Ausgabe 
15.4.1898 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

1S98

Friitag den 15. April

Erstes Blatt.

Nr. 87

Gießener Anzeiger

Henerat-Mrzeiger

und fiw den 'Kvets Sretzen.

iie^me von «»zeigen zu brr Nachmittags für brn fo (graben Lag erscheinenben Nummer bis Sonn. 10 Uhr.

All« Anzeigen.LermittlungSstellen beS In. und Ausland-» nehmen Anzeigen für den G'eßener Anzeiger -nt gegen.

Am P i es der g ist die Lage Georg-Marienhütte haben niedergelegt. Man erwartet

Kctecttoa, Expedition und Druckerei:

A4»tstrag« Nr. 1.

Berlin, 13. April. Der 27. Congreß der deutschen Gesellschaft für Chirurgie wurde heute Vormittag im hiesigen Langenbeckhause eröffnet. Die Familie Langenbeck stiftete 50000 Mk. zur Sammlung krieg-chirurgischer Er­fahrungen in Feldzügen, wobei Deutschland unbetheiligt bleibt. Der Congreß ist von 300 Theilnehmern besucht.

Berlin, 13. April. Durch die Zeitungen ist in Der- biudung mit dem Grünenthal'schen Diebstahl die Nachricht gegangen, daß auS der der Oberleitung des RetchSpostamtS unterstehenden Reichsdruckerei ein Ueberdruckstempel ver- schwunden sei, der Ende der 60er Jahre zur Ueberstempeluug von sogenannten überklebten Briefumschlägen der ehemaligen norddeutschen Bundes-Postverwaltung gedient habe. Diese Nachricht ist, wie dieNordd. Allg. Ztg." schreibt, in jeder

Daß Kaiser Wilhelm bei jenem Telegramm an den Präsidenten Krüger nicht etwa von einer feindseligen Stim­mung gegen die Engländer geleitet worden ist, war, außer den Engländern, wohl Jedermann klar, eS wird aber noch überzeugender dargelegt durch die Depesche, welche der Kaiser vor einigen Tagen an die englische Botschaft in Berlin sandte und worin er seine Glückwünsche aussprach zu dem von den Engländern bet Atbara über die Derwische erfoch- teuen Sieg.

Wo eS sich um Erfolge der Cultur über die Barbarei handelt, dafür bekundet der Kaiser ein besondere- Berständniß, insbesondere wenn damit eine heroische Waffenthat verbunden ist. Und die Engländer wiffsn es zu würdigen, daß der deutsche Kaiser die Waffenthat ihrer Armee anerkennt und nicht gezögert hat, der letzteren für ihren Triumph seine Glückwünsche au-zusprechen. Die Stimmung in England scheint plötzlich umgeschlagen zu sein und die Blätter aller Parteien sprechen ob der kaiserlichen Kundgebung ihre Ge- uugthuung aus. Vielfach schießen freilich die Blätter weit über daS Ziel hinaus bei der Beurtheilung des kaiserlichen Telegramm-- die einen erblicken darin eine Handlung von internationaler Bedeutung, während andere in dem Tele­gramm den Ausdruck herzlicher Freundschaft gegenüber den britischen Waffen sehen.

AuS welchen Impulsen dieses Telegramm entstanden sein wird, haben wir oben schon näher dargelegt, und alle weiter­gehenden Erwartungen, welche daran geknüpft werden, dürften sich nicht erfüllen. Jedenfalls aber ist es nicht ohne Werth, wenn die Beziehungen zwischen Deutschland und England sich wieder herzlicherHalten- hat baß Telegramm dazu beige- tragen, so haben auch wir Ursache, demselben eine größere Bedeutung beizulegen und dasselbe freudig zu begrüßen.

'.'-rffc für Depefcken: Anzeiger Hießt-.

Fernsprecher Nr. 51.

Kaiser Wilhelm und England.

