Ausgabe 
20.10.1898 Erstes Blatt
 
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natmraUffen. S. hat eine gongt Reihe bon theologischen nnb philologischen Werken geschrieben, durchweg tn lateinischer Sprache, wegen deren vorzüglicher Beherrschung er berühmt war. Sein hauptsächlichste» Werk bildete ein großer Low' mentar zu den Evangelien nnb btt Apostelgeschichte, bet na«tätlich tn Holland viel benutzt wurde. R. har fich auch große Verdienste um die Einrichtung de» Letchenhanses auf dem Gießener Friedhöfe erworben. Die Stadt Gießen dankte ihm dafür durch Schenkung eine» Erbbegräbnisses (zwischen dem unteren Friedhofsehor und dem Leichenhaus), wo er mit seiner Gattin begraben liegt.

Gesellschaft für Erd- nnb Billertnibe. In der gestrigen gut besuchten Hauptversammlung der Gesellschaft imHotel Einhorn^ stattne der vorfitzeude, Herr Prof. Dr. Sieber» Bericht ab über da» verflossene veretnsjahr. In il,m fanden neben den regelmäßigen Zusammenkünften sechs größere Vor­träge statt, in denen theil» alte, gern gehörte Bekannte, theil» jüngere Forschunggreisende von bedeutendem Ruf, wie Dr. Sven Hebln, zu Worte kamen. Zn biesen vorttägen hatte bie Universität der Gesellschaft bie große Hula de» Sollegien- Hauses zur Verfügung gestellt, wofür ihr herzlichster Dank auch an dieser Stelle ausgesprochen sei. Leider hat die Gesell­schaft den Verlust mehrerer Mitglieder zu beklagen. Ein Theil derselben ist wegen Wegzugs von Gießen ausgetreten. Dem gleichfalls von hier geichtedeuen Herrn Proviuzialdirector Geheimrath Firiherrn bon (Sagern, den die Gesellschaft wegen seiner hervorragenden Verdienste um ihre Gründung und ihr Gedeihen zum Ehrenmitglied ernannt hatte, widmett Herr Prof. SieoerS Worte de» Danke». Der oerstorbenen Mit­glieder gedachte der Herr Berichterstatter mit Worten bet Trauer. Die sodann erfolgte Rechnungsablage ergab ein Aufgehen der Einnahmen nnb Ausgaben, ba für Vorträge und Zeitschriften bedeutende Aufwendungen gemacht werden mußten. (Hierbei weisen wir darauf hin, daß die bon bet Gesellschaft gehaltenen geographischen Zeitschriften in bet öffentlichen Lrsehalle allgemein zugänglich sind.) Die bon den Herren Zimmer unb Eifert geprüfte Rechnung wurde richttq befunden und der Rechner, Herr Eommercteurath Heichelheim unter dem Dank der Versammlung entlastet. Da» Programm für den beborsteheuden Winter ist in­sofern noch nicht festgestellt, als bindende Abmachungen mit den In Aussicht genommenen Rednern noch nicht getroffen sind; das Hauptaugenmerk des Vorstände» soll jedoch auf möglichst reiche Abwechslung in der Auswahl der zu haltenden Vorträge gerichtet sein. Der erste Vortrag (Herr Professor Regel' Jena) findet bestimmt nächsten Dienstag den 25. ds. Mts. statt. Die fich anschließende Neuwahl des Vorstandes ergab Wiederwahl der seitherigen Vorstandsmitglieder. Für Herrn Geheimrath b. (Sagern wurde Herr Oberlehrer Fuhr gewählt. Damit waren die Geschäfte erledigt, und Herr Prof. Siebers, der unermüdliche Vorsitzende der Gesellschaft, beschloß den Sbend durch einen anregenden, beifällig auf­genommenen Vortrag über die wirthschaftlichen Verhältnisse von Französisch-Guayana uab die iles den salut, die gegen­wärtig wieder durch die Drehfus-Sache im Vordergrund de» allgemeinen Interesses stehen.

