CfrtaUs ptoHnsieXUs
Butzbach, 12. April. Am 1. April ist der wegen ge- schwächter Gesundheit beurlaubte hiesige langjährige, allgemein beliebte Stationsvorsteher, Herr Lucau, drftnitiv in den wohlverdienten Ruhestand getreten. — Der seit Anfang November v. I». nach Butzbach versetzte Stattonßverwalter, Herr Hetlhecker, ist mit dem 1. April er. definitiv zum Stationsvorsteher der Station Butzbach ernannt worden. Derselbe war früher in Burgsolms und vor seiner Versetzung noch Butzbach StationSverwalter in Montabaur.
Butzbach, 12. April. Der 23 jährige ledige TaglShuer Johannes Frank wurde heute tu einer außerhalb der Stadt gelegenen Gerberei in einem Lohgerüst erhängt aufge- fuodeu und nach Vornahme des gerichtlichen Augenscheins in das TodtenhauS verbracht. Die Ursache der That ist unbekannt. Gestern Abend gegen 9 Uhr vergnügte er sich noch beim Karussell.
B. AuS dem Kreise Büdingen, 13. April. Die G e • »eindesteuer-AuSichläge für unseren Kreis find erschienen und eS laffeu sich folgende ioteresiante Bemerkungen daran knüpfen: Am billigsten von allen kommt die Gemeinde Himbach weg, deren Ktrfchevberg alljährlich gute Einnahmen bringt und die auch sonst noch vermögen besitzt, sie braucht darum nur 7,2 Pfg. auf eine Mark Steuercapital an»- schlagen zu laffeu und hat überhaupt nur 1000 Mk. uöthig. Himbach am nächsten stehen Altenstadt mit 12,77 und Berstadt mit 13,24 Pfg. AuSschlagScoefficent. Am stärksten belastet von den 75 Gemeinden unseres Kreises erscheinen Liß- berg mit 60,13 und Wippenbach mit 60,90 Pfg. Ausschlag auf die Mark Steuercapital. Aeltere Kriegsschulden, die zum Theil noch bis 1796, also über hundert Jahre zurückretchev, besitzen noch 21 Gemeinden. Manche Gemeinden, z. B. BiffeS, Leidhecken, Uater-Schrnttten u. A. m. haben immer noch 5 bis 6 Pfg. auf die Mark KrtegSfchulden-Steuercapital zu entrichten.
E. Echzell, 13. April. In unserem sonst recht friedlichen Marktflecken ist gestern eine Messerstecherei vor- gekommen, wobei einer der Betheiligteu vier Löcher in den Kopf bekam.
§ Sroß-Felda, 13. April. Unser gestriger „Oster- markt* stand unter einem fast ununterbrochenen Regenwetter. Trotz diese» ungünstigen Umstandes zeigte der Markt doch eine starke Ausdehnung. Der Biehmarkt war mit Schweinen recht gut befahren, aber da» schlechte Wetter beeinflußte den flotten Gang des Handels. Die Preise für Ferkel waren ziemlich hoch- man bezahlte für das Paar 48—55 Mk. und 55—60 Mk., beste Qualität gar bis zu 65 und 70 Mk. Läufer kosteten per Paar 70—80 Mk. und 80—90 Mk. Wenn dessenungeachtet das Angebot den verkauf übertraf, so lag diese» einmal an dem Festhalten einer zu hohen Pret»forderung, das andere mal am strömenden Regen, der bltlt Käufer zurückhtelt. Die Krämer machten durch diefe» Marktwetter schlechte Geschäfte, sie vermochten nicht einmal ihre Maaren recht auSzupacken.
X. Darmstadt, 13. April. Mit meist neuen, wirklich großartigen Dekorationen und in neuer Einstudirung ging gestern Abend am Hoftheater vor außerordentlich zahlreicher Zuhörerschaft „Juliu» Cäsar" von Shakespeare iu Scene und errang großen Erfolg, sowohl durch die Darstellung al» Ausstattung. Selten ist hier Wirkungsvollere», Erhebenderes als die Scene der Rede Marc Anton» vor versammelten Volke an Cäsars Leiche gesehen worden. Boll- giltige Vertreter waren die Herren Heine (Brutus), Hacker (Marcus Antonius), Wagner (Cassius). Den Cäsar spielte Herr Mtckler mit bestem Erfolge. DaS Stück dürfte nunmehr wieder dauernd auf dem Repertoire bleiben.