Unser Kaiserhos steht dem englischen KönigShause ver- waudtschaftlich sehr nahe, trotzdem find aber die Beziehungen nach dem, waS in die Oeffevtlichkeit dringt, nicht fortgesetzt allzu herzliche. Man hört ab und zu von einem gespannten B^rhaltniß zwischen dem Berliner Hofe und demjenigen von St. James und noch kürzlich machte die Meldung die Runde durch alle Blätter, daß Prinz Heinrich, als er auf der Fahrt nach Ostafien seiner Großmutter einen Besuch abstatteu wollte, von dieser nicht sehr herzlich empfangen worden sei. Diese Nachricht ist später demeutirt worden und sie mag auch that- sächlich unrichtig fein, aber es ist immerhin bezeichnend, daß sie überhaupt colportirt wurde und Glauben fand.

Wenn wir den Gründen zu einer etwa vorhandenen Verstimmung zwischen den beiden Höfen oder wenigstens zu der Thatsache nachforscheu wollen, daß man derartigen Meld­ungen willig daS Ohr leiht, so müßten wir einige Jahrzehnte zurückgreifen und insbesondere des Jahres 1888 gedenken, aber eS ist ja leicht erklärlich, daß etwas Authentisches über diesen Gegenstand nicht mitgetheilt werden kann, daß man dabet mehr oder weniger aus daß Feld der Bermuthungeu angewiesen ist. Eine g.w'ffe Schärfe erhielt daS Berhältniß erst, al» im Jahre 1896 Kaiser Wilhelm dem Präsidenten Krüger daS bekannte Glückwunschtelegramm sandte anläßlich der Abwehr der Einfall» Dr. JamesonS in Transvaal. Da begannen die Wogen de» Zorns der Engländer haushoch zu gehen, und die gesammte dortige Presse begann jenen Krieg gegen Deutschland, der in den verschiedensten Demonstrationen feinen Ausdruck fand. An einzelnen Orten kam eS sogar zur Jnsultirung Deutscher und die englische Regierung klapperte mit dem Schwerte, schuf da» famose fliegende Ge­schwader und geberdere sich auch sonst sehr ungehalten dar­über, daß unser Kaiser jenen schmachvollen Uebersall gemiß- btlligt hatte. Seit jener Zeit herrscht eine besonders kühle Temperatur zwischen Deutschland und England, und erst ganz langsam begann dieselbe sich wieder etwas zu erwärmen, aber das alte herzliche Einvernehmen, wie e» zwischen den beiden stammesverwandteu Nationen bestehen sollte, ist bi» auf den heutigen Tag noch nicht ganz wieder hergestellt. Freilich tragen dazu auch Interessen wirthschaftlicher Natur bei, die wohl niemals wieder ausgeglichen werden dürften, wenn nicht Deutschland feint gerechten Ansprüche an den Weltmarkt ausgeben will.

ML

eine weitere Ausdehnung de» Ausstandes.

Köln, 13. April. Nach einem Telegramm derKöln. BolkSztg." aus Osnabrück beträgt die Zahl der Feiernden in den Gruben des Georg-Marien-BergwerkS- und Hüttenvereins 1500 bis 2000 Personen.

Köln, 13. April. DieKöln. Ztg." meldet au» Kon­stantinopel: Die Türkei beharrt auf die Ernennung KaratheodoriS zum Gouverneur von Kreta. Sie ersuchte Hanotavx, keine Schwierigkeiten dagegen zu erheben, ein Erfolg sei indessen nicht zu erwarten.

Deutsches

Darmstadt, 13. April. DerDarmstädter Zeitung" zufolge kehrt daS Großherzogspaar mit der Prinzessin Elisabeth heute Nachmittag auS Gotha hierher zurück.

1 «h

Aezugspceis vierteljährlich

2 Mark 20 Pf«, monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn.

Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.

Außerdem wird ein Reihe Vertreter entsenden.

Osnabrück, 13. April, unverändert. Aus der 500 Arbeiter die Arbeit

Mittheilungen über die Anwendung der Röntgen-Strahlen au», daß die srüher unbegreiflichen Fußanschwellungen in 81 von 86 Fällen auf den Bruch deS Mittelfußknochenr zurück- zusührea seien. Proseffor Behring erregte mit seinen Mit- »Heilungen über da» hochgradige Tuberkulose-Heilserum Auf­sehen. Er ist nach dem Urtheil von Fachmännern einen guten Schritt vorwärts gekommen, da e» ihm gelungen ist, da» zur Jmmunisirung von Thteren nothwendige Gtst in genügender Stärke und genügender Meoge herzustellen.

