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Sir. 100 Zweites Blatt. Dicnstaa den 16. August
1808
Gießener Anzeiger
General - Anzeiger
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Gratisbeilage: Gießener Familienblätter.
Abrrffc für Drprschrn: Anzeiger Hieße».
Fernsprecher Nr. 51.
Amtlicher Theil.
Bekanntmachung.
El wird hiermit ,ur öffentlichen Kenntniß gebraut, daß die nach S 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich einzs Ausschlags von Fünf vom Hundert, pro Monat Jutt 1898 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 Kg betragen
Hafer Mk. 19,10, Heu Mk. 5,90, Stroh Mk. 4,60. \
Gießen, den 9. August 1898.
Großherzogliches KreiSarnt Gießen. ____________________v. Bechtold.
Bekanntmachung.
Cm.: Faselschau und vtehmarkt zu Grüaberg.
Wir brtugeu hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß der am 25. d. Mt». zu Srüuberg stattfindeude Jahrmarkt zugleich mit einem Biehmarkt verbunden wird- auch soll au dem genannten Tage eine öffentliche Faselschau durch die Kör- commisfion abgehalten werden.
Bet der Schau, welche Vormittags 10 Uhr beginnt und nur zum Zwecke der Auköruog stattfindet, werden Seitens der Commission aut spruogsähtge Bullen der Vogelsberger und Berner, spectell Simmenthaler Raffe, berückfichtigt werden.
Die Fasel müffen sicher grfeffelt werden, sonst ist Weg- Weisung zu gewärtigen.
Gießen, den 13. August 1898.
Großherzogliches KreiSamt Gießen, v. Bechtold.
Deutsches Reich.
Berit», 13. August. Durch die Zeituogeu geht die Nachricht, der Kaiser habe sowohl fftr Palästina wie für Aegypten die Unterbringung unb Verpflegung für sich und sein Gefolge dem Hause Cook übertragen. Sollte daS wahr sein, so ist doch die Frage berechtigt, ob nicht eine brutsche Reiseuuternehmung diese» ebensogut hätte auSsühren können? — An die Sp-tze de» zahlreichen türkischen Gefolge», da» dem Kaiser auf seiner Fahrt durch Palästina und Tyrieu da» Geleit giebt, ist der General Tchakir Pascha berufen
worden, der die Stellung eine» Chef» de» MilitärcabinetS bekleidet. Schakir Pascha ist schon wiederholt in Berlin gewesen und hat sich der besonderen Huld deS Kaiser» zu erfreuen.
— Eine bemerkeuSwerthe Stiftung des Kaisers ist der alten Burgcapelle zu Cadolzburg in Bayern zu- gegangen: ein Fenster, da» nach dem Entwurf de» Kaisers iu der Kunstwerkstatt der Kgl. Hofmalerei in München ge- arbeitet wurde. DaS Fenster zeigt als Hauptgeftalt iu der Mitte fast tu LebeuSgröße dte Stammmutter des Hohen- zolleruhauseS, Eltsabetha, Gemahlin des Kurfürsten Friedrich!., in goldgesticktem, mit Hermelin verbrämtem Purpurmantel, ein goldenes Evaugelienbuch io der Rechten haltend. Rechts und links erblickt mau auf grünem Untergründe in einem verschlungenen Bande die Inschrift: „Elisabeths, Kurfürsttn von Brandenburg. 1385—1442". Zu Füßen hüten zwei Engel, welche Wappenschilder mit dem brandenburgischen Adler und den bayerischen Rauten halten. Oberhalb der Gestalt in der Mitte ist da» Hohenzollernwappen und die Jahreszahl 1190 — iu welchem Jahre dte Cadolzburg an dte Burggrafen fiel — angebracht. Ganz unten ziert daS Fenster der deutsche Reichsadler mit der Kaiserkrone, den Ordens- tnfignteu deS Hauses Hoheuzvllrru und der Widmung: „Wilhelm II., deutscher Kaiser und König von Preußen "
Ausland.
