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1898
Sonntag den 20. November
Gießener A nzeiger
Heneral-NHeiger
Zlnrts- und Anzeigeblutt füv den Kreti Gieszen.
| Gratisbeilage: Gießener Familienblätter
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Torpedoboot, Div'fion gelangt zum Äbiäjlufe, jene del Liaien- schiffe, .Ersatz Röntg Wilhelm^, des großen Kreuzer, A, bei (Leinen Kreuzer A unb B »iib fortgeletzt, jene bet tilnte»- schiffe A unb B, der (leinen Kreuzer C unb D nnb einer Torpedoboots Division wirb begonnen.
Berit», 18. November. Reichsfinanzeu. De» vernehmen nach ist vom BundeSrathe der Ansitz der Einnahme» aus den Zöllen nnb Verbrauchssteuern für bal Rechnungsjahr 1899 auf tvsgesamwt 742,3 Millionen Mar( oder 40,8 M llionen wehr wie im laufenden Jahre festgesetzt worden. Die Zölle, welche insgesamm» auf 442 4 Millionen veranschlagt find, haben eine Erhöhung um 33,7 Millionen Mark erfahren. Würde die Einnahme für die fünf Hauptgetreibe- orten Weizen, Roggen, Hafer, Gerste und Mais ebenso, wie die aus ten übrigen Zöllen nach dem Durchschnitt der letzten 24 Monate berechnet worben sein, so hätte flch bas Mehl noch um 12,6 Millionen erhöht. M.t Rückficht auf die er. hebUcheu Schwankungen bei der G-treide-Linfuhr ist dieser Einnahme doch der Durchschnitt der letzten drei Volljahre zu Grunde gelegt, so daß in Folge dessen die Veranlagung nm die genannte Summe gekürzt werben muhte. Die Tabaksteuer ist ans 12 Millionen oder 0,4 Millionen mehr, die Zuckcrstcuer auf 92,1 Millionen oder 2,6 Millionen veran- schlagt. Die «usfuhrzuichüffe, welche bei der letzteren Steuer von dem B-nttozoll in Abzug zu bringen find, find für 1899 auf 82,1 Millionen angenommen. Des weiteren ist die Salzsteuer mit 47,2 Mtllionen oder nahezu eine halbe Mil« liou mehr, die Blanntweiumoterialsteuer mit 168 Millionen, die Branntweinverbrauchsabgabe mtt 102 4 Millionen oder 1,3 Mtlltoueu mehr und die Vraustener mit 29,1 Millionen oder 0,9 Millionen mehr zum Ansatz gebracht. Auf den Kopf der Bevölkerung der Brnusteuergemeinschaft ergiebt sich darnach ein Nettoertrag von 0,71 Mark. Wie wir hören, ist die schematische Anordnung des Etats der Zölle und Verbrauchssteuern gegen die bisherige abgeändert worden. Es ist dadurch eine beffere Urbetfichtlichkeit und die Möglichkeit einer leichteren Drtentitung erzielt. Die bisher als Anhänge beigegeben gewesenen Darstellungen der Berechnungen der Etnnahmru aus den einzelnen Steuerarteu haben in Folge dessen in Wrgsall kommen können.
veriLlscht arabisch. Ihre Sprache ist ein mit IpantiArn unb italiermchen Brocken vermischter arabischer Dialekt, unö die gang» Art, fich zu bewegen, ist, namentlich bt den Männer», von jener wilden Lebhaftigkeit, die den des Reisers i» Orient noch Ungewohnten anfangs Verwunderung uvd Schrecke» einflöht.
