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Gratisbeilage: Gießener Familienblätter.
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oen vtsyer tn AuS ficht genommenen Bestimmungen wird da« - ung und Herabsetzung der Leistungsfähigkeit geführt. Auch «atserpaar am 26. October in Haifa landen und am i unsere Frauenwelt hat fich diesen Einflüssen nicht entziehen 2V. Ocrober in Jerusalem einztehen. Der folgende Tag soll [ können. Zur Zett der alten Germanen hatte man zur Er-
„“J*1 „ Ihlehem gewidmet sein. In der dortigen nährung der Säuglinge keine Surrogate uöthig, in unserer evangelischen Kirche, die zu der Zeit eingeweiht wurde, al« Jetztzeit aber umsomehr, da da« Bei mögen der Srlbstnährung man den Grundstein zu dem Jerusalemer Gotteshause legte, entweder nur ungenügend vorhanden oder au« besonderen
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Schutstratze Nr. 7.
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soll eine Andacht abgehalten werden, und am Abend werden die Herrschaften einem Gottesdienst auf dem Oelberg bei- wohnen. Für den 31. October ist nach der Einweihung der Kirche noch ein Ausflug zum Jordan und an das Todte Meer und für den nächsten Tag ein Besuch Jerichos geplant. Auch da- Kloster Marsaba, daS Kaiser Friedrich auf seiner Orient- reise besucht hatte, dürfte der Kaiser besichtigen. — Nach einer anderen Meldung gedenkt der Kaiser noch von Haifa au- den See Genezareth und Nazareth zu besuchen.
* Kivdereruährung. Mit der Entwicklung der Cultur ist der Mensch in seiner Lebensweise anspruchsvoller ge- worden- eS hat dies tn mancher Hinsicht zu einer verwetchlich-
und forderte die Kammer auf, sofort die Erörterung über die allgemeine Politik des Ministerium« zu eröffnen.
Krakau, 17.Jnut. Der „CzaS" meldet aus Borlttze, daß große Bauden raubend und plündernd den Bezirk durchziehen. Ihnen schließen sich die Bauern und Bergleute au. Behörde» und Militär sind ohuwächtig. Ein Angriff der Banden auf Brtecz konnte nur mit militärischer Hilfe abgeschlagen werden. Die Bewegung ist nicht mehr eine antisemitische, sondern eine anarchistische.
Annahme von Anzeigen zu fctr Nachmittag« für den senden Tag erscheinenden Nummer bi« Norm. 10 Uhr.
entweder nur ungenügend vorhanden oder au« besonderen Gründen bald unterlassen wird. AIS passendster Ersatz der Frauenmilch muß nun zunächst die Kuhmilch ins Auge gefaßt werden. Der hauptsächlichste Unterschied zwischen Fraucn- und Kuhmilch besteht in dem verschiedenen Gehalt, dem schwer« verdaulichen Käsestoff (CaiZin). Während die Frauenmilch fast gar keinen Käsestoff, dagegen viel lösliches Eiweiß enthält, besteht bet der Kuhmilch das umgekehrte Berhältniß: viel Käiestoff und fast kein lösliches Eiweiß. Die Folge davon ist, daß die Kuhmilch tm SäuglingSmagen zu festen Klumpen gerinnt und VerdauungS-Slörungen verursacht, während die Frauenmilch nur ein ganz zartes Gerinnsel bildet und leicht asfimiltrt wird. Man hat nun verschiedene Wege versucht, den Käsestoffgrhalt dec Kuhmilch zu verringern, und Männer wie Soxleth, Biedert, Gärtner haben verschiedene Verfahren auSgearbettet. Sie alle suchten durch Zusatz von Wasser ihren Zweck zu erreichen ohne Berücksichtigung deö Umstandes, daß in der Frauenmilch auch noch 1,25 pCr. lösliches Eiwetg vorhanden find! Die Nachtheile einer derartig gewässerten Nahrung zeigten sich durch Bildung sog. Wasserbäuche, häufiges Uriniren rc. Erst in allerneuester Zett ist es Prof. Dr. Beckhans tn Königsberg gelungen, dtrect aus Kuhmilch ohne Wasierzufatz eine Milch herzustellen, die der Frauenmilch fast gleicht. Durch gleichzeitige Ein- Wirkung zweier Fermente (Lab und Tryprtn) wird der Käse- stoss zum Thetl ausgesüllt, zum Thetl tn lösliche- Eiwriß übergesührt. DaS fertige Product wird dann in Portionsfläschchen abgesüllt und sterilifirt. In vielen deutschen Städten ist daS Verfahren bereit- eingeführt, und dürfte dasselbe eine glänzende Zukunft haben.
