M «beublanteeS In da» abgeschlossene chinesische Kaiserreich ste-reich einziehen. _
Unb wenn nicht Alles täuscht, werden nicht Feuer und Schwert, sondern Dampf und Eleetrieitär die unaufhaltsamen, vordrängenden Pioniere der europäischen Ltviltsation, die Riegel deS ehernen ThoreS erschließen, das Jahrtausende lang keinem Fremden einen Einblick in da», wo» schweigend hinter ihm lag, gewährte.
Deutsche» Reich.
Darmstadt, 14. Januar. Der Museums-Inspektor Prof, «damy, bekannt al» kunsthistorischer Schriftsteller, ist nach längerem Leiden gestorben.
Berlin. 14. Januar. Dem preußischen Abgeord» vetenHause find heute die Gesetzentwürfe über den Staat». hau»halt»etat (sogenannte» CowptabilitärSgesetz) und betr. die Cautiou der Beamten zugegangen.
Berlin, 14. Januar. Frhr. v. Eber st ein, BezirkS- amtmann beim Gouverneur vou Deutsch'Ostafrika, ist den ,Berl. R. Nachr." zufolge zur Dienstleistung in der Clonial- Abtheilunq de» Auswärtigen Amte» berufen worden.
Berlin, 14.Januar. Auch die „Norbd.Allg.Ztg." bezeichnet die Meldung einiger englischer Blätter, wonach ein Abkommen zwischen Deutschland und England betreff» der chinesischen Anleihe dem Abschluß nahe sein soll, für unbegründet.
Köln, 14. Januar. In der Aachener LaudeSver- rathS-Affaire ist heute noch ein Brzirköfeldwebel in Montjoie verhaftet worden auf Grund des § 139 de» R. Str-G.»B. Der in Aachen verhaftete Feldwebel wurde dem Kölner Militärgefängniß eiugeliefert. Die Spuren führen wahrscheinlich wieder nach Luxemburg.
Ausland.
Prag, 14. Januar. In der heute Bormittag abgehaltenen Versammlung sämmtlicher deutsch böhmischer Abgeordneten wurde beschloffen, in der bisherigen oppofitio- netten Haltung zu verharren und fich an keiner Action der Regierung in der Sprachenfrage zu betheiligeu.
Budapest, 14. Januar. Ju der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses legte der Finanzausschuß deu Bericht über das Budget von 1898 vor. Ju demselben erreicht die Summe der Einnahmen und Ausgaben eine Höhe von nahezu einer Milliarde.
Loudon, 14. Januar. Aus Shangat wird gemeldet, daß der Bicekönig Li-Huug'Tschang mit großem Gefolge den Prinzen Heinrich bet seiner Ankunft in China Namens des Kaisers von China begrüßen und den Prinzen nach Peking geleiten wird.
Koustautiuopel, 14. Januar. In Pfortekreisen verlautet, daß Rußland, unterstützt von England, auf der Caudidatur des Prinzen Georg von Griechenland zum Gouverneur von Kreta bestehe.
Bukarest, 14. Januar. Der Justizmiutster Djuvara erklärte, seine aus persönlichen Gründen gegebene Demisfiou aufrecht erhalten zu müffen. Die von der Preffe an diese Demission geknüpften Krisegerüchte find gegenstandslos.
Cocales rrird protHttsieöe».
Butzbach, 13. Januar. Der „HauSberg'Wetterau-Säuger- bunte", dem acht Vereine der Umgegend angehören, wird in diesem Jahre wieder ein Bunte essest feiern. Festort ist NiederWeisel.
aach ze Babier ze bringe, freundliche Leser selbst enscheide:
Seitdem aich Gieße nett geseh' IS greeßer worn, kaa,Wunner; Dann unnerdefie floß de Leh' Gar mancher Droppe nunner. Aetch war aach fort gar vteleJahr, Aeich glaub' seit neu unn sechzig, Unn waas oät Gieße frther war, Drom sag' Sich: Gieße mächt sich.
Wät ätch vom Bahnhof runner kam, Da hält' ätch kaam gesunne De Rrichesand, wo Sich dehaam, Aetch glaubt, ei wär oerschwunne. Aetch guckt mich um nach Hart- mannßschanz Unn aach nach's Hesse Garte — Die Scheppeck' war verännert ganz; Das dbat ätch net erwarte.
