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'e htestgen Mufikfrennde hoch Hk ochrecheoder Tenor tnfr ift, jtlgt aSer In der Höhe hlenden Glan,, die uusrn» »esieigrrt Haden. Die w- Brahrnd, Schubert, Rubin- >uschrubku Leisall, sobatz bn verstehen nicht. Lei alln iioatn »i> ««• j9**"
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»hielt trotz
Längen des Stückes. Die Mitglieder unseres Stadttheaters Gaben sich im Allgemeinen redliche Mühe, den Gast zu unter- stützen. Wir neunen nur Herrn Dtetzsch, der den Fü'steu gewandt und sicher spielte- auch Herr Merker, (Leo ». Halden) fand sich gut mit seiner Rolle ob. Herr Lied« scher, dem das Schlichte und Herzliche deffer liegen, versuchte nicht ohne Glück, den glatten und intriganten Hofmann (Kammerherr v. Rodeo) darzustellen. Die Rollen der Damen waren weniger dankbar- es war ihnen schwer gemacht, den groben Umriffen mehr von der Karbe des Lebens zu geben. Die Ausstattung der fürstlichen Zimmer im zweiten und dritten Acte gaben Zengniß von dem einfachen, gut bürger- licheu Sinne Sr. Durchlaucht. -n.
•* P ktadtthealer. Gin zweites Schauspiel Saderwauns ^Dte Hei ma th-, ging gestern Abeud als Bolksvorstellung über die Bretter. Ebenso wie in der „Ehre" wird in diesem späteren Werke des Berfaffrrs das Problem ausgestellt: Die Giuzelpersöultchkeit trennt sich durch Bildungsgang, Begabung, Empfinden, Erlebniffe und taosrud andere Dinge völlig von der Familie. Man versteht sich nicht mehr, man spricht zwei verschiedene Sprachen, und jede noch so ernste Bemühung, diese Kluft zu überbrücken mutz mit Naturuothweodigkeit scheitern. Während es aber in der „Ehre- zwei Ausgestoßene girbt, den Sohn des Hinterhauses und die Tochter des Vorderhauses, steht in der „Heirnoth" Mazda Schwartze allein allen anderen als die Fremde gegenüber. Daraus folgt, daß sie für das ganze Stück die beherrfcheode Stellung eiuntmmr. Die Darstellerin hat demgemäß keine leichte Aufgabe zu lösen. Für Fräulein Würdig war es — abgesehen von ihrem Auftreten in Theater verein — schon die dritte große Heldenrolle, die sie io dieser Woche zu bewältigen hatte. Um so höhere Anerkennung verdient ihre tüchtige Leistung. Freilich wurde sie dem ersten Theil nicht ganz gerecht, denn die sprudelnde Leichtigkeit und graziöse Beweglichkeit, die erforderlich sind, liegen der Begabung der Künstlerin fern. Dafür entschädigt sie in den späteren Sceuen, die einen stärkeren tragischen Accent verlangen. Herr Liebscher war io Auffaffung, Erscheinung und Spiel vortrefflich, hielt aber nicht überall au dem einmal angeschlagenen Ton fest, so daß der Charakter etwas verwischt wurde. In schlichter, durchaus würdiger weise gab Herr Dtetzsch die vermittelnde und versöhnende Gestalt des Dramas, den Pfarrer Hrfterdingk. Die unerquickliche Figur des Regieruozsrathes von Keller machte Herr Merker durch die nur leichte Betonung der Schattensritrn so annehmbar wie möglich. Frau Helm erschien als Gattin des Oberstlieutenants etwa» vornehmer wir gewöhnlich, darf ober nach dtejer Richtung hin immer noch Fortschritte machen. Frau Kruse kehrte die komische Seite der Taute Fränzchen stark heraus. Das jugendliche Liebespaar, Max und Maria, wurde von Herrn Köhler und Fräulein Pauli recht befriedigend gegeben. Das Haus war diesmal bis auf den letzten Platz besetzt- wöge das für die Direktion ein Wink sein, die wodlabzerundete, von ein« heitlichem Geiste getragene Aufführung recht bald als Adon- urmentsvorstellung zu wiederholen.
