Ausgabe 
21.8.1898 Drittes Blatt
 
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die Polizeisoldateu und einige befreundete MpangweS der« wendet. Der Hin- und Rückmarsch verlief ohne Zwischenfälle, auch die Zerstörung der Dörfer selbst, obgleich die Bewohner kurz vor dem Eintreffen des LandungßzugeS erst die Hütten verlaffeu haben mußten, was au- den noch glimmenden Feuern zu schließen war. Am Nachmittag jener Tager wurde von dem Commaudo des Habicht ein zweiter LandungSzug zur Ablösung nach dem Laude geschickt. Am Vormittag der 23. Juni kam die Nachtigal auf die Reede von Kampo mit der Meldung, daß der Commandeur der Schutztrupp« mit 1 Offizier, 1 Arzt, 4 weißen Unteroffizieren und 130 Sol- baten eiugetroffeu sei, um nunmehr den Schutz der Station zu übernehmen. Hierauf wurde die Laudunglabtheilung der Habicht an Bord zurückgezogen.

Berlin, 19. August. Die Gehetmmittelfrage. Die Frage, die bei dem bestehenden Verbot der Ankündigung von Gehetmmitteln nicht nur die bethetligten Apotheker, Drogisten, Zeitungsverleger u. s. w., sondern auch daß kaufende Publikum beschäftigt, nämlich die: »WaS ist ein Geheimmittel?" ist für den Umfang der preußischen Monarchie nunmehr gelöst und entschieden durch einen anfangs dieses Jahres von dem Eultusministerium, dem Ministerium des Innern und dem Ministerium für Handel und Gewerbe er- gegangenen Erlaß. Der in derN. A. Z." mitgetheilten Verfügung entnehmen wir Folgendes: DaS angeregte Ver­bot der öffentlichen Ankündigung von Geheimmttteln findet nicht überall einen gleichmäßigen Vollzug. Namentlich werden Arzneien, die in der einen Provinz als Heilmittel angesehen werden, in einer anderen nicht als zu den Geheimmitteln gehörig betrachtet und deshalb nach wie vor unbeanstandet daselbst öffentlich angepriesen. Die Abstellung einer derartigen RechtSungleichheit muß deshalb ins Auge gefaßt werden. Hierbei ist der Weg, durch eine authentische Feststellung des Begriff-Geheimmittel" Abhilfe zu schaffen, bei der Schwierig, leit, eine für alle Fälle zutreffende und nach jeder Richtung befriedigende BegrtffserklSruug zu geben, kaum gangbar. Da iudeffeu Hauptursache deS in Frage stehenden UebelstandeS die anscheinend vielfach verbreitete Auffaffung ist, daß ein Arzneimittel nicht mehr als Geheimmittel zu betrachten ist, sobald seine Zusammensetzung in irgend einer Weise bekannt gegeben wird, so läßt sich eine wesentliche Befferung deS gegenwärtigen Zustandes schon dadurch erreichen, daß eine übereinstimmende Auffaffung darüber herbeigeführt wird, unter welchen Voraussetzungen die Beschreibung eines Geheimmittels in der öffentlichen Ankündigung seine Eigenschaft als Geheim- mittel auszuschließen geeignet ist. In dieser Beziehung kann von dem Grundsatz ausgegangen werden, daß ein Heilmittel seiner Eigenschaft als Geheimmittel höchstens dadurch ent­kleidet wird, daß seine Bestaudtheile und Gewichtsmengen sofort bei der Ankündigung in gemeinverständlicher und für Jedermann erkennbarer Weise vollständig und sachentsprecheud zur öffentlichen Keuutuiß gebracht werden. Angaben, auS denen nur ein Sachverständiger ein Urtheil über das Mittel sich bilden kann, sind als ausreichend nicht zu erachten, ins­besondere nicht die Bestandtheilr des Mittels In lateinischer Sprache. Hiermit steht im Wesentlichen auch im Einklänge die Rechtsprechung, nach welcher ein Geheimmittel jedenfalls daun vorliegt, wenn die Bestaudtheile und das Mengen- verhältuiß der Zubereitungnicht ausreichend",nicht deut- lich für das Publikum",nicht für Jedermann zweifellos" bei der Ankündigung erkennbar gemacht find. Daß auch die Bereitung-weise eines Mittels aus der Veröffentlichung er­sichtlich zu sein hat, wenn es nicht als Geheimmittel gelten soll, wird nicht gefordert zu werden brauchen, da mit dem Erlaß deS in Frage stehenden AnkÜudtgungsverbotS nur be- abfichttgt gewesen ist, bei den zur öffentlichen Ankündigung zugelaffenen Arzneimitteln dem Publikum die Möglichkeit zu bieten, ein eigenes Urtheil über Heilkraft und Geldwerth der einzelnen Mittel sich zu bilden, nicht aber auch die Möglich-

