Ausgabe 
21.12.1898 Erstes Blatt
 
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ganda getrieben zu haben- und zur Verfügung der Militär- Behörden gestellt; es geht das Gerücht, daß wichtige Schrift­stücke bei ihm beschlagnahmt worden seien. In diesem Zu­sammenhänge ist auch eine halbamtliche Aeußerung des Kriegs­ministers bedeutsam, es sei wegen der karlistischen Umtriebe nothwendig, den Jstbestand des Heeres auf 140000 Mann zu erhöhen, eine Maßregel, die zwanzig Millionen Pesetas erforde n werde. Das sind trübe Aussichten für das durch den äußeren Krieg schon so schwer heimgesuchte Land.

Konstantinopel, 19. December. Der Sultan sandte an den Zaren ein Dank-Telegramm für die freund­schaftlichen Worte, deren Ueberbriuger der Großfürst Nikolaus war und für die vier prachtvollen Pferde, welche der Sultan vom Zaren zum Geschenk erhielt.

CocaUs rrnd ^provinzielles.

Gießen, den 20. December 1898.

* Ernennungen. Ernannt wurden die Ftnauzaccesfisten Gustav Böß aus Gießen, Georg Knöß au- Darmstadt, Ernst Kritzler aus Darmstadt und Johann Michel aus Wald-Michelbach zu Steueraffefioren.

Ernannt wurde am 10. December der Bleefeldwebel tm 5. Hrss. Infanterieregiment Nr. 168 Ludwig Schäfer von Biebesheim zum Pedellen au dem Gymnasium zu Mainz mit Wirkaug vom 1. Januar 1899 au.

Auszeichnung. Den Mitgliedern der Freiwilligen Gail'scheu Feuerwehr: Jacob Gerhardt, Georg Wink, Heinrich Sauer und Leonhard Dechert wurden gestern durch Herrn Brauddircctor Traber die von der Stadt Gießen gestifteten Diplome für Ibjahrige Dienstzeit überreicht.

*P. Stadttheater-Der Hütteubesitzer" von George Ohuet gehört zu denjenigen französischen Schau­spielen, die sich ein Heimathrecht auf der deutschen Bühne er­worben haben. Auch hier ist das Stück längst keine neue Erscheinung mehr, denn in früheren Jahren wurde dieClaire" mehrmals von auswärtigen Bühueugrößeu als Gastrolle auS- erseheu. Gestern verdankten wir wiederum einem Gaste, Frl. Frieda Etchelshet« vom Hoftheater in Darmstadt, die Aufführung, die sich, um das gleich vorauSzufchtckeu, un­streitig den besten dieses WtuterS zugeselleu darf. Frl. Eichels- Heim besitzt Vorzüge, die ihr von Anfang bis Ende die volle Gunst der recht zahlreich erschienenen Zuschauer sicherten: eine gefällige Gestalt, lebhaftes, ausdrucksvolles Mteueuspiel, eine verständige Auffassung, die kleinliche Künsteleien ver­schmäht und ihre Stärke in der richtigen, beständig fort- schreitende« Entwicklung dieses anziehenden Charakters sucht und findet. Höchstens konnte «au bei der Darstellung aus- setzen, daß die Armbeweguugeu mitunter ungelenk erschienen. In der männlichen Hauptrolle, die dem Schauspiel den Nameu gegeben hat, war Herr Dietz sch vortrefflich. Die uuzerstör- bare, Alles aufopferude Liebe des schlichten, groß denkenden und edel haudeludeu Mannes bildete den richtig festgehalreueu Grundzug des Charakters. Besonders gut gelang dem Dar­steller die entscheidende Unterredung mit Claire tm zweiten Aet. Frl. Cron egg genügte nicht ganz allen Anforderungen - fie mußte verführerischer und stolzer iu ihrer Haltung er­scheinen. Ihr Bestes bot die Künstlerin im dritten Act iu der Ausetuandersetzung mtt der gehaßten Gegnerin. Die kleineren Dameurollen waren durch Frau Helm, Frl. Pauli und Frl. Isenburg recht befriedigend besetzt. Herr Merker hütere sich vernünftiger Weise davor, den Herzog von Bltguy durch Uebertreibuug allzu unsympathisch zu machen, könnte ihn vielleicht aber doch um ein Weniges geckenhafter gebe». Herr Werner traf als Oktave den treuherzigen Ton ganz richtig, dürfte aber lebhafter spielen. Letzteres gilt auch von Herrn Casterra. Zwei treffend gezeichnete Charakterbilder lieferten die Herren Helm und Liebscher als Millionär Moulinet und Notar Bachelin. Dem Ersteren gebührt für seine geschickte Regtesührung, die sich tu richtiger Anordnung der Gruppen, passender Ausstattung und Vermeidung kleiner Störungen kuudgab, noch ein besonderes Lob.

