Ausgabe 
19.7.1898 Zweites Blatt
 
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1898

Dienstag den 19. Juli

Gross.

ießener Anzeiger

General -Anzeiger

2ln,ts- und Anzeigeblatt für den Giefzen

Gratisbeilage: Giebeuer Familienblätter

Graf Thun läßt officiö! versichern, daß

Allk Anzkigen-BrrmiNlung-ftellkN btl In» und Hullanbcl nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger tntgegm.

Redattion, Expedition und Druckerei:

Schntstratze Ar- 7.

Vom Sterbe-

7232

Krankheit und dem sowie für die reichen \ Hem Pfarrer u- 1219

rOWn.

»»nahm» von Anzeigen zn der Nachmittag« für den ätzenden Tag erscheinendm Nummer bi« Norm. 10 Uhr.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Kietze».

Fernsprecher Rr. 51.

Aezugiprei- vierlkljLhrlich

2 Mark 20 Ps^ monatlich 75 PfH. mit Bringerloh».

Bei Postbezug 2 Mark 50 Ps». vierteljährlich.

Nr. 166 Zweites Blatt

Wie», 16. Juli. Heule vormittag fand unter dem Borfitz deS Grafen Thun ein Mtutsterrath statt, zu ' ....... ... mnrin

Erscheint tägNch mit Ausnahme de« Montag«.

Die Gießener Mamikieavlätter »»erden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt.

Fieberiufectlon vorbei ist. e _ .

Sonbott, 16. Juli. Eine New-Yorker Drahtung der Central New! bestätigt aus osfic'.öser Quelle, daß die amer - kauifcheu FriedenSbedingungen sich beschränken auf b e anerlennung ter Unabhängigkeit Kuba» durch Spanien lowie Abtretung von Portorico und einer Kohlenstatton auf den Philippinen an die UnionSstaateo.

Loudon, 16. Juli. Die Central-New! erfährt, daß in der Delagoa-Vahu-Augelegeuhett der Schiedsspruch er­folgt sei, der demnächst amtlich veröffentlicht werden wird. Darnach maß Portugal der Wit.we bei Obersten Macmurdo 2i/, Millionen Pfund als Entschädigung für die rechtswidrige Consireirung der Delagoa Bahn zahlen. t

Madrid, 16. Juli. Der Vertrauensmann de» Don Larlol, Herzog von Solferino, ist hier eingetroffeu, um die Leitung der carltsttschen Agitation zu übernehmen.

Madrid, 16. Juli. Commodore Watson wird zur OperationIbaflS die cavartschen Inseln nehmen. Aul Sevilla wird gemeldet, daß man schon heute ein Geschwader I bet Tanger erwartet. In Ladtz glaubt man, daß der erste Hafen, dem dal Bombardement drohe, Ladiz sein werde. Schon jetzt wandern viele Familien aal.

Kopenhagen, 16. Juli. Ja ganz Dänemark ist ein Backerstrike auSgebrochen. Die Gesellen fordern außer höherem Lohn einen Ruhetag in der Woche.

Washington, 16. Juli. In hiesigen olficiellen Kreisen ist man über einen Vorfall, der Grund zu Verwickelungen bieten kann, in Besorgniß. General Toral hatte el bekanntlich unternommen, die gesummten spanischen Truppen im östlichen Tuba zu übergeben. Ein ihm untergeordneter Commaudeur außerhalb Santiago weigert sich nun, seine Truppen zu Übergeben, indem er erklärt, General Toral habe kein Recht gehabt, für diese Truppen r» ^pttultrev, ohne ausdrücklichen Besehl auS Madrid. Während der Ueber | bringung der Botschaft deS General! Shafler sei aber dal

Au den Fenstern der Mufikalienhaudlnugeu fällt un! ein Broschürchen entgegen, daS wir, weil der Titel lockt, für 60 Pfg. kaufen und all EifenbahnlectÜre zu uns stecken. Warum gibt el so wenige Comp ovtsttuoev?