Bald war die Bekanntschaft des liebenswürdigen Ehe­paares gemacht und es entspann sich eine lebhafte Unter­haltung, die mit jeder weiteren Flasche des trefflichen Weines anziehender wurde. Die Becher klangen, baß Saiten, spiel wurde von der Wand herabgeholt, und Lieder erklangen durch den tiefen Frieden deS Waldes. Ich nahm das Fremdenbuch zur Hand und schrieb zum Preise der Hohen Warte:

Im stillen Waldesrauschen

Steht hier ein Häuschen fein;

Es blinket freundlich die Sonne

Durch den schönen Buchenhain.

Im trauten Stübchen beim Weine Sitzen der Zechgesellen drei, Sie sangen zum Klang der Guitarre Manch Liedlein von Lieb' und Treu'. Sie tranken der Flaschen viele Bon dem trinkbar edlen Wein, Bis die letzten Strahlen der Sonne Durch die Scheiben fielen herein.

Dann brachen sie auf zum Wandern Tief in des Spessarts Nacht .... Wenn nur auf ihren Pfaden E!n Engel steht zur Wacht!

So saßen wir, bis die Strahlen der scheidenden Sonne durch die Butzenscheiben lugten fie körnten nur coustatiren, daß um da» Weiterwandern nach unserem Ziele, dem durch HauffsWirthshauß im Speffart" bekannt gewordenen Rohr- bruuu, für dießmal geschehen war.

Mit Hilfe der freundlichen Försterstochter wurden zwei Feldbetten herangefchleppt, auf denen wir unsere müden Glieder ausstreckten, nachdem die feuchtfröhliche Sitzung be­endigt war, und bald ruhte wieder stiller Friede über dem einsamen Walde; kein Laut war hörbar nur daß Schnarchen meines Freundes Zacharias.

(Fortsetzung folgt.)

keit, solche Mittel nach dem veröffentlichten Rezepte sich selbst anzuferttgen. n v

Köln, 19. August. Heute Nacht starb der Landtags- Abgeordnete, Geh. Regieruugsrath Karl Knebel im Alter von 58 Jahren.

Köln, 19. August. DieKöln. Ztg." läßt sich aus Sofia berichten: Ein sonst verläßlicher Gewährsmann be­hauptet, daß bei dem letzten Besuch in Cettinje zwar kein formelles Bünduiß zu Staude gekommen fei, iudeß hätten beide Fürsten in längerer Berathung ein durch Handschlag bekräftigtes persönliches Einvernehmen dahin abgeschloffen, daß Montenegro sich verpflichtet, bei eine« Streit Bulgarien» mit der Türkei Bulgarien sich durch sofortigen Einfall an der Grenze beizuftehen. Dafür sei Montenegro eine Gebiets­erweiterung zugesprochen.

Att-Urud

Rom, 19. August. In ganz Italien find furchtbare Gewitter niedergegangen. Mehrere Küstenstädte stehen unter Waffer. Viele Häuser sind eingestürzt. Soweit bisher I festgeftellt, find sieben Personen bei dem Unwetter ums Leben gekommen.

Rom, 19 August. Der Jesuitengeneral PaterMartin hatte in den letzten Tagen mit dem Papste eine Unter­redung, in welcher, wie von informirter Seite versichert wird, wichtige Beschlüffe für daß nächste Conclave gefaßt worden find.