Washington, 13. April. (Senat.) Davi» legte den Bericht vor, den die Mehrheit der Commission beschlossen hat. Drr Bericht erklärt: In Erwägung, daß die Lage auf Cuba, wie sie seit drei Jahren andauert und schließlich die Zerstörung derMaine" zeitigte, nicht länger ertrage« werden kann, möge daS HauS Folgendes beschließen: Da» Volk CubaS ist von Rechtswegen frei und unabhängig und es ist Pflicht der Vereinigten Staaten, von Spanien za fordern, und die Regierung fordert demgemäß, daß Spanien sofort feine Hoheitsrechte über Cuba uiederlege und unver- züglich feine Streitkräfte von der Insel zurückziehe. Der Präsident wird ermächtigt und aufgefordert, die gesammte« amerikanischen Streitkräfte zu verwenden, so weit sie zur Durchführung der Resolution erforderlich find. Der Senat trifft heute noch keine Entscheidung. Dir konservativen Senatoren besürworten einen Aufschub.

Loeales prwhttfeat**

Wehe«, den 14. April.

Schvldievstnachrichten. Am 7. Februar wurde de« SchulamtSasptranten Jakob Metz aus Gau-Odernheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Freimersheim, Krei» Alzrh, an demselben Tage wurde dem SchulamtSasptranten Adam Kadel auS Birkenau eine Lehrerstelle an der höheren Bürgerschule zu Lauterbach, an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranteu Ludwig Stoll au» Llch die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lehrbach, Kreis Alsfeld, an dem­selben Tage wurde dem Schulverwalter Wilhelm August Dollinger zu Ober-Gleen eine Lehrerstelle an der Ge­meindeschule daselbst, au demselben Tage wurde dem Schul- lehrer Friedrich Schlamp zu KaulstoS die Lehrerstelle an der Gemeiudeschule zu Betzenrod, Kreis Schotten, am 8. Februar wurde dem Schullehrer Wilhelm Klock zu Rad- wühl eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Babenhausen, Kreis Dieburg, am 9. Februar wurde dem Schullehrer Konrad Wilhelm Karl Rauch zu Ober-Kainsbach die Lehrer- stelle an der Gemeiudeschule zu Radmühl, Kreis Lauterbach, am 10. Februar wurde dem unter Vorbehalt seiner Rechte als definitiv angestellten VolkSschullehrer zu Dudenhofen, als Schulverwalter zu Hühnlein verwendeten Schullehrer Hein- rtch Heberer eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hühnlein, am 11. Februar wurde dem SchulamtSaspirante« Georg Schuch au» Nteder-Erlenbach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu EckartSborn, Kreis Büdingen über­tragen- am 16. Februar wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach-Erbach auf die Lehrerstelle au der Gemeiudeschule zu Laudenau, Kreis Bensheim, präsentirte Schulamtsaspirant Georg Kolb ach er au- Ober-Kinzig für diese Stelle bestätigt.

" Postpersoualnachrichten. Versetzt find: der Post- kassirer Forkel von Elberfeld nach Darmstadt, die Post- Verwalter Drißler von Groß-Karben nach Bibit-, Möser von BallerhSthal-Dreibrunueu nach Offenbach a. M., Letzterer unter Ernennung zum Ober-Postasfistenten, die Ober-Post- asfistenteu Seipel von Frankfurt a. M. nach BeuShetm und Mulch von Friedberg (Hessen) nach Groh-Karbes, Letzterer unter Ernennung zum Postverwalter. Ueber­trag en ist zunächst probeweise dem Postsecretär Erdmann ou» Königsberg t. Pr. eine Ober-Postsecretärstelle in Gießen. Ernannt find zu Ober.Poftasststenten der Tele- graphenaffistent Fastg in Mainz, diePostasfistenteu Weiß, Kinzenbach und Bausch in Gießen, Scheuer, Belz und Daab in Mainz, Niebel und Breitwiefer in Offrnbach a. M., H ammanu in WormS, Weber und Beck in Darmstadt, Th. Schmidt in Al-feld, Fischer in Grünberg (Hessen), Hahn tn Groß-Gerau, Molter in Heppenheim a. d. Bergstr., Beck in Michelstadt, zu Ober- Telegraphenassistevten die Telegraphenasststeute« Glück in Fliedberg (Hessen) und Laun in Mainz. An- gestellt find alß Postassistenten die Postasfistente« Beike, Budde, Hotz, Schäfer und Fischer au» Frankfurt a. M., Cour. Diehl aus Offenbach a. M. und Keller au» Stockach in Mainz, Adam Diehl in Mainz,