P. Lehrer Lonferenz Die diesjährige Herbst Lehrer- Eonferevz des Bezirks Gteßen-Troheu.Linden wurde gestern in der Turnhalle der hiesigen Stadtknabenlchule ab- gehalten und war gut besucht. Al» wichtigster Gegenstand stand auf der Tagesordnung:Der obligatorische Turnunter­richt und seine verthettung in der achrklasfigen Volksschule." Offenbar war e» Zweck, der Eonferenz ein getreues Bild der in unseren städtischen Schulen erreichten Resultate im Schul­turnen borzusühren. Wir haben auch später aus der Mitte der Versammlung heraus diese unsere Meinung bestätigen hören mit dem Bemerken, man lerne durch eine so muster­gültige Leistung erst den wahren Werth des Turnens genauer kennen. Präcis IO1/* Uhr wurde begonnen, und lassen wir, der besseren Uederstcht halber, do» Programm hier wortgetreu folgen: Riaffe 4b. a) Ordnungsübungen: Drehungen mit Stampfen, Taktgehen mit Gleichttttt; b) Freiübungen: Arm- heben und -schwingen, Fnhklappen, Fußwippen, Handbeugen, Zehen- unb Ferienstand - c) Spiel: Jakob, wo bist bu ? Rlafie 5b. a) Ordnungsübungen: Drehungen, Schrittwechsel an Ort und tm Gehen. Deffntn unb Schließen der Reihen - b) Freiübungen: Armschwingen, Armftoßen, Beindrehungen. Freiübungen mit Hüpfen, (vterteldreh.); c) Geräthüdungen: Springen (Weit- unb Hochsprung) - d) Spiele: Ha» tm Rohl. Riaffe 4a. a) Ordnungsübungen: Drehungen mit Gehen an Ort. Reiheubilduug durch Abzählen. Umteihungen, bei welchen die Uebenben einen viertelkreis um ben Kützrer zu gehen haben; b) Freiübungen: Armbeugen unb -stoßen, Arm- heben uab -schwingen, Armkreisen, Beinheben unb spreizen; c) Geräiheübungen: Rittlern am Stangengerüst - d) Spiele: Der Plumpsack geht herum, Dritten abschl. Riaffe 3a a) Ordnungsübungen: Gehen an Ort mit Srrittwechsel unb in der Umzugsbahn. Gehen nach berschiedenen Gmgricht- nngen, link» unb rechts Schwenken, links und rechts bor- reihen- b) Freiübungen: «rmstoßen, «rmhaueu, Rumps- beugen uab schwingen, Spreizen mtt Faßdeugen, verstoßen, Hüpfen, Grätschen, «eigen; 0) Geräthüdungen: Uebungen am Barren; d. Spiele: Ratz und Maus (in beränberter Form.) Riaffe 2b. a) Ordnungsübungen : Aufmarsch, Winkelzug, Reetfen, Umreihungen auf weiterem Weg; b) Freiübungen: Verbindungen bon Arm-, Bein- und Rumpsübnugen; c) Ge- räthübungen: Barten; d) Reigen. Riaffe la. a) Orduungs- Übungen: Liou'icher Reigenaufmarsch; b) Freiübungen: e) Gr- rätheübungen: (Stabüdungev); d) Spiele: Wanberball, Fuß­ball. I. Mäbchrnklaffe. Ballreigen. Wir freuen uns, constatiren zu können, baß Über die präctse Aussührnvg vor- stehenbev Programm», wie Aber seine Reichhaltigkeit nur eine Stimme bet Anerkennung und Bewunderung für Lehrer und Schüler herrschte. Einheitlichkeit tm ganzen Plane, gewissen- haste Gtoffjumeffung für die einzelnen Rioffen und richtige Ztiteiuthettung ließen übrigen» erkennen, daß ein großer Theil de» Gelingen» wohl auch den Herren Schulleitern zu- znerkeunen ist. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß der Con­

fer enz zum Schluffe noch eine angenehme Ueberraichung zu- gedacht war. Nachdem nämlich die I. Raadenklaffe abgeturnt hatte, erschien Herr Spitz mit einer I. Mädchenklaffe, um ben sog.Ballreigen" auszusühren. Die Riaffe bot ein lieb­liches, freundliche» Bild einer im Turnen wohlgeschulten Mädcheuschaar und veipflichtete alle Anwesenden zu hohem Danke. Im Schlußworte dankte Herr Rreisschultnspector Dr. Lucius für die prächtigen Darbietungen und verlieh allen Rlaffen die wohlverdiente Note:vorzüglich."

