Ausgabe 
15.4.1898 Erstes Blatt
 
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30 von ausgesprochen christlichem Gepräge, kommen lassen. Die Be­stellung war in einer besonderen Art von chinesischen Schriftzeichen geschrieben, wie sie nur der Kaiser zu benutzen pflegt, so dah sie wirklich unmittelbar von ihm auSgegangen zu sein scheint. In der darauf folgenden Woche kam derselbe Bote noch einmal. Er wünschte nun Exemplare aller christlichen Bücher. Man gab ihm mehr als 400 Exemplare von 72 verschiedenen Werken mit.

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Das unterzeichnete Bataillon sucht 3 bis 4 Frauen zum Schälen von Kartoffeln in der Menageküche. Reflectan- tinnen wollen sich beim Bataillon per­sönlich melden. 3877

1. Bataillon Infanterie-Regiment

Kaiser Wilhelm".

Literatur uub Ruirst.

DerPeking and Tientsin Times" wird auö Peking ge­schrieben, der Kaiser von China habe sich Ende Jannar aus dem Buchladen der Amerikanischen Bibelgesellschaft 160 Bücher, darunter

wird nun doch eine Nordlandreise de» Kaiser» statt­finden. Sie dürfte den ganzen Juli ausfüllen. Die sogen. Kieler Woche wird der Nordlandreise vorangehen.

Berlin, 14. April. Zur Angelegenheit de» Oberfactor» Grünenthal berichtet da» ^Kleine Journal", daß am SamStog auch Frau Klara Goltz, die Mutter der Ge­liebten Grünenthals, unter dem Verdacht der Begünstigung de» Berhältniffe» verhaftet worden ist.

Wien, 14. April. Hier verlautet, da» die Vereinigten Staaten binnen wenigen Tagen 47 gute Kriegsschiffe beisammen haben werden. Man nimmt an, werde mit der Entscheidung nur gezögert, um Zeit zu gewinnen.

Brussel, 14. April. Dem hiestgenSoir" zufolge soll der Kaiser von Oesterreich der Prinzessin Louise von Coburg den Wunsch ausgesprochen haben, daß sie Oesterreich verlasse. Diese Maßregel, welche hier großes Aufsehen erregt, wäre der jüngsten Audienz de» Prinzen Philipp an der Hofburg zuzuschreiben.

Brüffel, 14. April. In der gestrigen Sitzung drö Senats wurde vom Senator Simoni ein Antrag eingebracht, die deutsche Sprache als dritte osfizielle Sprache In Belgien einznführen und ihr denselben Platz in den öffent­lichen Aktenstücken einzuräumen, wie der franzöfischen und vlämischen Sprache.

Londov, 14. April. Nach Meldungen au» Washington ist der Krieg beschloffene Sache. Die temporäre Politik Mac Kinleys bezweckt nur, Zeit zur Fertigstellung der

Bei Todesfällen

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Neueste Nachrichten.

Depeschen deS BureeuHerold". Berlin, 14. April. Entgegen einer früheren

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Verkehr, fxmb* unb Volksroßethschaft

Gießen - 14. April. Marktbericht. Auf dem heutiger, Wochenmerkt kosteten: Butter pr. Pfd. X 1,051,20, Hühnereier pr. St. 6-0 H, 2 St. -011 4, Enteneier 2 St. 12-13 Gänse eter pr. St. 1200 4, Käse pr. St. 610 KäsennMe pr. St. 3 Ä Erbsen pr. Liter 19 4, Linsen pr. Liter 31 4, Tauben pr. Pa« X 1,00 bi« 1,00, Hühner pr. Stück 1,40 bi» 1,60, Hahnen pr. 6tüd X 1,401,70, Enten pr. Stück X 1,802,00, Gänse pr. Pfiml X 0,00-0,00, Ochsenfletsch pr. Pfd. 66-74 4, Kuh- und Rindfleis4 pr. Pfd. 60-66 4b Schweinefleisch pr. Pfd. 68 bis 72 4, Schwein«- fleisch, gesalzen, pr. Pfd. 76 3, Kalbfleisch pr. Pfd. 60-00 * Hammelfleisch pr. Pfd. 50-66 3, Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,00 bU 7,00 X, Weißkraut pr. Stück 000 4* Zwiebeln pr. Eentner 9,0010,00 X, Milch pr. Liter 16 H.

