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17.3.1898 Zweites Blatt
 
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Nr. 64 Zweites Blatt. Donnerstag de« 17. März

1898

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger

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Nr. 1.

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Anrtlichev Thcil.

Nr. 8 deS Reichs-Gesetzblatt«, auSgegeben be» 12. d. DL, enthält:

(Nr. 2449.) Bekanntmachnug, betreffend die Beschästi- gnug vou Arbeiterinnen in Tovserven Fabriken. Bom 11. März 1898.

Gießen, den 15. März 1898.

GroßherzoglicheS KreiSamt Gießen.

v. Gagern.

Gießen, den 15. März 1898.

Betreffend: Die evangelischen Kircheuooranschläze deS Kreises Gießen pro 1898/99.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

au die evaug. Kircheuvorftäude deS ldreiseS.

Die definitiv abgeschlossenen rubr. Voranschläge werden Ihnen dieser Tage zugehen. Wir empfehlen Ihnen, daS in Ihren Händen befindliche Loueept mit den Ansätzen deS Original-Voranschlags in Ueberriustimmuug zu bringen, wie auch eine Abschrift der zu den Voranschlägen anfgevommrnen Bemerkungen zur demnächstigeu Nachachtung dem Soocepte betzufügen.

v. Gagern.

Gießen, de» 14. März 1898.

Betreffend: Die Verwendung vou Schlackensteinen zu Massivbauten.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Gr. Bürgermeistereien der Landgemeinden des KreiseS.

Unter Vezuznahmr auf unser A-Sschrrtben bom 9. Sep­tember 1890 in vir. 213 deSGießener Anzeiger" beuach- richtigen wir Sie, daß nach dru seither gemachte» Erfahrungen die Schlackensteine unbedenklich zu allen bauliche» Zwecken Berweudung finden können, bet welchen fie nicht einem sehr hohen Druck »der einer ungewöhnlich hohen Temperatur aus­gesetzt find. Voraussetzung ist hierbei jedoch, daß bet der Herstellung der Steiue dir einzelneu Materialien sorgfältig

verarbeitet werden und daß das fertige Material vor seiner Verwendung genügend lange Zeit bis zu« Festwerden ge- I lagert hat. Nach vorliegenden Attesten Aber die Resultate | der Untersuchungen der «Sntglichen PrüfuugSstativn für Bau­materialien in Berlin entsprechen die von deu BudernS- scheu Eisenwerke« und vou der Firma Albrecht Stein <S* Comp. in Wetzlar hergestrllte« Schlackeu- steiue »bigen Voraussetzungen. Wir stade» Naber bei der Verwendung der Steine dieser Firmen zu UmfassnugS-, Innen-, Brandmauer« und Schornsteinen bis auf W-üereS nichts zu erinnern. Was die ebenmäßige Ver­wendung vou Schlackensteinen anderer Fabriken betrifft, so bleibt diesbezügliche Entschließung, soweit solche nach Maßgabe der Allgemeinen Bauordnung und der Ausführungsverordnung erforderlich sein würde, mit der Maßgabe Vorbehalten, daß die Zalaffung erfolgen soll, wenn durch Atteste amtlicher Prüfungsbehörde» der Nachweis geführt sein wird, daß die Fabrikate deu zu stellenden Anforderungen entsprechen.

v. Gagern.

Gießen, den 15. März 1898. Betreffend: Ausführung des Kranke»verficherunq«gesetze«. Das Großherzogliche Kreisamt Gieße«

<m die Erotzh. Bürgermeistereien deS KreiseS.

Diejenigen vou Ihnen, welche unserer Auflage vom 19. Februar 1898 Gießener Anzeiger 8h. 44 noch »icht uachgekommeu find, werde» an deren Erledigung mit Frist von acht Tagen erinnert.

v. Gagern.______________

Bekanntmachung.

wird zur Keuntaiß der Iiueieff aten gebracht, daß der Revifious-Jngeuieur Ritter in Wiesbaden zum Beauf­tragten der Ttefbau-BerufSgeuofferrschaft bestellt worde» ist.

Gießen, den 15. März 1898.

Großherzogliches KreiSawt Gießen.

v. Gagern.

Wutfdm Aoich

Berlin, 15. März. Der Kaiser hatte beute vormittag eine Besprechung mit dem Staatssekretär v. Bülow. '

Berlin 15. März. Wie dieNordd. Allgem. Ztg." be­richtet, unterbleibt die Reise des Kaisers nach Regensburg am 22. d. MtS. aus dem Grunde, weil sür diesen Tag bereits andere DtSpofitionen getroffen waren. Mit der Vertretung deS Kaisers ist Prinz Friedrich Heinrich von Preußen, der Sohn de« Priuzregeuteu von Braunschweig, beauftragt worden.

Berlin, 15. März. De«Reichsanzeiger" zufolge wurde dem deutschen Botschafter in Parts, Grafen Münster, das Grohkreuz der französischen Ehrenlegion und dem Unterstaat«- fecretär Freiherrn v. Rtchthofen dasEomthurkreuz desselben Orden» verliehen.

Berlin, 15. Marz. Die Budget-Commissiou de« Reichstage« erledigte heute einige kleinere Etats und den Etat der Verwaltung der Siseubahnen. Dabet erklärte Minister Thielen, daß die Einführung der Kilometerhefte bei uns an« technischen Gründen nicht möglich sei. Der Etat wurde un­verändert genehmigt. Morgen wird bereit« die DeckuogS- frage der Marine-Vorlage in der Commission berathen werden.

Berlin, 15 März. Im Abgeordnetenhaus wurde beute wiederum der CultuSetat urch nicht erledigt. Einige Titel de« CapitelS Eleweutar-Schuleu gelangten zur Annahme. Heute Abend 71/, Uhr wird die Berathuug fortgesetzt.

Berlin, 15. März. Eine hiesige Correspoudeuz meldet, r» sei dem Generalarzt der Armer, v. Loler, gelungen, die Ursache der ThphnS-Epidemte beim 70. Iafau- terie-Regiment in Saarbrücken zu ermitteln. Er hätte con- statirt, daß die Erkrankungen auf einen am Geburtstage des Kaisers gesoffenen Kartoffelsalat zurückzuführen find. Die Zubereitung diese« Salat« lag einem Soldaten ob, der kurz vorher mit der Reinigung einer Cloake zu thun gehabt hat. Infolge ungenügender Säuberung der Hände übertrug fich der Krcmkheitsstoff auf die Kartoffeln, sdie einen vorzüglichen Nährboden für deu TyphuSbactlluS abgeben, und verursachten die Epidemie.

Kick, 15. März. DieKieler Neuesten Nachrichten* melden, der auf der Krupp'schen Germania-Werft in Kiel für Brafilien gebaute dritte Torpedo-Kreuzer, welcher von der brasilianischen Regierung wegen finanzieller Schwierig« f iten nicht übernommen worden ist, ist nunmehr an Japan verkauft wordrn.

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