Wetterbericht. Die tiefe Depression besteht fort. Ihr Eentrum ist heute etwas nordostwärts gezogen, bis nach Wales unb Südwest England, hat aber etwas an seiner Tiefe verloren. Gleichzeitig hat sich von bet Haupt Depression ein Theil abgelöst, welcher über Deutschland ostwärts gezogen ist unb heute als ein selbständiges Minimum über Polen liegt. Hoher Druck behauptet feine Lage im Norden Europas. Die Witterung ist meistens trübe geblieben uab nur vorüber­gehend trat Aufklärung ein. voraussichtliche Witte­rung: Meist trübes, zeitweise unruhiges Wetter mtt Nieder­schlägen.

A Bon der Wiefeck, 18. October. Auf heitere Tages- toitteruig und verhältnißmäßig hohe Temperatur folgten heute Abend unter Donnern und Blitzen starke Regengüsse. Zur Bestellung der Felber wäre noch einige beständige Witterung sehr erwünscht. An der jungen Saat richten die grauen Ackerschnecken durch ihr zahlreiches Erscheinen und ihre Gesräßigkeit großen Schaden an. Das milde Wetter kommt de« Ungeziefer sehr zu statten.

Darmstadt, 18. October. In Gegenwart des Staats- Minister» Rothe, Exc., und de» Deceraenten für Schul- angelegenheiten im Ministerium, Ministerialrath Sold an, fowie bei zahlreicher Betheiligung von Docenten und Studiren- bta vollzog fich heute Mittag Vt12 Uhr in der (für solche Fille leider etwa» räumlich beschränkten) Aula der Tech­nischen Hochschule die feierliche Rectorats-Ueber- gäbe. Der seitherige Rtctor, Professor der Maschineubau- kunde Geh. Baurath Berndt, hob beim Rückblick auf die zwei Jahre seines Rektorat» hervor, daß in dieser Zeit die Hochschule, wesentlich auch tn Folge der Fürsorge der Regierung, bedeutenden Susichwung genommen unb längst in der Frequeuzziffer die 1OOO überschritten habe, er gedachte pietätvoll der Heimgegangenen hervorragenden öoQegen Wagner (des Erbauer» des Hauptgebäude», dessen Büste demnächst in bet Aula aufgestellt werden soll), und Adarny, erwähnte auch, daß in bet Sache der Erwettungsbauten für die An statt leibet eine Stockung eingetreten, diese aber hoffentlich bald beseitigt sein werde und übergab mit den besten Wünschen für da» neue Amt dem neuernannten Rector, Professor der I igenieurwiffenschaften Bauratb Rod), da» Zeichen der Amts- würde, die goldene Rette. Dieser betonte die besondere Ehre, die für hn darin liege, daß ihn in feiner erst verhältniß- mäßig kurzen Thätigkeit hier das Professoren Svllegium zu« Rector erwählt und der Landesherr ihn ernannt habe, und richtete an bie Vertreter der Regierung, die Eollegen und die Sommilttonen dankende und um Gewährung ihres ver­trauen» bittende Worte. Auf Grund seiner Erfahrungen am Nord-Ostlee-Eonal (an dem er thätig war) und am Panama­canal verbreitete fich nunmehr Herr Roch über die heutigen Anfkirde'nngen der Seelch fssahrt an die Seecanäle.

Ars» der Leit fflr M< Leit.

Vor 71 Jahren, am 20. October 1827, wurde bie türkisch - ägyptische Flotte im Hasen von Navarin von ben Engländern, Franzosen und Russen angegriffen. Schüsse, die vielleicht zufällig von türkischer Seite auf da» englische Admiralsschiff fielen, gaben ba» Signal zum Kamps. Nach vier Stunden war bie Flotte ber Osmanrn vernichtet.

vsvmischtes.

Würzburg, 18 October. Das Militärbezirksgericht Würzburg verurtheitte heute die Gemeinen Johann Püus unb Johann Hob, beide vom 14. Infanterieregiment, die am 24. Juli früh 1 Uhr auf bet Fürther Landstraße drei rad- fahrende Offiziere tn Civil überfielen unb miß­handelten, wegen eine» militärischen verbrechen» und Aufruhr. PÜns erhielt 7 Jahre unb Hoh 8 Jahre Zuchthaus nebst Ausschließung aus btm Heere.

