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Rr 142 Zweites Blatt. Dienstag dm 21. Zum
1808
Orschetnt tLgNch mit Ausnahme des Montags.
Die Gießener N«milien-lL1ter »erden dem Anzeiger »Schentlich viermal beigelegt.
Gießener Anzeiger
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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Sonn. 10 Uhr.
General-Anzeiger
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Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieszen.
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Sch tßr.tze Nr. 7.
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Fernsprecher Nr. 51.
Deutsches Reich.
Berlin. 18. Juni. Das Katserpaar ist heute Morgen nach Altona abgereist.
Berlin, 18. Juni Die gestern unter dem Borfitz bei Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe in besten Amtswohnung abgehaltene Sitzung bei Staatsministeriums dauerte mit einer elnstündigen Unterbrechung von Vormittags 10 biß Abend, 8 Uhr.
Glauchau, 19. Juni. Der Seniorchef der weltbekannten Firma Bornemann in Meerane in Sachsen hat sich gestern Abend, angeblich wegen verfehlter Specalationen, erschossen.
— Die Zahl der Wahlberechtigten betrug seit der ersten Wahl zum Deutschen Reichstag 1871 (damals noch ohne Elsaß-Lothringen): 7 656 000, 1874 (mit Elsah Lothringen): 8523000, 1877: 8943000, 1878: 9 124 000, 1881: 9 090000, 1884: 9 382 000, 1887: 9 769 000, 1890: 10145 000, 1893: 10 628 000. Bei diesen Wahlen haben von hundert Wahlberechtigten ihr Stimmrecht auSge« übt in der Reihenfolge der soeben bezeichneten Wahljahre 15, 61,3, 60,6, 63,4, 56,3, 60,6, 77,5, 71,6, 72,2.
— Gewinne undVerluste der Parteien. Soweit bisher erfichtlich, gewannen die Coniervativen 6, verloren 5 Sitze, die Reichspartei gewann 1, verlor 9, das Lentrum gewann 4, die Reformpartei verlor 1, die National- liberalen gewannen 1, verloren 8, die freifinnige Bereinigung verlor 7, die freif. Bolkspartei verlor 6, die deutsche Volks- Partei verlor 3, die Sozialdemokraten gewannen 3, verloren 2, die Polen verloren 8, die Wilden verloren 1 und gewannen 1.
Ausland.
Wien, 19. Juni. Nachdem die Nachrichten aus G a lt zi e n gestern ruhiger lauteten und ernste Ruhestörungen nicht mehr bekannt geworden find, beschloß der gestern Nachmittag stattgehabte Ministerrath, vorläufig von der Proklamirung del Standrechts abzusehe«.
Rom, 19. Joni. Der König berief Bianchieri, Visconti Benostannd General Pelleux zur Besprechung. Allgemein herrscht die Anficht, daß die Bildung eines con- servativ-liberalen Cabinetl erfolgen werde.
Paris, 19. Juni. Da Dupuy leibend ist, hat Sarrien die Misfion bet Cabinetlbilbung übernommen. Derselbe besteht aber darauf, daß wegen der in der Armee herrschenden antirepublikanischen Stimmung ein Wechsel im
Generalstab vorgenommen werde. Infolge besten wirb der I Chef des GeneralstabS, General Boildrffre, den Botschafter- | posten in Petersburg erhalten.
Loudon, 18. Juni. „Morning Post" meldet aus Washington: Zwischen Mac Kinley und General Milel sei ein Zwist auSgebrocheu. Mac Kinley will Havanna sowohl vom Meere aul wie vom Lande angreisev, während MileS nach der Einnahme von Santiago die Feindseligkeiten einstellen will.
Madrid, 18. Juni. Der Commandeur von Santiago telegraphirte gestern daß gegen fünf Uhr Morgen» acht Schiffe ein heftige! Schnellfeuer auf die Batterien der Küste von Aguadore! richteten. Ueber tausend Geschosse von allen Ealibern seien von dem amerikanischen Geschwader herübergeflogen. Auf spanischer Seite wurden drei Mann getödtet.
Madrid, 19. Juni. Am 15. dss. MtS. hat Aguinaldo nach länger« Berathung mit den Jnsurgentenführern die Unabhängigkeit der Philippinen proclawirt. Die ganze Provinz Cavite ist von den Insurgenten erobert, ebenso die Bororte von Manila.
Madrid, 19. Juni. Ein neuer Angriff der Amerikaner auf Santiago wurde zurückgeschlagen. Man glaubt hier, daß Santiago von der Landseite nichts zu fürchten habe. Mau steht der Landung bei Jnvafionshtere! ruhig entgegen.
