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daß wir, nachdem Hardt, verstorben ist, gend dem Herrn er!»Giessen,
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ÄUttwoch den 17. August
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Zweites Blatt
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Gießener Anzeiger
Heneral-An^eiger
Aints- und Anzeigeblntt süv den Dtveis Gieszen
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Amtlich«»' Thell.
Bekanntmachung, betreffeud Erweiterung des Bahnhofs Laug-Gönß. Wir bringen hiermit zur Keuutntß der Interessenten, daß der Plan, betreffeud die Erweiterung des Bahnhofs Lang-GSuß von Mittwoch den 17. d. MtS. ab, 14 Tage laug bet der Großh. Bürgermeisterei Laug-Gönß offen liegt, und daß zur Eutgegeunahme etwaiger Einwendungen Verhandlungstermin auf Großh. Bürgermeisterei Laug-GöoS auf Donnerstag den 1. September I. I,
Nachmittags 3 Uhr
aoberaumt wird.
Gießen, den 15. August 1898.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
Bekanntmachung.
betreffend die Eisenbahn von Gießen nach Bieber.
Nachdem die bahnpolizeiliche Abnahme der Eisenbahn Von Gießen nach Bieber stattgefuoden har, und deren BetriebSeröffnung am 19. d. MtS. tu Aussicht geuommeu ist, feheo wir uuS veraulaßt, auf dte Bestimmuugen der Vahoorbuung für dte Nebeoetfeubahneu Deutschlands vom 5. Junt 1892 aufmerksam zu machen. Insbesondere darf, nach § 44 derselben daS Publikum dte Bahn, soweit solche nicht zugleich als Weg dient, nur an den zu UebergSngeu bestimmten Stellen betreten und zwar nur so lauge, als sich deuselbeu kein Zug nähert; dabei ist jeder unuöthige Verzug zu vermetdeu.
Sobald sich ein Zug nähert, «üffeo Fahrwerke, Reiter, Fußgänger, Treiber von Vieh und Lastthierea dte Bahn schnell räumen, beztehnogSwetse tu augemeffener Entfernung von der Bahn und -war sofern Warnungstafeln aufgestellt sind, an dteseu halten.
Jede Beschädigung der Bahn und der dazu gehörigen Anlagen mit Stoschloh der Telegraphen, sowie der Betriebs- mittel nebst Zubehör, desgleichen daS Auflegen von Steinen »der Holz und sonstigen Sachen auf baß Planum, oder daß Aobrtngen sonstiger Fahrthiodervifle ist verboten- ebenso die vrreguog falscheu Alarmß, die Nachahmung von Signalen, bte Verstellung von AuSweichvorrichtungen und überhaupt, lie Vornahme aller den Betrieb störenden Handlungen. Zu»
Widerhandlungen gegen diese Bestimmuugen werden mit Geldstrafe biß zu Neunhundert Mark geahndet.
Gießen, den 15. August 1898.
Großherzogltcheß Kreißamt Gießen.
v. Bechtold.
Bekanntmachung.
Ja dem Voranschläge deß laodwirthschaftlicheu Bezirkß- vereinS Gießen find 200 Mk. für Abhaltung von landwtrth- schaftlichen Wandervorträgen vorgesehen. AuS diesem Betrage sollen die Diäten der Wanderlehrer und dte Transportkosten auf der Eisenbahn bestritten werden.
Die Gemeinden, welche nicht an einer Eisenbahnstation liegen, haben auf ihre Kosten den Herrn Wanderlehrer per Wageu an der Bahn abholen und dahin zurückbringen zu laffeu.