London, 19. August. Nach einer Meldung auS Honkong ist die Unterzeichnung der Uebergabe von Manila durch den spanischen General Guadenem und den amerikanischen General Merrit erfolgt. Ein aus Manila zurückgekehrter englischer Offizier berichtet, daß die Einnahme der Stadt Manila spielend vor sich gegangen sei und für die Amerikaner ein förmlicher Spaziergang war. Die Spanier hätten fich so gut wie gar nicht vertheidigt.

London, 19. August.Daily Mail" berichtet aus Odessa, daß Rußland mit Spanien in Unterhandlungen stehe behufs Abtretung einer Kohlenstation auf den Philippinen an Rußland.

Madrid, 19. August. Aus Biarritz wird gemeldet, daß Don Carlos ein Manifest an feine Anhänger vorbereite | und dasselbe demnächst veröffentlichen werde. In offiziellen Kreisen glaubt man, daß Don Carlos die Ausführung seiner Pläne bis zum Frühjahr verschieben werde, obgleich Alles für eine revolutionäre Bewegung vorbereitet sei_____________

Locales und Krovlnzielles.

Sieben, 20. August 1898.

♦♦ Fleischbeschau. Die Vorarbeiten für die Einführung der obligatorischen Fleischbeschau von Reichswegen find im Reichsamt des Innern so weit gefördert, daß eine darauf bezügliche Gesetzvorlage dem BundeSrath im Herbst zugehen dürste. DaS Bedürfniß einer gleichmäßig im ganzen Reiche nach übereinstimmenden Grundsätzen einzusührenden Fleischbeschau ist im Jntcreffe deS Schutzes von Leben und Gesundheit der Bevölkerung wiederholt von den Regierungen wie von den Volksvertretungen verschiedener Bundesstaaten anerkaunt wordeu. ES ist ein durchaus unhaltbarer Zustand, daß in einzelnen der deutschen Staaten eine solche obligato­rische Fleischbeschau bereits existirt, in anderen nicht, sowie daß alle anderen GefichtSpunkte maßgebend find. Daß in dem Reichsgesrtzentwurf dieselben ober wenigstens gleich­wertige hygienische Vorschriften für Fleischwaarev, die au» dem Auslände eingeführt werden, vorgesehen werden, wie für die inländischen, darf als selbstverständlich gelten. Zugleich soll aber das Reichsgesetz auch die Frage einer zweckmäßigen Verwendung der ConfiScate regeln, eine Frage, der bisher bei Weitem nicht die nothwendige Aufmerksamkeit geschenkt wordeu ist. ES scheint, daß weiter auch der Punkt der zwangsweisen Schlachtvieh-Versicherung mit in Erwägung gezogen wird. Bekanntlich hat diese letztere, wenigsten» so weit das Schwarzvieh betroffen wird, schon vor mehreren Jahren das preußische Abgeordnetenhaus beschäftigt. Dem Gedanken einer Entschädigung für Verluste von Schlachtvieh standen damals fast alle Parteien sympathisch gegenüber. Trotzdem lehnte das Abgeordnetenhaus den Regierung», j Gesetzentwurf ab, und zwar weil einerseits die Coutrole zu große Schwierigkeiten zu verursachen schien, andererseits die Besitzer durch die Versicherungsprämie zu drückend belastet wordeu wären. Mau wird gespannt sein dürfen, wie das Reich die Klippen, an denen damals die Angelegenheit in Preußen scheiterte, umgehen wird.

