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flr. 14 Kweites Blatt. Dienst«« den 18. J-mmr
1898
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
»NN«hme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr.
Alle Anzeigen.BermittlungLstellen deS In- und Auslande« nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger ntgegen.
Bei Postbezug Mark 50 Pfg. ierteljährlich.
-rscheinl täglich mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener N»»itl««Vkät1er werden dem Anzeiger «vchmtlich viermal beigelegt.
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2 Mart 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohu.
Amts- und
RedacNvn, Expedition und Druckerei:
Schnlßrahe Ar. 7.
Umtiidxtf Thett«
Gießen, den 15. Januar 1898.
Vetr.: DaS Ersatzgeschäft pro 1898.
Der Civilvorfitzende der Grotzh. Ersatz-Commission Gießen au die Gr. Bürgermeistereien des Kreises.
Mit Rücksicht auf den frühen Beginn deS diesjährigen Erfatzgeschäfte» wollen Di- alsbald mit Aufstellung der neuen Stammrollen beginnen und solche mit denjenigen pro 1896 und 1897 ungesäumt einsenden. Etwaige Zugänge 'stad besonder» in Vorlage zu bringen.
Dr. Waliau.
An die Bürgermeistereien
Alte».Buseck, Aunerod, Daubriugeu, Gietzeu, Hause«, Klein'Liudeu, Lollar, Stauseuberg, Steinbach, Watzenborn-Steinberg und Wreseck.
Wir er'Uchen Tie, in Ihren Gemeinden auf ortsübliche »eise bekannt machen zu lasten, daß die Ende December 1897 fällig geweseaen SrnrnmetgraS- und DubmisfiouSyolzgelder pro 1897, Havdabgabeu von Waldnebrnnntzuugen pro 4. Quartal 1897 und Fischereipächte pro 1898 nur noch bi» zum 25. d». M-S. ohne Kosten bezahlt werden können. Rach dieser Zeit wird da« BeitrcibuugSverfahren eiugeleitet.
Gießen, den 17. Januar 1898.
Großherzogliche« Rentamt Gießen.
I. B.: Schudt.
Bekanntmachung,
betr.: Die polizeilich-technische Revtfion der Maße, Gewichte und Waagen.
Da von unserer an die Jnterestenteu unter« 5. und 12. l. M. gerichteten Aufforderung, ihre Maße, Gewichte und Waagen dem Aichweister zur Vorprüfung in den bereit« bekannt gegebenen Terminen vorzulegen (oergl. Gießener Anzeiger Nr. 5, 6, 7 und 11) nur sehr wenig Gebrauch gemacht wird, machen wir darauf aufmerksam, daß e» im eigensten Jntereste der Gewerbetreibenden gelegen ist, wenn sie ihre Maße, Gewichte und Waagen von dem Aichmeister auf ihre Richtigkeit untersuchen lasten. Im Anschluß an die für die Vorprüfung festgesetzte Frist wird eine allgemeine Rrvifion rc. erfolgen, uad werden dann Fälle, tu denen von Gewerbe-
Feuilleton.
Drr Freund des Hauses.
Skizze von Georg Persich.
(Nachdruck verboten.)
Raben Sir schon gehört," redete ihn ein Bekannter auf der Straße au, „daß der Brekow nun auch fertig ist? Con- cnr» ist wohl schon angem.ldet. Morgen steht« sicher in der Zeitung. Doch, wa» sage ich Ihnen da»!? Sie wissen natürlich längst B'.scheid." t
„Durchaus nicht." entgegvete Harder. Er stammelte die Worte nur, denn die Neuigkeit war ihm in die Glieder gefahren. »Aber sollten Sie sich nicht täuschen?"
„Krtne Idee! An der Börse wurde übrigen» schon fett einiger Zeit gemunkelt. Empfehle mich!"
Der Uebermittler der Hiobspost sprang in einen vorbei- rollenden Straßenbahnwagen.
Harder schaute ihm betrofft* nach.
War e« denn möglich? Sollte e» mit Bredow wl>k lich zu Ende sein? Ein große» Hau» batte er gemacht. Dann die letzten Fallissements in Südamerika, die so mancher europäischen Firma den Todesstoß versetzt hatten.
Und au» fremdem Munde mußte er von dem Unglück Kenntniß erhalten, er, der seit Jahren bet Bredow ein- und auSaing. Er war mit dem Manne so gut wie befreundet, mehr aber noch zog ihn die kleine blonde Frau an, dieses Prachtweib, da« er wie eine Madonna verehrte.
®!e würde sie den Schlag verwinden? Wer würde ihr zur Seite stehen?
Ihr Mann? Der war von jeher seine eigenen Wege gegangen und hatte sich wenig um seine Frau gekümmert.
zeigeblatt föt den isbeilage: Gießener Fannlienbl treibenden unrichtige G'wichte, Maße und Waagen gebraucht werden, unnachfichtlich zur Anzeige kommen.