Aeich doppelt fort de Reichesand, Um mich zerecht ze sinne, Uff abmal werd' merrsch so bekannt Am Schinnergäßche hinne.
Unn wät Sich dem sei Häuser sah, Ganz wät in srthre Dage, Da hott — mit Rihrung sag ichs — ja DeS Herz merr arg geschlagge.
Unn an de Lcwegaß' verbei, Am Diebsweg ging's ooriwwer, Unn in die Kablansgaß' end Unn uff des Kreuz entwwer. DeS viertel ts fo ziemlich noch DeS nemliche gebliwwe, Glatch merkt' äichS awwer, daß da doch Manch' Knallhitt' war vertliwwe.
Am Marktplatz flenn net mehr die Ros Aach däi war abgcrisse, Am SchlachthauSblätzi dhat ätch bloS So allerband vermiffe.
Unn roo ätch htkam,kreuz unn quer, War gar viel' annerfcht werde; Des ahle Gieße ts nrt mehr! — Das sieht merr aller Orte.
Ob merrsch gelunge is, mag der
Wo fritier war e Wtftenei, Da fleh' jetzt Häuserreihe Unn scheene, öffentliche Bäu Dbun aus de Erd' rauSflehe; Kaafläde saft in jedem Haus Unn Wecdfchafte denewe Find' merr btS for die Stadt enaus, Unn iwerall iS Lewe.
So ging ätch weider dorch die Stadt Unn kam fast nach Klaa-Linne; Wo hält' Sich dann gedacht gehakt' Daß do noch Häuser ftinne! Unn mehr wät ati'mal bin ätch da verwunnert fleh' gebliwwe, Weil Sich met' bloe Wunner sah, Waas Gott, net iwwertrtwwe!
Von de Schwarzlach' bis uff die Warth, Am Nahrungsberg ganz htnne, Vom Pau btS in de Rtchelpaad Sinn Häuser vorzifinne. Erscht uff’m Tribb die neu Kasern' Unns kaale Btcheletfe! — Es hott ka' Stadt uff nah unn fern, So ebbeS uffzuweise.
VomKirchhofnachdeneuKasern' Kam Sich enuff ze flethe, Da fah' ätch in de bloe Fern' Die Hard unn Krofdorf leihe; Unn da lag Gieße braat unn dtef! En Aotbltck zum Ennzicke, So aus de Vogelpe>specliv Sei Hetmath ze erblicke.
E Thren' im Aag, das Herz fo weich Unn voll zum iwwerlaafe, So ging ätch von de Ludderaich', E Dtppche merr ze kaafe Unn facht: Was war däi Stadt fo klaa, So dreckig unn so winzig, Unn alleweil hott fe des Zeug Zu erc Großstadt in sich.
•• Darmstadt, 13. Januar. «In interessanter j Rechtsstreit wurde gestern vom Großh. Landgericht in der Berufungsinstanz entschieden. Der Thatbeftand ist kurz der folgende: Im Sommer dieses Jah^e» machte ein Berliner Herr in Begleitung zweier Darmstädter Freunde eine Tour in die Bergstraße, welche im Hotel „Zur Krone" in Auerbach ihren Abschluß fand. Der Berliner bestellte sich dort eine Forelle, nachdem er fich erst darnach erkundigt hatte, ob dieselbe auch ganz frisch sei, und eine bejahende Antwort erhalten hatte. Als die Forelle jedoch auf dem Tische erschien, fand der Berliner verschiedene» an ihrem Aussehen, ihrer Frische u. f. w. auSzusetzeu, welche Aussetzungen da» bräunliche Fleisch und der Geruch nach seiner Ansicht zu bestätigen schienen. Er verweigerte au» diesem Grunde dem Kellner die Zahlung deS Preise» von Mk. 2.50. Der Kellner holte den Wirth herbei, und dieser, ohne fich weiter um deu Grund der Weigerung zu erkuuteigeu, nahm dem Gaste einfach den neben ihm auf einem Stuhle liegenden Hut und Regenschirm weg. Den Hut gab er schließlich wieder heraus, während er die Herausgabe deS seidenen Nateelschirmes im Werthe von 15 Mk. verweigerte. Der Berliner erhob hierauf Klage auf Herausgabe des Schirmes am Amtsgericht Zwingenberg und hatte auch den Erfolg, daß der Auerbacher Wirth zur Herausgabe verurtheilt wurde. Gegen dieses Urtheil hatte der Beklagte Berufung eingelegt, über die vor acht Tagen verhandelt wurde. Die gestern verkündete Entscheidung geht nach dem „D. T. A." dahin, daß daS erste Urtheil des AwtSgerich S bestätigt und Beklagter nochmals zur Herausgabe des Schirmes und Tragung sämmtlicher Kosten verurtheilt wird. Da beide, Theile durch Anwälte vertreten waren, und der Proceß fich zum Theil in Zwingenberg abgespielt hat, betragen die entstaudeneu und von dem Wirth zu zahlenden Kosten beinahe 100 Mk. Wahrhaftig eine theuere Forelle!