* * Stadttheater. Als achte Volk-Vorstellung wird am Mittwoch den 21. ds. Mts. Hermann Sudermanns dreiactiges SchauspielDaS Glück tm Winkel" auf- gesührt. Am Freitag und Samstag Nachmittag finden Weihnachts-Aufführungen für Kinder statt. Gegeben wird das beliebte Märchenspiel in 6 Bildern Aschenbrödel" oderDer gläserne Pantoffel". Am ersten Tage beginnt die Aufführung um 4 Uhr, am zweiten um 3 Uhr.

* Geflügel- und Bogel-Ausstellung. Die Hauptversamm­lung des Geflügel- und Vogelzucht Vereins Gießen und Um­gegend hat beschloffeu, die in den Tagen vom 24. bis 26. Februar k. Js. geplante Geflügel- und Bogel- Ausstellung in den oberen Räumen des Etabl'ffementS Windhof" abzuhalten. Die Verwaltung der Bteberthal- bahn hat der AuSftellungsleitung zugesagt, während der Aus­stellung die erforderliche Verbindung von der Sradt «ach der Ausstellung durch Exirazüge zu ermäßigten Fahrpreisen her­zustellen, so daß dieselbe selbst bet ungünstigem Wetter bequem ^ erreichen sein wird. Als Preisrichter für Waffergrflügel, Hühner und Tauben haben wieder, wie bei der srühereu Ausstellung, die als erste Autoritäten auf diesem Gebiete bekannten Herren H. Marten sen., Lehrte, und Rud. Kramer, Leipzig, ihre Mitwirkung zugrsagt. Wegen Ueber» nähme des PreiSrichteramteS für die Bogelwelt, für Gebauer und Geräthe ist Herr A. Kull«anu-Frankfurt a. M. in «».ficht genommen. Es liegen für die Ausstellung bereits über 100 Anfragen nach Programm und Ausschreiben, welche tu de« nächsten Tagen wohl zum Versandt kommen, vor, ond steht zu erwarten, daß die kommende Gießener AuS- stellung noch zahlreicher mtt hervorragend schönen Thiereu beschickt werden wird, als dies bet der vergangenen Ausstellung der Fall war. "

Wiederaufnahmeverfahren. Der vertheidiger Rechts- \ auwalt Satz, welcher den wegen SitrltchkeÜSverbrechen unter '

Versagung mildernder Umstande in der vorletzten Schwar- gerichtSsession verurtheilten Schlosser Karl Heinrich Förster von Gießen vertreten hat, beantragte in dieser Sache beim Landgericht Gießen daS Wiederaufnahmeverfahren und vor­läufige Haftentlaffung. Bekanntlich war in der Verhandlung Margarethe Block aus Moischt Hauptbelastungszeugin. Der damals von dieser gele stete Eid erwies sich iu der Verhand­lung vor dem letzten Schwurgericht in einem Punkte al- falsch. Hierauf begründet sich dec von Rechtsanwalt Kitz gestellte Antrag, die Sache gegen Förster noch einmal zur Verhandlung zu bringen und diesen vorläufig aus der Haft zu entlaffeu.

* * Reue Postkarten. Durch die Buchbinderei Max Müller, Neuen Bäue hier, ging uns heute eine Auswahl trefflich au-geführter Ansichtskarten von Gießen zu, die aus der rühmlichst bekannten Kunstanstalt von Lautz u. Isenbeck, Darmstadt, stammen. Besonders anziehend wirken eine Ansicht von Guße«, wie das Bild des alten Schlosses, darauf Dächer und Giebel vom Mond versilbert erscheinen.

