Mainz dafür aus, daß etwa- geschehen müsse, um den Detail- Handel vor dem Untergänge zu bewahren. — Herr Beigeordneter Georgi-Gießen bemerkte u. A., daß gerade die Filialen der großen Häuser e» verständen, sich der Besteuerung zu entziehen, fie legten Abschlüffe vor, au- denen zu ersehen sei, daß fie nicht» verdienten, dabei setze aber da» Mutterhaus ihnen höhere Preise an. Auf letzteren Umstand sollte man die Steuereommiffrrien aufmerksam machen, mau nutze damit den Bürgern und der Gemeinde.
Herr Commerzienrath Koch bringt all von allgemeinem Interesse den Handel mit Steinkohlen zur Sprachr uud bedauert, daß kein dieser Branche augehöreuder Händler zugegen sei, um die durch da» bestehende Syudicat hervor- gerufeuen Mißstände, die Schädigungen del Kleinhandels zu bestätigen. Die Monopoltfiruug dieses so wichtigen, für die Industrie wie den allgemeinen verbrauch gleich werthvollen Artikels rufe ernste Bedenken hervor. Man sei mit der Beherrschung des Marktes durch jene Riugbilduug nicht mehr in der Lage, auf Lieferung einer bestimmten Art Kohle überhaupt nur reflectiren zu können, was dem Besteller in dieser Beziehung zugetheilt werde, müffe er einfach accep- tireu. Trotz frühzeitiger Abschlüffe sei zudem der Kleinhändler heute häufig Kohleumangel aulgesetzt, ohne fich gegen diesen Nachtheil in irgend einer Weise schützen zll können. Mitte der 80er Jahre, als das Angebot der Zechen die inländische Nachfrage überstieg und in Folge dessen die Preise fast auf die FörderuugSkosteu sanken, seien zur Beseitigung dieses Nothstandes Spezialtarife bewilligt worden, und diese unter jenen Umständen weise Maßregel habe den ausländischen Markt erschlossen, die erhoffte Abhülfe gebracht. Aber schon wenige Jahre darauf habe der Aufschwung der deutschen Industrie ein völlig verändertes Bild geschaffen- die inländische Nachfrage sei in außerordentlicher Weise gestiegen und es wäre aus volklwtrthschaftlicheu Gründen geboten gewesen „jene Spezialtarife, welche sich nur dem Nothstaude gegenüber rechtfertigen ließen", zarückzuztehen. — DaS Fortbestehen derselben habe es den Zechen ermöglicht, die Inlandspreise hoch zu halten und es sei offenkundig, daß man in Belgischen Judustriebeztrken billiger mit deutschem CoakS und Kohle verhüttete, als es in unseren Werken geboten ist. Auch die Qualität de» CoakS habe, in Folge des Wegfalls der Coneurrenz dieser Betriebe untereinander, wesentlich uachgelaffeu. Als sprechender Beweis könne eine der Kammer vorliegende und in deren Jahresbericht veröffentlichte Berichterstattung der Main- Weserhütte dienen, welche den horrenden Ausfall ihre» vorletzten Betriebsjahres zum größeren Theil auf miuderwerthtgeu CoakS zurückführte und die» mit Zahlen belegte.
Die erwähnte Bevorzugung der Zechen habe zur Bildung des Syudicat! geführt, welche- auch auf die widerstrebenden Zechen einen wirksamen Druck aulzuübeu wußte, dem Ringe detzutreten und so die Preisbildung völlig tu der Hand hat. Wenn Producenten tu der glücklichen Lage seien, aus eigener Krast — ohne staatliche Unterstützung — sich zu einem Ringe zu vereinigen, um fich einen nutzbringenderen Absatz zu sichern, so lasse fich dagegen uichts einwenden, anders aber liege es hier, und es sei vom volkswtrthschaftlicheu Standpunkt zu ver- urtheilen, daß die preußische Staatsbahu-Berwaltung nach wie vor den Export der Kohle in jener Weise zum Nachtheil del Inlands begünstige. — Die Handelskammer Gießen habe zu allererst den Antrag auf Kündigung jener Tarife gestellt und nichts unversucht gelassen, im Verein mit gletchgefinuten Schwrsterkammern durchzudringen, doch sei Alles vergebens gewesen.