•• Obrrhesfischer SeschichtSvereiu. Nach längerer Pause eröffnet der O. G. B. seine Wintercampagne. Das dankens- werthe Eotgegenkommen des Cowmandos unseres Regiments ^Kaiser Wilhelm" ermöglicht rS ihm, einige noch unberührte vorgeschichtliche Gräber auf dem Militärrxercirrplatz in fachgemäßer Weise zu öffacn. Es handelt sich um eine Gruppe flacher Grabhügel hinter der großen Schanze am Euleukopfe, die bis vor wenigen Jahren mit Wald bestanden waren. Heute früh haben die Ausgrabungen begonnen. Der mit deren Leitung betraute Ausschuß hofft bis morgen, SamStag, Abend zwei Gräber bloßlegen zu können, dir dann später genau in dem Fundzustande in künftigen Provinzialmuseum am Brande (altes Schloß) wieder aufgebaut werden sollen. Nähere Mtt- theiluogen über den Verlauf der Ausgrabungen und die etwaigen Funde werben den Mitgliedern und Freunden deS Vereins tu der am 24. d. M., nächsten Donnerstag, im Cafö Ebel stattfiadenden Generalversammlung gemacht werden, auf die wir hier nochmals (s. Inserat in Nr. 270 d. Bl.) aufmerksam machen wollen. Außer der Erledigung wichtiger BereiuSangelegenheiten steht ein für die weitesten Kreise tntereffanter Vortrag auf dem Programm. Herr Professor Dr. Wenck anS Marburg, der erste Kenner auf diesem Gebiete unserer Geschichte, wird über den Sern ter Legende von der heiligen Elisabeth, der Stammmutter unseres Herrscherhauses, sprechen. Freunde des Vereins find, wie immer, willkommeu.
O. An» iOberhefseu. 17. November. In Nr. 268, 1. Blatt, Ihrer Zettuug vom 15. ds. Mts. wird darauf hiugewieseo, daß die „Spionstuben" verderblich wirken, weil keine Aufsicht »der nur sehr geringe Aufsicht grführt wird. Das hat seine volle Richtigkeit- es find uns Fälle bekannt, wo sich die Ettern sofort zurückziehen, wenn die jungen Leute kommen, und wenn mau darauf hinweist, daß daraus nichts Gutes erwachsen kann, erhält man die Antwort: So sei es immer gewesen, und es ließe sich Richt- daran ändern. — Hier ließe sich aber noch vieles befferu, und besonders müßte gegen das Wirths- Hausleben durch Darbietung nützlicherer Uuterhattung tüchtig gearbeitet werden. Ein wahre- Unglück sind die Ziehharmonika-, nach denen allsonntäglich zttauzt zu werden pflegt. Bekannt- lich ist diejenige Musik, die sich die Leute selbst machen, stempelfrei. Seit Jahren tanzen die jungen Leute nicht mehr blo- auf Kirchweihen, Jahrmärkteu, Verein-abeoden und anderen Gelegenheiten, sie tanzen auch, sobald eine Ziehharmonika zur Hand ist. Das Tanzen macht durstig, und der Durst kostet Geld, denn er muß gestillt werden. Unsere Jageud vertauzt eben Im Laufe eine- Jahre- mehr Geld und Schuhwerk beim dem Gegreiue der Ziehharmonika, als unsere Eltern und Großeltern bei einer Mufikkapelle au sämmtlicheu Tauzgelegenheiteu während eines Jahres. Daraus folgt, daß dir jaogeu Leute nie genug krregeu können. — ES ist schon viel über die Genußsucht der Menschen tu jetziger Zeit geschrieben worden, und vor 6 bis 8 Jahren haben wir auch
in dieser Zeitung wiederholt unsere Siimme erhoben, ohne t daß es nützte. Trotzdem muß man immer wieder einmal darauf Hinweisen, vielleicht findet sich doch Gelegenheit, Einrichtungen auf dem Lande zu treffen, die die Jugend zum Brffereu letten.