Ja der That, eine Frage bei ernsten Nachdenkens werth! Die Dame, Frau S. Jessel, die sich »tt bei Sache beschästigte, hat ihre Ansichten zunächst in der Ort!- gruppe de!Allgemeinen beutschen Frauenveretul in Frank­furt vorgetrageu. Ihre Darlegungen enthalten bemerken!- merthe Gefichrlpunkte. Aber eine zureichende Antwort hat sie unsere! Erachten! doch nicht gegeben. Die Hemmungen, welche sie all die der weiblichen Lomponistenlausbahn en - oeaenstehende ansührt, ex^stiren ebensogut für die sttll?r^, D'chterin und Malerin. Und doch stellen diese zum Sulturgauien einen ungleich größeren »ei.eag °i« die Som- poniftin. Die Hemwungsgrünbe find wohl in bene eigen« lieben Wesen der C°mposttion«kunft ,u fachen, in diesem merk-ürtigen SWiteinanber non strengster formaler ®elSanb schulung und tränmeriWer Ph-ntafie - eine Mischung, b e stch iw weiblichen Jatellect allerbing« nur unter ganz be­sonder« glücklichen Sonftellationen einzustellen vermag.

E« scheint, al« wüste sich die Frau immer an ein Bor- bild halten. In ber Malerei ist bie Natur ihr Vorbild. Daher hat fie auch bi« jetzt aus diesem Gebiete da« Selbst- ständigste geleistet. Wa« B. au« beu Zeichnungen und Entwürfen ber Frau Sornelia gib. Wagner

iRerlinl »u un« spricht, bie eben bei Echueiber au«, gestellt hat, ist Eigenart, leine«, tiefe« BerstLndniß für da« Symbolische im Leben.

6stnflel,' 16. Juli. König Leopold wird Anfang« nächsten Monat! die geplante Reise nach Nord-Amerika untreren und bet dieser Gelegenheit Mac Kinley einen Besuch abstatten. Bon Amer-ka begibt sich der König nach Marokko, wo der Lougostaat behuf! Anlegung eine! Sanatorium! ein Terrain nW0®fltl!j6. Juli. In hiesigen Handellkreisen herrscht die Ansicht, daß die Regierung bereit sei, im October nach erfolgtem Eiuvernehmen mit Rußland die Unterhandlungen wegen Abschaffung der ZuckerprSmien wieder auf-

Serien existiren für diesen Kunstsalon f» gar nicht. Höchsten«, daß er sich gestatten darf, an den ®»n« tagen während der Sowmersaison ,u schließen. Sonst flnthet daS Kunstleben hier unaufhaltsam weiter.

Augenblicklich befindet sich daselbst eine kleine Lo^etion Anton ^Engelhard, die L-ndschasteu eine! jungen Frank, iurter Künstler!, der ja wohl vorläufig noch in keinen Wett­bewerb mit Thoma etutreren kann, auch nicht die Stimmung v°n Wucherer hat, aber doch über selbständige Töne ^^eiau! Meyer ist mit einem lieben Köpfchen ver­treten, da! wiederum die ganze realistische Fetofühligkett diese! Künstler! offenbart.

Mar Liebermann, der tote kein Anderer auf emeu Bildern dal Gleichmäßige und Einförmige der arbeit zu veranschaulichen vermag, prägt sich uni durch seine Nähschule" ein.

o t Carezzi o!Siegfried", eigentlich mehr em Porträt be« berühmten Wagnersänger« Bu'gst-tller, zieht schon die Blicke unwilllürlich durch die große Leinwand auf stch. Siegfried, in dem Moment erfaßt, wo er au» be Drachenhöhle tritt, Schwert und Tarnhelm halttfd. E st ein gut gemalte« Bild, gibt aber doch wehr ,W e .Siimmuug" und läßt stch mit den entzückenden D-"b'ich»fch- Eowpofftionen, auf welchen die S°gengest°lt'° °°- °> °'° menschliche« Echo bon Berg, Wald und Fluß erscheinen, nicht vergleichen.

mot

alll^^,^radicale^Wn^

I Deutschland im Begriff stehe, mit Zustimmung del Sultan! von Marokko einen 20 «tlometer breiten marokkanischen

1 Küstenstrich -wischen Kilz und Nuluja an der Grenze de! I französischen Algerien zu besetzen.

Paris, 16. Juli. Ministerpräsident Brisson, der immer noch leidend ift, blieb dem heutigen Ministerrathe sern.