Dte Großh. Bürgermeistereien und Vorstände der land- wirthschaftlichen Localveretue und Biehzuchtvereine, welche wünschen, daß in ihren Gemeinden landwirthschaftltche Vortrage gehalten «erden sollen, werden ergebenst ersucht, mir dies unter Angabe des Themas, über welches der Wanderlehrer einen Vortrag halten soll, sowie deS TageS und des LocalS, an, resp. in welche« der Vortrag abgehalten werden soll, mitzutheileu. Als BortragSthemaS schlage ich zur Auswahl vor:
1. Die Bewirthschaftung des Bauerngutes nach rationellen Grundsätzen.
2. Hebet landwirthschaftltche Buchführung.
3. Hebet Errichtung von landwirthschaftlichen Spar- und Darlehenskassen.
4. Hebet Errichtung von Molkerei-Genossenschaften.
5. Hebet Feldberetutguog, Zusammenlegung der Grundstücke und Anlage von Feldwegen.
6. Heber Fruchtfolge.
7. Hebet Bodenbearbeitung mit Hilfe der brauchbarsten Ackergeräthe.
8. Heber den Einfluß deß Saatgutes auf die Ernte und über die Ausführung der Saat.
9. Hebet Düngung und Düngetbehaudluug.
10. Heber die Anwendung der künstlichen Dünger und die Gründüngung.
11. Hebet Züchtung und Aufzucht des RiudeS.
12. Hebet Fütterung des Milch- und Mastviehes.
13. Heber Erzeugung, Behandlung und Verwnthuug der Milch.
14. Heber Schweinezucht und Mast.
15. Heber die Gründung von Btehzuchtvereioev.
16. Hebet Entwässerung, Drainage, Wteseuverbefferuog und Wieseodünguug.
17. Heber die Errt i tung bet Heerbbücher.
Gießen, den 11. August 1898.
Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins.
C. Jost.
Nachstehende Bekanntmachung des H. Vorsitzenden der Local-Commifsion für die Bezirksthierschau in Hungen wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
Gießen, den 12. August 1898.
Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen.
C. Jost.
Oeffentliche Bekanntmachung.
Die Abhaltung von Körbezirksthierfchauen in Oberhefseu betreffend.
Nach den Beschlüffen des hessischen LandwirthschaftSratheS und des Oberhessischen Provinzialvereins über die Verwendung von Staatsmitteln zur Hebung der Landwirthschast hat noch im Herbste dieses Jahres für den 2. Körbezirk, umfassend die Simmenthaler Rindvieh züchtenden Ortsschaften des Kreises Gießen, eine Bezirksthierschau in Hungen stattzusinden. Zu derselben und der mit ihr verbundenen Prämiirung werden nur Thiere der Simmenthaler Rasse zugelaffen, ohne Rücksicht daraus, ob dieselben in das Herdbuch ringe- tragen find ober nicht. Die prämiirten Thiere jedoch müffen angekört und in das Herdbuch eingetragen werden. An Preisen werden ausgesetzt:
Prämiiruugs-Orduuug für Rindvieh.
1. Bullen ohne Schaufeln (bleibende Schneidezähne)
ein 1. Preis.....120 Mk.
ein 2. Preis.....90 „
ein 3. Preis.....60 „
2. Kühe mit 3 und 4 Kälbern, in Milch, oder erkennbar tragend
ein 1. Preis.....100 „
ein 2. Preis.....75 „
ein 3. Preis.....50 „
Kühe mit ein und zwei Kälbern, in Mich, oder erkennbar tragend
ein 1. Preis.....100 „
ein 2. Preis.....75 „
ein 3. Preis.....50 „
Feuilleton.
Des Hiesser Jugenfest.
Bon Carl Geißler.
AuS der Jugendzeit, aus bet Jugendzeit Klingt ein Lied mir immerdar, O, wie liegt fo weit, o wie liegt so weit, WaS mein einst war!