* MS freiwilliger Bremser auf der Bieberthalbahn beschäftigte sich gestern Nachmittag auf dem um 2 Uhr von hier nach Rodheim abfahrenden Zuge ein Herr Student von hier, indem er die Bremse derart zuzog, daß der Zag bei­nahe -um Stehen kam. Der Studio muß in diesem Fache Erfahrung haben, denn al» der Locomottvführer daS Signal zum Aufbremsen gab, löste er die Bremse wieder.

Verhaftet. Zwei Taglöhner dahier wurden gestern i Abend dabet adgefaßt, als fie an den Bahnhöfen eine Parthte schwerer Eisentheile entwendeten. Beide wurden fest- genommen.

* * Für Radfahrer. Nach einer von dem Minister der öffentlichen Arbeiten erlassenen Verfügung an die Königlichen Eisenbahndirectionen ist vom 1. Januar 1899 ab die Beförderung unverpackter Fahrräder ohne Lösung von Fahrt­ausweisen (Expreßgut) mit alleiniger Ausnahme des Berliner Vorortsverkehrs nach den Bestimmungen des Staatsbahn- Personen- und Gepäcktarifs wieder gestattet. Die Ent­scheidung darüber, in welchem Umfange Schnellzüge für Beförderung unverpackter einsitziger Zweiräder zugelaffen werden dürfen, bleibt Vorbehalten.

* * Der Arbeitsmarkt iw November zeigt trotz der günstigen Conjunctur in vielen Industriezweigen ein Anschwellen des! Andranges der Arbeitsuchenden, wenn auch nicht in dem Maße, wie im gleichen Monate des Vorjahres. Es ist dies eine alljährliche Erscheinung, die vielfach durch den Wechsel der Jahreszeit, die Beendigung der Sommersaison bedingt ist. Auch die Entlassungen vom Militär belasten das An­gebot auf dem Arbeitsmarkte im Monat November. Diese Lage des Gesammtmarktes sticht wesentlich von dem Arbeiter­mangel ab, der noch für verschiedene Gewerbe, wie Bergbau, Eisenindustrie rc., zu constatiren ist. Die Verschiedenheit der Lage tritt besonders deutlich in den Berichten über die einzelnen Gewerbe (Bergbau, Baugewerbe, Textilindustrie rc.) hervor, wie sie die Berliner MonatsschriftDer Arbeits­markt" jetzt eingeführt hat. Nach den Ergebnissen ber. Arbeitsnachweis-Verwaltungen, wie fie .ebenfalls in der ge­nannten Zeitschrift veröffentlicht werden, bewarben sich um 100 offene Stellen 135,7 Arbeitsuchende, gegen 134,7 im gleichen Monat des Vorjahres. Von 56 vergleichbaren Be­lichten weisen im Vergleich zum Vorjahr 34 eine Abnahme und nur 19 (mehr 3 ausländische) eine Zunahme des An­dranges auf. Abnahme: Breslau, Frankfurt a. O., Kiel, Halle a. S., Hannover, Osnabrück, Dortmund, Essen a. R., Elberfeld, Düsseldorf, M.-Gladbach, Aachen, Kreuznach, Wies­baden, Frankfurt a. M., Mainz, Darmstadt, Kaiserslautern, Heidelberg, Schopfheim, Karlsruhe, Offenburg, Mannheim, Konstanz, Cannstatt, Ludwigsburg, Eßlingen, Reutlingen, Göppingen, Schw. Hall, Heilbronn, Ulm, Würzburg, Augs­burg. Zunahme: Posen, Berlin, Rixdorf, Quedlinburg, Erfurt, Bielefeld, Münster, Köln, Trier, Gießen, Worms, Straßburg, Lahr, Freiburg i. B., Pforzheim, Stuttgart, Fürth, Nürnberg, München. (Brünn, Graz, Bern.)

* Wetterbericht. Da» Bepreifions-Centrum an der nördlichen Küste hat sich noch vertieft und steht die ganze Nordhälfte Europas bi» nach Deutschland herab unter bim Einfluß niederen Druckes. Ja der Umgebung des Centrums herrschen stürmische Winde. Den Südwesten und Süden be- deckt noch hoher Druck. Ein Kern desselben lagert über Südfrankreich, ein zweiter über Italien. Die Witterung ist in Deutschland außerordentlich mild und trüb. Voraus­sichtliche Witterung: Neuerdings unbeständiges Wetter mit stelleuweisen Niederschlägen.