Leipzig, 18. Oktober. Heute Mittag wurde in Gegen­wart von zahlreichen Vereinen nn' Ehrengästen in feierlicher Weise der erste Spatenstich zum Völkerschlachtdenkmal auf dem Schlachtfeide von Leipz g bet P»obstheida gethan. Nach musikalischen vorttägen hielten Oberbürgermeister Georgi und Professor RLmmel patriotische A. 'prachev. Nach dem allgemeinen Gesänge de» LiedesDeutschland über Alle»" wurde unter Böllerschüffeu der erste Spatenstich gethan. Der gemeinsame Gesang eines Ehorals beendete die Feier.

Heber ben Untergang de» DampferMohegan" liegen zuverlä fige E nzelheuen noch nicht vor, namkutlich fehlt es noch an genauen Nachweisen über die Zahl der au Bord be­findlich gewesenen Passagiere unb Mannschaften, lieber bie Ratastropht meldet ein Rüfinur örter von Lizardhead: Man sah den DampferModegau" einen gefährlichen Sur» steuern und feuerte eine Warnungsrakete ab. Gleich darauf schickteMohegan" Nothfiguale ab. Der Felsen, auf dem der Dampfer gescheuert ist, ist ein submariner. Ein über­lebender Pferdehändler aus New-Uork Namens Maule erzählt, er habe bemerkt, daß da» Schiff nähet an ba» Land steuerte, al» es Üblich war. Um fieden Uhr waren alle Passagiere beim Diner, außer einigen krank unten Itegenben Rindern. Plötzlich hörten die Passagtere einen lauten Rrach, alle stützten an Deck und fanden da» Sch ff auf dem Felsen. Sofort wurden Befehle ertbetlt, die Boote flott zu machen. Der Eap'täa Grtsfirh», rin alter, erfahrener Seemann unb Eom- «odore der Linie, stand auf der Brücke. Die Mauoschaft benahm fich wie Helbeo. Zwei Boote mit Frauen und Rin­dern wurden zuerst adgesandt. Maule sprang in's Wasser,

mit einem Rettungsgürtel versehen, zugleich mit dem ersten Offizier Eouch, von dem er später getrennt wurde. Ein kleines Mädchen auf de« Schiff bat ihn herzzereißend, sie zu retten, ba sie noch nicht sterben möchte. Et konnte nichts für fit «huu. Maule klammerte fich an ein Boot, von de« er aufgenommen wurde. Ob die Boote, von denen Maule berichtet, die Rüste erreicht haben, weiß man noch nicht. 14 gereihte Matrosen fand man ouf Felsen an der Rüste; die meisten davor find verwundet. Das Hiutertheil des Schiffes begann alsbald nach dem Auflaufen zu finken, in weniger als 20 Minuten ging das ganze Schiff unter. Die Ursache des Unglückes kann mau fich nicht erklären, da der Abend hell und klar war. An Bord sollen fich neuen Fest­stellungen zufo'ge 150 Passagiere und 50 Mann Besatzung befnabea haben. Wirber ein anbeter Bericht melbet aller­dings von nur 53 Passagieren und 80 Manu Besatzung. Man wird die genaue Feststellung der Opset wohl erst von der Bekanntgabe bet Sch ffsliste erwarten dürfen.

* Unverwüstlich. . . Du kannst es mir ruhig glauben, lieber Onkel, ich beginne jetzt ein neues Leben!-So, na, da» ist ja dann, meiner Berechnung nach, ungefähr da» achte neue Leben, da» Du nun beginnst!^

Postende Lage.Hat der Platz, wo da» 24-Stunden- rennen der Radfahrer stattgefunden, eine günstige Lage?* Gewiß, birect neben dem Irrenhaus!*

ffrür die (Erbauung einer cvangelifchcu Kirche in Dar-eS-Lalaam

gingen bei dem Unterzrtchneten ein: Von Herrn Pfarrer Schlosset 5 JL, Ungenannt 10 X, Frau Ihrig 2 X. Frau E. B. 5 X, Herr Wörth 0.50 X, Geb. Rirchenraih Dr. Rattenbuld) 6 X

Weitere Gaden nimmt entgegen

Bickel, Kaiser!. GouoernementS-Secretär.

Wöchentliche Uederstcht der Todesfälle in (Sieben.

42. Woche, vom 9. October bl» 15. Oktober 1898. (Einwohnrrzahl: angenommen zu 24 100 (tncl. 1600 Mann Militär). Sterbltchkettsziffer: 23,73, nach Abzug bet Ortsfremden 12,95/oo.