Darmstadt, 13. April. Der Großherzog hat den Oberforstmeister Karl Thaler in Darmstadt zum forstlichen Mitglied des CabtnetS ernannt.
Vermischtes.
• Die Rilitärmaße verschiedener Völker. Da» Mindest, »aß für da» preußische Militär in den Jahren 1840
schafften letztere ab, weil sie in den Augen de» Volke» eine größere Bedeutung hatte, al» die Taufe selbst. Daß die Protestanten trotzdem eine ebenbürtige Feier kirchlicher Art bei der Aufnahme der Mitglieder in die religiöse Bunde»- gemetade besitzen und zwar in Gestalt der Confirmation, verdanken dieselben Bugenhagen, jenem treuen Freunde Luther» und Melauchthon». Ihre besondere Anerkennung al» selbstständige und öffentliche kirchliche Handlung erlangte sie jedoch erst in der zweiten Hälfte de» vorigen Jahrhundert».
Unter denjenigen Landeskirchen, welche diese feierliche Einsegnung vom Anfang an beibehielten, trat besonder» die Grafschaftlich Man»feldische in den Vordergrund und zwar infolge de» energischen Eintreten» de» glaubenSfesten SacreriuS, der um» Jahr 1550 Geoeralsuperintendeut in EtSleben war. Erst nach und nach kam jedoch die Confilmation al» gottesdienstliche Handlung bei den Lutheranern Deutschland» in Aufnahme, obgleich sie nebenhin auch privatim in häuslichen Kreisen vorgenommen wurde. War doch noch 1784 die palmsonntägliche Erneuerung de» TaufbundeS in Augsburg nicht gebräuchlich und in Berlin wurde sie trotz ergangener Verordnung bi» zum Jahre 1750 al» Privatsache angesehen.
Aber auch der reformieren Kirche war e» Erforderniß, a» einem kirchlichen Einsegnung»acte ihrer ausgeschulten Jugend festzuhalten. „Sie hielt viel weniger von der Wirkung de» Taufsacrament» al» die lutherische, weshalb sie um soviel gröberen Werth um ihrer verfaffung und um ihrer Zucht willen darauf legen mußte, daß jede» ihrer erwachsenen Glieder durch felbstetgene Erklärung al» ein Glied ihrer Gemeinschaft dastehe", und e» wandelte sich die ursprüngliche Einfachheit de» Bekenntnißablrgen» in dieser Kirche immer »ehr in eine Feierlichkeit nach lutherischen Grundsätzen. Die Presbyterianer England», Schottland» und Amerika» ver
bi» 1860 betrug 1,659 Meter. Da» jetzige Maß für da» deutsche Heer ist nach dem Gesetz vom 3. August 1893 auf 1,54 Meter herabgesetzt worden. Bor dieser Zeit betrug e» 1,57 Meter (5 Fuß). Da» Mindestmaß für da» Garde- corpS beträgt (ausgenommen die leichte Cavallerie, das Etsen- bahuregiment und die Abtheilung für Luftschiffer) 1,70 Meter autvahmSweise 1,67 Meter. — Ja Frankreich befinden sich die größeren Leute im germanischen Norden und Osten, die kleineren im Südwesten. Das französische Mtlttärmaß erlitt folgende Wandelungen: Ludwig XIV. fetzte im Jahre 1701 daS Mindestmaß auf 1.624 Meter fest. Bon 1789 bis 1793 betrug daS Mindestmaß 1,589 Meter. Bom Jahre 1831 an wurde es auf 1,56 Meter festgesetzt, fiel daun im Jahre 1868 auf 1,55 und 1872 auf 1,54 Meter. Kürassiere haben 1,70 bis 1,85 Meter. Italien hat im nördlichen Thetle, nämlich in der Romagna und Emilia, die kräftigsten Leute anfzuweisen, während in der südlichen Landschaft Calabrien die schwächlichsten find. Die längsten Leute fiadet man an den Küstenstrichen und in dem mit germanischen Elementen vermischten nördlichen Theile. DaS Mindestmaß deS italienischen HeereS ist 1,55 Meter. — In den Völkerschaften Oesterreich» haben den größten Wuchs die Serben (1,67 bi» 1,70 Meter), den kleinsten die Magyaren, Polen und Ru- thenen (1,53 bi» 1,59 Meter). In der gesammteu Monarchie (Oesterreich-Ungarn) wurde im Jahre 1858 da» Mindestmaß auf 1,578 Meter (5 Fuß) festgesetzt, doch e» ging durch daß Wehrgesetz von 1889 auf 1,55 Meter zurück. Da» höchste militärische Mtnimalmaß der Rekruten hat da» großbritannische Heer, 1,65 Meter, wa» offenbar ein Zeichen für den hohen Wuchs der Engländer ist. Die Mehrzahl der Rekruten mißt über 1,68 Meter. — In Rußland finden sich die größten Leute in den Ostseeprovinzen - den kleinsten Wuchs hat die finnisch-tartarische Raffe. Da» russische Minimalmaß beträgt 1,54 Meter. Für das schweizerische, belgische und holländische Heer beträgt e» 1,55 Meter, für das schwedische 1,608 Meter und für daS Heer der nordamerikantscheu Freistaaten 1,619 Meter.