Ischl, 18. August. Baron Banffy hatte heute vormittag eine anderthalbstündige Unterredung beim Kaiser, in welcher er eingehend Bericht über den Confliet betreffend daS AuSgleichprovisortum erstattete, resp. über den Abschluß eines Zollbüobwffe».
— Friede! Da» Protocoll über dte Friedens- bebtngnngen ist int Weißku Hause zu Washington am Freitag um 4 Uhr Nachmittags unterzeichnet worden. ES enthält nur dte schon bekannten FriedenSbedingungeu, sowie die Bestimmung, daß sofort der Waffenstillstand beiderseits einzutreten habe. Der KriegSsecretär Alger telegraphirte sofort sämmtlichen Befehlshabern der nordamerikautschen Truppen, sein Marinecollege Long ertheilte die gleiche Anweisung an die Geschwaderhäupter. Admiral Dewky ward angewiesen, dte Blokade von Manila aufzuheben, einen gleichen Befehl erhielt Admiral Sawpsou in Bezug auf die Blokade Cuba». Dem vernehmen nach robb ber spanische Botschafter h Paris,
Leon h Castillo, ben Borfitz unter beu spanischen Mttglieberu der Frieden». Commiff on führen. Spanten wünscht, auf dem ganzen Philippinen Archipel seine Oberhoheit aufrecht erhalte» zu sehen, und will dort weitgehende politische und Verwaltungs-Reformen gewähren. — Dem „Jmparcial" zufolge werden die Corte» nur zur Genehmigung des FriedenS-ver- trage» zufammentreten.
Vermischtes.
* Frankfurt a. Tt., 13. August. Ein unbekannter Herr rief gestern Abend an der Trambahnhaltestelle an der Constabler- wache dort stehende „Dalle»brüdtr" rc. heran und gab jedem eine Mark mit dem Auftrag, sich erst rafiren zu laffeu unb dann in einer näher bezeichneten Wirthschaft sich einzufiuden, wo er sie mit Bier unb Aepfelwetn traktiren werbe. Die Leute ließen sich in ber That rafiren und erschienen bann In ber angegebenen Wirthschaft, wo fie auf Kosten be» Fremden jeder drei Gla» vier trinken durften. Beim Fortgehen erhielt jeder noch 50 Pfg. Nachdem Alle», wa» genossen, beglichen war, entfernte er fich mit dem Bemerken: „So, jetzt hab' ich meinen ® eburtltag nach meiner Art gefeiert."
Wissenschaft, Literatur und Alunft.
— Deutscher Toldatenhort. Illustriere Zeitschrift für da» deutsche Heer und Volk. Herausgeber: General-Lieutenant z. D. H. v. Below. Preis pro Quartal 1.80 Mk Verlag von Karl SigiSmund, Berlin 8W., Defiauerstr. 13. 9. Jahrgang, Nr. 32, erschien soeben unb enthält: Fürst Otto von Bismarck. — Im Quartier. Ein Manöver Erlebniß von H. Waldemar. — Der große Kurfürst tröstet das märkische Landvolk nach dem Schwedenkriege (Bildertext). — Dienst im Kriege. Von General der Infanterie z. D. v. Kretschman. — Deutsches Soldatenleben jenseits des AequatorS. Von Ernst Haufe. — Scene aus dem Gefecht bei Vmddme. (Btlder- text.) — Die scharfen Patronen. Von L. (Schluß.) — Lehmupp auf Requisition. (Bildertext.) — AuS den bayerischen Bergen. Von I. Huber. — Vom Kriegsschauplatz. (Mit Abbildung.) — Vater- ländische Gedenktage. — Splitter und Funken. -- Räthsel.— Briefkasten. — Inserate.
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Bekanntmachung.
2ßir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß der städtische -rrtedhof in der Zeit vom 16 August bi» 15. October von Morgens 6 bi» Abend» 8 Uhr geöffnet bleibt, und daß die auf dem Friedhof verweilenden eine Viertelstunde vor Schluß desselben auf diesen durch ein Glockenzeichen aufmerksam gemacht werden.
Gießen, den 10. August 1898.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
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Zuschlagsfrist 14 Tage.
Gießen, 11. August 1898.
Das Stadtbauamt.
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