Babenhausen, 12. Januar. Dem Herrn Tüuchermeister I. Hiukelbetn hier ist es nach laugen Proben gelungen, dem zu verarbeitenden Gemente einen beliebigen Oelanstrich zu geben. Bisher hielt nämlich auf einem Cementverputze niemals eine Farbe, am allerwenigsten die Oelfarbe, welche die Cementsäure verzehrt. Herr Hinkelbein wird sein Präparat, daS in Fachkreisen bereits Anerkennung fand, Paten- tiren laffen.
Ein Feld für deutschen Fleiß.
Von einem in Australien ansässigen Deutschen erhält die „Kölner Volksztg." folgende Mittheilung aus Sydney, 8. November 1897:
„Es wäre wünschenswerth, daß Deutschland — in seinem eigensten Interesse — sich ganz anders an der Entwickelung Australiens betheiligte, als dies bisher geschehen ist. Wir haben es hier mit einem Erdthe l zu thun. Der Raum für alle europäischen Nationen bietet, und es ist für Deutschland durchaus nicht zu spät, hier für alle Zeiten festen Fuß zu fassen.
Bereits im Jahre 1894 schrieb ich an den Norddeutschen Lloyd in Bremen und an die Deutsch-Australische Dampf. schifffahrts-Gesellschaft in Hamburg dringende Briefe, man möchte doch in Albany anlegen, wie dies die englischen und französischen Dampfer thun. Man beachtete meine Ansicht damals nicht und wollte durchaus nicht darauf eingehen; seit einiger Zeit jedoch legen beide Linien dort an. Die von Albany nach Beverley (und Perth) durch einen Hochwald führende Eisenbahn (Great Southern Railway) ist vor einem halben Jahr an die Negierung für 21 Millionen Mark verkauft worden, und die Schafstation Kendinup, 43000 Acres umfassend, auf welcher 50 000 Schafe gehalten werden können, welche für 40000 Lstrl. zu haben war, ist jetzt das Doppelte werth. Zur Ausbeutung des Hartholz - Reichthums von Jarrah und Karrt hat sich eine Gesellschaft gebildet mit einem Capital von 300000 Lstrl. Die Stationen (Schaf- und Vieh-Zucht) befinden sich mit sehr wenigen Ausnahmen ganz in den Händen der Engländer; eine deutsche Bank ist, so viel mir bekannt, auf dem ganzen Continenl nicht vertreten, und doch wurde sie die Hände voll zu thun haben, um den Verkehr mit Deutschland zu erleichtern und zu vermitteln.
Ich bin weder Enthusiast noch Idealist und unterschätze Australiens Schattenseiten nicht: die Trockenheit, die lieber» schwemmungen, die heißen Winde, die Fliegen, Mosquitos und sonstige Jnsectenplage, Giftpflanzen, Schlangen, Wüsteneien, Wassernoth und was des Nebels nur sein mag, sind mir hinreichend bekannt. Australien wird von zahlreichen Deutschen bewohnt, doch besteht im Grunde wenig Zusammenhang unter ihnen.