Gießen, den 14. Januar 1898.
Großherzogliche» Polizeiamt Gießen, v. Bechtold.
Verstßches Reich»
Berlin, 15. Januar. Die Kaiserin wird, wie aus Hofkreisen mitgriheilt wird, bet Beginn de» Frühjahr- auf einige Zeit einen südlichen Kurort oufsuchen.
Berlin, 15. Januar. Die Kaiserin Friedrich empfing heute die Präsidien de» Reichstage«, sowie deS preußischen Herrenhauses und Abgeordnetenhauses.
Berlin, 15. Januar. Prinz Heinrich von Preußen ist, wie die „Krrvzzeituvg" erfährt, der Ueberbringer eine» Geschenkes des deutschen Kaiser» an den Kaiser von Ehina.i , ,
Berlin, 15. Januar. DaS Staatsministerium trat heute Nachmittag 2 Uhr in seinem Dimstgebäude zu einer Sitzung zusammen.
Berlin, 15. Januar. Au« Spandau wird gemeldet, daß Major v. Plön vom 5. Garde-Grenadier-Regiment heute in Spandau bei einer Felddienstübung mit dem Pferde stürzte. Er wurde gegen eine'Telegraphenstange geschleudert und blieb sofort tobt.
Berlin, 15. Januar. In dem Di-ciplinarv-rfahren gegen den Eriminalcommistar v. Tausch hat nicht nur der Vertreter der Anklagebehörde, sondern auch der Angeschuldigte gegen da» erstinstanzliche Urtheil die Berufung bei dem Staatsministerin« angemeldet.
Berlin, 15. Januar. Gegenüber der Blättermelduog von den geplanten militärischen Maßnahmen in der Kiao-Tschau-Bucht erfährt die „Post", daß die Ent- fendung dc» sich gegenwärtig auf dem Wege noch Ostafien befindenden SrebataillonS eine provisorische Maßregel ist. DaS Seebataillon ist für die Brrtheidigung der heimischen Küsten unentbehrlich. Uebrigeu» herrsche heute an maßgebender Stelle noch nicht einmal Klarheit darüber, ob auch in Zukunft eine Zahl von 1500 Mann zur Besetzung nothwendig sein werde oder vicht.
Berlin, 15. Januar. Wie au« Weimar gemeldet wird, hat Fürst BiSmarck sich zur deutsch.chinesischen Angelegenheit tu dem Glückwunschschreiben, welches er zu Neujahr an den Großherzog von Baden richtete, wie folgt geäußert: „Er halte die diplomatische Action Deutschland» gegenüber China für treffitch eingeleitet und durchgeführt." Aehnlich hat sich der Fürst in et»em Schreiben an den Hrrzogregevten von Mecklenburg ausgesprochen.
Sie lebten vor der Wtlt ganz glücklich miteinander, aber von seelischer Gemeinschaft konnte nicht die Rede sein.
Da» wußte er wie kein Zweiter, denn ihn hatte die junge Frau ihre» vollen Vertrauen» gewürdigt. Nicht, daß sie den Gatten schalt, daß sie den inneren Mangel ihrer Ehe laut beklagte, aber anznmerktn war ihr der Kummer doch, und er sah in diesem Falle besonder» scharf. Er wußte, daß diese» Weib da» beste Loo» verdiente und daß er mit Freuden bereit gewesen wäre, e» ihr zu bieten, wenn ihm dieser Bredow nicht zuvorgekommen wäre.
Dem Manne Standreden über die Nichtachtung seine» Glücke» zu halten, hatte er niemals versucht. Er wollte sich doch nicht in» Gesicht lachen taffen oder, wa» schlimmer war, den Verdacht erregen, daß ihn bet seinen Vorhaltungen ein besondere-, tiefere» Interesse leite.
Eifersucht hätte seine ihm so werthvolle Stellung al« Freund de» Hanse« — „Hausfreund" klang ihm abscheulich __ erschüttert. Da« wollte er unter allen Umständen vermeiden. , .
Nun war er wenige Wochen auf Reisen gewesen und inzwischen war die Katastrophe erfolgt.
Je mehr er sich gewisser Vorgänge der letzten Monate erinnerte, um so glaubwürdiger erschien ihm die Kunde.
Weßhalb sich nur Bredow nicht hilfesuchend an ihn gewandt hatte! In solcher Lage macht man doch zunächst einen Rettungsversuch bei seinen vermögenden Freunden und Bekannten.
Er würde nach besten Kräften geholfen haben; er traute sich so viel Opfermuth zu.
vielleicht war jetzt noch zu Helsen. Oder warmes richtiger, da man ihn doch nicht gerufen hatte, er hielt sich fern? Nein, da» erschien ihm wie Feigheit. In der
Kreis Gieren.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße».
