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19.11.1898 Erstes Blatt
 
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r d. I. soll die Christa staltsmben. Wir habm tür ch große' Zahl - die St­unt Gaben zu btdtn. lieber an bie Liebe und den statt und ihrer Kinder und n, Garn u bergt, besonder» gste Sefcheerung für unsere wird nicht herunigegckn. >en recht bald an eine btt tor ^ti.ÄwaVn Bansa, U >

ich K«'bsl->14. »»* Sm M- 3'"* )tuni, SwdfttaB? u, h die Schwester» unserer nehmen.

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Kießener Anzeiger

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General -Anzeiger

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Aints- und Zlnzeigeblutt fflr den Ttveis Gietzen.

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Amtlicher Theil.

Stehen, den 15. November 1898.

Betr.: Die Vertilgung bti Frostuachtspanuers.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

ee die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises.

Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 29. v. Miß. (Gießener Anzeiger Nr. 257) noch nicht ent­sprochen haben, werden an deren Erledigung erinnert.

v. Bechtold.

Bekanntmachung.

Dir Mitglieder des landwirthichafilichen Beztrksveretus Gießen und alle Freunde der Landwirthschaft werden hiermit zur Generalversammlung auf

Montag den 21. November ds. IS., Nachmittags 3 Uhr, auf ,Lonys Bterkeller" ringelnden.

Tagesordnung.

1) Wahl eines 1. voifitzenden.

2) Wahl eines Mitgliedes des Ausschusses an Stelle des f Oberverwalters Erb.

8) Feststellung des Voranschlags für 1898/99.

4) Referat des Herrn Landwirthschaftslehrers Letthiger von Alsfeld über die sogen. Fletschvertheueruugsfrage.

5) Geschäftliche Mitthetluvgen.

Gießen, den 17. November 1898.

Der Vorstand des Bezirkivereins Gießen.

Deutscher Aelch.

Berlin, 17. November. Wie aus Malta telegraphier wird, Hai das Kais er paar die wettere Seereise durch das Mtttelmeer um Spanien und Frankreich herum bti Bruni- hgttel aufgegebeu. di wird vielmehr von Malta nach Pola fahren und von dort mit der Bahn die Heimreise nach Potsdam amreteu. Ob diese plötzliche Aeuderung der Retse-Dispofi- tioneu auf einen gestern vom StaatSsecretär v. Bülow de« Kaiser gehaltenen Vortrag zurückzuführev ist, läßt sich in diesem Augenbl ck noch nicht sagen.

Berlin, 17. November. DaS Staatsministerium wird am Freitag Nachmittag 2 Uhr wiederum zu einer Sitzung zusammeutreteu.

Berlin, 17. November. Wie dieBerl. Reuest. Nachr/ vernehmen, har stch der BuudeSrath bereits mit der Mehrzahl der Etats für bai neue Rechnungsjahr beschäftigt, sodaß die Drucklegung der einzelnen Special-Etats eiogeleitet

werden könne. Es steht mithin zu erwarten, daß der ge- sawmte Staatshanihaltsrtat dun Reichstage bei der Eröfsunog vorgelegt wird.

Berlin. 17. November. Reichskanzler Fürst Hohen- lohe ist gestern Abend von Grabow, nach Berlin zurück- gekehrt.

Berlin, 17. November. Der »Rordd. Allge«. Ztg.« zufolge ist die in der Prefse ausgesprochene vermuthuug, daß die .Militärische und Politische Eorrespondeoz* Beziehungen zu amtlichen Stellen des Reiches habe und zeitweise zu halb- amtlichen Mittheilungen benutzt werde, unzutreffend.

Berlin, 17. November. Die Novelle zum Alters- und JnvaliditLts-verstcheruugs gesetz steht, wie deo ,M. N. N." gemeldet wird, auch wesentliche Erleichter­ungen bet den Urdergangsbrstimmungeu zur Erlangung der Altersgrenze vor. Statt des bisherigen Nachweises einer verficheruvgspflichttgen Beschäftigung vou 141 Wochen soll künftighin der Nachweis einer Berufsarbeit genügen, durch den dargethau wird, daß der eine Reute Beanspruchende tu den letzten drei Jahren vor dem Inkrafttreten des Gesetzes durch etur, wenn auch uicht ununterbrochen, geleistete Lohn- arbeit seinen Lebensunterhalt erworben hat. Auch stad einige andere günstigere Bestimmungen für die Selaugung einer Rente vorgesehen.

Berlin, 17. November. Der .Rattonal-Zeitung" wird bestätigt, daß die Abficht besteht, das sächsische Armee- eorps zu theileu.

Berlin, 17. November. DieNatiooal-Zeituog* erfährt, daß au riueu formellen Büuduiß-Vertrag zwischen England und den Vereinigten Staaten nicht gedacht wird, sondern daß fich England auf die englisch- mnertkanische Jntereflen-Semeiuschaft verlaffen will.

