und bei Durchsicht und Vergleich der großen Mustersendung mit den Beständen hiesiger Tuchhäudler stellte eS sich heraus, daß die „Reste" 10 bis 20 pLt. theurer waren, al» dieselbe Waare, welche aus dem Stücke geschnitten hier verkauft wird.
Sehnlich geht eS mit Damenkleiderstoffen, Unterzeugeu, Wasche u. s. w. Die Summen, welche den ansässigen Kaufleuten dergestalt entgehen, find sehr beträchtlich- vom Volks« wirthschaftlichen Standpunkte ou8 könnte man sich eventuell dabet mit dem Gedanken trösten, daß der Consumern ja einen Bortheil fand — aber dieser Bortheil ist so lauge imaginär, so lange Maaren nicht verschenkt werden oder ein Kaufmann ohne Nutzen arbeiten kann. ES darf behauptet werden, daß jeder einigermaßen sortirte Laden am Platze dasselbe und bezüglich der Beschaffenheit sogar befferes leistet, wie auswärtige Reelamehelden- letzteren ist es nur darum zu thun, rasch reich zu werden, ihnen ist eS gleichgültig, ob ein Kunde gut bedient wurde oder nicht — der ansässige Kaufmann dagegen muß seine Kundschaft im eigensten Interesse gut bedienen und fich mit einem mäßigen Gewinn begnügen. Mir hoffen daher, daß dieser Appell an alle einsichtsvollen und wtrthschaftltch reifen Leser nicht wirkungslos verhallen wird.
Deutsches Reich.
Berlin, 17. October. Der verdienstvolle Begründer der Arbeitercolonien Pastor v. Bodelschwingh in Bielefeld steht im Begriff, nun auch auf dem in letzter Zeit vielbesprochenen Gebiete der Moorcultur practtfch vorzugehen. Nachdem die Arbeitercolonie Wilhelmsdorf in der Senne in dem Zeiträume von 16 Jahren 9000 Colonisten durchschnittlich je drei Monate Arbeitsgelegenheit geboten hat, ist von der zu cultivirenden Fläche nicht viel mehr übrig geblieben. Der noch vorhandene Rest muß den epileptischen und geistes- kranken Ackerbauern, die nicht wandern können, zur Beschäftigung verbleiben. An neue Landankäufe in der Umgebung von Wilhelmsdorf ist nicht zu denken, da die speculativen Bauern die Preise für die Grundstücke in den 16 Jahren ums Zwanzigfache gesteigert haben. Soll nun in Nothzeiten und in den Wintermonaten, wenn Hunderte von arbeitsfähigen Wanderern Aufnahme begehren, die Colonie ihren Zweck erfüllen, so mußte ihre Leitung sich bei Zeiten nach einem neuen Arbeitsfelde umsehen. Ein solches ist nun im Norden des Kreises Lübbecke gefunden. Dort liegt ein sogenanntes Hochmoor, das Wietingmoor, 5 Stunden lang und ’/< Stunden breit, von armer Sandheide eingefaßt, einsam und weltabgeschieden, fern von den Versuchungen, denen die Arbeitsund Heimathlosen so leicht erliegen. Dieses Hochmoor verheißt nach gründlicher Entwässerung, Planirung und Beseitigung der aufgelagerten Heidekraut- und Moosmassen bei reichlicher Einstreuung künstlichen Düngers ein brauchbares Wiesen- und Ackerland. Hier winkt Arbeit für Jahrzehnte, während jetzt das weite Gebiet fast nutzlos daliegt, und, was noch wichtiger ist, hier findet sich für strebsame Colonisten die beste Gelegenheit zur Ansiedelung und Gründung eines eigenen Heims. Vorläufig ist die Abnahme von 2000 Morgen für 85000 Mk. vertragsmäßig festgelegt, sodaß sich, von einigen besseren Grundstücken abgesehen, der Preis für den Morgen auf 40 Mk. stellt. Aber woher die Mittel nehmen? Die Arbeitercolonie Wilhelmsdorf ist die ärmste von allen 29, da sie in den ersten Jahren ihres Bestehens ohne öffentliche Unterstützung hat wirchfchaften und 242000 Mk. Schulden hat aufnehmen müssen. Darum wandte sich Pastor v. Bodelschwingh an wohlhabende Gönner mit der originellen Bitte um „einen Morgen Hochmoor". Es handelt fich hier nicht nur um ein Werk barmherziger Nächstenliebe, sondern zugleich um einen wirthschaftlichen Versuch von größerer Tragweite, sodaß dem Unternehmen nur der beste Fortgang und Erfolg gewünscht werden kann.