** Bahubefördetuug von Fahrrädern. Ein Gesuch deS SchutzverbandeS deutscher Radfahrer" an den Eisenbahn- Minister um Abänderung der am 1. September in Kraft I tretenden Bestimmungen über die Abfertigung der der Bahn zur Beförderung übergebenen Fahrräder, wonach diese nicht I mehr mit Schnellzügen befördert werden dürfen, für jede» I Rad 50 Pfg. zu entrichten find rc., ist abschlägig beschiedeu I worden. In dem Bescheide heißt, daß die Bestimmungen nach reiflicher Prüfung und nach Anhöreu von Sachver­ständigen aus den Kreisen der Radfahrer erlassen wordeu feien. gelte, Uebelstände zu beseitigen, die durch daß massenhaste Aufgeben von Fahrrädern der Ausflügler uameut- lich im Nah- und Vorortverkehr größerer Städte fich fühlbar gemacht haben. Siu Anlaß zur allgemeinen Aenderuug der neuen Bestimmungen liege daher nicht vor.

Ars» Ser Zeit für die Jeit

Vor 60 Jahren, am 21. August 1838, starb zu Berlin der Dichter Adalbert von Chamisso, der von Geburt Franzose, feiner Sprache und Gesinnungsart nach aber ein Deutscher war. Er ist Verfasser de» weltberühmten Märchen- Peter Schlemihl, vieler Balladen, Romanzen und anderer Gedichte. Zu der berühmten ErzählungSalas y Gomez" wurde er durch seine dreijährige Reise um die Welt angeregt.

Chamisso erblickte am 30. Januar 1781 auf Schloß Boncourt in der Champagne das Licht der Welt.

Vor 34 Jahren, am 22. August 1864, kam das humane Werk der Genfer Convention zur allgemeinen völker­rechtlichen Geltung, wonach alle zur Wartung und Heilung der Kranken und Verwundeten nolhwendigen Personen unter den Schutz de» Völkerrechts gestellt und gegen die Wirkung des Krieges gesichert sein sollen. Aeußeres Abzeichen: Rothes Kreuz auf weißem Grunde.

Vermischter.

Das englische Eisenbahnwesen ist baß entwickeltste und vollkommenste der Welt- in keinem anberen Lande wird aber auch soviel gereist wie in Großbritannien. In einem Jahre werden durchschnittlich tausend Millionen Passagiere auf den englischen Eisenbahnen befördert- im Durchschnitt macht also jeder Einwohner der Vereinigten Königreiche jähr­lich fünfundzwanzig Reisen, und die Anzahl der an einem Tage in sämmtlichen auf dem Jnselreich verkehrenden Zügen befindlichen Reisenden ist etwa so groß wie zusammen die Einwohnerzahl der sechß Städte Liverpool, Manchester, Glasgow, Dublin, Birmingham und Bradford. Interessant ist ein Einblick in die Organisation be» gewaltigen Betriebe» und den Etat einer der größten englischen Eisenbahngesellschaften, derMidland Railway Company". Da» Eisenbahnnetz, auf dem die Züge dieser Gesellschaft verkehren, hat eine Länge von viertausend englischen Meilen- den größeren Theil davon hat dieCompany" allerdings mit anderen Gesellschaften ge- weinsam, doch hat fie trotzdem nicht weniger als 1300 Mellen allein angelegt. Der Bau dieser Strecke kostete 50 Millionen Pfund Sterling, also ungefähr eine Milliarde Mark. Die zur Anlage verwandten Schienen ruhen auf über zwei Mill. Schwellen, die allein einen Werth von fünf Millionen Mark repräsentiren. Die theuerste Linie derMidland Company" ist die von Leicester nach London- ihre Herstellung hat pro Zoll sechzig Mark gekostet. Ueberhaupt sind die großbritan- Nischen Eisenbahnanlagen im Durchschnitt erheblich theurer al» die des Continent», da die englischen Gesellschaften die Kosten nicht gescheut haben, ihre BahnhosSanlagen in die Mitte der großen Städte zu verlegen - das erforderte zwar den Ankauf und die Mederreißung von ganzen Stadtvierteln, rentirte sich aber dadurch, daß die Gesellst aften auch den Verkehr in die Hände bekamen, der sonst im andern Fall ohne ihre Ver­mittlung zwischen den Städten und den Bahnhöfen statt­gefunden hätte. DaS gesammte rollende Material derMid­land Railway Company" beläuft sich auf 120000 Waggons und 2 500 Maschinen. Eine Locomotive kostet ungefähr 40000 Mk. - inßgesammt repräsentiren alle Maschinen der Company 750000 Pferbekräfte. Die Güterzüge bet Gesell- schäft befördern im Jahre durch daS ganze Königreich Frachten im Gewicht von zusammen 34 Millionen TonS- der Per­sonenverkehr beläuft fich auf siebzig Millionen Reisende, die Abonnenten eingeschloffen. Die Fahrkarten werden in einer Fabrik zu Paisley hergestellt und in Packetrn von je 50 000 Stück abgeüefert. 56000 Personen find im Betriebe, 2300 in den Bureaus der Gesellschaft angestellt. Sie vertheilen fich auf 600 Stationen, auf denen zur Sicherheit des Verkehrs 13 000 Signalmasten und 20000 Welchen vorhanden find. Die Länge der die Stationen verbindenden Telegraphendrähte beträgt 24000 englische Meilen- zur Lieferung beß galvani­schen Stromß finb 90000 Elemente unb Batterien erforber- lich. Die Kosten der Beleuchtung der Züge waren so enorm, daß fich die Bahngesellschaft entschloß, achtzehn eigene Gaß» werke anzulegen- diese liefern jetzt jährlich 300 Millionen Cubikfuß Ga» im Werth von 800 000 Mk. Zum Schluß sei noch angesührt, daß die Gesellschaft fünf Eisenbahnhotels besitzt und zwar in London, Leeds, Bradsord, Derby und Bolton. Alles in allem giebt dieMidland Railway Com­pany" zu Unterhaltung ihres coloffaleu Betriebes m jeder Minute 200 Mk. ans, dem aber wieder eine durchschnittliche Einnahme von fast 380 Mk. gegenüberfteht. (Romanwelt).