Deutsches Reich.
Berlin, 17. Juni. Der Kaiser hatte heute vormittag eine Conferenz mir dem StaatSsecretär v. Bülow.
Berlin, 17. Juni. DaS StaatSministertum trat heute Vormittag 10 Uhr unter dem Vorsitz des Fürsten
Adreffe für Depeschen: Anzeiger chlete».
Fernsprecher Nr. 51.
Aus der* * Zeit für die Zeit.
Vor 31 Jahren, am 19. Juni 1867 wurde Kaiser Ferdinand Maximilian von Mexiko aus dem engen Zellengefängniß des Kapuzinerklosters zu Queretaro auf den Rlchtplatz geführt und erschossen. Muthig und standhaft blickte er dem Tod ins Auge. An demselben Tage, wo er seine hochherzige Seele unter den Kugeln aushauchte, fiel auch die Hauptstadt Mexikos. — Maximilian wurde am 6. Juli 1832 zu Wien geboren.
Vor 1058 Jahren, am 20. Juni 840, starb Karls des Großen jüngster Sohn, Ludwig der Fromme, welchem nach dem frühen Absterben der älteren Brüder, Karl und Pipin, das Reich fammt der Kaiserwürde zu Theil wurde. Er besaß jedoch nicht die Geisteskraft, die zur Leitung eines so großen Staates erforderlich war. Andachtsübungen waren feine liebste Beschäftigung, daher der Beiname „der Fromme ".
Arrslarrd.
Wien, 17. Juni. Wie die „Neue Freie Presse" erfährt, will die Regierung, wie bereit- angekünbtgt, eine Reform des ActienwesenS auf administrativem Wege in Angriff nehmen. Die Reform soll mit großer Beschleunigung bearbeitet und sofort auSgeführt werden.
Wien, 17. Juni. Der nach Unterschlagung von 8000 Mark Amt-geldern flüchtig gegangene Post-Assistent Wilhelm Oehmke ist hier verhaftet worden. Man fand bei ihm noch 6000 Mark vor.
Cojat, 17. Juni. Infolge starker Schneefälle tm Gebirge und fortdauernden Regen« in den Niederungen find sämmtliche GebirgSflüffe hoch angeschwollen und richten große Verwüstungen an. DaS Brennerthal ist besonder- stark ge- fährdet. Der verkehr ist vollständig gehemmt.
Rom, 17. Juni. In der italienischen Deputirten- kam m er legte Ministerpräsident Ru d in t den Entwurf der großentheilS schon vorher bekannt gewordenen dringlichen Maßregeln zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe vor
Berlin, 16. Juni. Dieser Tage trafen tn Altona drei Eisenbahnwagen, die da- Gepäck des Kaiser- enthielten, von Berlin ein. Auch daS Zelt, worin der Kaiser während seines Aufenthalts auf Helgoland wohnen wird, ist hier angekommen. Am 18. Juni, 5 Uhr Morgens, besteigt der Kaiser den Aviso „Hela" und fährt nach Cuxhaven. Auf der Rhede von Cuxhaven geht er an Bord seiner Dampf- Yacht „Hohenzollern" und übernachtet dort. Am Sonntag früh findet dann die Regatta statt, deren Verlauf der Kaiser auf einem Krieg-fahrzeug verfolgen wird. Abends 8 Uhr folgt der Kaiser einer Einladung der Hamburg-Amertka-Linie zu einem Effen an Bord des Frachtdampfers „Pretoria". Am Montag fährt der Kaiser auf dem Aviso „HUa" nach Helgoland. Den größten Theil der zweiten Hälfte diese- Monats schifft sich der Kaiser an Bord seiner Yacht „Hohenzollern" ein, da er zuerst bei Helgoland die Ankunft der englischen Kreuzeryachten am Ende der Wettfahrt Dover-Helgoland be- obachten und dann im Kieler Hafen den Regatten deS kaiser- lichen YagdclubS bis zu Anfang Juli beiwonen wird. — 3ur Palästinareise de- Kaisers wird weiter gemeldet: DaS Curatorium der evangelischen Jerusalemstistung besitzt vor den Thoren Jerusalems ein GrundstückSgelände. Hier dürfte da- kaiserliche Zeltlager aufgeschlagrn werden. Nach den bisher in Aussicht genommenen Bestimmungen wird da« ?
