Ausgabe 
17.8.1898 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

n 8abt gnnlbtq j In ber zw t. ________

080

w«'<£* ?&**. r-s Ä'*eni' *?***'' «> " »nw,

1» forbnt.

'Ä6' welofau, eutit

«tt turnte fofott Wl »teuftet

3» b» »«tlnin

' 8aö

W rille Reihe vtt Wty Umltgung. ^ill ItBltrigt lotoli bat 6d)id|al 2Wt; dir Haupt« «f dir Philippill». «bin, bah gtojifit Reßtetnng augchrllt Ttellullgvahwe bet tsprochklllll Euvfche PPt bmch die Rn« gebllth gehabt habeo, lt aulgtfölofitn n« st toiebex die Th«. Ml sich aagtltgtn |u proteglrell. Los n der kpeache der hrea, der tu ben e beweckar matt eit noch steigen, da baß dir Phtlippillkv« I Soubttabfommtnl a verbell wirb, aut mltn zu nlaogtlldell bezw. AllsstLoblschrr. neu, die tUTdpillitai , bin geeiMku Ztit'

zu tragen. W e abhäagro, ob bat neu Lvvirrrvz W Mir gehn ichivirlich Htblitt SatöidlMi iitMWaUnng itt die Phtlipptoill

MMMWruud

tI eifim li« I» n Silwl»»''»' *

bm Di«1!*1: unb naiBtiniWi1

mdbti, MW bm-n, an «Hfl, eriffm zo ttlaogtv-

"autt in H-«« *

t« «-1°-"" » ..OT'o'W

Kabajn«*

Ion« " fi«te

«.'S*-

«14*^ i W«1. 2 ®'1 rtidit6101 Ltt

(inl'i'

Norwegen betrifft, so dürsten aber hier der socialbemokratischen Partei bedeutend die Schwingen wachsen, da da« diesjährige Storthiog die Einführung de« allgemeinen Stimmrecht- be- schloffen hat, da« natürlich nicht ohne wohlthLtigev Einfluß auf diese Partei bleibeu wird. Aus dem soeben tu Fredrik«, stad abgehaUeueu socialbemokratischen Parteitag, zu dem Ab- gesandte au« allen Lavde«theileo Norwegen« erschienen waren, konnte denn auch der Rechtsanwalt Meyer au« Ehristtouia, einer der führenden Geister der uorwegischru Socialbemo- krateo, mit Recht sagen, daß die Einführung de« allg«meinen Stimmrecht« einen Wendepunkt für die Arbeiter bedeute, in­dem sie nun in Staat und Commune die Macht zu Händen bekommen würden. Der eben genannte Parteitag war be­sonder« merkwürdig dadurch, daß er iu eioer äußerst scharfen Resolution Stellung iu der Uuionsfrage nahm. Sie hatte nämlich folgenden Wortlaut:Den nationalen Forderungen Norwegen«, die durch die grgeowärtige Untou mit Schweden, wie fie sich entwickelt hat, verletzt worden, muß unverzüglich Genüge geschehen. Da« Volk kann deu gegenwärtigen Zu- stand, ohne nationalen Schaden zu erleiden, nicht länger er­dulden. Unb die militärischen Rüstungen, die die« Mißvrr- bältniß in der Union mit sich gebracht hat, bedrücken da« Land schon in so hohem Grade, daß damit, ohne unsere ge- sellschastliche Entwicklung zu hemmen, nicht länger sortgefahren «erden kann. Norwegen muß da« bestehende gemeinsame LoasulatSwesen sofort kündigen, ebenso bte nicht gesetzliche Einrichtung, wonach btt schwedische Minister de« Aenßeru mit der ihm unterstehenden Diplomatie auch bte auswärtigen Angelegenheiten Norwegen« wahrotmmt, sobaß wir biefe unsere Berhältntffe künftig selbst in die Hand nehmen. In­dessen wirb da« norwegische Volk sicher nicht eher ganz zu- friebengrftellt sein, al« bi« bie gegenwärtige Union völlig aufgelöst ist, sobaß wir in jeher Beziehung Herr unserer eigenen Angelegenheiten finb. E« ist zu hoffen, baß bte Zett nicht fern sein möge, wo bte betben Nationen ganz tn Freunbschaft bteser Union ein Tube machen, bte ihnen nur Böse« gebracht unb fie etvaaber entfremdet hat. Im großen Ganzen muß jeder Schritt unter Rücksichtnahme aus Em­pfindung und Auffassung de« schwedischen Bolkk« geschehen, ohne daß aber unser eigene« Recht al« selbständigen souveränen Volke« gekränkt wird." Unter den sonstigen Gegenständen, mit denen fich der Parteitag beschäftigte, find noch der Acht- stundevarbeit-tag zu erwähnen. E« wurde eine Resolution angenommen, derzusolge die Socialdemokraten bei den künf« ttgen Ttorthingswahlen nur solche Abgeordnete wählen wollen, die sich verpflichten, für den achtstündigen MaxirnalarbeitStag für alle vom Staat beschäftigten Arbeiter, sowie für Ein­führung eine« fisten Mtndestlohne« zu wirken. Bet den Lommunalwahlen, bet denen bereit« so gut wie allgemeine« Wahlrecht besteht, soll die gleiche Forderung sür die in städtischen Diensten stehenden Arbeiter verlangt werden. ______________________________________________Köln. Ztg.

