•• Jubiläum der Wslbeuser Im Großherzogthum Hessen werden Vorbereitungen getroffen, damit da» nächste- Jahr stattfiudende JubUäum der hier vor 200 Jahren er« folgten Ansiedelung der Waldenser würdig gefeiert werde. Ueberall hatte man die Waldenser verfolgt und ver- trieben, bi- ihnen 1699 Landgraf Ernst Ludwig auf Für« spräche de- wackeren holländischen Gesandten Valkenier im Odevwalde Land zur Anfiedeluog überwte-. ES waren die „herrschaftlichen Höfe" Rohrbach, Wembach und Hahn. Ja einer Eingabe vom 26. Tcptember 1699 hatten die Waldenser dem Landgrafen für seine Menschenfreundlichkeit inaigst gedankt und dabei gesagt: „Wir find Fürsten treu gewesen, die unS verfolgten/ wir werden umsomehr treu fein einem Fürsten, der un- beschützt." Diese Treue haben die Waldenser auch den Nachfolgern de- Landgrafen Ernst Ludwig bewahrt.
•• Schulstellen. Man schreibt dem „Mainzer Anz.": Mit Beginn de- neuen Schuljahre- werden im Grobherzog- Shum Hessen vier katholische Tchulstelleo errichtet, ohne daß einheimische Lehrkräfte in genügender Zahl vor« Händen find. Da jedoch an katholischen Lehrerinnen in Hessen seit Jahren ein großer Ueberfluß ist, sollen die oacauten Verwalterstellen vorläufig mit SchulamtSaspirautinnen be« setzt werden.
Darmstadt. 19. April. In der Nachmittag- hier ab« gehaltenen ordentlichen Generalversammlung deS mittel« rheinischen Zweigverbandes deutscher Müller theilte der Vorsitzende mit, daß der Verband gegenwärtig 256 Mitglieder zähle und ein Vermögen von etwa 4030 Mk. besitze. Nach Dechargirung de- Vorstände- und deS Rechnuog-sührer- hielt der vorfitzende des Hauptverbande-, van der Wyngaert au- Berliu, einen Vortrag über die augenblickliche Lage der Müllerei. Infolge des immer mehr um sich greifenden capitalistifcheu Betriebe- seien namentlich die kleinen Müller sehr gedrückt. Weder von einer Drtartfirung de- Mehle» auf den Eisenbahnen, noch von einer solchen der Futterstoffe sei eine Abhilfe zu erwarten. Bessere Zustände könnten herbei« geführt werden, wenn sich die deutschen Müller einmal einigen wollten, liebet Berkauf-mrthode, Zahlungsfristen, Eredite und Preise müsse ein Uebereinkommen erzielt werden. Tin radikales Mittel zur Besserung würde ein Verbot deS Verkaufs von Nahrungsmitteln auf weitere Termine als drei Monate fein, sowie da- verbot des Börsengeschäft- mit Getreide. Die kleineren Müller müßten Genossenschaften mit beschränkter Haftpflicht zum Absatz ihrer Produkte bilden. In der Diöcusfion wurde al- Mittel zur Abhilfe auch Contingenttrung der Mehlproduction, Erhöhung der Getreidezölle, Aufhebung der Zollcredtte und Transitläger und Beseitigung de- Zwischenhandel- gefordert. Schließlich wurde ein Antrag, den Bor» stand de- Hauptverbande- zu beauftragen, beim Bunde-rath dahin vorstellig zu werden, daß die Zollcredite und Transit- lagerhäuser aufgehoben werden, angenommen, ebenso ein Antrag, auf Loutingentirung der Mühlenproducte hinzuwirken.
Franks. Ztg.
Offenbach, 18. April. Am SamStag wurde auf dem Bahnkörper der Offenbacher Localbahn die gräßlich verstümmelte Leiche des 13jährigen Knaben W-, der hier bet seinen Eltern tu der Rödernstraße wohnte, gefunden. Der Körper dek Unglücklichen war in zwei Thetle getrennt. Ob der Knabe den Tod freiwillig suchte, oder wie er unter den Zug gekommen, kann nicht bestimmt gesagt werden.
Darmst. Ztg.
Mainz, 19. April. Ein in einen Berliner Bank- hau- angeftellter Mainzer, Heinrich Lippmann, hat tu der türkischen Lotterie 600000 Frankeu gewonnen. ES werden ihm nach feiner eigenen Mütheilung 58 Procent auSbezahlt, so daß der Gewinner immer noch 380000 Frankeu erhält.
Mainz, 18. April. Bon uatioualliberaler Seite wurde sür die nächste Rei ch-tag-wahl für den Wahlkreis Mainz« Oppenheim der (nicht im engeren Sinne der Partei zugehörige) Laudwirth August Dettwetler tu Laubeuheim al- Caudtdat tu Au-ficht genommen. Herr Dettwetler erklärte, das Mandat nur unter der Bedingung annehmen zu wollen, weuu auch die demokratische und deutschfreifinuige Partei ihn als Reichs« tagScandidateu accepttreu würde.