* Seinen 25. Umzug al» Berliner WohnuugSmiether feierte am 1. April ein im Süden der Stadt bekannter Fabrikant in einem Local in der Oranieuftraße. Der ^viel- gezogene" Mann versicherte feinen Stammtischfreunden, da» Ziehen fei ihm persönlich fast immer ein Genuß gewesen. Sein jüngster Umzug sollte aber sein letzter sein, denn am SamStag sei er in fein eigene» Hau» gezogen. An dem HauSkaus trage lediglich seine Frau Schuld, die da» Umziehen satt habe. Zehn Mal sei er gezogen, weil er sich mit dem Wirth entzweit hatte, fünf Mal wegen Differenzen mit anderen Miethern. Dreimal wechselte der Jubilar die Wohnung au» geschäftlichen Rücksichten, zwei Mal wegen versuchter Mtethe- steigerung. Wegen Abbruch de» Hause» mußte er ein Mal da» Quartier räumen und vier Mal, weil ihm aus unbekannten Motiven gekündigt wurde. Die 25 Umzüge fallen in einen Zeitraum von 37 Jahren, die längste Zeit, die er in einem Hause wohnte, betrug zwei Jahre, die kürzeste fünf Monate. Etwa 20 MiethScontracte mit verschiedenem Text hat der UmzugSjubilar noch heute in feinem Besitz, er will dieselben dem Märkischen Provtnzialmuseum überweisen. Trotz seine» vielfachen Wohnungswechsel» ist der alte Herr seit länger al» dreißig Jahren seinem Stammtisch treu geblieben.
* lieber türkische Aerzte äußern sich die beiden Aerzte Jrtl und Bahlon in einem Bericht über die Thätigkeit, die sie an dem Kaiserlich osmanischen MilitärkrankenhaUse Gümüsch Suh in Konstantinopel während des letzten griechischtürktscheu Krieges entfaltet haben. Danach ist von den türkischen Aerzien Überhaupt nur ein Theil wtffenschaftlich gebildet- anatomische Kenntniffe zumal besitzen nur diejenigen unter ihnen, die im AuSlande studtrt haben, da der Koran die Section al» eine Leichenschändung behandelt. Die Nachbehandlung operirter Personen ist besonder» mangelhaft. Jrtl und Baylon behandelten im ganzen 122 verwundete und führten 82 Operationen aus, meist Entfernungen von Geschaffen und Knochensplittern, Herausnahme abgestorbener Knochen und Resretiouen verletzter Knochentheile. Auf den Schlachtfeldern gab e» keinen besonderen Krankenträger, die
werfen die Confirmation gänzlich, und in den holländischen Kirchen ist sie durch kein bestimmtes Gesetz vorgeschrieben, sondern wird, fall» sie hier und da stattfiodet, ohne jegliche Feierltchkett im Hause de» Prediger», im Beisein der Aeltesten geschäftsmäßig abgewickelt.