Leipzig, 17. October. Der „Evangelische Kirchen- gesangverein für Deutschland", der jetzt 21, über fast ganz Deutschland fich erstreckende Landes- und Provinzialvereine mit 1675 Ortsvereinen ur.d Kirchenchören und nahezu 48000 activen und 5670 nicht activen Einzelmitgliedern zählt, hatte sich für feinen 14. Kirchengefangvereinstag die fanges- frohe und kirchengefegnete Stadt Leipzig gewählt. Die Tagung wurde am gestrigen Sonntag Abend 6 Uhr mit einem Fest- gottesdienste in der vor einigen Jahren prächtig restaurirten Thomaskirche eröffnet. Auf Grund von Matth. 16, 17 hielt
Wege» gefahren ist und uns von feinen Erinnerungen manch interessantes Stückleiu zum Besten gibt. Mir gegenüber fitzen bei der Tafel zwei liebenswürdige Herren, zwei Brüder, der eine ein Großkaufmann aus Hamburg, der andere ein Offizier. Auch fönst find viele Offiziere an Bord, von den würdigsten Generalen bis zum jüngsten Lieutenant. Außer dem Wehrstand stellt die Geistlichkeit das größte Cootingent zu unserer Gesellschaft. Aber auch au Leuten der Feder fehlt eß nicht an Bord, denn im Ganzen werden an 150 deutsche Zeitungen von der „Bohemia" auS mit Berichten über die Kaiserfahrt versorgt werden. Unter den Damen, die etwa ein Drittel der Gesellschaft auSmacheu, herrscht die Jungfrau in gewissem Alter vor. Aber wer zu reisen gewohnt ist, der weiß, daß gerade unter ihnen die besten Reisegefährten zu fiaden sind. Nach den Proben, die ich bis jetzt gemacht habe, trifft das auch bei uns zu, und wir können mithin auch hinsichtlich der guten Kameradschaft, ohne die eine solche Fahrt viel von ihren Reizen einbüßen würde, ganz beruhigt sein. Unser Com- maudant, Herr Kapitän DidoS, eine prächtige GeemauuS- gestalt mit blühendem Gesicht und schneeweißem, wohlgepflegtem laugen Bart, präfidirt denn auch mit befriedigtem Schmunzeln und bedauert vielleicht nur, daß seiu Italienisch nur vereinzelt Gegeoltebe findet und daß er mit einer anderen Sprache nicht aufzuwarten vermag. Der erste Offizier, Herr Baron Brettfeld dagegen ist ein Deutsch Oesterretcher, und von seiner Liebenswürdigkeit, die ich von der Orieutreise, die ich in diesem Frühjahr mit der „Bohemia" gemacht habe, mir noch in so angenehmer Erinnerung, werden wir noch manches Lob
Herr Oberconfistorialrath Superintendent v. Dibelius aus Dresden die Festpredigt. Einen ungemein stattlichen Chor von 600 bis 700 Stimmen hatten die vereinigten Kirchenchöre von Leipzig und den Vororten gestellt, die mit impo- nirender Klangfülle, rhythmischer Straffheit und reiner Intonation Chöre von Felix Mendelssohn und Johann Sebastian Bach zu tiefgehender Wirkung brachten. Die Liturgie versah Herr Diaconus vr. Krömer von St. Thomas, an der Orgel saß Herr Karl Piutti. Die von der Gemeinde ge- sungenen Choralmelodien waren zum ersten Male dem „Festbüchlein" des Evangelischen Kirchengesangvereins in der mit dem sächsischen Chorbuch übereinstimmenden Fassung entnommen. Die am Ausgange zum Besten der Zwecke des Vereins erhobene Collecte ergab einen sehr reichen Ertrag, ein Beweis mehr, welch gewaltigen Eindruck der erhebende Festgottesdienst auf die zahlreichen Theilnehmer gemacht. Die Sitzung des Centralausschusses des Vereins wurde heute Vormittag 9 Uhr im Evangelischen Vereinshause eröffnet. Der Vorstand ist durch die Herren Wirkt Geheimerath v. Hallwachs Excellenz (Darmstadt), Geh. Oberfinanzrath Ewald (Darmstadt) und Geh. Kirchenrath Professor D. Köstlin (Gießen) vollzählich vertreten. Der von dem Vorsitzenden erstattete Jahresbericht erwähnt