Locale, und provinzielle,.

§§ Bo« höheren Vogelsberg, Mitte August. Dieser Tage konnte die Heuerute in hiesiger Gegend beendet werden. Sie war tn Hinsicht auf Qualität eine mittelmäßige, dagegen in Bezug auf Quantität eine sehr gute. Da sich die Heu­ernte so weit htvanSgeschoben hat, so wird da« Einernten der Frucht rasch folgen müssen- der Roggen geht der Reise entgegen. vorau«fichtlich bikommeu wir eine gute Roggen- ernte. Die Sommerfrucht steht ausgezeichnet, der Leinsaat (Flachs) und dem Sommeriawen ist die Witterung sehr zu statten gekommen, ebenso den Pflanzen, wie Dickwurz, Kohl- raben, Kraut u. f. w.

A Ober Ohme», 15. August. Gestern wurde hier da« zweijährige Söhnchen eine« hiesigen Fuhrmann« beerdigt, da« am verfloffenen Freitag einem Unglück«fall zum Opfer gefallen. Da« K'nd befand sich mit Spielgenoffen auf bet Straße. Da kam em mit Korn beladener Wagen angerast, besten Pferd gescheut unb durchgegaugen war. Ein Hufschlag de« Pferde« traf da« Kind dergestalt am Kopfe, baß t« tobt auf bem Platze blieb. Bei dem zur Zeit stattfinbenben Einfahren von Getreide find kleine Kinder auf der Straße sehr leicht Unfällen au-gesetzt, man kann fie be«halb nicht genug hüten.

§ Bon der Ohm, 15. August. Die Freunde eioe« ge­sunden Flußbades hatten seither bei der Uagunst der Witterung keine Gelegenheit, daS Baden au«führeu zu-ineu, weil die T'wperatur der Odm weist unter 15 Grad Reaumur dtteb. Seit dem verfloffenen Freitag aber hat fich endlich HundStag«hitze eiugestellr, die da« Master der Ohm bi« zu 18 Grad erwärmte. Schon in den Morgenstunden gegen 9 Uhr zeigt das Therwometer im Schatten 20 Grad Reaumur. Al« ob wir nun entschädigt werden sollten für den wenigen Sonnenschein de« seitherigen Sommer«, sendet die Sonne ihre Strahlen mit wahrhaft afrikanischer Gluth vom wolkenlosen Firmament. Der Wetzen, ter noch tu voriger Woche grünte, hat fich rasch gebräunt und ist schon theilwetse schnitt- reif geworden; Gerste und Hafer bleichen zusehend«. Da« Korn hat man größtentheil« eingefahren, ist aber dabei viel­fach zu eilig gewesen, weil e« noch nicht genügend im Halm au«gedörrt war.