8iw»nre# 13. April. Fruchtmarkt. Roth er Weizen X 18,26, weißer Weizen X 00.00, ÄornJt 12.19, Gerste X 10 00, Hafer X 8.16.

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WWe genau kennen Sie waren M «eine leichte Gazemaike lst, daß die Einbrecher WW. Herr Tobler am Freitag wieder in die mer Abrechnung zu dm $ 3000 M bwtotf. itbe und dieherbeischchng

it Tagen in dm Förden» in der Pankfiraße vmbt 00 KL erbeutet.

>zn Ztz." weidet vnlenr Ilarisnidn Lycemidkector, . So ekel sein» hmdechen t aw Sarlsnrher Lycerw i -nßherzoglicha MtSr- -negS chalk),'als solcher iieoSjobilaum sagen, baß ziere vo« General bis jam den.

ptiL MtrototnbtxM letitt Grasewski von dn , Nr. M. Dir Thal ih MwMn.-Jl'Dirnjr s.-Nefmmts Nr. 143. Ei rob deS haoPtwamir oiedet- bo aus Facht vor S»°!r

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Wehversteigerung

zu Gießen.

ötota dl» 18. Iptil 1898, ilattim. 3 Uhr, auf dem Biehmarktplatze

zu Gießen

soll da» zur Chr. Nebe'fchen Coucursmasse allda gehörige Rindvieh:

20 Kühe

(Holländer und Friesen) öffentlich gegen Baarzahlung ver­steigert werden.

Versteigerung bestimmt.

NB. Das Vieh kann eine Stunde vor Beginn der Versteigerung in den beim Viehmarktplatze gelegenen Rebe'schen Ställen besichtigt werden.

Im Auftrage 3774 deK Concursverwalters

Herrn Helfrich: Engel, Er. Gerichtsvchiehkr. Kamstag de« 16. April 1898,

Nachmittags 2 Uhr, im Adler zu Gießen versteigere ich öffent­lich gegen Baarzahlung:

1 Rollwagen, 1 Kassaschrank, eine Ladentheke, 6 Sophas, 2 Betten, 1 Plüsckgarnitur, 1 Buffet, einen Schreibtisch, 1 Spiegel, 1 Näh­maschine (neu), 1 Nähtisch und sonst, Mobilien, eine Anzahl Bilder und Spiegelgläser u. s. w.

Versteigerung theilweise bestimmt, namentlich betr. der Spiegelgläser.

3918 Epgel, Gerichtsvollzieher.

diese Art de» Verkehr» immer weiter an». Wir können dann die erbaulichsten Dinge erleben, und der Streit über die Vor­züglichkeit der verschiedeuen Währungsformen wird nutzlo». Der Cour»zettel gewinnt eine andere Gestalt, und wenn preußische ConsolS statt 103 etwa 10 Dutzend Serien Liebig- bilder notiren, kann un» auch eine Börsenkrifis nicht mehr schrecken. Nach der Zahl der in der erwähnten Zeitschrift enthaltenen Annoncen zu schließen, scheinen wir jenem er- strebenSwerthen Ziele mit mächtigen Schritten zuzueilen.

WilhelmShöhe, 12. April. Ein Sammler.

* Weilburg, 12. April. Auf ein PreiSau»schreiben der »Berliner Morgenzeitung", betreffend »Die schönste Er- ftndung", find der Redaction genannten Blatte» nicht weniger al» 864 Dichtungen zugegangen. Von den aus­gesetzten 12 Preisen erhielt u. A. einen zweiten Preis, be- stehend in einem Exemplar des Werke»Da» Reich der Erfindungen", Herr Gastwirth Wilhelm Hemming dahier auf nachstehende» Gedicht:

Die Wurst.

Wa» ist da» Herrlichste auf dieser Welt, Erfunden zum Genuffe für Millionen, Verbreitet und beliebt in allen Zonen, Wo Menschen leben unter« Himmelszelt?