Rr. >41 Viertes Blatt.
* Munster i.W., 17.Juni. In Cappenberg erschlug der 20jährige Bäcker Flechtner seinen Vater mit dem Beil. Der Mörder wurde verhaftet.
* Die Frauenbewegung in der Schweiz. Man berichtet uns aus Bern. Im Großen Rath des Kantons Genf wurde letzthin bei Gründung einer Handelsabtheilung der Mädchensekundarschule von dem Abgeordneten Bridel der Antrag gestellt, die Direction der Abtheilung eventuell einer Dame anzuvertrauen. Es entspann sich eine bewegte Debatte und mit 43 gegen 33 Stimmen wurde der Vorschlag abge- lehnt. Allein schon der Umstand, daß der Antrag überhaupt gestellt worden ist und diese Stimmenzahl auf sich vereinigt hat, zeigt, daß die Bewegung zu Gunsten der Erweiterung der Frauenrechte auch in der Schweiz fortwährend Fortschritte macht.
Krscheinl tägNch «tt Ausnahme de« Montaq«.
Die Gießener O-mitieuStätler werden dem Anzeiger «Schenklich viermal deigelegt.
Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen. Zur Berathuug staub die Reorganisation der Wasserbau-Verwaltung.
. 17,c ^uni‘ 8U den gestern stattgehabten Reich-tag-wahlen schreibt die „Nordd. Allgem. Ztg.": E« dürfte bei den zahlreichen Stichwahlen, au denen die Socialdemokratie betheiligt ist, al- eine Pflicht aller Parteien zu betrachten fein, ihre Stimmen auf diejenigen Candidaten zu vereinigen, welche ein Feind der Socialdewokratie sind. Berlin, 17. Juni. Der hier eingetroffene Student enge sang-Verein au- Upsala trug dem Kaiserpaar heute Vormittag im Schloß einige Lieder vor.
Berlin, 18. Juni. Nach Au-fagen de- Professor- Schweninger ist das Befinden des Fürsten BlSmarck befriedigend, da die Organe völlig gesund find. In den letzten Monaten hat fich aber in den Fußsohlen Gicht eingestellt, die dem alten Herrn recht heftige Schmerzen verursacht. Seit Monaten ist er deßhalb nicht mehr ausgefahren. Der Fürst hat übrigen« vorgestern sein Wahlrecht nicht auSübeu können, da er das Hau« nicht verlassen konnte.
Berlin, 16. Juni. Die Oberbürgermeisterfrage ist anscheinend entschieden. Der Au-schuß der Stadtverord- neterversammlung hat ohne Widerspruch beschlossen, die Wahl des Bürgermeisters Kirschner zum Oberbürgermeister von Berlin zu empfehlen.
i «n^undeo: I goldene» Armband, 1 silb Anhängsel. 1 Messtngkrahnen, 1 Cigarren-Abschneider, 1 Meisel, 1 Hals- * Taschentuch, 1 Herrnkragen, 1 Tischdecke, 3 Kinder- Hute- 2 Regenschirme, 1 Blumenstock, 1 Haarbürste 1 Haar- ? q • $cxt^en' 1 Packet (Strümpfe rc. enthaltend) und 1 Lottene-Loos.
Gießen, den 18. Juni 1898.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
v. Bechtold.