Hungen. 11. August. Wie bereit« vielseitig bekannt, siadet die Bezirklthterschau für Simmemhaler Rind­vieh, Schweine unb Ziegen au« bem Kreise Gießen dohur am 19. September statt. Da« Programm bet Thierschau ist bereit« entworfen. Noch bemselbeu soll btt Auftrieb bet Thiere Morgen« um 8 Uhr beendet sein, zu welcher Zeit bte Preisrichter, welche särnrntlich au« audereu Provinzen kommen, da« PrärniirungSgefchäst beginnen. Da«selbe wirb viel Zeit in Anspruch nehmen, weil voraussichtlich bei Auf­trieb ein starker wirb, indem fich allein im Kreis Gießen 210 weibliche und 12 männliche gekörte Simmemhaler Herd- buchthiere besinbev. Bon Bormittag« 9 Uhr fiabet auf dem Ausstellungsplatze (Soncert statt. Mittag« soll eia Festesten statlfiaben. Der Eintritt in bin Festplatz ist frei. Es hat sich bereit« ein Somit« gebildet, welche« die inneren An-

gelegeuheiteu regeln soll. Die Bezirk«thierschau wirb sehr | interessant werden, da fie Gelegenheit giebt, zu sehen, welche I Fortschritte die Zucht deS Simmevthalrr BiehS im Kreise ' Gießen gemacht hat. An Preisen find vorgesehen für Rind­vieh 2250 Mk., Schweine 800 Mk., Ziegen 150 Mk. Für prämiiruvgSfähige Thiere, bie nicht au« bem Kreise Gießen stammen, find von ber Gemeinde Hungen Weggelbevtschäbig- uugen dis zu 10 Mk. vorgesehen. E« ist nicht zu verkennen, baß ber landw. Provtozialvrreiu für bie Hebung ber Vieh­zucht auherordentttch viel aufgewenbet unb auch von Seiten bet Stabt Hungen und beten Einwohner wirb Alles auf- geboten werben, diese erste BezirkSthietschau nach Kräfteu zu unterstützen.

Vermischte».

Berlin, 14. August. DerBerliner Lokal-Auzetgei" tnelbet au« Hamburg, 13. August: Für daS Bismarck- Denkmal gingen tu Hamburg innerhalb sechs Tagen 175716 Mark ein.

Bonder Ostsee. Eine Mückeu-Tpidemie, wie man fie seit Jahren nicht erlebt hat, ist tn den Ostseebädern au-gebrochen. Man schreibt derBerl. Ztg." über diese Plage: Lauge genug hat bte liebe Sonne tn biesem Jahre auf fich warten lasten. Nachdem unß nun endlich der August da- langersehnte schöne Wetter gebracht hat, hat die Hitze die bisher in ihren Eiern schlumwetnbe Brut der Mücken in einer wohl noch nie dageweseuen Maste zur Entwickluog gebracht. Sogar In MiSdroy, da« durch seine nach Norden und Osten geschützte Lage von jeher für eine bevorzugte Refideuz der kleiueu Peiniger galt, erinnert mau fich nicht, daß diese Jnsecteu je tn solchen Unmafien aufgetreten find, wie in diesem Jahre am ganzen Strande der Ostsee. Morgen«, vormittags und tn den ersten Stunden de« Nachmittag« ist es noch erträglich. Aber etwa von 4 Uhr an kommen die winzigen Quälgeister au« ihren Schlupfwinkeln hervor, um bte Luft tm Walde und am Strande entlang zu Millionen und Milliarden zu bevölkern. Nach fünf Uhr ist ber Auf­enthalt tm Freien fchlechterbing« unmöglich, wenn man nicht nach kurzer Zeit am ganzen Körper mit rothgefchwollenen Stichen bebeckt unb von bem unerträglichen Jucken halb rafenb gemacht schleunigst nach Hause zurückkehren will. Erwachsene unb Kiuber umwickeln fich ihre Gltebmaßeu mit Papier (da Tücher zu warm find), um sich gegen die empfindlichsten aller Insektenstiche zu schützen, aber vergeblich. Die Thierchen dringen mit fabelhafter Geschicklichkeit durch bte bichteste Ver­hüllung hindurch, um ihr Opfer erbarmuugSlo« zu malträtireu. Die Apotheken find förmlich belagert vonPatienten-, die für fich und ihre armen Kleinen Pflaster und Salben gegen Mückenstiche verlangen, unb zahlreiche Badegäste treibt die unangenehme Beigabe des heißersehnten schönen Wetter« täg­lich in ihre inländische, großstädtische Heimath zurück. DaS beliebte Speisen im Freien ist vollend« zur Unmöglichkeit ge- worden, da durch bte, bte Atmosphäre erfülleubeu Jnsecteu- schaareo bie Menschen zur Raserei getrieben unb bte Speisen ungenießbar gemacht werben. Die frühen Morgenstunden werben bazu verwendet, um nach der Rückkehr vom erfrischenden Bade Wachholder zu sammeln, tca mau Nachmittags unb Abends tm Zimmer bet verschlossenen Fenstern unb Thüren zur Ai- wehr ber Mücken verbrennt. Mau geht sogar so weit, tn der erstickenden Luft bet mit Wachholder au-geräucherteu unb mit Qualm erfüllten Zimmer zu schlafen, nat um wenigsten« einige Shancen auf einige Stunden wirklicher Ruhe zu haben. Nachmittag« unb AbenbS fieht man Niemanden ohne Tannen- zweige im Freien, mit denen ununterbrochen sogar beim Esten und Trinken der Kampf gegen da« winzige aber zu­dringliche Gethier geführt wird.