So kltngtß unn fingtS in mein Gemiebh, seitdem äich fan Giesset »-zeiget zwaa „Sigesanbt" gelese hadb, dät sich ■it unser« Jugensest, ei von de scheenste Eirichtunge, bäi unser Vattetstadt uffzeweise hott, beschäftige. In frihere Leide hott «errsch gar net anuerscht gewußt, daß jeb Jahr hn August unn speeber als nach im Sepdember deß Jugensest ist Filesofewalb abgthahle worbe iß unn zwar unnet Be- bheiliguug von de gelammte Berjerschaft unn de särnrndliche Rinnet, dät die Schule in unsere Stadt besucht hawwe unn selbpvetschbeudlich aach unnet giediger Mitwerkung von de Herrn Lehrer, däi ja aach als Erzieher von de fingere Generazion in etschdet Linie zu betgleiche Sache berufe sinn. Deß Jodteffe fer deß Jugensest scheint in Giesse jo immer noch wach ze sei, wenn aach vielleicht manche Leub wenig Lust dezu hawwe, fer Jngenlust unn Rinnerfreub emol e paar Stunn ze oppetu. Maß will awwer so e geringfigig Opper an Zeib nun vielleicht an e paar Grosche bebeube, wann merr doch t)innen ad) die Genugdhuung devo hott, daß mett dorch sei Mitwerkung bei so em Jugensest doch aach sei Scherfche dezu beigebtoge hott, baufenbe von Kinnethetze erfreut unn en e Bergniege verschafft ze hawwe, «aß en biß inß speebe Alber enti in angenehmer Erinnerung bleibt! Muß bann en Mensch net schont ganz unn gor verknechert sei, wann err sich net freue kann immer de Jumel von so viele Rinnet, däi beim Klang von be Musik mit ehre Fahne enauSziehe
in Walb, um dort bei alle wegliche Spiele sich ze bummele unn bann be wohlvetbiente Preis eizeheimse?
Deß Gieffer Jugeufest iß ganz nun gar befir geschafft, e richdig Volks- unn Jugensest ze sei! Do hatt sich von jeher Atm und Reich hidsch neme enormer vetdtoge unn an dem Dag wenigstens sinn die Rang- unn Stondunnerschieb uff e kotz Zeib beinah außgegliche gemefe. Wer mit beibrage will, die Leefuug bet sociale Frag e bisst beschleunige ze helfe, bet gebb fei Votum ab fer Abhaltung vom Jugeufest unn zwar fer Abhalbung in jede« J-Hr unn net in Zeibrau« von zwei ober gar noch mehr Jahtu, bann sonst iß zu be- ferchte, baß eß uff en scheene Dag emol ganz eischläft, maß iwwrigeuß e Schann fer unser Gemaa wer. Unn wer bebbei net mitmächt, der kannß bletme loste, — eß «errn fich boch Leub bezu fivue, bäi fer die Sinnerweld noch waß iwwrig hawwe unn fich aach gern emol en Middog unn en Aweub fer fe plage in bim scheene Bewußtsei, waß Gubeß gestift ze Howe. Hohle merr beßhalb noch wäi vor unser Jugensest unn laste merr Hemer dafer e paar annete Feste im Jahr eweckfalle, — die Jugenb merbi anß danke!
Deß Jugeufest, baß iß e Fest, — Fast gar net ze beschreime I Am Mibdag schon im ganze Nest Will KaouS dehaa« mehr bleiwe. Enauß zum Filesofemalb Dhub fast ganz Gieffe lasse, Unn Atm unn Reich unn Jung unn Shld Dhut fich gewiß ahn kaofe.
Die Mäbercher im weiße Staat, Mit Ktenzetcher, mit griene, Die Buwwe anß be ganze Stadt Sinn vollzehlig erschiene.
Waß Hippe do die Hrrzetcher Unn die Gefichtcher gliehe — vergeffe finu die Schmetzetcher — Bot lauder Lust unn Blihe!
Unn erfcht im Wald, do wimmeltS bloß Wäi Ameise nun Biene, Do iß ja grab be Deuwel loß, — Da gibbtß kaa beese Miene.
Eß freub fich Jung, eß freub fich Ahlb — Da werb gelernt, gesptunge- Die Wacht am Rhei klingt borch be Wald Unn ^Deutschlnub" werd gefunge.
Stark werb be Ruudlaaf dort benutzt, Da dhun se Wörschdcher schnappe — Beim Sackhippe ba werb geuhzt Wer so erum dhut dappe. Ze früh kimmt bann be Aweub schon, Die Pteiß bhuu se verbheile, Unn wer verliert» will net sein Lohn, Der muß fich forchtbar eile . . .
Mit Sang unn Klang gihtß bann nach haam, Deß Fest, baß iß euschwunne, — De Kiuuer lache noch im Dtaam Die schee verlebte Stunne .... Ach, bhet be Dtaam bet Jugenzeid, Der golbne, ewig hahle, Mit seine Wonne, seine Freub, Bei Junge, wäi bei Ahle!