Wenn sich in Deutschland bei der Confirmation hin und wieder einige abergläubische Sitten und Bräuche bekunden, so sind diese jedenfall» für überkommene Gewohnheiten au» dem deutschen Alterthum anzuseheo, denn allem Anschein nach wurden auch in den ältesten Zeiten bei unseren germanischen Urvettern gewtffe sinnbildliche Handlungen beim Eintritt der jungen Leute in die Gemeinschaft der Erwachsenen beobachtet. So z. B. stecken sich die Covfirmandinnen Brandenburgischer Ortschaften am Palmsonntage neue Nadeln in» Haar, um künftig vor Kopfschmerz bewahrt zu bleiben, und tu Altpreußen behalten die Erstlinge unter den Abendmahl»- gästrn die geweihte Hostie im Munde, hoffend, dadurch glücklich zu werden.
Mecklenburg» Bewohner wiederum haben folgenden Aberglauben: „Wenn während der Confirmation eine» der Altar- lichter verlischt, so stirbt in dem Jahre eines der Kinder, und zwar von denen, die auf der Seite de» Altar» stehen, wo daS Licht verlöschte." Auch dürfen sich dort die zuletzt con- firmirten Neulinge vor dem Tische des Herrn nicht umsehen, sonst bekommen sie den Meister Urian zu Gesicht (Bertsch, Mecklenburger Sagen).
Bei der Confirmation spielen bekanntlich auch die Pathen der schulentwachsenen Linder eine nicht geringe Rolle, denn, ledig aller Pflicht, jener dem schutzbefohlenen Pathenkiode beim Taufacte gelobten Fürsorge, will er sich heute gleichsam wir einem sinnbildlichen Gelchenk »abfinden", welche» entweder in einem Kleidungsstücke, Schmuckgegenstände, Buche oder auch
Berwundeten wurden vielmehr von ihren Kameraden wegge- schafft. Die erste ärztliche Hülse war unzureichend, sodaß ! z. B. ein Soldat sich selbst einen verletzten Finger amputiren mußte. Die Nothbaracken für verwundete in der Nähe der Schlachtfelder waren recht schlecht eingerichtet, und der Transport der verwundeten nach Konstantinopel erforderte mehrere Tage. Merkwürdig ist noch der Umstand, daß die Anwendung von Cocain zur örtlichen Schmerzstillung in der Tülket aus religiösen Gründen verboten ist- statt dessen benutzten die beiden genannten Aerzte Chloräthyl.
* Sine gut bezahlte Reliquie. Man schreibt auS London: Dieser Tage wurde hier in Coventgarden die Trompete versteigert, mit der der Trompeter Joy von den 17. Lanciers den Befehl zum berühmten Retterangriff von Balaclova tm Krimkrieg geblasen hatte. Mit der Trompete wurden zugleich seine vier Medaille und die dazu gehörigen Dokumente versteigert. DaS Bieten begann mit 1050 Mk. und nach einem lebhaften Kampf blieb Mr. Middlebrook mit dem schönen Angebot von 16050 Mk. Sieger! Der Herr will die kostbare Trompete nach seinem Tode den Siebzehvern vermachen.
Universität- - Nachrichte«.
Würzburg. Zum Nachfolger de« oeiftorbenen Historiker» GeheimrathS v. Wegete aus dem Lehrstuhl für Geschichte an der hiesigen Universität wurde der außerordentliche Professor Dr. Henner ernennt
Würzburg. Gehetmrath von Sandberger, Professor der Mineralogie a. D-, ist heute hier gestorben. (Fridolin Ritter v. Sandberger, geboren am 22 November 1826 zu Dillenburg In Nassau, studirle in Bonn, Heidelberg, Gießen und Marburg, wurde 1849 von der herzoglichen Regierung mit der Leitung des natur- historischen Museums und de« nassauischen Naturwissenschaftlichen Vereins betraut, die er bis 1854 fortführte, wo er Professor der Mineralogie und Geologie am Polytechnikum zu Karlsruhe wurde. 1863 ging er als ordentlicher Professor nach Würzburg.)
Leipzig. Professor Stieda in Rostock hat den Rus als Nachfolger deS wegen Krankheit in den Ruhestand getretenen Ge- hcimraths v. MiaSkowSky als Ordinarius der Nalionalöconomie angenommen. Sein Antritt erfolgt mit dem Sommersemester.