einleitend die Fertigstellung des 2. Theiles des VereinScatalogS, der im Zusammenhang mit dem Inhalt des im Jahre 1891 veröffentlichten 1. Theiles den Vereinsmilgliedern als wohl berathender Führer bei der Auswahl der nöthigen Musikalien dienen soll; es ist damit der Grund für die Herstellung eines Centralcatalogs der für die evangelischen Kirchengesangvereine werthvollen musikalischen Werke gelegt. Ferner hat die mehrjährige mühevolle Arbeit des „Festbüchleins" im Vereinsjahr 1897/98 ihren Abschluß gefunden, wodurch bet 30 Chorälen eine endliche Einigung insoweit herbeigeführt wurde, daß ein einheitliches Singen dieser Choräle bet gemeinschaftlichen kirchlichen Festen der Evangelischen Deutschlands ermöglicht wird, sodaß die Einheitlichkeit im Choralgesang nicht mehr durch die vielerlei particulären Verschiedenheiten und Gewohnheiten durchbrochen und gestört zu werden braucht. — Der Jahresbericht geht nunmehr auf die Verhältnisse des von dem Vorstände im Centralausschuß herausgegebenen „Corre- spondenzblatteS des Evangelischen Kirchengesangvereins für Deutschland" (Redaction: Oberconsistorialsecretär H. Sonne in Darmstadt) näher ein, die sich feit dem Uebergange des Blattes in den Verlag von Breitkopf und Härtel in Leipzig in erfreulicher Weise gebessert haben. Die Jahresrechnung des Vereins über den Zeitraum 1896/97 schloß ab mit einer Gesammteinnahme und -Ausgabe von 2361 Mk. 79 Pfg. Der Vermögensstand des Vereins belief sich mit den aufgelaufenen Zinsen zu Ende Januar l. I. auf 1625 Mark 65 Pfg Der Verein darf nach allem auf die Ergebnisse des verflossenen Vereinsjahres mit Befriedigung zurückblicken. Herr Superintendent Rothert (Clausthal) referirte über die auf der 9. Generalversammlung des hannöverschen Knchenchorverbandes am 6. October 1898 zu Hannover beschlossene Gründung eines „Niedersächsischen Kirchenchorverbandes", wodurch dem hannöverschen Verbände Braunschweig, Oldenburg, Lippe-Detmold, Lippe-Schaumburg und Bremen angegliedert werden sollen. Hierauf wurde der bereits auf dem vorjährigen Verbandstage gestellte bayerische Antrag, der die Verbesserung der pecuniären Lage und der Pensions- Verhältnisse der Organisten und Cantoren der deutschen Kirchen in Anregung bringt, zur Discussiongestellt. Professor Thoma (Breslau) bringt im Anschluß daran die StandeSverhältnisse der Organisten und Cantoren zur Sprache, die seither in Schlesien oft noch hinter die Küster und Kirchendiener gestellt würden. Schlesien gedenke beim Oberkirchenrath in Berlin den Antrag zu stellen, daß langjährigen verdienten Cantoren der Titel „König!. Musikdirector" verliehen werde. Excellenz Hallwachs versichert, daß der Vorstand im Centralausschuß die Frage der pecuniären und socialen Verhältnisse der deutschen Organisten und Cantoren im Auge behalten wolle, die nöthigen Ermittelungen anstellen lassen werde und den Gegenstand auf die Tagesordnung eines Kirchengesangvereinstages zu setzen gedenke. Damit wurde die Sitzung des Centralausschusses nach dreistündiger Dauer geschlossen.
Bremen, 17. October. Der Znchthäu-ler Richard Erpel ist tu dem zum LaudgerichtSbeziik Verden gehörigen Vororte Hastedt durch einen Gendarmen festgevommeu worden,
lied zu fingen haben. Gestern (Sonntag) Vormittag war Gottesdienst an Bord. Herr Superintendent D. vr. Bär- winkel aus Erfurt erbaute uns durch eine stimmungsvolle Rede.
DaS Wetter war herrlich, und die Fahrt zwischen den Inseln und der Küste von Dalmatien fesselte den ganzen Rest des Tages über unsere Aufmerksawkeit.