♦ Fernsprecher Nr. 51.
Berlin. 15. Januar. Der bisherige Landeshauptmann der Marschall-Inseln, Dr. Jrmer, wird, wie die „Berl. N. Nachr." melden, voraussichtlich eine etat-mäßige Stelle in der Colonialabtheilung erhalten. Bei dieser Gelegenheit wird eine allgemeine Frage erörtert, welche fast alle Schutzgebiete angeht. Im Colonialrathe ist nämlich der Vorschlag gemacht worden, sämmtlichen Berwaltungschef« in den Schutzgebieten den Titel Gouverneur beizulegen.
Berlin, 15. Januar. Der BezirkSamtssecretär Richard Janke, der Im Dsctplinarproceß gegen Dr. Peter» al« Zeuge auftrat, hatte sich heute vor der Kaisrrltchen Dis» ciplinarkammer für Beamte der deutschen Schutzgebiete wegen Vergehen» gegen da» Beamteugesetz zu verantworten. Nach längerer Verhandlung erkannte der Dtic-plinarhof auf Dienstentlassung. Die Vereidigung de» in der Voruntersuchung vernommenen, gegenwärtig im Hamburger Gefänguiß seine Strafe verbüßenden Friedrich Schröder wurde abgelehnt.
Wien, 15. Januar. Der Konstantinopeler Correspondel t der „Neuen Freien Presse" hatte ein Interview mit dem Albaueseusührer Ritza Bey. Derselbe bementkt entschieden, daß er Gefangener sei. Ebenso uvrtchttg fei e«, baß die Albanesen sich von der Türkei lo»zusagen beabsichtigten.
Budapest, 15. Januar. Das Magnatenhau» nahm den Gesetzentwurf über die Regelung der Rechtsverhältnisse zwischen den landwirthschaftlichen Arbeitern und Arbeitgebern an.
CmoIm uttö protHn$i<H«s.
Nidda, 13. Januar. Dem Ertrinken nahe war heute Nachmittag ein verheiratheter Siebmachcr von auswärts, Weicker in betrunkenem Zustande kopfüber in den am nordöstlichen Stadtende hingehenden Fluthgraben gestürzt war. Der Fall ist von in der Nähe gehenden Passanten ber- nommen worden und diese retteten den Hilflosen, der auch bei drm Sturze sich verletzt hatte und al-danu mittels Wagen in sein Hetmath-borf verbracht wurde. Zu verwundern ist e«, daß der au« dem Wasser Gezogene nicht schon auf tragische Weise umkam, da er schon mehrfach in betrunkenem Zustande, resp. bet Dunkelheit, auf Straßen, dezw. an Gebäuden liegend gesunden wurde und nach seinem Wohnorte zu geleitet werden mußte.
□ Darmstadt, 15. Januar. Die neuen Hochschu 1- Borträge für Stipendtenzwecke, von sehr zahlreichem erlesenen Publikum, darunter Prinz Wilhelm, besucht, begannen beute mit einem feinsinnigen Vortrage de» Herrn Profeffor Dr. Harnack (des Nachfolger» Otto Roquettes auf dem
Aufregung und Bestürzung konnte man seiner vergessen hoben. Derartige Zusammenbrüche kommen ja manchmal über Nacht.
„Kutscher I"
Er rief eine Droschke heran.
„Fahren Sie mich nach der Langenstraße 5. Aber ein wenig geschwind!fl
Unierweg» kamen ihm wieder Zweifel. Er fühlte sich bedrückt, wenn er sich das Zusammentreffen vorstellte. Im Grunde war eß die reine Condolenzvifite. Der Mann mit gefurchter Stirn, um Jahre gealtert — die junge Frau mit verweinten Augen, in gebrochener Haltung--
Aber da hielt der Wagen bereit«.
Er stieg au« und klingelte.
Da» Mädchen öffnete ihm in gewohnter Weise. Der gnädige Herr fei nicht zu Hanse, wohl aber die gnädige Fran.
Die Auskunft wurde in einem Tone ertheilt, au« dem auch ein feinere» Ohr keinen verminderten Resprct heraushören konnte.
Harder, der dies mit Befriedigung conffattrte, ließ sich melden.
Im Wohnzimmer kam ihm die Dame de» Haufe« entgegen. Sie empfing ihn mit aufrichtiger Herzlichkeit. Auch ihr Aeußere» zeigte keine Veränderung gegen früher. Da waren keine thränenverfchleierten Augen, keine gramdurchfurchten Züge, tote er sich die Freundin im Geiste verwandelt gedacht hatte — fie war im Gegentheil beinahe heiter.
Er fühlte etwa- wie Enttäuschung. Gleichgiltigkeit einem solchen Schicksale gegenüber war kein Zeichen eine- edlen CharacterS.
(Schluß folgt.)