Kinder

Es starben an: Zusammen: Erwachsene: tm vom

1.Leben,jabr: 2.-15.Jahtt

Lebensschwäche Masern

2 (1) 1

2 (1) 1

Lungenentzündung

2

1

1

Lungenödem

1 (1)

1 (1)

Schlagfluß

1

1

Bauchfellentzündung

1 (1)

1 (1)

Niermentzünbung

1 (1)

1 (1)

Verunglückung

1 (1)

1 (1)

Unbekannte Krankh.

1

1 '

Summ«: 11 (5)

7 (4)

4 (1)

Ln m. Die tn Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele bet Lobessälle tn der betreffenben Krauthett auf von aaswä, tt noch (Rieften gebrachte Kranke kommen.

Neueste Nacstrichten.

Deveschen des Bureau ,&erolb*.

Berlin, 19. Oktober. Der Termin für die Verhandlung des Majrstätsbeleidigungs-Prozeffes gegen Maximilian Harden ist auf den 31. Oktober verlegt worden.

Poseo, 19. Oktober. Der Reichstags-Abgeordnete für Wreschen Pleschen-Jarotzschin, Rechtsanwalt Dr. v. Dziem- Pomian (Pole) hat fein Mandat niedergelegt.

Elbing, 19. October. Der Zar ist auf seiner Rückcetfe von Dänemark gestern Abend mittrlst Hofzuge» hier ein­getroffen. Während de» Aufenthalt» von 6 Minuten wurde Maschinenwechsel Borgenommen. Der den Zug begleitende Oberbaurath Roch stieg an» nnb Beamte der Röniglberger Direktion stiegen zur Wetterführung ein. Der Bahnhof wat streng abgifperit.

Wien 19. Oktober. Wie das deutsche Volksblati meldet, ist ein in der Rltnik des Professors Noihnagel beschäftigter Diener nach knrz-.r Rrankhett unter verdächtigen Shwpwmen gestorben. Derselbe war tu dem Zimmer beschäitigt, tn welchem die von Dr. Müller tm vorigen Jahre au» Bombay gebrachten Eultnren des Peft-Bazillu» fich befinden.

Lemberg, 19 Oktober. B Litermeldungen aus Ezer- nowiy zufotge wurde der Bolksschullehrer ölt jo», welcher bet den dieejährigen Manöoern Notizen über Mißhandlungen von Soldaten durch O'fi,iere sammelte, vom Militärgericht zu sechs Monaten Arrest verurtheilt.

San Remo, 19. Oktober. Ja Gegenwart sämmtlicher Militär- unb Etvilbehörben fanb gestern bie Enthüllung ber ®ebenttafel für Raifer Frte drich an der Billa Zirto statt. Mehrere Rränze wmden niedergelegt. Der feierlichen Enthüllung folgte ein Ehrentrunk ber Stabt unb ein Festmahl der deutschen Eolonie.

Paris, 19. Oktober. Seit gestern wirb auf» Eifrigste da» Gerücht von btm bevorstehenden Rücktritt Br tsson» colportirt. In eingeweihten politischen Rreisen versichert man tndeß, daß keine ber Parteien Brisson bet ber Rammer-Er- Öffnung zu Fall bringen werde unb bah man diesem vielmehr die volle Verantwortung für ben von th« vertretenen Re- vtfion»-Antrag Übtriaffen wolle.

Paris, 19. Oktober. Wie aus Lievin gemeldet wird, find dort 200 Grubenarbeiter tn den Ausstand eingetrettn wrge" tU Q-afv Arbeitszeit.

Brüssel, 19 Oktober. Die erste Tänzerin am Olympia- Theater, Carmen Salvado» wurde, al» sie da» Theater verließ, von dem Berstcherung»-Jnspector Devtllez durch Dolchstiche ermordet. Der Mörder wurde verhaftet.

Loadon, 19. Oktober. »Daily Ehronicle" hofft, daß Marchand in seinem Bericht an die franzöfi che Regierung dieselbe bieten werde, ihn zurückzuberufen, ba seine Lage un­haltbar fei.

Caneo, 19. Oktober. Wegen verschiedener Verbrechen ( wurden 30 Muselmanen zum Tode verurtheilt. Sieben davon sind bereit» gestern hingerichtet worden. Auf der Rhede von Canea liegen acht englische Rriegsschiffe. Gestern ist ein vierte» Bataillon französischer Marine-Jnfan- 1 terie hier eingetroffen.