Herr Jmheuser-Gießen hält höhere Besteuerung der Waarenhäuser nicht für angäuglich, eine solche würde die Geschäfte nur anfpornen zu größerem Umsatz. Man solle suchen, den kleinen Geschäften zu helfen, ihnen den Zusammenschluß behufs gemeinschaftlichen Einkaufs empfehlen. — Eine Resolution de- Herrn S ch m a h l - Mainz, wonach eine Commtsfion mit der Ausarbeitung geeigneter Vorschläge zur Abstellung der Schäden großcapttalistischer Waarenhäuser zu beauftragen sei, wurde angenommen. Die Commtsfion besteht aus den Herren Ernst Balser-Gießen, Schmahl- Mainz, Wolff.Frankfurt, Stamm-WieSbaden, vr. Mertz ot-Wiesbaden, Tripp Cassel.
Ueber die Offeahaltuug der Schaufenster an Sonntagen refertrt Herr Jacob Müller-Mainz. Die Ausführung der Bestimmungen über die Sonntagsruhe haben nach Anficht des Redners zu Zuständen geführt, die nicht befriedigten. Besonder- durch die verschiedenartige Zett- rtvtheilung in der Offrnhaltung der Läden würden die Geschäfte mancher Städte, zu Gunsten derjenigen der Nachbarstädte, geschädigt. Die Sonntagsruhe sei den Angestellten zu gönnen, aber das Offenhalten der Schausenster beeinträchtige diese nicht. In Wiesbaden und Frankfurt sei das Offenhalten der Schaufenster gestattet, tu den hesfischeu Städten nicht. In Ansehung der vorthetle, welche dal Offeahalten der Schau» senster mit fich bringt, hat der Verein Mainzer Kaufleute eine, von der Mainzer und der Gießener Handelskammer unterstützte Eingabe um Gestattung des Offenhaltens der Schaufenster au Sonntagen au beide Kammern der hefftschen Stände gerichtet, das Gesuch sei aber abgeschlagen worden,- alle Kreisämter (mit Ausnahme Offenbachs) und alle Handelskammern (mit Ausnahme der hiefigen und Mainz), hatten fich gegen da» Gesuch ausgesprochen. Referent tritt entschieden für Weiterverfolguug der Sa^e ein und beantragt nochmalige Eingabe au die hesfischeu Kammern und den Reichs- tag. Die Ausführungen des Referenten wurden durch wettere Darlegungen der Herren Sch mahl-Mainz, Koch-Gießen, welcher der Hoffnung Ausdruck giebt, daß auch die Schwester- Handelskammeru sich diesmal der Gießeuer auschließeu werden, Schäfer-Frankfurt, Bal ser-Gießen unterstützt und eine Resolution im Sinne del Mü ll er 'scheu Referat! angeuommeu.
Herr Dr. Merbot - Wtelbadeu verbreitet fich eingehend und unter Darlegung der Schäden, welche dem Erwerbsftaude alljährlich durch Concurse zugeführt werden, über die Forderung nach Erledigung der Concurfe durch Kaufleute, statt durch
Rechtsanwälte. Er stellt al! erste Bedingung auf, daß die Kaufleute fich nicht bet der Ernennung von Concurlverwaltern durch Gerichte beruhigen, sondern ihr Wahlrecht selbst ausüben. Dabei müffe allerdings dem Wunsche Ausdruck gegeben werden, daß die Gerichte dem verlangen der Kaufleute und Gewerbetreibenden nach Geschäftsleuten als Concursverwalter bet Coucursen von Geschäftsleuten schon bei Benennung deS provisorischen ConeurSverwalters möglichst Rechnung tragen. Vom Vorsitzenden wird bemerkt, daß in Oberheffeu und Starkenburg bereits die ConcurSverwaltuug meisten! in die Hände der Kaufleute gelegt werde.
Die Erhebungen über die Lage de! Kleinhandels behandelt da» Referat des Herrn Balser- Gießen. Die Versammlung nahm hierzu folgende Resolution an:
Die Conferenz südwestdeutscher Detailisteu-Vereine zu Gießen hält die Veranstaltung einer Enquete über die Lage des Kleinhandels für dringend nothwendig, ist aber der Ansicht, daß nur der Staat unter Mitwirkung der dazu berufenen Jntereffenvertretungeu die Enquete wirksam durchführen kann. Wir bitten daher die Regierung, eine alsbaldige Enquete über die Lage des Kleinhandels herbeizuführen und hierbei soweit thunlich und erforderlich, die Vertretung von Handel, Industrie und Gewerbe zur Mitarbeit zu veranlassen.