W. An- der Wetter an, 17. November. Der gestern in Friedberg adgehaltene Schwetuemarkt brachte mäßige Preise. Für 17—20 Mk. konnte man schon ein Paar recht hübsche Ferkel erstehen, während die Preise auf den Vogelsberger Märkten um 50—60 Proceut höher gemeldet wurden. — Seit einiger Zeit ist Nachfrage nach Korbweiden, die früher ganz vernachlässigt waren, die Leute zogen nur, was fte in der Haushattung nöthig hatten. Jetzt wird Alles aufgekauft, was erhältlich ist, und mit der Bahn versandt. Da- Aopflanzru von Korbweiden ans Wiesen, die sooft wenig einträglich sind, ist sehr zu empfehlen, nachdem jetzt Adsatzqurlleu aufgefundru wurden. Die Pflanzungen müssen jedoch mit Sachkenntniß angelegt werden, dann kann auf gute Erträge ohne sonderliches Ristes gerechnet werden.
Sderstadt (Starkenburg), 17. November. Die Errichtung eine- Gaswerks mtt AuerGa-glühlicht hat unsere Gemeindevertretung in ihrer gestrigen Sitzung einstimmig beschloffeu. Die Eröffnung des Werkes muh laut Eontract spätestens im Herbst 1899 erfolgen.
A Mainz, 17. November. Morgen (den 18. November) find es 41 Jahre, daß über Mainz eine große Katastrophe hereiubrach. Am 18. November 1857, Nachmittags 38/4 Uhr, fand nämlich die Explofion des militärischen Pulvermagazins statt, wobei zahlreiche Menschen ihr Leben verloren haben und der obere Stadttheil in einen Trümmerhaufen verwandelt wurde. — Die Frage der Verstaatlichung der Volksschule und der Gehaltsregulirung der volkSschullehrer beschäftigte in seiner letzten Satzung den Vorstand des hessischen Landeslehrervereins. Das Ergebuiß der Berathunz wurde in folgenden vier Sätzen zvsammengefaßt, die der Regierung in einer Denkschrift unterbreitet werden sollen: 1) Die Schulunter- Haltungspflicht hat von der Gemeinde auf den Staat überzugehen. 2) Bis zur Durchführung dieser Reform bezahlen die Gemeinden die Lehrergehälter. 3) Die Gehälter find auf dieselbe Höhe zu bringen, wie fie für die an den höheren Schulen wirkenden VolkSschullehrer festgesetzt find. 4) Den BolkSschullehrern find dir Rechte der Staatsbeamten bti- zulegen.
A Ans dem Großherzogthum Hesse», 17. November. Seitens der preußischen Etfendahnverwaltung ist anf den Bahnhöfen der vormaligen Htsfischeu Ludwtgsbahn der Ber- kauf der Zeitschriften „Zukunft" und „Simplicisflnms" verboten worden. Diese Thatsache hat dem Abgeordneten Köhler veranlaffung gegeben, eine Interpellation an die Rc gierung zu richten, in welcher derselbe aussührt, daß in dem verbot eine Beeinträchtigung der hesfischen Rechts-und Landeshoheit zu erblicken, da e» sich hierbei nicht um eine Frag' des technischen Betriebes, sondern um eine Maßnahme Polizei lichen Charakter- handele, zu deren Ausübung in Hessen allein die hesfischen Behörden berechtigt seien.
Xu» bti »eit für die leit.
Vor 128 Jahren, am 19. November 1770, wurde auf der See zwischen Island und Kopenhagen der berühmte dänische Bildhauer Bertel Thorwaldsen geboren, der wie kein anderer Künstler mit Ehren und Auszeichnungen überschüttet wurde. Er gilt al» Wiederbeleber der Antike. Besonders bekannt sind: „Die Jahreszeiten", „Nacht und Morgen", „Grazien" und „Alexanderzug". Thorwaldsen starb schmerzlos im Theater zu Kopenhagen am 24. März 1844.
Gingesandt.
den 18. November 1898.
An wohllöbliche Sladtoeriretung GirßmSl Leffentliche Bitte.