Berlin, 17. November. Der Raubmörder Wegener ist tu dem städttscheu Krankenhause zu Zeitz ermtrtrlt worden. Er liegt daselbst schwer krank darnieder.

Berlin, 17. November. Die wettere Untersuchung bti verbrechens tu der Schletermacherstraße hat zu einer Überrascheudeo Wendung geführt. Der muthmaßliche THSter Berkholz wurde noch gestern Abend wieder auf freien Fuß gesetzt. Er scheint also der THSter uicht zu sein. Nach- forschuugeu nach anderen Richtungen find im Gauge.

Deutschland auf den Philippinen. Unter den fremden Jnterrffen in Manila stehen die deutschen mit au erster Stelle, und ei würde fich für die RetchSregieruug empfehlen, mit der Regierung tu Washiogtou über gewiffe wirthschaftltche Fragen, namentlich Zollangelegeuheiteu, zu vrrhandrlu. Wenn die fremden auf den Philippinen ansässigen Firmen nicht starke Verluste erleiden sollen, so dürfen die Philippinen nicht tu das Zollsystem der vereinigten Staaten etubezogen werden, sondern wüsten der Union gegenüber als

ein eigenes adgeschloffeues Zollgebiet bestehen bleiben, wie es auch gegenüber deu anderen betheiligteu Staaten der Fall ist. Nach neneren Mittheilungen aus Washington scheint brr Präsident Mac Kinley selbst etneu solchen Plan zu Haden, denn er will für die neuen Erwerbungen: Euba, Portorieo unb bie Philippinen, eigene Zolltarife in Vorschlag bringen, vir Sache.de noch eine festere Form bekommen, wenn eine interrationale Abmachung zu Staude käme. Wenn dabei fich noch mehrere auderr betheiligte Mächte zu gleiche« Zwecke anschließeu wollten, so würde fich wohl eine Verständigung erreichen lasteo.

AusUns-.

Xj Budapest, 17. Novewber. Trotz der befriedigenden Er­klärung Banffy» und des Landesvertheidtguogs-Mtnisters Fejerwary dauerte der Stur« in der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses fort. Der Präfidrnt drohte wiederholt, den Platz zu verlosten. Die Oppofiriou will beantragen, daß alle kriegsgerichtlichen Urtheile, nach welchen 1849 Bathyavy unb andere Märtyrer htngerichtrt wurden, anuull'rt werden.

Budapest, 17. November. Infolge des Befehles des Reiche-Kliegswintsters v. Krtegsha««er in der Ange- legenhett des Heutzi-Denkmals ist die Situation äußerst klitisch geworden. Die heutige Abgeorduetenhaus-Vitzung nahm einen stür«ischen Verlauf, von 14 vorgewerkteu oppo- fitiooellen Rednern haben fich bisher 5 äußerst heftig gegen deu Sriegsmiaister ausgesprochen.

Rom, 17. November. Der französische Botschafter Barr er e überreichte aus der Lousulta eine Depefche Delcaises, worin es heißt, io Parts sei der Vorfall von Raheita unbekannt. Es handle fich um eine der in Afrika häufigen Grenzfragen, die durch fteuudschaftlicheu Metunngs- Austausch schnell betgelegr werden können.

Paris, 17. November. Heute Nachmittag wurden de» PrSfidenten Faure im Elysee Seitens des fpanischeu Gr- sandten und des PrSfidenten des spanischen Friedens-Ans- schustrs die Insignien des Ordens vom goldenen Vließ überreicht. Der Präfident war umgeben von DelcafiL und Dupuy. Heute Abend findet aus diesem Anlaß t* Elysee ein größeres Galadtner statt.

Parts, 17. November. Advokat Labort, welcher heute die Erlaubniß erhielt, mit Ptequart zu couferireu, besuchte diesen heut vormittag im GesLugutß.

Paris, 17. November. Der meldet, daß die

Regierung nunmehr entschlosten stt, die Verantwortung für die Maßregelu zu übernehmen, welche erforderlich find, um zu vermetdeo, daß die Schriftstücke des geheimen Dossiers in die Oeffevtlichkett gelangen, «eil durch die

Feuilleton.

5>ie Zwischendecken unserer Wohnungen.

Sine gesundheitliche Betrachtung.

Bon Dr. W. Rullmann-München.

(Schluß.)