Herr Schmidt-Darmstadt sprach über die Erledigung der Beschlüsse der 5. Conferenz in Wiesbaden.
In die Commission, welche mit Festsetzung der Erfahrungen, berr. das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb betraut werden soll, wurden die Herren Dr. Gutfleisch (als Ehrenbeirath), Lotz-Maiuz, Stamm-WieSbaden, Kleber-Darmstadt und Schäfer-Frankfurt gewählt.
Die nächste Conferenz findet in Frankfurt a. M. statt.
Herr Balser dankt den Herren, die fich um die Versammlung verdient gemacht, besonders den Gästen, drückt seine Freude über die Anwesenheit der städtischen Vertreter, der Vertreter der Handelskammer aus und dankt noch dem vorjährigen Präsident, Herrn Schmidt, namens des Verbandes. Die Versammlung dankt Herrn Balser für die umfichttge Leitung der Versammlung durch ein auf denselben ausgebrachtes Hoch.
Schriftlich hatte Herr Landtagsabgeordneter Metz sein Fernbleiben entschuldigt. — Zum Schluß wie! Herr Orbig auf die Erfolge hin, welche die kaufmännische Fachschule erzielt, er empfahl möglichst bei Anstellung von Gehülfen solche zu berückfichtigen, die eine Fachschule besucht.
Schließlich tragen wir noch nach, daß auch die Darmstädter Handelskammer durch die Herren W. Schwab und K. Egenolf vertreten war.
Ein ausführlicheres Protokoll über die Verhandlungen befindet fich im Druck, und wird demnächst den Mitgliedern und Interessenten zugesandt bezw. zur Einfichtnahme aufgelegt werden.
Nachdem nun der geschäftliche Theil der Conferenz erledigt war, vereinigte man fich zu einem gemeinsamen Essen, welche- unter Mitwirkung der hiefigen RegtmentSeapelle, unter Leitung drS Großh. MufikdirectorS Herrn Krauße, in sehr anregender Weise verlief. — Die Reihe der Trink- spräche wurde von dem Borfitzenden deS hiesigen Detailllsten- Veretns, Herrn Ernst Balser, mit einem Hoch auf unfern geliebten LandeSsÜrsten und Se. Majestät den Kaiser von Deutschland die hohen Förderer geistiger und sozialer Wohlfahrt eröffnet, in welche- sämmtliche Anwesenden begeistert etnstimmteu. — Der zweite Vorsitzende, Herr Wilhelm Herbert, dankte in warmen Worten den anwesenden Gästen für ihr Erscheinen, welchen Dank der Borfitzende der Handelskammer, Herr Commerzienrath Koch, im Namen der Gäste in ebenso liebenswürdiger al- herzlicher Weise erwiderte.. — Der Vorsitzende der Centralstelle für die Gewerbe, Herr RegiernngSrath Noack-Darmstadt, leerte ans da- innige Zusammengehen und gemeinsame Wirken der Gewerbe- und Detaillistenvereine sein Glas. — Herr Müller-Mainz gedachte des Vorsitzenden der Handelskammer und seiner Mit- glteder, worauf der Vorsitzende Herr Commerzienrath Koch den Detaillistenstand als wichtige Beratherin und Mitarbeiterin in vielen wirthschaftlichen Fragen, den Handel betreff nd, für die Handelskammern hochschätze. — ES folgten Ansprachen und Toaste in abwechselnder Reihe, Herr Director Tripp- Cassel gedachte der abwesenden Frauen in schönen Worten, welche in einem Hoch auf dieselben auSklangen.
Mau trennte sich erst, nachdem die auswärtigen Gäste, durch die herangerückte Abgangszeit ihrer Züge gezwungen, zum Aufbruch Veranlassung gaben und rief sich ein fröhliche- Wiedersehen auf der nächsten Conferenz in Frankfurt zu.
