher großer Beliebtheit. I» seinen Oden herrscht nicht der begeisterte Schwung wie in ihren Klopfstock'schen Vorbildern, aber fie find voll liebliche» NaturdnfteS, edel und tief empfunden.
Wer von uns noch nicht den Sinn für Aumuth, Einfachheit und Naturzauber verloren hat, dem wird Höliy immer eine liebenswürdige poetische Erscheinung bleiben. Ja seine» Liedern findet er bestätigt, waS die ganze Seele de» jungen Manne» rrfüllte: „Wenn ich au da» Land denke, so klopft mir da- Herz. Eine Hütte, ein Wald daran, eine Wiese mit einer Silber quelle und ein Weib in meiner Hütte ist Alle», wa» ich mir auf dem Erdboden wünsche!"
Er starb, ohne auch nur für einen seiner Wünsche Er- füllnog gefunden zu haben- er nahm seinen Vollmacht-brief zum Glücke unerbrochen mit zurück in da- unbekannte Land, au» drm wir alle wie Schatten hervorgrhen, in dem wir früher oder später wie Schatten wieder verschwinden!