In vierfitzigen, weißllberschirm en Wägelchen gelangt man durch die lange Hafenstrahe, ein alterthümliches, eng eingebautes Thor und eine steil anstrigente Straße >» bas Innere der Stabt, beten eigenartige Anlage fich von btt Höhe aus leicht Überschauen läßt. Zehn Etraßen führen vou Sau Elmo, erst steil ansteigend, daun fich etwas senkend unb hierauf wieder ansteigend, nach dtm Lande von Lavalttta, der Porta Reale, einer Gruppe von Arkaden, die fich auf durch Äb'prengnrg nnb Ausmauerung geschossenen Bastionen von 200 und mehr Fuß Höhe erheben. Ueder diese zehn Läng'straßen hinweg sühren elf Querstraßen vom »roßen zum Quarautänehafen. Sie fiub weist so steil, daß fir, wie in Ierusai'w und Konstantinopel, richtige Treppen bilde» oder doch wenigstens on den Bürgersteigen mtt Stufen ber- sehen find. 8btr die englische Verwaltung hat hier für so gutes, reinliches Pflaster gesorgt, daß e« fich recht beqie» geht, was man von den Treppengaffen auf Z on oder i» Galata nicht gerade behavpl« kann.
Die Archit c:ur der ebenfalls verhältmhmäßig sauber« Häuser weist orientalische Elemente auf unb erinnert an bie der alten Krenzfahrerstädte. Ueberall sieht man Galerie«, b*e den Häusern einen malerischen, oft phantastischen Anblick verleihen unb wohl an die Stellt der Mittelalterlichen Erker getreten find, bie ursprünglich als vertheidizungSpunkte blroten. D'e neuen modernen englischen Gebäude, wie die gothische Kirche, bas mit korintischen Säulen umgebene Theater u. a. fallen aus dem Rahmen dieses alterthümlichen Ttädtebtlbeß vollkommen heraus. Es geht ihnen wie btn Engländer» selbst, die trotz neunzigjähriger Herrschaft noch immer keinerlei Fühlung «st dem «altefischen. Volke zu finden gemocht haben.
lOrrflf Nr Dipeschrn: Amzeißsr Aerusprecher Rr 61.
Nachmittags 3 Uhr, ans .Lonys BierkellerE
Tagesordnung.
eines 1. vorfitzenden.
eines Mitgliedes des AusschnffeS an Stelle
R.casolt la so vortrcsfl cher Weise abgeschloffen, daß man erst ganz nähr davor Überhaupt etwas von einer Emfazn be- ineiff. Und mit der einen Schutzmauer gegen Sturm nno FriudeSwacht hat es d'e Natur hier nicht einmal bewenden taffen. Hinter der vom Fort Ricaioli gehörten Landzunge ragen an der Ostseite noch vier andere Halbinseln in den großen Hafen hinein, io daß dieser w ederum in iünf lang- gestreckte, fiter eine halbe Seemeile weit ins Land ein- schneidende Buchten getheilt wird. Die vierte Landzunge trägt die Höhen von Eorradino mit dem weithin fichtbaren Mtlitärgefaugoiß. Sie umschließt erst den eigentlichen Inneren Hasen, der, durch Sprengungen erwei.ert, ganzen frohen Ran« bietet und so geickfitzt ist, daß selbst der gefürchtete Nordostwind keinerlei Schaan anrichten kann. Hier wimmelt es jederzeit von Fahrzeugen aller Art nnb von hier ans bringen kleine Boote den Ankommenden ans Laub. Bei der Ausbootung genießt «au den ersten Vorgeschmack vom Orient: die wild burcheinanderschreiend«, braun« Gesellen, denen man fich zur Beförderung anoertronen muß, reißen e ne« fast die Kleider vom Leide. Sie pefigtln fich aus Gewöhn- h ft um die paar Fremd«, die ihn« geleg«tlich die Möglichkeit bieten, ihre Leistung« über den landesüblichen Tarif hinaus bezahlt zu wachen, denn die unbezwingliche Sehnsucht nach dtm .vachschiich* Hegt Ihnen noch immer im Blute, ob- wohl ihr «raberthum in den tausend Jahren, bte fie auf Malta hangen, so vielen europä-.schtn Eiuflfiffen ausgesetzt gewesen ist. Kau« 200 Jahre, nachdem bte Araber das alte Melite, bas fie Maitache nannttn, enbgiltlg bem dhzav- tinischkv Reiche entriffeu hatten, nahmen es bie Normanen in Besitz. Dann herrschten belb Stanser, halb Anjou, halb Aragon auf der Insel, dis fie 1625 durch Kaiser Karl V. bc« aus Rho ins vertriebenen Johauniterorden angewiesen wurde, bt» nun wieder seit fast hundert Jahr« England hn Besitze ooü Malta gefo'gt ist. Und dennoch ist bie Be- völ(e«ng des nur etwa 100 Sm. vorn fiellianischtn Sap Paffaro entfernt liegend« Eilandes noch immer fast nn-
Dermifc^te».