Die 25. Hauptversammlung deS deutsch österreichischen Alpenvereiu« wird tn diesen Tagen tn Nürnberg abgehalren. E» Haden fich über 2000 Theilnehmer gemeldet, darunter sehr viele Oesterreicher und Norddeutsche. Der Empfang der Gäste feiten« der Nürnberger Sektion und der Stadt Nürn­berg war überau« festlich und herzlich. Der EmpfangSabeud auf dem Moxfelb nahm einen sehr schönen Verlauf. Dank der herrlichen Witt-rung konnte diese- Fest tm Freien ab- gehalten werden. Nach einem gelungenen kleinen Festspiel (Begrüßung durch bte Nori«, bargestellt von Fräulein Baurn- dach, auf bte ein Gebirgler, Herr Gahstetter, dankte) hieß der Vorstand der Section Nürnberg, Schulinspector Nie«, bte Gäste auf« Wärmste willkommen unb brachte besouber« einen trenbeutscheu Gruß den vielen Herren au« Oesterreich, unseren Stammesbrüdern, beneu gerate j'tzt unsere vollen Sympathien gehörten. Namens ber Stadt begrüßte bte Gäste der zweite Bürgermetster Tendier, ber mit einem Hoch auf den Alpenverern schloß. Dafür dankte der Präfibent deS CeutralaußlchufieS, Mimstertalrath Burkhard-München. Am zweiteu Tag fand dir übliche Vorbesprechung ber Delegirten über bte HauptberalhungSgegenstäode bet Hauptversammlung statt. Dte Frhr. v. Tucher'iche Brauerei bereitete iobann den Gästen einen solennen Frühschoppen auf dem Köchert- zwinger, einem in bie Sradtwuuer eingebauten Gartenrestaurant, wöbet Männlein unb Weidlein bem vortrefflichen Bier unb echt Nürnberger Imbiß fröhlich zusprachen. Nachmittags wurden verschiedene Fabriken defichtigt, und am Abend folgte ein gelungenes Gartenfest in der Rosenau. Der vom Eentral- auöschuß erstattete Jahresbericht wirft einen Rückblick auf den ungeahnten Ausschwunp, den bet Verein tn jetzt 25 Jahren seine« Bestehen« al« Deutscher unb Oesterreichischer Alpenvereiu genommen. Damal« zählte er 34 Sektionen mit 2400 M tglii dcru, heute 251 Sektionen mit 42 500 Mit- ßliebetn. Währeub er 1873 au« Mangel an Mitteln eine Betheiliguug an der Wiener Weltausstellung ablehnen mußte, kann er heute b:im Regierungsjubiläum bt« Kaiser« von Oesterreich eine Stiftung im Betrag von 66000 Kronen be- gründen. Noch mehr aber al« tn der Zunahme der Mit- glteder zeigt sich die kräftige Fortentwicklung bt« Verein« in den gesteigerten Leistungen auf all feinen Arbeit«gtbieteu tn Bezug auf Literatur, Kartographie, Führ er unterricht und