Dor einigen Tagen brachte der „Gießener Anzeiger" einen Bericht über die Sitzung Grohherzoglichcr Handelskammer Gießen vom 4. November, in welchem die Kammer dem Ersuchen Großh. Ministeriums der Justiz um eine gutachtliche Aeußrrung über verschiedene Punkte, welche in den hessischen AuSsührungSgesrtzen zum neuen Handelsgesetzbuch ihre Regelung finden sollen, Folge leistend, bittet, daß die Stadt Gießen mtt den Orten Kletn-Linden, Heuchelheim und Wiefeck als ein Fttmevort im Sinne des Gesetzes erklärt werden möge. — Im Anschluß hieran erlaubt sich Einsender diese- Namens Vieler die Bitte an wohllöbl. Stadtveitretung Gießens zu richten, nunmehr auch ihrerseits einmal der Frage wegen Eingemeindun g des der Stadt Gießen zunächst gelegenen Ort« Klein-Linden näher zu treten. Die umfangreichen Bahnhofs. Erweiterungs-Arbeiten in der Klein-Lindener Gemarkung, an deren Fertigstellung fett Mitte dieses JabreS viele hundert Arbeiter thättg find, sowie die Verlegung der Etstnbshn SuSladevlätze für Waggonladungrn in die Nähe Klein Lindens weiden sicherlich einen großen Verkehr und damit Hand in Hand gehend, einen vermehrten Zuzug nach diesem Ort bringen. Rechtfertigt das vorstehend Gesagte allein schon ein Nähertreten zu dieser Frage seitens der Gießener Stadtvertretuna, fo kommt noch weiter der Umstand tu Bettacht, daß gegenwärtig Verhandlungen zwischen den evang. Kirchengemeindm Gießen—Klein-Lmden im Gange find, wonach die Jnsasien der Neuen Kliniken mit den evang. Bewohnern Klein-LtndenS eine j Kirchen gemeinde bilden sollen. Zum Schluß sei noch darauf hinge- ! wiesen, daß in der Gemarkung Klein Linden in schöner, gesunder Lage noch sehr viel recht gutes und dabei billiges Baugelände zur i Errichtung von Arbeiterhäulern vorhanden ist und daß die Einge- I meindung Klein-Lindens vielleicht auch im Jnteresie der demnächst < für Gießen zu erwartenden Eanalisatton, soweit dieselbe sich auf den , südwestlichen Theil der Stabt bezieht, von großem Dottherl sein , würde. -
ALrchlicbe Anzeigen der Stadt Giehen
evangelische •tetiili.
gonntag den 20. November. 24. Sonntag nach TrrmtatrS. '
Todttnfett«
Gottesdienst.
I« der St«»dtttrche.
Vormittags 9«/, Uhr: Pfarrer Schlosser.
vormittags 11 Uhr: Kinderkrrche für. die MatthäuSgemernde. Pfarrer Schlosser.
Nachmittags 5 Uhr: Liturgische Andacht. Pfarrer vr. Grein.
Nächstkünfttgen Sonntag, den 27. November, 1. Advent, findet Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und MarcuS- gemeinde gemeinsam im Lormlttagsgottesd'enst statt. Anmeldungen werden zuvor bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
3n der Johannedkirche.
vormittags 9‘/e Uhr. Pfarrer Dr. Naumann.
vormittags 11 Ubr: KindergotteSdienft für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann.
Montag den 21. November, Abend» 8 Uhr: videlstunde im Eonfirmandensaal der IohanneSkirche. Koloflerbrief Cap. L von Bers 24 an: DeS Apostels Freude in seinem Leiden und Wirken. Pfarrer Dr. Naumann.
Nächsten Sonntag, 1. Advent, den 27. November, Beichte und heil. Abendmahl für die Luca»- und JohanneSaemeinde im BormittagSgotleSdienst. Anmeldungen zuvor bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Am Sonntag, den 1. Advent, wird eine Eollecte erhoben für die Kirchenkaffe zur Vermehrung deS Capitalvermögen» der Gemeinde.
Ariedhofdcapelle.
Nachmittag» 2 Ubr: Pfarrer Euler.
Im Eonfirmandensaal, Neustadt 61 x
Donnerstag den 24. November, Abends 8 Uhr: videlstunde. 1. Cor. 13. Pfarrer Schlosser.
klttz,lischt eteiiibt
SamStag den 19. November.