Eine deutsche Bank in Sidney, mit Filialen in Melbourne und Adelaide, später auch vielleicht Brisbane und Perth, würde sofort ganz bedeutende Abschlüsse machen können. Jetzt geht der ganze Wollhandel über London und Paris (was das Bankgeschäft anbelangt). Die französischen Wollkäufer discontiren bei dem Comptoir National d'Escompte de Paris mit Hauptsitz in Melbourne. Mit Einführung einer deutschen Bank würde sich auch das Versicherungs- geschäst in allen Branchen beleben laffen.
Ich hatte häufig in Frankreich, Belgien und Deutschland Gelegenheit, über Australien zu sprechen; das größte Miß- verständniß liegt darin, daß man sagt, Australien sei eine englische Colonie, und wenn hier etwas zu holen sei, würden die Herren Engländer es schon besorgen. Das ist ein großer Jrrthum. Der Durchschnitts-Engländer kommt kaum mehr nach Australien als der Deutsche; thatsächlich steckt maffenhaft englisches Capital in hiesigen Unternehmungen; aber man bedenke, daß Australien ein Europa an Größe fast gleich- kommender Erdtheil ist, den selbst John Bull nicht so einfach in die Tasche spazieren laffen kann, und daß der Engländer sein Geld in die Colonien steckt, weil etwas dabei zu verdienen ist. Leistungsfähige englische Fabrikanten oder Industrielle sind in Australien selten; die Capitalisten gründen ihre Gesellschaften meistens in London. Nun betrachte man
aber die bedeutende Jmportliste Australiens und vergleiche sie mit der Leistungsfähigkeit des Lande»! Ist dies nicht der beste Beweis, daß hier Platz für Viele ist, was nur in richtiger Weife aufgefaßt werden muß, um zu sicherem Erfolg zu führen?
Eine Brauerei, die im Stande wäre, ein gutes, de« Münchener ähnliches Bier in Australien zu brauen, würde unbedingt Erfolg haben, denn die starken englischen Biere (Porter, Ale) sind dem hiesigen Klima nicht angemeffen, die importirten Lagerbiere find für die Mafien zu theuer und das hier gebraute Ge. . . tränk ist einfach Gift. Australisches Fleisch (Rindvieh, Schafe, Schweine) ist bester als amerikanische» und kann billiger beschafft werden; Hasen kann man in großen Pertien für 20—25 Pfg. das Stück kaufen, Kaninchen verhältnißmäßig billiger; Hummern find außerordentlich zahlreich und geschmackvoll. Alle hierin einschlägigen Unternehmungen finden ein weites Arbeitsfeld.
Wenn deutsche Capitalisten sich zusammenthun wollten, wie dies von englischer Seite geschieht, und ihnen dabei eine deutsche Bank behilflich fein wollte, fo würde der deutsche Einfluß inAustralien unb in der ganzen Siidse^ ganz außerordentlich entwickelt werden können; daß der Handel nur dabei gewinnen könne, ist selbstverständlich.
England genießt hier durchaus keine Vorzugsrechte; alle Nationen kaukasischer Raffe werden gleichmäßig behandelt."
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Di- di-B ot 1896 «jeder
Vermischtes.
* Barbarische Mißhandlungen ihre» Kinde» hatte fich btt Ehesrau Ida Havensteiu ta Berlin zu Schulden komme« lasse«. Die Angeklagte hat ein jetzt 13 Jahre alte» Mädchen mit in die Ehe gebracht. E» war ihr ein Dorn im Auge und fie verübte an dem armen Kinde Mißhandlungen und Quälereien, welche jeder Beschreibung spotten. Eine gt-- wöhnliche Art der Züchtigung bestand darin, daß die Angeklagte ihrem Kinde die Beine zusammenband, e» so Über bar Bett legte, daß es mit dem Gefichte in der Federbecke lag und dann den entblößten Unterkörper mittel» eine» dicke» Stocke» bearbeitete. Einmal ging das Mädchen mit einer tiefen Wunde im Kopfe herum, die Angeklagte hatte e» mit einem Feuerhaken verletzt. Die Zeugen bekundeten, daß fie da» Kind wiederholt, vor Kälte halb erstarrt, de» Morgen» auf dem Clofet gefunden hatten, es gab an, daß e» die ganze Nacht dort zugebracht habe, die Mutter habe es Abend» zuvor unter Schimpfen und Schlägen zur Wohnung hinang- gejagt. Als die Polizei fich de» Mädchen» annahm unb e» im Waisenhause unterbrachte, wußte es erst in ärztliche Behandlung genommen werden unb e» hat lange gedauert, bi» die äußeren Spuren der unmenschlichen Behandlung verschwunden waren. Sie wurde zn drei Monaten Gesängniß verurtheilt.