• Berlin, 19. April. Der Mörder der Luise Günther, welch letztere heute Nachmittag beerdigt wordeu ist, konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Ju König-« Wusterhausen wurde heute ein irrsinniger Mensch, und zwar der ehemalige Student der Rechte Walter Santz au- Berlin, verhaftet, der sich selbst al- Mörder der Günther bezeichnet hatte. ES ist nicht wahrscheinlich, daß die Selbstbezichtigung de- Irren begründet ist.
Wöchmtliche Urberstcht der TodeSMe in Gießer
16. Woche. Vom 10. April bis 16. April 1898.
Einwohnerzahl: angenommen zu 24 100 (tncl. 1600 Mann Milttil ) SterblichkettSziffer: 25,89, nach Abzug der Ortsfremden 19,41 o;M Kinder
E- starben a: Lusammrn: Erwachsene: im vom
1.Lebensjahr: 2.—15.Iah?:
A n m. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie vielt der Todesfälle in der betreffenben Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Lungenschwindsucht Bauchfelltuberkulose
3 (1)
1 (1)
Ml)
—
1 (1)
L ungenerweiterung
2
2
—
Nierenentzündung
1
1
—
—
BöSart. NeubUdung
3
3
—
—-
Diphtheritis
1 (1)
—
—
1 (1)
Selbstmord
1
1
—
Summa: 12 (3)
10 (1)
—
2 (2)
Cawb« ttttö schaff
W. Gießen, 20. April. Auf dem gestrigen Kuh markt waren 700 bis 800 Stück, darunter etwa der vierte Theil Kälber, auf« getrieben. Der Handel setzte von Anfang an flott ein, so daß der Markt schon gegen 10 Uhr ausverkauft war. Käufer vom Main und Rhein, sowie auS der Bad-Nauheimer Gegend machten den Markt und legten für gutes Milchvieh, welche- knapp war, hohe Preise an. Die Preise für Kälber waren noch eine Kleinigkeit höher, alS beim letzten Markt. Für frischmelkende und tragende Kühe, 1. Qual., wurden zwischen 500 bi- 560 Mk., 2. Qual. 400 bi- 480 Mk., 3. Qual. 300 bis 380 Mk. per Stück bezahlt. Kälber kosteten schwere Waare 68 bi- 70 Mk., Mittelwaare 60 bis 65 Mk., leichte Waare 55 bis 58 Mk. pro 100 Pfund (Schlachtgewicht. Die Preise für fette Rinder, welche nur vereinzelt am Markt waren, gingen etwas in die Höhe.
Aereest« Nachrichten.
Depeschen de- Bureau „Herold".
Berlin, 20. April. Dem „Local-Anzeiger" zufolge hat Spanien die Anfrage nach Berlin gerichtet, ob man ihm nicht auS unseren Beständen Geschütze verkaufen wolle. Anscheinend sei eine gleiche Anfrage auch an die anderen
Staaten ergangen, von diesseitiger zuständiger Stelle wird die Anfrage ablehnend beantwort« werden.
Berlin, 20. April. Der ablehnende Bescheid de- EultuS- Minister- hinsichtlich des geplanten Mädchen-Gymnasium- in Breslau hat die Abgeordneten dieser Stadt Gothein und Wedekamp und den Abg. Rickert-Danzig veranlaßt, unterstützt von Mitgliedern der freisinnigen Partei und anderer Parteien folgende Interpellation an den Landtag einzubringen: Welches sind die Gründe, au- denen die königliche Staat-- regierung die Genehmigung zur Errichtung eine- von den städtische« Behörden in Bre-lau beschlossenen Mädchengym- nafiumS versagt.
Königsberg, 20. April. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten gab Oberbürgermeister Hoffmann bekannt, daß der Minister de- Innern seine Beschwerde über den Oberpräsidenteu Grafen Bismarck, der bei der Cevtevar« feier sich geweigert hatte, ihm die Hand zu reichen, unbeantwortet gelassen habe. Die Versammlung nah« mit 44 gegen 36 Stimmen eine Resolutton an, in welcher sie darüber ihr Bedauern ausspricht.
Wien, 20. April. Seite heute Nacht I V, Uhr brennt da- Börsen«Gebäude. Da- Feuer ist oberhalb de- Saale- au-gebrochen und dauert noch fort.
Wien, 20. April. In parlamentarischen Kreisen cireulirr da- Gerücht, die Regierung sei fest entschlossen, wenn e- ihr nicht gelangen sollte, ein arbeitsfähige- Parlament herzustellen, nach Schluß der Delegationen da- Hau- aufzulösen und dir Neuwahlen im Herbst vorzuuehmen.