Führerunterstützung, Wege- unb Hüttenbauten. Die Verein»- schrifteu halten fich nach bem Urtheil unparteiischer Kreise auf jener Höhe, bte ber Würbe be« Alpeuverein« entspricht. Nachdem das Kartenwerk ber Oetzthaler abgeschlossen ist, wird in diesem Jahre derZeitschrisf bte Karle ber Rosengarten- gruppe betgrgebeu. Für bte nächsten Jahre ist bte Heran«, gäbe einer Karte ber Fervallgruppe tn Au-ficht genommen und mit den Vorarbeiten Pros. Becker betraut; ihr soll bann später eine Karte der Dolomiten folgen. Der Hütteudestond erhöht fich mit den heurigen Zugängen auf 183. Invaliden- fernen beziehen 20 Führer, wittwenreuteu 5 Wittweu. Mit Genugthuung stellt der Iahre«bericht fest, daß nicht nur inner­halb de« Verein« sowohl zwischen dem Sentralan«schuß. und den Sektionen wie unter den letzteren selbst da« vollste nnb herzlichste Einvernehmen herrscht, sondern daß auch dte Be­ziehungen be« Vereins zu sämmtlichen anderen alpinen Ver­einen bte freundschaftlichsten sind. Nachdem der Jahresbericht noch die Namen btt tn biesem Jahre verstorbenen hervor- lagenben Mitglieder aufgezählt, schließt er: Wenn ein Rück­blick auf die Vergangenheit unS mit stolzer Freude erfüllen darf, so ist wohl auch ein fröhlicher Ausblick auf bte Zukunft berechtigt. Noch herrscht tn unserem Kreise jene etnigenbe Begeisterung, jene schaffenSfreubige Thatkraft, welche vor 25 Jahren ben Grunbstein zu bem festen, stattlichen Bau unseres Verein« legten, unb so lange biefe mächtigen Krätte in demselben wirken, mögen wir auch fernerhin wie damals vertrauen«voll der kräftigen Fortentwicklung des Vereins entgegenfeben. Er wachse, blühe unb gebeihe ber nächsten Jubelfeier entgegen. Köln. Ztg.

Die kaiserliche» Prinzen auf Reisen. Al» Beispiel, wie uneublich einfach bte bret jüngsten Söhne unseres Kaiser« reisen, biene Nachstehende«: Die Prinzen find bekanntlich auf einer Ferienreife durch Thüringen in Begleitung eine« mitt- tärifchen Erzieher«, Hauptmann von Lhuker- auf ihren Wan­derungen kamen fie Sonntag Abend von der Schmücke nach Oberhof. Der Ankunft war eine Depesche vorau«gegangeu, welche lautete: Ein Herr mit biet Knaben bestellt Zimmer. Da nun Niemand ahnte, wer der Herr und die drei Suaden sei, auch Alles besetzt war, wurden bte Herrschaften in einem einfachen, über bem Pferbestall gelegenen Zimmer mit 3 Betten eirquartirt, welche« Quartier auch acceptirt würbe. Nur mutzte ber Hausdiener, weil da« Zimmer sehr eng war, bte Bettsttllen herausschaffen und 3 Matratzen auf bte Erbe legen. Am Montag früh sah Schreiber bteser Zeilen die Prinzen ihre Fußwanderung fortsetzen, dieselben hatten grüne Joppen an und Tornister auf dem Rücken.