Lobende Erwähnung verdient noch die vorzügliche Küche deS Herrn Stein, worüber sämmtliche Gäste ihre Anerkennung au-sprachen.
<acaU» rsnd ^provinzielles.
Gieße«, 18. Oktober 1898.
* * Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 15. October l. I. gnädtgst geruht, den Hosjuoker Legationl- secretär Dr. Hugo Freiherrn von Leouhardi zum Kammerjunker zu ernennen. Ferner wurden ernannt: der Kreis- Veterinärarzt des Kretsveterinaramts Reichelsheim i. O., Ferdinand Hahn, zum Kreilveterinärarzt deS Kreilveterinäramts Alziy, der Kreilveterinärarzt del Kretlveterinäramtl Rimbach, Dr. Johann Erbntch, zumKreilveterinärarzt del Kreisveteriväramt! Reichelsheim t. O. und der praettsche Thierarzt Johanne! Nuß zu Nieder-Moo! zum KreiS- veterinärarzt des Kreisveterinaramt! Rimbach i. O.
* * Aus Anlaß ihre! 25jährigen DienfljubtlanmS als Feuerwehrmänner wurde gestern Abend den Herren Phil. Mootz und Robert Sattler von der Freiwilligen Gail'sch en Feuerwehr je ein geschmackvoll aulgeführtes Diplom durch den Commandanten genannter Wehr, Herrn
Kreisseuerwehrinspector LooS, überreiht. Hrrr EmiL Kalbfleisch, welcher ebenfall! zu den Jnbtlaren gehört unb mit ihnen durch Verleihung bei von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzoz gestifteten Ehrenzeichens ausgezeichnet wurde, erhielt da» Diplom bereits vor einigen Wochen. Gut Wehr!
* • Stadttheater. Al! zweite Bolklvorstellung wird, wie bereit! bekannt, am Mittwoch den 19. dS. Sudermann» ,Ehre" gegeben. Bet diesen Bolksvorstellungen find die Eintrittspreise für Saalplatz auf 40 Pfg., für Gallerie auf 20 Pfg. festgesetzt.
Theaterveretn. Öhr verweisen hiermit die Mitglieder auf das Inserat tu der heutigen Nummer und machen aus Wunsch nochmal! darauf aufmerksam, daß die anlgeloosten Karten bei Herrn Challier abgeholt werden müssen.
* * Versammlung. Die am Sonntag in Louhs Bierkeller abgehaltene Generalversammlung des Militär-, Krieg!- und Frieden!-, Invaliden- und Mill tär-Anwärter- V er ein! für die Provinz Oberheffeu war wohl infolge de» schlechten Wetters weniger stark besucht. Der Vorfitzende, Herr Meißinger, begrüßte die Anwesenden herzlich unb eröffnete die Versammlung mit einem Hoch auf Se. Majestät den deutschen Kaiser und Se. Königliche Hoheit den Groß- Herzog von Heffen. Sodann referirte der Vorsitzende über die Thätigkeit des Vorstände! seit Bestehen des Verein! im Einzelnen und im Allgemeinen sowie über den BerbandStag am 9. d. Mts. in Darmstadt. Herr Schriftführer Jäger verlas die au! den Vorstaudsfitzuvgen seit der letzten Quartal- Versammlung erstandenen Protokolle und referirte über die am 3. April d. IS. in Darmstadt abgehaltene Hauptversammlung. Zur Verlesung kamen: 1. die Petitionen an die zweite Kammer der Landstände: a) Besetzung aller den Militär-Anwärtern gesetzlich vorbehaltenen Stellen im Staat-- und Ge- metndedienst. b) Anrechnung der drei Pfltchtdienfijahre bei der Penfionirung. 2. Die Petitionen an den Reichstag: a) Anrechnung der Milttärdtenstjahre auf die Dienstaltersstufen bezw. deren Berhältniß bei event. Penfionirung, b) Belassung der Jnvaliden-Peufion an sämmtliche im Reichsund Staatsdienst beschäftigten Militär-Invaliden, c) Festsetzung der Entschädigung für Nichtbenutzung des Cwil- Versorgungsschein! allgemein auf 12 Mk., d) bessere Versorgung der Wittwen und Waisen. — Auf die Petition vom vorigen Jahre und auf die infolge besten gestellten Initiativanträge bei Abgeordneten, Herrn Grasen Oriola hat der Reichstag om 21. März cr. und der Bundesrath am 20. Mai er. entschieden und zwar zu Gunsten der Invaliden, und hat der Bundesrath die Resolution des Reichstags wegen Abänderung des Mtlttär-PenfionsgesetzeS dem Reichskanzler bezw. den zuständigen Ausschüssen zur Ausarbeitung eine! Gesetzentwurf» überwiesen. Zuletzt erfolgte die Neuwahl deS Vorstände» per Acclawation. Wir wünschen dem Verein die recht baldige Erreichung seines Ziele» und Gewinnung vieler Mitglieder, we»halb wir den Invaliden und Militär-Anwärtern den Beitritt nur empfehlen können.