△ An« dem Hinte rlaude, 18. November. In verschie- denen Darstellung« cei Wetzlarer unb Hinterländer Anzeigers ist behauptet worden, der Plan zum Weiterbau der
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Detttjche» Reich.
Berlin. 19. November. Schiffsdauten und -Ar- ■ trnngen. Auf Grund des Gesetze» vom 10. «pnl 1898, betreffend bie beutsche Flotte, sowie nach Abrechnung der bereits i« Iahte für Erweiterung der Flotte verbrauchten Mittel würden auf jedes der Jahre 1899 dis 1903 durchschnittlich 61,077.600 Mk. für Schiff'bauten und Schiffs- armirungen und 8,841,670 Mk. für sonstige einmalige Ausgaben enifallen. Für 1899 sollen indeffen für Schiff^bauttn und 'Armirungen nur 66,656,000 Mk. unb für sonstige einmalige Ausgaben bet Marine 7,840,500 Mk. ongeforbert werben. Unter ben Ausgaben sür Sch'ffsdaut« nnb -Armir- ungen befinden fich die letzten Raten für den großen Kreuzer »Fürst B'smaick (Ersatz Leipzig)-, sür bas Liuieaschiff .Kaiser Wilhelm II. (Eriatz Friedrich der ©rofoe)*, sowie für die Kanonenboote .Eriotz ®olf* nnb „Ersatz $abtd)t*, enblich für eine Torpedoboors-Dioifiou, bezüglich welcher zu bemerken ist, baß mit Rücksicht auf das leichte Kentern der bisherigen kleineren Torpedoboote bet schwerer See in Zukunft bie Torpedodoots-D v sionen statt wie b sher aus eine« größeren Boote (Divifiousboote) und acht kleineren Booten an- sechs gleichen Bootea etwa von der Größe der bUbertgen Divifions- boote destehtu sollen. Für das Linienschiff »Ersatz König Wilhelm- wird die dritte, für zwei Linienschiffe A und B, einen großen Kreuzer A, unb zwei kleine Kreuzer A und B die zweite Rate in Betracht kommen, während mit Hilfe einer ersten Rate ♦« Jahre 1899 der Bau von drei Lintensch ffrn (C, D unb E) uub zweier kleiner Kreuz'r C und D in Angriff genommen werden soll. Ebenso wird für eine weitere Torpekobootr-Dlvlfion die erste Rate angeforbert. Schluß- raten für die artilleristische Armirung fLd in «nsficht genommen sür das Linienschiff .Kaiser Friedrich HL (Ersatz Preußen)", sür bie großen Kreuzer .Hertha^, »Biciorto fioutie*, .Freya", ,®ineta" unb .Hansa", für bie Kanonen- boote .Ersatz Wolf" unö „Ersatz Habicht", sowie für eine Torpedoboots-Dvifion- btt artilleristische Armirung bes großen Kreuzers .Fürst Bismarck (Ersatz Leipzigs, des Linienschiffes ^Kaiser Wilhelm H. (Ersatz Friedrich der Gtoße)E, des Linienschiffes »Ersatz König Wilhelm^, ferner der Linienschiffe A und B, bes großen Kreuzers A, der kleinen Kreuzer A unb B wird fortgesetzt, jeboch noch nicht vollendet, j«e der Linienschifft C D und E, der tetnen Kreuzer C nnb D unb einer Torpedoboot» D'v fion in Angriff genommen. Die Torpedobooi» »rmirnog des Linienschiff'.» ,»a fer W l Helm II ", des großen Kreuzers »Fürst B'.Smarck- unb rner
Rr. 273 Drittes Blatt
Aentlichev Theil.