Nachmittags um 4 Uhr und Abend» um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag den 20. November. Letzter Sonntag nach Pfingsten.
vormittags von 6*/i Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe;
vor und in derselben AuStheiluna der heil. Eommunion;
„ um 8 Ubr: Die zweite heil. Meffe; MilitärgotteSdienst mit Predigt.
, um 9>/i Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 5*/i Uhr: Christenlehre; darauf sacramentalische BruderschaftSandacht.
Verkehr, Cond» und Vstkswirthschäft
-ttndnrg, 17. November. Fruchtmarkt. Rot-er Weih« X 14,19, weißer Weizen X (.0.00, Korn X 11.22, Gerste X 000, Hafer .* 6.70.
Neueste Nachrichten.
Dn-eschc» dcS Bare« ,&aalb'.
Berlin, 18. November. Drm „Berl. Tagebl." zufolge wurde der all Herausgeber der „Berliner Wiffenschastlichen Correspondevz" in ltterarifchen Kreisen bekannte Schriftsteller Arthur Kirchhoff auf veranlaffung der Crimioalpolizet verhaftet. Kirchhoff wollte in den nächsten Tagen nach Kiautschon überfiedeln, um dort im Auftrage der Reichsregierung die Leitung der für das deutsche Schutzgebiet geplanten Zeitung zu übernehmen.
Berlin, 18. November. In der gestrigen Sitzung der Stad!verordneten'Versammlung wurde der Vertrag milden ElectricitätSwerkeu iu dritter Lesung eudgüttig genehmigt.
Wien, 18. November. Infolge der kritischen Gestaltung der Hentzi-Denkmal-Affatre gilt es in hiesigen militärischen Kreisen für sicher, daß der ReichS-krtegSminister v. Kriegs Hammer demissiouiren wird, weil er bei Mittheilnug des kaiserlichen Armeebefehls über die Versetzung des Denkmals an den CorpS Commavdanten Fürsten Lobkowitz riaige Bemerkungen und Commeutare beifügte, wodurch die Kundgebung des Kaisers einen andern S nn erhielt.
Budapest, 18. November. Im OperatiovSsaale der hiesigen Klinik wurde der Profeffor Dr. Dezeofog plötzlich von Unwohlsein befallen und verstarb nach wenigen Minuten.
Temelvar, 18. November. Gestern Abend fand im Albrecht-Schacht bei Reschitza eine Explosion schlagender Welter statt, bei welcher 9 Bergleute schwere Verletzungen erlitten. Die übrigen im Schacht befindlichen 110 Mann konnten gerettet werden.
Rom, 18. November. Zauardelli wurde gestern mit 190 gegen 128 Stimmen zum Kammerpräsidenten gewähtt.
Loudon, 18. November. Nach einer Meldung aus Peking habe Li-Hung'Tschaug die Kaiserin gebeten, iHv wegen seines hohen Atters und seiner schwachen Gesundheit von der Sendung zum gelben Flusse zu entbinden. Die Kaiserin empfing Li-Hung Tichang mit großen Ehren, bestand aber darauf, daß er seine Mission ausführe.
Pari», 18. Novrmber. Nächste Woche erscheint hier die von Esterhazy verfaßte Broschüre über die Drehfns- Angelegenheit. In der Einleitung bespricht Esterhazy die Gründe, welche ihn zur Veröffentlichung der Broschüre veranlaßt haben. ^Erstens materielle Gründe, um sich und die Seinen erhalten zu föaaen, zweitens moralische Gründe, um sich wegen der Maßregeln zu rächen, die man gegen ihn zur Anwendung gebracht habe. Ersterhazy sagt unter Andnm: Man hat mir meine Ehre geraubt und meine Epauletten ab- gerissen, deßhalb w ll ich j'tzt sprechen. Ich bin fest ent» schloffen, die Jntriguea der politischen Parteien aufznd-cken, welche die Dreyfus-Angelegenheit dazu benutzen, die französtsche Ehre und meinen guten Ruf in dea Schmutz zu ziehen. Es ist mir lieber, ins Gefangniß gesteckt zu werden, als vor manchem französischen R'chter zu erscheinen.
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