Bern, 13. April. Im Nationalrath stellte Dr. Joon den Antrag, den BundeSrath zu ersuchen, er möge die Frage veranlassen, ob nicht die Schweiz ihre Vermittelung zur Beilegung des fpauisch-amerikanischen Con- flictS anbieten soll.

Pari», 13. April. Die in Washington beglaubigten Vertreter der Großmächte beabfichtigen einen neuen Collectivschritt. Derselbe soll erfolgen, sobald die Ueber- gäbe de» spanischen Memorandum- an Mac Kinlrh ersolgt ist. Der Inhalt dieses Memorandums soll vorher vertraulich den europäischen Großmächten mitgetheilt werden.

Pari», 13. April. Wie heißt, wird der OrdenS- rath der Ehrenlegion die Entscheidung im Falle Zola erst nach der neuen Verhandlung vor dem Schwurgericht fällen.

London, 13. April. AuS Honkong wird gemeldet, Prinz Heinrich von Preußen fei heute auf der Gefion" nach Shanghai abgereist.Deutschland" bleibe noch im Dock.

Madrid, 13. April. Im gestrigen Ministerrath wurde die Botschaft Mac Kinleys einer eingehenden Besprechung unterzogen und der Beschluß gefaßt, die Sou- veränitätSrechte Spanien» zu betonen, welche mit der Ein­mischung einer fremden Macht unvereinbar seien. Die spanische Regierung sei fich ihre» Rechte- voll bewußt. Nicht» werde diese Ueberzeugung erschüttern. Nation und Regierung würden in den gegenwärtigen schweren Zeiten nicht einen Augenblick ihre Ruhe und Festigkeit verlieren. Sämwtliche Minister schlossen sich diesem Standpunkte an.

Madrid, 13. April. (Ag. Fabra.) Officielle Kreise meinen, man könne Mac Kinleys Ansicht über das Recht der UnionSstaaten, in der Cubafrage zu interveniren, nicht protestlo» hinnehmen. Spanien ging bis an die äußerste Grenze der Concesfionen- eS müsse nun auf die Schritte der Unionsstaaten mit entsprechenden Schritten antworten. An­gesichts der JnterventionSdrohung der UnionSstaaten müsse Spanien fortfahren, feine Vertheidiguog vorzubereiten. Ein Beschluß, zur Verstärkung der Flotte eine nationale Sub- scription zu eröffnen, wird unverzüglich der Regentin zur Vollziehung unterbreitet.

Madrid, 13. April. In der heutigen Sitzung des 19. internationalen CongresseS für Hygiene führte Oberstabsarzt Stechow aus Berlin in intereffanteu

SflÄ

dang bei en,

Beziehung unrichtig.

Berlin, 13. April. Zu den Jubiläumsfeiern in Dresden haben außer dem deutschen Kaiser und dem Kaiser von Oesterreich noch der Prtnzregent Luitpold von Bayern, der Großherzog von Hessen, der Herzog von Sachsen-Coburg- Gotha, der Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, ferner die Fürsten von Schwarzburg Rudolstadt, Reuh j. L. und zu Schaumburg-Lippe ihr persönliches Erscheinen auqemeldet.

" ' deutscher und fremder Herrscher

Grscheiut tägNch mit Ausnahme brS Montags.

Die Gießener A»mttie«Stätter »»erben bem Anzeiger Wöchentlich viermal deigelegt.

tüogewittel,

L1 für Lchmiue, Lllj Rinder

* 1934

Kröll.

It£en 'a,pXeDdie ' h A ScWda) pietsch

3651

um "er y-Ät

Hüller.

M kA-

3222

..eldorL*

e, deutsche räder ner Systeme und Damen W WWl.

LMM.

'einer persönkehen hing. ZM n Damen wird auf einer Dame Unter- it ertheih.