Heute Morgen wurden wir mit der griechischen Nationalhymne geweckt. AlS wir an Deck kamen, lag Korfu im Schein der aufgehenden Sonne vor uns. Bald nach uns traf ein englisches Kanonenboot auf der Rhede ein. Unsere Kapelle spielte ihm zu Ehren daS „God eave the queen“, hatte aber keinen Dank davon, denn die Eugltshmeu hielten eS nicht einmal für der Mühe werth, unseren Salut zu erwidern. Kleine, flotte Boote brachten uns von Bord in den Hasen, wo vierzig Landauer bereit standen, um uuS in entzückender Fahrt durch die üppigen Fluren KerkyraS nach Gasturi zu bringen. Nachdem wir die Stadt verlassen hatte«, führt die von dichten Hecken von FeigencactuS eingefaßte Landstraße durch weite Felder, die zumeist mit den Reben bepflanzt find, die den feurigen Korfuwetn spenden. In der Ferne erblickt mau wiederholt zwischen malerischen Schluchten hindurch daS Meer und die hyllätsche Bucht mit der kleinen Insel Ponti- covist. Sie, heißt eS, sri auS dem Schiff der OkYsseuS entstanden, das hier von Neptun in Stein verwandelt wurde. Von ihr soll Böcklin das Motiv zu seiner „Todteuinsel" entnommen haben. Dann beginnt die Straße zu steigen und führt durch daS Gebiet der Oltvenwälder, die man nirgends schöner findet als tu Korfu, hinauf zu« Achilleion, dem be-
als er ein gestohlenes Fahrrad zum Kaufe aubot. Erwürbe tu das LandgerichtS-Gefangniß eingeltefert.
VeEsrschteO.
• Der „alte Fritz" liebte es bekanntlich, au die ihm vorgelegten Acten und Eingaben Raudbemerkangen zu machen, die fich durch drasttge Originalität ouSzetcheu. Hier mögen einige der wenig bekannten Platz finden: In einem Bericht heißt eS z. B.: „Der Kammerherr b. * * zeigt an, daß er für die dem Prinzen Friedrich von Dänemark zugeeignete Schrift über feine Genealogie eine Dose, tmglrichev einen Brtllantriug erhalten habe." Der Bescheid des Königs lautet: „ich gratulire daß die Bettelei so gut reussirt." Ferner Bericht: „Einer v. Krosigk zu Poplitz bet Halle, welcher eine von Erom aus dem Braunschweigischen zu heirathru im Begriff ist und ihr coufiderableS Vermögen ins Land zu ziehen gedenkt, bittet, ihm den Kammerherrn-Tchlüffrl allergnädigst zu accordtren." — Bechrtd: „Er hat keinen Schlüssel nöthig, um eine Heirath zu thur." — Bericht: „Dar PotSdamfche Bäckergewerbe bittet bei den gar theureu Korupreisen gegen Bezahlung tu sächfischeu Groschen zum Backen für die Stadt Korn auS dem Magazin zu accordiren." Bescheid: „Sie hoben über 500 Wspl. gekriegt eS seindt Canaillen, der Magistrat muß sie vorkriegen". — Bericht: „Der Obrist v. Lossow bitten dem Major HalletiuS und dem Rittmeister v. Funt die Erlaubniß zum Heirathen zu ertheileu." Bescheid: „Wenn Husaren Weiber nehmen, so find fie selten noch den einen Schuß Pulver werth, aber wenn er meint, daß fie noch gut dienen würden, so wollte ich eS erlauben. — Bericht: „Der Geh. Rath Braud berichtet von seinen Post-Porto und Schreibmaterialien-Auölagen seit dem November 1763 4113Thlr. und bittet um Anweisung." Bescheid: „Ich werde ihm kein Geld zum schreiben schicken, denn er schreibt fich die Finger ab, er soll schreiben waS uölhig ist, und nicht so viel unnütze» Zeug, da er mir behelligt." — „Bericht des Geveral Directorii wegen eines Urlaubs-Gesuchs des KriegSrathS I .... u zu Eleve auf sechs Wochen, um nach Pyrmont zu reisen, vom 7. Juli 1775." Bescheid: „Die Kammer wird wohl ohne I .... n bestehen können, und der Schlingel kann immer nach dcm Bade gehen." — Bericht: „Der Graf von SadraSky bittet, ihm zu Behauptung seiner Güter ein Darlehen von 300,000 Rthlr. zu 4 oder 3 v. H. zu bewilligen." Bescheid: „DaS kann nicht sein, ich bin der große Mogul nickt."____________________________________________________________
Wissenschaft, Literatur und rinnst.
— Wir stehen dicht vor der Herbstpflanzung neuer Obstanlagen. Wer solche nicht zum Vergnügen, sondern altz CapitalSanlage betrachtet, dem wird empfohlen, großfrüchtigeS Obst zu wählen, weil dieses mehr aus dem Markte begehrt und höher bezahlt wird als das kleinfrüchtige. (Aus dem praclischen Ralhgeber im Obstund Gartenbau.)