Vom Odenwald, 18 December. Ein umfangreiches Ge­nesungsheim soll von einigen größeren Corporationen tm Odenwald errichtet werden. Gemeinden, welche auf Fremdenverkehr und die damit verbundenen Bortheile rrflrc- tuen, werden zur Zeit aufgefordert, entsprechende Gelände- komplexe unentgeltlich oder doch gegen geringe Vergütung zur Verfügung zu stellen- Anerbieten find bi- längstens 1. Januar bei der Franz'schen Buchdruckerei in Erbach einzureichen.

A Mainz. 19. December. Seitens des hessischen Gast- wirthverbandes ist letzter Tage eine mit zahlreichen Unter- fchriften versehene Petition an die zweite Kammer der Stände gerichtet worden, durch welche ersucht wird, eine all­gemeine Verlängerung der Feierabendstunde, besonders für die Landorte und Orte mit Bahnstationen, eintreten zu lassen. ; Ja der Begründung des Gesuches wird angeführt, daß 1 seit Erlaß der gegenwärtige« Bestimarungeu die Zeit- , Verhältnisse eine ganz bedeutende Aenderung erfahren, und daher die damalige Verordnung mit de« heutigen Verhält- \ Nisse« nicht mehr iu Einklang zu bringen fei. Bezüglich ! der profictirten Einbauung des kurfürstlichen Schlöffe- hier, j durch Erweiteruug-bauteu an der Schloßkaserue hat ' der Mittelrheinische Architekten- und Jngenieuroereiu in seiner letzte« Sitzung beschlossen, sich de« Schritte« der Stadt Mainz

zum Schutze des kurfürstlichen Schlosses resp. zur würdigere Gestaltung seiner Umgebung voll und ganz anzuschließeu.

Oppenheim 18. December. Der Landpostbote Morgen- thaler, Führer Cariolpost OppenheimDalheim, der ver­dächtig ist, amtliche Gelder unterschlagen zu habe«, wurde heute verhaftet.

Aus dem «roßherzogthum Hessen, 19. December. Ja Anbetracht de-, in einem Theile Hessens stets fühlbarer werdende«Mangels landwirthschaftlicher Arbeitskräfte, hat der hessische Landwirthschaftsrath die Errichtung einer eigenen landwirthschaftliche« Arbeitsnachweisstelle beschlossen. Dieselbe soll sich vor Allem mit der Vermittelung des Be­zuges aller Arte« vo« landwirthschastltchem Arbeit»- uvd Dienstpersonal au- dem In- und Au-laude befassen und dabei hauptsächlich auf die Beschaffung au-wärtiger Arbeit-- krätte für die Sommerarbeiten bedacht sein.

Ars- d-I L-ßt fttr Me »eit.

Vor 103 Jahren, am 21. December 1795, wurde zrr Wiehe der Geschichtschreiber und Begründer der historischen Schule, Leopold v. Ranke, geboren. Beherrschung befc Material- mit geistreicher Auffassung verbindenb, hat Ranke die Kunst ber Historiographie auf eine hohe Stufe ber Vollen­dung gebracht. Groß ist die Zahl seiner bedeutenden Werke. Er starb am 23. Mai 1886 in Berlin.

Vesmsisehte-.

* Fronhanfe«, 19. December. Um 7 Uhr Abends ertönten hier Feuerfignale. Im Gehöfte de- Bürgermeisters a. D. Herrn Ruth war Feuer ausgebrochrn, da- durch energische» Eingreifen bald gelöscht wurde. Da- Dienstmädchen wollte Heu vom Boden hole«, verfehlte beim Aufhängen der Laterne den Nagel, die Laterne fiel auf den Hof, wo viel Stroh angesammelt war, da- im Nu in helle« Flamme» stand.

* Ausgrabungen im Römerlager zn Nenß. Aus Krefeld, 17. ds. wird berichtet: Die augenblicklich ruhenden Aus­grabungen im Römerlager zu Neuß waren auch in der letzte« Zeit wieder sehr ergiebig. Nach den Angaben eines dortigen Blattes wurden aufgedeckt: eine Prätor-Wohnung, mehrere kleinere Kasernen, ein größeres Lazareth-Zimmer und darin verschiedene chirurgische Instrumente. Wie dieFrkf. Ztg." schon früher mitgetheilt, gelangen die beweglichen Funde im Prooinzial-Museum zu Bonn zur Aufstellung.