* Zur Erklärung der electrifcheu Ladung der WoUen liefert Brillonin inClel et Terre", wie dasArchiv für Post und Telegraphie" mittheilt, einen beachtenswerthen Bei­trag. Nach den Untersuchungen des berühmten Physiker» Professor Heinrich Hertz aus dem Jahre 1887 springt bet electrlsche Funke unter bem Einfluß ultravioletter Strahlen leichter über, als in der Dunkelheit. 1888 zeigte Prof. Wiedemann, daß sich diese Wirkung auf die negativ geladenen Körper beschränkt. DaS Studium dieser Er- schettuligen ergab, baß jebe negativ geladene metallische Ober­fläche ihre Electrlzltät verliert, wenn fie ben ultravioletten Strahlen beß Sonnenlichtß ausgesetzt ist, unb daß fich die­selbe Wirkung zeigt, wenn ein Ei-block als Verdichter negativer Electrizität dient. Beginnt aber die Oberfläche beß Elseß zu schmelzen, so verringert sich bte Wirkung beß ultravioletten Lichtß sehr stark, bis sie verschwinbenb klein wird, wenn eine Wasserschicht ben EiSblock bedeckt. Während somit Els sehr empfindlich gegen ultraviolette Strahlen ist, bleibt Wasser dagegen unempfindlich. Auf diese Ergebnisse beß Versuch» i gründet Blillouin seine Erklärung der Lustelectrizität. Wenn In irgend einem Augenblick in der Lust ein electrische» Feld vorhanden ist, werden fich die Eisnadeln der Cirru-wolken durch electrische Vertheilung laden, an dem einen Ende negativ, an bem anderen positiv. Sobalb aber die negativ I geladenen Enden der Etsnabeln von ultravioletten Strahlen getroffen werben, verlieren fie ihre negative Electrlzltät, der Zustand der Eisnabeln und damit bas Verhalten ber ganzen Cirruswolke wirb pofitiv elektrisch. Die aus ben Eiknadelu stammende negative Electrlzltät verbleibt auf ber umgebenden Luft, welche, wie Untersuchungen erwiesen haben, auch bei ultravioletter Bestrahlung als Isolator wirkt. Die atmos­phärische Electrizität erklärt fich hiernach als eine Wirkung ber Sonnenstrahlung auf die Cirruswolken.