Paris, 17. Juli. Da! gestern Abend stattgrhabte Ber- hör gestaltete sich für Esterhazy derart ungünstig, daß an dtffen Freilaffung vorläufig noch nicht zu denken ist.

Loudon, 16. Juli. E! liegt nicht da! geringste Anzeichen vor, daß Spanten um Frieden nachgesucht h°be- Die Vorbereitungen zum Einfall in Portorico dauern fort. Wahr- schein"» we°7-n'sich innerhalb 10 Tagen 22 000 Mann au« NewAork, New-Orleanl, Lharleltowa und Tampa dorthin etnschtffeu. Die Soldaten be! General Shefter werden nach den kalten Hügeln Cuba! weiter gehen, bi! die Gefahr der

Frnilleto«.

Frankfurter Dries.

Originalbericht sür den .Gießener

Die tobte Zeit. äBinterootträge im Truck. Ter Kuustfolou Schneider.

Nr M Wenn die Asficheu auf den Bahnhöfen und t Lt- .f.n (nuten' Die Beretnigtrn Stadttheater bleiben hUÜ,um io u-b"o geschloffen, - 1° ist »r Frank-

M die «tobte Zeit" angebrochen. Wörtlich darf «In diesen Andruck freiliq nicht nehmen. El flnthet noch ®° c.« ftaite! Leben durch die alte Stadr am Main,

' u7 wa°. die velmticheu ihr an Verkehr entziehen, da« ersetzt .. ..* «aflantenftrom, ber aus seinem Rhein- ober K6mau»albiugefl begriffen, doch wohl selten versäumt, hier ILä7n ,n machen uüd in historischen Erinnerungen zu 8 sg ÄU sagen an jeder Straßenecke ausstoßen. Rn" wenige Stad» gibt e«, in welchen man, geleitet durch btt Denkmäler und historischen Gebäude, so au! dem Allen in daS Neue hineinschreiten kann, wie hier!

Wit der großen Pause im Theaterleben harwoniren auch flogen in bin Buchläben. Reue Dramen werben wenig- angetflnblgi. Außer ber üblichen Reiseliteratur sucht "^'hauptsächlich Schriften, bie dem °-'st'g-° ,L°b-° 61 TOinter« entstammen, Borträge über locfale, künstlerische und Ä Ä di- der Drucklegung für würdig erachtet wurden.

Deutsches Reich.

Vertu, 16. Juli. Auknüpsend an die von derKöln. | fttö." gebrachte Mittheilung von der bevorstehenden Er- Weiterung der technischen Gruppe durch Errichtung dreier Telegraphen-Bataillone sagt dieNordd. Allgem. Ztg.", nach ihren Informationen seien, wenn überhaupt, Telegraphie-Neusormationen nicht vor dem 1. Octoder loV» AU ^Berlin, 16. Juli. DerDirmiaghampost" zusolge hat Kaiser Wilhelm Sachverständige beauftragt, ihm alle Einzelheiten über die Dynamitgeschütze de! amerikanischen Kreuzer!Besnvtul" zu berichten. Wie e! heißt, soll die Firma Krupp eine solche Kanone zu versuchlzwecken an- ^"^Berliu 16. Juli. Reichlkanzler Fürst Hohenlohe ist, tote au! Schillingsfürst trl-graph'.rt wird, heute von dort aaS> W'ettad»°°"^ J»U- Wie der .Rheinische Saurier" meldet, wnd aus Beraulaffang be« Retch-kauzler» demnächst eine vorbereitende Sommilfion Zweck« Revision be«

Aintlichev Theil.

Gießen, den 15. Juli 1898.