Eme folgende gründliche Desivfeetion der «oho- und Schlafräume nebst deren Inhalt, wie die Schließung des Brunnens, der übrigens bet stattgehabter Untersuchung nichts verdächtiges zeigte, fand statt. Aber bereits 1878 nnd 1879 traten wieder drei sehr schwere ThphnsfLlle auf. Nun ließ der Hofbesitzer auf Bntter's Rath den Boden des Erd- grschostes auf einen Meter Tiefe ausheben und mit reinem, trockenem Sand füllen und diesen mit einer 15 Eeutimeter garten Betonschicht überdecken, die blohgelegten fenchten Grundmauern mit Statut ausfugtn und darüber starke Dttlen, dicht gefugt, gut geölt und nrtt Oelfarbe und Lack »verstrichen, legtn. I« Jahre 1884 enthielt bann ber Mtdicinalbericht die Bemerkung, baß bas in ftühtren Be- richten erwähnte Gehöft in Hohburg nun fett einer Reihe von Jahren typhnsfrei geblieben sei, obwohl bas Dienst- personal mehrfach gewechsett habe. 3n diesem Falle konnte etber bas Trinkwaffer, da der Brnnuen grschlosten worden, noch die Wohnung selbst, Mobiliar und Kleider, da solche dtstnficirt, die Ursache des Typhus gewesen, sein und es bleibt als Erreger dieser Krankheit nur der Untergrund übrig, da ja nach Beseitigung der vorhandenen Fehlbodensüllung und rtuer sorgfältigen Renherstellung deffelben keine Typhus- nkravknngen «ehr vorkamev.

Auch das Auftreten von astatischer Cholera kanu durch

den Fehlbodeo leicht herbeigrführt werden. Bei der Eholera- epidemie in Laufen in v-yent, so schreibt Prtteukofer, er- krankten nur solche Sträflinge, welche den gleichen Schlaf- und Arbettssaal tune hatten, von jenen, die in denselben

Sälen schliefen, nur solche, die den Tag über in inficirten

Sälen arbeiteten, und von denjenigen, welche tu gesunden

Sälen arbeiteten, Wiedern« nur solche, welche in inficirten

Sälen schliefen, a« «eisten aber hatten jene zu leiden, welche Tag und Nacht in eine« inficlreud wirkenden Thelle des Hanfes znbrachten.

Ebenso tritt auch die Diphtherie epidemisch auf, und es lassen fich mehrere Hauiepidemien ausühren, bei welchen die Jnfeeiionen aller Wahrscheinlichkeit nach von den Zwischen- decken auSgingen, auch ist uachgewiesru worden, daß die größte Sterblichkeit au Diphtherie in den Monaten herrscht, In welchen die Menschen Tag und Nacht fich zu Hause in den geheizten Wohnungeu aufholteu, und daß im Frühling nud Sommer, also außerhalb der Heizperiode, die Kraukhett diel von ihrer Gefährlichkeit verliert. Bestimmt wurde in eine« Dorfe bet Schweiusurt der Frhlbodeu als Träger des Diphtheriebazillus uachgewieseu, als in der Thurmstube des Glöckners drei Kinder destrlbru an genannter Krankheit ge- storben waren. Nachdem daS Zimmer desinficitt, die Wände abgekratzt und getüncht, der Fußboden gut gereinigt war, zog ein armer Ortsbürger mit seiner Familie ein. Trotz dieser vorfichtsmaßregrlu erkrankten auch wieder die neuen Jnsaffen, und da sonst keine DtphtheriefSlle im Otte vor- kcmei, Möbel, Betten u. s. w. der früheren Bewohner «eggeschafft waren, so blieb nur der Fehlbodrn und der zwischen den Dieleu lagernde Schmutz als JnfectioustrSger übttg.

Auch vou der der häutigen Bräune folgenden Lungen- entzüadung ist bekannt, daß die i« Freien lebende Bevölkerung «eit seltener daran erkrankt als die in ihren Häusern vor Zug und Kälte geschützte Stadtbevölkemug.

Diese Einzelheiten, die fich für die angeführten Er- krauknugssormeu noch bedeutend vermehren ließen, »ögeu genügen.

Wir «ollen nun zu deu wirklich i« Fehlboden nach­gewiesenen krankheitserregenden Bakterien übergehen, van welchen Prosefior Hüppe in Prag uns eine Zusammenstellung gibt. Hierbei ist von Stteren Uutersuchungsresulateu, Id welchen es fich u« Ausfiadong des Typhusbazillns handelte, abgesehen, da noch vor zehn Jahren eine Unterscheidung dieses von dem bekannten Darminsaffen, dem Solonbazillus, unntsg lich und ersterer daher öfter wohl mit Unrecht als vorhanden angenommen worden war. So wurden zweifellos die häufig in der Erde vorkommeuden Bazillen des »aligveu Oebems *) unb bes Tetanus nachgewiesen. Einer ber interessantesten Fälle ist ber folgeube: Als im Jahre 1887 in Bajord, (Riviera) die Kirche einstürzte, wurden hierbei 70 Menschen verwundet, von diesen starben acht an Starrkrampf-Erschein­ungen - Booome züchtete aus de« Schutte TetauusbazMen. Emmerich fand reichlich TttauuSbazilleu i« Frhlbodeu eines Schlafzinnneri, auf welche! durch Diphtherie Erkrankungen die Auftnrrklawkett gelenke «ar. Hetvzel«anu fand neunmal Tnannsbazilleu t« Zwischendeckernnaterial alter Gebäude, in denselben waren in 6 Jahren drei Todesfälle an Wund- Starrkrampf vorgekowmeu. Schreiber dieser Zellen sand in eine« Falle die Bazillen des malignen Oebems unb Uipadel

l) VSSattige Sasiergeschwulst.