Budapest, 20. April. Anläßlich der heute hier erfolgenden Ankunft de- Arbeiterführer- Eizmadia, welcher einer Vorladung zum Pceßgericht Folge leistet, planen die Socialdemokraten eine große Demonstration. Die Polizei trifft bereit- die größten Vorsichtsmaßregeln.
Loudon, 20. April. „Daily Mail" berichtet, daß in den letzten Tagen Spanien sowohl wie die vereinigten Staaten bei allen Mächte» versucht Haden, Schnelldampfer anzukaufen, um sie in Kriegsschiffe umzuwandeln. Da- sei auch zum größten Theile geglückt
Loudon, 20 April. Au- Washington wird gemeldet, der Präsident befahl, daß 100 000 Manu Miliz am Donuer-tag nach dem Golf von Mexiko sich begeben. Die Dampfer zum Transport der Truppen verließen gestern Newhork, Hudson und Philadelphia und fuhren nach dem Golf von Mexiko.
Loudon, 20. April. Lu- Washington wird gemeldet, daß 17 000 Mann reguläre Truppen gestern früh verschiedene Häfen verlaffen haben, in denen sie kürzlich con- centrirt waren, um sich nach dem Golf von Mexico zu begeben. Der Rest folgt morgen.
Loudon, 20. April. „Daily Graphic" sagt, eS sei de« amerikanischen Senate weniger um die Freiheit EubaS, als um die freie SilberprSgung zu thun. Die Bryau'sche Mehrheit de- Senats versuche, den gegen Spanien geleiteten Feldzug gegen Mac Kinley zu lenken.
Washington, 20. April. Paulo Bernabe hat alle« spanischen Consuln Anweisungen gegeben, den Wegzug ihrer Landsleute in den respecttven Distrikten za erleichtern.
Washington, 20. Aprtl. Der EabiuetSrath hat sich gestern vertagt, um heute einen Vorschlag, wonach 80,000 Mann Truppen eingerusen werden sollen, zu derathen.
A. Giessen.
Schulst». 6. Waarenhaus. W Schulst». 6.
Neu einge troffen
Neu eingetroffen
do.
. „ 98
Kleiderstoffe
Metr 32 Pf.
38
55
24
Breite chardiuen 2*orti rcuftoff ff-agreh
Cravatten
RegatteS chic. . 28 Pf
Diplomat . . . 12 „
Corsets
für Damen . Mk. 1,25 Hercules, stark u. billig echt Fischbein, eleaant.
Damenhiite
Stroh, ungarnirt, 70 Pf. garnirt, 125 „
Hemden
für Damen, la. Hemdentuch, 68 Pf., für Kinder 8 Pf.
Glasbilder
(Diaphanien)
Sortiment . . ä 48 Pf.
Machltiemden
Kachljacken
für Herren und Damen
Strümpfe
Baumwollene für Damen 22 Pf.
Baumwollene für Kinder IO Pf.
Emaille
(Dinier . . . ä 98 Pf.
Waschschüssel» 36 „
Kochtöpfe . A 28 „
Hardinen
ftfimafe Tor-Luge Mir. I0H
Billige !krrkn-u.ÜWkn- Wäsche.
Schürzen
für Damen . . 68 Pf. „ Kinder . .28 „
Kleiderstoffe
Blaudruck
Meter 42 Pf.
Kleiderstoffe
Reine Wolle
Meter 55 Pf.
Kleiderstoffe
Halb - Wolle
Meier 35 Pf.
Filzhüte
für Knaben von 90 Pf. an
Herren 135
schuhe
|etii|-8hr|rif*üt Paar 85 H
Iteri Iwjrfliefel „ X5.75
Irrrfi Jiilifftl 4,75
Bettzeug
Cattun . . Mtr. 28 H
Satin Augusta „ 36
Barchent . . „ 65
Porzellan
Tassen. . Stck. 17
mit Gold „ 22
Kucheutever . „ 48
siippessaihkn
Figuren . ä 8 Pf.
do. . ,, 28
//
jffjrri ' jslttta
&
10 Ühr, SM Hadtl (Ri von 36 n Mpel1 4 2. EL- ■ Mer rnc Stöcke rir
Freiherrli'
rinvtm
(
Pfeffti
Preis
Lauer und
rsglit
twfitbli
1
Marlkilraj
II
in 3' in 10 empfiehl
ffll
I m iitoäi da. 4 in »
H.
K prima oll: 3
I tt g
- a knipsteh!
Pf« Zieh
trHk Gr ’Htt it
<Ni 1 elega
1 «?fr!
1 3ieitp i W.
1 riviu .Jjin 10 Pin. •*5 anv »tub-
u