Betreffend: Zurückstellung unabkümm icher Beamten, hier von Lehrern und Schulverwaltern im Falle einer Mobilmachung.

Die

Paris, 16. Juli. DieAurore" veröffentlicht einen Brief Zola!, beu dieser an Brisson gerichtet hat. Zola bedauert in dem »riefe, daß Briffou seine moralische Souve­ränität, die er zu rrpräsentiren habe, abgelegt habe, indem I ex aus die bekannte Weise in der Dreyful-Augelegenhett | Paris, 16 J^i. Ministerielle Organe behaupten, daß 1 Cadel unterbrochen %txDt\tn.

Wetugesetze! von 1892 zusammentreten. Demselben Blatte zusolge hat sich auf An-egung de! hiesigen Königlichen Ober-BibliothekarS Dr. Fravcke hier ein Zweig-Verein der deutsch österreichischen Literatur-Gesellichast gegründet.

Ausland.

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Grotzh. Kreis-Schulcommission Gießen »-lchem^°e.auf u^b^;«'^euffchm7^

an die Schulvorstände des Kreises. fd)Iäge heratheu. Graf Thun läßt officiöl versichern, daß

Sie wollen die Lehrer oder Schulverwalter einklassiger (( ntd)l bQTQn denke, da! Spracheugesetz mittelst § 14 | Schulen, welche militärpflichtig sind, darauf aufmerksam #u decretireu. . . I

machen, daß Gesuche um Zurückstellung im Falle einer Mobil- gßUn, 16. Juli. Die Delegirteu der Partei del ver- | machung innerhalb 8 Tagen bei uns einzureichen sind. faflung,llcutn Großgrunddesttze, erklären in einem g-st-r° Später einlausende Gesuche können nicht berücksichtigt werden. Äbenö erschienenen Communtqaö, daß die ihnen vou oer

In den Gesuchen ist anzugeben: Regierung vorgelegten Grundzüge eine! Sprachen-

1) Civilstellung, gesetzentwurf! einer wesemlichru Revision nuterzogen

2) Bor- und Zunamen, werden wüßten, wrna fie eine Emigung herbetsühren fomtn.

3) Mtlitärcharge und Truppengattung, Diese Kundgebung wurde gestern dem Grasen Thun uver-

4) Genaue Angabe des Truppentheils, Regiment, 6ebea. G- verlautet bestimmt, die Regierung we_bt nun Compagnie rc., bei welchem der Einttitt erfolgt ctne Abänderung ihrer Spracheovorfchlaze veranloffeu und ist, und Datum des letzteren, hierüber zunächst wieder mit den Tschechen berathen.

5) Bezirk des Landwehrbataillons. I Zara, 16. >Juli. Die Erdstöße in Dalmatien

Bei Lehrern oder Schulverwaltern, welche bereits früher dauern fort, da! Elend ist groß. Zahlreiche Menschen cawpiren bei uns reclamirt haben, bedarf es der Angaben 15 nicht, tm F.tten. ti .. . .

e« genügt hier einfache Meldung. Rom. 16. Juli. Die olficleCe ,3talie" ist «mSchiigt,

Abwesende Lehrer oder Schulverwalter, die als allem- aQe Gerüchte über eine bevorstehende Zusammenkunft stehende Lehrer zur Reclamation berechtigt sind, wollen ©te bct leitenden Minister Italien!, Deutschland! und sofort benachrichtigen. Oesterreich! Zweck! einer B-rathung der ^tDe6cnben tntev

v. Gageru. nationalen Angelegenheiten für vollkommen unbegründet

zu bezeichnen. Zwischen den Dretbundmächten herrsche voll- ständige! Einvernehmen Über sämmtliche internationale An-

Illg.

2 W önfangenb, c-Kaveloäs, ven elc.

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50 Jche lanz In ihr gt rrdimn verhindert ist, tim wollen stch an den UM

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-Bewahraustalt.

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>. Juli 1898, Abend- schen Instituts (Liebigstraße) m Professor ElbS: Uede 7221