Bcsanntmachung.
Die Mitglieder des Vereins zur Züchtung der Vogelsberger Rinbviehraffe in Grünberg unb Umgegenb unb alle Interessenten werden hiermit zu einer Hauptversammlung auf
Souutag den 4 December 1897, Nachmittags 4 Uhr,
h» ast Hause .Zum Sugllfchen Has" in ® rÄnber g tingelaben.
Tages»Ordnung:
1. Reorganisation bes Vereins.
2. Vortrag des Herrn Lanbwirthschaitslehrers Sehniger von Alsfeld über die Zucht de» Vogelsberger R ubel. Die Herren Bürgermeister von Gtünberg, Oueckborn, Göbelnrod, Beltershain unb Lauter werben tun Bekanntmachung in Orte ersucht.
Gießen, den 17. November 1898.
Der Direktor bes Kreiszuchtvereins Gießen. Boeckmanv.
Bekanntmachung.
Die Mitglieder des landwirthschaftiichea Bezirksvereins Gießen nnb alle Frennbe ber Lanbwirlhschast werden hiermit zur Generalversammlung auf
Montag ben 21. November bS. IS.,
Feuilleton.
Jur ßinweiyungsfeier nach Jerusalem, xrn.
Malta, 10. November 1898.
Ueder die Jusel Molta nab ihre Haup stabt Lavalttta, ta bereu Mauern unftr Kaiserp-ar am Dienstag unb Mittwoch verweilte, ist bet uns nur wenig Näheres bekannt, weil vtrser Hauptstützpuukt der euglischea Macht im Mittelmeere höchst selten von rouristevb^wpfrrn besucht wird. Bet einer O ieoireife, bte ich im Frürjahre dieses Jahres auf dem schcn bama's von ter Firma Earl Stangen gecharterten Dampfer ,Boh«mia" ausiührte, ward: eben auch Malta belügt, nab brr Tag, ben wir damals auf ber Insel Der- g atttn, gehörte »ü ber Fülle ftiner eigenthfimlicheu Ein- brürfe zu reu IntenffanteRtn ber ganzen Fahrt.
®enn man fich, von Worben fommenb, der von mäßig hohen Kalkgebirgen bedeck'en Jniel rähert, erwartet man «icht allzu Diel Don ihr. Um so größer ist aber darn die veberraschung, wenn bte eben noch undurchdringlich scheinende B-rgWocb fich aufthnt nnb, vou weit in das blaue Meer vor- gestellten gelfenatmm u--rahmt, ba« ^notama von 816«. le,!° stq auh-Ot. fteigt b°. »e.fee «.!«.
gebtrgedng. «=>».. e»por; e» ,ft dicht bedeckt -it flach bedachten Häusern, über die hinaus und zw schen denen überall die gewaUig«, von Lavalettes Jngeulrurea aus dem Felirn geha.euen Festungswerk- nusragen Die e gemliche Stadt Hgt recht, auf einer weit ins Meer hinausgreifenbeo Ha b- täfel, bte eine mächtige sjarbärtige Meeresbucht in zwei Häfen theilt, den westliche! EQuarantLnehafen und den östlichen .Großen Hafens Das Kaiserliche Geschwader benutzte den .Großen Haftn^, in bim überhaupt ber eigentliche Beu’.gr stch abfpielt nnb in de« immer eine Anzahl englischer Kriegs- schiffe vor Anker liegt. Er wirb nach b « Meere za curch das Fort Sau Elmo und das gegenüber liegende Fort
t Odervnwalter« Erb.
Feststellung des Voranschlag- für 1898/99.
Referat des Herrn Landwirthschaftslehrers Leithiger von Alsfeld über die sogen. FleischDerthenerungsfrag-. Glfchästliche Mitthefiungen.
Gießen, ben 17. Noviwber 1898.
Der Vorstand bes Btzirk-oereius Gießen.