Die Reichstagsabgeordneten empfangen zwar keine Diäte«, aber der Retch-vankpräfident Koch will für ihre Angehörigen doch eine kleine Weihnacht-freude ermög­lichen. Durch Circular ist de« Reich-tag-abgeorduete« mit­getheilt worden, daß die Reichsbank die Kaffe de- Reichstags in den Stand gesetzt, neugeprägtes, blankes Stlbergeld einzu­wechseln. E» seien zu diesem Zweck der Kaffe überwiesen worden: 2000 Mark in Fünfmarkstücken, je 1000 Mark in Zweimark-, Etnmark- und 50 Pfennig-Stücken.

* Hauseinsturz Au- Pari», 18. December, wird ge­meldet : Heute Nachmittag stürzte in der Rue des Appeains, unweit der Avenue de Clichy, ein im Bau begriffenes Haus ein. Bi» 5 Uhr Nachmittag waren zwei Tobte und mehrere Verwundete aus de« Trümmer« hervorgeholt. Die Rettungs- arbeite« dauern fort. Ein Telegramm vom 19. December besagt noch Folgendes: Bis gestern Abend 9 Uhr waren auf der Stätte des Neubaueinsturzes a« der Rue des Appenins 4 Grtödtete und 25 Verletzte aus den Trümmern hervor- gezogen worden. Die Verwundungen find gröhtentheils schwerer Natur. Man befürchtet, daß «och fünf Manu ver­unglückt find. Nach neuerlicher Untersuchung soll ein Con- structionsfehler den Hauseinsturz verschuldet haben. Der Präsident Faure sandte einen Ordonnanzosfizier zur Unglücks stelle.

* Der bimplon-Tunnel. Aus dem Wallis schreibt mau druM. N. N.": Am Simplon-Tunuel waren Ende November tm Ganze« etwa 1000 Man« beschäftigt. Der Fortschritt des Stollens während dieses Monats betrug auf der Nordseite 42 Meter, auf der Südseite 12 Meter, sodaß im Ganzen auf der Nordlelte 212, auf der Südseite 52 Metev gebohrt waren. Die Bohrung mit Maschinen hat am 22. No­vember bei Brieg begonnen. Auf der Südseite wurde mit Handbohrung und Sprengpulver gearbeitet. Die Waffer- zuflüffe haben auf der Nordseite abgenommen und betragen noch 80 Liter pro Sekunde. Die Angriffsflächen find trocken, alle» Gewäffer wird in den Abflußcanal de» Parallelftolleus durch eine« zwischen beiden Tunnels eröffnete« Stolle« »e* sammelt. Auf der italseuische« Seite deS Tunnels wollen die Italiener starke Sperrforts bauen. Eine Militärcommisfion von fünf GeneralstabSosfiziereu stellt iu Jselle bereits die Pläne fest.

* Der bedrohte Dogeupalast. Au» Venedig wird ge-- meldet: Aufsehen macht ein Beschluß des Centralausschuffe» für bildende Künste, jede Verantwortung bezüglich der Er­haltung deS Dogenpalaftes abzulehnen, weil infolge tadelnS- werther Bernachläsfigung unmittelbare Einsturzgefahr für einen Theil des Dogenpolastes bestehe, der bedenkliche Senk­ungen aufweist. DerGazzetta di Venezia" wird versichert, daß die Gefahr thatsächlich besteht. Der UnterrichtSmiuister Baccrlli hat, sobald er von den Sprüngen und Senkungen Kenntniß erhielt, den Architecten Boito in Mailand beauftragt den Palast sofort zu befichiigen.

* Parlamentarische Geschenke. Aus Washington, vom 6. December berichtet dieNew Ä)orkerStaatSzeitung": Das Zimmer des Vicepräfidenten Hobart im Kapitol bildete heute bas WallsahrtSziel zahlreicher Besucher, welche bie für bie Benutzung bieses Beamten bestimmten kostbaren Ausstattung» Gegenfi änbe, ein Tintenfaß, eine Mahagoni- Stanbuhr und eine Kamin-Garnitur, in Augenschein zu nehmen begierig waren. Der Senat schafft biese drei Gegen­stände für jeden Vicepräfidenten neu an und macht sie ihm am Ende seines Termins zum Geschenk, als Andenken a» bie Ehre, ber hohen Körperschaft präfidirt zu haben. Das