Ihr findet'» im Palast und in der Hütte, Auf feiner Tafel, auf dem schlichten Tisch, Vom Rauch durchdrungen, oder dampfend frisch, Werthlos da» Aeußere, köstlich in der Mitte.

To werthvoll e» auch für die Menschheit ist, To wenig Anspruch macht» auf Etikette, Nicht braucht man Tafeltuch und Serviette, Der Kaiser eS Hau» freier Faust" genießt.

Die feine Würze wirket auf den Durst, Drum laßt behaglich un» die Gläser leeren, Fürwahr, man sollte durch ein Denkmal ehren. Den Mann, der sie erfunden hat, die Wurst!

Wie Millionäre reisen. Die YachtCatania", die der durch seine Millionen so berühmt gewordene Amerikaner Vaud erb ilt sein eigen nennt, befindet sich zur Zeit im Hasen von Marseille. Der Millionär hatte diesmal eine äußerst stürmische Ueberfahrt und mehr als einmal glaubte der Capitän, daß daS letzte Stündchen geschlagen habe. Die Macht ist geradezu fürstlich auSgestattet, die auf drei Monate engagirte Mannschaft bezieht fabelhafte Summen. Der SchiffSarzt, ein Dr. Charcot, Sohn be» berühmten amerika­nischen Arzte», erhält nicht weniger als gegen 500 Mk. pro Tag. Für diese Summe kann er seine Praxi» in Amerika schon für einige Zeit im Stich (offen.

Rüstungen zu gewinnen. In längsten» 14 Tagen werde aber alle» in schlagfertigem Zustande sein. Eine Intervention von irgend welcher Sette soll kategorisch zurückgewiesen werden.

London, 14. April. Lord Salisbury bot dem Lord Crower den Posten eines BicekönigS von Indien an.

Paris, 14. April. Hier weilende amerikanische Offiziere erhielten Ordre, sofort nach der Heimath zurückzukehren. Unter denselben befindet sich der amerika­nische W-ltauSstellungS-Commiffar Crtdle.

Pari», 14. April. Nach einer Newyorker Privatmeldung ist die Ankunft einer zweiten spanischen Torpedo- Jäger-Flottille bei ben Cap Berbe-Jnseln signalifirt. Sbenbaselbst werden portugiesische Kriegsschiffe erwartet.

Madrid, 14. April. Hier herrscht infolge be» Beschlüsse» beS amerikanischen CongreffrS große Begeisterung. Die ganze Nacht hindurch wurden die Meldungen au» Washington auf allen Straßen und Plätzen lebhaft besprochen. Ein Manifest von Don Carlo» ist bereit» erschienen, in welchem jeder Spanier als Landesverräther bezeichnet wird, welcher in diesem Augenblick nicht zur spanischen Regierung hält.

Washington, 14. April. Die kriegerische Stimmung wächst andauernd im ganzen Lande unter dem Eindruck der Berichte des ans Havanna zurückgekehrten Generalconful» Lee über die spanische Mißregierung auf Cuba. Daher be* steht kaum noch ein Zweifel, daß der bekannte (Sommifffon»«- antrag im Congreß angenommen werde, wodurch der Präsident zur Intervention aufgefordert wird. Alle Parteiführer be» Cougresse» betrachten bie Situation als höchst ernst unb er­warten ben AuSbrnch be» Kriege».

WB. Berlin, 14. April. Ein Extrablatt melbet au» Washington: Da» Repräsentantenhau» billigte nach stürmischer Debatte mit 324 gegen 20 Stimmen ben von der Majorität ber Commission beschlofsenen Bericht, worin bie Unabhängigkeit Cubas erklärt und verlangt wirb, Spanien solle sich sofort von ber Insel zurückziehen, und worin dem Präfibenten bie amerikanischen Streitkräfte zur Verfügung gestellt werben. Der Minoritätsbericht, ber auch bie Anerkennung ber gegenwärtigen cubanischen Republik forbert, wurde mit 191 gegen 150 Stimmen abgelehnr. Der Senat traf heute noch keine Entscheidung.

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