Madrid, 19. Juni. Aul Manila wird dem „Jur- parctal" über Hongkong gemeldet, alle Provinzen seien auf- gewiegelt, alle telegraphischen Verbindungen im Laude unterbrochen und Manila vollständig isolirt. DaS Schicksal de» General» Monet ist völlig unbekannt. General Peua mußte stch in Cavite dem Feinde ergeben. Anderen Abtheilungen in derselben Provinz ging el ebenso. Da viele Rebellen Aguinaldo! Autorität nicht anerkennen, so bricht sicher ein Bürgerkrieg in dem Augenblicke aus, wo die Rebellen sich vor den Spaniern sicher fühlen. Bezüglich der Haltung der Deutschen vor Manila melden die Blätter all characteristisch die selbstverständliche Thatsache, daß die »Kaiserin Augusta" bet der Einfahrt in den Hafen die spanische Flagge grüßte. Die deutschen Osfiziere thäteu ferner alle» Mögliche, um Freundschaft mit den spanischen Offizieren zu schließen.
Washington, 18. Juni. Der Agent der amerikanischen Regierung meldet, daß da! spanische Reserve-Geschwader in einer Stärke von 13 Schiffen nach Cartagenas abgedampft sei. Drei dieser Schiffe haben Verstärkung!- truppen an Bord.
Havanna, 18. Juni. Die Beschießung einer Anzahl amerikanischer Schiffe durch die Küsten-Batterien hat die Amerikaner gezwungen, sich zurückzuzieheu.
Locales und provinzielles.
Srinberg, 17. Juni. In der verfloffrnen Nacht wurde in der Wohnung bei Herrn Stadtrechner! Schäfer hier ein frecher Einbruchlbiebstahl begangen. Der Dieb stieg mittelst einer Leiter vom Winterplatz au! burch ba! offen stehenbe Fenster in ba» im zweiten Stockwerke gelegene Schlafzimmer be» Herrn Schäfer, erbrach ba! bort stehende Schreibpult und entwendete daran! mehrere Gelbrollen i« Betrag von ungefähr 3000 Mk., ohne baß bte anwesende Schwester be! Bestohlenen etwas gewahr würbe. Al! Herr Schäfer, bet später in seine Wohnung kam, nach seiner Gewohnheit die Kaffe einer Prüfung unterzog, wurde er zu seinem Schrecken den Verlust gewahr. Merkwürdiger Weise ließ der Dieb dal in derselben Schublade liegende Papiergeld unberührt. Zur Ermittelung de! ober ber Thäter fehlt bi! jetzt jeglicher Anhaltspunkt. Die noch am Hause lehnende Leiter war au! ber offenen Hofraithe eine! Nachbar! geholt worben. Darmst. Zig.
Bom südliche» Logelsderg, 16. Juni. Der Bahubau Wächtersbach—Birstein wirb eben so eifrig betrieben, daß gegründete Hoffnung ist, den Bahnbetrieb mit dem 1. Juli er. eröffnen zu können. Dadurch wird ein weiterer Theil bei Vogellberges in den großen Verkehr e'nbezogen. Die mehr nach dem hohen Gebirge zu heimischen Vogellberger erstrebe« und erhoffen die Fortführung dieser Bahn von Birstein bis in die Lmie Gebern—Lauterbach. Angeregt durch da! ComitL für die Erbauung dieser Bahn fand letzthin eine Besichtigung der geplanten Linie statt, woran sich u. A. Vertreter der Verwaltunglbehörden von Lauterbach und Gelnhausen, sowie Mitglieder der Bahnbaugesellichast beteiligten.
Darmstadt. 18. Juni. Der Großherzog hat für die Wafferbeschädigteu im Kreise Erbach die Summe von 500 Mk. gespendet.
— In Alexisbad, dem herrlich gelegenen Kurort deS Unters Harzes, welcher oom 1. Mat ab das ganze Jahr hindurch im Betriebe, werden dieses Jahr viele Neuerungen und Anlagen eingeführt, wie: Sonnenbäder im Sonnenpark, Luftbäder, Lusthütten, auch wird eine neue Wasierleitung angelegt. Durch Herrn Dr. rned. Paczkowski (früher in Leipzig) sind neue Kuren mit eingeführt, wie Magnetismus, Kräuter- und Diätkuren rc. Kurtaxe wird nicht mehr erhoben. 5573
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Pläne, Kostenanschläge und Bedingungen können bei den Architecten Herren Stein & Meyer eingesehen, auch gegen Erstattung der Copial- gebühren von denselben bezogen werden. Angebote sind dem Unterzeichneten bis zum 28. Juni, Mittags 12 Uhr, einzureichen.
UGießen, den 18. Juni 1898.
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Mittwoch den SÄ. d. M., Vormittags 10 Uhr, sollen im Grohherzoglichen Hos- marstalle dahier zwei ausrangirte Landgestütsbeschäler unter der Bedingung des sofortigen Abschlachtens versteigert werden.
Darmstadt, den 17. Juni 1898. Großherzogl. Landgestüts - Direction.
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