— Soeben erschien in C, R. Dreh er 's Verlag, Berlin S.W. 46, Königgrätzer Straße 79, die neueste Ausgabe von Stechert's Armee» Eirrtheilung und Quartier-Lifte des deutschen Reichsheeres und der Kaiserlichen Marine für 1899 Herbst Ausgabe 40. Jahrgang. Abgeschlossen Anfang October 1898. Diese seit vielen Jahren regelmäßig erscheinende, nach amtlichen Quellen aufs Sorgfältigste bearbeitete kleine Armeelifte enthält: Die Personalien der KriegS- ministerien und oberen Militärbehörden, die Generalstäbe, sämmtltche Armee-Jnspectionen, die Gouvernements und Commandanturen, Truppen-, Uebungs- und Schießplätze u. s. w.; ferner die Chefs (Inhaber) und Commandeure aller Truppenthetle, die Landwehrund Territorialbezirke der Armeecorps, ein Verzeichniß sämmtlicher Truppenthetle nach Waffengattung und Nummernfolge und sämmt- liche Standorte des deutschen Heeres und oer Marine in alphabetischer Ordnung. Nm hinzugefügt sind die wichtigsten Uniform-Beschreibungen und die Namenszüge der Regimenter. Die Abtheilung „Kaiserliche Marine" enthält die Personalien der Ober-CommandoS des Reichs Marineamts, tie Commandos der Marine-Stationen, die Schutztruppe für die Colonien, die Jnspectionen, auch der Küstenbezirke, Verwaltung-Behörden u. s. w. u. s. w. Betreffs der höheren Chargen bietet dieses altbewährte Armee-Schema einen sehr brauchbaren Ersatz der großen, sehr viel theureren Rangliste, ja es ergänzt dieselbe durch die sächsischen und bayerischen Truppentheile, welche die Rangliste nicht enthält. Für alle Behörden, Magistrate, LandratbS- ämter, Polizei- und Gcmeinde-Verwaltungen, besonders für alle Beamten militärischer Bureaux ist es rin unentbehrliches Hilfsmittel in militärischen Angelegenheiten. Der Einzelpreis beträgt nur 60 Pfg., bei Parthlebezug treten noch erhebliche PreiSermäßigungm ein.
— In hohen und höchsten Kreisen wird Meßmer'S Thee (Kaiser!. König!. Hoflieferant) getrunken. 1898er Souchong mit Blütben (100 Gramm Packele ä 1 Mk.) und Katserthee (in Dosen b Mk. 1.25) von hervorragender Feinheit. Nur in feineren Geschäften käuflich.
rühmten Schloß, das sich hier, an einem der schönsten Punkte der Erde, die unglückliche Kaiserin von Oesterreich erbauen liefe. Bon seiner Terrasse auS erblickt man in steigende« Staunen das unvergleichlich herrliche Landschafttbild. Im Vordergrund daS üppige Grün der Parkanlagen, daneben die bläulichen Olivenwälder, zwischen denen an den Felsen schwärzliche Cyprcflen hoch ewporragen, unten im Thal die wild- zerklüfteten Ufer, ringsumher daS tiefblaue Meer und in de-' Feroe die schroffen Kämme de» Gebirges, der gegenüber liegenden albauefifchen Küste. „ES ist schwer, hier keine Hymnen zn schreiben", möchte man frei nach Juvenal sagen, benn Niemand wird diesen Anblick in fich aufnehmen können, ohne über seine Schönheit in Begeisterung zu perathen. In dem vortrefflichen Hotel d’Angleterre et Belle Venise, wo eine deutsche Hausfrau waltet und während der Saison so vielen Landsleuten eine wahrhafte Erholungsstätte bietet, wird da- Frühstück eingenommen. Deutsche Gerichte— wie das schmeckt! Dann heißt es wieder an Bord. Hierbei ereignen fich einige kleine Zwischenfälle. Der Nordwest hat etwas See gebracht, und da» Anbooten stellt an die Nerven der des Seefahrens noch ungewohnten Damen einige Anforderungen. Aber da die Gefahren glücklich überstanden werden, werden fie anch bald vergessen. ES will eben Alles gelernt fein, auch das Fahren nach Jerusalem. Dieses Bewußtsein tröstet, und daS nächste Mal wird eS schon besser gehen. Also fröhlich weiter. Ja wenigen Stunden sehen wir Ithaka unb morgen früh betreten wir in PatraS klassischen Boden: „DaS Land der Griechen mit der Seele suchend".