* * Unfall. Einem hiesigen Fuhrknecht gingen gestern Abend in Rödgen die Pferde durch. Dieselben rasten die Straße nach Gießen entlang, übersetzten die geschlossene Etsenbahubarriöre, wobei dal Geschirr zerriß und der Wegen liegen blieb, und rannten weiter nach Gießen.
* • Neue Nebenbahn. In Bezug auf den beabsichtigten Bau einer Eisenbahn von Marburg durch den Ebldorfer Grund nach Londorf ist Herrn Landrath v. Negeleiu in Marburg auf privatem Wege die Mitthellung zugegangeu, daß die erbetene Genehmigung nunmehr erthei'.t ist. Der bezügliche Erlaß de» Herrn Minister» der öffent- ltchen Arbeiten wird dem Herrn Landrath lt. „Oberh. Ztg." demnächst durch Vermittelung der Königlichen Regierung tu Kassel zugehen. Dem Beginn der Vorarbeiten wird nun voraussichtlich nicht» mehr im Wege stehen.
• * Die dte»jährtge Generalversammlung bei BerbaudeL der Rechner in den Landgemeinden bei Großherzogthums Hessen findet Sonntag den 23. October in Offenbach statt. Der verband stellt fich u. A. die Förderung der gemeinsamen Staudelintereffen, die Hebung de» Standes« bewußtsein» unb die Pflege der Colleaialität al» Aufgabe.
• * Stellvertretung für Rechtsanwälte. Mit Rücksicht aus die in den anderen Bundesstaaten hinsichtlich der Stellvertretung von Anwälten durch GerichtSaffefforen und Gerichts' accesfisteu bestehenden Grundsätze hat da» Justizministerium mit Wirkung vom 1. November l. I. die derzeit in Kraft befindlichen Stellvertretungen aufgehoben. E» muß also für den Einzelfall der Verhinderung feiten» de» Rechts« anwalts für die Folge die Bestellung eine» Vertreter», der nicht Recht-anwalt ist, besonders beim Ministerium nach« gesucht werden.
* * Für Vahnhofs-Wirthfchaften. Der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten hat die König!. Eisenbahndirectionen darauf hingewiesen, daß die Bedienung der Reifenden in den Bahnhofs-Wirthschaften fich wesentlich tr< leichtern und beschleunigen läßt, wenn die Preise der feil» gehaltenen Speisen unb Getränke auf deutlich fichtbaren Tafeln angezeigt unb zeitraubende Rückfragen nach ben Preisen hierdurch möglichst vermieden werben. Auf Schnell« zugstationen mit kurzen Aufenthaltszeiten, namentlich auch bei Benutzung der an den Zügen aufgestellten Berkaufltifche, werde das besonder» zweckmäßig fein. Zugleich wurde den Directiouen empfohlen, für die vorübergehende Aufstellung von solchen verkaufstischen auf den Bahnsteigen, wo diel mit Rücksicht auf die Kürze de» Zugaufenthalte» dem Interesse de- reisenden Publ kum» besonders erwünscht unb ohm Beeinträchtigung ber Betriebslntereffen angängig ist, nament« lich in der heiße» Jahreszeit, in weiterem Umfange Sorgt zu tragen.
• • Wetterbericht. Die Depression hat fich noch weiter vertieft und beträgt der Luftdruck am Eingänge de» Canals weniger al» 730 Mm. Wie an den Vortagen find auch heute von der H-uptdepreffion zahlreiche Theilminima bi! nach- Central Europa herein vorgelagert. Hoher Druck liegt nur