Amtlicher Theil.
Gießen, den 17. Juni 1898. ®etr.: Die Vertilgung der Blutlaus.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großh. Bürgermeistereien deS KreiseS.
Diejenigen von Ihnen, welche noch im Rücküand sind, an Erledigung der Verfügung vom 2. v. M. Anzeiger Nr. 103 — binnen drei Tagen.
v. Gagern.
Zu den Wahlen zum Reichstag
schreibt die „Tägliche Rundschau" :
Zersplitterung der bürgerlichen Wählerschaft und ungeahnt starke- Anschwellen der sozialdemokratischen Stimmen find bisher das bezeichnendste Ergebntß der Wahlen. Durch die noch nicht dagrwesene Menge der Stichwahlen, bi« jetzt etwa 150, ist die eigentliche Entscheidung in den zweiten Wahlgang verschoben worden, durch den erst die Stärke der einzelnen Parteien bestimmt wird. Immerhin wird man, selbst wenn es gelingen sollte, in den etwa 70 Stichwahlen, an denen die Sozialdemokratie betheiligt ist, die bürgerlichen Parteien zu vereinen und so den sozialdemokratischen Ansturm abzuweisen, mit einem Zuwachs für die sozialdemokratischen ReichStag-abgeordneten zu rechnen haben. Das fünfte Dutzend wenigstens dürfte voll werden und wehr haben die sozialdemokratischen Führer selbst nicht erhofft. Verloren haben die Sozialdemokraten bisher zwei Mandate, Straßburg i. E. an die vereinigten Ordnung-Parteien und Retcheubach-Neurode an- Centrum. Wenig vermehrt hat fich ihre Wählerschaft in Berlin, wo aber auch die freisinnigen und conservativen Stimmen erheblich zurückgegangen sind. Bei einem Zusammen- halt der bürgerlichen Parteien, der fich Angesicht- der drohenden Gefahr leichter al- sonst ermöglichen wird, dürfte r- gelingen, den Sozialdemokraten den zweiten und vielleicht auch den dritten Wahlkreis zu entreißen. Die freisinnige Volkspartei hat wiederum tn der Hauptwahl keinen einzigen ihrer aufgestellten Candidaten durchgebracht, kann aber in ien Stichwahlen durch die Unterstützung der andern Parteien einige Sitze gewinnen. Die freisinnige Vereinigung dürfte so geschwächt tn den Reichstag zurückkehren, daß e- kaum «och zur Gruppenbildung langt, und ein gerechte- Straf- Geschick hat die süddeutschen Volksparteiler getroffen, die bet ihrer Rückkehr zum Reichstage auch nur eine Droschke be- mühen zu brauchen scheinen. Die Antisemiten dürften ihren alten Stand erreichen, vielleicht sogar einen Zuwachs'- aber mit ihrer Einigkeit scheint eS wieder zu hapern. Böckel hat e« in merkwürdiger Kraftentfaltung in dem von ihm völlig vernachlässigten Wahlkreise zu einer aussicht-vollen Stichwahl ! gebracht und die beiden anderen Franctireurs der Partei, Förster und Ahlwardt, sind wiedergewählt. Verluste scheint die Partei, wie vorau-zusehen war, in Sachsen erlitten zu haben. Die Erfolge de- Bundes der Landwirthe erweisen fich vorläufig al- klein- doch laufen die Ergebniffe der länd- lichen Kreise naturgemäß verspätet ein. DaS Centrum wird leinen alten Stand wieder erreichen. Ueber die Stärke der konservativen läßt sich noch kaum ein Urtheil abgeben- doch iiirften sie ebenso wie die Reich-Partei eine Schwächung erfahren. Am theuersten aber dürften die Nattonalliberalen die Zeche bezahlen mü„en. Hocherfreultch ist dagegen da« LLahlergebuiß von Bromberg, das die Reich-Partei den Polen abgenommen hat. Im Ganzen dürften wir einen Reichstag erhalten, mit dem fich kaum fünf Jahre autkommen lassen wird.
Sonntag den 19. Juni__
Gießener I nzeiger
General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gießen.