Statistik ber Biblioihekbücherleser. ES ist nicht na- interessant zu erfahren, au« welchen Beruf«kreisen fich da« Publikum zuiammensetzt, da« Bücher au« einer öffentlichen Bibliothek entnimmt. Die beiden Bolk«bibltotheken zu Hampsteab-London zeigen augenblicklich 4274 Namen von Personen, die fich Bücher borgten, und dte 160 verschiedenen Ständen angehöreu. An der Spitze stehen 397 Schüler unb Stubeuten, Handlung-commi« folgen mit 311, dann 208 Lehrer, der Künstlerstaud ist mit 105 Köpfen vertreten, Iu- elften zählen 64, Kaufleute 85, Ingenieure 42, Schriftsteller und Journalisten 39, Civilbeamte 83, Geistliche 32, Aerzte26. Die niedrigsten Ziffern führen an: einen Richter, drei Polizisten, drei Theepflanzrr, einen Missionar, einen Mathematiker, drei Schornsteinfeger und einen Theaterbefltztr.

Nachforschungen nach Andree, von Stadling, bem Leiter ber schwedischen Expedition, deren Aufgabe e« ist, nach Spuren der Andree'ichen Expedition zu fachen, ist ein Tele­gramm anÄftonblabet* in Stockholm eingetroffen, bem zu folge bte Stabling'sche Expedition vor mehreren Wochen tn Sulun, in ber Nähe ber Münbung ber Lcna, etngetroff n war. Jrn Laufe be« letzten Winter« hätten, wie e« tn ber Meldung heißt, Fangleure bte Neusibirifcheu Jnstla besucht- u'chi« verlautete aber, baß dort irgend eine Andeutung von der Andree'schen Expedition bemerkt worben wäre. Auch bet den Flüssen Anabara und Jndigirka hätte man keinerlei Spuren bemerkt. Wie bekannt, bestnbeu fich auf zwei ber Neuflbirischen Inseln Provtantniederlageo, bie seinerzeit von Baron von Toll für Nanfen viedergelegt worben waren unb bte unter Umftänben auch von Andree und seinen beiden Ge­fährten benutzt werden konnten. Nach ben obigen Mit- theilungeu scheint es nun nicht glaubhaft, baß Aubree nach ben Neufibtrischen Inseln verschlagen worden ist. Weitere Gewißheit dürfte ber norwegische EiSmeerschiffer Bräkmö bringen, der vor längerer Zeit bte Fahrt nach den Neu- fibirischen Inseln angetreten hat, um bte Proviantnieberlagen zu untersuchen. Dte Stadltng'sche Expedition wendet sich jetzt westwärt«, um zur Taimyrhalbinsel unb von bort bt« zum Jenissei zu wandern. Da« oben erwähnte Telegramm war von Bulun bt« J.kutSk mittel« Schiff befördert nnb tn Irkutsk durch ben Telegraphen wettergesandt worden. Bet Behörden unb Bevölkerung hat bte Expebition überall Entgegenkommen gefunben.

Eiunvdachtjig Mark für Hnrn ». Poddiellkt. Daß der Letter de« dtuNcheu Poftweseno von jeher viel Jnterefir für Pferdezucht und Pferdefport bekundete, ist bekannt, und e» wurde von der Berliner Sportgemeinde umsomehr bedauert, daß man Herrn v. PodbielSki, feitbem er fein hohe« ReichSarnt bekleidet, nie mehr auf der Rennbahn sah, zu deren Habitue« er schon tu seiner Eigenschaft al« Vorstand-Mitglied de« Uniorclub« früher gehört hatte. Am Donner«tag aber wurde man tu Earl-horft w eder an ihn erinnert. Der Post­gewaltige erhielt bort eine Prämie von 81 Mk. zugesprocher. Er ist nämlich der Züchter von Romanze, einer Stute, bte am Donncißtag in Eail«horst baS Potsdamer Jagbrennen gewann, und biefe erfreuliche Thatfache bringt bem tilgen« thürner bet Gute- Dallmtu bie hohe Züchterprämie von 81 Mk. ein.Wenig, aber herzlich", bürfte Herr v. PodblelSki sagen, wenn ihm sein Geldbriefträger btePrämie" üb er­bringt.

Moderne Zeche. Tourist:Bitte zahlen!* Kellnerin:Sie haben ein GlaS Bier, ein Brob nnb 17 Ansichtskarten macht 1 Mk. 86 Pfg!"