* Ei« Wanntet Geistlicher, so erzählt der „Deutsche« Ztg." ein Leser auö Hannover, kommt zu einem ver- wittweten Schuster. Der biedere Mann schildert ihm herzbeweglich die Leiden eines „Wittmauvs", so daß den Pastor ein menschliches Rühren packt. „Sie wüsten wieder heirathen, Schuster", sagt er. — „Ja", meint der, „aber eck weit keine, bei weck nähmen bett." — »Gut", weint der Seelenhirt, „idj werde in der Gemeinde Umschau halten." Und der dankbare Schuster verspricht dem Psarrer gerührt ein Paar Pantoffeln, wenn er ihm wieder znm Glück teer Ehe verhelfe. Die Sache gelang, der Schuster wurde verheirathet, aber die — Pantoffeln blieben au». „Nu, min leide Mester", tippt endlich einmal der Pfarrer lächelnd an, „wo hett seck bat mit mine Pantuffrln?" — „Ja, Her Pestur", seufzt der neue Ehemann und kratzt sich hinter den Ohren, „wenn Sei mrck weteder von miner Fr» helpet — eck macke Sei een Paar Waterstäbel!"
• „Sell isch nit bet Recht!" Daß au» Versehen ein Bruder mit seiner Schwester am Altar getraut wird, dürfte noch nicht dagewesen sein. In dem badischen Städtchen Waldkirch bildete ein derartiger Fall den Gesprächsstoff, und da den Berichten von keiner Seite widersprochen wird, muß man, schreibt die „Freib. Ztg.", den Vorfall, wie et überall geschildert wird, für wahr halten: Rach der Trauung auf dem Rathhause begab fich ein Brautpaar, ein Bahn- bediensteter und eine Bürgerstochter, nach der katholischen Hauptkirche. Den Führer der (katholischen) Braut in der Kirche machte der Bruder der Braut; er wurde dort infolge seine» ganzen Verhalten» auch für den Bräutigam angesehen; der wirkliche (evangelische) Ehemann stand im Hintergründe. Nachdem Bruder und Schwester auch während der Trauung bei einander geblieben waren und der Tranoct zu Tode war, konnten einige Zuschauerinnen ihr Gewissen nicht bändigen: „Sell isch nit der Recht!" benachrichtigten fie den Meßner, der natürlich sofort dem Pfarrer Mittheilung machte. Der Pfarrer sorgte dann alsbald für die richtige Zusammenstellung de» Paares, das auf so sonderbarem Umwege in den Hafen der Ehe fegelte. Tine Zuschrift besagt noch: Der Sigrist hatte jedem einzelnen Betheiligten die Plätze angewiesen, und so kam'», daß der Bräutigam in eine Nebenbank gehen mußte, während die Braut mit ihrem Bruder in rechter Weise kirchlich copulirt wurde. Selbstverständlich mußte dieser Vorgang dem Bräutigam auffallend sein (da» meinen wir auch!), er erhob Einsprache und bann folgte die „Berichtigung" des Fehler».___
Citesatur un*
— Am Eoblenzer Stadttheater wurden in den letzten beiden Jahren die Opern „Winkelried" und „Meister Martin und seine Gesellen" des verstorbenen Compontsten Loms Lecombe ausgeführt. Der französische Minister des öffentlichen Unterrichts und der schöne« Künste hat nun den Director des Stadttheaters in Eoblenz, August Graßl, und den Theatercapellmeister Sauer in Anerkennung ihrer Verdienste um die französische Kunst zu Offizieren der Acadtmie des beaux arte ernannt. Die beiden Ernennungen sind mit Zu- stimmung der preußischen Regierung erfolgt.
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Der Postdampfer „Berlin" der »Red Star Line" in Antwerpen tfl laut Telegramm am 12. Januar wohlbehalten in New- Vork angekommen.
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