— In Rostock ist im Alter von 62 Jahren Professor Georg Dragendorff, normale ordentlicher Professor in der rnedicinischm Facultät der Universität Dorpat, gestorben.
Vorficht beim Einkauf'von Haferflocken.
Wohl selten hat sich ein Nahrungsmittel in io überraschend kurzer Zeit bei den Hausfrauen beliebt gemacht, wie Hafer flocken. Vor drei Jahren kannte man sie kaum und heute werden sie in fast jeder Haushaltung veiwendet. DaS ist auch erklärlich, denn auS Hafersiocken hergestellte Suppen haben einen köstlichen, kräftigen Geschmack, der durch Zugabe von etwas süßer Sahne (Rahm) noch wesentlich erhöht wird. Haferflocken find außerdem auch außerordentlich leicht verdaulich und deshalb für Kranke und Magenleidende besonders empfehlenswerth, und wegen ihrer blulbiltenben und knochen- und zähnestärkenden Eigenschaften sollten Eltern, die ihre Kinder gesund und kräftig erziehen wollen, denselben regelmäßig Suppen aus Hafer flocken geben. Wir machen inbessen darauf aufmerksam, daß Haferflocken, nur in gelben, plombirten Packeten der Hohenlohe'schen Präscrvenfabrik «krabronn echt sind; das Wort „Haferflocken^ extstirte früher nicht, die Hohenlobe'fche Präservenfabrik Hal e« sich zum Schutz ihres vorzüglichen Hafer- präparateS selbst ersonnen und beim Kaiser!. Patentamt eintragen lassen. Heute nennt man zwar alle gequetschten oder gewalzten Haferkerne schlechtweg Haserflocken, ob sie nun auS der Hohenlohe'schen oder einer anderen Fabrik stammen. DaS ist aber nicht recht, und dem Publikum, welches Haferflocken verlangt, sollten die Kaufleute nur Hoherrlohe'sche Fabrikate geben, denn irgend welche anderen Fabrikate dürfen nicht unter der Bezeichnung Hafer stocken verkauft werden und daS Publikum sollte solche nachsichtSlo» zurückweisen.
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wohl in baarer Münze besteht. In fränkisch hennebergtschea Orten erhält der angehende Christ einen Tuchrock, das Mädchen hingegen ein Kleid. AuS dem Harze berichtet Prvhle folgenden Brauch: „Wenn die Confirmanden sich bedankt haben bei dem Prediger und Lehrer, gehen sowohl Knaben al» Mädchen zu ihren Gevattern und bedanken sich auch bei ihnen. Diese geben Geschenke an Geld, und dasselbe wird von den Knaben angewandt, um am Nachmittage noch einmal die Mädchen zu tractiren."
Die gefirmten Kinder Tirol» erhalten von ihren Pathen gefärbte Eier, besonder» rothe, hier und da auch wohl Oster- brod. Sobald in Bayern daS ^Dötle" (Pathchen) heran- gewachsen ist, bringt die Gevatterin ein wette» Leinenhemd mit dem JesuSmonogramm auf dem Herzschilde, einen ganzen Anzug, dazu ein SchÜsserl und einen blechernen Löffel. Die Confirmanden deS sächsischen Doigtlaode» wiederum besuchen gewöhnlich ihre Pathen am Beichttage, um ihr Geschenk in Gestalt von Büchern oder Münzen evtgegeozunehmen. Auch in der Lausitz gehen die einzusegnenden Kinder zum Pathen „abdanken" oder „Qbbitttn" und zwar nach altüberlieferten Methoden, welche sich ohne besondere Einwirkung dritter Personen von Geschlecht zu Geschlecht fortpflanzen. Dieser Umgang wird meisten» am Mittwoch vor Ostern oder am Morgen des Gründonnerstage» vorgeoommen. Darauf schicken zu Ostern die Taufzeugen noch einmal die Übliche Gabe, die gewöhnlich zu jeder Osterzeit der Pathe dem von ihm „au» der Taufe gehobenen" Kinde gleichsam al» „rothe» Ei" überreicht und welche gewöhnlich in gebackenen Oster- semmeln, Pfefferkuchen, bunten Eiern, ja auch wohl in einem SleidungSiheil besseren Stoffe» besteht.
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